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Ein Herd der Sprachmengerei. In der „Goldstadt“ Pforzheim beherrscht die Herstellung von Goldwaren so ziemlich das ganze Leben und Treiben der Bevölkerung, und hier vollzog sich hauptsächlich die Entwicklung der in der deutschen Goldwarenindustrie gebräuchlichen Fachausdrücke, welche teils der deutschen, teils der französischen Sprache entstammen. Im Jahre 1767 gründeten Genfer Uhrmacher die erste Goldwarenfabrik in Pforzheim, benutzten für Waren, Werkzeuge, Buchführung und Schriftwechsel ausschließlich ihre Muttersprache, und die französischen Bezeichnungen erhielten sich mit großer Zähigkeit bis heute. Durch den regen Verkehr Pforzheims mit dem Ausland fanden die französischen Worte immer wieder neue Nahrung, und erst seit einigen Jahrzehnten bemerkt man mit der Kräftigung des deutschen Marktes ein langsames Zurückweichen der Fremdworte. Viele Ausdrücke werden in beiden Sprachen nebeneinander angewandt, wie: Bijoutier = Goldschmied, Estamperie = Presserei, Broches = Broschen, Pampilles = (Boutonsspitzen) Haberkörner, Belières = Biegringchen, Commissionär = Ausläufer, Pincenez = Zwicker, Crayon = Bleistift, Boutons = Ohrringe, Pendeloques = Ohrgehänge, Toaillerie – gefaßte Goldwaren, Bracelet = Armband (im Volksmund heißt eine Pforzheimer bogenförmige Brücke Braceletsteg) und viele andere. In dem Durcheinander der zwei Sprachen heben sich zwei Gruppen von Fremdworten ab; die eine umfaßt reine Fremdwörter und solche, die in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind. Hierzu sind zu Äs Polisseuse, Estamperie, Guillocheur, Nielleur, Brüniren, Finiren, Bijoutier, Joaillerie, Fournituren, Chatons, Cuvettes, Cliquet, Charnier, Composition, Doublé, Planche, Belière, Pincenez, couranter Exportgenre, Brisuren, Collier, Bracelet, Chatelaine, Crayon, Medaillon, Creolen, Boutons, Pampilles, Bonbonnière, Pendeloques, Bretoque, Brochette, Similibijouterie usw. Der zweiten Gruppe gehören die aus beiden Sprachen gemischten Worte und Redewendungen an, wie: Courante Artikel, Similiwaren, Silberdoublé, Goldcharnier, mit Rosen incrustiert, Etalagefabrikation, ElfenbeinImitation, Kettenpolisseuse, Medaillonsmacher, Juwelenimitation, oldene Chatelaines, Guillochierarbeiten, Dessinblech, Dessinwalze, oubleblech, façonnirter Draht, Baroqueperle, Silberbijouterie, Brünirungsanstalt, Kinderbracelet, Kettenbracelet, Silberbracelet, Pinzenezkettchen, Chemisettknöpfe, Charnierketten, Muffchaines, Doubléknöpfe, Crayons in Gold, Sammetetuis, Patentbrisuren, Wiener Brisur, Portefeuille mit Goldbeschlag, Herrenmedaillon, Herzmedaillon, Perlcollier, Collierschlößchen, Breguetschlüssel usw.

Diese Liste wäre leicht noch zu erweitern, aber kaum läßt sich

behaupten, daß der Sprachmischmasch besonders schön sei. Es sollte mich freuen, wenn von anderer Seite die Entwicklung der Goldwarensprache und ihrer Fremdlinge noch näher beleuchtet und auch ermittelt werde, welcher Fachausdrücke sich die alten deutschen Meister der Goldschmiedekunst bedienten. A. G

Feingehaltsstempel auf Doubléwaren. Auf eine Anfrage hat die Handelskammer zu Pforzheim nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 16. Juli 1884, betreffend den Feingehalt von Gold- und Silberwaren, es für unzulässig erklärt, Doublé waren mit einem Feingehaltsstempel in römischen Ziffern zu versehen, da Doubléwaren nach den Bestimmungen einen Stempel, der einen Feingehalt ausdrückt, nicht tragen dürfen. Anlaß zu der Frage gab eine Firma, welche Doubléketten im Feingehalt von "1ooo mit „L“, und solche im Feingehalt von ".ooo mit „CX“ gestempelt hatte.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Jubiläen. Herr Chr. Knoth, Ziseleur in Hanau, feierte sein 25jähriges Geschäfts-Jubiläum bei der Firma Wolf & Knell. – Der in Fabrikanten- und Exporteur-Kreisen Pforzheims wohlbekannte Kaufmann Fritz Orth konnte dieser Tage auf eine 25 jährige Tätigkeit im Hause J. Beck, Etuis- und Etalagen-Fabrik in Pforzheim, zurückblicken. Seiner Mitarbeit ist es wohl auch zuzuschreiben, daß die Firma, eine der ältesten der Branche am Pforzheimer Platz, ihr altes Renommee bis heute bewahrt hat. – Gleichfalls auf eine 25jährige Tätigkeit konnten die Goldarbeiter M. Rittmann in Pforzheim und E. Weiß in Pforzheim bei der Firma F. Zerrenner in Pforzheim zurückblicken. Sie wurden seitens der Chefs reichlich beschenkt. – In der Württembergischen Metallwarenfabrik Geislingen konnten zwei Arbeiter, der Metalldrücker Thomas Schmidt und der Metalldreher Joh. Eckle, das 50jährige Arbeitsjubiläum feiern. Sie traten im Jahre 1856 in die damals noch kleine Fabrik ein und machten deren Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit. Zum 40jährigen Dienstjubiläum wurden sie mit der König-Karl-Jubiläumsmedaille ausgezeichnet. Vor der versammelten Direktion beglückwünschte Direktor Dr. Clausnizer die Jubilare und überreichte ihnen ein Ehrengeschenk der Fabrik.

Geschäfts-Eröffnung. Unter der Firma Hienerwad el & Vögele in Pforzheim eröffneten die Herren Kaufmann Alb. Hienerwadel

und Techniker Stephan Vögele eine Goldwaren-Fabrik und fertigen als Spezialität: Broschen, Nadeln und Anhänger.

Geschäfts-Uebernahme. Die Firma Kirchgäßner & Kraft, Bijouterie- und Ketten-Fabrik in Pforzheim, hat die Fabrik feiner Alpaka- und Stahlwaren von Adolf Deibele daselbst käuflich übernommen und ihrem seitherigen Betrieb einverleibt.

Verschiedenes: Die vor Wochen abgebrannte Etuisfabrik im Würmtal ist nebst Liegenschaften und Gebäulichkeiten auf eine Gesellschaft: „ Vereinigte Etuisfabriken Unterreichenbach, Pforzheim und Tiefenbronn“ übergegangen.

Vom Kunsthandwerk.

Symmetrie und Gleichgewicht. Das der Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel unterstehende Württembergische Landesgewerbemuseum in Stuttgart plant für den Herbst eine Sonderausstellung, die zum ersten Male einen ästhetischen Hauptgrundsatz, die Frage von Symmetrie und Gleichgewicht in Kunst und Kunstgewerbe, nach allen Richtungen verfolgen, Beispiele aus allen Gebieten und Epochen vorführen und zur Diskussion stellen soll, verbunden mit Hinweisen auf die physiologischen Voraussetzungen, sowie auf die Vorbilder und Gegenstücke in der Natur und Praxis. Der Zweck ist ein doppelter, nämlich ein theoretischer und ein praktischer: Einerseits soll diese Frage retrospektiv und aktuell studiert werden können, namentlich um zu überblicken, wie sich die konservativen und die oppositionellen Stilrichtungen mit der Symmetrie abgefunden beziehungsweise sich über sie hinweggesetzt haben, anderseits soll unsere moderne künstlerische und kunstgewerbliche Produktion, die zum Teile unbedingte Symmetrie befolgen zu müssen glaubt, einer Fessel entledigt und zu freieren Schöpfungen angeregt werden. Sämtliche Museen, Künstler und Kunstgewerbtreibende sind zur Mitwirkung eingeladen. Anmeldungen, die diese Ausstellung betreffen, werden schon jetzt beim Kgl. Landesgewerbemuseum entgegengenommen.

3. Deutsche Kunstgewerbeausstellung Dresden 1906. Eine besondere Abteilung der Ausstellung ist der kirchlichen Kunst gewidmet. In dieser hat man versucht, in einigen charakteristischen Beispielen das zu vereinigen, was heutzutage im Dienste der Kirche an Edelgerät und Stickereien in selbständig-lebendigem Geiste geschaffen wird. Eine Sammlung alter Kelche, die Prof. Berling zusammengestellt hat, wird dazu das Gegenstück bilden. Diese kirchlichen Kostbarkeiten werden in einem Raume ausgestellt, den Fritz Schumacher dafür gebaut hat. In einem tonnengewölbten Mittelraum sieht man zwischen einer kleinen offenen Säulenstellung hindurch die Gegenstände in einem rings um den Saal sich ziehenden schmalen Umgang aufgebaut. Sie sind durch unsichtbar angebrachtes elektrisches Licht hell beleuchtet, während der Beschauer selbst im Halbdunkel bleibt. Dieser Raum wird vom Maler Richard Guhr, Dresden, mit großen Wandmalereien geschmückt.

Die moderne Kunstmedaille fängt an, in Deutschland Boden zu gewinnen. Angeregt durch die in den letzten Jahrzehnten in Frankreich zu so hoher Blüte gelangte Medaillenkunst (die von dem bei uns noch vielfach herrschenden Fabrikations-Schlendrian wohl zu unterscheiden ist), haben wir heute in Deutschland nicht nur eine ganze Anzahl tüchtiger Künstler, die sich diesem Fache zuwenden, sondern auch zahlreiche Sammler, die sich nicht, wie früher fast ausschließ– lich, aus den Reihen der Münzfreunde zusammensetzen, sondern die Medaille aus rein künstlerischen Gesichtspunkten kultivieren. Für diese dürfte der eben erschienene Auktionskatalog der Firma Adolph Heß Nachfolger in Frankfurt a. M. von Interesse sein, der eine zwar kleine, aber sehr gewählte Sammlung von Medaillen der besten zeitgenössischen französischen Meister enthält. Neben den Großmeistern Chaplain und Roty (der mit 48 Medaillen vertreten ist), finden wir sowohl die älteren Meister Oudiné und Ponscarme als die jüngeren Alex. Charpentier, G. Dupré, Yen – cesse u. a., ja als gelegentliche Gäste auf diesem Felde Großplastiker wie Albert Bartholomé und Emanuel Fremiet, Kupferstecher wie Michael Cazin u. a. Die Sammlung enthält eine ganze Anzahl von Stücken, die sonst im Handel kaum vorkommen, teils Medaillen, die auf privaten Anlaß geschlagen wurden, teils Prägungen der Société des Amis de la Médaille, die nur in beschränkter Anzahl für die Mitglieder dieser Gesellschaft hergestellt sind. Im ganzen verzeichnet der Katalog 207 Arbeiten VOn 41 Künstlern.

Von Kunstgewerbeschulen.

Lehrplan für die Fachschule der Juwelier-, Gold- und SilberschmiedeInnung zu Berlin. Die Innungsfachschule hat 4 aufsteigende Stufen zu je einem Jahr für Lehrlinge und eine Stufe für Gehilfen. Jede Klasse hat wöchentlich 6 bzw. 8 Stunden. Unterrichtsgegenstände sind: Fachwissenschaften, z. B. Edelmetall- und Edelsteinkunde. Kunstgewerbliches und Fachzeichnen. Modellieren, Gravieren, Ziselieren und Fassen. Später, wenn die Schule ausgebaut ist, soll Chemie der Edelmetalle hinzukommen. Lehrmittel: Gipsmodelle aus dem Königl. Kunstgewerbemuseum Dresden. Präparierte Pflanzen und Tiere, die für das Gold- und Silberschmiede-Kunstgewerbe in Betracht kommen. Künstliche Blumen, Vorlagen von Prof. Wiese, ehemaliger Direktor der Königl. Akademie zu Hanau, Prof. J. Riester an der Großherzl. Kunstgewerbeschule zu Pforzheim, und plastische Vorbilder in Metall von C. Schleusing, Maler und Bildhauer für Kleinplastik, die Fachpresse und Fachwerke der Bibliothek der Juwelier- usw. Innung. 1. Lehrjahr: Zeichnen nach Gipsmodellen, z. B. Pflanzenabgüsse, nach Vorlagen und präparierten und künstlichen Blättern und Blumen; Modellieren von Pflanzenformen; Gravieren von Schrift und Monogrammen; Ziselieren und Fachwissenschaften, z. B. Edelsteinkunde usw. 2. Lehrjahr: Zeichnen, z. B. Entwickelung des Ornaments aus der Pflanze, mit Erklärungen an der Wandtafel; Kombinationen; Modellieren von Ornamenten; Gravieren; Ziselieren und Fachwissenschaften. 3. Lehrjahr: Entwerfen und Fachzeichnen von Schmucksachen und verzierten Silbergefäßen; Fachmodellieren; Ziselieren; Gravieren und Fachwissenschaften. 4. Lehrjahr: Freie Entwürfe in Zeichnung und Modellierung; Gravieren; Ziselieren und Fachwissenschaften. Gehilfenkursus: Kunstgewerbliches und Fachzeichnen; Gravieren; Ziselieren; Modellieren; Fassen von Edelsteinen und Treiben in Metall. Tageskurse (2 bis 3 monatlich) im Atelier des Leiters, beginnen am 1. und 15. eines jeden Monats. Honorar 50 Mk. – Schulordnung. Anmeldung: Sobald der Lehrling in die Lehre tritt, wird er laut Innungsbeschluß von dem Meister sofort zur Schule angemeldet. Schulbesuch: Jeder Schüler hat pünktlich zur angesetzten Unterrichtszeit in einem sauberen Anzug zu erscheinen. Der Unterricht findet in den Abendstunden und Sonntags vormittags nach dem Lehrplane statt. Kontrolle: Es werden Listen geführt. Jedes unentschuldigte Ausbleiben des Schülers wird seinem Lehrmeister mitgeteilt. Ferien: Ferien finden zugleich mit denen der städtischen Schulen statt, nur vor Weihnachten sind 14 Tage Ferien, wofür aber die 14tägigen Herbstferien ausfallen. Zweck: Die Innungs-Fachschule hat den Zweck, Lehrlingen und Gehilfen die Gelegenheit zu geben, die in ihrem Beruf erforderliche zeichnerische, fachliche und wissenschaftliche Ausbildung, welche als notwendige Ergänzung zu der WerkstattPraxis gehört, zu bieten. Kuratorium: Das Kuratorium besteht aus folgenden Herren: 1. Vorsitzender: Hofjuwelier Paul Telge, Holz§Ä 8. 2. Stellv. Vorsitzender: Hofgoldschmiedemeister Hugo chaper, Potsdamer Straße 8. 3. Friedrich Dröscher, Goldschmiedemeister, Friedrichstraße 171. 4. Paul Gießel, Goldschmiedemeister, Adlerstraße 7. 5. Wilhelm Dönges, Goldwarenfabrikant, Stallschreiberstraße 26. 6. Otto Klauk, Goldarbeiter, Sophienstraße 25. 7. Robert Schmidt, Großkaufmann, Mitinhaber der Firma Bünder & Lettré. Sachverständige: Die Jurymitglieder für die halbjährlichen Ausstellungen: 1. Hofgofdschmiedemeister Hugo Schaper. 2. Hofjuwelier Paul Telge. 3. Goldschmiedemeister Max Weichmann. 4. Goldschmiedemeister Heinrich Nachtigal. 5. Großkaufmann Robert Schmidt. 6. Oskar Müller, Engroshaus für Juwelier-, Gold- und Silberwaren. Stiftungen: Bündert & Lettré-Stiftung: Kaiser-Medaille in Bronze und Silber. Ausgeführt mit Allerhöchster Genehmigung Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. von C. Schleusing, sowie dazu gehörige künstlerisch ausgeführte Diplome. Schulleitung: Die Leitung der Schule liegt in den Händen des Fach- und Zeichenlehrers Carl Schleusing. Lehrer: 1. Lehrer Humfa. 2. Juwelier und Goldschmied Hempel (praktisch und kunstgewerblich gebildet). 3. Weitere Lehrer werden nach Bedarf angestellt. Schulgeld: Jeder Schüler zahlt per Jahr 12 Mk. Schulgeld in halbjährlichen Raten. Kassierer: Goldschmiedemeister Paul Train, Scharrenstraße 1. durch die beiden Stifte ee nicht nur die nach innen eingebogenen Enden der Spange zusammengebogen, sondern auch die Arme bb der Spange zusammengeführt. Vermöge der Federkraft haben die Spangen das Bestreben, bei Aufheben eines auf sie ausgeübten Zuges in ihren Enden aa und gleichzeitig in ihren Armen bb auseinanderzugehen, so daß die geschlossene Stellung durch doppelte Federkraft erhalten wird. Bei zu starkem Anziehen wird ein Verstrecken der Feder dadurch verhütet, daß die Ausziehbarkeit durch die Biegestollen begrenzt wird. Das Umbiegen der Spangenenden schützt also die Federkraft vor Erlahmen und Verstrecken und erhöht durch den auftretenden Gegendruck die Schnellkraft. Hierdurch wird die Herstellung kleinster und zartester Ketten ermöglicht.

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Clemens Frötschner, Kaufmann und Wenzel Frötschner, Techniker beide i. Pforzheim, Durlacherstr. 64, II. Bügel zum Zusammenhalten von Selbstbindern. Gegenstand des Gebrauchsmusters bildet ein Selbstbindehalter, welcher als Ersatz des bisher zum Zusammenhalten des Selbstbinders verwendeten Nadel dienen soll. Letztere ist sehr unpraktisch, weil sie durch das öftere Einstecken beim Binden die Binde zerstört und unansehnlich macht. Der Halter nach vorliegendem Gebrauchsmuster hingegen wird einfach unter den zusammengelegten Stoff des Knotens der Binde geschoben und gestattet auf diese Weise eine sichere und für den Stoff unschädliche Befestigung. Die Zeichnung zeigt den Halter in Fig. 1 in Draufsicht, in Fig2 in Seitenansicht. Der Halter besteht aus einem aus Draht gebogenen Dreieck a und einem daran gelöteten nach vorn umgebogenen Messerdraht b, an dessen Ende ein Nadelkopf c angebracht ist. Beim Gebrauch wird der Halter wie Fig. 1 zeigt von unten unter das oberstliegende Stoffband des Knotens des gebundenen Selbstbinders geschoben und zwar so, daß der Teil a innerhalb des Knotens unter den vorderen Stoffteilen zu liegen kommt. Erst dann wird der Selbstbinder festgezogen. Der Messerdraht ist dann von vorn kaum sichtbar. Natürlich ist es möglich, die beschriebene Ausgestaltung in beliebiger Weise zu ändern. Der Teil a kann auch als Platte oder in anderer Form ausgeführt werden. Ebenso kann der Messerdraht b als Stiel für eine als Nadelkopf c gewählte Blume oder dergl. ausgebildet werden. in der Handhabung kann noch dadurch herbeigeführt werden, daß die Teile a und b durch ein Gelenk miteinander verbunden werden. – Schutz-Anspruch: Selbstbinderhalter, dadurch gekennzeichnet, daß ein unter den Stoff des Selbstbinders zu schiebender Teil a mit einem über den Stoff greifenden Teil b mit Nadelkopf verbunden ist.

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Eine Erleichterung

sehr zweckentsprechend und vorteilhaft. Der Erfinder wünsch sein Schutzrecht gegen eine annehmbare, einmalige Zahlung zu verkaufen und werden Interessenten höfl. gebeten, sich diesbezüglich an die Verwertungsabteilung des Patentanwaltsbureau Sack, Leipzig, zu wenden. Wäre dies nicht recht praktisch für die Goldschmiedewerkstatt? – Das lästige Ueberdrehen der Schrauben käme dann in Wegfall!

Löcher in Glas bohren. Man glühe den (Drill) Bohrer weiß und lösche ihn in Quecksilber ab, welches ihn sehr härtet und schleife ihn nach. Beim Bohren halte man den Bohrer stets naß mit einer gesättigten Lösung von Kampher und Terpentinöl. Das Glas wird sich dann leicht bohren.

Patente und Gebrauchsmuster.

Patent-Erteilungen. 42h. 171811. Zusammenlegbare Brille mit verstellbarem Steg zwecks Einstellung auf richtige Augenweite. Dr. Elie Mirovitsch, Le Mans (Frankr); C. Fehlert, G. Loubier, Fr. Harmsen und A. Büttner, Pat.–Anw., Berlin SW. 61. 31. 12. 04. – Für diese Anmeldung ist bei der Prüfung gemäß dem Unionsvertrage vom 20. 3. 83 und 14. 12. 00 die Priorität auf Grund der Anmeldung in Frankreich vom 24. 3. 04 anerkannt.

Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44a. 273498. Gefärbte Haarspange aus Zelluloid, deren Vorderfläche mit Gravierungen und Steinen versehen ist. Maximilian Pollak, Wien; Vertreter: H. Nähler, Pat.-Anw., Berlin SW. 61. 2. 1. 06. P. 10762.

44a. 273543. Bügelartige Knopfmechanik, aus zwei ineinander schiebbaren Teilen bestehend, von welchen der eine Teil eine mit einem konischen Scharnier befestigte und einem Dorn versehene Klappe zum Festhalten des anderen Teiles besitzt. Theodor Baer, Hanau. 20. 2. 06. B. 30247.

21b. 273880. Aus Kohle, Zink und mit Chlorsalzen gesättigtem Sägemehl bestehendes galvanisches Trockenelement. C. von Lom, Köln-Ehrenfeld, Vogelsangerstr. 102, und G. Kramer, Cöln, Hohenstaufenring 6. 23. 2. 06. L. 15638.

67a. 273955. Rotierende Bürste zum Auftragen getrennt zugeleiteter Poliermittel auf die Scheibe. Paul von der Lippen, Ohligs, und Otto Rüttgers, Merscheid. 13. 1. 06. L. 15372.

21 b. 274217. Galvanisches Element mit ausgepichtem Pappzylinder, Zink und Kohle als Elektroden und einer mit Salmiaklösung getränkten Papierbreimasse als Elektrolyt. Kurt Bohn, Berlin, Gitschinerstr. 66. 30. 12. 05. B. 29788.

44a. 274355. Ersatz für Manschettenknöpfe, bestehend in zwei auf die Manschettenränder aufzuschiebenden, gelenkig miteinander verbundenen Klemmen. Marta Haupt, Kattowitz. 7. 2. 06. H.29114.

44a. 274491. Doppelsicherheitsnadel, an beiden Seiten ansteckbar. Helene Katz, geb. Rothgießer, Berlin, Inselstraße 6. 20. 2. 06. K. 27 302.

44a. 274492. Band mit aufgeprägter Bezeichnung einer Waffengattung für Rekrutenabzeichen o. dgl. Aldolf Zöller, Frankfurt a. M., Kronprinzenstr. 24. 22. 2. 06. Z.3950.

44a. 274520. Ohrlochstecher mit von einer Spiralfeder vor und zurückgeschleuderter Nadel. Franz Ha1strup jun. Freiburg i. B., Nußmannstr. 3. 29. 12. 05. H. 28 810.

44a. 274529. Mit Seitenschlitz und federnder Oese versehene Schutzkappe für Hutnadeln. Johannes Wolters, Düsseldorf, Luisenstraße 54. 3. 2. 06. W. 19736.

44a. 274556. Aus in sich federnden Knöpfchen und mit kopfartigen Ansätzen versehenem Kettchen und Haken bestehende Haltevorrichtung für Kolliers und dgl. J. Arthur Dietzold, Leipzig-Lindenau, Georgplatz 4. 3. 3. 06. D. 10931.

44a. 274685. Manschettenknopf in Gestalt eines verkleinerten Militärabzeichens (Achselstück) mit an der Unterseite angebrachter Befestigungsvorrichtung Ludwig Baller, Köln-Ehrenfeld, Thebäerstraße 50. 9. 1. 06. B. 29819.

44a. 275009. Uhrkette mit Münzen zur Erinnerung an die Dienstzeit, welche einen dahingehenden Vermerk, die Regimentsabzeichen und Landeswappen bzw. Regentenkopf tragen. Herm. Wolf, Zwickau i. S., Elsasserstr. 40. 22. 2. 06 W. 19855.

44a. 275013. Vorstecknadel für Krawatten mit beweglicher Nadel und einschraubbarem Schmuckstück zwecks Sicherung gegen Herausfallen. Karl Philipp, Pfullendorf. 1. 3. 06. P. 10948.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

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Patent-Bericht,

mitgeteilt vom Patentanwalt Dr. Fritz Fuchs, dipl. Chemiker und Ingenieur Alfred Hamburger, Wien VII., Siebensterngasse 1.

Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten dieses Blattes unentgeltlich erteilt. Gegen die Erteilung unten angeführter Patentanmeldungen kann binnen zweier Monate Einspruch erhoben werden. Auszüge aus den Patentanmeldungen werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau mäßigst berechnet.

Oesterreich. Er teilte Patente.

Kl. 49a. The Linotype Company Limited in London. Selbsttätige Graviermaschine. Die Gelenkverbindung derselben besteht aus einem Hebel, welcher in einer um eine wagrechte Achse drehbaren Hülse verschiebbar ist; einem Hebel, welcher an das hintere Ende des verschiebbaren Hebels angelenkt ist und an oder nahe seinem vorderen Ende den Taster in Berührung mit dem Modell trägt, und einem Hebel, welcher an das vordere Ende des verschiebbaren Hebels angelenkt ist und den Stichel in Berührung mit dem Werkstück bringt und einer die hinteren Enden der letzteren Hebel verbindenden Lenkerstange. Die Vorrichtung zur Verschiebung des Tasters und des Stichels in senkrechter Richtung über das Modell bzw. das Werkstück besteht aus einer Stange, welche in einer Längsbohrung des verschiebbaren Hebels verschiebbar ist, einem Gleitstück einer Gelenkverbindung zwischen der Stange und dem Gleitstück, einer senkrechten Führung für das Gleitstück und einer Stellschraube, welche mit dem Gleitstück zusammenwirkt, um dasselbe zu heben und zu senken. Pat. Nr. 13458 im Jahre 1903.

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Zu Frage 578. Kaffeelöffel mit dem Stempel F & R. 20 sind unsere Fabrikate: Friedrich & Rust, Neusilber- und Alfenidewaren-Fabrik mit elektrischem Betrieb, Berlin, Markus-Str. 50. – Obige Kaffeelöfel mit demselben Stempel liefert: Joseph Reiner, Krumbach (Schwaben).

Zu Frage 580. Silber-Emailringe erzeugt in allen Arten und seit vielen Jahren, die als Spezialität in der Emaillebranche tätige Firma Carl Nagel in Pforzheim. – Ich gestatte mir Ihnen mitzuteilen, daß ich alle Arten silberner Ringe mit schwarz emaillierten Inschriften, z. B. „Gott schütze Dich“, „Dieu vous garde“, „Gott mit Dir“, „Andenken“, „Souvenir“ usw. liefere. Außerdem diene ich mit Kinderringen, Schlangen- und Couleuringen, modernen Oxydr ngen mit Figuren und Köpfen und vergoldeten Bauernringen usw. Robert Bommas, Bijout.-Fabrik, Schwäb.-Gmünd.

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