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Man berichtet aus Zerbst: Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seitdem die hiesige Gold- und Silbermanufaktur aus dem Besitz der Herren Meysel und Heinrich an den Vater des jetzigen Inhabers, Friedrich Knopf, überging. Das Unternehmen selbst ist über 214 Jahre alt und ist von Daniel Arnold Ayret am 29. Juli 1691 in Leipzig gegründet worden. In Zerbst ist das Geschäft seit dem 27. Februar 1692.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnung. Herrn Fritz Loch, Juwelier in Wiesbaden, Große Burgstr. 2, wurde von Sr. Hoheit dem Herzog von Anhalt der Titel des Hofjuweliers verliehen.

Jubiläen. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten vor kurzem die noch in voller Rüstigkeit stehenden Eheleute Gottlob Bätzner, Goldarbeiter in Birkenfeld. An dem feierlichen Kirchgang nahmen die ganze Gemeinde sowie verschiedene Vereine teil. Abends war noch geselliges Zusammensein bei dem Jubelpaar.

Firmen-Aenderung. Der Inhaber der bisherigen Firma Jean Henri Keller vor m. H. Zandt in Basel ändert seine Firma in J. H. Keller – Hartmann, Handel in Gold- und Silberabfällen, Gold- und Silberwaren, Edelsteinen und Münzen. Geschäftslokal nunmehr: Eisengasse 32.

Firmen-Eintragungen. Die Firma Alfred Roesner, Gold- und Silberwaren-Geschäft in Dresden ist eingetragen worden. Gesamtprokura ist erteilt dem Kaufmann Mathaeus Heinrich Wilhelm Paar sowie dem Kaufmann und Juwelier Carl Alfred Arthur Roesner, beide in Dresden. Ein jeder von ihnen darf die Firma nur gemeinsam mit einem anderen Prokuristen vertreten. Der Firmeninhaber Alfred Roesner heißt mit vollem Namen Max Eduard Alfred Roesner. – Zu der Firma Eduard Zieher, Goldwarengeschäft und Fabrikation kirchlicher Geräte in Biberach, wurde als neuer Inhaber der Firma eingetragen: Eduard Hugo Zieher, Goldarbeiter, Biberach. – Die Goldwaren-Fabrik Daum & Hildebrandt in Gera (Reuß) wurde eingetragen. – Jos. Lutz, Gold-, Silber- und Juwelengeschäft wurde eingetragen. Die Witwe Josef Anton Lutz, Fanny Henny geb. Fremery, in Mainz ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Der Kaufmann Adolf Franz Ludwig Tappermann in Wiesbaden ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten; die Prokura desselben ist erloschen.

Firmen- Löschung. Josef Kard os, Gold- und Silberwarenhandlung, Kurort Gleichenberg, infolge Geschäftsauflösung.

Geschäfts-Uebernahme. Frau Rosalia Herzka, Wien VII., Siebensterngasse 46, hat für Rechnung der Verlassenschaft das Juweliergewerbe des verstorbenen Herrn Heinrich Herzka fortgeführt und gezeichnet.

Geschäfts-Verlegungen. Herr Juwelier Max Arzt in Magdeburg verlegte sein Juwelen- und Goldwaren-Geschäft vom Alten Markt nach der Jakobsstr. 43. – Die Bijouterie-Fabrik Hermann Vogel in Pforzheim befindet sich vom 1. Mai ab Ebersteinstr. 6. – Die Firma Walter & Breuker in Düsseldorf verlegte ihren Betrieb (Fabrik versilberter Alpaka-Bestecke) vergrößerungshalber nach Harkortstr. 7. – In Danzig verlegte Herr A. Kalkstein seine Löffelfabrik und Lager von Breitegasse 90 nach Breitegasse 59.

Prokura-Erteilung. Herr Moritz Kraus, Goldarbeitergewerbe, Wien I., Bäckerstr. 7, erteilte der Emma Kraus Prokura.

Prokura-Löschung. Die Prokura des Herrn Otto Paul Kutzner in den Vereinigten Metallwarenfabriken, A.-G., vormals Haller & Co. zu Altona-Ottensen, in Berlin ist erloschen.

Verschiedenes. Der Juwelier Petavi in Paris hat nach dem „Hamb. Fremdenbl.“ seine Zahlungen eingestellt.

Aus Innungen und Vereinen.

Die Goldschmiede-Innung in Stettin hielt in den Friedrich KarlHallen eine Versammlung ab, in der eine größere Zahl von Zeichnungen und Entwürfen aus der Fachschule der Lehrlinge, sowie Gesellen- und Meisterarbeiten ausgestellt waren. Die Zeichnungen, unter Leitung des Zeichenlehrers Utecht gefertigt, zeigten eifriges Streben und verständnisvolle Darstellung von Schmuck- und anderen Gegenständen und hatten zum Teil praktische Verwertung in den ausgestellten Gegenständen gefunden, von denen einige schon kleine Kunstwerke repräsentieren. Von besonderem Interesse war eine von Herrn Juwelier Ed. Rosenbaum als Meisterstück gefertigte Brosche, (auch als Anhänger verwendbar) im Empirestil aus Platina und Gold zusammengesetzt und mit Brillanten und Rubinen verziert. Der Schmuck stellt sich als ein wirkliches Meisterstück der Goldschmiedekunst dar. Herrn Rosenbaum wurde in der Versammlung der Meisterbrief überreicht. Mit der Ausstellung war eine Prämiierung verbunden, und es erhielten den 1. Preis Georg-Nehls

bei Juwelier Deesen-Stargard für eine Brosche, den 2. Preis Fritz Viergutz bei Juwelier Rosenbaum-Stettin für einen Herrenring, den 3. Preis Hellmuth Eick bei Juwelier Rud. Kunstmann-Stettin für einen Likörbecher, den 4. Preis Richard Koltermann bei Juwelier Marini-Stettin für eine Brosche, den 5. Preis Walter Wegner bei uwelier Rosenbaum für einen Kollieranhänger und den 6. Preis heodor Grützmacher bei Juwelier Freund für ein Paar Manschettenknöpfe. Im weiteren wurde drei Lehrlingen der Gesellenbrief überreicht und über den Ausbau der Fachschule und die Verbesserung der Unterrichtsmittel beraten. Aus allem war zu entnehmen, daß man auch hierorts bestrebt ist, die Kunst im Goldschmiedegewerbe nach Kräften zu fördern und aus dem jungen Nachwuchs tüchtige und brauchbare Vertreter des Gewerbes zu machen, deren Fortkommen im späteren Leben gesichert ist.

Die Hauptversammlung, welche die Dresdner Goldschmiede-ZwangsInnung am 20. April unter Leitung des Herrn Hermann Eckhardt in Kneists Restaurant abhielt, erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Der Eröffnung der Sitzung folgte das Lossprechen von 11 Lehrlingen durch den Obermeister. Eine Ausstellung der Gehilfenstücke und Zeichnungen ließ erkennen, daß alle Auslernende sich in ihrem Fache vortrefflich vorgebildet hatten. Zum Vortrage gelangte sodann der Kassenbericht der Innung durch den Obermeister an Stelle des erkrankten Kassieres, des Herrn Nietzsch – mann, sowie eines Berichtes über die Fachklasse der Innung in der Schule des allgemeinen Handwerkervereins durch Herrn Heinze. Beide Berichte wurden mit Interesse entgegengenommen, dem Kassierer Entlassung erteilt und beiden Herren für die von ihnen ausgeführte Arbeit gedankt. Den Geschäftsbericht des vergangenen Vierteljahres erstattete der Herr Obermeister und schloß sich diesem eine lebhafte Diskussion an, welche einige das Geschäft schädigende Mißstände behandelte. Es wurde eine Kommission gewählt, die Vorschläge zu deren Beseitigung herbeischaffen soll.

Von Kunstgewerbeschulen.

In den Räumen der Gewerbeschule zu Pforzheim hatten vom 12. bis 20. April ds. Js, die beiden in demselben Gebäude untergebrachten Schwesteranstalten, die Handwerker- und Goldschmiedeschule, ihre Zeichnungen, Modellierarbeiten, schriftlichen Arbeiten usw. ausgestellt. Wer sich zu einem Besuch der ebenso interessanten wie belehrenden Ausstellung entschloß, wäre sicherlich sehr befriedigt von dem Gesehenen sein, erhielt er doch ein ungefähres Bild von der beträchtlichen Summe von Arbeit, die beide Schulanstalten im Laufe eines Schuljahres zu bewältigen hatten. Die in fünf Sälen untergebrachte Ausstellung der Goldschmiedeschule bot dem Besucher eine ganze Fülle von Anregungen und hatte besonders in ihren Zeichnungen und Modellierarbeiten viel des Interessanten und Originellen aufzuweisen Während früher, vor der Begründung einer selbständigen Schulanstalt, Bijouteriemuster laut Lehrplan ausgeschlossen waren, zeigte sich jetzt, dem Titel der Schule entsprechend, das Bestreben, das zeichnerische Können möglichst bald in den Dienst unserer heimischen Industrie zu stellen. Und getreu dem Grundsatze, daß es keine alleinseligmachende Methode gibt, finden wir zur Erlangung jenes Zieles von den einzelnen Klassenlehrern verschiedene Wege eingeschlagen. Ueberall aber waren recht erfreuliche Erfolge festzustellen, was die gegen Ende des Schuljahres gefertigten Prüfungsarbeiten im Zeichnen, die ohne Mithilfe und Korrektur des Lehrers gefertigt wurden, deutlich erkennen ließen. Besonders aufmerksam wurde der Besucher auf Lehrgänge, deren Zeichnungen etwas an naturgeschichtliche Detailskizzen erinnerten. Es wurden da einzelne Pflanzen (Maiblume, Schneeglöckchen u. a.) in ihre Teile zerlegt und alle Schönheit zeigenden Formen noch besonders gezeichnet, gelegentlich auch die Pflanze in ihren Wachstumsstadien verfolgt. Wie aus den so gewonnenen Zeichnungen hervorgeht, ergibt sich dadurch ein ungemeiner Reichtum schöner Formen, bei deren Auffindung der Sinn für Schönheit und ein denkendes Sehen jedenfalls gute Förderung erfahren. Im 3. Jahreskurs wurden sodann aus den erhaltenen Naturmotiven Muster für verschiedene Schmuckstücke abgeleitet. Während die genannten Arbeiten meist schwarz-weiße Tuschfederzeichnungen sind, fanden wir in andern Klassen wieder sorgfältige Pflege der Kolorierung und des Schattierens; namentlich waren in der Emailmalerabteilung geschmackvoll abgetönte Muster zu bewundern. Hand in Hand mit dem Zeichnen geht der Unterricht im Modellieren in Ton oder Plastilin, und auch hier begegneten wir einem großen Reichtum an Naturformen, fast alle in schöner und exakter Ausführung. Ebenso verdienten die in diesem Jahre erstmals ausgestellten Treibarbeiten alle Anerkennung. Die aufliegenden schriftlichen Arbeiten enthielten Urkunden, einfache sich aus dem Beruf ergebende Privat- und Geschäftsbriefe, Aufsätze aus der Materiallehre, Legierungs- und Wechselrechnungen, Kostenberechnungen und einfache amerikanische Buchführung. So bot die Ausstellung ein erfreuliches Bild der jungen, voraussichtlich immer noch mehr sich entwickelnden Schulanstalt.

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schen Museums in München zeigt, das künftig ein Hauptsammelpunkt aller auf diesen Gebieten Anschaung Suchenden sein wird. Nicht alle aber werden an dieser Stätte Belehrung schöpfen können, wenige auch es mit wahrem Nutzen tun, wenn sie sich nicht gründlich vorbereitet haben. Es gibt aber eine Pflegestätte naturwissenschaftlicher und technischer Kenntnisse, die in vieler Hinsicht größeren Nutzen stiften kann als solch ein Museum, das ist – das Konversations-Lexikon. Der „Große Meyer“, dessen 13. Band (Lyrik bis Mitterwurzer) uns heute vorliegt, hat sich ja immer mit besonderer Liebe alles dessen angenommen, was in das Reich der Natur und der Technik gehört, und so hält er es dankenswerterweise auch in diesem neuen Bande. Gewiß, er ist kein Spezialist, der „Große Meyer“, soll er doch über den jeweiligen Stand des ganzen menschlichen Wissens Rechenschaft geben. Seine Auskunft wird aber doch auch auf Spezialgebieten nicht versagen. Greifen wir aus der Fülle des Geboten einige Stichproben heraus: den großen Aufsätzen „Mensch“ und „Menschenrassen“ steht als eine Art Gegenstück dazu der Artikel „Maschine“ gegenüber; wir finden reichsten Stoff unter den Stichwörtern „Magnetismus“, „Mars“, „Meer“, „Metalle“, „Meteorologie“, „Mineralien“, ganz abgesehen von den vielfältigen Abhandlungen über einzelne engere Themata, wie „Magnetometer“, „Magnetograph“, „Maschinenpflug“, „Mauersteine“, „Meteorologische Hochstationen“, „Mimikry“, „Mineralwässer“, sämtlich mit neuen und erneuerten Tafeln in schwarzem oder farbigem Druck aufs reichste ausgestattet. Um nicht einseitig zu bleiben, wollen wir zum Schluß noch auf einige andere, besonders wichtige Abschnitte aus dem Gebiete des allgemeinen Wissens hinweisen, auf die Artikel „Marine“ und „Militär“, „Mannheim“ und „Metz“, „Mandschurei“ und „Martinique“, „Lyrik“ und „Märchen“, „Malerei“ und „Medaillen“, „Menzel“ und „Meunier“ usw. Kurz und gut, der Band schließt sich in allem würdig an seine Vorgänger an, ja an Fülle der Beilagen übertrifft er deren manche, enthält er doch nicht weniger als 43 schwarze und 7 farbige Tafeln, 19 Karten und Pläne, 3 besondere Textbeilagen und 195 Abbildungen im Text.

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CXD Frage 580. Wer erzeugt Silber - Emailringe mit

Schriften. Es ist dies wohl ein alter Artikel, doch ist

E uns ein Fabrikant dafür nicht bekannt und wären wir für Angabe einer diesbezügl Adresse dankbar. F. F. in G.

Frage 581. Ist jemand von den geehrten Fachkollegen in der Lage, ein besseres, bezw. reinlicheres Metallputzmittel für die Politur von Tombak u. dgl. anzugeben, als das bekannte Polierrot? – Eventuell welches und wo erhältlich? P. H. in B.

Frage 582. Wer war der Aussteller der großen, sieben- oder neunlichtigen Kandelaber in Silber (Schilf-Motiv) auf der Pariser Weltausstellung 1900? Ich bitte um gefl. Antwort. J. L. in B.

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Frage 584. Wir bitten freundl. uns mitteilen zu wollen, durch welche Firma wir kleinere Globen beziehen können. Durchmesser 27–50 mm ? K. G H. in I.

Frage 585. Wer ist Lieferant von Federstahl, wie solcher zu den Bischofmechaniken der Manschettenknöpfe verwendet wird? H. N. in N. Antworten:

Zu Frage 569. Stockgriffe mit dem Stempel „Nickel-Silver“ fertigen: Georg Luft, Berlin S. 43, Ritterstraße 24. – Huck & Loers, Lüdenscheid (Westfalen). – J. Beck, KleinsilberwarenFabrik, Schwäb Gmünd.

Zu Frage 572. Doppelarmige Mechaniken für Manschetten- und Brustknöpfe liefert: G. Rupp jr., Pforzheim, Gymnasiumstr. 72.

Zu Frage 574 Reliefpressen zur Anfertigung von Figuren liefert: G. Richter, Berlin SO. 26, Skalitzerstr. 8.

Zu Frage 575. Haarketten in verschiedenen Mustern liefern und aus eingesandten Haaren fertigen solche an: Schumann & Vahl, Weißenfels i. Thür. – Haarketten liefert zu den billigsten Preisen: Reinhold Rieß, Landskron (Böhmen).

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

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gegenüber verhalten solle. Daß Gehilfen einfach sich über Gesetz und Recht hinwegsetzen, kommt leider nicht selten vor. Sie nehmen ein Engagement an und lassen nichts wieder von sich hören, und wenn sie zum Antritt aufgefordert werden, so antworten sie gar nicht, oder sie erklären einfach, daß sie bereits eine andere Stellung angetreten haben, die ihnen „besser konveniere“. So teilte uns ein Goldschmied aus Stolp mit, daß er einen Gehilfen zum 1. Mai angenommen habe, der, ohne eine Zeile der Entschuldigung oder ohne sonst etwas von sich hören zu lassen, einfach weggeblieben ist. „Ich bin“, schrieb unser Abonnent, „dadurch, daß ich ohne Gehilfen blieb, in die größte Verlegenheit gekommen. Kann man sich denn nur gegen eine solche Rücksichtslosigkeit gar nicht schützen?“ Wir konnten nur erwidern, daß der Gesetzgeber in den §§ 124b, 125 der Gewerbe-Ordnung wohl einen gewissen Schutz, der allerdings nicht ausreicht, gegeben hat. Es heißt da in § 124b:

„Hat eine Gehilfe rechtswidrig die Arbeit verlassen, so kann der Arbeitgeber als Entschädigung für den Tag des Vertragsbruches und jeden folgenden Tag der vertragsmäßigen oder gesetzlichen Arbeitszeit, höchstens - aber für eine Woche, den Betrag des ortsüblichen Tagelohnes (§ 8 des Krankenversicherungsgesetzes) fordern. Diese Forderung ist an den Nachweis eines Schadens nicht gebunden. Durch ihre Geltendmachung wird der Anspruch auf Erfüllung des Vertrages und auf weiteren Schadenersatz ausgeschlossen . . . . . (

Und in § 125 werden weitere Schutzbestimmungen gegeben. Da wird folgendes festgesetzt:

„Ein Arbeitgeber, welcher einen Gehilfen verleitet, vor rechtmäßiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Arbeit zu verlassen, ist dem früheren Arbeitgeber für den erstandenen Schaden oder den nach § 124b an die Stelle des Schadenersatzes tretenden Betrag als Selbstschuldner mitverhaftet. In gleicher Weise haftet ein Arbeitgeber, welcher einen Gehilfen annimmt, von dem er weiß, daß derselbe einem anderen Arbeitgeber zur Arbeit noch verpflichtet ist.

In dem in vorstehendem Absatz bezeichneten Umfang ist auch derjenige Arbeitgeber mitverhaftet, welcher einen Gehilfen, von dem er weiß, daß derselbe einem anderen Arbeitgeber zur Arbeit noch verpflichtet ist, während der Dauer dieser Verpflichtung in der Beschäftigung behält, sofern nicht seit der unrechtmäßigen Lösung des Arbeitsverhältnisses bereits 14 Tage Verflossen sind.“

Danach hat der Goldschmied folgende Wege offen: Klage auf Ersatz des entstandenen Schadens . . . . . Klage auf eine Woche ortsüblichen Tagelohn . . . . . Vorhalt an den Meister, bei dem der kontraktbrüchige Gehilfe eingetreten ist. Das letztere ist deshalb notwendig, weil von dem Gehilfen selbst oft im Klagewege nichts zu holen sein wird, der Gehalt aber nur pfändbar ist, wenn und soweit er 1500 Mark im Jahre übersteigt. Eine Besserung in diesen Verhältnissen kann nach unserem Dafürhalten nur eintreten, wenn die Goldschmiede von diesem Rechte auch wirklich überall

da Gebrauch machen, wo sie in so rücksichtsloser Weise hintergangen werden. Über

die Kündigungsfrist der Gehilfen

hat man sich in einer zahlreich besuchten Versammlung der Arbeitnehmer unserer Branche in Berlin ausgesprochen. Man nahm gegen den von einer Kommission des Verbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Deutschlands fertiggestellten Entwurf einer Arbeitsordnung Stellung und beschloß, ihr energisch entgegenzutreten, weil darin statt der üblichen Kündigungsfrist gar keine Kündigung vorgesehen ist. In dem Entwurf, welchen seinerzeit die „Deutsche Goldschmiedezeitung“ ausgearbeitet hatte, war eine Kündigung vorgesehen, und wir bekennen uns offen auch heute noch als Anhänger einer solchen. Vor allem aber scheint uns das Vorgehen der Arbeitnehmer gänzlich verfrüht, denn uns ist davon nichts bekannt, daß dieser Entwurf schon vom Verband sanktioniert wäre. Wir glauben vielmehr nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, daß die Frage der Arbeitsordnung erst auf dem Verbandstage in Eisenach entschieden wird. Wegen

Hausierens mit Gold- und Silberwaren mit vier Wochen
Gefängnis bestraft
Wurde eine herumziehende Händlerin Katharine Koehler vom

Schöffengericht Crailsheim. Der Fall zeigte wieder, wie gemeingefährlich diese Art Händler sind. Die Koehler schwindelte

einer Frau eine Kette, die einen reellen Wert von 12 Mk. haben

sollte, tatsächlich aber 68 Pf. kostete, für 3 Mk. 50 Pf. auf, desgleichen einer Kellnerin eine gleiche Kette, die einen Wert von 7 Mk. repräsentieren sollte. Das Treiben wurde denn auch als gemeiner Betrug aufgefaßt und daher die exemplarische Strafe ausgeworfen. Dem Landjäger Gaiser, welcher die Betrügerin stellte, haben wir als Belohnung

die Hausier-Prämie Über den

Ausverkaufs-Schwindel

ist in letzter Zeit wieder so viel geklagt worden, daß es an der Zeit ist, daß die Regierung einmal eingreift. Namentlich liegt es hinsichtlich des „Nachschubs“ beim Ausverkauf trotz aller ergangenen Urteile noch sehr im Argen, weil wir keine einheitliche Rechtsprechung haben. Die Strafkammer Saarbrücken verurteilte jetzt einen Kaufmann in St. Johann wegen unlauteren Wettbewerbes, der im Februar 1904 sein Geschäft mit 110000 Mk. gegründet hatte, aber bereits im Oktober einen „Totalausverkauf wegen gänzlicher Geschäftsaufgabe“ annoncierte. Fortgesetzt wurden dem Geschäft neue Waren zugeführt und die Lieferanten mußten die Bestellungen vordatieren, so daß der Anschein erweckt wurde, als seien dieselben noch vor dem Ausverkauf bewirkt worden. Interessant war aber, was sich im Laufe der Verhandlung über die Natur der

zukommen lassen.

Ausverkaufs-Preise

herausstellte. Durch Vergleich aus den Fakturen hat das Gericht festgestellt, daß die sogen. „regulären Verkaufspreise“ des Geschäftes 40–50%, in anderen Fällen 64–79%, in einem Falle sogar 128% Aufschläge zu den Einkaufspreisen darstellten. Die „reduzierten Ausverkaufspreise“ aber erhielten noch Zuschläge von 18, 20, 22, 36 bis 48% zu den Einkaufspreisen. Da sieht man, wie weit der „Ausverkaufs-Schwindel“ gediehen ist. Wieder

eine Verurteilung der Bera-Compagnie

hat in München stattgefunden. Ein Juwelier dort schreibt uns: „Sie werden sich noch entsinnen, daß die Bera-Diamanten-Compagnie auch hier die Namen der Kunden veröffentlichte, die unter den Bera-Steinen echte Diamanten herauszufinden wußten. Da hatte nun der Redakteur des „Grobian“ einen der genannten Diamantenfinder in seinem Blatte lächerlich gemacht, weshalb ihn das Schöffengericht München I zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilte. In dem Urteil aber wurde ausdrücklich festgelegt, daß „das Geschäftsgebaren der Bera-Gesellschaft ein betrügerisches und gemeingefährliches sei“. War da nicht eigentlich die Bera-Compagnie die Verurteilte? Vielleicht geben Sie auch diesen Fall in Ihrem Blatte bekannt.“ Mit Vergnügen! Wir sind auch ganz der Meinung des Herrn Einsenders. Gerichtet ist auch in diesem Prozeß wieder das „amerikanische System“ der Bera-Compagnie. In einem weiteren Prozeß wegen unlauteren Wettbewerbs, den der Allgemeine Gewerbeverein, München gegen die Inhaber der Compagnie vor der dritten Kammer für Handelssachen in München angestrengt hatte, und in der es sich darum handelte, ob ein als „echter Diamant“ verkaufter Stein wirklich „echt“ sei, haben die Sachverständigen Dr. Grünling, Konservator an der Mineralogischen Sammlung des Staates, und Hofjuwelier Heiden sich übereinstimmend dahin ausgesprochen, daß dieser angeblich echte Diamant nichts als Glas sei. Also Schwindel über Schwindel! In der oft ventilierten Frage

Goldschmied und Uhrmacher ist ein neues Ereignis zu melden. Die „Deutsche Uhrmacherzeitung“

hat folgendes Inserat veröffentlicht:

„Einen Goldschmiede-Lehrkursus für junge Uhrmacher hat Herr Gold- und Silberschmied Erich Neuendorff in Münster i. W., Hörster Strasse 2, eröffnet, auf den wir hierdurch aufmerksam machen.“

Natürlich preist die „Deutsche Uhrmacherzeitung“ ein solches Unternehmen an. Wir für unseren Teil müssen erklären, daß es uns eigentümlich berührt, wenn ein Goldschmied die Konkurrenz seines Gewerbes auch noch in solchen Lehrkursen ausbilden will, damit die Betreffenden dann sich mit Fug und Recht „Uhrmacher und Goldschmied“ nennen können. Was soll denn daraus werden ? Wenn man noch auf einer Scheidung der beiden Gewerbe bestehen bleiben will, so dürfen solche Brücken nicht gebaut werden. Oder sollte doch einmal die Zeit kommen, wo diese Scheidung, wie die „Deutsche Goldschmiedezeitung“ schon vor Jahren prophezeite, von der Bildfläche des gewerblichen Lebens verschwinden wird? Uns hat man wegen dieser Anschauung fast der Felonie geziehen. Und heute? Auch die gemeinschaftlichen Beratungen der Uhrmacher und Goldschmiede führen ja immer näher und näher zusammen. Vereint müßten alle Interessenten gegen

die Schundwaren der Versandhäuser

vorgehen. Es ist wirklich ein beschämendes Gefühl, wenn man da liest: „Doppel-Kavalier-Uhrkette nur 98 Pf. Als Geschenk noch eine Kavalier-Gelduhr gratis!“ Diese Uhrkette wird obendrein mit der folgenden Reklame bedacht: „Diese prachtvolle, feuervergoldete Doppel-Kavalier-Uhrkette kostet nur 98 Pf, 10 Stück auf einmal nur 9 Mk.“ Unterzeichnet ist dieses schöne Inserat: „Gebr. Wolfertz, Versandhaus „Rotkäppchen“, Wald bei Solingen Nr. 2219.“ Wenn doch dieses „Rotkäppchen“ der Wolf fräße! Wir würden den Jäger nicht holen, der ihm den Leib aufschnitte und Rotkäppchen wieder zum Leben erweckte!

Die moderne Gravierkunst.

Geschichte und Technik des Gravierens. Dargestellt von C. J. Stahl. Eine ganz empfindliche Lücke in der Reihe unserer Spezialwerke bemüht sich obiges, im Verlage von A. Hartleben, Wien und Leipzig erschienene Buch auszufüllen und zwar

mit Erfolg, denn das Stahlsche Buch ist nicht nur dem Anfänger,

sondern auch dem älteren erfahrenen Graveur sehr zu empfehlen, es gibt manchen Fingerzeig und neue Anregungen. Zunächst gibt der Verfasser eine kurze allgemeine Uebersicht über die Geschichte der Gravierkunst, er erwähnt die ältesten Gravierversuche, das Einritzen von Linien und Ornamenten in Tierknochen usw. und kommt so fortlaufend bis auf den heutigen Stand der Graviertechnik zu sprechen. Im folgenden Abschnitt bespricht er dann ausführlich die Gravier- und Steinschneidekunst, die Emailleund Niellotechniken bei den Griechen und Römern im Altertum, und im Kapitel „Mittelalter“ teilt er uns manches über die Anwendung der Gravierung in der kirchlichen Kunst mit und spricht unter anderem über Albrecht Dürer, Holbein, Benvenuto Cellini, Wenzel Jamnitzer, über die Gravierungen der Zunftgeräte und die feinen Uhrgravierungen der damaligen Zeit. Im 15. Jahrhundert ist leider die Graviertechnik infolge Ueberhandnahme der Massenfabrikation und Eindringen des Maschinenbetriebs in dieses Arbeitsgebiet sehr zurückgegangen und erst seit dem Ende des Jahrhunderts und Anfang des jetzigen ist wieder Aussicht vorhanden, daß die Gravierkunst zu höherer Blüte gelangt. Viel aber bleibt jetzt noch zu wünschen übrig und sehr mit Recht klagt der Verfasser über die zähe Konsequenz, mit der viele Graveure sich hüten, andere Schriftformen, andere Dekorationen auszuführen, als eben die alten, aus der „Lehre“ übernommenen, und ganz vereinzelt findet man erst Graveure, welche mit der Zeit fortschreiten, sich von alten Ueberlieferungen freimachen und sich der Wanderfahrt nach der sonnigen Kunst anschließen. Im Kapitel „Die Gravierkunst in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung“ erweckt der Verfasser unser Interesse durch die Mitteilungen über das Zusammenwirken der Gravier- und Goldschmiedekunst und behauptet sehr richtig, daß es in früherer Zeit „spezielle“ Graveure nicht gab, sondern

Gold- und Silberschmied, Graveur und Ziseleur waren eins und erst später fand die Spezialisierung der einzelnen Techniker statt. Interessant weiß er uns noch über die Goldschmiedekunst bei unsern Vorfahren, den alten Germanen zu berichten. Im Alemanenrecht, das etwa im Jahre 616 entstand, finden wir im Kapitel 79 über Goldschmiede erwähnt: „Wer einen solchen, der sein Meisterstück gemacht hatte, erschlug, mußte es mit 40 Gulden büßen.“ Wie gering wurde hier unsere schöne Kunst bewertet, denn merkwürdigerweise war dieselbe Strafe auf Tötung eines Schweinehirten gesetzt. Später wurde es besser und wir finden die Goldschmiede und Graveure an der Spitze der Gilden und Zünfte und viele Privilegien und Rechte wurden ihnen zuteil. In der Jetztzeit haben wir endlich die Ziselier- und Gravierkunst als selbständlge Berufszweige und hoffentlich bringt die Zeit diese zu immer höherer Wertung. Ueber die Technik des Gravierens spricht der Verfasser nun ganz ausführlich und mit großer Gewissenhaftigkeit und erwähnt selbst kleinere Sachen, die aber doch von großer Wichtigkeit sind, z. B. das Anspitzen der Bleistifte und dgl. Im Abschnitt „Werkzeuge“ lesen wir mancherlei über Stichel, Punzen, Gravierkugeln, Kluppen usw., Anfertigung von Werkzeug, Härten, Schleifen, dann folgen die praktischen Uebungen, und bei Besprechung der Schriften und Monogramme empfiehlt der Schreiber allen Graveuren und Goldschmieden aufs angelegentlichste das im Verlage von Wilhelm Diebener, Leipzig erschienene Monogrammwerk, welches bis jetzt in seiner Reichhaltigkeit und Zweckdienlichkeit unübertroffen ist. Nun folgen eine Reihe von Mitteilungen über Heraldik, Stahlgravierungen, Stempel, Petschafte, Schildergravierung, Emaillieren, Tauschieren, Aetzen, und vieles andere bis zur modernen Elektrogravüre und Reduziermaschine und zum Schluß die zahlreichen Rezepte, Ratschläge und Hilfsmittel. Zweifellos wird die Lektüre dieses Buches dem Graveur und Goldschmied manche Vorteile bringen und ist die Anschaffung sehr zu empfehlen. Zu beziehen ist dasselbe ebenfalls vom Verlagshause Wilhelm Diebener, Leipzig. Albert Kahlbrandt, Altona.

Das schlechte Stempeln der Gold- und Silberwaren.

Wenn wir unsere heutigen Gold- und Silberwaren auf ihre Stempelung hin ansehen, so müssen wir uns oft darüber wundern, in welcher kleinlichen Art und Weise dies geschieht. An den meisten Schmuck- und kostbaren Geräten ist die Stempelung so versteckt angebracht, daß man fast glauben sollte, es handle sich hier darum, eine Verunzierung des Gegenstandes zu vermeiden. Es ist ja richtig, daß die Zeichnung besonders bei Schmucksachen nicht in ihrer Schönheit durch das Stempeln beeinträchtigt werden darf, aber bei einigermaßen guten Willen und Geschmack wird wohl an jedem Kunstwerke der Goldschmiede ein passendes Plätzchen zu finden sein, wo der Stempel – Waren- und Beschauzeichen – in gehöriger und deutlicher Weise einzuschlagen wäre.

Sehen wir uns nur einmal
in dieser Beziehung die Stem- W

1 2 Z 4
9 10 11 12

pelungen, besser noch gesagt Merkzeichen, unserer alten Meister an, wie deutlich und schön dieselben an ihren Schmuckwerken angebracht sind! Wie deutlich und charakteristisch! Die Stempelung soll doch für den Beschauer den Wert und die Herkunft des Gegenstandes zeigen. Aus diesem Grunde ist es so wichtig, daß das Zeichen an einem leicht auffindbaren

abgesehen, ist dies durchgängig so. Manche große und angesehene Firmen sind in dieser Beziehung so nachlässig und gleichgültig, als handele es sich dabei um Fabrikmarken in Weißblechtöpfe oder in billige Gürtlerwaren einzuschlagen. Die Stempelung ist doch aber die Urkunde, die dem echten Gegenstande mitgegeben wird. Sie beurkundet einesteils den Feingehalt des Edelmetalles, andererseits aber auch den Erzeuger des Schmuckoder Gebrauchsstückes. Daher kann nicht dringend genug empfohlen werden, das Feingehalts- und Warenzeichen recht liebevoll – möchten wir sagen – in großer, deutlich er Weise an dem ihnen gehörenden Platz anzubringen, so, wie dies durchgängig unsere alten Meister taten. Dieselben fertigten ihre

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Platz gehört und nicht in
einer solchen Kleinheit aus-
geführt werden darf, daß wir
dasselbe mit bloßem Auge
nicht genau erkennen können.
Denn gerade durch diese
Kleinheit läuft das Zeichen so
oft Gefahr, durch die kleinste
Verletzung beim Gebrauch
oder infolge Abschleifens an
Deutlichkeit zu verlieren.
Es passiert uns im Ge-
schäftsleben so oft, daß bei
Verkäufen der Kaufende das
Wert- und Fabrikzeichen zu

sind. - Mof Wir brauchen sie nur der Reihe nach anzusehen, (# GZ (F) GH) S SP B wie sie in dem trefflichen - Handbuch von Dr. Marc 17 18 19 20 21 22 23 24

1. Merkzeichen: Wenzel Jamnitzer, geb. 1508 in Wien, zünftig in Nürnberg, † 1585.
2. Merkzeichen: Daniel Lauer, Meister in Nürnberg, 1583. 3. Merkzeichen: Hanns Bertold,
Meister in Nürnberg, 1601. 4. Merkzeichen: Nicolaus Schmidt, Meister in Nürnberg, 1582.
5. Merkzeichen: Franz Vischer (Fischer), Meister in Nürnberg, 1600. 6. Merkzeichen:
Hans Petzold, geb. 1551, Meister in Nürnberg, † 1633. 7. Beschauzeichen: Augsburg,
Ende 16. Jahrh. 8. Merkzeichen: vermutlich Jacob Jäger, Augsburg, † 1673. 9. Meister-
zeichen, Augsburg. 10. Merkzeichen: Christof Bantzer, Augsburg, † 1653. 11. und 12.
Beschauzeichen von Straßburg, 1472–1567. 13. und 14. Merkzeichen: Johann Friedr.
Krug, Meister in Straßburg, 1739. - 15. Merkzeichen: Johann Ludwig Imlin, Meister in
Straßburg, 1689. 16. Merkzeichen: Cornelius Linck, Meister in Straßburg, 1656. 17. Merk-
zeichen: Daniel Hammer, Meister in Straßburg, 1659. 18. Merkzeichen: Gottfried Lang,
Meister in München, † 1632. 19. Merkzeichen von Hans Schleich, † 1616, Jacob
Wilhelm, † 1629, Heinrich Albertin, 1599, sämtlich in München. 20. Merkzeichen:
Georg Hoffmann, Breslau, wird erwähnt 1589–1600. 21. Beschauzeichen von Alt-Hanau,
17. Jahrh. 22. Merkzeichen: Sebastian Fechter der Altere, Meister in Basel, 1633, † 1692.
23. Joh. Christoph Barrowsky, Meister in Riga, 1771. 24. Merkzeichen: Johann
Lamoureux, Meister in Riga, † 1744.

Rosenberg: „Der GoldSchmie de Merkzeichen“ (Verlag von Heinrich Keller, Frankfurt a. M.) in so schönen und vielen Beispielen vorgeführt werden, ein Werk, dem wir auch die obigen Abbildungen entnahmen. Wir lesen darin unter „Straßburg im Jahre 1472“, Seite 338: „Wie die goltsmyde ir wergk zeichenen und eyn gemeyn zeychen haben söllent“ (Abbildung 11

sehen wünscht. Dabei gerät
aber der Verkäufer zumeist
in Verlegenheit, indem er sich vergeblich abmüht, die kleine Stelle
zu finden, wo der Stempel in verschämter Kleinheit ver-
steckt ist. Er hat die unebene, sogenannte gestempelte Stelle
zwar schon gesehen, diese aber nur für einen Fehler im Metall
gehalten. Die heutigen Stempelungen sind ja meistens derart, daß
der Stahl eines kräftigen Silberpolierers hinreicht, den ganzen

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und 12). Und weiter auf Seite 346: „Jeder goldtsmid sol sin eygen zeichen haben“. Art. 18 (1739): „Und uff das man wissen möge, welcher goldtschmidt ein yede arbeit gemacht habe, sol fürtter ein yegklicher goldtschmidt, der das hantwerck in der stat Straszburg treyben und bruchen will, ein besonder merkzeichen und uff demselben puntzen synen namen gestochen haben, dasselbig, so offt er sin arbeit will lossen zeichen, mit yme tragen und durch die verordenten beschauwer neben des hantwercks zeichen schlagen lossen.“ Zum Schlusse sei noch auf die obigen Abbildungen von Merkzeichen unserer alten Meister hingewiesen; mögen sie das beweisen, was in obigen Zeilen gesagt ist. Dieselben sind in doppelter Größe wiedergegeben. Übrigens wird auch heute noch bei den konservativen Völkern die Stempelung in der alten und deutlichen Weise gehandhabt. Wir erinnern nur an die englischen und russischen Punzierungen. P. A.

Neues vom metrischen Karat.
Von Ludwig Schröder*).

Zum letzten Male habe ich in der Nummer vom 18. Dezember 1905 der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ über das metrische Karat berichtet und zwar, daß das Syndikat der Pariser Steinhändler, Vorsitzender M. Falco, sich für die Einführung des metrischen Karats ausgesprochen habe. Seitdem haben sich in der Frage dieser Reform mancherlei andere maßgebende Instanzen in zustimmendem Sinne geäußert, deshalb möchte ich in nachstehendem

einen Bericht über den augenblicklichen Stand der Angelegenheit

geben und erbitte mir für die nachfolgenden Zeilen das freundliche

Interesse der Anhänger wie der Gegner des neuen Karats.
Für diejenigen Leser der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“,

*) In dem Kampfe um das metrische Karat bringen wir hier wieder eine Kundgebung, welche für dasselbe eintritt, da wir auch den gegenteiligen Anschauungen aus Pforzheim und Hanau Raum gegeben haben. (Die Schriftltg.)

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