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Verantwortlich für die Redaktion des volkswirtschaftl. Teiles: Syndikus Hermann Pilz, Leipzig; für den kunstgewerbl. Teil: Professor R. Rücklin, Pforzheim; für den fachtechnischen Teil: Goldschmied Paul Axthelm, Leipzig. Druck: Spamersche Buchdruckerei in Leipzig.

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Aus Innungen und Vereinen.

Protokoll der Vierteljahres-Versammlung des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Regierungsbezirks Frankfurt a. 0. Es waren die Städte Frankfurt, Fürstenwalde, Küstrin und Sommerfeld vertreten. Außerdem waren verschiedene Gäste, u. a. Herr Verbands-Vorsitzender Fischer aus Berlin, erschienen. Der Vorsitzende, Herr Kollege Sorge, eröffnete um 5 Uhr die Versammlung. Punkt 1 der Tagesordnung betraf die Ausstellung selbstgefertigter Waren. Die Ausstellung war sehr reich beschickt und gestaltete sich recht interessant durch die Mannigfaltigkeit der ausgestellten Gegenstände und gab zugleich ein getreues Bild von dem Wissen und Können unserer Goldschmiede. Zur Beschreibung der einzelnen Gegenstände fehlt es uns an Raum, aber so viel kann unbedingt Ä werden, daß kein Stillstand eingetreten ist, sondern im egenteil, unsere Goldschmiede passen sich mit klarem Blick und praktischem Verständnis dem Fortschritt des Kunstgewerbes an. – Punkt 2: Ausstellung und Prämiierung von Lehrlingsarbeiten. Durch das „Journal der Goldschmiedekunst“ waren uns drei Preise und eine Cellini-Medaille zur Verfügung gestellt. Es wurde bei dieser Gelegenheit voll und ganz mit Dank die Tätigkeit der Fachpresse in dieser Hinsicht speziell anerkannt. In Betreff der ausgestellten Arbeiten können wir mit Freuden konstatieren, daß sämtliche Aussteller mit großem Fleiße und vielem Geschick ihrer Aufgabe nachgekommen sind. Zu den ausgestellten Gegenständen gehörten Ringe, Broschen, Armbänder, Nadeln, Knöpfe, Stockgriffe, Petschafte usw., vielfach waren auch gleich Zeichnungen der betreff. Arbeiten beigefügt. Es wurde einstimmig anerkannt, daß sämtliche Arbeiten die vollste Anerkennung verdienten. Es wurde unter diesen Umständen nicht leicht, die ausgesetzten Prämien zu verteilen. Die Prämien erhielten die Lehrlinge: I. Preis Berthold Meilicke, beim Kollegen Gerlach, Küstrin (3/, Jahr), II. und III. Preis Walter Schmidt und Hans Brümmer, beide beim Kollegen Sorge, Fürstenwalde (ersterer 3, Jahr, zweiter 2 Jahr). Dem Berthold Meilicke wurde zugleich die gestiftete Cellini-Medaille zugesprochen. Aus alle diesem ist zu ersehen, daß auch in unserem Bezirk das Bestreben der Meister dahin geht, den jungen Nachwuchs zu tüchtigen und brauchbaren Mitgliedern des edlem Goldschmiedeewerbes zu erziehen. Punkt 3. Der vom Verbands-Vorsitzenden errn Fischer gehaltene Vortrag fand aufmerksame und dankbare Zuhörer, die dem Inhalt des Vortrages voll und ganz zustimmten. Auch wurde das Thema „Uhrmacher“ in einem kleinen Vortrage vom Vorsitzenden des Verbandes ebenfalls behandelt, auch dieser Vortrag gestaltete sich recht interessant. – Punkt 5 der Tagesordnung gab wiederholt Veranlassung, das Thema „Ohrlochstechen“ zu behandeln. Es wurde festgestellt, daß, wenn das vom Kollegen Sorge empfohlene antiseptische Verfahren angewendet wird, jede Gefahr so gut wie ausgeschlossen ist. Auch wurde darauf hingewiesen, daß die Verhältnisse in den ProvinzialStädten ganz andere wären als wie die der Großstädte. Nach eingehender Debatte wurde die Ä Uhr geschlossen. Zuvor stattete noch der Vorsitzende den Dank Herrn Kollegen Fischer Ä ab, zugleich mit der Bitte, unser Gast öfter zu sein. – ach Schluß fand noch ein recht gemütliches Beisammensein im Beisein der Damen verschiedener Kollegen bis zum Abgang de betreffenden Züge der auswärtigen Kollegen statt.

Büchertisch.

Die Arbeiten der Hamburgischen Goldschmiede Jakob Mores, Vater und Sohn, von Bernhard Olsen, Direktor des Dansk Folkemuseum zu Kopenhagen. Hamburg, 1903. Verlagsanstalt und Druckerei Aktien-Gesellschaft (vorm. J. F. Richter). – Jakob Mores und Sohn, zwei hamburgische Goldschmiede des 17. Jahrhunderts, kamen in eine lebhafte und lange währende Geschäftsverbindung mit dem dänischen Königshofe, der für die Schloßkirche in Frederiksborg ihnen große Aufträge überwies. Diese künstlerisch sehr wertvollen Arbeiten sind vor kurzem wieder aufgefunden worden und werden in dem oben genannten Werke, einer vornehm ausgestatteten, reich illustrierten und fesselnd geschriebenen Monographie, einer gründlichen Besprechung unterzogen. R. R.

A. Lichtwark: Uebungen in der Betrachtung von Kunstwerken. Berlin, Verlag von Bruno Cassirer. – Wenn A. Lichtwark etwas veröffentlicht, gibt es immer Neues und Ueberraschendes, mit dem man sich erst auseinandersetzen muß. So auch hier. Wer den Titel liest, wird schwerlich etwas anderes erwarten, als die Anleitung, Betrachtungen kunstgeschichtlicher oder ästhetischer Art von Kunstwerken anzustellen. Nichts von Alledem. Das Mitgeteilte besteht der Hauptsache nach aus Gesprächen, welche der Lehrer mit den Kindern vor Gemälden der Hamburger Kunsthalle gehalten hat. Und wie simpel sind diese Gespräche! Es wird in denselben eigentlich bloß der erzählende Inhalt des Bildes behandelt, während die rein künstlerischen Fragen, wie Beleuchtung, Technik, Komposition usw., immer erst an zweiter Stelle kommen. Vertieft

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Frage 591. Wer fabriziert vorteilhaft Kupferwaren billigst?

Frage 594. Wer fertigt die neuen Scherzanhänger, welche auf dem Etikett den Spruch tragen: „Wer die Platte fleißig dreht, ihren Sinn und Wert versteht“? G. L. in N.

Frage 595. Wer ist der Fabrikant von Laubsägen die folgendes Firmenzeichen auf der Verpackung tragen: in der Mitte befindet sich ein Anker mit zwei Flügeln, rechts und links davon stehen die Worte “Schutz-Marke“ und „Nr. 30“. Unter dem Anker das Wort „Finis“. H. & J. B. in C.

Frage 596. Wo kann ich massive kl. Kugeln für kirchlichen Filigran beziehen, die Kugeln müssen in d. Gr. von 1,2 mm bis 2 mm sein? H. C. Wy. in P.

Antworten #

Zu Frage 576. Silberne Buchbeschläge fabriziert (jedoch nur für Grossisten): Karl Lipp, Schwäb. Gmünd. – GebetbücherBeschläge in Filigran und in schöner, dauerhafter Ausführung fabriziert in kleinen Quantitäten: J. Sigl, Goldschmied, Aidenbach (Bayern). Zu Frage 579. Dieses Warenzeichen gehört der E Firma C. Deffner (Nickel-, Kupfer- und versilberte Waren) in Eßlingen.

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Zu Frage 588. Teile Ihnen mit, daß ich als Neuheit eine große Auswahl bunt bemalter Porzellan gegenstände, mit Silber und Kupfer montiert, herausgebracht habe (Urnen, Schalen, Teller, Vasen, Uhren usw.), welche ich nach jedem gewünschten Muster dekorieren kann. Siegmar Lewy, Berlin S. 42, Ritterstr. 24. Zu Frage 589. Goldene Buchstabenringe liefern als leistungsfähige Fabrikanten: Schanz & Katz Nachf. (Inh. Richard Curth), Bijouterie-Fabrik mit elektrischem Betrieb, Pforzheim. – Gottfr. Rupp jr., Pforzheim, Gymnasiumstr. 72. Zu Frage 592. Billige Rosenkränze liefert: Gottfr. Rupp jr., Pforzheim, Gymnasiumstr. 72. Zu Frage 593. Zigaretten-Etuis, Griffe, Bonbonnieren usw. in Gold und Silber, mit und ohne Edelsteinverzierung fabrizieren: Albert Ranft & Cie., München, Buttermelcherstr. 18. – Gottfr. Rupp jr., Pforzheim, Gymnasiumstr. 72.

Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Bekanntmachung.

In der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ (Nr. 19) beschäftigte sich ein Artikel damit, daß die „Deutsche Uhrmacher-Zeitung“ einen Hinweis darauf gebracht hat, daß der Gold- und Silberschmied Erich Neuendorf in Münster i. W. einen Goldschmiedelehrkursus für junge Uhrmacher eingerichtet hat.

Wir bringen dazu zur Kenntnis unserer Mitglieder, daß die Geschäftsstelle bei dem Vorstand des Deutschen Uhrmacher-Bundes vorstellig geworden ist, und zwar durch ein sehr eingehend begründetes Schreiben, in welchem besonders darauf hingewiesen wurde, daß wir den Goldschmieden nur raten können, dahin zu streben, alles zu tun, um tüchtige Goldschmiede zu werden, und daß den Uhrmachern von den Verbänden ebenfalls zu empfehlen sei, sich zu tüchtigen Uhrmachern auszubilden, und daß damit die Aufgaben der Verbands-Vorstände erfüllt seien. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß diese Empfehlung eines Goldschmiedes, der vielleicht Uhrmachern treibhausartig das Goldschmiedehandwerk beibringen will, im Widerspruch steht zu der Tätigkeit in den gemeinsamen Konferenzen. Eine Antwort ist darauf noch nicht eingegangen.

Wenn die Redaktion der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ daran die Bemerkung knüpft, „die gemeinschaftlichen Beratungen der Uhrmacher und Goldschmiede führen ja immer näher und näher zusammen“, so ist das eine Auffassung, die doch den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht. Die Konferenzen haben lediglich den Zweck, gemeinsame Angelegenheiten zu fördern, und darin sind die Verhandlungen außerordentlich fruchtbar gewesen. Es ist ein Gesetzentwurf zur Regelung des Ausverkaufswesens ausgearbeitet; dann ein Antrag auf Aenderung der Marktordnung, also Abänderung des § 67 und des § 56 der Gewerbeordnung, wonach nicht allein das Hausieren mit Goldsachen gesetzlich verboten sein soll, sondern auch das Aufsuchen von Bestellungen. Diese drei sehr bedeutsamen Anträge gehen in Kürze mit eingehenden Begründungen an den Bundesrat ab.

Von einem Näherzusammenkommen der Goldarbeiter und Uhrmacher im Sinne der Verschmelzung kann dabei absolut keine Rede sein. Ganz im Gegenteil, die Bestrebungen der Vorstände gehen dahin, und müssen dahin gehen, daß man ganz genau weiß, wer Uhrmacher und wer Goldarbeiter ist.

Es haben bisher fünf gemeinsame Konferenzen stattgefunden, die Protokolle sind veröffentlicht, und aus allen geht klar und deutlich die Tendenz der Zusammenkünfte hervor. Würden diese Konferenzen eine andere Richtschnur nehmen, dahin, daß es auf eine Verschmelzung dieser beiden Stände abgesehen ist, dann würde sich der Vorstand des Verbandes unter allen Umständen zurückziehen.

Wenn wir dies in ziemlich eingehender Weise hier klar stellen, so liegt die Ursache darin, daß auch von einzelnen unserer Mitglieder die in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ zum Ausdruck gebrachte Meinung geteilt wird und der Vorstand doch in seinen Arbeiten nicht mißverstanden sein will.

Wir bemerken noch, daß bezüglich des Goldschmiedes Erich Neuendorf in Münster von uns sofort Erhebungen angestellt sind, wie weit die Angaben des Ausbildens von Uhrmachern zu Goldschmieden den Tatsachen entspricht. Falls es sich um Lehrverhältnisse handelt, welche gegen die Gewerbeordnung verstoßen und gegen die von der Handwerkskammer in Münster festgesetzten Lehrzeit, so werden wir bei der Handwerkskammer Münster vorstellig werden.

Berlin, den 12. Mai 1906.

Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede

Berlin S., Oranien-Straße 143. Fischer.

Bekanntmachung.

Zu den beiden Mitteilungen in den beiden Fachzeitungen, „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ (Nr. 19) und „Journal der Goldschmiedekunst“ (Nr. 20) über die Arbeitsordnung bringen wir zur Kenntnis, daß der Vorstand nicht beabsichtigt, etwa diese Arbeitsordnung für Deutschland einzuführen. Der Zweck einer Arbeitsordnung ist der, bei Betrieben, in welchen Arbeiter auf Stundenlohn beschäftigt werden, als Unterlage zu dienen für eine festgeordnete Abmachung zu den Arbeitsverhältnissen. Wenn man sich gerade in Berlin, in Gehilfenkreisen besonders, mit dieser Angelegenheit beschäftigt hat, obgleich da Stundenlohn vorherrschend ist, und sie für eine Verschlechterung des Arbeitsverhältnisses hinstellen will, so ist dies eine falsche Auffassung. Dies ist auch den Referenten in der Gehilfenversammlung, dem Gehilfenausschuß in der Quartalversammlung der Berliner Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung klar und deutlich zu verstehen gegeben. Wo Arbeitsverhältnisse mit 14tägiger Kündigung bestehen, und das wird in Deutschland in der überwiegenden Mehrzahl sein, kommen verhältnismäßig wenig Streitigkeiten vor. Aber in dem Falle, wo vorher Stundenlohn verabredet, hat sich herausgestellt, daß bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses Differenzen entstanden sind, die zu Klagen geführt haben, Dies soll mit der in feste Normen gefügten Arbeitsordnung, wenn diese vom Verbandstag in Eisenach anerkannt wird, vermieden werden. Es bleibt dann jedem einzelnen Unternehmer überlassen, diese Arbeitsordnung zu verwenden oder nicht. Im Uebrigen ist in der letzten Vorstands- und AusschußSitzung des Verbandes der Kommission, welche mit der Ausarbeitung der Arbeitsordnung betraut wurde, aufgegeben, eine zweite Arbeitsordnung zu schaffen, welche für Arbeitsverhältnisse mit 14tägiger Kündigung vorgesehen ist. Der Zweck ist also, das sei noch einmal wiederholt, auch in dieser wichtigen Angelegenheit Ordnung zu schaffen.

Berlin, den 12. Mai 1906.
Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede

Berlin S., Oranien-Straße 143. Fischer.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

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Darüber sind sich alle Kreise einig, daß die Zukunft unserer ganzen wirtschaftlichen Entwicklung von günstigen Handelsverträgen und Handelsabkommen auch mit den Staaten abhängt, mit denen solche Verträge bislang nicht zustande gekommen sind. Gegenwärtig steht der Entwurf des

Schwedisch-Deutschen Handelsvertrages

im Vordergrund des Interesses, der bereits dem Stockholmer Reichstag am 9. Mai zugegangen ist. Für unsere Branche ist es von hohem Werte, daß die störende Vorschrift, nach welcher auch die von Reisenden mitgeführten Muster von Edelmetallwaren den in Schweden vorgeschriebenen hohen Gold- und Silbergehalt haben müssen, aufgehoben worden ist. Eine Herabsetzung der Zölle hat für Gold- und Silberwaren, sowie für Taschenuhren nicht stattgefunden, sondern nur für Wand- und Stutzuhren und Gehäuse aus Metall, wofür der Zollsatz per kg 75 Oere beträgt. Auch eine

Erhöhung der Einfuhr-Zölle in Natal

steht bevor. Wenigstens ist sie von der Zollkonferenz in Pietermaritzburg beschlossen worden. Näheres ist uns darüber noch nicht bekannt geworden. Wie verlautet ist

Eine amtliche Enquête über die Heimarbeit,

die ja auch in der Edelmetallindustrie von Belang ist, in Aussicht genommen. Bereits 1905 waren zur Vorberatung für die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherungspflicht der Hausgewerbtreibenden vom Reichsamt des Inneren in einigen für Hausindustrie besonders bemerkenswerten Bezirken in den Provinzen Rheinland, Westfalen und Sachsen, im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken, im Königreich Sachsen und im Herzogtum Sachsen-Meiningen Erhebungen veranstaltet worden. Nach der Berliner Heimarbeits-Ausstellung hat nun Graf Posadowsky neuerdings Veranlassung genommen, nach Vereinbarung mit den Bundesregierungen für weitere Gruppen der Hausindustrie örtliche Untersuchungen stattfinden zu lassen. Die diesjährigen Erhebungen werden sich vorzugsweise auf hausindustrielle Betriebe in Mittelund Süddeutschland erstrecken und zwar namentlich auf solche Erwerbszweige, in denen über eine gedrückte Lage geklagt wird. In Betracht sollen neben Geschäfts- und Lohnverhältnissen auch die Wohnungsverhältnisse gezogen werden. Dadurch dürfte eine Feststellung erfolgen, welche frei von Schönfärberei aber auch frei von Übertreibungen bleibt. Eine neue

Kundgebung der Detaillisten in Braunschweig

richtet sich ebenfalls auf die Organisation einer Kleinhandelskammer. Man hat Protest gegen eine Rede des Staatsministers von Otto im Schutzverein für Handel und Gewerbe erhoben, der den kleinen Kaufleuten und Gewerbetreibenden die Existenzberechtigung abgesprochen hat. Wie deutet sich denn der Herr Minister die Folgen einer Ausschaltung von Kleingewerbe und Kleinhandel aus dem wirtschaftlichen Leben? Tausende würden in schwere Sorgen und Kümmernisse geraten, wenn der Unterdrückung von Kleinhandel und Handwerk kein Einhalt getan würde. Die ZusammenSetzung unseres Volkes würde eine andere aber keine bessere

werden, denn der Mittelstand würde gezwungen werden, sich gegenüber dem Kapitalismus dem Proletariat anzuschließen. Hunderte von den kleineren und mittleren Goldschmieden würden einer dunklen Zukunft entgegengehen, wenn man der Rede des Braunschweigischen Ministers Bedeutung beimessen müßte. In der Resolution des Schutzvereins heißt es sehr richtig, daß der Staat durch geeignete Gesetze und Verwaltungsmaßregeln zum Schutze und zur Beförderung des Kleinhandels und Kleingewerbes wesentlich beitragen kann und im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung unseres Staats- und Volkslebens auch beitragen soll. Angesichts solcher Äußerungen aus Ministermunde kann man eine geordnete Standesvertretung in Kleinhandelskammern nur als wünschenswert bezeichnen, denn die Erhaltung und Kräftigung des deutschen Mittelstandes ist eine der höchsten kulturellen Pflichten gerade des deutschen Volkes. Der Zentralverband deutscher Kaufleute und Gewerbtreibender von Leipzig hat in einer Eingabe an den Bundesrat eine

Eigene Unfallversicherung für alle Detailgeschäfte

in Vorschlag gebracht, der eine ausführliche Begründung beigegeben ist. Es handelt sich um die Beseitigung des Zwanges, der Lagereiberufsgenossenschaft anzugehören, zu welcher ja auch die Laden-Goldschmiede unter gewissen Voraussetzungen gehören. Wir haben uns darüber wiederholt schon in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ ausgesprochen (vgl. Nr. 16). Auf die Vorteile einer eigenen Unfallberufsgenossenschaft für Detailbetriebe werden wir in einer der nächsten Nummern unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Goldschmiedegewerbe noch zurückkommen. Ein Abonnent unserer Zeitung frug bei uns an, ob man

einem Lehrling, der nicht ganz ausgelernt hat, das Zeugnis verweigern kann?

Wir mußten die Frage verneinen. Wir sind früher wohl auch der Meinung gewesen, daß ein Lehrling, der längere Zeit seiner Arbeit durch Krankheit entzogen wurde, „nachlernen“ müsse, aber die neuere Rechtsanschauung ist eine andere. Das Berliner Kaufmannsgericht hat in einem Urteil vom 9. Dezember vorigen Jahren ausgesprochen, daß die ausgemachte Lehrdauer ohne Unterbrechung vom Tage des Beginnes der Lehre ab rechne. Der Lehrherr könne wohl im Zeugnis einen entsprechenden Vermerk machen, daß der Lehrling drei Monate krankheitshalber gefehlt habe, ein Lehrzeugnis dürfe er ihm aber keinesfalls verweigern. Auf diesem Standpunkt stehen auch verschiedene Gewerbegerichte. Ob er aber der richtige ist, das möchten wir bezweifeln. Im Interesse einer sachgemäßen Ausbildung der Lehrlinge liegt es jedenfalls nicht, sie mit Lehrzeugnis zu entlassen, wenn von ihrer Lehrzeit ein Viertel- oder halbes Jahr verloren gegangen ist. Eine andere wichtige Frage ist die:

Darf ein Goldschmied für einen Pfandleiher arbeiten?

Darf er ihm die versetzten Schmucksachen reparieren und in Stand setzen, wenn sie verfallen sind und in Handel gebracht werden sollen? daß er es rechtlich darf, steht natürlich aus allem Zweifel. Aber hat er nicht eine moralische Verpflichtung, diese Arbeiten von sich zu weisen? In einer westfälischen Uhrmacher-Innung ist diese Frage jetzt einmal diskutiert worden. Dort hat man sich fast einstimmig dagegen ausgesprochen, daß ein Uhrmacher für ein Leihhaus oder einen Pfandleiher arbeiten solle, da hierdurch am besten die Schäden der Leihhäuser bekämpft würden. Sollte das nicht etwas zu optimistisch gedacht sein? Die Pfandleiher werden sich dann selbst Gehilfen halten müssen, die ihnen die Arbeit besorgen und es ist dann abermals nichts erreicht. Viel mehr Erfolg werden die in Vorschlag gebrachten gesetzlichen Maßnahmen haben, welche von Goldschmieden und Uhrmachern gemeinschaftlich ausgearbeitet wurden. Eine wohlwollende Aufnahme hat

Unsere Eingabe an den Reichstag in Sachen der Diamanten-Imitationen

in der Presse gefunden. Mittlerweile hat auch der Verband der Juweliere, Gold- und Silberschmiede eine Eingabe folgen lassen, in welcher gefordert wird, daß das Wort Diamanten und Brillanten

Die feuerfesten künstlichen Steine.

Die Dinas massen. Das Material, aus welchem die künstlichen Dinasmassen angefertigt werden, besteht ebenfalls aus Kieselsäure und verwendet man als solche entweder Stücke von reinem Quarz, wie man sie im Urgebirge häufig genug antrifft, oder man benutzt hierfür den Feuerstein oder Flint, der in manchen Gegenden, namentlich an den Küsten von Kreidegebirgen sehr häufig vorkommt. Quarz und Feuerstein müssen zu grobem Sand verkleinert werden. Es geschieht dies ohne Anwendung einer besonders großen Kraft, wenn man das Material vor dem Mahlen „abschreckt“. Die Steine werden zu diesem Behufe im Schachtofen glühend gemacht und in glühendem Zustande in kaltes Wasser geworfen. Infolge der plötzlichen Abkühlung werden die Steine ungemein spröde und zeigen in ihrem Inneren unzählige feine Sprünge, so daß sie oft schon durch einen Schlag mit einem Hammer in sehr viele kleine Stücke zerspringen. Durch das Mahlen in einem Stampfwerke oder in einer Kollermühle erhält man nunmehr einen grobkörnigen, sehr scharfkantigen Sand und ist es am zweckmäßigsten, mit der Verkleinerung soweit zu gehen, daß man Körner von 2–3 mm Größe erhält. Um aus diesem Sande eine bildsame Masse zu erhalten, verwendet man auf 100 Gewichtsteile Sand ein Gewichtsteil gebrannten Kalk, welchen man unmittelbar vor der Verwendung ablöscht und nur mit soviel Wasser versetzt, als überhaupt unbedingt notwendig ist, damit man die Kalkmilch mit dem Quarzsande mengen kann. Das Mengen muß in Mischmaschinen erfolgen, damit jedes Quarzkörnchen auch von Kalk umhüllt werde. Die so erhaltene Masse ist wenig bildsam; um sie formen zu können, muß man sie kräftig in die eisernen Formen einstampfen und in diesen einem Drucke unterwerfen, den man so hoch als möglich steigert. Die geformten Dinassteine werden sorgfältig unter Anwendung künstlicher Wärme getrocknet und dann in den Brennofen gebracht, welcher aber so gebaut sein muß, daß die in ihn eingesetzten Massen zur stärksten Weißglut gebracht werden können. Nachdem der Ofen solange angeheizt wurde, bis dieser Zustand eingetreten ist, werden alle Öffnungen desselben geschlossen und der Ofen solange sich selbst überlassen, bis sein Inhalt ganz auf gewöhnliche Temperatur abgekühlt ist, was bei großen Öfen eine Woche dauern kann. Es ist ganz unerläßlich, das Abkühlen der Steine auf die Weise vorzunehmen, denn dadurch sichert man sich am besten gegen das Zerbrechen der Ziegelmassen. Nimmt man einen noch heißen Dinasstein aus dem Ofen und läßt ihn an der Luft rasch erkalten, so vernimmt man ein eigentümliches Knistern, von welchem das Entstehen von Rissen in der Masse begleitet ist, und zerfällt dann meistens der Stein in eine Anzahl verschieden großer Bruchstücke. Ganz vermeiden läßt sich das Eintreten des Brechens einzelner Ziegel überhaupt nicht; die zerbrochenen Ziegel werden zerkleinert und das sich ergebende grobe Pulver als DinaSmörtel beim Zusammensetzen der Steine verwendet. Beim Erhitzen von Quarz und Kalk bis zur Weißglut wirken die Kieselsäure und der Kalk in der Weise aufeinander, daß ein

überhaupt für Imitationen nicht gebraucht werden darf. Das ist ein radikalerer Antrag als der unserige und es wird sich fragen, ob man regierungsseitig soweit zu gehen bereit ist. Wir hatten, weil uns das zweifelhaft erschien, einen Mittelweg erwählt. Welche Eingabe nun auch die Billigung der gesetzgebenden Körperschaften finden mag, das ist schließlich gleich. Die Hauptsache bleibt, daß die Angelegenheit beraten und einer der Vorschläge angenommen wird. Zu einer Lösung der Frage werden beide Eingaben das ihrige beitragen. Gegen den Inhaber des schon mehrfach genannten Saphir-Diamanten-Geschäfts in Magdeburg ist inzwischen die Untersuchung wegen Betrugs in vielen Fällen eingeleitet und Haftbefehl erlassen worden. Alle Personen, welche glauben, betrogen zu sein, sollen sich bei der Polizeibehörde melden. In dem Taits-Prozeß den „Goldsoll“ in Stettin gegen die Firma Behr & Co. führt, hat sich der Anwalt der letzteren unseres Materials bedient und schreibt uns, daß ihm dasselbe eine dankenswerte Unterstützung gewesen sei. Wir hoffen auch bei diesem Prozeß auf einen glücklichen Ausgang.

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ungemein schwer schmelzbares Kalksilikat entsteht, welches als halbgeschmolzene gesinterte Masse die einzelnen Quarzkörner zu einer ziemlich festen Masse verbindet, die um so fester wird, je länger sie der Einwirkung sehr hoher Temperaturen ausgesetzt ist. Man kann die Zusammensetzung der Dinassteine auch durch verschiedene Zusätze etwas abändern, doch müssen die Zusätze immer derart sein, daß nur Silikate von höchstliegenden Schmelzpunkten entstehen.

Eine Dinasmasse, welche auf diese Weise zusammengesetzt ist, wird nach der von Nehse gegebenen Vorschrift dadurch erhalten, daß man Quarzsand mit Koalin (Porzellanton) und zu Pulver gelöschtem Ätzkalk trocken innig mischt, das Gemisch unmittelbar, bevor es geformt werden soll, leicht befeuchtet, in die Formen preßt und einem hohen Druck aussetzt. Nach der Vorschrift Nehses verwendet man

Quarzsand . . . 100 Gewichtsteile Gebrannten Kalk . 7–8 „ Porzellanton 3–4

und erhält hierdurch eine etwas bildsamere Masse als aus Quarz und Kalk allein. Beim Brennen derselben entsteht ein ungemein schwer schmelzbares Doppelsilikat aus kieselsaurer Tonerde und kieselsaurem Kalk. Die Nehseschen Steine sind ebenfalls absolut feuerfest und besitzen auch eine größere Härte als jene, welche bloß mit Hilfe von Kalk dargestellt werden. Zur Darstellung von Dinasmassen nach diesem Verfahren verwendet man stark gearbeitete Holzformen, welche oben offen, unten mit einem Boden versehen sind, in welchem aber eine Anzahl von Offnungen gebohrt sind. Der Boden ist mit vier kurzen Füßen versehen, so daß er die Fläche eines Gefäßes, in welches die Form gestellt wird, nicht berührt. Der zu verwendende Quarzsand wird mit einer etwa 5% Chlorkalzium oder Chlormagnesium oder einem Gemenge beider Salze enthaltenden Lösung benetzt und in die Formen so fest als möglich eingestampft. Die Formen werden dann in ein Gefäß gestellt und dieses mit einer sehr dünnen Lösung von Wasserglas gefüllt. Letztere dringt allmählich durch die Offnungen im Boden der Holzform nach aufwärts durch die Sandmasse. Es vollzieht sich hierbei wieder der Vorgang, daß sich das Chlorkalzium oder Chlormagnesium mit dem Wasserglase in kieselsauren Kalk oder kieselsaures Magnesia und Chlornatrium umsetzt. Nach der vollständigen Durchtränkung der Sandmasse wird dieselbe infolge der gallertartigen Beschaffenheit des frisch gefällten kieselsauren Kalkes oder der kieselsauren Magnesia schon ziemlich fest und kann behutsam aus den Formen genommen werden. Man läßt sie vollkommen lufttrocken werden und brennt sie dann in starker Hitze. Die kieselsauren Salze verlieren hierbei vollständig ihr Wasser, sintern und verbinden die Sandteile mit großer Festigkeit; das in den Steinen enthaltene Chlornatrium verflüchtigt beim Brennen vollständig aus der Steinmasse. Massen für feuerfeste Tiegel. Die Angaben, welche über das Wesen der feuerfesten Massen im allgemeinen und über Schamotte und Dinassteine im besonderen gemacht wurden, geben schon Weisungen für die Zusammensetzung jener Massen, welche

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