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Patente und Gebrauchsmuster. Patent - Anmeldungen. 7c. S. 19933. Verfahren und Maschine zur Herstellung von nahtlosen Hohlgefäßen aus Metall. Eugene Hugo Sloman, Detroit, V. St. A. Vertr.: Dr. S. Hamburger, Pat.-Anw., Berlin W. 8. 16. 8. 04.

44a. W. 24426. Klemmvorichtung für Halsbänder und dergl. Herbert Louis Wagner, Toronto, Kanada. Vertr.: Heinrich Neubart, Pat.-Anw., Berlin SW. 61. 7. 9. 05.

49b. B. 41911. Bezugfeile, deren Körper mehrere Feilenblätter trägt. Bautzener Industriewerk m. b. H., Bautzen. 12. 1. 06.

67 c. St. 9472. Verfahren zur Herstellung von Poliermaterial, bei welchem ein mit Bindemitteln, wie z. B. Harz, Wachs, Oelsäure, Oel und dergl., versetztes Poliermittel einem Poliermittelträger, wie z. B. Leder, Gewebe und dergl., einverleibt wird. Alex Stam, Berlin, Lützowstr. 59. 5. 4. 05.

Patent - Erteilungen. 49f. 171071. Verfahren zum Löten von Aluminium und aluminiumreichen Legierungen. Leonhard Fries, Zürich. Vertr.: R. Deißler, Dr. G. Döllner und M. Seiler, Pat.-Anwälte, Berlin SW. 61. 6. 10. 04.

Gebrauchsmuster - Eintragungen. 216. 272730. Docht-Trockenelement, bei welchem die Salzlösung im unteren Teil durch einen Docht dem Sägemehl im oberen Teile zugeführt wird. Gottfried Spennrath, Weitmar b. Bochum. 24. 1. 06. S. 13404.

44a. 272782. Sicherheitsnadel für Broschen u. dgl., mit einem den die Nadelspitze aufnehmenden Haken verschließenden, unter Federdruck stehenden doppelarmigen Hebel. Lewin Fraser, Bromley; Vertr.: M. Schmetz, Pat.-Anw., Aachen. 14. 2. 06. F 13599.

44a. 272792. Verschluß für Armbänder und Kolliers, bestehend aus zwei ineinander schiebbaren Teilen, von welchen der eine Teil eine durch ein Scharnier befestigte und mit einem Dorn versehene Klappe besitzt. Theodor Baer, Hanau. 17. 2. 06. B. 30 213.

31 a. 272837. Tiegel-Schmelzofen mit seitlicher Luftzuführung. Maschinenbau - Anstalt Humboldt, Kalk b. Köln. 15. 2. 06. M. 21 262.

31 a. 272838. Tiegel-Schmelzofen mit aufklappbarem Deckel. Maschinenbau-Anstalt Humboldt, Kalk b. Köln. 15. 2. 06. M. 21 263.

31 a. 272839. Tiegel-Schmelzofen, dessen Deckel durchbrochen und mit einem Nachfülltrichter versehen ist. Maschinenbau-Anstalt Humboldt, Kalk b. Köln. 15. 2. 06. M. 21 264.

44 a. 272958. Armbandverschluß, bei welchem beim Niederdrücken des in einem Gehäuse geführten Verschlußriegels die Verschlußzunge eingeschoben und beim Freigeben des Riegels, der Verschluß selbsttätig herbeigeführt wird. Friedrich Kolb, Oetisheim. 29. 12. 05. K. 26903.

Antworten: Zu Frage 552. Maschinen für Patent wie auch für deutsche Brissuren fertigt: Wilhelm Feiler, Maschinenfabrik, Pforzheim.

Zu Frage 554. Die frag!. Artikel für Bienenzüchter in Silber fabrizieren: Gebr. Kraus, Schwäb. Gmünd.

Zu Frage 558. Wenn sich an den betreffenden Gegenständen noch Zinn befindet, so ist es ratsam, dieselben vor dem Färben zu verkupfern oder vermessingen und verfährt man dann nach folgenden Rezepten. Graufärben von Messing: Es geschieht dies mit der sogenannten Arsenikbeize, welche man folgendermaßen herstellt: Man mischt im Freien in einem Glasgefäße Salzsäure (1000) mit Salpetersäure (125), fügt weißen Arsenik (42,5) und Eisenfeile (42,5) zu. Nachdem die festen Körper vollständig gelöst sind, werden die sauberen, blanken Messinggegenstände so lange in die Beize getaucht, bis die gewünschte Färbung eingetreten ist. Dann gut abspülen, trocknen und lackieren. – Stahlgrau, namentlich für kupferreiche Legierungen erhält man mit folgender Beize: Salzsäure (1 1), Salpetersäure (0,150 !), Arsenik (50) und Eisenspäne (50). Die Säuren werden gemischt, die arsénische Säure darin gelöst und endlich die Eisenfeilspäne zugesetzt. Braune Färbung von Messing wird erzielt durch Einlegen in eine Lösung von Kupfer in Ammoniak. Diese erhält man, indem man Kupferabfälle bis zu 93 Höhe in eine Flasche und dann in gleichen Gewichtsteilen mit Wasser und Salmiakgeist übergießt, so daß ein Teil des Metalles von der Flüssigkeit nicht berührt wird. Man rührt dasselbe von Zeit zu Zeit um, damit immer neue Metallschnitzel mit der Luft in Berührung kommen. Nach einigen Tagen erhält man so eine schöne, blaue Lösung von Kupferoxydammoniak, der auf Messing alle Schattierungen vom hellsten Ocker bis zum dunkelsten Kastanienbraun hervorruft. Sollte aber Schwarzfärbung eintreten, so muß man der Flüssigkeit Salmiakgeist zusetzen, während sie bei körnigem Ansätzen mit Wasser verdünnt wird. Für Messing oder Kupfer erhält man ein Braun durch Auftragen folgender Mischungen: Grünspan (3 Teile), Eisenoxyd (3 Teile), Salmiakgeist oder Eisenoxyd (1 Teil), Graphit (1 Teil) mit Spiritus angerührt. Dann erhitzen, bürsten und abreiben mit Wachslappen oder Bürste und wenn nötig Wiederholen des Anstrichs. (Lexikon der Metalltechnik, Dr. Joseph Bersch, A. Hartlebens Verlag.) Braunfärben von Messing: Man verquickt das Messing und färbt dann die Quecksilberschicht durch eine Bildung von Schwefelquecksilber mittels einer sehr verdünnten SchwefelammoniumLösung. (Georg Buchner, Die Metallfärbung.)

Zu Frage 559. In Messing - Firmaschilder wird die Schrift auf folgender Weise eingelassen: Man läßt über eine Spiritus- oder Gasflamme (Blau-Brenner) schwarzen Siegellack einlaufen, indem das Schild über die Flamme gehalten wird bis der Siegellack schmilzt. Nach Erkalten wird mit einer Schmirgelfeile (die Schmirgelfeile wird hergestellt, indem man Schmirgelpapier auf einen flachen Holzstab leimt) das überflüssige an Siegellack abgefeilt, hierzu ist erforderlich, daß die Feile in Petroleum getaucht wird. Petroleum löst den Siegellack auf. Zu empfehlen ist, die Schrift vor dem Einlassen des Siegellacks recht rauh zu gravieren, dadurch hält der Lack besser. Wenn recht straff gefeilt wird, dann erhält man ein sehr schönes Firmenschild.

Jul. Köhler, Goslar. Zu Frage 560. Billige hübsche Photographie-Rahmen liefern: Robert Ungerer, Pforzheim. – Rudolf Rein & Co., Gablon z.

Zu Frage 562. Wenden Sie sich bitte an Herrn Oskar Dietrich, Nadelfabrik in Burkhardtsdorf. Derselbe wird Ihnen Auskunft geben. Jedoch teilen Sie dem Herrn mit, ob der Artikel roh oder blank gearbeitet ist; ob selbiger aus blauem, grauem oder gehärtetem Stahlblech besteht.

Zu Frage 565. Rosenkranz-Schnüre, Rosenkränze in Silber, verschiedene Ausführungen, fabrizieren: Jung & Grimm, Pforzheim.

Zu Frage 566. „Slave bangles“ liefern: J. H. Schoepf, Pforzheim. Rudolf Rein & Co., Gablonz. Gebrüder Stern, G. m. b. H., Oberstein. – Fr. Wilh. Gödecke, Offenbach a. M.

Zu Frage 567. Manschettenknöpfe in der Preislage von 18 bis 45 Mk. (Verkauf nur an Grossisten) erzeugen: F. Robitschek Söhne, Metallwaren-Fabrik, Karbitz (Böhmen).

Zu Frage 569. Zu dieser Frage empfehlen sich Kirchgäßner & Kraft, Pforzheim. Die Firma hat ein ständiges Lager in nur tadellos ausgeführten Alpaka-Silber-Griffen für Stöcke und Schirme.

Zu Frage 572. Mechaniken für Brust- und Manschettenknöpfe (Verkauf nur an Grossisten) liefern: J. W. Reinholdt, BijouterieFabrik, Pforzheim. Paul Hübner, Berlin O., Markus-Str. 5. Muster gern zu Diensten.

Zu Frage 573. Stahlbürsten, liefert: Chr. Schütz, Pforzheim, Jahnstraße 30b.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in Ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezelt kostenfreien Benutzung dieser Ableitung den aus. glebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu betelligen. Die Aufnahme einer Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrücklichen Wunsch. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung belzutragen.

Fragen: Frage 537. Wer ist der Fabrikant des Ohrlochstechers Schmerzlos"?

K. & W. in P. Frage 551. Welche Firma liefert die Email- Aufsätze für SilberOhrringe?

E. B. in 0. Frage 564. Wer liefert Preßteile für Kirchensachen billigst?

E. F. in L. Frage 568. Wie verhindert man das Braun- und Schwarzwerden unechter Bijouterie- und Metallgegenstände in wirksamer Weise? Das sogen. Zaponieren hat sich nicht immer zweckdienlich erwiesen.

F. H. in B. Frage 570. Wer ist der Fabrikant, der Reklame - EheringStänder, wo die imitierten Trauringe so arrangiert sind, daß dieselben einen Turm bilden? Das Ganze in unecht und vergoldet.

F. 0. in M. Frage 571. Wer fabriziert Siegelstangenhalter in Silber mit Pfanne und Spirituslampe?

R. F. in P. u. L. Frage 574. Wer bitten um Mitteilung, wer Reliefpressen verschiedener Größen von Tierfiguren, speziell Hundefiguren, liefert ?

A.-S.-W. in Z. Frage 575. Wer liefert Haarketten?

E. K. in P.

Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

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Unsere Eingabe an den Deutschen Reichstag in Sachen der Diamanten-Imitationen.

An den

Leipzig, den 27. April 1906.

Hohen Deutschen Reichstag

Berlin.

Dem Hohen Deutschen Reichstag erlauben sich Redaktion und Verlag der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ im Nachstehenden einen Antrag zu unterbreiten, der gegen einen schweren Krebsschaden im modernen Handelsverkehr gerichtet ist. Er betrifft den mit unlauterer Reklame betriebenen Handel mit Diamanten-Imitationen.

Antrag In § 5 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes vom 27. Mai 1896 ist ein Zusatz zu schaffen des Inhaltes: „Im Handel mit Diamanten - Imitationen dürfen keine Bezeichnungen gewählt werden, welche den Glauben erwecken können, daß es sich um echte Steine handelt. Die Worte „Diamanten“ oder „Brillanten“ dürfen daher bei Imitationen nur in Verbindung mit einer Bezeichnung gebraucht werden, welche die Nachahmung als solche klar und deutlich erkennen läßt“.

mit Diamanten - Imitationen zu beseitigen, der nachgerade besorgniserregende Dimensionen angenommen hat. Zahlreiche Händler des Auslandes errichten im Deutschen Reiche überall Verkaufsstellen von Diamanten - Nachahmungen, in denen sie wertlose Glassteine, unter Zuhilfenahme einer unlauteren Reklame, zu schwindelhaften Preisen unter das Publikum bringen. Bislang sind solche Geschäfte in Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden, Frankfurt a. M., Hannover, Magdeburg, Nürnberg, München, Breslau, Görlitz, Wiesbaden, Kiel, Bremen, Stuttgart, Elberfeld, Düsseldorf, Oldenburg usw. gegründet worden und haben den ansässigen Goldschmieden schweren Schaden bereitet, das Publikum aber in unerhörter Weise übervorteilt. Diese Diamanten bekommen, um den Anschein zu erwecken, als ob es sich um verschiedene Waren handle, abweichende Namen, z. B. Taits-, Bera-, Lucios-, Hauß-, Korona-, Transvaal-, Rands-, Victoria-, Sarita- usw. Diamanten, immer aber handelt es sich nur um Zweiggeschäfte einer großen Zentralgesellschaft, die im Auslande ihren Sitz hat, so daß diesen Geschäften gegenüber auch keine Schonung und kein Schutz am Platze ist.

Die Bezeichnung „Diamanten“ führt das minder gebildete Publikum irre. Das ist in verschiedenen Prozessen dargetan worden.

Begründung
In § 5 des obgedachten Gesetzes werden Kautelen gegen
Schädigungen im Handel einzelner Branchen gegeben. Dieser
Paragraph ist daher auch der Platz, um einen Übelstand im Handel

Wenn behauptet wird: Die Diamanten kämen an Härte, Feuer eines bezeichnet, welches dem Anstandsgefühl billig und gerecht und Leben den echten Steinen gleich, so haben die Sachver denkender Kaufleute zuwider sei. ständigen dagegen bekundet, daß sie sogar weit hinter den bisher Der ganze Handel ist daher gemeingefährlich und muß durch im Handel befindlichen Similisteinen zurückstehen.

gesetzliche Maßnahmen unterdrückt werden. Wohl sind bisher in Wenn behauptet wird: Die Diamanten könnten gewaschen und einigen Städten Verurteilungen wegen Betruges, unlauterem Wettgereinigt werden wie echte Diamanten, so haben die Sachver-bewerbs, Wanderlagersteuer-Hinterziehung, falscher Stempelung von ständigen dagegen bekundet, daß sie nicht einmal das Waschen Goldwaren usw. ergangen, wohl haben einige Polizei-Verwaltungen mit Wasser und Seife aushalten.

im öffentlichen Interesse vor dem Ankauf solcher Steine gewarnt Wenn behauptet wird: Die Diamanten behielten ihren Glanz, (Elberfeld, Hamburg, Leipzig usw.), aber das hindert die Händler so haben die Sachverständigen dagegen bekundet, daß sie sehr nicht, ihr Unwesen weiter zu treiben. Haben sie doch bereits auch bald blind und unscheinbar werden.

nach dem Auslande (Prag, Zürich usw.) ihre Fühler ausgestreckt, Wenn behauptet wird: Die Diamanten könnten selbst von Fach wo der Kampf gegen sie begonnen hat. Unser Antrag ist daher leuten von den echten nicht unterschieden werden, so ist in dem geeignet, zum Schutze des Publikums wie des soliden deutschen Münchener Prozesse gerade das Gegenteil dargetan worden. Goldschmiedes zu wirken, und hoffen wir, daß ein Hoher Deutscher

Der ganze Handel beruht also auf Schwindel - Manövern. Das Reichstag demselben nahetreten wird, da sich durch die Parlamente geht schon daraus hervor, daß Steine, die anfangs zu 12, 10, 6 Mk. der Einzelstaaten eine Maßregel gegen den betreffenden Handel in den Handel kommen, später 75 Pf. kosten, die Kora-Diamanten nicht erzielen läßt, vielmehr nur eine reichsgesetzliche Regelung in Dresden sogar nur 25 Pf. Die Käufer, welche die hohen Preise angebracht ist. zahlten, sind die Betrogenen. Im Sächsischen Landtag hat der

In größter Hochachtung Regierungskommissar erklärt, daß der Verkaufspreis dieser Simili

Redaktion und Verlag Diamanten den wahren Wert derselben um 600-800% übersteigt,

der Deutschen Goldschmiede-Zeitung. und das Landgericht Hannover hat in einem Prozesse gegen die Sarita-Compagnie dieses sogenannte „amerikanische System“ als

Hermann Pilz. Wilhelm Diebener.

Monogramme.

Von Carl Schnell, Frankfurt a. M.

Die Monogramme stellen sich als Erkennungszeichen und Handsiegel dar, welche so alt sind, wie unsre Kultur selbst. Bis in die weit zurückliegenden Epochen des klassischen Altertums können wir sie verfolgen, bald in naiver Formensprache auftretend, bald die höchsten Blüten der derzeitigen Stilperioden zum Ausdruck bringend. Jeder Wechsel dieser Stilperioden dokumentiert sich naturgemäß in der Darstellung der Monogramme und bis in die allerneuste Zeit haben sich, als herrliche Zeugen alter, von Kunst gesättigter und durchdrungener Zeitabschnitte der Weltgeschichte, Monogramme erhalten, um von berufenen Händen gesammelt und wieder erneut in den Dienst der Allgemeinheit gestellt zu werden. Wer mit Liebe die Anwendung der Monogramme in den verschiedenen Stilepochen verfolgt, wird staunen, mit welch enger Anpassungsfähigkeit die Verfertiger von Monogrammen in alter und ältester Zeit begabt waren. Bis in die geheimsten Tiefen des Stiles ihrer Zeit eindringend, spiegeln sie auch in der Wiedergabe dieser Signets das getreue Ebenbild ihres künstlerischen Zeitempfindens wieder. Weit strenger als es die Künstler unsrer Tage für nötig erachten, finden wir den Monogrammen ihren Zeitstil aufgedrückt und Stilwidrigkeiten wie sie unsre Zeit skrupulös zu produzieren geneigt ist, findet man nicht. Auf kunstgewerblichen Gegenständen, seien es nun Keramiken, Metall- oder Holzarbeiten, Werke der Buchkunst oder künstlerische Frauenarbeiten aller Gattungen und Provenienzen, finden wir diese Namenszüge stets in der Formensprache zum Ausdruck gebracht, die der Stil eben dieser Gegenstände erheischte und es darf nicht Wunder nehmen, daß diese Objekte in ihrer Ebenmäßigkeit des Aufbaues und der Durchführung tatsächlich wie Offenbarungen eines reinen, keuschen Kunstempfindens auf den Beschauer wirken.

Heute ist dieser einheitliche Zug nur noch in Kunstwerken höherer Gattung zu verspüren und in Werken, welche der großen Allgemeinheit dienen nur noch wenig mehr hiervon zu finden. Das Publikum unsrer Zeit ist nicht allein gewöhnt, künstlerischen Maßstab an solche Objekte zu legen nein, ist auch geradezu nicht fähig, in dieser Sache ein Urteil abzugeben. Man beobachte nur einmal die Anwendung der Monogramme, wie sie heute überall gang und gäbe ist, nirgends eine Einheit, nirgends wohltuendes

Verständnis, wohl aber vielfach geradezu grasse Regellosigkeit, gänzlich' unkünstlerisch wirkende Zusammenstellungen. Auf Bestecken klassischer Formen machen sich sogenannte moderne oder sagen wir in diesen Fällen lieber richtiger „Jugend stil“-Insignien breit und auf Gegenständen moderner Formen werden Monogramme in' Rokoko- oder meinetwegen Renaissancecharakter ohne jeden Skrupel angebracht. Und was das Beschämendste dabei ist, weder der Verfertiger noch der Käufer nimmt Anstand daran, ja, aufmerksam darauf gemacht, werden beide nur ein viel- oder wenigsagendes Achselzucken dafür haben. Es nimmt ja niemand Anstand daran, warum soll man es deshalb nicht fertigen bzw. kaufen. Übrigens, man empfindet heutzutage „moderner“ und hat sich „Gott sei Dank“ von dem engen Gesichtskreis ängstlicher Kunsttüpfelein der Klassik emanzipiert – und derartige Antwort hört man mehr.

Es ist wirklich die Empfänglichkeit für „gute“ Kunst, wenn man sich so ausdrücken darf, im Volkscharakter zurückgegangen. Der wirtschaftliche Niedergang, welcher sich so recht in den siebziger Jahren bemerkbar machte und erst heute seine Schattenseiten zu verlieren beginnt, hat das Interesse für die Kunst auf das minimalste Maß zurückgedrängt. Es ist dies erklärlich, daß das Auge in der Beurteilung künstlerischer Dinge nahezu ganz versagte, soweit die breite Masse des Volkes in Betracht kam. Nachdem aber jetzt ein Schritt zum besseren überall zu konstatieren ist, selten alle Personen und Geschäfte, welche durch Beruf oder Geschäftsvertrieb auf den künstlerischen Geschmack des Publikums einzuwirken in der Lage sind, nicht verfehlen an der Verbesserung desselben mitzuarbeiten; jeder kann sein Scherflein beitragen, denn das Publikum ist heute in gewissem Sinne aufnahmefähiger denn je.

Um nun wieder auf unser Thema zurückzukommen, müßten alle, welche Monogramme, in den verschiedenen Anwendungen wie solche auf den Markt kommen, herstellen oder herstellen lassen, dahin wirken, unter ein gewisses künstlerisches Niveau nicht zu gehen. Und beim guten Willen werden alle die Wahrnehmung machen, daß das Publikum sich keineswegs ablehnend diesen Bestrebungen gegenüber verhält. Man weiß doch wie schnell sich unser Publikum neuen Einflüssen hingibt, ja, wenn einige bedeutende

Namen bei einer neuen Sache genannt werden, geradezu enthusiasmiert sind; wenn sich daher diejenigen Firmen, welche an ihrem Domizil das diesbezügliche Geschäft in der Hand haben, mit Ernst und festem Willen entschließen, nur solche Arbeiten aus den Ateliers gehen zu lassen, welche nicht unter einem gewissen Maße künstlerischer Einheit und Vornenmheit gefertigt sind. Auf diese Weise läge es tatsächlich voll und ganz in den Händen der Mitglieder unsres Faches Wandlung auf diesem Gebiet zu schaffen.

Nun kommen wir zur Kehrseite der Medaille. Ist neben dem Willen auch die Macht vorhanden, alle Arbeiten in dieser gewünschten künstlerischen Auffassung und Feinheit herstellen zu können? Sind alle Arbeitskräfte diesen Aufgaben gewachsen?

Wir glauben, daß nur wenige diese Frage mit dem Brustton der Überzeugung bejahen werden; viele werden ablenken, und manche werden schweigen. Es könnte in Punkto „Qualität“ noch etwas in dem Graveurfach geschehen und man braucht weder zu gut noch zu schlecht vom Fach zu denken, um dies zuzugeben. Künstlerische Leistungen sind rar.

Werfen wir nun einen Blick auf die Ursachen, welche auf die Verschlechterung der Monogrammformen nach der künstlerischen Seite hin von einschneidender Bedeutung sind. Es ist der Mangel einer überall durchgeführten künstlerischen Erziehung, die doch das Lebenselement der Gravierkunst bildet oder doch bilden sollte. Wir haben gewiß gute klassische Vorbilder und auch in Vorlagewerken für Monogramme sind einige, aber auch nur einige, vorhanden, welche dein Drang nach künstlerischer Durchbildung als Stütze dienen könnten. Aber wieviele haben denn diese Werke mit oder ohne Lehrer mit ernstem Fleiß durchgearbeitet, um sich die Darstellungsweise zum geistigen Eigentum zu machen, um die Formen in der Praxis tatsächlich wie etwas Eigenes anzuwenden. Wohl die wenigsten. Es wird meist als Eselsbrücke benutzt und maßgebend ist meist der Umstand, ob die Größe sich gerade genau übernehmen läßt, damit keine „lange Zeichnerei notwendig wird. Nun kommen aber noch in vielen Fällen die „ „Verbesserungen“ (besser hieße es: Verböserungen), die oft reiche und ziemlich sichtbare Blüten treiben. Es steckt etwas „Künstlerstolz" in manchem Kollegen, der nach außen drängt, sich um jeden Preis betätigen muß, ohne mit der notwendigen Befähigung Hand in Hand zu gehen. Wir wollen noch nicht einmal so scharf von Befähigung oder Nichtbefähigung reden, sondern einfach von einem Mangel an künstlerischer Erziehung, die eine sichere Beurteilung einer Schriftform auf ihren künstlerischen Wert eben nicht zuläßt. Haben wir nun aber auch damit gezeigt, wo ihm der Schuh drückt, dann lassen sich aber auch leichte Wege finden, welche Abhilfe in dieser Hinsicht versprechen. Es ist dies eine

Verbesserung der künstlerischen Fähigkeiten unsres Nachwuchses. Es fällt diese Aufgabe in erster Linie den Kunstgewerbeschulen zu, denn in den wenigsten Ateliers kann der Lehrling alles das lernen, was man unter künstlerischer Bildung zusammenzufassen pflegt. Es fehlt das Material, die Lehrmethode, die systematische und progressive Durchführung, die Zeit, ja vielen sehr tüchtigen Graveuren fehlt jede Gabe, andere zu lehren. Die Kunstgewerbeschulen sind diejenigen Stätten, von denen der belebende Strom ausgehen muß, und es ist Sache des Graveurstandes, überall daraufhin zu wirken, daß die Einrichtungen in den zuständigen Kunstgewerbeschulen derart getroffen werden, daß die Graveurlehrlinge den beabsichtigten hohen Nutzen aus der Inanspruchnahme dieser Institute ziehen können. Es genügt in heutiger Zeit nicht, daß der Graveur schlecht und recht sticheln kann, es werden heutzutage größere Ansprüche gestellt. Die gesamte Fabrikation aller möglichen Erzeugnisse in Edel- und Halbedelmetallen hat Wandlungen erfahren, die man nicht vorausgesehen hat, und Formen, welche noch vor zehn Jahren beim Publikum Anklang gefunden haben, werden heute mit Entrüstung zurückgewiesen, die moderne Bewegung hat auch in der Masse an Boden gewonnen und ein gewisses, wenn auch meist noch ungeklärtes und unfertiges Bewußtsein von dem Wesen der Kunst bricht sich Bahn. Die neuen und klassischen Formen der Erzeugnisse verlangen naturgemäß auch ein entsprechend cdleres Dekor, wie früher zu deni Bazargeschmack, und der Graveur muß hierzu künstlerisch reif sein, wenn er reüssieren und vorwärts kommen will. Und dazu gebraucht er künstlerische Schulung.

Man lasse sich vorstehende Ausführungen nur einmal durch den Kopf gehen und man wird beistimmen müssen, daß jede Branche an ihrer Vervollkommnung arbeiten muß, um höhere Wertung zu erzielen. Man überlege, daß man auch die moralische Verpflichtung hat, einen Lehrling jede Gelegenheit zu bieten, die geeignet erscheint, iessen Ausbildung zu verfeinern. Das ist der schlechteste Meister, welcher annimmt, daß der Lehrling bei ihm allein selig werden könne und daß mit der Erteilung seiner Lehren jede weitere Ausbildung unnötig werden würde. Der Lehrling selbst kann es noch nicht merken, da er keine Vergleiche zu ziehen vermag und später, im Gehilfenleben, wenn er dies kann, dann fehlt meist Gelegenheit, Zeit, Lust - eben alles, um noch nachträglich eine Verbesserung seines Könnens anzustreben.

Wir haben in unserem schönen Kunsthandwerk neben tüchtigen Kräften so viele halbe Kräfte, daß es wirklich not tut, über Mittel und Wege zu sinnen, welche eine verläßliche Abhilfe garantieren. Unserem Stande kann es nur zur Zierde und geschäftlichem Vorteil gereichen wenn Wandlungen eintreten, die eine allgemeine Hebung des inneren Wertes der Branche herbeiführen.

Offener Sprechsaal. Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern. Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Ge

brauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Werte Redaktion! Bezugnehmend auf die in Nr. 9 Ihres geschätzten Blattes veröffentlichte Zuschrift aus Berlin, betreffend die statistischen Erhebungen über die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Goldund Silberarbeiter, gestatten Sie mir nachträglich noch folgende Richtigstellung.

Laut dieser Statistik ist für die 707 in Berlin daran Beteiligten ein durchschnittlicher Jahresverdienst von 1358 Mk. für männliche Arbeiter und von 735 Mk. für weibliche Arbeiter konstatiert.

Für Goldarbeiter ist der Jahresverdienst wie folgt angegeben. Fasser 1362 Mk., Bijoutiers 1371 Mk., Reparateure 1293 Mk., Kettenmacher 1457 Mk. Für Arbeiterinnen: Polisseusen 785 Mk., Hilísarbeiterinnen 600 Mk.

Also von 1150 Mk. ist nirgends die Rede und wie sich dieser Durchschnittsverdienst durch Ueberstunden auf 1900 Mk. erhöhen kann, ist mir ein Rätsel. Angenominen ein Arbeiter hat bei neunstündiger täglicher Arbeitszeit 47 Wochen im Jahr Beschäftigung, so würde dies bei 1150 Mk. Jahresverdienst einen Stundenlohn von 45,3 Pfennigen ausmachen.

Rechnet man nun für Ueberstunden einen 15 prozentigen Aufschlag hinzu, also pro Stunde 52 Pfennige, so würde ein Arbeiter um 750 Mk. Mehrverdienst für Ueberstunden zu erzielen, 1442 Ueberstunden leisten müssen.

Das würde, das Jahr ebenfalls zu 47 Wochen gerechnet, pro Woche 30%, Stunde, also Tag für Tag 5 Stunden sein.

Daß diese Zahlen nicht stimmen können, ist wohl einleuchtend und in der in Frage kommenden Statistik und Versainmlung sind dieselben auch nicht enthalten und gebraucht worden.

In dem Eingesandt in Nr. 9 weist nun der Verfasser auf die in seinem Geschäft gezahlten Löhne hin.

Nun muß ja zugegeben werden, daß die in diesem Geschäft gezahlten Löhne keine schlechten sind, aber zweifellos steht auch fest, daß daselbst nur ganz tüchtige Kräfte beschäftigt werden, die natürlich auch eine entsprechende Bezahlung verlangen.

Allerdings scheinen auch die Lohnangaben nicht so recht zu stimmen. Der Herr Einsender rechnet für seine Gehilfen einen durch Ueberstunden erzielten Mehrverdienst von 124 Mk. heraus. Rechnen wir ebenfalls eine Arbeitsdauer von 47 Wochen pro Jahr

und pro Tag 9 Stunden, so würde bei 2042,91 Mk Jahresverdienst ein Stundenlohn von 80,5 Pfennigen herauskommen und bei 15% Zuschlag eine Ueberstundenzahl von 134 pro Jahr. Bei den Arbeiterinnen würde demgemäß eine Ueberstundenzahl von nur 20 zu verzeichnen sein.

Nun ist aber zu konstatieren, daß in den in Frage kommenden Geschäft sehr, sehr viel Ueberstunden gemacht werden und ist wohl anzunehmen, daß ein weit größerer Teil des Verdienstes auf Ueberstunden zurückzuführen ist. Oder sollte in der Differenz von 2042,91 Mk. und 2166,90 Mk. für männliche und 1150–1161,40 Mk. für weibliche Beschäftigte nur die Besserbezahlung zum Ausdruck kommen? Das würde ja allerdings die Sache ändern.

Aber wie dem auch sei, jedenfalls ist es ganz verkehrt, aus

den Verhältnissen einer einzelnen Werkstätte den Schluß zu ziehen, es sei überall so, und die statistischen Erhebungen seien demnach tentenziös gefärbt, entsprechen nicht der Wahrheit. Warum, verehrter Herr Einsender, sind Ihre Herrn Kollegen Ihrer Aufforderung und Ihrem Beispiel nicht gefolgt, und haben ebenfalls Angaben über die von ihnen gezahlten Löhne gemacht?

Schreiber dieses hatte geglaubt, daß wenigstens einige der Herren dem nachkommen würden, und hat daher auch mit seiner Erwiderung solange gewartet.

Die Herausgeber der statistischen Erhebungen sind bemüht gewesen, nur wahrheitsgetreue, den Tatsachen entsprechende Angaben zu machen und für jeden mit den Verhältnissen Vertrauten unterliegt es keinem Zweifel, daß das gelungen ist.

Kleine Mitteilungen.

Preisausschreiben für Weißjuwelen! Wir möchten unsere verehrten Leser darauf hinweisen, daß in der nächsten Nummer der „Deutschen Goldschmiede - Zeitung“ (Nr. 19) ein Preisausschreiben veröffentlicht werden wird. Dasselbe wird von uns ausgeschrieben, um neue, künstlerische Entwürfe für Weißjuwelen zu erlangen. Dabei soll in erster Linie Gewicht auf gute Ausführung gelegt werden. Auch sollen die älteren Stilarten Berücksichtigung finden. Wir geben diese kurze Notiz zur vorläufigen Kenntnis und laden schon jetzt alle Zeichner zum Wettbewerb hiermit ein.

Am 26. April wurde in Pforzheim ein Lokalverband der Gold- und Silberarbeiter gegründet, der bereits etwa 100 Mitglieder erlangt hat. Der Verband wurde durch frühere Angehörige des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes ins Leben gerufen, die der hiesigen Ortsgruppe den Rücken gekehrt haben, weil trotz der vorgekommenen Unterschleife die Ortsverwaltung, welche bei der Veberwachung und bei der Revision alles musterhaft gefunden, nach der Entdeckung einem dahinzielenden Antrag entgegen sich nicht zur Demission entschließen konnte. Der Metallarbeiter - Verband hatte sich alle mögliche Mühe gegeben, diese Neugründung zu verhindern. Ob sie gegenüber dem Zentralverband der Metallarbeiter bestehen bleiben kann, ist trotzdem fraglich.

Der Verband der Edelmetall- und Uhrenbranche in Oesterreich ist nach einer Mitteilung der Wiener „Edelmetallindustrie“ fest entschlossen, bei Zahlungseinstellungen, welche nicht nachweisbar unverschuldet erfolgen oder in welchen nicht mit Sicherheit rechtliche Absichten des Schuldners vorausgesetzt werden können, rücksichtslos vorzugehen und Minderangebote selbst auf die Gefahr eines niedrigeren Erlöses im Konkurs abzulehnen. Die Organisation, welche dem Pforzheimer Kreditorenverein nachgebildet ist, kann heute schon zufolge des solidarischen Vorgehens ihrer Mitglieder auf die Abwicklung eines Konkurses maßgebenden Einfluß ausüben und hat wiederholt auch namhafte Kosten nicht gescheit, um unredliche Schuldner auch strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Es geschieht dies nicht nur im Interesse der Gläubiger sondern auch in der Absicht, die soliden Abnehmer von Schädlingen des Gewerbes zu befreien und deren unlauterem Wettbewerb Schranken zu setzen

Im Kunstgewerbemuseum zu Pforzheim fand in den letzten Tagen eine Ausstellung der ganzen Arbeiten der an die Kunstgewerbeschule angeschlossenen Montierschule statt, welche für die Dresdener Ausstellung angefertigt wurden. Die Arbeiten erstrecken sich auf das gesamte Gebiet der Bijouterietechnik. Sie umfassen Gürtelschließen, Kämme, Armbänder, Kreuze, Ringe, Kolliers, Nadeln, besonders aber Broschen und Anhänger in mannigfachen Arten und Stadien der Ausführung. Die Entwürfe rühren teils von den Ausführenden selbst, teils von anderen Zeichnern, von Lehrern der Kunstgewerbeschule und wiederholt auch vom Lehrer der Montierschule, Herrn O. Zahn, her, der mit der nunmehr vorgeführten Ausstellung die Berechtigung und Notwendigkeit der Montierschule auch solchen Angehörigen der Branche vor Augen geführt haben dürfte, die bisher ihr noch zweiflerisch gegenüberstanden. Die einzelnen Stücke sind sorgfältig ausgeführt und machen der Schule alle Ehre. Sie sind teils gebrauchsfertig, teils halbfertig; so fehlt einzelnen die Vergoldung, andern die Fasserarbeit, welch letztere auch mitunter nur zu einem Teil ausgeführt ist, um die Wirkung erkennen zu lassen. Nicht unerwähnt sei auch, daß die Schmucksachen nicht ausschließlich einer Stilrichtung angehören, und damit die Möglichkeit gegeben war, so ziemlich alle Techniken der Edelmetallindustrie in Anwendung zu bringen. Wir dürfen wohl hoffen, daß die Montierschule in Dresden guten Erfolg haben wird.

Ausstellung in Brüssel 1910. Nachdem sich kaum die Pforten der Lütticher Ausstellung geschlossen haben, plant Belgien schon wieder eine andere, die 1910 in Brüssel stattfinden soll. Das Ausstellungskomitee, dessen Präsident der Baron Baeyens ist, hat sich für die Parkanlage in Woluwe bei Brüssel als Ausstellungsplatz entschieden. Das Kapital beträgt 3 Mill. Franken.

Auch in Sachsen wird jetzt die Agitation für die vielen Abendmahlskelche eifrig betrieben. In Chemnitz hat eine Gemeinde 14 Kelche angeschafft, anderwärts ist vorgeschlagen worden, jeder Abendmahlsgast solle sich ein Trinkgefäß mitbringen.

Ueber die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Gold- und Silberarbeiter sind im Verlage von Alexander Schlicke & Co. in Stuttgart in systematischer Zusammenstellung statistische Erhebungen des Deutschen Metallarbeiterverbandes erschienen. Sie wurden durch Mitteilungen über die E:itwickelung der Gold- und SilberwarenIndustrie im Deutschen Reiche eingeleitet und bringen eine Uebersicht über die Zahl der beschäftigten Personen, Arbeitszeit, Familienstand, Jahresverdienst, Werkstatt- und Betriebsverhältnisse usw.

Aus der Edelmetall - Industrie in Oesterreich. Nach Wiener Mitteilungen ist, nachdem die Vereinigung der Goldringfabrikanten sich als nützlich erwiesen, nunmehr auch die Gründung einer Organisation in der Goldkettenbranche angebahnt.

Goldschmiede - Streik in Paris. 6000 Bijouterie-Gehilfen, welche den Ausstand beschlossen hatten, versammelten sich kürzlich, um über Mittel zur Durchsetzung der Forderung des Achtstundentages zu beraten. Die großen Firmen der Rue de la Paix erklärten, monatelang warten zu können, da der Vorrat an fertigen Waren genügend groß ist, überdies auf die beste Kundschaft, die Amerikaner, in dieser Saison kaum zu rechnen sei.

Vereinigte Staaten von Amerika. Zolltarifentscheidung: Gemmen aus Bergkristall, ungefaßt, untermalt, für Schmucksachen bestimmt, sind nicht als Fabrikate aus Bergkristall, sondern als Edelsteine, deren Wert durch Spalten, Schneiden usw. erhöht ist, nach § 435 des Tarifs mit 10 v. H. des Werts zu verzollen. — Kleine goldene Puderbüchsen, emailliert und mit Edelsteinen besetzt sowie mit einem Ringe versehen, durch den sie an Ketten befestigt und als Kleiderschmuck am Körper getragen werden können, sind nicht als Metallwaren, sondern als Schmucksachen nach § 434 des Tarifs mit 60 v. H. des Werts zu verzollen.

Prägung neuer Scheidemünzen in Rumänien. Zur Vereinheitlichung und praktischeren Gestaltung des Scheidemünzwesens im Königreich hat die Rumänische Regierung sich entschlossen, die seit dem Jahre 1900 in Umlauf befindlichen ungelochten Nickelstücke im Nennwert von 3500 000 Lei einzuziehen und sie in gleichem Umfang durch Stücke nach belgischem System zu ersetzen. Die neuen Stücke werden dem Vernehmen nach zu gleichen Hälften in Hamburg und in Brüssel geprägt. Nach Durchführung der Maßregel werden mit den am 6. Januar ds. Js. in Kurs gesetzten 7000 000 Lei gelochten Nickelmünzen rund 1,60 Lei Scheidemünze auf den Kopf der Bevölkerung entfallen. Durch das neue Gesetz verschwinden auch die kupfernen 1- und 2-Banistücke, welche im Jahre 1900 im Nominalwert von 200 000 Lei versuchsweise eingeführt wurden und durch welche man dem Volke eine Verbilligung, besonders der Lebensmittel, auf dem Markte verschaffen zu können glaubte.

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