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zur Herstellung von Schmelztiegel verwendet werden sollen. Neben der Feuerfestigkeit muß eine zur Anfertigung von Schmelztiegel geeignete Masse auch noch die Fähigkeit besitzen, sehr rasche Temperaturänderungen zu ertragen, ohne dadurch rissig zu werden, und so dicht sein, daß die in ihr geschmolzenen Metallmassen nicht von der Tiegelmasse aufgesaugt werden. Tiegel aus Tonmassen. Zur Herstellung von Massen für Schmelztiegel wendet man daher einen feuerfesten Ton mit oder ohne Zusatz von Schamotte an und arbeitet in die Tonmasse soviel scharfkantigen Quarzsand ein, als überhaupt möglich ist, um eine noch genügend bildsame Masse zu erhalten, aus welcher dann die Tiegel, zumeist aus freier Hand, geformt werden. Abgesehen davon, daß diese Art der Formgebung kostspielig und nach derselben nie Tiegel von absolut gleicher Größe erhalten werden können, hat sie auch den Nachteil für sich, daß man die Tiegelmasse nicht fest zusammengedrückt erhält. Für eine zweckmäßige Art der Darstellung von Schmelztiegel wendet man unbedingt eiserne Formen an, in welchen man zwischen die Außenform und den Kern die Tiegelmasse stampft und dann noch durch kräftiges Einpressen des Kernes dichtet. Auf diese Weise erhalten alle Tiegel die gleiche Wandstärke und ist bei dieser Art der Formgebung die Entstehung von Blasen (Hohlräumen) in der Tiegelmass" fast ganz ausgeschlossen. Der letztgenannte Umstand ist für die Haltbarkeit der Tiegel von großer Wichtigkeit. Setzt man einen Tiegel, in dessen Wandung oder Boden ein oder mehrere Hohlräume enthalten sind, dem starken Feuer aus, so muß der Tiegel zugrunde gehen. Die in den Hohlräumen enthaltene Luft nimmt nämlich in der Glühhitze eine so hohe Spannung an, daß die Tiegelwandung nicht mehr Widerstand zu leisten vermag und der Tiegel mit einem Knalle zersprengt wird. Graphittiegel. Der Graphit ist ein Körper, welcher selbst unschmelzbar ist und daher einer feuerfesten Tonmasse, aus welcher Tiegel hergestellt werden sollen, beigemischt werden kann. Die Beimischung von Graphit zum Tone bringt den Vorteil mit sich, daß die Tiegelmasse bei plötzlichen Temperaturveränderungen nicht leicht dem Rissigwerden ausgesetzt ist. Der Graphit ist bekanntlich ein ziemlich guter Wärmeleiter und findet infolgedessen ein viel schnellerer Ausgleich der Innen- und Außentemperatur der Tiegelmasse statt, wenn z. B. der weißglühende Tiegel, in welchem sich ein geschmolzenes Metall befindet, aus dem Ofen gehoben wird. Da die Flächen der Graphittiegel im Gegensatze zu jenen der tönernen Tiegel sehr glatt sind, so kann man den flüssigen Inhalt eines Tiegels glatt ausgießen, ohne daß Teilchen der Masse an der rauhen Tiegelwand haften bleiben, ein Umstand, welcher besonders bei der Darstellung von Legierungen von Edelmetallen sehr in Betracht kommt. Magnesiatiegel. Schmelztiegel, welche aus reiner Magnesia angefertigt sind, bleiben in der höchsten Temperatur unverändert und werden um so härter und fester, je öfter sie der Weißglut ausgesetzt werden. Sie eignen sich daher ganz besonders zum Schmelzen von Nickel, Gußstahl, Ferrochrom usw. und haben noch den großen Vorzug für sich, daß zwischen der Substanz des Tiegels und seinem geschmolzenen Inhalt keinerlei chemische Wechselwirkung stattfindet. Da aber nur sehr reine Magnesia diese Eigenschaft besitzt, muß man bei der Wahl der zur Anfertigung des Tiegels dienenden Materiale sehr sorgsam zu Werke gehen und muß der zur Darstellung der Magnesia dienende Magnesit ganz rein sein.

Der Magnesit wird auf das feinste gemahlen und zur Austreibung der Kohlensäure schwach geglüht. Der größere Teil der Magnesia (beiläufig 80%) wird aber der höchsten Ofentemperatur ausgesetzt, welche man überhaupt erreichen kann und hierdurch so dicht als möglich gemacht. Man mengt nunmehr 80 Teile der scharf gebrannten Magnesia mit 20 Teilen ganz schwach gebrannter auf das innigste, vermischt sie mit nur soviel Wasser, als eben notwendig ist, um einen mageren Teig zu bilden und die Masse vor dem Zerfallen zu bewahren und preßt sie in eine eiserne Form unter sehr hohem Drucke zu Tiegeln.

Nach dem Pressen hebt man den äußeren Teil der Form ab und bestreicht die Tiegel mittels eines großen Haarpinsels mit einer gesättigten Lösung von Borsäure in Wasser. Die Lösung wird sehr rasch eingesaugt und wiederholt man bei größeren dickwandigen Tiegeln das Bestreichen mehrere Male. Die lufttrocken gewordenen Tiegel werden vorsichtig von dem Formkern abgehoben und in einem Flammofen sehr stark gebrannt, wodurch sie eine bedeutende Festigkeit erlangen.

In der hohen Temperatur, welcher die Tiegel beim Brennen ausgesetzt werden, vereinigt sich die von der Tiegelmasse aufgenommene Borsäure mit dem Magnesia zu Magnesiaborat, welches sintiert und hierdurch der Tiegelmasse eine sehr bedeutende Festigkeit verleiht. Die Herstellungskosten der Magnesiatiegel sind ziemlich große; trotzdem müssen derartige Tiegel als billiger denn andere bezeichnet werden, da man sie bei vorsichtiger Behandlung während unbegrenzter Zeit benutzen kann, und selbst rissig gewordene Tiegel durch Bestreichen der Rißfläche mit Borsäurelösung, Ausfüllen der Risse mit Magnesia und neuerlichem Ausglühen wieder brauchbar gemacht werden können.

Durch zweckmäßige Anwendung des elektrischen Stromes ist es sogar möglich, Tiegel aus geschmolzenem Magnesia herzustellen, welche von außerordentlicher Festigkeit sind. Nach den Angaben der deutschen Gold- und Silberscheideanstalt geht man hierbei in folgender Weise vor: Auf einem Kohlenstücke, welches oben eine kegelförmige Erhöhung besitzt, welche die innere Gestalt des herzustellenden Tiegels besitzt, sitzt ein ebenfalls aus Kohle geformtes Rohr, welches mit Magnesiapulver gefüllt und oben wieder mit einem größeren Kohlenstücke bedeckt ist. Verbindet man das obere und untere Kohlenstück mit den Polen einer kräftigen Dynamomaschine, so wird durch den Leitungswiderstand in dem Kohlenrohr eine so hohe Temperatur entwickelt, daß die Magnesia schmilzt und über den entsprechend geformten Zapfen des unteren Kohlenstückes ein Tiegel aus geschmolzener Magnesia gebildet wird.

Nach vollendeter Schmelzung wird der elektrische Strom abgestellt und läßt man den Tiegel in der Form vollkommen erkalten. In ähnlicher Weise kann man auch Tiegel aus geschmolzener Tonerde darstellen. In derselben Weise, wie man aus scharf gebrannter Magnesia feuerfeste Tiegel anfertigt, lassen sich aus ihr auch feuerfeste Ziegel herstellen, welche man dort anwenden kann, wo selbst die beste Schamotte nicht genügend widerstandsfähig ist. Da man aber in den richtig angefertigten Dinassteinen ein Material besitzt, welches an Feuerfestigkeit und Widerstandsfähigkeit den Magnesitsteinen gleichkommt, aber viel billiger ist als diese, so dürften gegenwärtig Magnesitziegel nur ganz ausnahmsweise zur Ausfütterung von Feuerungen oder Schmelzöfen verwendet werden. L–r.

General-Versammlung des Kreditoren-Vereins für die Gold-, Silberwaren- und Uhren-Industrie in Pforzheim.

Am 14. d. Mts. abends 8 Uhr fand in den Räumen des Kaufmännischen Vereins, Restaurant Kaiserhof in Pforzheim die diesjährige ordentliche General-Versammlung des Kreditoren-Vereins für die Gold-, Silberwaren- und Uhren-Industrie statt.

Die von etwa 80 Mitgliedern besuchte Versammlung wurde um 8'2 Uhr von dem derzeitigen zweiten Vorsitzenden des Vereins Herrn Fabrikant Carl Braun-Pforzheim eröffnet, der zu Punkt 1 der Tagesordnung

Allgemeiner Geschäftsbericht

etwa folgendes ausführt.

Nachdem der bisherige erste Vorsitzende des Kreditorenvereins, Herr Wilhelm Stöffler, im vorigen Jahre freiwillig von seinem mit soviel Hingebung verwalteten Amte zurückgetreten sei, sei ihm als zweiter Vorsitzender die Aufgabe zuteil geworden, die Generalversammlung zu eröffnen. Er begrüßte die Anwesenden, namentlich die von auswärts erschienenen Mitglieder, die durch ihre Teilnahme an der Generalversammlung wieder aufs Neue ihr Interesse für den Verein bekundet haben.

Morgen werde es genau ein Jahr, so führt der Redner aus, daß die letzte Generalversammlung hier stattfand, in welcher der Kreditorenverein mit einer umfumgreicheren Tagesordnung vor die Erschienenen hintrat. Damals standen noch zur Berichterstattung und Diskussion die Reform der Zahlweise, das renitente Verhalten einiger Fabrikanten bei außergerichtlichen Vergleichen usw., und die Gründung eines eigenen Fachblattes. Der gegebenen Anregung zufolge habe dann am 27. Juli v. Js. eine allgemeine Fabrikantenversammlung stattgefunden, in welcher dann auch die Notwendigkeit einer Reform nach dieser Richtung hin allgemein anerkannt und beschlossen wurde, zwei Delegierte auf den Verbandstag der Deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu entsenden, um dort die bereits früher gefaßte Resolution zu vertreten; zur weiteren Bearbeitung der Sache eine gemischte Kommission bestehend aus Vertretern der Juweliere Grossisten und Fabrikanten zu bilden. Den Herren W. Stöffler und Broß von hier sei es dann auch gelungen den Antrag auf dem Verbandstag durchzubringen. Auch war es mit Unterstützung der genannten Herren möglich einen von Herrn Fr. Schneider gestellten Antrag: die soliden ausgeschwemmten Waren in Herrenmedaillons und Silberbodenbrochen durch einen Stempel zu schützen und ihnen so wieder eine besondere Wertschätzung zu verschaffen, zur Annahme zu verhelfen. Einer Einladung des Verbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu einem Delegiertentag in Frankfurt a. M. auf den 29. Oktober v. Js. behufs Weiterberatung der Reform der Zahlweise konnte wegen eingetretener Hindernisse nicht stattgegeben werden. Der Delegiertentag fand auch nicht statt und mußte die Weiterverfolgung des so wichtigen Zieles bis zu gelegener Zeit zurückgestellt werden. Bezüglich des renitenten Verhaltens verschiedener, zum größten Teil dem Kreditorenverein nicht als Mitglieder angehörigen Firmen streifte der Redner kurz die Schwierigkeiten, die dem Verein bei außergerichtlichen Ausgleichen auch im Laufe dieses Jahres wieder entstanden sind. Schon seit Jahren arbeite der Kreditorenverein deshalb auch daran, eine Ergänzung der Konkursordnung herbeizuführen, derart, daß es möglich werde, gerichtliche Zwangsvergleiche auch außerhalb des Konkurses abschließen zu können. Die Gründug einer eigenen Fachzeitung wurde in der Mitgliederversammlung vom 16. Oktober v. Js. aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Leider seien die in derselben stattgehabten lebhaften Erörterungen mit ihren Begleiterscheinungen die Veranlassung zum Rücktritt des Herrn W. Stöffler von dem Amte als erster Vorsitzender gewesen. Heute glaube der Vorstand auf volle Zustimmung der Anwesenden zählen zu können, wenn er an dieser Stelle Herrn Stöffler nochmals den aufrichtigen Dank ausspreche für seine Verdienste um den Kreditorenverein. Seit Juli v. Js. erscheint auch die bereits lange angestrebte „Protestliste“, so fährt Herr Braun fort, deren Erscheinen stets mit lebhaftem Interesse entgegensehen wird. Wie von der Mitgliederversammlung am 24. März v. J. beschlossen, so wurden Eingaben an das Reichskanzleramt gerichtet um bei dem Abschluß des neuen Handels vertrages mit Nordamerika eine Ermäßigung der Prohibitivzölle zu erlangen bzw. um die von der französischen Regentschaft in Tunis verfügten neuen Vorschriften über den Feingehaltsstempel, die gleichbedeutend waren mit der Verdrängung der hauptsächlich aus Deutschland und Italien stammden 12karätigen Waren von dem tunesischen Markt, abzuändern. Leider war es nicht möglich eine Aenderung bzw. Aufhebung der Bestimmungen zu erreichen. Gleicherweise wie die Beziehungen des Kreditorenvereins zu dem Verband der Juweliere, Gold- und Silberschmiede sich immer lebhafter gestalteten, wird auch der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß für die Folge bei Behandlung gemeinsamer Fragen auch auf ein Zusammengehen mit dem im letzten Jahre gegründeten Deutschen Grossistenverband zu rechnen sei. Der Kreditorenverein hat mit zwei gut fundierten Versicherungsgesellschaften Vorträge wegen Versicherung von Reiselagern gegen Einbruch und Diebstahl abgeschlossen, deren Benützung den Mitgliedern empfohlen werde. Der Mitgliederbestand habe sich im verflossenen Geschäftsjahr erfreulicherweise gehoben. Der Verein zählte gegen 604 Mitglieder am Schlusse vorigen Jahres, heute 633 Mitglieder. Davon Antwort des beteiligten Reichsamts erfolgt, sondern Regierungsvorlage und Reichstagskommission haben nur die Wünsche derselben unerfüllt gelassen. Die Eingabe, welcher die Handelskammern Mainz, Pforzheim, Stuttgart, Heidenheim, die Handels- und Gewerbekammer München und die Ältesten der Kaufmannschaft von Berlin sich angeschlossen haben, beabsichtigte in der Hauptsache, daß in der neuen Maß- und Gewichtsordnung das Karatgewicht und die Karatwagen als Maße bezw. Meßinstrumente gesetzlich geduldet und zugelassen würden, und sie brachte zur Frage des metrischen Karats nur beiläufig eine Darlegung des hiesigen Standpunkts. Diesen möchte ich dahin präzisieren, daß weder die Handelskammer noch der Hanauer Kunstgewerbeverein prinzipielle Gegner der Einführung eines metrischen Karats sind, vielmehr zu seiner Akzeptierung bereit sind, sobald die international einheitliche Durchführung desselben sichergestellt ist. Daß letzteres unter den gegenwärtigen Verhältnissen geschehe, scheitert unsrer Meinung nach jedoch unzweifelhaft an dem Widerstand Englands, das keinerlei Interesse daran hat und noch nicht einmal ein metrisches Münz- und Gewichtssystem besitzt, auch scheint uns die Zustimmung der Verein. Staaten noch keineswegs sicher. Bei England speziell kommt noch der konservative Geist dieses Landes hindernd dazu, sowie die Schwierigkeit der Einführung einer so einschneidenden gesetzlichen Maßregel in seinem Kolonialreich, das (Indien!) zum Teil von ausschlaggebender Bedeutung für den englischen wie internationalen Edelsteinhandel ist. Dagegen erscheint es mir verfehlt, zum Beweise der Buntscheckigkeit und angeblichen Unsicherheit der gegenwärtigen Verhältnisse immer wieder auch von einem arabischen, ägyptischen usw. Karat zu sprechen, Gewichtseinheiten, die in der tatsächlichen Praxis niemand kennt oder beachtet, sondern die nur von Theoretikern aus alten Lehrbüchern ausgegraben zu sein scheinen. Vielmehr handelt es sich allein um drei jetzt gebräuchliche Systeme, nämlich: französisches Karat . . gleich 205 mg. englisches yy - - - - „ 205,3 „ holländisches „ - - - „ 205,5 „ Die gesetzliche Einführung eines Normalkarats zu 200 mg würde

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des Andenken wird dem Verstorbenen, der sich durch seine reichen Erfahrungen und seinen unübertrefflichen Pflichteifer auszeichnete, im Kreise der Vereinsmitglieder sicher sein. Die durch den Tod des Herrn Kost erledigte Geschäftsführerstelle ist - inzwischen wieder besetzt worden. Zur Erstattung des speziellen Berichtes über die Auskunftei nimmt nunmehr der langjährige Vorsitzende der Auskunftei, Herr Bankdirektor August Kayser, das Wort und führt aus, wie wichtig die Benützung dieses Instituts für den Platz Pforzheim und die ganze Branche sei, und daß es ein großer Fehler sei, wenn dies von manchen Mitgliedern heute noch nicht voll erkannt werde. Es sei ein gemeinsames Interesse sich im Schutz vor Verlusten gegenseitig zu unterstützen und daher notwendig, Mitteilungen über irgend welche Erfahrungen dem Kreditorenverein zugänglich zu machen, für Wahrung der strengsten Diskretion sei Sorge getragen. Nur so sei es möglich das vorhandene Material immer mehr und mehr zu vervollkommnen und ein getreues Bild der kreditsuchenden Kundschaft zu erhalten. Eingegangen sind in diesem Jahre bei der Auskunftei des Kreditorenvereins 4622 Anfragen, von welchen sich 2664 auf deutsche, 421 auf österreichisch-ungarische, 1436 auf andere europäische und 101 auf außereuropäische Plätze beziehen. Benützt wurde die Auskunftei von 416 Mitgliedern. Das Archiv enthielt am 31. Dezember 1905 Material über 18167 Firmen zu dessen Beschaffung und Vervollständigung umfangreiche Erhebungen notwendig waren. Herr Geschäftsführer Weber berichtet nun über die Tätigkeit des Vereins auf dem Gebiete der Insolvenz und führt aus: Am Schlusse des Geschäftsjahres 1904 waren erledigt Konkurse im Betrage von . . . . . . . . . . 1944999.09 Mk. Dazu kommen im Jahre 1905 . 179450.65 „

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33 durch gerichtliche Betreibung „ 7480.24 „ 9 durch Rückgabe von Waren . - ,, 1792.42 „ 235 zusammen mit 88323.62 Mk. In 30 Fällen mit . - - - - - - - - - - 1 1957.58 Mk. hat sich unsere Intervention sofort als erfolglos erwiesen, in 28 Fällen mit . . . . . . . . . . . . . 1831097 „ war auch gerichtliche Betreibung erfolglos. In 18 Fällen mit . . . . . . . . . . . . . . 927068 „ wurden die Betreibungen durch Konkurseröffuung überholt. In 75 Fällen mit . . . . . . . . . . . . . . 36137.66 „ wurde das Verfahren auf Wunsch eingestellt. In Behandlung verbleiben 174 Fälle mit . . . . . . . . . . . . 7327610 „

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Seit Einführung des Inkasso- und Mahnverfahrens sind durch den Verein Forderungen von 393919.72 Mk hereingebracht worden.

Hiermit war Punkt 1 der Tagersordung erledigt und erstattet jetzt Herr Fabrikant Albert Hischmann als Vereinskassierer den Kassenbericht. Danach hatte der Verein im verflossenen Jahre eine Gesamteinnahme von 48161.60 Mk., welcher eine Ausgabe von 4787891 Mk. gegenübersteht, so daß ein Überschuß von 193.57 Mk. sich ergibt. Das Vermögen des Vereins beziffert sich nunmehr auf ca. 13200 Mk. Es wird dem Kassierer Decharge erteilt.

Der Voranschlag für das neue Geschäftsjahr weist 24000 Mk. in Einnahme und 23800 Mk. in der Ausgabe auf.

Die nun vorgenommene Wahl der Rechnungsprüfungs-Kommission ergibt die Wiederwahl der bisherigen Revisoren, Herren Oskar Bentner und Emil Schmidt hier.

Der letzte Punkt der Tagesordnung die Ergänzungswahl des Vorstandes. Der Vorsitzende, Herr Braun, gibt bekannt, daß für die ausgeschiedenen Herren acht neue Mitglieder zu wählen sind und gibt den Wahlvorschlag bekannt, auf welchem 17 Namen verzeichnet stehen.

Die Wahl ergibt folgendes Resultat: Es fallen auf Herrn

A. Odenwald, Pforzheim - - 80 Stimmen
W. Stöffler, Pforzheim . . . . . . . 74 "
Fr. Schofer, Pforzheim . . . . . . . 73 „
C. Schall, Pforzheim . . . . . . . 71 »
Alb. Hischmann, Pforzheim . . . . . 68 »-
Emil Schlesinger, Pforzheim . . . . . 64 » »
Emil Ziegler, Pforzheim . . . . . . 52 »
Jos. Gütlein, Pforzheim . . . . . 46 „

Die genannten Herren sind somit gewählt. Zum Schlusse spricht noch Herr E. Schlesinger dem zweiten Vorsitzenden des Vereins, der den Geschäften seit dem Rücktritt des Herrn Stöffler vorgestanden hat, für seine umsichtige sachgemäße Führung den Dank des Vereins aus, worauf Herr Braun erwiedert, daß er getan habe was in seinen Kräften gestanden sei, er werde auch weiter den Bestrebungen des Vereins ein reges Interesse entgegenbringen und hoffe, daß der nun neu zusammengesetzte Vorstand Ersprießliches wirken werde zum Wohle und zum Segen für die ganze Branche. Hiermit schließt die Generalversammlung. Schluß 11 Uhr.

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nun unseres Erachtens keinen andern Erfolg haben, als diesen drei Systemen, die doch nicht verschwinden würden, noch ein viertes hinzuzufügen und damit die bestehenden Abweichungen noch zu vermehren. Seine Einführung in Deutschland, ohne daß jene drei verschwänden, würde aber auch noch den bedenklichen Nachteil einer Isolierung des Deutschen Reiches haben und insofern die Gefahr einer direkten Benachteiligung in sich bergen, als natürlich der ausländische Verkäufer gern bereit sein würde, nach dem ihm selbst günstigeren leichten Karat mit dem deutschen Käufer zu handeln. So lange nicht durch internationale Vereinbarung unter den beteiligten Kulturstaaten, einschließlich Englands, das Normalkarat zu 200 mg gesetzlich eingeführt ist, muß es m. E. das Bestreben aller Interessenten sein, dem Gebrauch des gegenwärtig unentbehrlichen Karatgewichts die gesetzliche und behördliche Duldung zu erwirken, und zwar nicht nur für den Verkehr mit dem Auslande, sondern auch für den inländischen Verkehr. Dies wollte die Eingabe der Hanauer Handelskammer, und ich bin sicher, daß die vereinten Bemühungen der beteiligten Handelskammern um Weiterzulassung des Karatgewichts auch den gewünschten Erfolg wohl erreicht hätten, wenn nicht von andrer Seite so sehr zur Unzeit die Agitation für das metrische Karat betrieben worden wäre. So aber wird es dahin kommen, daß ein - dem Handel unentbehrliches Gewicht der Beschlagnahme ausgesetzt ist, und es wird sich wieder einmal zeigen, wie verkehrt es ist, gesetzliche Maßnahmen zu befürworten oder zu veranlassen, von welchen von vornherein feststeht, daß sie, weil unausführbar, umgangen werden müssen. Man nützt m. E. den beteiligten Interessenten weit besser, wenn man das Erreichbare, in unserm Falle die gesetzliche Zulassung des jetzt gebräuchlichen und einstweilen unentberlichen Karatgewichts im innern und auswärtigen Verkehr, anstrebt, als durch verfrühte und unfruchtbare Erörterungen, die nach Lage der Verhältnisse in absehbarer Zeit keinerlei Aussicht auf Durchführung oder nützliche Wirksamkeit für sich haben können. Dr. phil. Grambow

Syndikus der Handelskammer zu Hanau.

Offener Sprechsaal.

Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände

aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern.

Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Ge

brauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Erst vor wenigen Tagen erlangte ich Kenntnis von einem Artikel, welcher bereits in Nr. 7 ds. Jahrganges Ihrer geschätzten Fachzeitung gebracht wurde. Dieser Artikel enthält eine Kritik meiner Geschäftsführung und meiner Reklame, welche mich jedoch nicht bewegen kann, auf die angeführten Argumente näher einzugehen. Denn gerade bezüglich einer Reklame wird man doch stets geteilter Ansicht bleiben, obschon man für jeden einzelnen Fall tiefgehende und unwiderlegbare Beweggründe anführen könnte. Nur gegen die in dem bezüglichen Artikel dargestellte Ansicht, daß der Wortsatz meiner Inserate: – „Laboratorium zur Untersuchung von Edelsteinen“ – lediglich einen Wortschwall übertriebenster Art bedeute, muß ich mich ganz entschieden verwahren. Denn die Bezeichnung „Laboratorium“ ist keineswegs nur eine Illusion, diese hat vielmehr ihre vollste Berechtigung. Es handelt sich hierbei um diejenige Abteilung meines Geschäftes, in welcher ich vermittels wissenschaftlicher Instrumente und mineralogischer Apparate die Bestimmung edler Minerale auf wissenschaftlichem Wege vornehme. Mein Laboratorium darf sogar als mustergültig hingestellt werden, weil dieses mit den neuesten kristallographischen Apparaten ausgestattet ist, welche zur Untersuchung geschliffener Edelsteine dienen können. Manchem meiner werten Herren Kollegen wird zwar die Bedeutung und der Nutzen einer derartigen Einrichtung, sowie des entsprechenden Studiums ein Rätsel sein. Es wird bei vielen der Gedanke auftauchen, daß es doch jedem tüchtigen Fachmanne keine Schwierigkeiten biete, die Art vorliegender echter Edelsteine nach dem Aussehen und der Härte ohne weiteres festzustellen. Eine derartige Ansicht wird aber leider nur durch eine äußerst mangel

hafte und primitive Edelsteinkunde des einzelnen hervorgebracht. Man glaubt z. B., daß ein Edelstein in der üblichen kornblumenblauen Farbe ein Saphir sein müsse, ohne zu wissen, daß es auch andere Edelsteine genau in derselben Farbe gibt; oder ohne zu berücksichtigen, daß der Saphir auch in gelber, grüner, violetter Färbung und noch vielen andern Nuancen vorkommt. Man ahnt gar nicht, wie viele Spinelle als Rubine, wie viele Citrine als Topas und wie viele Turmaline als Smaragd verkauft werden. Viele werden ja auch diesen betrübenden Tatsachen recht gleichgültig gegenüberstehen, solange sie den praktischen Wert nicht erkennen, welchem die sichere, jeden Zweifel ausschließende Bestimmung der Edelsteine zugrunde liegt. Man wird sich aber der ganzen Bedeutung und der höchsten Wichtigkeit sofort bewußt, wenn man in Betracht zieht, daß ein tadelloser orientalischer Rubin von 3 Karat mit ca. 450.– Mk. bewertet wird, wo hingegen ein Spinell in gleicher Größe und Farbe nur ca. 50.– Mk. kostet. Ein schöner Topas von 100 Karat ist kaum unter 500.– Mk. zu haben, aber ein Citrin in gleicher Art und gleichem Gewicht dürfte nicht mehr wie ca. 30.– Mk. wert sein usw. Die angeführten Minerale sind einige wenige von denjenigen Edelsteinen, welche im geschliffenen Zustande dem Ansehen nach vollständig übereinstimmend sein können, so daß ein sicheres Erkennen ohne wissenschaftliche Untersuchung gänzlich ausgeschlossen ist. Ich bin auch gern erbötig, den Beweis dieser Behauptung durch Vorlage einiger Edelsteine zu erbringen, welche verschiedenen Fachgenossen zur Begutachtung unterbreitet werden könnten. Denn die Härteprobe ist eine rohe und approximative Bestimmung, daß man sich darauf keineswegs verlassen darf, zumal die verschiedensten edlen Minerale auch bezüglich der Härte gleich sind, oder

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Dritte Deutsche Kunstgewerbe-Ausstellung Dresden 1906. Schutz von Erfindungen, Mustern und Warenzeichen. Auf Antrag des sächsischen Ministeriums des Innern ist von Reichskanzler unterm 12. April im Reichsgesetzblatt eine Bekanntmachung erlassen worden, daß der durch das Gesetz vom 18. März 1904 vorgesehene Schutz von Erfindungen, Mustern und Warenzeichen auch auf die Ausstellungsobjekte der Dritten Deutschen KunstgewerbeAusstellung entsprechende Anwendung findet. Erfindungen, Gebrauchsmustern, Mustern und Modellen, die auf einer inländischen oder ausländischen Ausstellung zur Schau gestellt werden, sowie Warenzeichen, die auf einer daselbst zur Schau gestellten Ware angebracht sind, wird ein zeitweiliger Schutz gewährt. Dieser hat die Wirkung, daß die Schaustellung oder eine anderweitige spätere Benutzung oder eine spätere Veröffentlichung der Erfindung, des Musters oder des Warenzeichens der Erlangung des gesetzlichen Patent-, Muster- oder Zeichenschutzes nicht entgegenstehen, sofern die Anmeldung zur Erlangung dieses Schutzes von dem Aussteller oder dessen Rechtsnachfolger binnen einer Frist von sechs Monaten nach der Eröffnung der Ausstellung bewirkt wird. Die Anmeldung geht anderen Anmeldungen vor, die nach dem Tage des Beginns der Schaustellung eingereicht worden sind.

Japanischer Schutzzollentwurf. Wie dem „Daily Telegraph“ aus Tokio gemeldet wird, ging dem japanischen Landtage ein Gesetzentwurf zu, der erhöhte Schutzzölle, unter anderen für Juwelierwaren, Uhren, Automobile, bringt. Die während des Krieges mit Rußland provisorisch eingeführten Kriegszuschläge werden dauernd weiter erhoben werden. Eine Klausel des Gesetzes betr. die Einfuhr von Waren, die staatliche Vergünstigungen genießen, ermächtigt die Regierung, den Zoll denjenigen Ländern gegenüber zu erhöhen, die japanische Schiffe oder Waren differenzieren.

Ein eigenartiges Patent hat sich in Pforzheim der Fasser Karl Schwarz erworben. Dasselbe ist ein zweckmäßig gestalteter Reitersporn, der mit selbsttätiger Schließe versehen ist, welche eine lösbare Befestigung bewerkstelligt, daß der Sporn nicht verloren gehen, bequem und rasch abgenommen werden kann und niemals den Stiefel beschädigt.

Bei Hofjuwelier F. Miller Sohn in Ulm hat der König von Würtemberg wieder eine Reihe von Bestellungen in Auftrag gegeben, die von der Firma bereits zur Ausführung gelangt sind. Gefertigt wurden ein massiv aus Silber getriebener Kessel als Weinkühler oder Bowle verwendbar, der für die Weiler Rennen als „Preis von Weil“ bestimmt ist. Ein schlanker Pokal ist als Königsgabe für das 15. deutsche Bundesschießen in München und ein massiver Silberbecher als Festgabe zum Kongreß der allgemeinen Radfahrerunion bestimmt.

Der Streik der Goldschmiede in Paris ist im Abnehmen begriffen. Fast alle Goldschmiede haben die Arbeit wieder aufgenommen, mit Ausnahme jedoch derjenigen von billigeren Sachen.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnung. Zum Professor ernannt wurde Dr. phil. Richard Ernst Graul, der Direktor des Leipziger Kunstgewerbe-Museums, anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Königs von Sachsen.

Jubiläen. Ihr 25jähriges Dienstjubiläum konnten dieser Tage zwei Werkmeister der Nürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik vorm. Gebr. Bing, A.-G., Nürnberg, festlich begehen. Es sind dies die Herren Adam Jörgens und Ernst Goldhan. Sowohl von der Firma wie von den Kollegen erhielten beide Jubilare Ehrengeschenke.

Firmen-Aenderungen. Herr Fabrikant Ernst Possin ist aus der Handelsgesellschaft Schnapp & Possin, Alfenidewaren-Fabrik in Berlin ausgeschieden. Die Firma ist in Schnapp & Geiseler geändert. – Die Metallwarenfabrik Krautmühle Josef Püschner in Tyssa ist in Metallwarenfabrik Krautmühle Josef Püschner & Co. in Tyssa umgeändert worden. Eingetreten: Franz Rauchfuß, Buchhalter in Tyssa. Infolgedessen: Offene Handelsgesellschaft seit dem 15. März 1906. Vertretungsbefugt: Jeder von beiden, Josef Püschner und Franz Rauchfuß, selbständig.

Firmen-Eintragungen. Die Firma Loch & Hartenberger, Uhrkettenfabrikation in Oberstein ist eingetragen worden. Inhaber sind Kettenfabrikant Otto Loch und Kaufmann Gustav Hartenberger, beide in Oberstein. – Eingetragen wurde die Firma Sächs. AchatIndustrie Gebr. Seitz in Dresden. Gesellschafter sind der Apotheker und Chemiker Carl Balthaser Jean Ferdinand Seitz in Bonn und der Kaufmann Friedrich gen. Fritz Seitz in Dresden. Die Gesellschaft hat am 1. Mai 1906 begonnen. – Zu der Firma Jos Lutz, Gold-, Silber- und Juwelengeschäft in Wiesbaden wurde eingetragen, daß die Witwe Josef Lutz aus der Gesellschaft ausgeschieden und der Kaufmann Adolf Franz Ludwig Tappermann in Wiesbaden als persönlich haftender Gesellschafter in die Gesellschaft eingetreten ist. Die Prokura des Kaufmanns Tappermann ist erloschen. – Zu der Firma Eduard Herrmann, Juwelen-, Goldund Silberwaren in Plauen wurde eingetragen: Der Kaufmann Otto Eduard Edmund Herrmann in Plauen ist in das Handelsgeschäft eingetreten. Die Gesellschaft ist am 1. April 1906 errichtet worden.

Firmen-Löschung. Die Goldkettenfabrik Hch. Witzenmann in Pforzheim ist erloschen.

Geschäfts-Eröffnungen. Unter der Firma Jean Ka1b & Cie., G. m. b. H., wurde in Nürnberg eine Fabrik von Metallwaren ins Leben gerufen. Das Stammkapital beträgt 20500 Mk. – Die Herren Harnisch & Schnieper eröffneten in Luzern (Schweiz), Pilatusstraße 5 ein Juwelen-, Gold- und Silberwaren-Geschäft – Die Techniker Emil Seufert und Emil Springer haben in Pforzheim eine Bijouteriefabrik eröffnet.

Prokuren. Die Silberkettenfabrik E. Joseph in Pforzheim gibt bekannt, daß sie Herrn Paul Joseph, Kaufmann, Prokura erteilt habe.

Todesfälle. In Stolp (Pomm.) starb der Juwelier Herr Louis Heymann. – In Hanau starb nach kurzem schweren Leiden der langjährige Vertreter der Firma Ritter & Reymann, Herr Otto Knippenberg.

Verschiedenes. Aus der Goldwarenfabrik Beckh & Maisch – hofer in Pforzheim ist der Teilhaber Ludwig Christof Beckh ausgeschieden. Das Geschäft ging mit der Firma auf den bisherigen Gesellschafter Oscar Maischhofer über. – Die Gebaulichkeiten der Firma Feiler, Doubléwalzwerk usw. in Pforzheim, gingen um die Summe von 60000 Mk. an den Sohn, Herrn Karl Julius Feiler über. – Die Silberwarenfabrik Lutz & Weiß, G. m. b. H. in Pforzheim, nimmt demnächst bedeutende Umbauten zwecks Vergrößerung ihres Etablissements vor. Die nötigen an der Enzstraße gelegenen Häuser, bisher Wohnungen enthaltend, sind bereits geräumt. – In die Ringfabrik Hacker & Maier in Pforzheim ist der Kaufmann Hermann Maier als Gesellschafter eingetreten. Die Prokura des Kaufmanns Friedrich Reinhardt besteht weiter. – Die Deutsche

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