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Geschäfts - Veränderungen. Die seit 1880 bestehende, bestrenommierte Goldwarenfabrik Helm & Gräfe in Breslau X hat trotz Neubau und Einrichtung von elektrischem Betrieb eine erneute Vergrößerung darin geschaffen, daß die Firma eine größere „Werkstait-Filiale“ am Rathaus 23 (Riemerzeile) eröffnete. In die Firma Ludwig Ballin, Bijouterie - Fabrik in Pforzheim, ist Herr Carl Ballin als Teilhaber eingetreten. – Dic Bijoutericfabrik W. Deiß in Pforzheim ging auf die Söhne des bisherigen Inhabers, die Herren Techniker Wilhelm Deiß jr., Techniker (scar Deiß und Kaufmann Karl Deiß, über. Die Handelsgesellschaft besteht seit 1. Juli 1906.

Firmen-Eintragungen. Die Firma Herm. Bensch, Juwelier und Graveur in Danzig, ist seit 1. Mai ds. Js. erloschen. An dessen Stelle wurde die Firma Carl Hämmerling, Juwelier und Graveur in Danzig, handelsgerichtlich eingetragen. Die Firma W. Hofniann & Co. in Leipzig, Löhrstr. 35, vorher in Altenburg, wurde eingetragen. Gesellschafter sind die Kaufleute Ludwig Max Grolliinund und Willy Hofmann, beide in Leipzig. Angegebener Geschäftszweig: Großhandlung mit Bijouteriewaren.

Die Firma Zahler & Räuchle in Pforzheim wurde eingetragen. Persönlich haftende Gesellschafter: Kaufmann Adolf Zahler und Techniker Julius Räuchle. Offene Handelsgesellschaft seit 1. Juli 1906. Angegebener Geschäftszweig: Bijouteriefabrikation. Die Firma Albert Beß in Pforzheim wurde eingetragen. Inhaber ist Kaufmann Albert Beß daselbst. Angegebener Geschäftszweig: Edelsteinhandlung. Zu der Firma Semi-Emaille-Company Wolff & Kornblum, offene Handelsgesellschaft in Berlin wurde eingetragen: Der Kaufmann Franz Atzpodien, Berlin, ist in das Geschäft alz persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Zu der Firma L. Harnisch, Goldwaren, Berlin wurde eingetragen: Offene Handelsgesellschaft, und als Gesellschafter: Franz Schüssel, Juwelier, und Paul Roy, Graveur, beide in Berlin. Die Firma August Veeck & Sohn in Idar (Oberstein) wurde eingetragen. Inhaber sind: Kaufmann August Veeck und Kaufmann Karl Peter Veeck, beide in Idar. Offene Handelsgesellschaft, begonnen am 1. Juli 1:06. Als Geschäftszweig ist angegeben: Edelstein- und Halbedelsteinschleiferei. Zu der Firma Ernst Stein & Co. zu Oberstein wurde eingetragen: Die Angabe des Geschäftszweigs ist dahin berichtigt, daß derselbe in Einkauf, Fabrikation und Export von Metall- und Bijouteriewaren und Import unechter Steine besteht.

Die Firma Lieberknecht & Schurg in Ketschendorf bei Coburg ist eingetragen worden, unter welcher die Kaufleute Felix Lieberknecht, Kurt Lieberknecht und Wilhelm Schurg, wohnhaft in Coburg, seit dem 1. ds. Mts. in offener Handelsgesellschaft eine Etuis- und Holzwarenfabrik in Ketschendorf betreiben. Zu der Firma F. A. Schmidt & Sohn, Perlmutterwarenfabrik in Adorf (Vogtl.) ist eingetragen worden: Camilla Selma verw. Schmidt, geb. Seifert, in Adorf ist ausgeschieden und der Perlmutterwarenfabrikant Louis Nicolai daselbst Inhaber geworden.

Prokura - Erteilung. Die Goldwarenfabrik Fr. Kohlrausch in Pforzheim erteilte dem Kaufmann und seitherigen Mitarbeiter, Herrn Ludwig Ziegler, Prokura.

Prokura-Löschungen. Die Doubléketten- und Bijouteriefabrik Rodi & Wienenberger, A.-G., Pforzheim hat die Gesamtprokura der Herren Florian Heß und Josef Bauer für beendigt erklärt. – Die Prokura des Kaufmanns Albert Pfleiderer in EBlingen, in der Bijouterie - Fabrik Jakob Agner daselbst, ist erloschen.

Todesfälle. In Münster i. W. starb der Goldschmied Joseph Osthues. — In Bern starb der Goldschmied Jacques Widmer.

ist die Mitgliederzahl also dieselbe geblieben. In der Zeit vom 1. April 1905 bis 1. April 1906 wurden acht Vorstandssitzungen abgehalten, zu denen die Kieler Kollegen geladen waren. Als Vertreter unseres Vereins auf dem Verbandstage des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede wurde Kollege Stricker-Ratzeburg nach München gesandt. Im letzten Vereinsjahre betrugen unsere Einnahmen

553.53 Mk. Die Ausgaben betrugen.

545.36 Bleibt uns ein Kassenbestand von .

8.17 Mk. Außerdem weist unsere Unterstützungskasse einen Bestand von 175. - Mk. auf, welcher auf der Kieler Spar- und Leihkasse niedergelegt ist. Zu Revisoren wurden die Herren Butt-Flensburg und Petersen-Schleswig gewählt. Dieselben walteten sofort ihres Amtes, indem sie Entlastung des Kassierers beantragten, welche einstimmig angenommen wurde. Die Neuwahl des Vorstandes erfolgte durch Wiederwahl. Demnach besteht der Vorstand aus folgenden Herren: E. Hansohm-Kiel, 1. Vorsitzender; Hofjuwelier M. Hansen-Kiel, 2. Vorsitzender; F. Rühr-Kiel, Kassierer, und W. Stein-Kiel, Schriftführer. Als Beisitzer wurden die Herren H. G. Heegard - Flensburg und Silberwarenfabrikant Spliedt-Itzehoe wiedergewählt. Der Bericht über den Verbandstag in München wurde von Herrn Stricker-Ratzeburg in wohldurchdachter Rede erstattet. Als Vertreter unseres Vereins auf dem diesjährigen Verbandstage des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold und Silberschmiede in Eisenach wurde Herr Stricker-Ratzeburg gewählt. Hierauf wurde über Statutenänderung verhandelt. Nach längerer lebhafter Debatte erhält der Paragraph 2 unserer Satzungen den folgenden Zusatz: „Die Aufnahme erfolgt durch den Vorstand mit einfacher Stimmenmehrheit. Der Vorstand ist verpflichtet, wenn angängig, bei Ortskollegen des Angemeldeten Erkundigungen einzuziehen, ob gegen die Aufnahme Einwendungen zu machen sind. Wird ein Aufnahmegesuch abgelehnt, so steht dem Betreffenden frei, durch ein Vereinsmitglied bei der nächsten Generalversammlung Berufung einlegen zu lassen und kann dann hier die Aufnahme mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen werden.“ Sodann wird über den Antrag Spliedt-Itzehoe verhandelt, welcher folgenden Wortlaut hat: „Bewilligung eines Betrages aus der Kasse für versuchsweise Kontrolle des Feingehalts von Gold- und Silberwaren, welche die Vereinsmitglieder von ihren Lieferanten resp. Fabrikanten beziehen.“ Referent begründet seinen Antrag und hebt hervor, daß der Detaillist laut Gesetz ebensogut für den Feingehalt seiner Waren verantwortlich ist wie der Fabrikant. In letzter Zeit ist von ihm festgestellt worden, daß z. B. Bestecke von 11 löt. Silber (welches hier in SchleswigHolstein immer noch sehr gangbar ist) einen Mindergehalt von 240 Tausendteilen hatten. Das Silber sollte 685 halten und war nur 445. Ferner Löffel mit dem Reichsstempel und der Zahl 800 enthielten nur 480. Antragsteller wünscht daher, daß unsere Vereinigung das Probenehmen in die Hand nimmt und dies für ihre Mitglieder ohne weitere Kosten ausführen läßt. Da die Mittel nun ja immer nicht so groß, wird erstmal vorgeschlagen, für dieses Jahr 60 Mk. auszuwerfen; wofür etwa die Kosten für vier Gold- und Silberproben gedeckt werden können. Die Mitglieder, welche Waren zur Probenahme einsenden, haben ihre Bezugsquelle nicht zu nennen, auch sind seitens des Vorstandes Resultate nicht bekannt zu geben. Veröffentlichungen dürfen nur mit Genehmigung der Interessenten stattfinden. Referent hofft, daß durch diese Einrichtung dem Verein noch mehr Mitglieder und Freunde zugeführt werden. Der Antrag fand in jeder Weise Unterstützung und wurde einstimmig genehmigt. Um 3 Uhr wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden Herrn E. Hansohm geschlossen, nachdem derselbe seinen Dank ausgesprochen für das rege Interesse, welches alle Anwesenden bei den Beratungen gezeigt hatten. Der Versammlung folgte ein fröhliches Festmahl im Hotel Stadt Hamburg, bei dessen Verlauf die Herren Chr. Lamp-Kiel und W. Boll-Lütjenburg mit einer humorvollen Rede des Herrn Hofjuwelier Hansen-Kiel zu Ehrenmitgliedern des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von SchleswigHolstein ernannt wurden. Nach dem Festessen wurde ein Spaziergang nach der nahegelegenen Stampfmühle gemacht und daselbst der Kaffee eingenommen sowie eine photographische Aufnahme gemacht. Von der Stampfmühle ging es zurück nach Hotel Stadt Hamburg, wo mit einem flotten Tänzchen die 4. Hauptversammlung

Aus Innungen und Vereinen. Jahresbericht des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Schleswig-Holstein. Am Sonntag, den 15. Juli dieses Jahres fand in Schleswig im Hotel Stadt Hamburg die 4. Hauptversammlung des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Schleswig-Holstein unter lebhafter Teilnahme der aus allen Städten der Provinz zusammengekommenen Kollegen statt. Unser Vorsitzender, Herr E. Hansohm, begrüßte die Anwesenden mit herzlichen Worten und wünschte, daß die Verhandlungen, die geführt werden würden, unserem Gewerbe zum Segen und Wohl gereichen möchten. Herr Hofjuwelier Hansen-Kiel erstattete den Geschäftsbericht, dem wir folgendes entnehmen: Der Verein der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Schleswig-Holstein bestand am Schluß des verflossenen Vereinsjahres aus 65 Mitgliedern. Da im letzten Jahre keine Neuaufnahmen stattfanden,

des Vereins der Juweliere, Gold-und Silberschmiede von SchleswigHolstein beendet wurde. Begrüßungstelegramme zu unserem Fest sandten die Firmen Kindervatter & Schwerzel - Frankfurt a. M., C. F. Hahn & Comp.-Berlin und Paul Winkelsesser-Berlin. Denen, die unseres Vereins gedacht, sowie allen Festteilnehmern sprechen wir unsern herzlichsten Dank aus und hoffen auf frohes Wiedersehen im nächsten Jahre in Ratzeburg.

E. Hansohm. W. Stein.

und Patentinhaber dieser Maschinen ist Herr Ludwig Bruckmann. In Verkehr gebracht werden dieselben von der Firma Schmidt & Bruckmann in Pforzheim, welche auch immer eine größere Anzahl Maschinen im Gange hiat.

Mitteilungen aus dem Geschäftsverkehr.

(Außer Verantwortlichkeit der Redaktion.) Ketten - Maschinen. Es wird gegenwärtig in Fachkreisen so viel über Ketten-Maschinen geschrieben und gesprochen, und man begegnet so vielfachem Unglauben und Mißtrauen in die Leistungen dieser Maschinen, daß wir glauben unseren Lesern einen Gefallen zu erweisen, wenn wir ihnen, nach uns gegebenen Angaben, die vollkommenste dieser Maschinen das Bruckmannsche Patent - im Bilde vorführen. Über dem Arbeitstisch sehen wir eine Art Uhrwerk und darüber eine Drahtspule, von welch letzterer die Maschine den Draht abwickelt, um ihn zu Ankerketten zu verarbeiten. Die Leistung kann bis

Rechtsrat, Rechtsschutz für Goldschmiede.

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. Kündigung zu jeder Tagesstunde. Ein Gewerbetreibender hatte mit seinen Arbeitern vereinbart, daß sie zu jeder Tagesstunde entlassen werden könnten. Als nun die Arbeiter Montag morgen zur Arbeit kamen, wurden sie, ohne an diesem Tage überhaupt noch beschäftigt zu werden, sogleich entlassen. Die Arbeiter waren der Ansicht, daß ihnen von der Entlassung bereits am Sonnabend abend hätte Kenntnis gegeben werden müssen; sie verlangten deshalb die Zahlung einer Entschädigung für entgangenen Arbeitsverdienst, da sie am Montag andere Arbeit nicht mehr hätten finden können. Von dem Gerichte wurde festgestellt, daß der Arbeitgeber sehr wohl in der Lage war, den Arbeitern schon am Sonnabend von ihrer Entlassung Mitteilung zu machen. Er habe sonach die Möglichkeit gehabt, sein Recht auszuüben, ohne ihnen Schaden zuzufügen. Beklagter müsse daher den Klägern den Schaden ersetzen, der ihnen dadurch entstanden sei, daß er sie verhindert habe, sich für Montag andere Arbeit zu besorgen. Was die Höhe der Entschädigung angehe, so sei der volle Lohn für einen Tag zu gewähren. Wenn auch vereinbart sei, daß das Arbeitsverhältnis zu jeder Tagesstunde aufgekündigt werden könne, so dürfe doch eine Auflösung desselben nicht mitten am Tage oder gar schon eine Stunde nach begonnener Arbeit ohne jedes ersichtliche Interesse stattfinden. Eine solche willkürliche Auflösung würde dem mutmaßlichen Willen der Parteien widersprechen und als ein Verstoß gegen die guten Sitten anzusehen sein.

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Patente und Gebrauchsmuster.

Patent-Bericht, mitgeteilt vom Patentanwalt Dr. Fritz Fuchs, diplomierter Chemiker

und Ingenieur Alfred Hamburger, Wien VII., Siebensterngasse 1. Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten dieses Blattes erteilt. Gegen die Erteilung unten angeführter Patentanmeldungen kann binnen zweier Monate Einspruch erhoben werden. Auszüge aus den Patentbeschreibungen werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau mäßigst berechnet.

Oesterreich:
Ausgelegt am 1. Januar 1902, erteilt am 1. April 1902.

Kl. 48 a. Gustav Ad. Alvert, Schriftsetzer in Arnsdorf bei Haida (Böhmen). Verfahren zum plastischen Dekorieren von Glas und keramischen Gegenständen auf galvanischem Wege: Auf einer, in bekannter Weise durch Einbrennen von Silberoxyd auf dem zu dekorierenden Gegenstand erzeugten, eventuell galvanisch behandelten Metallschichten werden vorher modellierte, durch Galvanoplastik, Stanzen oder Gießen hergestellte plastische Figuren, wie Vögel, Blumen usw. mechanisch befestigt und dann mit einem starken galvanischen Niederschlag, überzogen und gefaßt. Pat. Nr. 7327.

zu 15000 Gliedern in der Stunde gesteigert werden. Einen besonderen Vorteil erreicht aber die Bruckmannsche Maschine durch ihre Fangvorrichtung mit Lötapparat. Diese Fangvorrichtung bewirkt, daß die Ketten „gefangen“ eingehängt werden, wie der Fachausdruck lautet, d. h. jedes zweite Glied wird gedreht, so daß nun immer die Fugen zweier Glieder sich berühren. Verwendet man nun Draht mit Loteinlage und leitet die Kette, wie auf der Abbildung ersichtlich, durch den Lötapparat, so wird die Kette in einem Arbeitsgang zugleich auch gelötet. Der Lötapparat besteht aus einem Behälter mit Lötflüssigkeit und einem Gehäuse, in welchem die Kette mittelst Gas zur Glühhiize erhitzt wird, wodurch das Lot zum fließen kommt und die Fugen schließt. Die Leistung beträgt in diesem Falle gegen 5000 gelötete Glieder in der Stunde. Es ist anerkannt, daß die Bruckmannsche Maschine hinsichtlich Leistung und Formschönheit der Ketten die vollkommenste ist. Dieselbe befindet sich in den meisten Pforzheimer Kettenfabriken in Betrieb. Erfinder

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen.

Fragen: Frage 639. Ich bitte um gefällige Mitteilung, wer kupferemaillierte Nippsachen anfertigt?

J. G. in J. Frage 642. Ist man gesetzlich verpflichtet, bei der zuständigen Innung noch ein Meisterexamen zu machen, um sich Lehrlinge halten zu dürfen und bei einer evt. Etablierung sich Meister zu nennen, wenn man schon über 11 Jahre Werkmeister in einer Silberwarenfabrik (über 40–50 Personen) war. Während meiner Werkmeisterschaft habe ich die ersten Jahre 5 Lehrlinge an- und ausgelernt. Ich habe selbst 4!!, Jahre gelernt und bin von der Innung freigesprochen.

0. S. Frage 646. Welches ist die einfachste und leichteste Art und Weise, das Zapon von versilberten Waren zu entfernen?

L. in W.

3. Frage 648.

Frage 648. Welcher Fabrikant von silbernen Bestecken Fabrik, Pforzheim. Karl Mauser, Pforzheim. – Jul. führt als Warenzeichen ein gotisches S, wie nebenstehend? Albrecht (May & Palma), Pforzheim. Jacques GüntzFrage 653. Ein Bijouterie-Engros-Geschäft hat ein

burger, Idar. Emil Purper, Import und Export roher und Detail - Geschäft eröffnet; beschäftigt einen Gehilfen und eine

geschliffener Edel- und Halbedelsteine, Idar. Carl Wild, Polisseuse. Darf der Mann, welcher Kaufmann ist, auf sein

Graveur, Idar. Fenster schreiben: „Verkaufsstelle der Goldwarenfabrik usw.“ ? Zu Frage 659. Silber- und Kupferniederschläge liefert Ihnen

Wilhelm Weingard, Galvan. Anstalt, München, Carlsstr. 39. Frage 656. Wie verhindert man das Braun- und Schwarzwerden unechter Bijouterie- und Metallgegenstände

Zu Frage 661. Wir fabrizieren diese Scherenarbänder in in wirksamer Weise? Das Zaponieren hat sich nicht immer unecht, vergoldet und Stahl oxydiert: Jung & Grimm, Bizweckdienlich erwiesen.

P. H. in B.

jouterie - Fabrik, Pforzheim. Nürnberger Scherenarmbänder,

in unecht und zu den billigsten Preisen, fabriziert als Spezialität: Frage 657. Ich erlaube mir hiermit die höfliche Anfrage, Julius Schaan, Bijouterie - Fabrik, Wurmberg (Württ.). ob mir einer der Herren Kollegen eine genaue Methode der Behandlung von Doublé - Gegenständen mit Borsäure nennen

Zu Frage 664. Herren- und Damenketten in ganz billiger kann. Die Borsäure soll nämlich einen gleichmäßigen, während

Ware fabriziert: Jung & Grimm, Bijouterie-Fabrik, Pforzheim. der ganzen Fabrikation haftenden Ueberzug bilden. Sie soll

Hermann Loewenthal, Berlin 0. 27, Wallnertheaterstr. 7. jedoch während dem Löten nicht steigen, da man sonst keine

Friedrich Wörner, Kettenfabrik, Berlin, Neue Grünstr. 23. saubere Arbeit liefern kann, soll aber auch nicht abspringen.

- Josef Kuhn, Pforzheim. - Sogenannte Obersteiner Ware Für genaue Rezepte der zu verwendenden Substanzen, als auch

fabriziert: Klein & Quenzer, Oberstein. sonst zu beachtende Vorteile würde ich sehr dankbar sein. Im Zu Frage 666. Fabrikant des Normalringmaßes ist Oswald voraus bestens dankend

R. T. in P. Fritsch in Jölistadt (Erzgebirge). Frage 660. Kann mir einer der Herren Kollegen die genaue Zu Frage 668. Die fraglichen Standuhren liefert die Firma Zusammensetzung eines Schmelzpulvers angeben? Es gibt davon Bernhard Paschen, Uhren-Engros, Hagen i. W. mehrere Sorten, für Feilung und Schliff usw. A. F. K. in P.

Frage 662. Wer ist der Fabrikant von Flaschentellern, die ein Monogramm (A. S.) als Warenzeichen tragen? C. G. in D.-H.

Bekanntmachung. Frage 663. Kann mir einer der Herren Kollegen eine genaue

Gründungs - Protokoll des Vereins der Juweliere Nachbildung oder auch Originalmodell eines der historischen,

im Gewerbekammerbezirk Plauen i. V. eisernen Trauringe von 1813 verschaffen, worin die Worte ein am Sonntag, den 8. Juli 1906, im Restaurant „Hopfenblüthe“ graviert sind: „Gold gab ich für Eisen“? Es wäre mir event.

in Plauen, nachmittags 4'/, Uhr. mit einer genauen Zeichnung, um einen Anhaltspunkt zu haben, gedient. Ich bitte um gefl. Nachricht.

W.

Nach ergangener Einladung von seiten des Vorsitzenden des

Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Herrn Frage 665. Wo kann ich Aluminium - Armbänder für Export,

Fischer-Berlin, haben sich 13 Herren eingefunden. 4 Herren, direkt ab Fabrik, beziehen?

H. O. T. in M.

welche nicht erscheinen konnten, haben zugestimmt, dem Verein Frage 667. Wer ist der Fabrikant des Lackes, womit die beizutreten, wenn die Gründung erfolgt. Herr Fischer hieß die Buchstaben auf Schildern ausgefüllt werden? B. Z. in M.

Anwesenden und insbesondere den erschienenen Herrn Vertreter Frage 668. Ich habe in verschiedenen Schaufenstern eine der Gewerbekammer Plauen, Zschoch, willkommen und eröffnete sehr anziehende Reklameuhr gesehen. Dies ist eine Standuhr, die Versammlung mit einer Bekanntgabe des § 3 der neu einunter deren Zifferblatt sich ein Tierkopf befindet, der imitierte zuführenden Arbeitsordnung, sprach dann in eingehender Weise Wasserstrahlen in ein darunter befindliches Becken speit. Wer u. a. über Konkursausverkäufe, Besteckkonvention, Feuerverliefert diese Uhren?

G. J. in W.

sicherung, Versicherung gegen Einbruch, über das vom Verband Frage 669. Wer liefert silber - vergoldete Autoanhänger herausgegebene Nachschlagebuch, Mitgliedsurkunde, über die (kleinen Wagen mit beweglichen Rädern)? 0. A. in R. Frage, ob sich ein Uhrmacher auch Goldschmied nennen darf, Frage 670. Kann mir einer der Herren Kollegen eine Bezugs

sowie über Vertrauensmann- Angelegenheit, Hausierhandel usw. firma nachweisen, welche gute, schwer versilberte Metallwaren,

Nachdem der Herr Vorsitzende seinen Vortrag beendet, ähnlich der Württemberger Waren, liefert? W. Sch. in G.-S. appellierte er an die Anwesenden, einen Verein zu gründen, der Frage 671. Wer fabriziert Weihwasserkesselchen in Silber

dic Bestrebungen des Verbandes mit unterstützt. Nach ergangener in den verchiedensten Arten, und Weihwasserbüchsen in Silber

Aufforderung des Herrn Fischer erklärten sich nachstehende für die Tasche (kleine, sclimale Büchsen mit Schwamm - Ein Herren zur Gründung des Verein der Juweliere im Gewerbelage)?

A. W. in C. kammerbezirk Plauen i. V.“ durch gegebene Unterschriften bereit: Frage 672 Ich bitte um Nennung einiger leistungsfähiger

Gustav Thorn, Plauen; Firmen, die Doppelpanzerketten, sowohl in Neusilber als auch

Alfred Kolbe, Plauen; Messing roh anfertigen?

W. T. in W.

Otto Wege, Zwickau; Frage 673. Wer kann mir eine Firma angeben, die feine

Rob. Hüttel, Plauen; und mittlere Galanterie - Waren (Bronzen-, Holz- und Lederwaren)

Herm. Lorenz, Plauen; liefert, welche man neben dem Verkauf von Gold- und Silber

Alfred Gruner, Schwarzenberg; waren führen kann?

A. V. in E.

Max Herm. Gruner, Reichenbach; Frage 674. Wer fertigt feine Drahtgeflechte für Schlangen

A. H. Dunzelt, Zwickau; Bracelets?

F. B.

Karl Uhlmann, Zwickau;

Fr. Louis Gnauck, Werdau i. Sa.;
Frage 675. Wer ist der Fabrikant, welcher silberne Kordel-
armbänder anfertigt?

Julius Kurz, Reichenbach;
A. 0. in St.

Richard Meinhold, Reichenbach;
Antworten:

Otto Mahler, Plauen. Zu Frage 654. Als leistungsfähige Bezugsquelle empfiehlt Die Anmeldung zum Verein des Herrn E. Kirsch, Zwickau, sich: Carl Rose, Glas- und Thermometerfabrik, Altenfeld i. Th.

ist unterm 11. Juli erfolgt, so daß der Verein bis jetzt 14 MitZu Frage 655. Pressungen von Handwerkeremblemen in glieder zählt. den verschiedensten Arten können Sie in beinahe alle Estamperien Hierauf schritt man zur Wahl eines provisorischen Vorsitzenhaben. Sehr viel Muster hierin haben: Ferd. Wagner, A.-G., den und wurde hierzu Herr Gustav Thorn einstimmig gewählt. Pforzheim; Wilh. Mayer & Fr. Wilhelm, Stuttgart; L. Chr. Lauer, Nürnberg. Fertige Emblemesachen beziehen Sie

gez. R... Meinhold. gez. Gustav Thorn. vorteilhaft von Aug. F. Richter, Hamburg.

Veröffentlicht durch den Verband Deutscher Juweliere, Zu Frage 658. Hierzu empfehlen sich: Goldwarenfabrik Gold- und Silberschmiede, Berlin S., Oranienstraße 143. Mülheim a. Rh., Freiheitstr. 78. – Jung & Grimm, BijouterieNachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

gez. Fischer.

Fachtechnischer und wirtschaftlicher Teil

Redaktion: Kunstgewerblicher Teil: Professor Rudolf Rücklin, Leiter der
Goldschmiede-Schule, Pforzheim o Fashtechnischer Teil: Goldschmied Paul
Axthjelm, Leipzig , Wirtschaftlicher Teil: Syndikus Herm. Pilz, Leipzig

Der Verband in Eisenach!

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um

Am Fuße der Wart wir hier sein Sebastian-Bach-Denkmal, beides hohe Kunstwerke burg, in dem freund von lebendiger Schönheit. Der große Musiker Sebastian Bach lichen Städtchen des war ein Sohn der Stadt Eisenach, in der auch der Maler Preller Thüringer Waldes, das geboren wurde. Die deutschen Goldschmiede befinden sich eine große Rolle in der also an einem Platze, der zwar keine großstädtischen Eindrücke deutschen Geschichte hervorruft, aber doch durch die Kunst geadelt und geheiligt gespielt hat, in Eise ist. Vom Marktplatz steigt man durch alte trauliche Gäbchen nach, versammeln sich und dann eine gemächlich ansteigende Straße hinauf nach der in diesem Jahre die alten, sagenumwobenen Wartburg. Manch schöner Ausblick in deutschen Juweliere, die romantische Umgebung von Eisenach wird dabei eröffnet, Gold und Silber namentlich über das Mariental, Eisenach und das stimmungsschmiede,

in volle Gelände der Hörsel. Durch eine Schlucht, den Zeisigsernstem Gedankenaus. grund, von dem Metilenstein getrennt, hebt sich dann 174 m tausch die Interessen über Eisenach auf einem kühn aufsteigenden Felsaltane das des Standes wahrzu prangende Wartburgschloß in die blaue Luft. Über 80000 nehmen, daneben auch Menschen, jung und alt, Mann und Weib, vornehm und gering, die Bande der Gesel. arm und reich, Menschen allen Glaubens, Einheimische und ligkeit wieder zu fes Fremde, Deutsche und Ausländer, wandeln hier im Jahre den tigen. Es ist eine ge herrlichen Pfad, der diesmal auch von den deutschen Goldsegnete Gegend, in schmieden betreten wird. Und wenn man dann das erste Tor welcher der dies passiert hat, da schweift das Auge weit hinaus von den Zinnen

jährige Verbandstag auf ein wundervolles, farbenreiches Gemälde der Natur, wie Das Burschenschaftsdenkmal.

abgehalten wird. Das es stimmungsvoller kein Künstler schaffen kann. Eine Zug

volle Zaubergold der brücke geleitet in das Innere der stattlichen Landgrafenburg. Poesie ist darüber ausgegossen. Eisenach ist von je ein An Hier sollte jeder, der den Felsenweg aufwärts steigt, einen ziehungspunkt für die Reiselustigen gewesen, und wir sind fest Rückblick werfen. Die ganze Romantik mittelalterlichen Burgüberzeugt, daß auch die deutschen Goldschmiede in dieser lebens taucht da vor einem in malerischer Schönheit auf. Und Stadt großer Überlieferungen und Erinnerungen schöne Tage, wenn wir schließlich durch die imposanten Torhallen das reich an bleibenden Anregungen, verleben werden. Auf nach Innere der Burg selbst betreten, da weht uns der Geist der Eisenach! Willkommen in Eisenach! Das ist die Parole Geschichte von allen Seiten so mächtig an, daß niemand sich der Tage vom 4. bis 6. August, wo der Verbandstag alle Freunde eines heiligen Schauers erwehren kann. In den Rüst- und des Verbandes deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede Waffensälen, da erprobte einst das deutsche Rittertum Kraft zu gemeinsamer Arbeit versammeln wird.

und Macht, in den stillen Kemenaten feierte die schwärmerische Wer durch das alte, aber in letzter Zeit neu hergestellte Minne ihre stillen Liebesfeste, in dem Sängersaale stritt man Nicolaitor das Weichbild von Eisenach betritt, kommt auf um die Palme des Ruhmes und im Bankettsaal klangen bei den geräumigen Karlsplatz, der früher den bescheidenen fröhlichem Gelage die goldenen Becher aneinander. In der Namen „Sonnabendmarkt“ führte und anläßlich des Regierungs von Friedrich mit der gebissenen Wange eingerichteten Kapelle jubiläums Karl Augusts 1825 seine stolzere Bezeichnung erhielt. von 1319 erwartet uns wieder ein überraschender Eindruck. In der Nähe erblicken wir die alte romanische Nicolaikirche. Das blaue Kreuzgewölbe ist mit goldenen Sternen übersät. Sie stammt aus derselben Zeit, wo die über Eisenach thronende Kostbare Malereien schmücken die hohen Fenster. Wände und Wartburg, das Juwel Thüringens, erbaut wurde. Kein Gold- Stühle, Altar und Kanzel vereinen in ihrer Ausstattung Pracht schmied sollte versäumen, diese alten Bauwerke, auch die und Harmonie, und wenn die Sonne durch die Scheiben buntEisenacher Nikolaikirche, aufmerksam zu betrachten. Eine Fülle leuchtende Farben über den Raum ausgießt, die Orgel leise von Motiven bietet auch die Baukunst für die Edelmetallkunst, tönt, dann faßt's die Seele hier wie Traum und Leidvergessen wenn man in ihrer Ornamentik zu lesen und zu forschen weiß. und Jahrhunderte sinken wie ein Hauch vor dem sinnenden Vom Karlsplatz führt der Weg zu dem großen Marktplatz, Blicke zurück. Man mag die herrlichen Bücher von Trinius der auch der „Mittwochsmarkt“ genannt wird. Hier tritt uns („Ein Gang durch die Wartburg“, „Eisenach und Umgebung“) wieder die imposante Georgenkirche entgegen, die im studieren, und man wird bald den Zauber spüren, der von Jahre 1188, vielleicht auch etwas früher, erbaut worden ist. dieser glorreichen Stätte einer denkwürdigen Zeit ausgeht. Wie auf dem Karlsplatz Donndorfs Luther-Denkmal, so erblicken Auf der einen Seite Rittertum, Minnedienst und frommer Marien

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Der Geschäfts- und Kassenbericht, welcher vorgelegt werden wird, ist in unserem Blatte bereits zum Abdruck gelangt. Er gibt ein Bild von der Tätigkeit des Verbandes im verflossenen Jahre, eine vielseitige Tätigkeit, zum Besten der ganzen deutschen Goldschmiedekunst. Von den weiteren Beratungspunkten erfordert namentlich die Vorlegung einer

Arbeitsordnung (Referent: Max Winter-Berlin) hohes Interesse. Unsere Leser wissen, daß wir selbst in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ seinerzeit einen solchen Entwurf veröffentlicht haben, der vielfache Anerkennung gefunden hat. Die Verbandsvorlage

enthält einige Vorschriften, welche bereits in der Gehilfenschaft diskutiert sind und auch auf dem Verbandstage wohl zu einer interessanten Debatte führen dürften. Dahin gehört vor allem der Fortfall einer Kündigungsfrist, der dem Goldschmied und seinem Gehilfen das Recht einräumt, jederzeit das Arbeitsverhältnis zu lösen. Über die Zweckmäßigkeit und Billigkeit einer solchen Bestimmung kann man auch in Prinzipalskreisen geteilter Meinung sein. Auch die Einführung des metrischen Karates wird Gegenstand der Verhandlungen sein.

Das Versicherungswesen wird auch diesen Verbandstag wieder beschäftigen. Das Referat hat der Vorsitzende des Verbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Wilhelm Fischer-Berlin, selbst übernommen. Auch auf dem Grossistentage in Pforzheim war dieser Frage eine Beratung eingeräumt, an welcher derselbe sich lebhaft beteiligt hat. Es gilt, den

Eisenach und die Wartburg.

kultus, der Gedanke an die Rosen der heiligen Elisabeth, auf der anderen Seite die Stätte, da Luther für seine welterschütternde Idee der Reformation eintrat und sich den Verfolgungen seiner Gegner entzog! Gewaltige Jahrhunderte werden wieder lebendig vor unserem Geiste!

Eisenach hat aber auch viel schwere Kriegszeiten durchmachen müssen, denn es galt als die Krone Thüringens, um deren Besitz sich die blutigsten Kämpfe entspannen. Es war der Streitpunkt in dem blutigen thüringischen Erbfolgekriege, und auch in all den großen Kriegen, welche Deutschland heimsuchten, blieb es nicht verschont von schweren Schicksalsschlägen. Aber es hat sich allezeit durchgerungen. Handel und Gewerbefleiß blühten empor, eine rege Industrie schloß sich ihnen an, und wenn auch die Tage längst dahin sind, da ein Walter von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Heinrich von Ofterdingen, Tannhäuser usw. hier ihre Liederkunst übten, wenn auch kein Zauberer Klingsor mehr durch die Räume der hochaufragenden Wartburg schreitet und nicht mehr im heißen Turnier die Lanzen an den Rüstungen zersplittern, Eisenach hat seine hohe Bedeutung im Kranz deutscher Städte behalten, denn Handel und Industrie, Gewerbefleiß und Kunstsinn haben ihm scine Stärke und Schönheit bis in unsere Tage bewahrt.

Ein Turnier gilt es jetzt wiederum abzuhalten! Freilich Blut wird dabei nicht fließen. Aber gestritten wird auch werden zum Besten des Verbandes in heißer Redeschlacht. Die Tagesordnung des sogenannten „kleinen Verbandstages ist ja reichhaltig genug.

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Der Karlsplatz in Eisenach.

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