Page images
PDF
EPUB

Fachtechnischer und wirtschaftlicher Teil

Redaktion: Kunstgewerblicher Teil: Professor Rudolf Rücklin, Leiter der Goldschmiede-Schule, Pforzheim v Farteinischer Teil: Goldrchmied Paul Axthelm, Leipzig o Wirtschaftlicher Teil: Syndikus Herm. Pilz, Leipzig

[blocks in formation]

nur

Darüber sind sich alle Kreise einig, daß die Zukunft unserer ganzen wirtschaftlichen Entwicklung von günstigen Handelsverträgen und Handelsabkommen auch mit den Staaten abhängt, mit denen solche Verträge bislang nicht zustande gekommen sind. Gegenwärtig steht der Entwurf des

Schwedisch-Deutschen Handelsvertrages im Vordergrund des Interesses, der bereits dem Stockholmer Reichstag am 9. Mai zugegangen ist. Für unsere Branche ist es von hohem Werte, daß die störende Vorschrift, nach welcher auch die von Reisenden mitgeführten Muster von Edelmetallwaren den in Schweden vorgeschriebenen hohen Gold- und Silbergehalt haben müssen, aufgehoben worden ist. Eine Herabsetzung der Zölle hat für Gold- und Silberwaren, sowie für Taschenuhren nicht stattgefunden, sondern nur für Wand- und Stutzuhren und Gehäuse aus Metall, wofür der Zollsatz per kg 75 Oere beträgt. Auch eine

Erhöhung der Einfuhr-Zölle in Natal steht bevor. Wenigstens ist sie von der Zollkonferenz in Pietermaritzburg beschlossen worden. Näheres ist uns darüber noch nicht bekannt geworden. Wie verlautet ist

Eine amtliche Enquête über die Heimarbeit, die ja auch in der Edelmetallindustrie von Belang ist, in Aussicht genommen. Bereits 1905 waren zur Vorberatung für die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherungspflicht der Hausgewerbtreibenden vom Reichsamt des Inneren in einigen für Hausindustrie besonders bemerkenswerten Bezirken in den Provinzen Rheinland, Westfalen und Sachsen, im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken, im Königreich Sachsen und im Herzogtum Sachsen-Meiningen Erhebungen veranstaltet worden. Nach der Berliner Heimarbeits-Ausstellung hat nun Graf Posadowsky neuerdings Veranlassung genommen, nach Vereinbarung mit den Bundesregierungen für weitere Gruppen der Hausindustrie örtliche Untersuchungen stattfinden zu lassen. Die diesjährigen Erhebungen werden sich vorzugsweise auf hausindustrielle Betriebe in Mittelund Süddeutschland erstrecken und zwar namentlich auf solche Erwerbszweige, in denen über eine gedrückte Lage geklagt wird. In Betracht sollen neben Geschäfts- und Lohnverhältnissen auch die Wohnungsverhältnisse gezogen werden. Dadurch dürfte eine Feststellung erfolgen, welche frei von Schönfärberei aber auch frei von Übertreibungen bleibt. Eine neue

Kundgebung der Detaillisten in Braunschweig richtet sich ebenfalls auf die Organisation einer Kleinhandelskammer. Man hat Protest gegen eine Rede des Staatsministers von Otto im Schutzverein für Handel und Gewerbe erhoben, der den kleinen Kaufleuten und Gewerbetreibenden die Existenzberechtigung abgesprochen hat. Wie deutet sich denn der Herr Minister die Folgen einer Ausschaltung von Kleingewerbe und Kleinhandel aus dem wirtschaftlichen Leben? Tausende würden in schwere Sorgen und Kümmernisse geraten, wenn der Unterdrückung von Kleinhandel und Handwerk kein Einhalt getan würde. Die Zusammensetzung unseres Volkes würde eine andere aber keine bessere

werden, denn der Mittelstand würde gezwungen werden, sich gegenüber dem Kapitalismus dem Proletariat anzuschließen. Hunderte von den kleineren und mittleren Goldschmieden würden einer dunklen Zukunft entgegengehen, wenn man der Rede des Braunschweigischen Ministers Bedeutung beimessen müßte. In der Resolution des Schutzvereins heißt es sehr richtig, daß der Staat durch geeignete Gesetze und Verwaltungsmaßregeln zum Schutze und zur Beförderung des Kleinhandels und Kleingewerbes wesentlich beitragen kann und im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung unseres Staats- und Volkslebens auch beitragen soll. Angesichts solcher Äußerungen aus Ministermunde kann man eine geordnete Standesvertretung in Kleinhandelskammern als wünschenswert bezeichnen, denn die Erhaltung und Kräftigung des deutschen Mittelstandes ist eine der höchsten kulturellen Pflichten gerade des deutschen Volkes. Der Zentralverband deutscher Kaufleute und Gewerbtreibender von Leipzig hat in einer Eingabe an den Bundesrat eine

Eigene Unfallversicherung für alle Detailgeschäfte in Vorschlag gebracht, der eine ausführliche Begründung beigegeben ist. Es handelt sich um die Beseitigung des Zwanges, der Lagereiberufsgenossenschaft anzugehören, zu welcher ja auch die Laden-Goldschmiede unter gewissen Voraussetzungen gehören. Wir haben uns darüber wiederholt schon in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ ausgesprochen (vgl. Nr. 16). Auf die Vorteile einer eigenen Unfallberufsgenossenschaft für Detailbetriebe werden wir in einer der nächsten Nummern unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Goldschmiedegewerbe noch zurückkommen. Ein Abonnent unserer Zeitung frug bei uns an, ob man einem Lehrling, der nicht ganz ausgelernt hat,

das Zeugnis verweigern kann? Wir mußten die Frage verneinen. Wir sind früher wohl auch der Meinung gewesen, daß ein Lehrling, der längere Zeit seiner Arbeit durch Krankheit entzogen wurde, „nachlernen“ müsse, aber die neuere Rechtsanschauung ist eine andere. Das Berliner Kaufmannsgericht hat in einem Urteil vom 9. Dezember vorigen Jahren ausgesprochen, daß die ausgemachte Lehrdauer ohne Unterbrechung vom Tage des Beginnes der Lehre ab rechne. Der Lehrherr könne wohl im Zeugnis einen entsprechenden Vermerk machen, daß der Lehrling drei Monate krankheitshalber gefehlt habe, ein Lehrzeugnis dürfe er ihm aber keinesfalls verweigern. Auf diesem Standpunkt stehen auch verschiedene Gewerbegerichte. Ob er aber der richtige ist, das möchten wir bezweifeln. Im Interesse einer sachgemäßen Ausbildung der Lehrlinge liegt es jedenfalls nicht, sie nit Lehrzeugnis zu entlassen, wenn von ihrer Lehrzeit ein Viertel- oder halbes Jahr verloren gegangen ist. Eine andere wichtige Frage ist die: Darf ein Goldschmied für einen Pfandleiher arbeiten ? Darf er ihm die versetzten Schmucksachen reparieren und in Stand setzen, wenn sie verfallen sind und in Handel gebracht werden sollen? daß er es rechtlich darf, steht natürlich aus allem Zweifel. Aber hat er nicht eine moralische Verpflichtung, diese Arbeiten

von sich zu weisen? In einer westfälischen Uhrmacher-Innung ist überhaupt für Imitationen nicht gebraucht werden darf. Das ist diese Frage jetzt einmal diskutiert worden. Dort hat man sich ein radikalerer Antrag als der unserige und es wird sich fragen, fast einstimmig dagegen ausgesprochen, daß ein Uhrmacher für ein ob man regierungsseitig soweit zu gehen bereit ist. Wir hatten, Leihhaus oder einen Pfandleiher arbeiten solle, da hierdurch am weil uns das zweifelhaft erschien, einen Mittelweg erwählt. Welche besten die Schäden der Leihhäuser bekämpft würden. Sollte das Eingabe nun auch die Billigung der gesetzgebenden Körperschaften nicht etwas zu optimistisch gedacht sein? Die Pfandleiher werden finden mag, das ist schließlich gleich. Die Hauptsache bleibt, daß sich dann selbst Gehilfen halten müssen, die ihnen die Arbeit be die Angelegenheit beraten und einer der Vorschläge angenommen sorgen und es ist dann abermals nichts erreicht. Viel mehr Erfolg wird. Zu einer Lösung der Frage werden beide Eingaben das werden die in Vorschlag gebrachten gesetzlichen Maßnahmen ihrige beitragen. Gegen den Inhaber des schon mehrfach genannten haben, welche von Goldschmieden und Uhrmachern gemeinschaft- Saphir-Diamanten-Geschäfts in Magdeburg ist inzwischen die Unterlich ausgearbeitet wurden. Eine wohlwollende Aufnahme hat suchung wegen Betrugs in vielen Fällen eingeleitet und Haftbefehl Unsere Eingabe an den Reichstag in Sachen der

erlassen worden. Alle Personen, welche glauben, betrogen zu sein,

sollen sich bei der Polizeibehörde melden. In dem Taits-Prozeß Diamanten-Imitationen

den „Goldsoll“ in Stettin gegen die Firma Behr & Co. führt, hat sich in der Presse gefunden. Mittlerweile hat auch der Verband der der Anwalt der letzteren unseres Materials bedient und schreibt uns, Juweliere, Gold- und Silberschmiede eine Eingabe folgen lassen, daß ihm dasselbe eine dankenswerte Unterstützung gewesen sei. in welcher gefordert wird, daß das Wort Diamanten und Brillanten Wir hoffen auch bei diesem Prozeß auf einen glücklichen Ausgang.

Die feuerfesten künstlichen Steine.

(Schluß.)

.

Die Dinasmassen. Das Material, aus welchem die künstlichen Dinasmassen angefertigt werden, besteht ebenfalls aus Kieselsäure und verwendet man als solche entweder Stücke von reinem Quarz, wie man sie im Urgebirge häufig genug antrifft, oder man benutzt hierfür den Feuerstein oder Flint, der in manchen Gegenden, namentlich an den Küsten von Kreidegebirgen sehr häufig vorkommt.

Quarz und Feuerstein müssen zu grobem Sand verkleinert werden. Es geschieht dies ohne Anwendung einer besonders großen Kraft, wenn man das Material vor dem Mahlen „abschreckt“. Die Steine werden zu diesem Behufe im Schachtofen glühend gemacht und in glühendem Zustande in kaltes Wasser geworfen. Infolge der plötzlichen Abkühlung werden die Steine ungemein spröde und zeigen in ihrem Inneren unzählige feine Sprünge, so daß sie oft schon durch einen Schlag mit einem Hammer in sehr viele kleine Stücke zerspringen.

Durch das Mahlen in einem Stampfwerke oder in einer Kollermühle erhält man nunmehr einen grobkörnigen, sehr scharfkantigen Sand und ist es am zweckmäßigsten, mit der Verkleinerung soweit zu gehen, daß man Körner von 2–3 mm Größe erhält. Um aus diesem Sande eine bildsame Masse zu erhalten, verwendet man auf 100 Gewichtsteile Sand ein Gewichtsteil gebrannten Kalk, welchen man unmittelbar vor der Verwendung ablöscht und nur mit soviel Wasser versetzt, als überhaupt unbedingt notwendig ist, damit man die Kalkmilch mit dem Quarzsande mengen kann. Das Mengen muß in Mischmaschinen erfolgen, damit jedes Quarzkörnchen auch von Kalk umhüllt werde.

Die so erhaltene Masse ist wenig bildsam; um sie formen zu können, muß man sie kräftig in die eisernen Formen einstampfen und in diesen einem Drucke unterwerfen, den man so hoch als möglich steigert. Die geformten Dinassteine werden sorgfältig unter Anwendung künstlicher Wärme getrocknet und dann in den Brennofen gebracht, welcher aber so gebaut sein muß, daß die in ihn eingesetzten Massen zur stärksten Weißglut gebracht werden können. Nachdem der Ofen solange angeheizt wurde, bis dieser Zustand eingetreten ist, werden alle Öffnungen desselben geschlossen und der Ofen solange sich selbst überlassen, bis sein Inhalt ganz auf gewöhnliche Temperatur abgekühlt ist, was bei großen Öfen eine Woche dauern kann.

Es ist ganz unerläßlich, das Abkühlen der Steine auf die Weise vorzunehmen, denn dadurch sichert man sich am besten gegen das Zerbrechen der Ziegelmassen. Nimmt man einen noch heißen Dinasstein aus dem Ofen und läßt ihn an der Luft rasch erkalten, so vernimmt man ein eigentümliches Knistern, von welchem das Entstehen von Rissen in der Masse begleitet ist, und zerfällt dann meistens der Stein in eine Anzahl verschieden großer Bruchstücke. Ganz vermeiden läßt sich das Eintreten des Brechens einzelner Ziegel überhaupt nicht; die zerbrochenen Ziegel werden zerkleinert und das sich ergebende grobe Pulver als Dinasmörtel beim Zusammensetzen der Steine verwendet.

Beim Erhitzen von Quarz und Kalk bis zur Weißglut wirken die Kieselsäure und der Kalk in der Weise aufeinander, daß ein

ungemein schwer schmelzbares Kalksilikat entsteht, welches als halbgeschmolzene gesinterte Masse die einzelnen Quarzkörner zu einer ziemlich festen Masse verbindet, die um so fester wird, je länger sie der Einwirkung sehr hoher Temperaturen ausgesetzt ist. Man kann die Zusammensetzung der Dinassteine auch durch verschiedene Zusätze etwas abändern, doch müssen die Zusätze immer derart sein, daß nur Silikate von höchstliegenden Schmelzpunkten entstehen.

Eine Dinasmasse, welche auf diese Weise zusammengesetzt ist, wird nach der von Nehse gegebenen Vorschrift dadurch erhalten, daß man Quarzsand mit Koalin (Porzellanton) und zu Pulver gelöschtem Ätzkalk trocken innig mischt, das Gemisch unmittelbar, bevor es geformt werden soll, leicht befeuchtet, in die Formen preßt und einem hohen Druck aussetzt. Nach der Vorschrift Nehses verwendet man: Quarzsand.

100 Gewichtsteile Gebrannten Kalk. 7-8 Porzellanton

3-4 und erhält hierdurch eine etwas bildsamere Masse als aus Quarz und Kalk allein. Beim Brennen derselben entsteht ein ungemein schwer schmelzbares Doppelsilikat aus kieselsaurer Tonerde und kieselsaurem Kalk. Die Nehseschen Steine sind ebenfalls absolut feuerfest und besitzen auch eine größere Härte als jene, welche bloß mit Hilfe von Kalk dargestellt werden.

Zur Darstellung von Dinasmassen nach diesem Verfahren verwendet man stark gearbeitete Holzformen, welche oben offen, unten mit einem Boden versehen sind, in welchem aber eine Anzahl von Öffnungen gebohrt sind. Der Boden ist mit vier kurzen Füßen versehen, so daß er die Fläche eines Gefäßes, in welches die Form gestellt wird, nicht berührt. Der zu verwendende Quarzsand wird mit einer etwa 5% Chlorkalzium oder Chlormagnesium oder einem Gemenge beider Salze enthaltenden Lösung benetzt und in die Formen so fest als möglich eingestampft. Die Formen werden dann ein Gefäß gestellt und dieses mit einer sehr dünnen Lösung von Wasserglas gefüllt. Letztere dringt allmählich durch die Öffnungen im Boden der Holzform nach aufwärts durch die Sandmasse. Es vollzieht sich hierbei wieder der Vorgang, daß sich das Chlorkalzium oder Chlormagnesium mit dem Wasserglase in kieselsauren Kalk oder kieselsaures Magnesia und Chlornatrium umsetzt. Nach der vollständigen Durchtränkung der Sandmasse wird dieselbe infolge der gallertartigen Beschaffenheit des frisch gefällten kieselsauren Kalkes oder der kieselsauren Magnesia schon ziemlich fest und kann behutsam aus den Formen genommen werden. Man läßt sie vollkommen lufttrocken werden und brennt sie dann in starker Hitze. Die kieselsauren Salze verlieren hierbei vollständig ihr Wasser, sintern und verbinden die Sandteile mit großer Festigkeit; das in den Steinen enthaltene Chlornatrium verflüchtigt beim Brennen vollständig aus der Steinmasse.

Massen für feuerfeste Tiegel. Die Angaben, welche über das Wesen der feuerfesten Massen im allgemeinen und über Schamotte und Dinassteine im besonderen gemacht wurden, geben schon Weisungen für die Zusammensetzung jener Massen, welche

zur Herstellung von Schmelztiegel verwendet werden sollen. Neben Der Magnesit wird auf das feinste gemahlen und zur Ausder Feuerfestigkeit muß eine zur Anfertigung von Schmelztiegel treibung der Kohlensäure schwach geglüht. Der größere Teil der geeignete Masse auch noch die Fähigkeit besitzen, sehr rasche Magnesia (beiläufig 80%) wird aber der höchsten Ofentemperatur Temperaturänderungen zu ertragen, ohne dadurch rissig zu werden, ausgesetzt, welche man überhaupt erreichen kann und hierdurch und so dicht sein, daß die in ihr geschmolzenen Metallmassen so dicht als möglich gemacht. Man mengt nunmehr 80 Teile der nicht von der Tiegelmasse aufgesaugt werden.

scharf gebrannten Magnesia mit 20 Teilen ganz schwach geTiegel aus Tonmassen. Zur Herstellung von Massen für brannter auf das innigste, vermischt sie mit nur soviel Wasser, Schmelztiegel wendet man daher einen feuerfesten Ton mit oder als eben notwendig ist, um einen mageren Teig zu bilden und ohne Zusatz von Schamotte an und arbeitet in die Tonmasse so die Masse vor dem Zerfallen zu bewahren und preßt sie in eine viel scharfkantigen Quarzsand ein, als überhaupt möglich ist, um eiserne Form unter sehr hohem Drucke zu Tiegeln. eine noch genügend bildsame Masse zu erhalten, aus welcher Nach dem Pressen hebt man den äußeren Teil der Form ab dann die Tiegel, zumeist aus freier Hand, geformt werden. Ab

und bestreicht die Tiegel mittels eines großen Haarpinsels mit gesehen davon, daß diese Art der Formgebung kostspielig und

einer gesättigten Lösung von Borsäure in Wasser. Die Lösung nach derselben nie Tiegel von absolut gleicher Größe erhalten

wird sehr rasch eingesaugt und wiederholt man bei größeren werden können, hat sie auch den Nachteil für sich, daß man die

dickwandigen Tiegeln das Bestreichen mehrere Male. Die luftTiegelmasse nicht fest zusammengedrückt erhält.

trocken gewordenen Tiegel werden vorsichtig von dem Formkern Für eine zweckmäßige Art der Darstellung von Schmelztiegel

abgehoben und in einem Flammofen sehr stark gebrannt, wodurch wendet man unbedingt eiserne Formen an, in welchen man zwischen sie eine bedeutende Festigkeit erlangen. die Außenform und den Kern die Tiegelmasse stampft und dann noch durch kräftiges Einpressen des Kernes dichtet.

In der hohen Temperatur, welcher die Tiegel beim Brennen Auf diese Weise erhalten alle Tiegel die gleiche Wandstärke

ausgesetzt werden, vereinigt sich die von der Tiegelmasse aufund ist bei dieser Art der Formgebung die Entstehung von Blasen

genommene Borsäure mit dem Magnesia zu Magnesiaborat, wel(Hohlräumen) in der Tiegelmassa fast ganz ausgeschlossen. Der

ches sintiert und hierdurch der Tiegelmasse eine sehr bedeutende

Festigkeit verleiht. letztgenannte Umstand ist für die Haltbarkeit der Tiegel von großer

Die Herstellungskosten der Magnesiatiegel Wichtigkeit. Setzt man einen Tiegel, in dessen Wandung oder

sind ziemlich große; trotzdem müssen derartige Tiegel als billiger Boden ein oder mehrere Hohlräume enthalten sind, dem starken

denn andere bezeichnet werden, da man sie bei vorsichtiger BeFeuer aus, so muß der Tiegel zugrunde gehen. Die in den Hohl

handlung während unbegrenzter Zeit benutzen kann, und selbst

rissig gewordene Tiegel durch Bestreichen der Rißfläche mit Borräumen enthaltene Luft nimmt nämlich in der Glühhitze eine so hohe Spannung an, daß die Tiegelwandung nicht mehr Widerstand

säurelösung, Ausfüllen der Risse mit Magnesia und neuerlichem

Ausglühen wieder brauchbar gemacht werden können. zu leisten vermag und der Tiegel mit einem Knalle zersprengt wird.

Graphittiegel. Der Graphit ist ein Körper, welcher selbst Durch zweckmäßige Anwendung des elektrischen Stromes ist unschmelzbar ist und daher einer feuerfesten Tonmasse, aus wel. es sogar möglich, Tiegel aus geschmolzenem Magnesia herzucher Tiegel hergestellt werden sollen, beigemischt werden kann. stellen, welche von außerordentlicher Festigkeit sind. Nach den Die Beimischung von Graphit zum Tone bringt den Vorteil mit

Angaben der deutschen Gold- und Silberscheideanstalt geht man sich, daß die Tiegelmasse bei plötzlichen Temperaturveränderungen

hierbei in folgender Weise vor: Auf einem Kohlenstücke, welches nicht leicht dem Rissigwerden ausgesetzt ist. Der Graphit ist oben eine kegelförmige Erhöhung besitzt, welche die innere Gebekanntlich ein ziemlich guter Wärmeleiter und findet infolge stalt des herzustellenden Tiegels besitzt, sitzt ein ebenfalls aus dessen ein viel schnellerer Ausgleich der Innen- und Außentem Kohle geformtes Rohr, welches mit Magnesiapulver gefüllt und peratur der Tiegelmasse statt, wenn z. B. der weißglühende Tiegel, oben wieder mit einem größeren Kohlenstücke bedeckt ist. Verin welchem sich ein geschmolzenes Metall befindet, aus dem Ofen

bindet man das obere und untere Kohlenstück mit den Polen gehoben wird. Da die Flächen der Graphittiegel im Gegensatze

einer kräftigen Dynamomaschine, so wird durch den Leitungszu jenen der tönernen Tiegel sehr glatt sind, so kann man den

widerstand in dem Kohlenrohr eine so hohe Temperatur entflüssigen Inhalt eines Tiegels glatt ausgießen, ohne daß Teilchen wickelt, daß die Magnesia schmilzt und über den entsprechend der Masse an der rauhen Tiegelwand haften bleiben, ein Um

geformten Zapfen des unteren Kohlenstückes ein Tiegel aus gestand, welcher besonders bei der Darstellung von Legierungen schmolzener Magnesia gebildet wird. von Edelmctallen sehr in Betracht kommt.

Nach vollendeter Schmelzung wird der elektrische Strom abMagnesiatiegel. Schmelztiegel, welche aus reiner Mag gestellt und läßt man den egel in der Form vollkommen ernesia angefertigt sind, bleiben in der höchsten Temperatur un kalten. In ähnlicher Weise kann man auch Tiegel aus geschmolverändert und werden um so härter und fester, je öfter sie der zener Tonerde darstellen. In derselben Weise, wie man Weißglut ausgesetzt werden. Sie eignen sich daher ganz be. scharf gebrannter Magnesia feuerfeste Tiegel anfertigt, lassen sich sonders zum Schmelzen von Nickel, Gußstahl, Ferrochrom usw. aus ihr auch feuerfeste Ziegel herstellen, welche man dort anund haben noch den großen Vorzug für sich, daß zwischen der wenden kann, wo selbst die beste Schamotte nicht genügend Substanz des Tiegels und seinem geschmolzenen Inhalt keinerlei widerstandsfähig ist. Da man aber in den richtig angefertigten chemische Wechselwirkung stattfindet. Da aber nur sehr reine Dinassteinen ein Material besitzt, welches an Feuerfestigkeit und Magnesia diese Eigenschaft besitzt, muß man bei der Wahl der Widerstandsfähigkeit den Magnesitsteinen gleichkommt, aber viel zur Anfertigung des Tiegels dienenden Materiale sehr sorgsam zu billiger ist als diese, so dürften gegenwärtig Magnesitziegel nur Werke gehen und muß der zur Darstellung der Magnesia dienende ganz ausnahmsweise zur Ausfütterung von Feuerungen oder Magnesit ganz rein sein.

Schmelzöfen verwendet werden.

L-r.

aus

General - Versammlung des Kreditoren-Vereins für die Gold-,

Silberwaren- und Uhren-Industrie in Pforzheim.

Am 14. d. Mts. abends 8 Uhr fand in den Räumen des Kaufmännischen Vereins, Restaurant Kaiserhof in Pforzheim die diesjährige ordentliche General-Versammlung des Kreditoren-Vereins für die Gold-, Silberwaren- und Uhren-Industrie statt.

Die von etwa 80 Mitgliedern besuchte Versammlung wurde um 8'/, Uhr von dem derzeitigen zweiten Vorsitzenden des Vereins Herrn Fabrikant Carl Braun-Pforzheim eröffnet, der zu Punkt 1 der Tagesordnung

Allgemeiner Geschäftsbericht etwa folgendes ausführt.

Nachdem der bisherige erste Vorsitzende des Kreditorenvereins, Herr Wilhelm Stöffler, im vorigen Jahre freiwillig von seinem mit soviel Hingebung verwalteten Amte zurückgetreten sei, sei ihm als zweiter Vorsitzender die Aufgabe zuteil geworden, die Generalversammlung zu eröffnen. Er begrüßte die Anwesenden, namentlich die von auswärts erschienenen Mitglieder, die durch ihre Teilnahme an der Generalversammlung wieder aufs Neue ihr Interesse für den Verein bekundet haben.

Morgen werde es genau ein Jahr, so führt der Redner aus, daß die letzte Generalversammlung hier stattfand, in welcher der

9

Kreditorenverein mit einer umfumgreicheren Tagesordnung vor die des Andenken wird dem Verstorbenen, der sich durch seine reichen Erschienenen hintrat. Damals standen noch zur Berichterstattung Erfahrungen und seinen unübertrefflichen Pflichteifer auszeichnete, und Diskussion die Reform der Zahlweise, das renitente Verhalten im Kreise der Vereinsmitglieder sicher sein. Die durch den Tod einiger Fabrikanten bei außergerichtlichen Vergleichen usw., und des Herrn Kost erledigte Geschäftsführerstelle ist inzwischen die Gründung eines eigenen Fachblattes.

wieder besetzt worden. Der gegebenen Anregung zufolge habe dann am 27. Juli v. Js. Zur Erstattung des speziellen Berichtes über die Auseine allgemeine Fabrikantenversammlung stattgefunden, in welcher kunftei nimmt nunmehr der langjährige Vorsitzende der Auskunftei, dann auch die Notwendigkeit einer Reform nach dieser Richtung Herr Bankdirektor August Kayser, das Wort und führt aus, wie hin allgemein anerkannt und beschlossen wurde, zwei Delegierte wichtig die Benützung dieses Instituts für den Platz Pforzheim und auf den Verbandstag der Deutschen Juweliere, Gold- und Silber die ganze Branche sei, und daß es ein großer Fehler sei, wenn schmiede zu entsenden, um dort die bereits früher gefaßte Reso dies von manchen Mitgliedern heute noch nicht voll erkannt werde. lution zu vertreten; zur weiteren Bearbeitung der Sache eine Es sei ein gemeinsames Interesse sich im Schutz vor Verlusten gemischte Kommission bestehend aus Vertretern der Juweliere gegenseitig zu unterstützen und daher notwendig, Mitteilungen über Grossisten und Fabrikanten zu bilden. Den Herren W. Stöffler irgend welche Erfahrungen dem Kreditorenverein zugänglich zu und Broß von hier sei es dann auch gelungen den Antrag auf dem machen, für Wahrung der strengsten Diskretion sei Sorge getragen. Verbandstag durchzubringen. Auch war es mit Unterstützung der Nur so sei es möglich das vorhandene Material immer mehr und genannten Herren möglich einen von Herrn Fr. Schneider ge mehr zu vervollkommnen und ein getreues Bild der kreditsuchenstellten Antrag: die soliden ausgeschwemmten Waren in Herren den Kundschaft zu erhalten. medaillons und Silberbodenbrochen durch einen Stempel zu schützen Eingegangen sind in diesem Jahre bei der Auskunftei des und ihnen so wieder eine besondere Wertschätzung zu verschaffen, Kreditorenvereins 4622 Anfragen, von welchen sich 2664 auf deutsche, zur Annahme zu verhelfen. Einer Einladung des Verbandes der 421 auf österreichisch-ungarische, 1436 auf andere europäische und Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu einem Delegiertentag in 101 auf außereuropäische Plätze beziehen. Benützt wurde die AusFrankfurt a. M. auf den 29. Oktober v. Js. behufs Weiterberatung kunftei von 416 Mitgliedern. Das Archiv enthielt am 31. Dezember der Reform der Zahlweise konnte wegen eingetretener Hinder 1905 Material über 18167 Firmen zu dessen Beschaffung und Vernisse nicht stattgegeben werden. Der Delegiertentag fand auch vollständigung umfangreiche Erhebungen notwendig waren. nicht statt und mußte die Weiterverfolgung des so wichtigen Zieles Herr Geschäftsführer Weber berichtet nun über die Tätigkeit bis zu gelegener Zeit zurückgestellt werden.

des Vereins auf dem Gebiete der Insolvenz und führt aus: Am Bezüglich des renitenten Verhaltens verschiedener, zum Schlusse des Geschäftsjahres 1904 waren erledigt Konkurse im größten Teil dem Kreditorenverein nicht als Mitglieder Betrage von

1944999.09 Mk. angehörigen Firmen streifte der Redner kurz die Schwierigkeiten, Dazu kommen im Jahre 1905

179 450.65 die dem Verein bei außergerichtlichen Ausgleichen auch im Laufe

Total 2124449.74 Mk. dieses Jahres wieder entstanden sind.

Die erledigten Moratorien, Liquidationen und AusSchon seit Jahren arbeite der Kreditorenverein deshalb auch

gleiche betrugen zu Anfang des Jahres daran, eine Ergänzung der Konkursordnung herbeizuführen, derart,

1905

4003828.74 Mk. daß es möglich werde, gerichtliche Zwangsvergleiche auch außer

Neu erledigt wurden

794864.

4798692.74 Mk. halb des Konkurses abschließen zu können.

Zusammen: 6923 142.48 Mk.
Die Gründug einer eigenen Fachzeitung wurde in der
Mitgliederversammlung vom 16. Oktober v. Js. aus prinzipiellen

In Behandlung blieben:
Konkurse.

773158.24 Mk. Gründen abgelehnt. Leider seien die in derselben stattgehabten

Moratorien, Liquidationen usw. 2161036.97 lebhaften Erörterungen mit ihren Begleiterscheinungen die Veran

2934 195.21 Mk. lassung zum Rücktritt des Herrn W. Stöffler von dem Amte als

Zusammen: 9857337.69 Mk. erster Vorsitzender gewesen. Heute glaube der Vorstand auf volle Es ist dies die Gesamtsumme der in einem Zeitraum von Zustimmung der Anwesenden zählen zu können, wenn er an dieser 11 Jahren notleidend gewordenen Forderungen. Stelle Herrn Stöffler nochmals den aufrichtigen Dank ausspreche

Ausbezahlt wurden insgesamt: für seine Verdienste um den Kreditorenverein.

im Jahre 1904 an 2345 Beteiligte

286112.31 Mk. Seit Juli v. Js. erscheint auch die bereits lange angestrebte

1905 2038

296 172.51 „Protestliste“, so fährt Herr Braun fort, deren Erscheinen stets Die bei den Ausgleichen erreichte Durchschnittsdividende bemit lebhaftem Interesse entgegensehen wird. Wie von der Mit trug 51.33%, während die Durchschnittsdividende der Konkurse gliederversammlung am 24. März v. J. beschlossen, so wurden Ein 16.23% ergab. gaben an das Reichskanzleramt gerichtet um bei dem Abschluß

Mahn- und Inkassoverfahren im Jahre 1905. des neuen Handelsvertrages mit Nordamerika eine Er Zu den vom Jahre 1904 verbliebenen mäßigung der Prohibitivzölle zu erlangen bzw. um die von der 153 Inkassoaufträgen mit

99622.21 Mk. französischen Regentschaft in Tunis verfügten neuen Vorschriften

sind im verflossenen Geschäftsjahre über den Feingehaltsstempel, die gleichbedeutend waren mit der 407 neue Aufträge gekommen mit . .

137654.40 Verdrängung der hauptsächlich aus Deutschland und Italien stamm

so daß es sich um die Betreibung von den 12 karätigen Waren von dem tunesischen Markt, abzuändern. 560 Forderungen mit zusammen

237276.61 Mk. Leider war es nicht möglich eine Aenderung bzw. Aufhebung der handelt. Bestimmungen zu erreichen.

Von diesen Aufträgen konnten erledigt werden: Gleicherweise wie die Beziehungen des Kreditorenvereins zu 193 direkt durch unsere Intervention

mit 79050.96 Mk. dem Verband der Juweliere, Gold- und Silberschmiede sich immer 33 durch gerichtliche Betreibung

7480.24 lebhafter gestalteten, wird auch der Hoffnung Ausdruck gegeben, 9 durch Rückgabe von Waren.

1792.42 daß für die Folge bei Behandlung gemeinsamer Fragen auch auf 235

zusammen mit 88323.62 Mk. ein Zusammengehen mit dem im letzten Jahre gegründeten Deutschen In Grossistenverband zu rechnen sei.

30 Fällen mit :

11957.58 Mk. Der Kreditorenverein hat mit zwei gut fundierten Versicherungs

hat sich unsere Intervention sofort als gesellschaften Vorträge wegen Versicherung von Reiselagern gegen

erfolglos erwiesen, in 28 Fällen mit

18310.97 Einbruch und Diebstahl abgeschlossen, deren Benützung den Mitgliedern empfohlen werde.

war auch gerichtliche Betreibung erfolg

los. In Der Mitgliederbestand habe sich im verflossenen Geschäfts 18 Fällen mit

9270.68 jahr erfreulicherweise gehoben. Der Verein zählte gegen 604 Mit

wurden die Betreibungen durch Konkursglieder am Schlusse vorigen Jahres, heute 633 Mitglieder. Davon

eröffuung überholt. In entfallen auf Pforzheim 366, Hanau 62, Gmünd 54, verschiedene 75 Fällen mit.

36 137.66 Orte 151.

wurde das Verfahren auf Wunsch einDurch den am 15. September v. Js. mitten in voller Tätigkeit

gestellt. In Behandlung verbleiben erfolgten Tod des langjährigen Geschäftsführers Herrn Wilhelm

174 Fälle mit

73276.10 Kost hat der Verein einen empfindlichen Verlust erlitten, ein ehren 560 Forderungen wie oben mit zusammen

237276.61 Mk.

[ocr errors]
[ocr errors]

Seit Einführung des Inkasso- und Mahnverfahrens sind durch Die Wahl ergibt folgendes Resultat: Es fallen auf Herrn den Verein Forderungen von 393919.72 Mk. hereingebracht worden. A. Odenwald, Pforzheim

80 Stimmen Hiermit war Punkt 1 der Tagersordung erledigt und erstattet W. Stöffler, Pforzheim

74 jetzt Herr Fabrikant Albert Hischmann als Vereinskassierer den

Fr. Schofer, Pforzheim

73 C. Schall, Pforzheim

71 Kassenbericht. Danach hatte der Verein im verflossenen Jahre eine

Alb. Hischmann, Pforzheim

68 Gesamteinnahme von 48 161.60 Mk., welcher eine Ausgabe von

Emil Schlesinger, Pforzheim 47878.91 Mk. gegenübersteht, so daß ein Überschuß von 193.57 Mk. Emil Ziegler, Pforzheim

52 sich ergibt. Das Vermögen des Vereins beziffert sich nunmehr auf Jos. Gütlein, Pforzheim

46 ca. 13200 Mk. Es wird dem Kassierer Decharge erteilt.

Die genannten Herren sind somit gewählt. Der Voranschlag für das neue Geschäftsjahr weist 24000 Mk. Zum Schlusse spricht noch Herr E. Schlesinger dem zweiten in Einnahme und 23800 Mk. in der Ausgabe auf.

Vorsitzenden des Vereins, der den Geschäften seit dem Rücktritt Die nun vorgenommene Wahl der Rechnungsprüfungs-Kommis- des Herrn Stöffler vorgestanden hat, für seine umsichtige sachsion ergibt die Wiederwahl der bisherigen Revisoren, Herren gemäße Führung den Dank des Vereins aus, worauf Herr Braun Oskar Bentner und Emil Schmidt hier.

erwiedert, daß er getan habe was in seinen Kräften gestanden sei, Der letzte Punkt der Tagesordnung die Ergänzungswahl des er werde auch weiter den Bestrebungen des Vereins ein reges Vorstandes. Der Vorsitzende, Herr Braun, gibt bekannt, daß für Interesse entgegenbringen und hoffe, daß der nun neu zusammendie ausgeschiedenen Herren acht neue Mitglieder zu wählen sind gesetzte Vorstand Ersprießliches wirken werde zum Wohle und und gibt den Wahlvorschlag bekannt, auf welchem 17 Namen ver zum Segen für die ganze Branche. zeichnet stehen.

Hiermit schließt die Generalversammlung. Schluß 11 Uhr.

Ein neuer Relief-Vergrößerungsapparat. In Nr. 49, 1905 (Seite 209) haben wir einen neuen Reduzier die Spitze des Körners „e“ durch ihr eigenes Gewicht auf der apparat abgebildet und besprochen. Die Firma Ernst Plank, Oberfläche der Münze aufliegt. In wenigen Minuten werden sich Nürnberg, gibt uns jetzt Kenntnis von einem Relief-Vergrößerungs- die ersten Linien der Nachbildung zeigen, denen je nach der apparat, der unsere Leser sicher auch interessieren wird. Wir Größe des Originals das fertige Relief bald folgen wird. geben beistehend Abbildung und eine kurze Gebrauchsanweisung. 3. Die beim Drehen sich bildenden Wachsspäne sind mittels

des Pinsels vom Wachsteller zu entfernen und können zum Gießen Anweisung für den Relief-Vergrößerungsapparat.

neuer Teller verwendet werden. Der Zweck dieses Apparates besteht darin, daß kleinere 4. Hat das Original eine hohe Prägung, so müssen Messer „d“ plastische Gegenstände

und Körner ,,e“ entspreaus hartem Material, wie

chend zurückgeschraubt Münzen, im Verhältnis

werden. Die beigegebene 1:3, d. i. in dreifacher

Bronze dient zum ÜberVergrößerung, original

streichen fertiger Reliefs. getreu nachgebildet werb

Auswechseln den können.

der Münzen. Um einen Überblick über die Wirkung des

1. Bei zurückgelegApparates zu haben, ist

tem Bügel „a“ wird der derselbe nebenstehend

Münzteller „C“ abgeabgebildet und dadurch

schraubt und die Münze leicht verständlich. Wer

durch leichtes Anwärden nun nachstehende

men der Klebemasse Punkte aufmerksam ge

herausgenommen. lesen und beachtet, so

2. Beim Einsetzen ist mit Sicherheit ein

neuer Münzen achte man gleichgutes Gelingen zu

darauf, daß dieselben erwarten, da die fertige

möglichst in die Mitte Nachbildung mit dem

der Eintiefungen zu liegleichen Apparat bereits

gen kommen; die Masse hergestellt worden ist.

lasse man alsdann vollständig erkalten und hart werden. Auswechseln des Wachstellers „,b“ und Anfertigung

Herstellung neuer Wachsteller. eines Reliefs.

Auf das Rechaud aufgelegt, wird das Wachs in dem Teller 1. Lege den Bügel „a“ wie in der Zeichnung ersichtlich durch die zu einer kleinen Flamme angezündete Spiritusflamme zurück und schraube an Stelle des Tellers „b“ einen der bei- zum Schmelzen gebracht. Ein zu starkes Erhitzen bzw. Kochen gegebenen neuen Teller.

ist zu vermeiden. Nachdem das Wachs in dem Teller zu einer 2. Nach Zurücklegung des Bügels „a" in seine wagerechte klaren Flüssigkeit zerschmolzen ist, wird die Lampe herausgeStellung drehe man das Schwungrad in der Pfeilrichtung und nommen, worauf man die Masse vollständig erkalten läßt. drücke dabei das Messer ,d“ so lange in die Wachsmasse ein, bis Neue Wachsteller sind zu billigem Preise käuflich.

[graphic]
[ocr errors]

Zur Frage des metrischen Karates. In dem Artikel „Neues vom metrischen Karat“ von Herrn die nachstehende Darlegung unter meinem Namen in Ihre nächste Ludwig Schröder in Nr. 19 Ihrer geschätzten Zeitung vom 12. cr. Nummer aufnehmen zu wollen. finden sich einige unzutreffende Ausführungen über die Stellung Auf die in Nr. 35 der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ nahme Hanau's zu dieser Frage sowie auch prinzipielle Ab vom 25. August 1905 abgedruckte) Eingabe der Hanauer Handelsweichungen von unseren Anschauungen, und ich bitte Sie höflichst, kammer in Sachen des Karatgewichts ist nicht eine abschlägige

« PreviousContinue »