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Der kleine Betrieb. Aus der Zeitschrift „Die Werkkunst“, Verlag von Otto Salle, Berlin.

Im wirtschaftlichen Kampfe unserer Tage werden viele kleine Betriebe von den größeren, kapitalkräftigeren aufgesogen. Bald verschwindet hier eine Werkstatt, bald dort eine kleine Fabrik, und es wäre gewiß so manche von ihnen zu erhalten gewesen, wenn es nur zur rechten Zeit und durch die rechten Leute geschehen wäre. Aber das ist nun einmal der Krebsschaden unserer kleinen Gewerbetreibenden, daß sie nicht im richtigen Momente die Augen aufmachen. Da soll es immer nach dem alten Stiefel fortgehen, nach welchem sie vor 20 oder 30 Jahren viel Geld verdient haben. Aber die Welt hat inzwischen nicht auf einem Flecke stillgestanden, sondern ist weitergegangen, und wer nicht mit ihr Schritt hält, der kommt unter die Räder. Da hilft kein Jammern über schlechte Zeiten und kein Reden vom Überhandnehmen des Kapitalismus. Selbst muß man sich helfen, indem man sich das dienstbar macht, was einem die Stuhlbeine absägen will, und das ist nicht der Kapitalismus an sich, sondern der kaufmännische Geist, der seine Unternehmungen erfüllt. Der muß auch in unsere kleinen Betriebe hinein! Die Zeiten sind vorüber, wo mans Hauptbuch in der Westentasche hatte oder einem kleinen Fräulein Korrespondenz und Buchführung überließ. Heute gehört in jede kleine Fabrik, in jede größere Werkstatt ein tüchtiger Kaufmann, ein Mann, welcher etwas gelernt hat, welcher nicht mechanisch seine Arbeiten abschraubt wie eine gedankenlose Schreibhilfe, sondern welcher am Geschäfte interessiert ist und kaufmännische Gesichtspunkte durchdrückt.

Dieser Kaufmann muß dann dafür sorgen, daß alljährlich 89 und so viel abgeschrieben wird, damit immer wieder neue Hilfsmittel und neue Maschinen angeschafft werden können; er muß dafür sorgen, daß Kapital ins Geschäft kommt, wenns alte zum Erlangen und Ausführen lohnender Aufträge nicht mehr ausreicht, und dieser Kaufmann muß vor allen Dingen und immer dafür sorgen, daß der Fachmann, der Mann, welcher mit Kopf und Händen die Werkstatt, die Fabrik leiten soll, diesen Kopf und diese Hände frei bekommt von der Wirtschaft mit dem Debet und Kredit, von der er doch sein Lebtag nichts begreifen wird. Daran hängts nämlich in den meisten Fällen, daß der tüchtige Fachmann, der geschulte Kunsthandwerker, welchen Anlage, Ausbildung und Neigung nur zur Arbeit am Werkstück, nur zum praktischen Schaffen in Werkstatt oder Fabrik befähigen, sich mit kaufmännischen Dingen plagen muß, die sehr wichtig sind und ihm doch nur als lästiger - Kram erscheinen. Was leistet solch ein Mann dagegen, wenn ihm dieses Joch nicht auf den Schultern liegt? Oft das allerbeste in seinem Fache! Also nicht verzweifeln, wenn einmal ein kleiner Betrieb nicht mehr vorwärtskommen will, sondern einen tüchtigen Kaufmann heranziehen, sei es als Teilhaber, sei es als interessierten Mitarbeiter, und dann fortschreiten mit der Zeit, nicht absichtlich blind sein wollen, sondern immer denken: Was andere können, muß ich erst recht fertigbringen! Woran liegts denn sonst? F. H.

Kleine Mitteilungen.

Von der Dresdener Ausstellung.

Eine hervorragende Stelle nehmen die Ausstellungsgegenstände der „vereinigten Kettenfabrikanten“ ein. Diese Vereinigung, welcher bekanntlich die größten und einflußreichsten Fabriken mit dem größten Teil der Gesamtproduktion in Silberdoubléketten angehören, hat durch Schaffung der beiden Marken „Union“ und „Goldmagnet“ endlich stabile Verhältnisse in der Silberdoubléketten-Fabrikation geschaffen und der Beunruhigung gesteuert, welcher der Markt durch das fortwährende Angebot neuer Qualitäten ausgesetzt war. Durch diesen Erfolg und durch eine unbedingte Einigkeit in allen Interessenfragen hat die Vereinigung der Kettenfabrikanten hervorragend zur Gesundung der Verhältnisse beigetragen. Von den Firmen, welche der Vereinigung angehören, haben in Dresden ausgestellt: Beckh & Turba, Andreas Daub, Chr. Essig, Gebr. Kuttroff, Siegele & Gerwig, Fr. Speidel und Stockert & Co. Wie zu erwarten war, stellen diese verschiedenen Ausstellungen eine hervorragende Kollektion von Fabrikaten der Silberdoublékettenbranche dar, welche der Leistungsfähigkeit derselben ein glänzendes Zeugnis ausstellen.

Veräußerung von Innungs-Eigentum. Eine ganz eigenartige „Kunstgeschichte“, in der die Breslauer Fleischerinnung eine recht befremdliche Rolle spielt, weiß die „Breslauer Zeitung“ zu erzählen. Unter den Schaustücken der vorjährigen Breslauer Goldschmiede-Ausste 11 ung befand sich auch ein 27 cm hoher, in Silber getriebener, vergoldeter Trinkbecher in Gestalt eines auf den Hinterbeinen stehenden prachtvoll ziselierten Ochsen mit abnehmbarem Kopfe. Das seltene Kunstwerk, der vereinigten Fleischerinnung gehörig, entstammte dem 16. Jahrhundert und war das schönste Schaustück unter den vielen Kleinodien, welche die Schatzkammer der Innung füllen. Und dieses Kunstwerk ist von der Innung in aller Heimlichkeit für 15000 Mk an die Münchener Antiquitätenhandlung A. S. Drey verkauft worden, ohne daß der Aufsichtsbehörde, das ist dem Magistrat, eine Anzeige gemacht und seine Genehmigung eingeholt wäre. Die Geschichte macht das unliebsamste Aufsehen, da die Innung nicht nur eine gesetzliche Vorschrift verletzt, sondern auch gegenüber der Stadt, die sicher den gleichen Preis geboten hätte, unschön gehandelt hat. Die Imitation des Bechers, die von der Münchener Firma als Ersatz geliefert war, ist bis jetzt als echter Becher

vorgezeigt worden. Dieser Vorgang sowie manche andere auf dem Gebiete des Innungswesens gemachten Erfahrungen haben nach der „Schles.-Ztg.“ den Regierungspräsidenten zu Breslau veranlaßt, die Innungsaufsichtsbehörden auf die Rechte und Pflichten hinzuweisen, die Ihnen gegenüber den Innungen zustehen. Die Verzeichnisse, welche über die im Eigentum der Innungen stehenden Grundstücke und deren dingliche Belastung sowie über die der Innung gehörenden Gegenstände, die einen geschäftlichen, wissenschaftlichen und Kunstwert haben, sollen alsbald einer sorgfältigen Nachprüfung unterzogen werden. Außerdem sind die Aufsichtsbehörden angewiesen worden, sich von Zeit zu Zeit davon zu überzeugen, ob der Sollbestand des Verzeichnisses tatsächlich noch vorhanden ist. – Auch der Magistrat zu Liegnitz hat sich mit einem Schreiben in ähnlichem Sinne an die dortigen Innungen gewandt.

Die französischen Goldarbeiter, die einzige Klasse, die von französischen Bijouterie-Arbeitern streikt, will den Ausstand fortsetzen. In einer Versammlung, die dieser Tage in Paris stattfand, ist eine Resolution angenommen worden, in der es heißt, daß mit allen Mitteln weiter gekämpft werden soll und daß man die Freiheit der Arbeit nicht achten werde. Man würde nötigenfalls zu Taten übergehen. Dagegen hat sich die Syndikatskammer der Industriellen und Gewerbetreibenden dieser Branche auch nach Schutz ihrer Rechte umgesehen und ist der Streikvereinigung von 17 solcher Kammern beigetreten, die beim Minister des Innern vorstellig geworden sind und auch weitgehenden Schutz ihrer Betriebe erzielt haben. Besonders gefährdete Betriebe werden militärisch bewacht. Bekanntlich handelt es sich bei den jetzigen ausgedehnten Streiks in Frankreich um die Erkämpfung des Achtstundentags, und die Arbeitgeber gehen von der Ansicht aus, daß es sich hier mehr um „revolutionäre“ Ziele der Streikenden handelt.

Was Warenhäuser alles machen. Das Warenhaus A. Jandorf & Cie., Berlin annonciert 5000 Stück diverse Silberartikel, Obstmesser, Zuckerstreuer, Fleischgabeln, Bratgabeln, Konfektmesser, Konfektgabeln, Käsemesser, Buttermesser, Taschenmesser, Bleistifte, Broschen, Taschenbürsten, jedes Stück "ooo gestempelt, Stück für 75 Pfg.

Der Verband der Schweizer Juweliere, Gold- und Silberschmiede versammelte sich letzten Sonntag, fünfzig Mann stark, unter dem Präsidium des Herrn Obersten Steiger von St. Gallen auf der Meise in Zürich. Hauptgegenstand der Verhandlungen war die Einführung der obligatorischen Kontrolle der Gold- und Silberwaren, für die sich durch Urabstimmung nahezu sämtliche Interessenten der deutschen Schweiz erklärt haben. Der Umstand, daß in der Schweiz und besonders auf den Fremdenplätzen der Handel mit minderwertigen Schmuckwaren zum Schaden des reellen Geschäftsbetriebes immer mehr überhand nimmt, macht es wünschenswert, daß die längst gestellte Forderung auf Einführung einer gesetzlichen Kontrolle endlich in Erfüllung geht. Die nächstjährige Versammlung findet in Schaffhausen statt.

Zolltarifentscheidungen der Vereinigten Staaten von Amerika. Rubine, zusammengesetzte oder künstliche, die entweder auf synthetischem Wege oder durch Zusammenschmelzen kleiner Stücke natürlicher Rubine hergestellt sind, sind nach § 435 des Tarifs mit 10 v. H. des Werts zu verzollen.

Seit Beginn dieses Jahres blickt der Kunstverein zu Hanau auf sein 25jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß hat Herr Stadtbaurat Thyriot im Auftrage des Vorstandes über dessen Tätigkeit von 1880–1906 einen Bericht verfaßt, der im Druck erschienen ist und an alle Mitglieder und Gönner des Vereins versendet wird.

Ein neuer Handelskammer-Sekretär in Pforzheim. Wie wir hören, ist als Nachfolger des nach Stuttgart übergesiedelten bisherigen Handelskammer-Sekretärs, Herrn W. Richter, dessen Vorgänger, Herr Dr. G. Käsemacher, gewonnen worden, der den Posten vom 1. November 1895 ab fast 4 Jahre lang schon einmal bekleidet hat. Wir freuen uns dieser Tatsache, da auch Herr Dr. Käsemacher stets ein uns ehrendes Interesse für unser Blatt an den Tag gelegt hat.

Am Sonnabend, den 2. Juni fand in der Aula der Königl. Zeichen akademie zu Hanau a. M. die Schulfeier zur Preisverteilung und Eröffnung der Ausstellung der Schülerarbeiten aus den Jahren 1904 und 1905 statt. Die Arbeiten der Schüler waren vom 2.–10. Juni täglich von 9–6 Uhr zur freien Besichtigung ausgestellt.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Jnbiläen. Am Freitag, 1. Juni d. J. begingen der Goldschmied I. Spliedt und Gattin in Itzehoe, Holstein, die Feier der silbernen Hochzeit. FIrmen-Eintragung. Die Crefelder Metallwarenfabrik Bitter & Gobbers, G. m. b. H., ist eingetragen worden. Herrn Dr. jur. Josef Gobbers wurde Prokura erteilt. Geschäfts-Veränderungen. Die Firma Henninger & Co., Neusilberwarenfabrik, Berlin (mit verschiedenen Zweigniederlassungen): Geschäft und Firma des verstorbenen Inhabers Heinrich Gustav Rading sind auf dessen Witwe Helene Rading, geborene Messow, deren Kinder durch Erbschaft übergegangen. – Infolge gesundheitlicher Rücksichten scheidet Herr Wilhelm Lettré aus der bekannten Firma Bündert & Lettré, Pforzheim, Berlin, Schwäb. Gmünd aus. Der nunmehr alleinige Firmeninhaber, Herr Robert Schmidt, führt das Geschäft unter Beibehaltung der alten Firma und unter denselben Prinzipien, Uebernahme sämtlicher Aktiven und Passiven weiter. – In die Firma G. Gauß, vorm. Gebr. Gauß, Bijouterie-Fabrik in Pforzheim wurde der Sohn des Herrn Gauß als Teilhaber aufgenommen. Geschäfts-Verlegungen. Herr Ed. Rosenbaum in Stettin verlegte sein Juwelen-, Gold- und Silberwaren-Geschäft nach Untere Schulzenstr. 30/31. – Herr Friedrich Wenz in Pforzheim hat sein Ketten- und Bijouterie-Geschäft nach der Tunnelstr. 71 verlegt. Prokuren - Löschung. Die Prokura des Herrn Heinrich Al 1 e, in Firma Württembergische Metallwarenfabrik in Leipzig (Zweigniederlassung) ist erloschen. Todesfälle. Nach kurzem, schwerem Krankenlager starb in Hamburg der in Fachkreisen weitbekannte und geachtetete Juwelier und Goldarbeiter Hermann Horstmann im 79. Lebensjahre. Mit ihm schied einer der Veteranen von 1848–49 aus dem Leben. Er kam als Soldat nach Hamburg, welches seine zweite Heimat werden sollte. Hier etablierte er sich im Jahre 1854 und konnte am 1. August 1904 sein 50jähriges Geschäftsjubiläum und im vorigen Jahre das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Vor einem Jahre zog sich der Verstorbene vom Geschäft zurück, welches von einem seiner Söhne weitergeführt wird.

Viele seiner Kollegen sind aus diesem Geschäft hervorgegangen oder haben dort gearbeitet. Um ihn trauern seine hochbetagte Gattin, Kinder und Schwiegerkinder, welche größtenteils der Juwelierbranche angehören. – In Stuttgart starb Herr Hofgraveur Georg Schiller im Alter von 84 Jahren. – Gestorben ist Herr Kommerzienrat Carl Berg, Begründer und Teilhaber der Firma Berg's Viktoria Aluminium-Werke, G. m. b. H., in Lüdenscheid (Westf.).

Verschiedenes. Herr Hans Zimmermann ist als Geschäftsführer der Firma Isis Werke, Fabrik kunstgewerblicher Erzeugnisse in Nürnberg zurückgetreten. – Der Inhaber der Bijouteriefabrik Frank in Hanau a. M. bewilligte seinen Arbeitern einen 8tägigen Urlaub bei Weiterzahlung des Lohnes. – In einer größeren Silberwarenfabrik in Schwäb. Gmünd wurden zwei Stangen legiertes "ooo Silber und 4 Ko. Feinsilber gestohlen, ohne daß man bisher des Diebes habhaft werden konnte. – Der Neubau der Firma Bihlmeyer & Cie. in der verlängerten Wilhelmstraße in Schwäb. Gmünd ist seit Anfang April bezogen, während solcher der Firma Joh. Herzer in der Paradiesstraße demnächst bezogen werden wird. – Die Firma Friedr. Knödler stellt Ecke der Ufer- und Göthestraße in Schwäb. Gmünd ein größeres Fabrik- und Wohngebäude her, während die Firma Leopold Geiger ihre Geschäftslokale an der Göthestraße daselbst voraussichtlich im Juli beziehen wird.

Aus Innungen und Vereinen.

0rdentliche Hauptversammlung der Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Regierungsbezirks Magdeburg E. W. am 21. Mai 1906 im City Hotel in Magdeburg. Die ordnungsmäßig einberufene Versammlung wird von dem stellvertretenden Vorsitzenden M. Pfannschmidt um 5 Uhr eröffnet. Das Protokoll der vorigen Versammlung wird widerspruchslos genehmigt. Der Jahresbericht stellt die verschiedenen Errungenschaften der Vereinigung zusammen und gibt dadurch Zeugnis von der Notwendigkeit des kollegialischen Zusammenschlusses. Zu Rechnungsrevisoren werden die Kollegen Hugo Keil und Albert Behrendsen gewählt, die sofort vorgenommene Kassenrevision ergibt einen Barbestand von 336,10 Mk. und wird dem bisherigen Kassierer Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl ergibt folgendes Ergebnis:

Vorsitzender: Juwelier, Max Pfannschmidt; Stellvertreter: Juwelier, Ernst Heinecke; Schriftführer: Prokurist, Joachim Wilhelm Albrecht; Stellvertreter: Juwelier, Otto Lemke; Kassenführer: Juwelier, Adolf Reitzenstein. Die Austrittserklärung der Halberstädter Mitglieder erregt allgemeines Bedauern und ist dadurch deren Antrag erledigt. Hierbei entspinnt sich über die Zweckmäßigkeit der auf Antrag der Halberstädter Kollegen eingeführten Nachmittagsversammlungen eine längere Besprechung, die dazu führt, daß die nächste Versammlung nur der Geselligkeit diene und als eine Zusammenkunft mit Damen in Magdeburg stattfinden soll. In den Vergnügungsausschuß wurden die Kollegen Fritz Otto Albrecht und Herm, Legel gewählt. Eine Besprechung des diesjährigen Verbandstages in Eisenach kann nicht stattfinden, da die Tagesordnung noch nicht bekannt ist; zum Delegierten wird der Vorsitzende M. Pfannschmidt gewählt. Die Prämienverteilungskommission berichtet, daß sie den I. Preis – die Cellini-Medaille – dem Lehrling Fritz Glenk bei Herm. Kegel, Quedlinburg; den II. Preis, 5 Bände Fachbibliothek, dem Lehrling Otto Wimmel bei Ernst Heinecke, Magdeburg; den III. Preis, 5 Bände Fachbibliothek, dem Lehrling Paul Weller bei Otto Kniese, Magdeburg; den IV. Preis, 3 Bände Fachbibliothek, dem Lehrling Ernst Pirr bei A. Reitzenstein, Magdeburg; den V. Preis 2 Bände Fachbibliothek, dem Lehrling Richard Paulmann bei Max Bendix, Quedlinburg zuerkannt hat. Die verschiedenen, noch eingegangenen Anträge riefen eine rege Besprechung hervor und wurde der Vorstand beauftragt, die gerügten Mißstände im Geschäftsleben unserer Branche weiter zu verfolgen. Gegen 8 Uhr wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden unter Dankesworten für die rege Beteiligung geschlossen.

Hauptversammlung der Vereinigung der Juweliere beider Mecklenburg zu Neubrandenburg am 20. Mai 1906. Der Einladung des Vorstandes konnten leider bei der großen Entfernung Neubrandenburgs für viele Mitglieder eine größere Anzahl Herren nicht Folge leisten. Um so mehr ist anzuerkennen, daß die diesjährige Versammlung mancherlei Anregung und viel Interessantes für die Anwesenden bot. Der erste Vorsitzende der Vereinigung, Herr Schmieth – Schwerin, eröffnete die Versammlung im Hôtel Deutscher-Hof um 10 Uhr mit einer Ansprache an die Erschie

nenen, zu denen diesmal zur Freude des Vorstandes eine größere Anzahl von Mecklenburg-Strehlitz zählte. Dann begrüßte Herr Schmieth insbesondere den zur Hauptversammlung erschienenen ersten Vorsitzenden des Verbandes Herrn Fischer-Berlin, als einen oft und stets gern gesehenen Gast der Vereinigung. Nach Vorlesung des Jahresberichts und des Kassenbestandes wird das Protokoll der vorjährigen Sitzung verlesen. Zu Revisoren werden die Herren Sangerhausen und Gernreich gewählt. Da von den Revisoren nach sehr eingehender und sorgfältiger Prüfung keine Monituren erhoben werden, wird dem Kassierer Entlastung erteilt. Der statutenmäßig ausscheidende Kassierer wird auf 3 Jahre wiedergewählt. Zu Ausschußmitgliedern werden die Herren Stavenow und Westphahl wiedergewählt. Nunmehr wird über den Punkt 4 der Tagesordnung, Sterbekasse, gesprochen. Da Herr Gottschalk, der das Referat hierüber übernommen hatte, erst Mittags erscheinen konnte, so legte der erste Vorsitzende die bisherige Arbeit des Vorstandes in dieser Angelegenheit dar. Es entspann sich nun eine sehr lebhafte Aussprache darüber, wie eine solche Kasse für die Verhältnisse der Vereinigung am besten einzurichten sei. Herr Fischer, Berlin, gibt der Versammlung Mitteilung, daß der Vorstand des Verbandes gleichfalls eine Sterbe- und Unterstützungskasse für den Verband ins Leben rufen will. Dadurch wurde die Frage aufgeworfen, ob nunmehr überhaupt noch eine derartige Kasse für die Vereinigung von Wert sei. Zum Schlusse wurde beantragt die Kasse unter allen Umständen ins Leben zu rufen und soll im nächsten Jahre auf der Hauptversammlung eine größere Summe aus der Kasse für diesen Zweck beantragt werden. Alsdann brachte Herr Schmieth in sehr interessanter und eingehender Weise einen Antrag auf Gründung einer SilberverwertungsGenossenschaft innerhalb der Vereinigung vor und fand derselbe allgemeinen Beifall in der Versammlung, so daß beschlossen wurde, erst einmal in kleinem Maßstabe diese Idee praktisch zu erproben und wird im nächsten Jahre über den Erfolg Bericht erstattet. Als nächster Versammlungsort wird Güstrow gewählt. Nach Aufstellung des Etats 1906–1907 wird Herrn Fischer, Berlin das Wort erteilt. Herr Fischer spricht in eingehender Weise über die Stellung der Juweliere den Uhrmachern gegenüber, dann über eine in Aussicht genommene Unterstützungskasse gegen Einbruch und Feuer und zum Schlusse über den unlauteren Wettbewerb. Nachdem dann noch einige Herren Beschwerden verschiedenster Art vorgebracht hatten, die zu einer Besprechung innerhalb der Vereinigung geeignet schienen, wurde die Versammlung geschlossen. Nach der gemeinsamen Tafel, welche sich dieser Sitzung anschloß, wurde eine Dampferfahrt auf dem herrlichen Tollense-See unternommen.

Die Sektion 1 der Süddeutschen Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschaft hielt in Augsburg unter Vorsitz des Herrn Willy Supf-Nürnberg ihre 22. ordentliche Versammlung ab. Der Geschäftsbericht für 1905 weist folgende Zahlen auf. Die Mitgliederzahl stieg von 837 auf 849, die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 19458 im Jahre 1904 auf 20791, die Gesamtlöhne betrugen 16159323 Mk. Die Unfälle haben sich 1905 bedeutend vermehrt und ereigneten sich solche 854 gegen 754 im Jahre 1904. Die angemeldeten Unfälle erledigten sich wie folgt: durch Gewährung einer Rente 138, durch Abweisung der Ansprüche 74, durch Heilung innerhalb der ersten 13 Wochen 642 Fälle. Die meisten Unfälle, 111, ereigneten sich an Motoren, Transmissionen und Arbeitsmaschinen. Dauernde vollkommene Erwerbsunfähigkeit wurden in 4 Fällen, dauernde teilweise Erwerbsunfähigkeit in 126, vorübergehende Erwerbsunfähigkeit in 30 Fällen verursacht. Der Aufwand an Entschädigung betrug für: Kosten des Heilverfahrens 3523 Mk., Renten an Verletzte 103613 Mk., 13 Abfindungen an Verletzte 2215 Mk., Renten an Witwen und Witwer Getöteter 3011 Mk, Renten an Kinder und Enkel Getöteter 3388 Mk., Kur- und Verpflegungskosten in Heilanstalten 3135 Mk., in Summa einschließlich kleiner Leistungen 119528 Mk. Vor den Schiedsgerichten kamen 129 Fälle zur Verhandlung, von denen 100 zugunsten der Sektion, 13 zugunsten der Verletzten, 16 durch Vergleich erledigt wurden. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Georg Beck und I. A. Ißmayer, wurden wiedergewählt, neugewählt die Herren Direktor Ludw. Brüll (Firma Gebr. Bing, A.-G).

Der Schutzverein für das Urheberrecht in Pforzheim hielt im Saal des Kaufmännischen Vereins seine Generalversammlung ab. Um 9 Uhr eröffnete sie Herr C. W. Meier, mit einem kurzen Rückblick auf die Gründungsursachen und bis auf die bisherige Tätigkeit des Vorstandes, von dem die Herren C. W. Meier, A. Odenwald und Gustav Meyle seinerzeit sich acht Tage lang in Berlin aufhielten, um dort an Ort und Stelle zu konstatieren, daß viele nachgeahmte Muster in Berlin zum Verkauf standen.

Sowohl die Berliner, als auch später die Pforzheimer Staatsanwaltschaft zeigten sich den Bestrebungen des Vereins geneigt. Die Staatsanwaltschaft hat sich im Interesse der Fabrikanten sogar mit der österreichischen Staatsanwaltschaft in Gablonz in Verbindung gesetzt. Herr A. Odenwald war später auch speziell zu Nachforschungen auf eigene Kosten auf der Leipziger Messe, wo er allein mit 14 Gablonzer Firmen deshalb in Verbindung trat und auch einen nicht geringen moralischen Erfolg erzielte. Der Vorsitzende wies daraufhin, daß jeder Nachahmer zivilrechtlich haftbar gemacht und wer das wissentlich getan auch strafrechtlich verfolgt werden kann. Aus der Versammlung wurden für den Umfang, den die Nachahmungen angenommen haben, drastische Beispiele beigebracht. Den Kassenbericht erstattete Herr Odenwald, der seit dem Weggange des Handelskammersekretärs Richter, die Kasse übernommen hat. Der Mitgliederbeitrag gab zu einer mehr ausgedehnten als vertieften Auseinandersetzung Anlaß; es wurde hierauf beschlossen, den Beitrag auf 10 Mk. jährlich zu bemessen. Die Statuten wurden nach dem Entwurf, der bereits vorliegt, en bloc genehmigt. Die Neuwahl des Vorstandes führte zur Wiederwahl des Herrn C. W. Meier als ersten Vorsitzenden, sowie zur Wahl des Herrn Emil Levinger als stellvertretenden, des Herrn H. Falk zum Kassierer, sowie des künftigen Handelskammersekretärs zum Schriftführer, wozu noch sieben Beisitzer treten. – Angeregt wurde noch, in nächster Zeit einen Vortrag über MusterschutzGesetzgebung zu veranstalten, und vom Vorstand auch zugesagt, der Anregung Folge zu leisten.

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schmacksrichtung, dem verjüngten Empirestil, angepaßt, dessen charakteristische Ornamente und gerade Linien geschickt zur Ausschmückung der Bestecke verwendet wurden. Wir verweisen besonders auf die auf Seite 2 und 3 der Beilage befindlichen Abbildungen Nr. 1400 und 1450, wovon wieder die zweite infolge ihrer zweckmäßigen Einfachheit uns am besten gelungen erscheint und gewiß viel Anklang finden dürfte. Auch die auf halbe Größe wiedergegebenen Muster sind reizende, ansprechende Artikel und, soweit uns mitgeteilt wurde, schon recht gut eingeführt. – Die Firma Josef Reiner hat ihre Erzeugnisse – wie schon erwähnt – in einem schönen Schrank auf der Nürnberger Ausstellung zur Schau gestellt. Der Schrank selbst ist ebenfalls eine recht gediegene Ausführung. Er ist ca. 5 m hoch und besitzt eine Grundfläche von 5 qm. Der mittlere innere Raum des Schrankes enthält die größeren Ausstellungsgegenstände, während in den vier Eckerkern je ein vollständiger Besteckkasten mit allen nur denkbaren Bestecken und Tafelgeräten aus

gestellt ist.

Graviermaschinen. Die Leipziger Maschinenbau-Gesellschaft m. b. H. vorm. Elektrogravüre, Leipzig-Sellerhausen, versendet gegenwärtig ihren soeben zur Ausgabe gekommenen, illustrierten, reichhaltigen Katalog über ReliefGraviermaschinen, welche auf Grund langjähriger Erfahrung in technisch vollendeter Ausführung eine hervorragende Spezialität ihrer Fabrikation bilden. Die Maschinen werden in zwei Hauptarten und zwar: als Reduzier-Maschinen nur für Verkleinerungen und als Kopier- und Reduzier-Maschinen für Reproduktionen und Reduktionen, hergestellt und sind in ihren vielseitigen Typen so konstruiert, daß sie sich nicht nur für die ganz getreue Wiedergabe feiner Arbeiten, wie Prägestempel für Münzen, Plaketts, Medaillen, Bijouterie-Gegenstände, Kleinsilber-Waren usw., sondern auch zum Gravieren schwerer Gesenke, wie überhaupt zum Schneiden aller Arten Preßformen, z. B. zum Prägen von großen Metallgegenständen wie Tabletts, Brotkörbe usw., ganz hervorragend eignen. Zur getreuen Herstellung der Gravur durch die Maschinen ist es nötig, ein exakt ausgeführtes Modell, am besten in Eisenguß, zur Verfügung zu haben.

Für den Modelleur ist es erforderlich, seine Modelle, von welchen die Herstellung des Eisenabgusses erfolgt, in allen Teilen ganz

genau so auszuführen, wie die Gravierung ausfallen soll. Dies erfordert allerdings einen größeren Zeitaufwand, der sich indessen dadurch ausgleicht, daß die Graviermaschine die künstlerische Originalität des Modelles mit absoluter Genauigkeit wiedergibt. Auch ist vor allem der Umstand von Bedeutung, daß sich an dem hergestellten Modell die plastische Wirkung des Gegenstandes selbst vorzüglich prüfen läßt; nur zu oft hat ein Gegenstand in der Zeichnung eine ganz andere Wirkung als nach seiner Fertigstellung, nach erfolgter Prägung. Die Maschinen arbeiten nicht nur in Stahl, Bronze usw., sondern auch in anderen Materialien wie Elfenbein, Marmor, Gips, Wachs usw. vollständig automatisch Tag und Nacht und rücken bei Beendigung einer Gravur selbsttätig aus. Die Gravierung kann nach demselben Modell sowohl rechts als auch links schauend geschnitten werden, und es ist ferner zu beachten, daß die Maschinen auch bis zu einem gewissen Grade eine Abänderung der Reliefhöhe unter oder über das proportionelle Maß gestatten. Sehr wertvoll ist es ferner, daß man gesprungene Gesenke direkt auf die Maschine nehmen kann, um danach eine genaue Kopie oder Verkleinerung anzufertigen. Die Abbildung veranschaulicht die Type einer Kopier- und Reduzier-Maschine mit rundlaufender Arbeitsweise. Diese Maschine kopiert in Größe des Modelles bis zu 300mm Durchmesser oder diagonal und reduziert bis zu ca. 2 der Modellgröße. Der Antrieb erfolgt wie bei den meisten Maschinen durch 2 Spezial-Motore, von welchen der eine den Fräser und der andere den übrigen Mechanismus antreibt. Man kann auf diesen Maschinen Späne je nach Umständen bis zu 25 mm Stärke in Gußstahl auf einmal aus dem Werkstück schneiden, während die gesamte Tiefe bis zu 75mm zulässig ist. Die Spindelstöcke sind durch Spindeln schnell und bequem einstellbar. Im GegenSatz zu den Maschinen mit rund laufender Arbeitsweise des Fräsers fabriziert die Firma auch Maschinen mit geradliniger Arbeitsweise, welche sich vorzüglich da verwenden lassen, wo es sich um das Gravieren von Gesenken länglicher Form handelt, während rundlaufende Maschinen infolge des kreisförmigen Laufes des

Führungsstiftes und Fräsers hauptsächlich zur Herstellung von Gravierungen von runder oder quadratischer Form in Frage kommen. Ein Beweiß, wie außerordentlich die Konstruktion einem tatsächlichen Bedürfnisse entsprochen hat, ist dadurch erbracht, daß die Firma innerhalb weniger Jahre einige hundert Maschinen der verschiedensten Größen und Ausführungen verkauft hat und ihr über die bisher bewirkten Lieferungen glänzende Empfehlungen und Anerkennungsschreiben vorliegen. Die Firma baut als weitere Spezialität für Prägezwecke eine auf hydraulischem Prinzip beruhende Presse, welche ohne Pumpe, ohne Akkumulator und ohne Wasserverbrauch arbeitet und derart beschaffen ist, daß sie bei Erreichung des Maximaldruckes selbsttätig ausschaltet, wodurch Brüche und Beschädigungen der Gesenke vermieden werden. Die Konstruktion zeichnet sich ferner durch außerordentliche Einfachheit – die Presse weist nur ein einziges Ventil auf –, wie ferner durch größte Sicherheit und Sparsamkeit im Betriebe und durch außerordentliche Leistungsfähigkeit aus. Die Pressen wurden bisher mit Druckeffekten von 100000 kg

bis zu 750000 kg gebaut, können aber auch für andere noch höhere Druckleistungen geliefert werden. Prospekte sowohl über Graviermaschinen wie Pressen, Kostenanschläge und Zeichnungen, sowie Auskünfte jeder Art stehen Interessenten auf Wunsch kostenlos zur Verfügung. Siehe Inserat Seite 41 in dieser Nummer.

Neues aus dem Verkehrswesen.

Postpaketverkehr mit Kuba. Vom 1. Juni ab können Postpakete bis zum Gewichte von 5 Kilogramm ohne Wertangabe oder mit Wertangabe bis 2400 Mk. einschließlich nach Kuba versandt werden. Die Beförderung erfolgt über Bremen oder Hamburg mit deutschen Schiffen. Die Pakete müssen frankiert werden; die Taxe beträgt für Sendungen bis zum Gewicht von 1 kg 1,60 Mk., über 1–3 kg 2 Mk., über 3–5 kg 2,40 Mk.; hierzu tritt bei Wertpaketen eine Versicherungsgebühr von 24 Pfg. für je 240 Mk. des angegebenen Wertes. Ueber die sonstigen Versendungsbedingungen erteilen die Postanstalten Auskunft.

Von Kunstgewerbeschulen.

Königliche Fachschule für Metallindustrie in Iserlohn: Die Königliche Preußische Fachschule für Metallindustrie zu Iserlohn ist eine Staatslehranstalt und dem Königlich Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe unterstellt. Sie hat den Zweck, tüchtige kunstgewerbliche und gewerbliche Kräfte auf dem Gebiete der Metallindustrie praktisch und theoretisch heranzubilden und zwar: Modelleure, Ziseleure, Graveure, Galvanoplastiker, Galvaniseure, Former und Metallgießer, außerdem Kunstschmiede, Werkzeugschlosser, Drücker und Dreher. Den Schülern soll durch den Besuch der Fachschule nicht nur ein Ersatz und eine Ergänzung der Fabrik- und Werkstattlehre geboten werden, sondern sie sollen auch die Möglichkeit erhalten, sich auf Grund ihrer praktischen Leistungen, des genossenen Zeichenunterrichts und ihres allgemeinen technischen Wissens zu besseren Stellungen, insbesondere zu Werkmeistern, empor zu arbeiten. Die Fachschule nimmt nicht nur junge Leute ohne praktische Vorbildung auf, sondern bietet auch solchen, die sich bereits praktisch betätigt haben, Gelegenheit zur beruflichen Vervollkommnung. Angehende Fabrikanten können sich ferner in dieser Fachschule diejenigen Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen, die sie zur selbständigen Führung eines Betriebes auf dem Gebiete der Metallindustrie befähigen und sie in den Stand setzen, über die Grenze ihres Betriebes hinaus zu sehen. – Der Tagesunterricht der Schule gliedert sich in 3 Abteilungen: A. Abteilung für Modelleure, Ziseleure und Graveure. B. Abteilung für Kunstschmiede, Werkzeugschlosser, Dreher und Drücker. C. Abteilung für Galvanoplastik, Galvanostegie und Metallfärbung, für Former und Metallgießer. Ä Abteilung besteht aus drei Jahresklassen. Für solche junge eute, die sich bereits praktisch betätigt haben und die nicht in der Lage sind, die Fachschule in der Woche am Tage zu besuchen, wird Sonntags- und Abendunterricht erteilt. Die Unterrichtsfächer des Sonntagsunterrichts sind: Modellieren und Ziselieren; des Abendunterrichts: Projektions- und konstruktives Fachzeichnen, Ornament-, Pflanzen- und kunstgewerbliches Zeichnen und Modellieren. – Die Heranbildung der Schüler geschieht durch Unterricht im Zeichnen, sowie theoretischen und praktischen Unterricht in zweckmäßig eingerichteten Arbeitsräumen. Die Hilfsmittel entsprechen den Anforderungen der modernen Technik. Um den Gesichtskreis der Schüler zu erweitern, finden Studienausflüge zur Besichtigung von Ausstellungen, Fabriken, Werkstätten usw. statt. – Die Bibliothek umfaßt eine Sammlung von Text- und Tafelwerken und eine Vorbildersammlung. Sie steht mit einem Leseraum in Verbindung und ist nicht nur der Lehrer- und Schülerschaft, sondern, um das Verständnis für die Schulbestrebungen und für kunstgewerbliche Arbeiten in weitere Kreise zu tragen, auch dem Publikum unter den für die Benutzung der Bibliothek festgesetzten Bestimmungen zugänglich. – Das Versuchs- und Untersuchungs - Laboratorium bietet Fabrikanten Gelegenheit, Metalle untersuchen zu lassen und ist ferner eine Versuchsstation für Legierungen und Metallfärbung. – Die Lehrmittel-Sammlung besteht aus ornamentalen und figürlichen Gipsmodellen, die Arbeiten der verschiedenen Stilperioden wiedergeben, aus Gipsgüssen nach Blättern und Blüten und nach stilistisch naturalistischen Ornamenten. Sie enthält ferner gute Erzeugnisse der modernen Metallindustrie und physikalische und galvanotechnische Unterrichtsmittel für die galvanoplastische Abteilung.

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Patente und Gebrauchsmuster.

Krawattennadel mit Sicherung gegen Verlieren oder Diebstahl D. R. G. M. Nr. 275013. K. Philipp, Pfullendorf (Baden). Die Sicherung besteht darin, daß an dem Schmuckstück die Nadel in einem Scharnier angebracht ist, und darin hinauf oder herunter spielen kann. Außerdem sind noch hinter dem Schmuckstück zwei Dornen, die schraubenartig einander gegenüberstehen. Das Ganze ist sehr einfach. Beim Gebrauch ziehe man die

Nadel mit dem Fingernagel am Knopf nach oben und drehe die beiden Dornen oder Spitzen mit einer halben Drehung in den Schlips. Alsdann drücke man die Nadelkuppe denselben Weg wieder zurück, aber in die Krawatte. Auf diese Art sitzt die Nadel ganz fest, und kann nur dann entfernt werden, wenn die Nadel am Knopf zurückgezogen wird. Der Erfinder beabsichtigt sein Patent zu verkaufen. Siehe Inserat Seite 30.

Frage- und Antwortkasten.

Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Fragen:

Frage 564. Wer liefert Preßteile für Kirchen sachen billigst? E. F. in L.

Frage 570. Wer fabriziert Siegelstangenhalter in Silber mit Pfanne und Spirituslampe? R. F. in P. u. L.

Frage 603. Wird Neusilber als Unterlagemetall versilberter Waren beim Absilbern in Schwefelsäure (erhitzt) bei Zusatz von Salpetersäure angegriffen? – Gibt es ein besseres Mittel schwer versilberte Waren abzusilbern ? H. K. N. in S. i. W.

Frage 605. Welche Firma liefert Thermometer auf Porzellan zum Einfassen für Achatwaren? R. R. in O A B S Z Frage 606. Wer ist der Fabrikant der Bestecke, die nebenstehendes Warenzeichen tragen? J. M. in L. 90 Frage 610. Wer ist der Fabrikant, der neben dem deutschen Reichssilberzeichen nebenstehendes Warenzeichen führt? Der Gegenstand, welcher den Stempel trägt, ist vielleicht 20 Jahre alt und ist nur ein Fragment. Vielleicht gibt mir einer der Herren Kollegen Aufschluß! R. H. in K. Frage 612. Wer von den Herren könnte mir Adressen nennen, wo ich Emaille – Abziehbilder bekommen kann? Es handelt sich um ein Verfahren, Abziehbilder auf grobem Email abzuziehen und dieselben dann darauf einzubrennen. E. F. in L–d. Frage 616. Kann mir einer der Herren Kollegen folgende Auskunft geben: Ich habe eine Gabel französischen Ursprungs mit einem ganz schwarzen Oxyd. Es ist mir jedoch unmöglich, mit dem gewöhnlichen Verfahren dieselbe Farbe herauszubekommen. Kennt vielleicht einer der Herren ein anderes Verfahren, das für Bestecke geeignet wäre? A. D. in D. Frage 617. Ich bitte mir einige Bezugsquellen, d. h. direkte Fabrikanten von Poliermaschinen für Fußbetrieb angeben zu wollen. Vielleicht gibt es einen Fabrikanten, der diese Maschinen als Spezialität fabriziert. W. Sch.-B. in T. Frage 618. Wer fabriziert Tulasachen? M. S. in H. Frage 619. Wer fabriziert kleine goldene und silbervergoldete Anhänger als Fisch, Stiefel, Mausefalle usw.? M. S. in H. Frage 620. Der hiesige Bürgermeister erläst eine Bekanntmachung, daß demnächst auch in den hiesigen Fabriken eine Revision der Wagen und Gewichte erfolgen werde. Sind wir verplichtet, in unserm geschlossenen Betriebe, in welchem doch nicht nach Gewicht verkauft wird, eine solche Revision dulden

zu müssen ? C. H. in V. Frage 621. Wer liefert Reklame-Schilder für Schaufenster aus Glas? L. Z. in M.

Antworten:

Zu Frage 599. Die Firma Gottlieb & Wagner, Fabrik von Nickel-Ketten usw., Oberstein a. d. Nahe, führt als Warenzeichen ein springendes Pferd. – Weißmetallketten mit Marke „springendes Pferd“ liefern billigst Dressing & Cie. G. m. b. H., Bad Kreuznach.

Zu Frage 607. Zigaretten-Etuis in allen Preislagen fertigen: S. Abraham jr., Silberwaren-Fabrik, Berlin SO., Neanderstr. 12. – Adolf Köhler, Pforzheim. – Gustav Wenning, Pforzheim. – Platz & Kälber, Pforzheim. – Rob. Ungerer, Pforzheim.

Zu Frage 608. Jupiter-Feuerzeuge liefern: S. Abraham jr., Silberwaren-Fabrik, Berlin SO., Neanderstraße 12. – Adolf Köhler, Pforzheim. – Ernst Larquette, Pforzheim. – Adolf Schweinfurth, Pforzheim.

Zu Frage 609. Leistungsfähige Firmen für goldene Crayons sind: Schuler & Fend, Pforzheim. Adolf Köhler, Pforzheim. – Louis Kuppenheim, Pforzheim. – Ad. Eisenmenger, Pforzheim. – D. Kinzinger, Pforzheim. – Georg Lauer, Pforzheim. Zu Frage 611. Dieses Warenzeichen gehört der Firma Gust. Hauber in Schw. Gmünd. Es ist jedoch verkehrt, und zwar soll dasselbe ein H mit einem Jagdhorn daranhängend darstellen. Das Jagdhorn ist jedenfalls beim Stempeln nicht ausgeschlagen worden. – Bierzipfel mit nebenstehendem Fabrikzeichen liefert Adolf Köhler, Pforzheim.

Zu Frage 613. Eine Firma, die speziell Ringe für Holland erzeugt, ist die Ringfabrik Friedr. Lutz in Pforzheim. – 6-, 8- und 14karat. gegossene Ringe ohne jede Lotfuge erzeugen und stehen mit Mustern gern zu Diensten: Julius Spitzer & Co., Goldring-Fabrikation, Wien, VI, Esterhazygasse 25.

Zu Frage 614. Gewünschte Perlketten in Tomback und Neusilber erhalten Sie in reichster Auswahl bei Dressing & Cie., G. m. b. H., Bad Kreuznach.

Zu Frage 615. Die Stuttgarter Metallwarenfabrik Wilh. Mayer & Frz. Wilhelm dürfte Ihnen mit Gewünschtem dienen können.

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