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Offener Sprechsaal. Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern. Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Gebrauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Ohrschmuck.

In der „Gartenlaube“ Nr. 45 (1905) war ein, eine ganze Seite In der „Augsburger Abendzeitungor 28. 10. 1905 war ein ausfüllender Artikel, in welchem des langen und breiten dargetan, Artikel, in dem es hieß: „Infolge Streiks der betreffenden Arbeiter und durch entsprechende Konterfeis von Halb- und Ganzwilden wurden die Eheringe teurer!" Am Schlusse hieß es: „da wären erläutert wurde, daß das Tragen von Ohrschmuck ein Gebrauch augenblicklich die Engländer besser daran, denn dort sei es unkultivierter Völker, bei uns aber, dank einer höheren Kultur Mode, überhaupt keinen Ehering zu tragen. Es zeige von einer stufe, nun endlich eine abgetane Sache sei: „höchstens trage traurigen Unkenntnis, dessen, was sich schickt, in England einen noch ein altes Weiblein Ohrringe“.

Trauring zu tragen.“ Wenn man nun in Rechnung bringt, daß die „Gartenlaube“ Auf dem Verbandstage zu Köln wurde an der Hand eines in einer Auflage von 333000 Exemplaren erscheint und wenigstens überreichen Materials nachgewiesen, daß seit zirka 18 Jahren von zwei Millionen Menschen gelesen wird, ferner, daß eine eine absichtliche Beeinflussung in Zeitschriften, Tagesblättern Zeitschrift wie die ,,Gartenlaube“ am Tage nach ihrem Erscheinen usw. zum Nachteile aller Angehörigen des Schmuckgenicht, gleich den Tagesblättern, beiseite geworfen, sondern auf werbes und Handels betrieben wird, und ein weitgehender bewahrt und 10 Jahre nachher auch noch gelesen wird, so kann Antrag gestellt, in welchem deutlich der Weg bezeichnet war, sich der harmloseste Mensch eine Vorstellung machen, von der welcher gegangen werden muß, sei es in Güte, sei es mit GeGröße und Andauer der Wirkung einer solchen widersinnigen walt, um diesem verabscheuungswürdigen Treiben ein Ende zu Publikation auf die Leser und Leserinnen.

machen. Dies wurde von der Generalversammlung zum BeIn einer anderen viel gelesenen Zeitung war in einem Artikel schlusse erhoben. Aber leider ist in diesem Punkte, welcher erklärt, daß, obgleich zur Genüge erörtert worden sei, daß das weit wichtiger ist, als vieles andere, jedem Beteiligten fühlbaren Tragen von Ohrringen eine barbarische Sitte und dem guten Nutzen bringen würde, nichts geschehen. Geschmack Hohn spreche, diese Schmucks immer noch hier und Vielleicht bietet der nächste Verbandstag Gelegenheit, dic da anzutreffen sei.

Sache aufs neue zur Besprechung zu bringen. G. Sch.

Kleine Mitteilungen.

Von der 3. Deutschen Kunstgewerbe - Ausstellung zu Dresden. Außer den in Nr. 26 (Seite 214 a) und Nr. 27 (Seite 240 a) schon veröffentlichten prämiierten Firmen der Goldschmiedekunst haben wir noch folgendes zu ergänzen: Außer Wettbewerb: Hofrat Peter Bruckmann, Silberwarenfabrik, Heilbronn a. N.; Professor Fritz von Miller, München; Wilhelm Stöffler, Bijouterie-Fabrik, Pforzheim: Bernhard Wenig, Lehrer an der Königl. Zeichenakademie zu Hanau; Professor van de Velde, Weimar. Mit der „Ehrenurkunde“ (als höchste Auszeichnung) wurden ausgezeichnet: Professor Wilhelm Kreiß, Dresden; Professor Fritz Schumacher, Dresden. — Mit der „Staatsmedaille“: Professor Rich. Berndl, München; Professor Grenander, Berlin; Professor Wilhelm Kreiß, Dresden; Professor Fritz Schumacher, Dresden; Vereinigte Münchener Werkstätten für Kunst und Handwerk. Mit dem Diplom für die „Goldene Medaille“ wurden ausgezeichnet: Juwelier Ehrenlechner, Dresden; Professor Grenander, Berlin; J. Th. Heinze, Juwelier, Dresden; Wilhelm Kleukens, Lehrer an der Kunstgewerbeschule zu Leipzig; Koch & Bergfeld, Silberwarenfabrik, Bremen; der Kunstgewerbe-Verein Pforzheim; Wilh. Mayer & Franz Wilhelm, Stuttgart; Th. Müller, Hofjuwelier und Goldschmied in Weimar; Professor Fritz Schumacher, Dresden; J. Winhart & Co., München. Mit dem Diplom für die „Silberne Medaille“ wurden ausgezeichnet: Rudolf Bosselt, Bildhauer an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf; Glaser & Sohn, Medaillenmünze in Dresden; Leipziger Maschinenbau-Gesellschaft m. b. H., Leipzig-Sellerhausen; Sächsiche Achat-Industrie, Dresden-Briesnitz; Professor Fritz Schumacher, Dresden; A. Werner & Söhne, Medaillenmünze in Berlin. – Gleichzeitig dürfte es interessieren, daß die rühmlichst bekannte Firma Th. Müller in Weimar, welche besonders van de Veldsche Sachen erzeugt, von ihrer großen ausgestellten Kollektion silberner Hammerarbeiten die verschiedenen Stücke an das Kunstindustriemuseum in Christiania und an das Königl. Landesgewerbemuseum in Stuttgart bereits verkauft hat.

Dem Landesgewerbemuseum in Stuttgart wurde jüngst ein besonders wertvolles Geschenk gemacht; der Verein der Freunde des Landesgewerbemuseums hat nämlich in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, einen sehr schönen Bucheinband zu erwerben und ihn dem Landesgewerbemuseum als Widmung zu überreichen. Es handelt sich um ein in feinster Treibarbeit vollendet ausgeführtes Silberband eines Ulmer Gebetbuches vom Jahre 1711, ein tadellos erhaltenes Stück, das offenbar unter dem Einflusse der damals so beliebten französischen Ornamentstiche entstanden ist. Daß es sich um ein heimatliches Stück handelt, nämlich um die Arbeit eines Ulmer Goldschmiedes, eines noch nicht bekannten Meisters M. R., erhöht gewiß den Reiz, weil man sich freuen muß, ein derartiges Stück nicht auch, wie schon so viele andere, endgültig an das Ausland zu verlieren. Das Entscheidende für die Erwerbung war jedoch der vorbildliche Wert dieses Goldschmiede-Kunstwerks, dessen Ornamente so vorzüglich auf die beiden Deckel und auf den Rücken verteilt sind und auch die Schließen trefflich beleben; zugleich ist es gewiß auch für die hochentwickelte heimische Buchausstattung nicht belanglos, ein so treffliches Original stets vor Augen haben zu können.

Bei dem großen Brande der Michaeliskirche in Hamburg wurde auch das Fabrikgebäude und Geschäftshaus des Herrn A. C. Frank, Silberwaren-Fabrik, gänzlich zerstört. Durch Schließung der eisernen Läden gelang es, wenigstens ein Teil des Lagers zu retten.

Zollerhöhung in Spanien. Unter den im neuen Zolltarif mit Spanien vorgenommenen Aenderungen ergeben sich auch Erhöhungen für Bijouteriewaren.

Verbandstag der Englischen Goldschmiede in Glasgow, Juni 1906. In der schottischen Industriestadt Glasgow hielten am 25. bis 27. Juni die englischen Goldschmiede (The national Association of Goldsmiths') ihren Verbandstag ab. Zu diesen Tagen waren über 100 Teilnehmer aus ganz England erschienen. Das Programm bestand aus dem Jahresbericht, Neuwahlen, Kassenbericht und Verschiedenem. Der nächstjährige Versammlungsort ist Chester.

Erfindung eines Graveurs. Dem Graveur Rud. Hoffmann in Stuttgart ist eine „Einrichtung zum Schutz der Menschen bei Feuersgefahr in Theatergebäuden“ durch Reichspatent gesetzlich geschützt worden. Die Erbauung eines Theaters nach dem System des Erfinders bietet Publikum und Bühnenpersonal die größtmögliche Sicherheit.

Ausstellungen. Dänische Landesausstellung. Die Stadt Aarhus in Jütland hat beschlossen, im Jahre 1908 eine dänische Landesausstellung zu veranstalten, die sich auf alle möglichen Gebiete erstrecken wird. Französisch-englische Ausstellung 1908 in London. Von einer Versammlung, die unter dem Vorsitz des Lord Mayors in London stattfand, wurde der erste entschiedene Schritt zur Ermöglichung einer französischbritischen Ausstellung in London geplant. Die Ausstellung soll, wie das Hamb. Fremdenbl. meldet, die größte und bedeutendste werden, die dortselbst stattgefunden hat. Österreichische Gold- und Silberschmiedeausstellung. Die Direktion des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie wird in der Zeit von Februar bis Mai 1907 eine Ausstellung von alten österreichischen Gold- und Silberschmiedearbeiten (mit Ausschluß des Schmuckes) veranstalten. In Frage kommen Kirchenund Hausgeräte. In erster Linie wird Gewicht auf möglichst vollständige Repräsentation der vom Mittelalter bis auf das 19. Jahrhundert heraufreichenden Produktion gelegt. Anmeldungsformulare sind beim Portier des Museums Wien 1. Bezirk, Stubenring 5, zu beziehen.

Aus Idar. Die hiesige Industrie hat in dem letzten Quartal im allgemeinen ein etwas ruhigeres Export-Geschäft gehabt. Über zu wenig Einkäufer kann sie sich zwar nicht beklagen, denn Nord-Amerika schickte Vertreter von fast allen größeren Häusern hierher, die jedoch teilweise die Reise mehr als Sommerreise denn als Einkaufsreise betrachten. Immerhin wurden doch auch Bestellungen gegeben und Abschlüsse erzielt, die jedoch hinter dem Umsatz der Wintermonate zurückblieben. Amethyste, die letzten Winter sehr gesucht waren und infolgedessen noch nie bisher erzielte Preise brachten, haben etwas nachgelassen, trotzdem sind die hohen Preise bisher noch geblieben, und glaubt man, daß Amerika und England in den nächsten Monaten wieder größere Käufer dafür haben werden. In Peridot, Turmalin und Aquamarin wurde immer noch ziemlich viel exportiert, wenn auch die feinen Aquamarine durch den ganz horrenten Preis eben weniger gefragt sind, wird in mittelguter Ware immer noch viel umgesetzt. In Opal war für Übersee stets Nachfrage, jedoch nur in ganz feiner Ware, und ist diese nur zu hohen Preisen am Markt. In Achatsachen liegen für gewisse Stapelartikel immer große Aufträge hier, im ganzen ist das Geschäft darin jedoch nicht sehr stark. Ceylon-Steine haben schöne Umsätze erzielt und war dafür in guter Ware Amerika stets Käufer. Die Kettenindustrie hat bis jetzt auch immer vollauf Arbeit, außer dem Kontinent legt England und Amerika darin größere Orders hierher.

Über Pfandscheinschiebungen werden bekanntlich in den Kreisen der Goldarbeiter, Juweliere und Uhrmacher neuerdings viele Klagen laut. Es hat sich in Berlin, wie „Das Reich“ schreibt, wie schon in anderen Städten auch, die Maxime bei gewissenlosen Leuten herausgebildet, Goldwaren und Uhren insbesondere speziell für den Leihhausbetrieb herzurichten und die darauf entnommenen Pfandscheine an das Publikum weiter zu verkaufen. Es soll vorkommen, das Uhren, die sieben bis acht Mark im Einkauf kosten, einen Leihhaustaxwert von 18 Mark besitzen, und danach mit 12 Mark beliehen werden. Die Pfandscheinkäufer, kleine Leute, die den Pfandschein für 50 Pf. oder 1 Mark erwerben, glauben nun, daß sie bei der Zuzahlung von 12 Mark noch ein gutes Geschäft machen, und sind dann schmählich betrogen, weil sie einen Gegenstand besitzen, der den gezahlten Betrag bei weitem nicht erreicht. Der Schwindel wird jetzt so weit getrieben, daß gewisse Agenten die Städte bereisen, um goldene Uhren, die gewöhnliche Werke und schwache Gehäuse haben, in Leihhäusern zu versetzen und die Pfandscheine zu verkaufen. Das gleiche Verfahren wird mit goldenen Ringen, Krawattennadeln, Medaillons usw. geübt, die man mit großen, aber minderwertigen Brillanten besetzt. Die Waren sind für diesen Zweck extra gefertigt und prunkvoll ausgestattet. Sie werden ausschließlich „aus Not“ versetzt, und der Käufer, der auf diese Sachen hineinfällt, ist schwer geschädigt. Von den Interessentenverbänden wird jetzt verlangt, das Verbot des Handels mit Pfandscheinen und weiterhin eine Bestimmung, wonach Pfandleihanstalten Verkaufsgeschäfte nicht betreiben sollen. Man glaubt, daß damit der Schwindel unterbunden wird.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog von Baden hat nachstehenden Angehörigen der Edelmetall-Industrie das Ehrenzeichen für 25 jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr verliehen: Kari Konstantin, Johann Bromer, Reinhard Binder, Ernst Bromer, Adam Heinz, Gottfried Ruf, Christian Althuon, Emil Weeber, Engelhard Heuchele, sämtliche Goldarbeiter, und Theodor Wittenauer, BijouterieFabrikant, alle in Dill-Weißenstein. – Die Medaille der württbg. König Karl-Stiftung für 50jährige, treue und ersprießliche Dienste erhielt u. a. Silberdamaszeur Josef Weickmann bei Hugo Böhm & Co. in Schwäb. Gmünd.

Jubiläen. Herr Rich. Rochlitz, Reisender der GoldwarenGroßhandlung S. E. Heil in Hamburg, beging am 17. ds. Mts. sein 25 jähriges Jubiläum in dieser Firma.

Firmen-Eintragungen. Die Firma H. Beiersdorf & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Bonn wurde eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist der Vertrieb von versilberten, vergoldeten, vernickelten und ähnlichen Waren. Das Stammkapital beträgt 20 000 Mk. Geschäftsführer ist Hugo Beiersdorf, Kaufmann in Köln.

Eingetragen wurde die Firma Escher & Költzsch in Leipzig: Gesellschafter sind die Kaufleute Max Paul August Escher und Paul Max Költzsch, beide in Leipzig. Angegebener Geschäftszweig: Großhandlung von Bijouteriewaren, Spezialität Uhrketten und Ringe. Zu der Firma Carl Löhr, Bijouteriewaren-Engros in Cassel ist eingetragen worden: Die Firma ist auf den Kaufmann Hugo Gerbener in Cassel übergegangen und lautet jetzt „Carl Löhr Nachf.“ Dem Kaufmann Wilhelm Junemann in Cassel ist Prokura erteilt.

Firmen-Löschung. Infolge Todesfall erlosch die Firma B. Meyer, Handel mit Gold- und Silberwaren, Reichenberg i. B.

Geschäfts - Eröffnungen. Die Firma Gebrüder Bäuerle hat in Pforzheim eine Goldwaren- und Juwelenfabrik errichtet. Als Spezialitäten fabriziert dieselbe Neuheiten in Damenschmuck vom einfachsten bis zum feinsten Genre, insbesondere Kolliers, Anhänger, Broschen, Ringe usw. (für Deutsch und Export) in Gold und Platina. Die Bureau- und Fabrikräume befinden sich Erbprinzenstr. 6. Die Herren Gustav Hahnle, Techniker, und Eduard Brenk, Kaufmann, haben in Pforzheim eine Bijouterie- und Kettenfabrik eröffnet. Der Goldschmied Wilhelm BleBing in Murau errichtete in Neumarkt ein Goldschmiede-Geschäft in Verbindung mit seinem Murauer Geschäft mit eigener Erzeugungs- und Reparaturwerkstätte. In Bitsch (Elsab) erföffnete Herr Peter Kiefer ein Goldwarenund Uhrengeschäft. Die Firma Speer & Oehlerich, Goldwaren- und Uhren-Engros in Hamburg, eröffnete ein Geschäft Gr. Burstha 29.

Geschäfts-Uebernahmen. Die Galvanische Anstalt und Metallschleiferei Korant & Engl, Berlin SW., Gitschinerstraße 106 gibt bekannt, daß Herr Edmund Weimann, bisheriger Kommanditist und technischer Leiter, diese Firma mit allen Aktiven und Passiven käuflich erworben hat. Das Geschäft wird unter der neuen Firma „Galvanische Anstalt und Metallschleiferei Edmund Weimann“ weitergeführt. – Der bisherige Teilhaber der Silberwarenfabrik Gürtler & Lichtenberger in Pforzheim, Herr Ernst Gürtler, scheidet aus der Firma aus und gehen sämtliche Aktiven und Passiven auf Herrn Wilhelm Lichtenberger über.

Geschäfts - Veränderungen. Die beiden Leiter der Pforzheimer Filiale von Richard Lebram, Berlin, die Herren Max und Karl Bauer sind von diesem Posten entlastet worden und an deren Stelle Herr Bernhard Schmohl zur Führung des Zweiggeschäftes getreten. Vom 1. Oktober ab befindet sich das

Bureau im Neubau Leopoldstr. 141. Herr Jakob Hoelzer, dieselbe vom Vorsitzenden eröffnet. In erster Linie wurde beSteinhändler in London verlegte seine Geschäftsräume von schlossen, die Quartalssitzung im August, wie üblich, ausfallen Poland - Street 37 nach Nr. 3, Dyer's Buildings (3. Stock), Hol zu lassen und sämtlichen Mitgliedern Nachricht davon zu geben. born, E. C. Herr Max Hommel, Goldschmied in Buchholz

Die verschiedenen Eingänge des Verbandes und andere gaben (Erzgebirge) verlegte sein Juwelen-, Gold- und SilberwarenGeschäft nach Karlsbaderstr. 39. Die offene Handelsgesell

zu einer recht regen Aussprache Veranlassung und wurde dem schaft Ph. Wondra, Gold-, Silber- und Juwelen - Geschäft in

Vorsitzenden die Beantwortung der verschiedenen Eingänge auf Darmstadt ist durch Ausscheiden der Gesellschafterin Georg Grund der Beratung überlassen. Ferner wurde noch beschlossen, Philipp Wondra Witwe aufgelöst. Geschäft und Firma sind auf den Verein auf dem Verbandstag in Eisenach vertreten zu lassen. den seitherigen Gesellschafter August Wondra als Einzelkaufmann Zuletzt wurde durch Kollegen Herrn R. Müller dem Lehrling übergegangen. Herr Heino Hollstein, Goldarbeiter und Walter Schmidt beim Kollegen P. Sorge das von der „DeutUhrmacher in Siegen (Westf.) verlegte sein Geschäft nach

schen Goldschmiede-Zeitung“ gestiftete Diplom für gute Leistung Untere Kaiserstraße 66. Die Vergolderei J. K. Bieser in

feierlichst überreicht. Schluß 6 Uhr. Pforzheim befindet sich seit 1. Juli Louisenstraße 44. – Herr Xaver Grimm in Schwäbi Gmünd verlegte sein Brissuren Dem Mitteldeutschen Kunstgewerbeverein in Frankfurt a. M. Geschäft nach Schillerstraße 8.

wurden von seiten des Herrn Moritz N. Oppenheim neue Todesfall. Am 11. Juli verschied in Hamburg der Juwelier Zuweisungen gemacht, die, nunmehr 20000 Mk. betragend, Siegmund Baack im 63. Lebensjahre.

Oppenheim-Stiftung genannt werden.
Verschiedenes. Herr Paul Gerstner, cand. cam., Straß-
burg i E. versendet gegenwärtig Fragebogen an die Pforzheimer
Fabrikantenwelt zwecks einer Abhandlung über „die Entwicklung

Von Kunstgewerbeschulen.
der Pforzheimer Bijouterie - Industrie“. Herr Fabrikdirektor
Emil Kollmar in Firma Kollmar & Jourdan, Uhrkettenfabrik in Aus den uns vorliegenden Berichten der Fachschule von Solingen
Pforzheim wurde zum Bezirksrat ernannt. Die Württem-

entnehmen wir Folgendes: „Aufgabe der Schule soll es sein, Bebergische Metallwarenfabrik Geislingen a. St. erwarb

teiligte der Solinger Industrie praktisch, künstlerisch und theofür ihre Zwecke die bisherige Jalousien- und Rolladenfabrik von Schönhut in Göppingen. – Aus Anlaß des 175 jährigen Ge

retisch so auszubilden, daß sie das denkbar Beste in ihrem Beschäfts - Jubiläums stiftete die Firma J. A. Henkel, Stahlwaren

rufe zu leisten imstande sind. Die Schule soll tüchtige Kräfte fabrik in Solingen einen Fonds von 50000 Mk., dessen Zinsen

heranbilden, die die Solinger Industrie mehr und mehr technisch zur Unterstützung bedürftiger Arbeiter verwendet werden sollen. und künstlerisch unabhängig werden lassen und durch die Ge- Die am 5. Juli stattgehabte Generalversammlung der deutschen legenheit ständiger Weiterbildung dauernd eine Gleichwertigkeit Gold- und Silber-Scheideanstalt, vorm. Rößler, Frankfurt a. M. oder Überlegenheit der Solinger Industrie auf allen in Frage setzte die Dividende auf 22% (18% im Vorjahre) fest. - In kommenden Gebieten auswärtigen Fabrikaten gegenüber gewährBiel wurde, der „Neuen Züricher Ztg.“ zufolge, eine AktienGesellschaft gegründet, welche den Erwerb und Fortbetrieb

leisten. Aufnahme kann in der Schule jeder finden, der eine des der Kollektiv-Gesellschaft „Fuchs & Monney“ gehörenden

dem Lehrplan der Schule entsprechende Ausbildung im Interesse Diamantschleiferei - Geschäftes in Biel bezweckt. Das Gesell der Solinger Industrie zu erhalten wünscht, vorausgesetzt, daß schaftskapital beträgt 80 000 Fr. Mitglieder der Direktion sind:

er zeichnerisch veranlagt ist und wenigstens dem Endziel der Louis Monney von Villars-le-Grand (Waadt) und Frau Witwe Volksschule entsprechende allgemeine Kenntnisse nachweisen Rosina Fuchs in Biel. Die Eberswalder und Ilsenburger kann. Im allgemeinen sollen jedoch Lehrlinge erst dann AufFabrikabteilungen der bekannten Metallwarenfirma Aron nahme in der Fachschule finden, nachdem sie sich eine gewisse Hirsch in Halberstadt sollen in eine Aktien-Gesellschaft

zeichnerische Darstellungsfähigkeit und die Elemente des techumgewandelt werden. Die Verhandlungen stehen dem Ab nischen Zeichnens in der gewerblichen Fortbildungsschule anschlusse ziemlich nahe. Die Gründung der Gesellschaft dürfte von der Deutschen Bank durchgeführt werden.

geeignet haben. Das bedeutet zugleich, daß der Aufnahme in die Fachschule gewöhnlich eine längere Werkstattausbildung vorausgehen soll

. – Die bisher bestehenden Einrichtungen Aus Innungen und Vereinen.

der Fachschule sollen besonders den Reliefgraveuren, Flach

graveuren, Ziseleuren, Schwertfegern, Emailleuren, Tauschierern, Die Johanni - Quartalsitzung der Goldschmiede-Zwangs-Innung zu

Niellierern, Damaszierern, Gerätschaftsschlossern, Reidern, MusterDresden wurde am Dienstag, den 10. Juli, in Kneists Restaurant

machern, Portefeuillern und Lithographen eine den neuzeitigen abends 9 Uhr abgehalten. Der stellvertretende Obermeister Herr

Anforderungen entsprechende Ergänzung der Meisterlehre bieten. Hofgoldschmied Eckert begrüßte die Erschienenen und gedachte

Unterricht wird erteilt in den folgenden Fächern: 1. Freizuerst in warmen herzlichen Worten des Hinscheidens unseres

handzeichnen und Entwurfübungen, Ornamentik usw. insgesamt durch 13 Jahre treubewährten Obermeisters Herm. Eckhardt. Zum

25 Stunden wöchentlich. 2. Modellieren 8 Stunden wöchentlich. ehrenden Gedächtnis erhob man sich von den Plätzen. Die

3. Figuren- und Aktzeichnen 4 Stunden wöchentlich. 4. WerkTagesordnung umfaßte 5 Punkte. 1. Aufnahme der Lehrlinge.

stattunterricht im Reliefgravieren, Flachgravieren, Ziselieren, Ein2. Wahl eines Obermeisters, eines Vorstands- und eines Ausschuß

legearbeit, Niellieren, Emaillieren usw. insgesamt 24 Stunden mitgliedes. 3. Geschäftsbericht. 4. Anträge und Beschlußfassung.

wöchentlich. 5. Technologie 1 Stunde wöchentlich. 6. Tech5. Fragekasten. Es wurden sieben Lehrlinge unter ermahnenden nisches Zeichnen 4 Stunden wöchentlich. 7. Projektionszeichnen, Worten in die Innung aufgenommen. Zu Punkt 2 wurde der

Schattenkonstruktion und Perspektive 4 Stunden wöchentlich. bisherige Stellvertreter Herr Hofgoldschmied Eckert fast ein

Vom April des Jahres 1906 ab ist praktischer Unterricht in einer stimmig zum Obermeister gewählt; Herr Knöll wurde in den

zeitgemäß eingerichteten Werkstatt für Damaszieren und MetallVorstand und Herr Bajehorn für den Ausschuß gewählt. Der färberei in Aussicht genommen. Der Tagesunterricht mit Geschäftsbericht umfaßte verschiedene Punkte, deren Erledigung

zurzeit 16 Stunden Werkstattunterricht (Gravieren, Ziselieren usw.), und Besprechung den Innungsmitgliedern oblag. Mit unserer

13 Stunden Zeichnen und Entwurf, 8 Stunden Modellieren, 1 Stunde Vertretung zum Sächs. Innungstag in Glauchau soll der Ober

Technologie, fällt in die Stunden von 8 - 12 Uhr vormittags und meister der Uhrmacher-Innung zu Dresden, Herr Schmidt, betraut

2-6 Uhr nachmittags. Montag vormittags und Sonnabend nachwerden. Der vom 4. bis 7. August in Eisenach tagende Deutsche

mittags wird zurzeit Unterricht nicht erteilt. Außer dem TagesGoldschmiede-Verband wird von seiten unserer Innung von zwei

unterrichte besteht die Einrichtung des Abend- und SonntagsDelegierten beschickt, es sind dies die Herren Max Kirsch und

unterrichtes, abends von 7-9 Uhr und Sonntags vormittag Wilh. Scharf. Zu Punkt 4 wurden verschiedene innere Innungs

von 8 -12 Uhr mit 8 Stunden Werkstattunterricht (Gravieren, angelegenheiten besprochen, die zum Teil auch Erledigung fanden.

Ciselieren etc.), 8 Stunden Zeichnen und Entwurf (diese beiden Im Fragekasten war nichts enthalten. Die Versammlung wurde

achtstündigen Kurse sind nur für Gehilfen und Selbständige auch 11 Uhr beendigt.

höheren Alters bestimmt, die bei Tage durchaus unabkömmlich Verein der Juweliere, Geld- und Silberschmiede des Regierungs- sind), 4 Stunden Figuren- und Aktzeichnen, 4 Stunden Freihandbezirks Frankfurt a. Oder. Am Donnerstag den 11. Juli war eine zeichnen, 4 Stunden technisches Zeichnen, 4 Stunden perspekVorstandsitzung in Fürstenwalde anberaumt. Um 4 Uhr wurde tivisches Zeichnen und Schattenkonstruktion.

33,000

Preisausschreiben. Das Kunstgewerbemuseum zu Schwäb. Gmünd hat unterm 23. Juni 1906 einen Wettbewerb erlassen, der für moderne Entwürfe von feinem oder billigem Goldschmuck, sowie für Klein- und Großsilberwaren bestimmt ist. Verlangt werden: I. a) feiner Goldschmuck: Damenschmuck aus vier Stücken bestehend: Kollier, Armband, Brosche, Anhänger, Ringe, Medaillons, Spiegel usw. 1. Preis 140 Mk., 2. Preis 100 Mk., 3. Preis 60 Mk. b) dasselbe für billigere Ausführung gedacht. 1. Preis 100 Mk., 2. Preis 60 Mk., 3. Preis 40 Mk. II. Schreibgarnitur: Schreibzeug, Leuchter, Löscher oder Toilettegarnitur: Handspiegel, Bürste, Kamm. 1. Preis 100 Mk., 2. Preis 60 Mk., 3. Preis 40 Mk. III. Kaffeeservice: Kaffekanne, Zuckerdose, Rahmkanne, Platte, oder Jardinière. 1. Preis 180 Mk., 2. Preis 120 Mk. Termin für die Einlieferung der Arbeiten: Freitag, den 7. September 1906 an den Vorstand des Kunstgewerbevereins zu Schwäb. Gmünd, Herrn Hermann Bauer.

wird, um dem Publikum etwas Besseres zu bieten, schon seit längerer Zeit von massiv 933), Gold fabriziert, von deren wirklichem Wert sich der Käufer, sei er nun Grossist, Detailleur oder Konsument, jederzeit überzeugen kann. Nur bei Medaillons wurde bis jetzt von der Fabrikation in diesem Gehalte Abstand genommen, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil 333/1000 Gold sich im Tragen nicht gut bewähre, bald anlaufe, braun und unansehnlich werde, auch schon von vornherein im Glanze gegen höhere Legierungen zurückstehe. Von Pforzheim wird uns nun geschrieben, daß es gelungen ist, diesen Uebelstand zu beseitigen, indem Medaillons von 333/1000

Gold gestempelt angefertigt werden, deren Goldfarbe und hoher Glanz alle bisher fabrizierten 8kar. Goldwaren erheblich übertrifft. Wir verweisen in bezug auf diese Mitteilung auf das heutige Inserat der Firma Max König in Pforzheim (Seite 4).

Elektrische Diebessicherung. D. R. G. M.

In der Abbildung ist eine von Herrn Otto Liesegang erfundene Vorrichtung gezeigt, welche auf einfache Weise den Versuch des unberechtigten Eindringens in die Wohnung oder irgend welchen anderen Raum durch ein elektrisches Läutewerk meldet. Der wesentliche Teil der Vorrichtung besteht in einer Kontaktkapsel, welche an der Tür unterhalb des Drückers auf einfache Weise zu befestigen ist. Die eigenartige Ausbildung der

Mitteilungen aus dem Geschäftsverkehr.

(Außer Verantwortlichkeit der Redaktion.) Etwas über die sogenannten 13'/,kar. ausgeschwemmten Waren mit besonderer Berücksichtigung des Artikels Medaillons. In erster Linie kommt hier wohl die Frage zur Erörterung: „Was führte zur Herstellung von ausgeschwemmten, das ist mit Silberlot verstärkten Waren?“ Wir müssen dabei ungefähr ein halbes Jahrhundert zurückgehen, wo sich das Bedürfnis für Herstellung einer billigeren, als der ganz goldenen Ware fühlbar machte, um auch dem weniger bemittelten Publikum die Anschaffung von Schmuckgegenständen zu erleichtern, denn der Preis für massiv aus 131/2 kar. Gold verfertigten Waren war zur Erzielung eines großen Absatzes zu hoch. Dieser Umstand führte nun dahin, daß bei verschiedenen Artikeln, je nach ihrer Beschaffenheit, Silber verwendet wurde, teils durch Anbringen von Silberböden, teils durch Verstärkung der goldenen Pressungen mit Silber in Gestalt von Lot, welches, früher wenigstens, häufig noch mit grob gefeiltem Kupfer vermengt wurde. Dieses Verfahren des Ausschwemmens der Pressungen eignet sich besonders für Herstellung einer billigeren Qualität von Medaillons. Nachdem nun seit Jahren die Doubléfabrikation zu solcher Vollkommenheit gelangt ist, liegt eigentlich für die Herstellung von ausgeschwemmter Ware keine Notwendigkeit mehr vor. Denn ob das Gold vor oder nach dem Pressen auf irgend welche Art mit mehr- oder mindergehaltigem Silber verstärkt wird, bleibt sich gleich. Die Hauptsache bei der Herstellung einer haltbaren Ware ist genügende Dicke oder Stärke des Goldbleches. Nur hat das Verfahren der Verstärkung vor dem Pressen, also das Doublieren, den Vorteil, daß die Verarbeitung vereinfacht und erleichtert ist, und daß die Ware schöner in der Ausführung wird. Bei Verwendung von goldenen Pressungen ist aber natürlich der Goldstärke eine bestimmte Grenze nach unten gesteckt, welche dagegen bei Verwendung von Doublé ins Unbestimmte erweitert werden kann. Das Bestreben der Fabrikanten, nicht allein durch die Gefälligkeit der Muster und durch tadellose Ausführung der Waren, sondern auch noch durch die Billigkeit der Preise sich die Vorherrschaft auf dem Markte zu erringen, führte dann nach und nach dahin, daß die Goldauflage auf das zulässig niedrigste Maß herabgedrückt wurde, so daß die ausgeschwemmte Ware vor einer Doubleware nicht mehr viel voraus hatte. Daß z. B. bei Medaillons das verwendete Gold sehr oft nicht in allen Teilen 13%, karätig ist und auch nicht sein kann, dafür sorgen die auf den niedrigsten Stand gedrückten Preise. Diese Verschlechterung der Ware mußte jeden nur einigermaßen Sach- und Fachkundigen in die Augen fallen. Sie führte darum auch dahin, daß im Laufe des verflossenen Jahres von einem großen Teile der in Betracht kommenden Fabrikanten eine Vereinbarung getroffen wurde, daß für die Goldstärke der Pressungen eine bestimmte Grenze eingehalten und nur 560 Gold verwendet werde. Auch bei dieser Stärke wird es nicht vermieden werden können, daß der Graveur bei einer kräftigen Gravierung das Gold durchsticht und die Unterlage zutage fördert, was für das Ansehen der Ware in kurzer Zeit mißlich werden kann. Was hier gesagt ist, wird wohl nicht allein für Medaillons, sondern für alle ausgeschwemmten Waren gelten. Früher wurden z. B. Broschen mit Silberboden mit goldener Pressung gemacht und zu besserer Haltbarkeit mit Kitt ausgefüllt. Heute werden die Pressungen mit Silber verstärkt resp. doubliert. In Broschen, Nadeln usw.

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Kontaktkapsel gewährleistet ein unbedingt sicheres und zuverlässiges Arbeiten der Alarmvorrichtung. Das Charakteristische der Neuerung besteht darin, daß auf einer Isolierplatte eine an eine elektrische Klingelvorrichtung anzuschließende und parallel zur Befestigungsplatte bewegliche Kontaktfeder so angeordnet ist, daß ihr federnder Schenkel dem Kontakt in entsprechendem Abstand gegenübersteht, so daß diese beim Andrücken den Strom schließt. An dem federnden Schenkel der Kontaktfeder ist eine Zugschnur, Draht oder Stange befestigt, welche nach dem Schlosse führt und mit der Klinke so in Verbindung zu bringen ist, daß beim Niederdrücken der Klinke die Zugschnur angezogen und Stromanschluß gegeben wird. Durch diese Einrichtung wird also schon der Versuch, unberechtigt einzudringen, angezeigt, nicht aber erst dann Signal gegeben, wenn die Öffnung der Tür bereits erfolgt ist, und hierin liegt der besondere Vorzug der neuen Alarmvorrichtung. – Über den Ankauf des Schutzrechtes erhalten Interessenten bereitwilligst Auskunft durch die Verwertungsabteilung des Patentanwaltsbureau Sack, Leipzig.

Rechtsrat, Rechtsschutz für Goldschmiede.

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. Anspruch des Handlungsgehilfen auf Zeugniserteilung unmittelbar nach der Kündigung. Nach § 73 des Handelsgesetzbuches kann der Handlungsgehilfe bei Beendigung seines Dienstverhältnisses ein Zeugnis über die Art und Dauer seiner Beschäftigung sowie über seine Führung und seine Leistungen fordern. Auf Grund dieser Bestimmungen verlangte ein Handlungsgehilfe, dem zum 1. April gekündigt worden war, alsbald nach der Kündigung von seiner Firma ein vorläufiges Zeugnis, um sich um eine neue Stelle bewerben zu können. Die Firma bestritt ihre Verpflichtung zur Zeugnisausstellung, da aus dem Wortlaut des § 73 deutlich hervorgehe, daß ein Zeugnis erst bei Beendigung des Dienstverhältnisses ausgestellt werden müsse. Beendigt sei das Dienstverhältnis aber erst Ende März. Der Handlungsgehilfe erhob Klage beim Kaufmannsgericht München mit dem Antrage,

1000

R. M. in G. DEUTSCHE GOLDSCHMIEDE-ZEITUNG die Beklagte zur Erteilung des Zeugnisses zu verurteilen. Diesem Frage 646. Welches ist die einfachste und leichteste Klageantrage wurde stattgegeben. Der Handlungsgehilfe könne Art und Weise, das Zapon von versilberten Waren zu entschon, so führte das Gericht aus, vom Tage der Kündigung an

fernen?

L. in W. das Zeugnis fordern. Dies gehe aus der Entstehungsgeschichte

3

Frage 648. Welcher Fabrikant von silbernen Bestecken des § 73 H.-G.-B. klar hervor. "Mehrere Anträge in der Reichs führt als Warenzeichen ein gotisches S, wie nebenstehend ? tagskommission, die Worte „bei Beendigung des Dienstverhält

Frage 653. Ein Bijouterie-Engros-Geschäft hat ein nisses“ zu ersetzen durch die Worte „nach erfolgter Kündigung“

Detail - Geschäft eröffnet; beschäftigt einen Gehilfen und eine oder „vom Tage der Kündigung an“ seien nämlich damals unter

Polisseuse. Darf der Mann, welcher Kaufmann ist, auf sein Hinweis auf das Bürgerliche Gesetzbuch abgelehnt worden. Fenster schreiben: „Verkaufsstelle der Goldwarenfabrik usw." ? Denn nach diesem Gesetze könne kein Zweifel darüber sein,

Frage 654. Wer fabriziert Glasröhren in beliebigen Dimendaß nach Maßgabe der Bestimmungen über Treu und Glauben

sionen, ebenso Zelluloid - Skalen?

E. P. in S. bei Verträgen das Zeugnis schon vom Tage der Kündigung an verlangt werden könne. In Uebereinstimmung mit dieser Auf

Frage 655. Wer liefert Pressungen von Handwerkeremblemen

in beiläufiger Größe 2X1 cm in Silber und Gold, Reliefs zum fassung sei auch ini Streitfalle die Verpflichtung der Beklagten

durchbrechen?

F. A. in W. zur Zeugniserteilung anzuerkennen. Das gilt auch bei der Auslegung der Gewerbe-Ordnung in § 113, soweit auch Gold

Frage 656. Wie verhindert man das Braun- und Schwarzschmiede-Gehilfen in Frage kommen.

werden unechter Bijouterie- und Metallgegenstände in wirksamer Weise? Das Zaponieren hat sich nicht immer zweckdienlich erwiesen.

P. H. in B. Patente und Gebrauchsmuster.

Frage 657. Ich erlaube mir hiermit die höfliche Anfrage,

ob mir einer der Herren Kollegen eine genaue Methode der Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44 a. 277 301. Brosche, bei

Behandlung von Doublé - Gegenständen mit Borsäure nennen welcher an dem Rahmen eine durch Auf- oder Abschrauben der

kann. Die Borsäure soll nämlich einen gleichmäßigen, während Broschnadel sich schließende oder öffnende Stoßfuge zum Aus

der ganzen Fabrikation haftenden Ueberzug bilden. Sie soll wechseln von Photographien, Bildern u. dergl. vorgesehen ist. jedoch während dem Löten nicht steigen, da man sonst keine Kollmar & Jourdan, A.-G., Pforzheim. 19. 3. 06. K. 27 556. saubere Arbeit liefern kann, soll aber auch nicht abspringen.

44 a. 277 779. Schiebmedaillon mit verdeckter Drehachse. Für genaue Rezepte der zu verwendenden Substanzen, als auch Xaver Siegle, Pforzheim. 20. 3. 06. S. 13650.

sonst zu beachtende Vorteile würde ich sehr dankbar sein. Im 44a. 277 838. Sicherheitsnadel, aus zwei durch eine um

voraus bestens dankend

R. T. in P. gebördelte Hülse zusammengehaltenen und mit die Bewegung Frage 658. Eine Firma im Auslande will ein begrenztes begrenzenden Ausfräsungen versehenen Teilen bestehend. Lager von Farbsteinen aufarbeiten lassen und sucht dieserhalb Schmidt & Bruckmann, Pforzheim. 20. 4. 06. Sch. 23 070. eine leistungsfähige Firma, welche ev. immer beschäftigt werden

könnte. Die Herstellung wäre ähnlich der bõhm. Granatarbeit. Patent-Bericht,

Frage 660. Kann mir einer der Herren Kollegen die genaue mitgeteilt vom Patentanwalt Dr. Fritz Fuchs, diplomierter Chemiker

Zusammensetzung eines Schmelzpulvers angeben? Es gibt davon und Ingenieur Alfred Hamburger, Wien Vil., Siebensterngasse 1.

mehrere Sorten, für Feilung und Schliff usw. A, F. K. in P. Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten dieses Blattes erteilt. Gegen die Erteilung unten angeführter Patentanmeldungen kann binnen zweier Frage 661. Wer fabriziert billige Nürnberger ScherenMonate Einspruch erhoben werden. Auszüge aus den Patentbeschreibungen armbänder ? werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau mäßigst berechnet. Oesterreich:

Frage 662. Wer ist der Fabrikant von Flaschentellern, die ein

Monogramm (A. S.) als Warenzeichen tragen? C. G. in D.-H. Ausgelegt am 1. Januar 1902, erteilt am 1. April 1902.

Frage 663. Kann mir einer der Herren Kollegen eine genaue Kl. 48a. Cowper, Coles Sherard Osborn, Ingenieur in

Nachbildung oder auch Originalmodell eines der historischen, London. Apparat zum elektrolytischen Niederschlagen von Me

eisernen Trauringe von 1813 verschaffen, worin die Worte eintallen. Im Wesen gekennzeichnet durch eine rotierende Kathode

graviert sind: „Gold gab ich für Eisen“? Es wäre mir event. und ein damit derart verbundenes Wasser- oder Turbinenrad,

mit einer genauen Zeichnung, um einen Anhaltspunkt zu haben, daß der unter Druck zugeleitete Elektrolyt auf die Schaufeln

W. dieses Rades auffällt und dadurch die Kathode in rascheste

gedient. Ich bitte um gefl. Nachricht. Umdrehung versetzt. Die Anodenplatten sind um die Kathode Frage 664. Eine Firma in Rußland bittet um Adressen radial oder tangential angeordnet, um ein freies Kreisen des mehrerer Firmen zur Lieferung ganz billiger Waren (Herren- und Elektrolyten zu gestatten. Pat. Nr. 7413.

Damenketten).

G. B. in W. Kl. 48a. Dr. Ignaz Szirmay, Chemiker, und Ludwig von Frage 665. Wo kann ich Aluminium - Armbänder für Export, Kollerich, Fabrikant in Budapest. Elektrolytisches Ver direkt ab Fabrik, beziehen?

H. 0. T. in M. zinkungsverfahren. Gekennzeichnet durch die Anwendung eines elektrolytischen Bades, welches aus einer schwefligsauren Lösung

Frage 666. Wer ist der Fabrikant des Normalringmaßes ?

D. G. von ungefähr 15% Magnesium enthaltenden Magnalium und

Antworten: Dextrose neben dem Zinksalz besteht, und wobei das Bad dadurch in brauchbarem Zustande erhalten wird, daß die genannte Zu Frage 634. Die Substanz, aus welcher die unechten Lösung dem Bade in direktem Verhältnisse zur verzinkenden Perlen gemacht werden, heißt Fischschuppenessenz und können Warenoberfläche zugesetzt wird. Pat. Nr 13314.

Sie dieselbe von der Firma Bachmann & Co., Paris beziehen.

Zu Frage 635. Fragliche Ketten liefert Ihnen die Firma

Pleßner & Cie., Pforzheim.
Frage- und Antwortkasten.

Zu Frage 637. Türschilder in Nickelzink (geprägt, poliert, Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. zum Preise von 1.50 Mk. per Dutzend) liefert: Carl Kahle, Fragen:

Gravieranstalt, Flensburg, Holm 44. Frage 639. Ich bitte um gefällige Mitteilung, wer kupfer

Zu Frage 638. Diese Uhrenkapseln fabriziert: Adolph emaillierte Nippsachen anfertigt?

J. G. in .

Großclaude & Co., Le Locle, Raisin 5. Selbige können

aber auch durch folgende Grossisten bezogen werden: Georg Frage 642. Ist man gesetzlich verpflichtet, bei der zustän- Jakob, Leipzig, Katharinenstraße. Alfr. Wieg & Co., digen Innung noch ein Meisterexamen zu machen, um sich

Altona, E. Rudolf Flume, Berlin SW. 19.
Lehrlinge halten zu dürfen und bei einer evt. Etablierung sich
Meister zu nennen, wenn man schon über 11 Jahre Werkmeister

Zu Frage 651. Aushauer in nur bester Ausführung liefert: in einer Silberwarenfabrik (über 40-50 Personen) war. Während

Wilh. Feiler, Maschinen - Fabrik, Pforzheim. meiner Werkmeisterschaft habe ich die ersten Jahre 5 Lehrlinge Zu Frage 659. Gegenstände mit galvanischem Niederschlag an- und ausgelernt. Ich habe selbst 44/2 Jahre gelernt und bin in Kupfer oder Silber fertigt als Spezialität: Siegmar Lewy von der Innung freigesprochen.

0. S. (Inh. Ferdinand Meyer), Berlin S. 42, Ritterstr. 24.

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