Page images
PDF

0rden und Ehrenzeichen. Wir machen bei dieser Gelegenheit unsere Leser auf nebenstehende kleine Abbildung aufmerksam, weil es beim Goldschmied oft vorkommt, daß er Aufträge von Orden und sonstigen dazu gehörigen Dekorationen, als da sind: Bänder, Knöpfe und Schnallen, in die Hände bekommt und Orden in ihrer Größe und Ausführung sehr an Vorschriften gebunden sind, welche der GoldSchmied bei deren Herstellung beachten muß. Deshalb verweiSen wir unsere Leser auf die sehr leistungsfähige Ordensfabrik

A. Werner &
Söhne, Berlin
SW., welche Or-
den genau nach Vorschrift für alle Länder herstellt.

Der bisherige eingetragene Inhaber der Firma Goldwaren-Industrie Constantin Homborg in Essen (Ruhr) Herr Hans Kwiet ist am 6. Januar ds. Js. aus dieser Firma ausgeschieden, und hat Herr Constantin Homborg das Geschäft mit allen Aktiven und Passiven wieder persönlich übernommen.

Rechtsrat, Rechtsschutz für den Goldschmied. Wichtige gerichtliche Entscheidungen.

Unentschuldigte Krankheit berechtigt den Prinizpal zur Lösung des Arbeitsverhältnisses wegen unbefugten Verlassens der Arbeit. Ein Gehilfe erschien Montags und Dienstags nicht zur Arbeit. Am Mittwoch kam er wieder und verrichtete seine Dienste. Da er sich für die beiden Tage den Lohn nicht wollte abziehen lassen, wurde er entlassen. Nun klagte er auf die 2 Tage Lohn und überdies noch auf 14 Tage wegen ungerechtfertigter Entlassung. Das Gewerbegericht Hamburg wies ihn mit der Klage ab. Da er 2 Tage Von der Arbeit ohne Entschuldigung ferngeblieben sei, liege ein unbefugtes Verlassen der Arbeit vor. Der Prinzipal konnte also nicht nur den Lohn für die 2 Tage kürzen, sondern sich auch darüber Schlüssig werden, ob er den Gehilfen entlassen wolle oder nicht. Dazu hatte er nach der Gewerbeordnung 8 Tage Frist, so daß die Entlassung noch rechtzeitig erfolgte. P2.

Gefälligkeitsakzepte. Was Gefälligkeitsakzepte anlangt, so wird an gewöhnlich erst durch Schaden klug. Erst der Gebrannte üchtet sich vor dem Feuer! Vor Gericht zählt der Einwand, es ege nur ein Gefälligkeitsakzept vor und der Kläger, der den Wechsel einklage, habe es auch bei der Klageerhebung gewußt, nichts. Das lehrt wieder ein Prozeß vor dem Kölner Oberlandesgericht. Dasselbe sagt in einem Urteil vom 22. Juni 1904: Der Akzeptant eines Gefälligkeitswechsels setzt doch seine Unterschrift gerade zu dem Zwecke auf den Wechsel, um dem Aussteller die Verwertung des Wechsels zu erleichtern. Er hat daher die Absicht, dritten Nehmern gegenüber durch seine Unterschrift eine WechselVerbindlichkeit einzugehen. Auch der Einwand, daß der Aussteller es Wechsels seiner vertraglichen Verpflichtung gegen ihn, den Akzeptanten, nicht nachgekommen sei, ist eine persönliche Einrede, Äd wirkt gegenüber dem Dritten nur, wenn er beim Erwerb des Wechsels diesen Umstand kannte und trotzdem den Wechsel erwarb. Dann ist böser Glaube vorhanden. Erfährt er erst nach dem Erwerb des Wechsels davon, so zählt das nichts, denn sein Erwerb ist dann ehlerfrei. Die Kenntnis davon, daß der Akzeptant nur ein Gefälligkeitsakzept gegeben habe, ist überhaupt unbeachtlich. P2.

Verhalten bei sukzessiven Lieferungen. Im Handelsverkehr kommt ° Wor, daß vom Käufer eine sukzessive Abnahme, eine Abnahme och und nach“ ausbedungen wird. Es ist deshalb ein Prozeß "Interesse, der sich vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe ab

gespielt hat, und das Recht des Käufers zum Rücktritt von einem solchen Vertrage bei einer Säumigkeit des Verkäufers mit einer Teillieferung behandelt. In dem fraglichen Prozeß hatte die Abnahme der Waren in Raten, wie sie der Käufer brauchte, erfolgen sollen. Als der Käufer wieder einen Posten haben wollte, den er notwendig brauchte, erklärte der Verkäufer, er könne jetzt nicht liefern. Nunmehr erklärte der Käufer, er werde sich anderweit decken, trete vom Vertrage zurück und nehme überhaupt nichts mehr ab. Und das Oberlandesgericht Karlsruhe hat ihm in seiner Entscheidung vom 4. April 1904 darin recht gegeben. Da der Käufer die Ware immer notwendig brauchte, wenn er sie abforderte, mußte er sich auch darauf verlassen können, daß immer rechtzeitig auf Abruf geliefert würde. Fs konnte ihm daher nicht zugemutet werden, zu warten, bis der Verkäufer imstande sein werde, zu liefern. Pz.

[merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]
[graphic]
[graphic]
[merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small]

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gesta"

[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small]

Im neuen Jahre – neue Hoffnungen! Hoffentlich auch neue Erfolge im Kampfe für die Interessen der deutschen Goldschmiedel In erster Linie wird es gelten eine

Gesetzliche Regelung des Ausverkaufswesens

herbeizuführen, Der Entwurf des Verbandes, im Großen und Ganzen eine sehr schätzenswerte Arbeit, die hoffentlich die Beachtung der gesetzgebenden Körperschaften findet, hat die Bewegung einen bedeutsamen Schritt vorwärts gebracht. Inzwischen hat die Kleinhandelskommission des deutschen Handelstages sich auch mit der Frage beschäftigt und einen Beschluß angenommen, wonach

„Ausverkäufe nur stattfinden dürfen bei vollstän„diger Auflösung des Geschäfts oder Aufgabe be„stimmter Warengattungen unter Angabe der letzteren, „Nachschiebungen aber gänzlich unzulässig sind.“

Daß Ausverkaufswaren immer von anderen Waren getrennt zu halten sind, wurde für undurchführbar bezeichnet. Dagegen sollen Konkursausverkäufe nur unter Leitung des Konkursverwalters und für Rechnung der Konkursmasse zulässig sein. Die Anträge über das Verbot der Wiederholung von Ausverkäufen durch denselben Geschäftsinhaber innerhalb gewisser Frist, sowie über die Anzeigepflicht und die Besteuerung der Ausverkäufe wurden abgelehnt. Auch die Handelskammern haben praktische Vorschläge gemacht. Die Handelskammer Heidelberg befürwortet, daß ein Ausverkauf nur angekündigt werden darf, wenn die gänzliche Räumung eines Warenlagers beabsichtigt wird. Der Ausverkauf muß späestens am 4. Tage vor Beginn der Ortspolizeibehörde angezeigt und ein Verzeichnis der Warenbestände beigefügt werden. Wer den Ausverkauf auf diese Bestände nicht beschränkt, wird in Geldstrafe bis zu 1500 Mk genommen. Auf einem Diskussionsabend des Erfurter Schutzvereins für Handel und Gewerbe hat Handelskammersyndikus Dr. Wiedemann Leitsätze aufgestellt, die

sich ebenfalls auf die Anzeigepflicht, die Wiederholung von Ausverkäufen, Nachschiebungen, Trennung der Ausverkaufswaren von anderen und ein Verbot der Bezeichnung von Waren als Konkurswaren, wenn der Konkursverwalter nicht den Verkauf vornimmt, beziehen. Auch die Pfälzische Handels- und Gewerbekammer in Ludwigshafen hat sich der bayerischen Regierung gegenüber geäußert und sogar eine behördliche Genehmigung für Ausverkäufe verlangt. Sie geht also noch über die Anzeigepflicht hinaus. Auch soll der Staatsanwalt von Amts wegen gegen unlautere Ausverkäufe einschreiten und Fachleute sollen zur Beurteilung des Ausverkaufes herangezogen werden. Man sieht, es sind noch mancherlei Vorschläge auf Achse, die einer Prüfung und eventuellen Berücksichtigung erheischen.

Inzwischen hat das Oberlandesgericht Köln unter dem 16. Dezember v. J. ein Urteil gefällt, in welchem der Nachschub von Waren als unzulässig erklärt wird, da bei einem Nachschub von Waren während des Ausverkaufes jedenfalls nicht von einem „Total-Ausverkauf“ gesprochen werden dürfe. „Es kommt auch nicht darauf an“, heißt es in dem Urteil, „daß der Nachschub der Waren infolge von Bestellungen vor dem Ausverkauf erfolgt ist, denn wollte man dieses gelten lassen, so wäre einer Umgehung des Gesetzes Tür und Tor geöffnet und der eigentliche Zweck derselben, unlautere Konkurrenz zu verhüten, vereitelt.“

Ein Berliner Goldschmied führt bei unserer Redaktion

Klage über die Privatgeschäfte der Gehilfen,

indem er schreibt: „Hier in Berlin haben auch die Detailleure sehr darunter zu leiden, daß alle kleinen Arbeitsgeschäfte und vor allem viele Gehilfen Privatgeschäfte machen und darin von den Grossisten sehr bedeutend unterstützt werden. Personen, denen nicht 20 Mk. aus dem Ärmel fallen, erhalten ganz erhebliche Kredite.“ Damit ist allerdings ein wunder Punkt berührt.

[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]

Diese Nebengeschäfte der Gehilfen sind ein altes Übel, gegen das man bis jetzt noch nicht schärfer vorzugehen Veranlassung genommen hat. Übrigens ist der Mißstand nicht nur im Goldschmiedegewerbe, sondern auch in anderen Branchen fühlbar. Wir würden uns freuen, wenn sich unsere Leser einmal zu dem Thema äußern und uns ihre Erfahrungen mitteilen wollten. Wie weit die

Bera-Diamanten in Verruf

gekommen sein müssen, das beweist die Tatsache, daß Jennings in Hamburg, der dort jetzt das Geschäft besitzt, „die feinste Imitation der Welt“

für 75 Pfennige

verkauft, während früher 8, 10 und 12 Mk. bezahlt worden sind. Die armen Opfer, welche früher zu tief in die Tasche griffen! Auf

Eine unfeine Weihnachtsreklame

welche seitens des Goldschmiedemeisters W. H. in Berlin inszeniert worden ist, wurden wir von Berliner Goldschmieden aufmerksam gemacht. In dem Blatte „Die praktische Berlinerin“ (Nr. 35) ist eine Plauderei enthalten, zu welcher Abbildungen von Broschen, Ringen, Uhren usw. gegeben sind. Darin wird dargetan, daß sogar ein Fabrikant seine Sachen wieder einpacken mußte, als er die Preise von W. H. erfahren hatte. Er äußerte im Weggehen: Es sei ihm unbegreiflich, wie Herr H. es ermögliche, für diese Preise zu verkaufen, er könne es den Juwelieren nicht dafür liefern! Noch großartiger ist die Kulanz des Herrn W. H. in der Annahme von Altgold. Eine Dame kauft eine Brillantbrosche für 600 Mk. und H. nimmt eine vor drei Jahren bei ihm für 450 Mk. gekaufte Brosche dabei zu diesem vollen Betrage an, so daß die Dame nur 150 Mk. zuzuzahlen hat. So geht es weiter und zu guter Letzt ruft die entzückte Dame aus: „eine derartige fachmännische Bedienung und derartige billige Preise bei guter Qualität habe ich nur beim Goldschmiedemeister W. H. kennen gelernt“. Eine derartige Reklame ist unfein, und wir glauben auch nicht, daß sie beim Publikum Effekt macht. Unsere Sammlung

Schädigender Leihhaus-Inserate

hat wieder eine Bereicherung durch eine Nummer des Berliner „Vorwärts“ (Nr. 301 vom 22. Jahrgang) erhalten. Da preist sich das Leihhaus Küstrinerplatz 7 als billige Einkaufsquelle für Goldsachen an. Das Leihhaus Neue Schönhauserstraße 1 1 offeriert billigst goldene und silberne Uhren, das Pfandleihhaus Andreasstraße 38, Broschen, Ringe, Uhren usw. als Weihnachtsgeschenke und eine Nähmaschinenfabrik Köpenikerstraße 60 61 verheißt gar bei Einkäufen eine Uhr gratis. Und das alles in einer Nummer. Kein Wunder, wenn dadurch dem Goldschmied mancher Kunde, der sich betören läßt, entzogen wird. Ein Berliner Goldschmied macht uns weiter auf einen

Hereinfall mit dem Almanach für Brautleute

aufmerksam. Dieser Almanach des Herrn Borchardt wird an Brautleute versandt und bietet daher eine ganz treffliche Insertionsgelegenheit auch für Goldschmiede. Aber das dicke Ende kommt nach. Der Acquisiteur meint, daß der Almanach an ungefähr 800 Adressen gehe, etwas Genaues könne er natürlich darüber nicht sagen. Nun hat der Inserent nur pro Exemplar 5 Pfg. Porto zu zahlen. Der Goldschmied sagt sich, 800 Exemplare, pro Exemplar 5 Pfg. kostet dich 40 Mk. Diese Reklame wagst du. Aber mit einem Male wird nachgewiesen, daß 12000 Exemplare versandt wurden, der Goldschmied also 600 Mk. zu blechen hat, und

da er sich obendrein auf drei Jahre gebunden hat, kostet ihn der Spaß 1800 Mk.! Borchardt hat nun vielleicht 50 solche gutgläubige Abonnenten und Inserenten. Die bringen ihm dann während der Zeit 50 × 1800 Mk. = 90000 Mk. Heißt auch ein Geschäft! Dabei findet man sehr achtbare Firmen in dem Almanach. Wir halten uns aber doch für verpflichtet, den Schleier hier von dem Geheimnis zu ziehen, damit nicht einzelne Goldschmiede überrumpelt und getäuscht werden. Von einer anderen Schädigung erzählt uns ein Juwelier aus Dresden folgendes: In Bühlau wohnt ein Bildhauer, Herm. Gerlach. Er hat selbständig ein Geschäft und bietet in öffentlichen Lokalen Goldwaren an. So hat derselbe vor Weihnachten die Taschen voll Ketten, Ringe, Broschen und Medaillons gehabt. Er hat auch im Ratskeller zu Bühlau an die Kellnerin 1 Ring im Preise von 8 Mk. verkauft, als Gelegenheitskauf. Desgleichen an den Wirt ein goldnes Medallion (Gelegenheitskauf), dabei ist es aber nur Amerika-Doublé, für 7 Mk. 50 Pfg. Üblicher Preis 3 Mk. 50 Pfg. Der Mann macht mir durch seine Manipulation viel Schaden. Beim Schutzmann habe ich Anzeige gemacht. Ob nun die Sache vorwärts geht ist abzuwarten. Vielleicht hilft eine Notiz in der Zeitung die Sache zu befördern. Was kann der Mann für diesen Handel für Strafe erhalten ? Dieser gesetzwidrige Hausierhandel ist mit Geldstrafe oder Haftstrafe zu ahnden. Hoffentlich gelingt es, dem Konkurrenten die Liebe zum Hausieren gründlich zu verleiden. Zur Hebung des Gewerbes beabsichtigt die Handwerkskammer der Pfalz

[merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors]

Wie sollen wir uns den Kunden gegenüber bei Aufgabe von Reparaturen verhalten?

Schon vor einigen Jahren haben wir in der „Deutschen Goldschmiedezeitung“ die Frage aufgeworfen, die auch von anderer Seite jetzt wieder aufgegriffen worden ist, wie am besten den Unzuträglichkeiten im Reparaturwesen zu steuern sei und wie sich der Goldschmied am besten schützen kann, wenn ihm durch Nichtabholung von Reparaturstücken, durch verlustig gegangene Reparaturgegenstände usw. eine Schädigung seitens der Kundschaft droht.

Wir haben schon damals den Goldschmieden gegen ein" billigen Preis Reparaturbeutel zur Verfügung gestellt, welco sich auch großen Beifalls bei denselben zu erfreuen hatten. Diese Beutel sollten nicht nur dem Goldschmied eine Sicherheit da" verschaffen, daß nicht unbillige Anforderungen an ihn ges" werden können, sondern auch die Kundschaft über den verkehr mit Reparaturarbeiten, insbesondere die Rechte des Goldschmieds

bei einer Nichtabholung derselben aufklären, und ihm ins Gedächtnis rufen, daß der Goldschmied kraft Gesetzes an den Reparaturstücken ein Pfandrecht besitzt und sie öffentlich versteigern lassen kann, wenn sie, trotz erfolgter Aufforderung, nicht abgeholt werden. Wir hatten auch Briefe entworfen, mit welchen die säumigen Kunden an die Abholung der Gegenstände erinnert werden sollten. Alles das ist jetzt wieder in Vorschlag gebracht worden.

Inzwischen sind aber zahlreiche neue Ideen zutage getreten. Alle Systeme, von der einfachen Marke an bis zum kompliziertesten Beutel, haben sich noch nicht in dem Maße bewährt, daß damit alles zur Zufriedenheit erledigt wäre. Ein Goldschmied aus Mitau, Herr Dannenberg, der Verfasser des interessanten Werkchens: „Das Mitausche Goldschmiedeamt“, schrieb uns nun unlängst: „Sehr gewundert habe ich mich über die Klagen der deutschen Kollegen über das Reparaturgeschäft. Seit 35 Jahren befolge ich folgenden Modus, der sich bis heute tadellos bewährt hat. Ich habe mir aus Pappe Kästchen mit Stülpdeckel in folgenden Dimensionen anfertigen lassen:

[ocr errors][ocr errors]

39 ») 1. 16 yo » 12 1) ») 1)

Diese Kästchen sind alle numeriert, und zwar der Deckel außen und innen und der Boden des inneren Kästchens. In jedem Kästchen liegt ein perforierter Zettel, der mit der Nummer des betreffenden Kästchens versehen ist, nach untenstehendem Muster. Es ist darauf zu achten, daß alle von einer Person gegebenen Reparaturen in ein und dasselbe Kästchen gelegt werden. Einen Coupon erhält der Kunde, der mittlere bleibt im Magazin und wird, nachdem die fertigen Sachen aus der Werkstube zurückgekommen, mit den Preisen versehen und in das betreffende Kästchen zurückgelegt.

In der ersten Zeit muß man die Arbeiter daran gewöhnen, die Deckel der Kästchen nicht zu vertauschen. Finden Sie diese Art praktisch, so können Sie ja in der „Goldschmiede-Zeitung“ darüber etwas bringen“.

Der beigefügte Zettel hat folgende Form:

[ocr errors]
[blocks in formation]

Von dem Blatt bleibt I. am Block, oder wird in die Dose oder den Beutel gelegt; das Stück unter II. erhält die Kundschaft, welche auf der Rückseite über das Wissenswerteste im Reparaturverkehr belehrt wird, während der Abschnitt III. als Kontrollzettel nach der Werkstatt geht und von dieser wieder mit den Reparaturen zurückgegeben wird. Wir glauben, daß diese Art von Zetteln sich im praktischen Geschäftsverkehr bewähren wird. Eine Frage wäre nur noch, wie es gehalten werden soll, wenn ein Kunde den ihm eingehändigten Abschnitt verloren hat. Man wird ja die Reparaturen dieserhalb nicht auf die Dauer vorenthalten können. Hier ist es darum notwendig, sich einen Revers erteilen zu lassen, wenn man gegen alle Unannehmlichkeiten geschützt sein will. In dem Revers hat der Kunde über den Empfang zu quittieren und zugleich zu bekennen, daß er für allen Schaden eintritt, der etwa für den Goldschmied aus der Ausführung der Reparatur entstehen sollte. Wir würden uns freuen, wenn unsere Leser sich selbst einmal über die Sache und den obigen Vorschlag aussprechen wollten.

Zur Lohnbewegung in Schwäb. Gmünd und Pforzheim.

Am 16. Dezember v. Js. fand in Schwäb. Gmünd eine von dem Metallarbeiter-Verband und dem Verband der Graveure und Ziseleure einberufene Versammlung der Metallarbeiter statt, in welcher beschlossen wurde, an die Arbeitgeber das Ersuchen zu stellen, ab 1. Januar 1906 für die Überzeitarbeit einen erhöhten Zuschlag zu gewähren und zwar für die beiden ersten Stunden, welche über eine 10stündige Arbeitszeit hinausgehen, 25 Proz, für jede weitere Stunde (Nachtarbeit), sowie für die Sonntagsarbeit 50 Proz. Am 20. Dezember v. Js. fand infolgedessen eine Versammlung der Arbeitgeber statt, in welcher beschlossen wurde, sich in dieser Angelegenheit mit den Pforzheimer Arbeitgebern ins Benehmen zu setzen, bzw. deren Entscheidung abzuwarten. Nachdem nun die Pforzheimer Fabrikanten die Forderung der Arbeiter abgelehnt haben, sahen sich auch die Gmünder Arbeitgeber veranlaßt, eine ablehnende Stellung in dieser Angelegenheit einzunehmen und wurde in der am 3. Januar ds. Mts. Sattgehabten Versammlung beschlossen, der Arbeiterkommission

[ocr errors]

mitzuteilen, daß nach eingehender Besprechung durch einstimmigen Beschluß der Wunsch der Metallarbeiter auf höhere Bezahlung der Überstunden abgelehnt worden sei. Als Begründung wurde angeführt, daß in erster Linie die Ablehnung von seiten der Pforzheimer Arbeitgeber bestimmend gewesen sei, wobei noch ganz besonders in Betracht kommen, daß die Gmünder Fabrikanten unter weit ungünstigeren Verhältnissen arbeiten, als die Pforzheimer und durch die Gewährung der erhöhten Löhnung der Weilarbeit die Konkurrenzfähigkeit der ersteren (Gmünder) noch verschlechtert würde. Die Vorteile, welche Pforzheim vor Gmünd voraus hat, bestehen im wesentlichen darin, daß sich dort fortwährend eine große Anzahl von Einkäufern einfinden, bei welchen die dortigen Fabrikanten ihre Waren kostenlos anbringen, während die Gmünder gezwungen seien, viel mehr reisen zu lassen, wodurch ihnen weit größere Spesen verursacht werden. (Es kommen wohl kaum 5 Proz, der Einkäufer, welche Pforzheim besuchen, nach Gmünd.) Auch in

« PreviousContinue »