Page images
PDF
EPUB

weiteren Verarbeitung zu erlangen. Derartiges Material findet Wasser zu einem dicken Brei angerührt wurde, sorgfältig versich in sehr vielen Stoffen, welche in den Abfällen vorkommen. strichen werden, so daß der ganze Raum der Heizung oder des Scherben von Porzellangeschirr, Scherben von Steinzeug, Ziegel Schmelzofens von feuerfester Masse begrenzt ist. bruch aus abgetragenen Heizungen, Scherben von den Kapseln, Feuerfeste Massen für Schmelzöfen. Bevor man feuerin welchen das Porzellan gebrannt wird, bilden das Rohmaterial feste Massen von entsprechender Beschaffenheit auf künstlichem zur Anfertigung von Schamotte. Wie aus der Aufzählung dieser Wege darstellen lernte, wendete man vorzugsweise Steatit, hauptKörper zu entnehmen ist, bestehen sie sämtlich aus stark ge sächlich aus Magnesiasilikaten bestehend, an. Die Steatite bebranntem, feuerfestem Tone.

sitzen in gewöhnlichem Zustande nur eine geringe Härte, werden Mit Hilfe dieser Körper wird Schamotte in der Weise an aber durch Erhitzen bis zur Weißglut sehr hart. Außer den gefertigt, daß man die Scherben und Bruchstücke zu Mehl ver Steatiten, welche nicht gerade häufig in entsprechend großen mahlt und dieses mit einem feuerfesten Tone innig vermischt, Massen gefunden werden, um aus ihnen Quadern herstellen zu wobei man der Masse noch eine entsprechende Menge von Sand, können, wendet man ganz besonders Quarzfels für die Erbauung der aber auch aus einem feuerfesten Körper bestehen muß, von absolut feuerfesten Öfen an. Quarzsand, zusetzen kann. Da die so erhaltene Masse sehr Der Quarzfels oder Quarzit besteht aus fast ganz reiner mager ist, d. h. wenig Bindekraft besitzt, so muß das Formen Kieselsäure, welche in der Hitze unserer Öfen vollkommen under feuerfesten Schamottesteine mit besonderer Sorgfalt vorge schmelsbar ist und auch chemischen Einwirkungen, mit Ausnahme nommen werden.

jener der schmelzenden Alkalien, gut widersteht. Das Formen geschieht am zweckmäßigsten in eisernen Formen, Der Quarz hat den siebenten Härtegrad und genügt die Anwelche mit der Schamottemasse vollgestampft werden; das Ma führung dieser Tatsachen, um eine Vorstellung von der müheterial in den gefüllten Formen wird dann noch durch Anwendung vollen Arbeit zu geben, welche notwendig ist, um aus diesem einer Presse kräftig zusammengedrückt. Man stellt die Schamotte Gesteine Quadern zu formen. In England, woselbst die Eisenmassen gewöhnlich schon in solchen Formen dar, daß es keines hochöfen wohl am längsten in Anwendung stehen, wendet man Zerschlagens oder Zersägens solcher Stücke bedarf, um aus ihnen mit Vorliebe zur Erbauung von Hoch- und Schweißöfen den Stein eine Heizung oder einen Schmelzofen zu erbauen. Man formt von den Dinasfelsen im Neathtale bei Svansea in Süd-Wales an; daher prismatische Ziegel, welche zusammengesetzt ein Gewölbe das Gestein dieses Felsens besteht aus reinem Quarzit. ergeben oder nebeneinander gelegt, einen ringförmigen Zylinder

Mit den Fortschritten in der chemischen Wissenschaft gelang bilden, wie man ihn zur Herstellung von Schachtöfen verwendet. es endlich, auf künstlichem Wege Massen herzustellen, welche

Das Brennen der Schamotteziegel geschieht mit aller Sorg- dem Dinassteine an Feuerfestigkeit nicht nachstanden, und zu deren falt, damit sich größere Stücke nicht verziehen und keine Aus- Herstellung nicht jene schwere Arbeit notwendig ist, welche bei schußware erzielt wird. Zum Aufbaue der Heizungen und Öfen der Herstellung von Quadern aus Quarzit ausgeführt werden muß. aus den Schamottesteinen verwendet man als Mörtel gewöhnliches Man hat diese künstlich dargestellten Massen auch als Dinassteine Schamottemehl und trachtet überhaupt, die Steine so dicht neben oder Dinaskristall bezeichnet und versteht unter dieser Bezeichund übereinander zu setzen, daß sich nur sehr schmale Fugen nung gegenwärtig allgemein jede an Kieselsäure sehr reiche, feuerergeben, welche zum Schlusse noch mit Schamottemehl, das mit feste und harte Masse.

(Schluß folgt.)

Pressen mit großem Hub und dennoch kleinen Abmessungen.

In der Regel werden Pressen mit großem Hub in ähnlicher Weise auch bequemer Arbeit beitragen. So geschieht der Rücklauf des ausgeführt, wie solche mit kleinem, d. h. als aufrecht stehende Stößels mit größerer Geschwindigkeit wie der Arbeitslauf und der Maschinen mit vertikaler Stößelbewegung. Sie haben oft eine recht Hub läßt sich auf sehr einfache und schnelle Weise auf jedes gebeträchtliche Höhe und

wünschte Maß einstellen, müssen daher besonders

so daß bei Herstellung kurkräftig und schwer gebaut

zer Arbeitsstücke ein Zeitwerden, um die nötige

verlust durch unnötig lanStabilität zu erhalten. Dies

gen Hub vermieden wird. ist um so mehr der Fall,

Das Anhalten des Stößels wenn sich die Riemschei

in den Endstellungen erben oben an der Maschine

folgt automatisch, ebenso befinden und der Antrieb

auch das Drehen des Eindurch horizontal laufende

spannkopfes, der mit GeRiemen erfolgt, die einen

lenk versehen ist. Es ist bedeutenden seitlichen Zug

ferner von großer Annehmauf die Maschine ausüben.

lichkeit, daß man den StöSolche schwere Maschinen

Bel auf jeder Stelle des sind, selbst wenn man von

Vor- oder Rückganges dem hohen Anschaffungs

momentan zum Stillstand preis absieht, wenig be

bringen kann, einfach durch liebt, vor allem wegen der

Drehen eines nahe der ArSchwierigkeit ihrer Auf

beitsstelle angebrachten stellung und Unterbrin

Hebels. Dem Einspannen gung, zumal wenn dieselbe

der Durchzüge dient eine in höheren Stockwerken

neue Anordnung, vermiterfolgen soll. Dieser Um

telst welcher stets ein zenstand führte nun zu der

trisches Festhalten erfolgt. Konstruktion von horizon

Die Befestigung geschieht tal arbeitenden oder lie

durch Drehen zweier Handgenden Pressen, die wesentlich leichter wie stehende sind bei gleicher hebel, rascher und einfacher wie bei der Verwendung der allgemein Leistung. Eine Maschine dieser Art ist auf der beigegebenen Ab- gebräuchlichen Pratzen. Um auch die Herstellung von 500 mm langen bildung dargestellt. Dieselbe dient zur Herstellung von Patronen- Scharnieren von sehr kleinem Durchmesser zu ermöglichen, ist eine hülsen, fugenlosem Scharnier, Doublédraht oder dergl. und preßt besondere Vorrichtung vorgesehen, die ohne weiteres vom Arbeitsstande Stücke bis 500 mm Länge. Die Maschine weist außer ihrer liegenden aus bedient werden kann. Die beschriebene Maschine wurde von Bauart noch eine Anzahl Neuerungen auf, die sehr zu schneller wie der Maschinenfabrik Hermann Haulick, Pforzheim, gebaut.

[graphic]

Die Auflösung des Arbeitsvertrages mit unseren Gehilfen

und sonstigen Angestellten. Von J. G. Jehle, Sekretär und stellvertr. Vorstand des städt. Versicherungsamtes München.

Das Gewerberecht unterscheidet zwischen einem ordentlichen und einem außerordentlichen Kündigungsrechte. Unter ersterem versteht man die regelmäßige Auflösung des Arbeitsverhältnisses, unter Einhaltung der gesetzlichen oder verabredeten Kündigungsfrist, unter letzterem ist das Recht gemeint, das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer gesetzlichen oder verabredeten Kündigungsfrist sofort lösen zu können. Betrachten wir zunächst das beiderseitige Kündigungsrecht der Goldschmiede und der Goldschmiedegehilfen.

Die Kündigungsfrist. Nach § 122 der Gewerbeordnung kann das Arbeitsverhältnis zwischen ihnen durch eine jedem Teile freistehende, vierzehn Tage vorher erklärte Kündigung gelöst werden. Es können die Beteiligten aber auch andere Kündigungsfristen verabreden. Geschieht das, so müssen die Aufkündigungsfristen für beide Teile gleich sein. Vereinbarungen, welche dieser Bestimmung zuwiderlaufen, sind nichtig.

Wenn bei der Einstellung eines Goldschmiedegehilfen über die Kündigung überhaupt nichts gesprochen wurde, so darf nicht angenommen werden, daß eine Kündigungsfrist nicht besteht. In solchen Fällen gilt vielmehr die gesetzliche Kündigungsfrist von 14 Tagen.

Gemäß des § 621 des Bürgerl. Gesetzbuches kommt es bei der Kündigung darauf an, ob Stunden-, Tage-, Wochen- oder Monatslohn vereinbart ist; dieser Bestimmung gemäß kann bei Stundenlohn stündlich, bei Tagelohn täglich, bei Wochenlohn wöchentlich, bei Monatslohn monatlich gekündigt werden. Diese Bestimmung des bürgerlichen Rechts gilt aber nur für nicht gewerbliche Dienstverträge, also z. B. für Dienstboten bei Herrschaften, für landwirtschaftliche Arbeiter, nicht aber für gewerbliche Arbeiter, für die der oben bereits genannte § 122 der Gewerbeordnung maßgebend blieb.

Wie bereits erwähnt, kann die gesetzliche vierzehntägige Kündigungsfrist durch eine entgegenstehende Vereinbarung geändert, also entweder verlängert, gekürzt oder auch ganz aufgehoben werden. Es ist aber eine ausdrückliche Verabredung notwendig. Die Berufung auf Herkommen, Üblichkeit oder stillschweigendes Einverständnis genügt nicht.

Ausschluß einer Kündigungsfrist. Welche rechtliche Bedeutung hat demnach ein Anschlag in der Goldschmiedewerkstatt oder Fabrik: „Kündigung ist ausgeschlossen“ oder „Kündigung findet nicht statt" ?

Einem solchen Anschlage kommt eine rechtliche Bedeutung nicht bei, wenn der Goldschmiedegehilfe nicht ausdrücklich durch den Arbeitgeber oder dessen Stellvertreter darauf hingewiesen wurde. Ist aber in einer Arbeitsordnung der Ausschluß der Kündigung festgelegt, und ist die Arbeitsordnung auf der Arbeitsstelle an einer für jedermann ersichtlichen Stelle angebracht, so genügt der Aushang und ist ein besonderer Hinweis auf den Ausschluß der Kündigung oder die Aushändigung der Arbeitsordnung nicht notwendig. Auch im Laufe des Arbeitsverhältnisses kann die Kündigung ausgeschlossen werden. Sagt z. B. der Goldschmied einige Zeit nach dem Eintritt des Gehilfen zu diesem, daß es bei ihm eine Kündigung nicht gebe und setzt der Gehilfe dann seine Arbeit fort, ohne etwas zu erinnern, so ist der Kündigungsausschluß bewirkt. Der Goldschmiedegehilfe braucht aber diesen Ausschluß der Kündigungsfrist während des Arbeitsverhältnisses nicht anzuerkennen. Dem Goldschmied steht dann lediglich das gesetzmäßige Kündigungsrecht zu. Lösung des Dienstverhältnisses mitten in der Arbeit.

Bei vereinbartem Ausschluß der Kündigung darf ohne besonderen Grund das Arbeitsverhältnis nicht jeden Augenblick mitten in der Arbeit und mitten im Arbeitstage gelöst werden. Durch den Kündigungsausschluß wird nämlich lediglich die gesetzliche 14 tägige Kündigungsfrist beseitigt, nicht aber das Recht eingeräumt, grundlos jeden Augenblick das Arbeitsverhältnis zu

lösen. Der Arbeitstag gilt als geringste Einheit im Arbeitsvertrage. Dies liegt im Interesse beider Teile. Der Gehilfe, welcher mitten im Tage entlassen wird, findet schwerlich am gleichen Tage eine andere Beschäftigung, der Goldschmied aber auch nicht leicht geeigneten Ersatz. Es ergibt sich also aus diesem Rechtszustande, daß das Arbeitsverhältnis beiderseits nur von einem Tage auf den anderen gekündigt werden darf. Anders ist es bei dem außerordentlichen Kündigungsrecht, bei nur probe- oder aushilfsweiser Verwendung und bei direkt gegenteiliger Vereinbarung.

Aufsuchen anderer Stellungen Nach § 629 des bürgerlichen Rechts hat nach Kündigung eines dauernden Arbeitsverhältnisses der Arbeitgeber dem Arbeiter auf Verlangen angemessene Zeit zum Aufsuchen eines anderen Dienstes zu gewähren. Ohne den Arbeitgeber zu fragen, darf jedoch der Arbeiter nicht von der Arbeit weglaufen, um sich um eine andere Arbeit umzusehen. Das Gesetz spricht von einer angemessenen Zeit. Jedenfalls muß also die Zeit so bemessen sein, daß es dem Arbeiter tatsächlich auch möglich ist, eine neue Arbeit zu finden.

Ist der Gehilfe von vornherein auf eine bestimmte Zeit eingestellt worden, so endet nach § 620 des Bürgerl. Gesetzbuches das Dienstverhältnis von selbst mit Ablauf der Zeit, für die es eingegangen ist. Wenn aber das Dienstverhältnis nach Ablauf der bestimmt festgelegten Zeit vom Gehilfen mit Wissen und Willen des Goldschmiedes fortgesetzt wird, so gilt es auf unbestimmte Zeit fortgesetzt und es tritt dann die gesetzliche (14 tägige) Kündigungsfrist ein.

Probe- und Aushilfsstellungen. Im Volksmunde kennt man eine dauernde Stellung und eine aushilfsweise Verwendung. Es wäre falsch, anzunehmen, daß bei Zusicherung dauernder Stellung eine kündigungslose Stellung eingeräumt sei. Es kann auch eine solche Stellung abgesehen von besonderen Abmachungen regelmäßig unter Einhaltung der 14 tägigen Frist gekündigt werden.

Nur bei Probe- oder Aushilfebeschäftigung gibt es eine Kündigungsfrist nicht, weil 122 der Gewerbeordnung nur auf ständige Arbeitsverhältnisse Anwendung findet. Wird nach Ablauf der Probezeit aber das Verhältnis verabredungsgemäß oder stillschweigend weitergesetzt, so verwandelt sich die probeweise Beschäftigung in eine ständige oder dauernde, und dann kann das Verhältnis nur durch Einhaltung der gesetzlichen oder verabredeten Frist gekündigt werden, wenn nicht ausdrücklich eine Kündigung ausgeschlossen wurde.

Form der Kündigung. Die Aufkündigung ist an keine besondere Form gebunden, es sei denn, daß durch besondere Verabredung eine bestimmte (schriftliche) Form vorgesehen wurde. In allen Fällen muß aber die Kündigung unbedingt und zweifellos sein.

Wenn z. B. der Goldschmied zu einem Gehilfen nach unbotmäßigem Benehmen sagt „wenn ich dies nochmals wahrnehme, sind sie entlassen“, so liegt damit noch nicht eine Kündigung vor. Läßt sich der Gehilfe trotz einer solchen Mahnung oder Drohung noch einmal etwas zuschulden kommen, so kann das Verhältnis nur durch Einhaltung der Kündigungsfrist gelöst werden, den Fall natürlich ausgenommen, daß das Verschulden genügend Grund zur sofortigen Entlassung ist.

Berechnung der Kündigungsfrist. Die Berechnung der Kündigungsfrist richtet sich nach § 187 Abs. 1 des Bürgerl. Gesetzbuches. Hiernach wird der Tag, an welchem die Kündigung erfolgt, nicht mit in die Frist eingerechnet. Eine am Montag den 7. August erfolgte Kündigung löst das Arbeitsverhältnis am Montag den 21. August auf. Bis zu diesem Tage (einschließlich) kann der Gehilfe den Lohn beanspruchen. Wird von der oben bereits erwähnten Befugnis auf Verlängerung oder Verkürzung der Kündigungsfrist von den Beteiligten Gebrauch ge

macht, so muß die Aufkündigungsfrist sowohl als auch das Kün- stimmungen, welche gegen die Gleichheit des Kündigungsrechtes digungsrecht stets für beide Teile gleich bemessen sein. Es ist verstoßen, sind nichtig; es tritt aber dann nicht die Nichtigkeit z. B. unzulässig, in dem Arbeitsvertrage oder der Arbeitsordnung · des ganzen Vertrages ein, sondern nur der Bestimmungen über festzulegen, daß die Kündigungsfrist acht Tage betrage, der Ge die Kündigung. Und an Stelle der gesamten Kündigungsbestimhilfe aber nur an den Samstagen kündigen könne. Auch die Form mungen treten dann die gesetzlichen Bestimmungen über die der Kündigung darf nicht verschieden verabredet sein. Alle Be Kündigungsfristen.

Der Goldwaren-Großhandel in Schottland.

Trotz der vielhundertjährigen Vereinigung sind die Unterschiede zwischen dem englischen und dem schottischen Charakter immer noch sehr große und jeder, der die Grenze zum erstenmal überschreitet, hat das Gefühl in ein vollkommen eigenartiges Land zu kommen, ja selbst wer Schottland schon längere Zeit kennt, kann dieses Gefühl nicht los werden, namentlich wenn er aus dem Süden Englands kommt. Besonders ist dies auch mit dem Dialekt des Volkes der Fall, an den man sich ebenso schwer gewöhnen kann, wie an die Eigenart der schottischen Bauweise und der ganzen schottischen Atmosphäre. Schottland ist eben zur großen Genugtuung der Schotten, etwas ganz anderes wie England.

Nichtsdestoweniger findet man offene Herzen und treue Freundschaft und wenn einmal das Eis gebrochen ist, so werden die geschäftlichen Beziehungen zum Vergnügen. Immer wird man mit herzlichem Handschlag und der freundlichen und aufrichtigen Frage nach dem eigenen und dem Wohlbefinden der Familie empfangen; und wenn das Geschäft schlecht geht und man keine Bestellung erhält, so wird die Absage doch in einem so freundlichen Tone gegeben, daß man das Schmerzliche derselben gar nicht empfindet.

Für den schottischen Großhandel in Schmuck steht Glasgow an erster Stelle und wir wollen deshalb auch zuerst von dieser Stadt reden.

Glasgower Geschäftsleute einschließlich der Grossisten zeichnen sich durch zwei verschiedene Charaktereigenschaften aus. Der Glasgower ist ein arger Unzufriedener aber ein guter Zahler. Warum er stets unzufrieden ist, weiß der liebe Himmel, aber er st es in guten und schlechten Zeiten. Der Quartalserste beunruhigt ihn schon Wochen vorher, selbst Monate, und er bildet sich ein, daß außer ihm sonst niemand Miete oder Steuern zu bezahlen hat. Das Geschäft und die Nachfrage mag noch so groß sein, nichts erheitert sein Gemüt; für ihn birgt der Zukunft Schoß nur schwarze Lose. Trotzdem kommt er vorwärts und wenn seine Griesgrämigkeit überwunden ist, so kauft er sogar und zwar nicht schlecht. Mitten in den größten Klagen, aus denen man schließen müßte, daß er schon dicht vor dem Bankrott steht, kann er sich plötzlich zur Durchsicht des Lagers entschließen und eine Entnahme von mehreren tausend Mark machen; wenn er dann die Rechnung sieht, wird er natürlich wieder brummen und so tun, als ob er sie niemals bezahlen könnte. Fast könnte man Angst haben, ihm die Ware da zu lassen, aber man weiß, daß sein Brummen zu neun Zehnteln nicht ernst gemeint ist und daß man auf der nächsten Reise das Geld in der Tasche hat.

Denn wie oben erwähnt, ist der Glasgower ein großartiger Zahler. In der Regel ist die erste und für den Reisenden angenehmste Frage beim Eintritt in sein Kontor, ob man den Auszug mitgebracht habe und noch ehe man richtig Antwort geben kann, hat er selbst schon das Konto aufgeschlagen, den Scheck geschrieben und wartet schon auf die Quittung. Für den rich

tigen Schotten ist die Furcht vor dem Bezahlen größer als beim Bezahlen und trotz seines ewigen Brummens geht das letztere doch mit freundlichem Blicke vor sich. Natürlich trifft dies prompte Zahlen auch nicht für alle zu, denn es gibt überall faule Kunden und der Neuling wird gut tun, sich erst zu erkundigen, ehe er die Ware aus den Händen gibt. van Von den verschiedenen Arten von Glasgower Großhandlungen sei zunächst diejenige erwähnt, die sich ausschließlich mit dem Vertrieb erstklassiger Schmuckwaren und Uhren befaßt. Von dieser Gattung gibt es zwei oder drei wirklich prima feine Grossisten, die mit den besten Detailleuren in Schottland große Umsätze machen; für sie existiert die große Masse billiger Ware überhaupt nicht und der Hauptteil ihres Lagers kommt aus den besten Londoner Werkstätten, obgleich sie hier und da auch in der billigeren Birminghamer Ware große Aufträge geben. Der Verkehr mit ihnen ist sehr erstrebenswert, aber Ausführung und Steine usw. müssen stets von allerbester Qualität sein. Obschon diese paar Häuser dem Gesamtbetrage nach, vielleicht die höheren Zahlen erreichen, so ruht das Hauptgeschäft in Glasgow doch bei den Häusern zweiten Ranges, bei denen es mehr der Menge als der Güte der Waren nach geht. Wohl verstanden ist mit „zweiten Ranges“ nicht etwa der zweite Rang im Zahlen zu verstehen, denn in dieser Beziehung sind diese Geschäfte ebenso gut wie die erstklassigen; der Unterschied im Range beruht eben nur auf der Art der Ware die geführt wird. Und es gibt eine ganze Reihe von solchen guten Grossisten zweiten Ranges in Glasgow, die sich natürlich unter sich bei der Kundschaft ziemlich Konkurrenz machen, die aber dadurch, daß jeder seine Spezialitäten hat, doch ganz gut bestehen. Der schottische Detailleur ist sehr konservativ und das ist für den, der bei ihm eingeführt ist, selbstredend sehr angenehm, namentlich wenn er sich Mühe gibt, seinen Kunden stets gut und gewissenhaft zu bedienen; aber für den, der sich erst in Schottland einführen will, ist der Anfang außerordentlich schwer und nur bei der größten Geduld und Ausdauer kann man hoffen, nach und nach ins Geschäft zu kommen und mit der Zeit die aufgewendete Mühe belohnt zu sehen.

Eine ganz besondere Eigenart der schottischen BijouterieGrossisten ist es, daß sie ganz merkwürdige Nebenartikel führen, wie z. B. Angelgerätschaften und manchmal weiß man wirklich nicht ob diese, oder die Schmuckwaren den Hauptartikel des Geschäftes bilden, ebenso wie man nicht weiß, ob erst die Henne oder erst das Ei auf der Welt waren. Der Verkauf von Fischereigeräten muß sich allerdings in einem Lande lohnen, welches in seinen Fjorden und Bächen einen großen Reichtum an Lachsen und Forellen aufzuweisen hat, aber wie sich Bijouterie und Angelei zusammen reimen, ist schwer zu erklären; eher kann man schon verstehen, daß ein Goldwaren-Grossist neben Broschen und Ringen auch Mikroskope, zahntechnische Instrumente, Fernrohre u. dgl. führt, aber auch Geigen kommen ab und zu vor. (Fortsetzung folgt.)

Zollbehandlung der von Handlungsreisenden unpunziert eingeführten

Muster von Edelmetallwaren in Österreich-Ungarn.

Nach Artikel 5, Z. III, 6, des am 25. Januar 1905 zwischen Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reiche abgeschlossenen Zusatzvertrages sind Edelmetallwaren, welche von Handlungsreisenden lediglich als Muster zum Zwecke des Vorzeigens im Eingangsvormerkverfahren gegen Zollsicherstellung eingeführt werden und daher nicht in den ficien Verkehr übergehen dürfen, auf Verlangen

der Partei vom Punzierungszwange zu befreien, wenn entsprechende Sicherheit geleistet wird, die im Falle des nicht termingemäßen Wiederaustrittes der Muster verfällt.

Zu dieser Bestimmung sind durch Verordnung der Ministerien der Finanzen und des Handels vom 21. Februar 1906 im Einvernehmen mit den beteiligten ungarischen Ministerien Ausführungs

[ocr errors][ocr errors]

vorschriften erlassen, wonach Handlungsreisende, welche Muster von Edelmetallwaren zum Vorzeigen ohne Punzierung im Vormerkverfahren einführen wollen, sich beim Zollamte durch die vorgeschriebene Gewerbelegitimationskarte auszuweisen haben.

Die einzuführenden Muster müssen dem Zollamte gleichzeitig mit der Abgabe der zollamtlichen Erklärung mittels einer besonderen Konsignation in doppelter Ausfertigung angemeldet werden.

In dieser Konsignation ist für jedes Muster die Fabriknummer, die handelsmäßige Bezeichnung, das Eigengewicht und der Verkaufswert anzugeben. Muster von gleicher Fasson, gleichem Eigengewichte und gleichem Handelswerte können auch nach ihrer Stückzahl gemeinschaftlich erklärt werden.

Für die eingeführten Muster ist außer dem tarifmäßigen Einfuhrzolle der volle Handels(Verkaufs)wert in Kronenwährung bar sicherzustellen.

Dieser ist an der Hand der Wertdeklaration der Partei von einem ortsansässigen beeideten Sachverständigen im Vereine mit einem Beamten des zuständigen Punzierungsamtes zu ermitteln und in die Konsignation einzusetzen.

Die Wertdeklaration und Einschätzung kann auf Verlangen der Partei bei, auf Kartons und dergleichen Unterlagen befestigten Musterkollektionen auch gemeinschaftlich für jede selbständige Kollektion erfolgen, wenn die gemeinschaftliche Identifizierung sämtlicher zu einer Kollektion gehörigen (auf einer Unterlage befestigten) Muster tunlich ist.

Weigert sich die Partei, die Höhe der Einschätzung anzuerkennen, so steht es ihr frei, die Hinzuziehung eines zweiten Sachverständigen zu verlangen. Kann zwischen den zur Einschätzung berufenen Beamten über die Höhe des Verkaufswertes ein Einverständnis nicht erzielt werden, so gilt die höhere der Einschätzungen.

Nach erfolgter Einschätzung sind die Muster in geeigneter Weise durch kleine Bleiplomben oder Wachssiegel zu identifizieren.

Bei, auf Kartons und dergleichen Unterlagen befestigten Musterkollektionen kann auf Verlangen der Partei die Anbringung je eines Siegels an den Enden eines durch sämtliche Muster hindurchgehenden Verschlußfadens als genügend angenommen werden.

Nach Erlegung des Zolles und nach barer Sicherheitsleistung für den Handelswert können die Muster ohne weitere punzierungsamtliche Behandlung dem Reisenden mit der Verpflichtung ausgefolgt werden, daß die Muster längstens binnen 6 Monaten zur

Wiederausfuhr gelangen, zu welchem Behufe der Fälligkeitstermin auf dem zollamtlichen Vormerkschein ausdrücklich anzusetzen ist.

Die beiden Exemplare der Konsignation sind dem Unikate und dem Duplikate des Vormerkscheines, von welchen letzteres der Partei ausgefolgt wird, anzustempeln.

Im Falle des Wiederaustrittes der Muster innerhalb der vorgenannten Frist hat sich das Zollamt an der Hand des von der Partei beizubringenden Duplikates des Vormerkscheines und der demselben angestempelten Konsignation die Überzeugung zu verschaffen, daß gegen die Identität der zum Wiederaustritte angemeldeten Muster mit den im Vormerkverfahren eingeführten kein Zweifel obwaltet und insbesondere die angebrachten Identitätssiegel unverletzt sind.

Falls der Befund keine Anstände ergibt, ist sowohl der Zoll als auch die hinterlegte Wertsicherstellung durch das Austritfszollamt zurückzuerstatten, die Identitätszeichen sind abzunehmen, und die Rückerstattung sowie die Siegelabnahme sind sowohl auf dem Vormerkschein als auch auf der Konsignation ausdrücklich amtlich zu bestätigen.

Bei nur teilweiser Ausfuhr der Muster ist lediglich die Wertsicherstellung für die wiederaustretenden Muster zurückzuerstatten, der Zoll dagegen erst dann, bis die letzten zu einem Vormerkschein gehörigen Muster wieder ausgeführt sind.

Sind die unter einer Vormerkregisterpost eingeführten Muster innerhalb der vorgeschriebenen Frist nicht ganz oder teilweise wieder ausgeführt, so ist der Zoll sowie der sichergestellte Handelswert, soweit derselbe noch nicht zurückerstattet ist, endgültig zu verrechnen und gegen den Reisenden das Gefällsverfahren einzuleiten.

Bei Musterkollektionen, deren Handelswert gemeinschaftlich erklärt und eingeschätzt ist, treten die vorgenannten Folgen für die ganze unter einem Siegel gehaltene Kollektion bereits dann ein, wenn auch nur eines der unter einem Siegel gehaltenen Muster nicht ausgeführt wird.

Die Eingangsabfertigung unpunzierter Muster darf nur bei den k. k. Hauptzollämtern in Wien, Prag, Innsbruck, Linz, Graz, Kr. kau, Lemberg und Triest sowie bei den königlich-ungarischen Hauptzollämtern in Budapest, Preßburg, Kaschau, Szegedin und Temesvár stattfinden; der Wiederaustritt dagegen kann bei jedem, mit den Befugnissen eines Hauptzollamtes ausgestatteten Zollamte erfolgen

Die Kosten der Einschätzung hat die Partei zu tragen.
Die Verordnung ist am 1. März 1906 in Kraft getreten.

Offener Sprechsaal. Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern. Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung “recht häufig Ge

brauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Rubin-Rekonstitue.

Die verschiedenen Artikel in Ihrer Zeitung über die RubinRekonstitue haben mich zu folgender Auslassung veranlaßt, welche Sie vielleicht in der „Goldschmiede-Zeitung“ verwenden können.

Es wird jetzt so viel über die Rubin-Rekonstitue geschrieben und ist da schon wiederholt die Frage aufgeworfen worden, ob man diese Art von Rubine unter die „ Juwelen“ (ich meine damit die verschiedenen „echten“ Steine) rechnen soll. Ich möchte diese Frage mit einem „Nein“ beantworten. Denn meiner Meinung nach kann man diese Rubin-Rekonstitue nicht für „echte Steine“ ansehen, da der Natur künstlich nachgeholfen ist. Wenn auch der Stoff echt ist, so ist doch der fertige Stein ein Kunstprodukt. Ebenso verhält es sich mit den neuerdings in den Handel gebrachten sogenannten „japanischen Perlen“. Diese sind auch ein Kunstprodukt, da die obere Schicht resp. Haut echt ist und der Kern aus Perlmutter besteht, welcher künstlich in die sogenannte echte Haut, oder sagen wir Blase,

eingefügt ist. Diese weißen, japanischen Perlen sind ja schon längere Zeit im Handel, doch werden neuerdings auch schwarze derartige Perlen angeboten. Soll man nun den Verkauf dieser Rubin-Rekonstitue und dieser japanischen Perlen an das Publikuri für richtig halten oder nicht? Antwort: Eigentlich nicht! Da das Publikum diese genannten Arten, weil billiger, kaufen würde, würden die echten Rubine und Perlen einem viel schwereren Verkaufe unterliegen. Andererseits aber würden die Juweliere mit diesem künstlich nachgeholfenen Rubinen und Perlen wieder ein ganz gutes Geschäft machen, da das Publikum, wie schon gesagt, von diesen Arten eher und auch mehr kaufen würde, weil ihm die echten Steine zu teuer und der Effekt der ersteren doch derselbe ist. Leider wird man ja darauf hingewiesen, nach Ersatzmitteln zu greifen, da die heutigen Preise der Juwelen geradezu enorm hoch sind und dadurch der Verkauf sehr erschwert ist.

G.

[ocr errors]

Freie Vereinigung des Gold- und Silberwarengewerbes zu Berlin. Wir bringen hier eine gedrängte Übersicht der ersprießlichen verbunden war eine Ausstellung seitens des Herrn Wilhelm sätigkeit der Freien Vereinigung, aus welcher man ersieht, daß es Diebener von Schmuckmustern für den Klein - Goldschmied und auch für die dem Verband angeschlossenen Körperschaften noch von Gravierarbeiten im Flachstich, beides als Ergebnis eines Preisviele Fragen gibt, welche für unser Fach wichtig und von ihnen ausschreibens der „Deutschen Goldschmiedezeitung“. zu behandeln sind. Wer ein Interesse an den Bestrebungen der 2. Eine Ausstellung origineller Neuarbeiten phantastischer Freien Vereinigung hat, der sollte nicht verfehlen, dieses durch seine Kuriositäten – seitens unseres Ehrenvorsitzenden Herrn HofgoldMitgliedschaft zu bekunden. Die Statuten können von Herrn Max schmied Schaper. Winter, Berlin, Lützow 80 bezogen werden.

3. Ein Vortrag unseres I. Verbandsvorsitzenden Herrn Wilhelm Protokoll der General-Versammlung.

Fischer über „Rubis reconstitué“, d. h. über künstlich hergestellten

rubinechten Stoffes. Die am Mittwoch, den 2. Mai im Restaurant Schultheiß in Berlin Im Anschluß an den letzten Vortrag wurde die Anlegung einer abgehaltene Generalversammlung hatte folgende Tagesordnung: Steinsammlung zu Lehr- und Informationszwecken und deren Unter

1. Verlesung des Protokolles der Versammlung v. 25. Januar. bringung in dem Geschäftszimmer des Verbandes beschlossen. Frei2. Aufnahme neuer Mitglieder.

willige Beiträge, beziehungsweise geschenkweise Überlassung von 3. Geschäftsbericht des Vorstandes:

Halb- und Edelsteinen zu Händen des Herrn Verbandsvorsitzenden a) des Vorsitzenden.

für diese Sammlung werden mit Freude begrüßt werden. Weiter b) des Schatzmeisters.

wurde im Anschluß die Ausbildung der Lehrlinge durch Veran4. Bericht der Rechnungsprüfer und Entlastung des Schatz staltung von Vortrags-Zyklen in der Königl. Bergakademie meisters.

in Erwägung gezogen und den Meistern, bzw. Geschäftsherren der 5. Entlastung des Vorstandes und des Ausschusses.

Besuch des jährlich in der Bergakademie zur Abhaltung kommenden 6. Neuwahl: a) des 1. Vorsitzenden, b) der beiden Schrift Vortrags-Zyklus über Edelsteinkunde als Hospitanten anempfohlen. führer.

Die Besteck-Konvention steht hier in Berlin leider auf 7. Neuwahl der Ausschußmitglieder und der Rechnungsprüfer. einem toten Punkt. Für andere Städte bzw. Bezirke hat der Ver8. Verschiedenes.

band der Silberwarenfabrikanten Deutschlands vermittelnde BeDie Sitzung wird nach 9 Uhr von Herrn Schmidt eröffnet. Das mühungen zugesagt und in die Wege geleitet. Über den Erfolg Protokoll der Sitzung vom 25. Januar wird verlesen und genehmigt. wird zur gegebenen Zeit berichtet werden. Neue Mitglieder hatten sich nicht gemeldet. – Es erstattete deshalb

In der Sachverständigen-Frage hat eine gemeinschaftliche sofort err Schmidt den Jahresbericht. Derselbe wurde mit großem

Besprechung mit dem Innungsvorstande und eine Eingabe an den Beifall aufgenommen und beschlossen, den Bericht sowohl wie den

Herrn Landgerichtspräsidenten die Annahme der vorgeschlagenen des Herrn Müller über die Tätigkeit der Schutzeinrichtung gegen

Herren Menzel und Hadank als gerichtliche Sachverständige geüber Hochstaplern in Druck erscheinen und allen Interessenten zu

zeitigt. Über eine in Verfolg dieser Eingabe über den Sachvergehen zu lassen.

ständigen Herrn Schluttig beim Landgerichtspräsidenten von unserem Nach dem Bericht des Herrn Hagenmeyer betrug die Einnahme, Vorstande auf Grundlage beigefügten Beweismaterials eingeleitete einschließlich des Bestandes von 73.66 Mk.,

1312.66 Mk.

Beschwerde wird nach Eingang der Antwort entsprechende Mitteilung die Ausgabe

1003.40

gemacht werden. Bestand am 31. April 309.26 Mk Für schwierige Fälle von Taxationen und SachverständigenDas Gesammtvermögen besteht aus 5500.66 Mk.

Begutachtungen stellte Herr Fischer die jeweilige Einberufung einer Nachdem Herr Cassel als Rechnungsprüfer den Richtigbefund

Sachverständigen-Kommission in Aussicht; eine solche hat meines

Wissen einmal schon getagt. mitgeteilt und die Entlastung beantragt hatte, wurden sowohl der Kassierer wie der Gesamtvorstand entlastet.

In Sachen „Feuerschutzkasse des Verbandes" hatte die Darauf übernahm Herr Schaper den Vositz, da die Wahlzeit

Vereinigung für Fortsetzung der Vorarbeiten gesimmt. Es werden des Herrn Schmidt abgelaufen war. Nach kurzer Debatte wurde, weitere Mitteilungen hierüber demnächst erfolgen. Die Eingabe an auf Antrag des Herrn Abraham, Herr Schmidt durch Zuruf wieder

den Bundesrat, die gesetzliche Zulassung des Karatgewichtes und gewählt. Ebenso die beiden Schriftführer, Herren Winter und der Karatwage herbeizuführen, ist abschlägig beschieden worden. Schröder, sowie die bisherigen Ausschußmitglieder, mit Ausnahme

Dagegen liegt die Möglichkeit der Einführung des „metrischen des Herrn Sembach, der auf eine Wiederwahl verzichtete. Auch

Karats“ im Wert von 200 Milligramm nach Erkundigungen an zuwurden die beiden Rechnungsprüfer, die Herrn Cassel und Dippe,

ständiger Stelle vor, so daß der Beschluß der Freien Vereinigung, wiedergewählt.

dahin zu wirken, daß in allen Ländern das metrische Karat, welches Herr Winter stellt darauf den Antrag, der versehentlich in die

einem Gewicht von 200 Milligramm entspricht, einzutreten, Aussicht Tagesordnung nicht aufgenommen worden ist, für die kaufmännischen

auf Erfolg haben dürfte. Den schriftlichen Verkehr hierüber mit den Fortbildungsschulen bis 100 Mk. auch in diesem Jahr zu bewilligen.

in Frage kommenden Institutionen Frankreichs und Englands hat Es gingen im Winter sowohl wie jetzt je 8 Schüler in die Schule.

Herr Ludwig Schroeder freundlichst übernommen. Der Antrag wurde angenommen.

Eingegangene Fragebogen der Handwerkskammer über GeBei dem Punkt „Verschiedenes" wird über die „Arbeitsord schäftsgang und Schulwesen haben im Vorjahr Beantwortung ge

funden. nung“ gesprochen. Die Gehilfen hatten eine Protest-Versammlung einberufen. Es wurde jedoch betont, daß alle Betriebe eine Arbeits

Weiter hat die Vereinigung beschäftigt: ordnung haben müssen, mit Ausnahme der kleinen Betriebe unter Der Entwurf einer Arbeitsordnung durch Herrn Max 10 Gehilfen, und daß diese Arbeitsordnung gerade die kleineren Winter, welche in den Fachzeitschriften veröffentlicht ist, sowie Arbeitgeber schützen soll, speziell in den kleinen Städten. Außer die eventuelle Einziehung unsicherer Forderungen durch den Verdem hat der Verband kein Mittel, dieselbe einzuführen. Er kann

band usw. sie nur empfehlen und steht es jedem Meister frei sie einzuführen, Der Schutzverband der Vereinigung gegen Ausbeutungen, wie jedem Gehilfen, ob er dort arbeiten will oder nicht. Jedenfalls Diebstahl, Betrug usw. hat weiter segensreich gewirkt und möchte muß erst der Verbandstag abgewartet werden.

ich dafür plädieren, daß den Berliner Herren bei der nächsten sich Max Winter, Schriftführer. hierzu bietenden Gelegenheit Mitteilung von dem Bestehen und den

Erfolgen dieser Einrichtung gemacht werden, um auch dadurch unserer Vereinigung neue Mitglieder zuzuführen.

Zum Schlusse erinnere ich daran, daß für den Herbst des Jahres Jahresbericht.

eine Neuausgabe der schwarzen Liste geplant ist, und ersuche ich Die Freie Vereinigung zählt gegenwärtig 132 Mitglieder. Als

alle Herren, die entsprechende Erfahrungen gemacht haben, im InterEhrenmitglied wurde im Laufe des verflossenen Geschäftsjahres

esse der Allgemeinheit möglichst ausführliche Mitteilungen hierzu Herr Prof. Wiese, früher Direktor der Hanauer Akademie, auf

an unseren II. Vorsitzenden Herrn Oskar Müller erstatten zu wollen.

Termin bis 1. Oktober d. J. genommen. Die laufenden Arbeiten des Jahres fanden in 5 Vorstands- und

Den Herren des Vorstandes und Ausschusses, sowie allen denen, Ausschussitzungen und in 3 Vierteljahrsversammlungen Erledigung.

die bei unseren Arbeiten freundlichst und treu mitgewirkt haben, Gelegentlich der letzteren fanden folgende Vorträge und Aus

spreche ich noch meinen verbindlichsten Dank aus und wünsche stellungen statt:

der Vereinigung ein weiteres Gedeihen und beste Erfolge zum Wohle unseres Standes.

Arthur Schmidt. 1. Ein Vortrag des Herrn Prof. Rücklin, Pforzheim, über das Thema: Umfang und Ziele der praktischen Arbeitan Goldschmiede-Fachschulen und Kunstgewerbeschulen. Damit

[ocr errors]

**

[ocr errors]
« PreviousContinue »