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Wenn behauptet wird: Die Diamanten kämen an Härte, Feuer und Leben den echten Steinen gleich, so haben die Sachverständigen dagegen bekundet, daß sie sogar weit hinter den bisher im Handel befindlichen Similisteinen zurückstehen.

Wenn behauptet wird: Die Diamanten könnten gewaschen und

gereinigt werden wie echte Diamanten, so haben die Sachver

ständigen dagegen bekundet, daß sie nicht einmal das Waschen mit Wasser und Seife aushalten. Wenn behauptet wird: Die Diamanten behielten ihren Glanz, so haben die Sachverständigen dagegen bekundet, daß sie sehr bald blind und unscheinbar werden. Wenn behauptet wird: Die Diamanten könnten selbst von Fachleuten von den echten nicht unterschieden werden, so ist in dem Münchener Prozesse gerade das Gegenteil dargetan worden. Der ganze Handel beruht also auf Schwindel-Manövern. Das geht schon daraus hervor, daß Steine, die anfangs zu 12, 10, 6 Mk. in den Handel kommen, später 75 Pf. kosten, die Kora-Diamanten in Dresden sogar nur 25 Pf. Die Käufer, welche die hohen Preise zahlten, sind die Betrogenen. Im Sächsischen Landtag hat der Regierungskommissar erklärt, daß der Verkaufspreis dieser SimiliDiamanten den wahren Wert derselben um 600–800% übersteigt, und das Landgericht Hannover hat in einem Prozesse gegen die Sarita-Compagnie dieses sogenannte „amerikanische System“ als

eines bezeichnet, welches dem Anstandsgefühl billig und gerecht denkender Kaufleute zuwider sei. Der ganze Handel ist daher gemeingefährlich und muß durch gesetzliche Maßnahmen unterdrückt werden. Wohl sind bisher in einigen Städten Verurteilungen wegen Betruges, unlauterem Wettbewerbs, Wanderlagersteuer-Hinterziehung, falscher Stempelung von Goldwaren usw. ergangen, wohl haben einige Polizei-Verwaltungen im öffentlichen Interesse vor dem Ankauf solcher Steine gewarnt (Elberfeld, Hamburg, Leipzig usw.), aber das hindert die Händler nicht, ihr Unwesen weiter zu treiben. Haben sie doch bereits auch nach dem Auslande (Prag, Zürich usw.) ihre Fühler ausgestreckt, wo der Kampf gegen sie begonnen hat. Unser Antrag ist daher geeignet, zum Schutze des Publikums wie des soliden deutschen Goldschmiedes zu wirken, und hoffen wir, daß ein Hoher Deutscher Reichstag demselben nahetreten wird, da sich durch die Parlamente der Einzelstaaten eine Maßregel gegen den betreffenden Handel nicht erzielen läßt, vielmehr nur eine reichsgesetzliche Regelung

angebracht ist. In größter Hochachtung

Redaktion und Verlag

der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“.

Hermann Pilz. Wilhelm Diebener.

Monogramme. Von Carl Schnell, Frankfurt a. M.

Die Monogramme stellen sich als Erkennungszeichen und Handsiegel dar, welche so alt sind, wie unsre Kultur selbst. Bis in die weit zurückliegenden Epochen des klassischen Altertums können wir sie verfolgen, bald in naiver Formensprache auftretend, bald die höchsten Blüten der derzeitigen Stilperioden zum Ausdruck bringend. Jeder Wechsel dieser Stilperioden dokumentiert sich naturgemäß in der Darstellung der Monogramme und bis in die allerneuste Zeit haben sich, als herrliche Zeugen alter, von Kunst gesättigter und durchdrungener Zeitabschnitte der Weltgeschichte, Monogramme erhalten, um von berufenen Händen gesammelt und wieder erneut in den Dienst der Allgemeinheit gestellt zu werden. Wer mit Liebe die Anwendung der Monogramme in den verschiedenen Stilepochen verfolgt, wird staunen, mit welch enger Anpassungsfähigkeit die Verfertiger von Monogrammen in alter und ältester Zeit begabt waren. Bis in die geheimsten Tiefen des Stiles ihrer Zeit eindringend, spiegeln sie auch in der Wiedergabe dieser Signets das getreue Ebenbild ihres künstlerischen Zeitempfindens wieder. Weit strenger als es die Künstler unsrer Tage für nötig erachten, finden wir den Monogrammen ihren Zeitstil aufgedrückt und Stilwidrigkeiten wie sie unsre Zeit skrupulös zu produzieren geneigt ist, findet man nicht. Auf kunstgewerblichen Gegenständen, seien es nun Keramiken, Metall- oder Holzarbeiten, Werke der Buchkunst oder künstlerische Frauenarbeiten aller Gattungen und Provenienzen, finden wir diese Namenszüge stets in der Formensprache zum Ausdruck gebracht, die der Stil eben dieser Gegenstände erheischte und es darf nicht Wunder nehmen, daß diese Objekte in ihrer Ebenmäßigkeit des Aufbaues und der Durchführung tatsächlich wie Offenbarungen eines reinen, keuschen Kunstempfindens auf den Beschauer wirken.

Heute ist dieser einheitliche Zug nur noch in Kunstwerken höherer Gattung zu verspüren und in Werken, welche der großen Allgemeinheit dienen nur noch wenig mehr hiervon zu finden. Das Publikum unsrer Zeit ist nicht allein gewöhnt, künstlerischen Maßstab an solche Objekte zu legen – nein, ist auch geradezu nicht fähig, in dieser Sache ein Urteil abzugeben. Man beobachte nur einmal die Anwendung der Monogramme, wie sie heute überall gang und gäbe ist, nirgends eine Einheit, nirgends wohltuendes

Verständnis, wohl aber vielfach geradezu grasse Regellosigkeit, gänzlich unkünstlerisch wirkende Zusammenstellungen. Auf Bestecken klassischer Formen machen sich sogenannte moderne oder sagen wir in diesen Fällen lieber richtiger „Jugendstil“-Insignien breit und auf Gegenständen moderner Formen werden Monogramme in Rokoko- oder meinetwegen Renaissancecharakter ohne jeden Skrupel angebracht. Und was das Beschämendste dabei ist, weder der Verfertiger noch der Käufer nimmt Anstand daran, ja, aufmerksam darauf gemacht, werden beide nur ein viel- oder wenigsagendes Achselzucken dafür haben. Es nimmt ja niemand Anstand daran, warum soll man es deshalb nicht fertigen bzw. kaufen. Übrigens, man empfindet heutzutage „moderner“ und hat sich „Gott sei Dank“ von dem engen Gesichtskreis ängstlicher Kunsttüpfelein der Klassik emanzipiert – und derartige Antwort hört man mehr. Es ist wirklich die Empfänglichkeit für „gute“ Kunst, wenn man sich so ausdrücken darf, im Volkscharakter zurückgegangen. Der wirtschaftliche Niedergang, welcher sich so recht in den siebziger Jahren bemerkbar machte und erst heute seine Schattenseiten zu verlieren beginnt, hat das Interesse für die Kunst auf das minimalste Maß zurückgedrängt. Es ist dies erklärlich, daß das Auge in der Beurteilung künstlerischer Dinge nahezu ganz versagte, soweit die breite Masse des Volkes in Betracht kam. Nachdem aber jetzt ein Schritt zum besseren überall zu konstatieren ist, selten alle Personen und Geschäfte, welche durch Beruf oder Geschäftsvertrieb auf den künstlerischen Geschmack des Publikums einzuwirken in der Lage sind, nicht verfehlen an der Verbesserung desselben mitzuarbeiten; jeder kann sein Scherflein beitragen, denn das Publikum ist heute in gewissem Sinne aufnahmefähiger denn je. Um nun wieder auf unser Thema zurückzukommen, müßten alle, welche Monogramme, in den verschiedenen Anwendungen. Wo solche auf den Markt kommen, herstellen oder herstellen lasse", dahin wirken, unter ein gewisses künstlerisches Niveau nicht?" gehen. Und beim guten Willen werden alle die Wahrnehmung machen, daß das Publikum sich keineswegs ablehnend diesen Po strebungen gegenüber verhält. Man weiß doch wie schnell sich unser Publikum neuen Einflüssen hingibt, ja, wenn einige bedeutende Namen bei einer neuen Sache genannt werden, geradezu enthusiasmiert sind; wenn sich daher diejenigen Firmen, welche an ihrem Domizil das diesbezügliche Geschäft in der Hand haben, mit Ernst und festem Willen entschließen, nur solche Arbeiten aus den Ateliers gehen zu lassen, welche nicht unter einem gewissen Maße künstlerischer Einheit und Vornehmheit gefertigt sind. Auf diese Weise läge es tatsächlich voll und ganz in den Händen der Mitglieder unsres Faches Wandlung auf diesem Gebiet zu schaffen. Nun kommen wir zur Kehrseite der Medaille. Ist neben dem Willen auch die Macht vorhanden, alle Arbeiten in dieser gewünschten künstlerischen Auffassung und Feinheit herstellen zu können? Sind alle Arbeitskräfte diesen Aufgaben gewachsen? Wir glauben, daß nur wenige diese Frage mit dem Brustton der Überzeugung bejahen werden; viele werden ablenken, und manche werden schweigen. Es könnte in Punkto „Qualität“ noch etwas in dem Graveurfach geschehen und man braucht weder zu gut noch zu schlecht vom Fach zu denken, um dies zuzugeben. Künstlerische Leistungen sind rar. Werfen wir nun einen Blick auf die Ursachen, welche auf die Verschlechterung der Monogrammformen nach der künstlerischen Seite hin von einschneidender Bedeutung sind. Es ist der Mangel einer überall durchgeführten künstlerischen Erziehung, die doch das Lebenselement der Gravierkunst bildet oder doch bilden sollte. Wir haben gewiß gute klassische Vorbilder und auch in Vorlagewerken für Monogramme sind einige, aber auch nur einige, vorhanden, welche dem Drang nach künstlerischer Durchbildung als Stütze dienen könnten. Aber wieviele haben denn diese Werke mit oder ohne Lehrer mit ernstem Fleiß durchgearbeitet, um sich die Darstellungsweise zum geistigen Eigentum zu machen, um die Formen in der Praxis tatsächlich wie etwas Eigenes anzuwenden. Wohl die wenigsten. Es wird meist als Eselsbrücke benutzt und maßgebend ist meist der Umstand, ob die Größe sich gerade genau übernehmen läßt, damit keine „lange Zeichnerei“ notwendig wird. Nun kommen aber noch in vielen Fällen die „Verbesserungen“ (besser hieße es: Verböserungen), die oft reiche und ziemlich sichtbare Blüten treiben. Es steckt etwas „Künstlerstolz“ in manchem Kollegen, der nach außen drängt, sich um jeden Preis betätigen muß, ohne mit der notwendigen Befähigung Hand in Hand zu gehen. Wir wollen noch nicht einmal so scharf von Befähigung oder Nichtbefähigung reden, sondern einfach von einem Mangel an künstlerischer Erziehung, die eine sichere Beurteilung einer Schriftform auf ihren künstlerischen Wert eben nicht zuläßt. Haben wir nun aber auch damit gezeigt, wo ihm der Schuh drückt, dann lassen sich aber auch leichte Wege finden, welche Abhilfe in dieser Hinsicht versprechen. Es ist dies eine

Verbesserung der künstlerischen Fähigkeiten unsres Nachwuchses. Es fällt diese Aufgabe in erster Linie den Kunstgewerbeschulen zu, denn in den wenigsten Ateliers kann der Lehrling alles das lernen, was man unter künstlerischer Bildung zusammenzufassen pflegt. Es fehlt das Material, die Lehrmethode, die systematische und progressive Durchführung, die Zeit, ja vielen sehr tüchtigen Graveuren fehlt jede Gabe, andere zu lehren. Die Kunstgewerbeschulen sind diejenigen Stätten, von denen der belebende Strom ausgehen muß, und es ist Sache des Graveurstandes, überall daraufhin zu wirken, daß die Einrichtungen in den zuständigen Kunstgewerbeschulen derart getroffen werden, daß die Graveurlehrlinge den beabsichtigten hohen Nutzen aus der Inanspruchnahme dieser Institute ziehen können. Es genügt in heutiger Zeit nicht, daß der Graveur schlecht und recht sticheln kann, es werden heutzutage größere Ansprüche gestellt. Die gesamte Fabrikation aller möglichen Erzeugnisse in Edel- und Halbedelmetallen hat Wandlungen erfahren, die man nicht vorausgesehen hat, und Formen, welche noch vor zehn Jahren beim Publikum Anklang gefunden haben, werden heute mit Entrüstung zurückgewiesen, die moderne Bewegung hat auch in der Masse an Boden gewonnen und ein gewisses, wenn auch meist noch ungeklärtes und unfertiges Bewußtsein von dem Wesen der Kunst bricht sich Bahn. Die neuen und klassischen Formen der Erzeugnisse verlangen naturgemäß auch ein entsprechend edleres Dekor, wie früher zu dem Bazargeschmack, und der Graveur muß hierzu künstlerisch reif sein, wenn er reüssieren und vorwärts kommen will. Und dazu gebraucht er künstlerische Schulung. Man lasse sich vorstehende Ausführungen nur einmal durch den Kopf gehen und man wird beistimmen müssen, daß jede Branche an ihrer Vervollkommnung arbeiten muß, um höhere Wertung zu erzielen. Man überlege, daß man auch die moralische Verpflichtung hat, einen Lehrling jede Gelegenheit zu bieten, die geeignet erscheint, essen Ausbildung zu verfeinern. Das ist der schlechteste Meister, welcher annimmt, daß der Lehrling bei ihm allein selig werden könne und daß mit der Erteilung seiner Lehren jede weitere Ausbildung unnötig werden würde. Der Lehrling selbst kann es noch nicht merken, da er keine Vergleiche zu ziehen vermag und später, im Gehilfenleben, wenn er dies kann, dann fehlt meist Gelegenheit, Zeit, Lust – eben alles, um noch nachträglich eine Verbesserung seines Könnens anzustreben. Wir haben in unserem schönen Kunsthandwerk neben tüchtigen Kräften so viele halbe Kräfte, daß es wirklich not tut, über Mittel und Wege zu sinnen, welche eine verläßliche Abhilfe garantieren. Unserem Stande kann es nur zur Zierde und geschäftlichem Vorteil gereichen wenn Wandlungen eintreten, die eine allgemeine Hebung des inneren Wertes der Branche herbeiführen.

Offener Sprechsaal.

Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände

aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern.

Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Ge

brauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Werte Redaktion!

Bezugnehmend auf die in Nr. 9 Ihres geschätzten Blattes veröffentlichte Zuschrift aus Berlin, betreffend die statistischen Erhebungen über die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Goldund Silberarbeiter, gestatten Sie mir nachträglich noch folgende Richtigstellung.

Laut dieser Statistik ist für die 707 in Berlin daran Beteiligten ein durchschnittlicher Jahresverdienst von 1358 Mk. für männliche Arbeiter und von 735 Mk. für weibliche Arbeiter konstatiert.

Für Goldarbeiter ist der Jahresverdienst wie folgt angegeben. Fasser 1362 Mk., Bijoutiers 1371 Mk, Reparateure 1293 Mk., Ketten m a c h er 1457 Mk. Für Arbeiterinnen: Polisse u sen 785 Mk., Hilfsarbeiterinnen 600 Mk.

Also von 1150 Mk. ist nirgends die Rede und wie sich dieser Durchschnittsverdienst durch Ueberstunden auf 1900 Mk. erhöhen kann, ist mir ein Rätsel. Angenommen ein Arbeiter hat bei neunstündiger täglicher Arbeitszeit 47 Wochen im Jahr Beschäftigung, so würde dies bei 1150 Mk. Jahresverdienst einen Stundenlohn von 45,3 Pfennigen ausmachen.

Rechnet man nun für Ueberstunden einen 15prozentigen Aufschlag hinzu, also pro Stunde 52 Pfennige, so würde ein Arbeiter um 750 Mk. Mehrverdienst für Ueberstunden zu erzielen, 1442 UeberStunden leisten müssen. Das würde, das Jahr ebenfalls zu 47 Wochen gerechnet, pro Woche 30, Stunde, also Tag für Tag 5 Stunden sein. Daß diese Zahlen nicht stimmen können, ist wohl einleuchtend und in der in Frage kommenden Statistik und Versammlung sind dieselben auch nicht enthalten und gebraucht worden. In dem Eingesandt in Nr. 9 weist nun der Verfasser auf die in seinem Geschäft gezahlten Löhne hin. Nun muß ja zugegeben werden, daß die in diesem Geschäft gezahlten Löhne keine schlechten sind, aber zweifellos steht auch fest, daß daselbst nur ganz tüchtige Kräfte beschäftigt werden, die natürlich auch eine entsprechende Bezahlung verlangen. Allerdings scheinen auch die Lohnangaben nicht so recht zu stimmen. Der Herr Einsender rechnet für seine Gehilfen einen durch Ueberstunden erzielten Mehrverdienst von 124 Mk. heraus. Rechnen wir ebenfalls eine Arbeitsdauer von 47 Wochen pro Jahr und pro Tag 9 Stunden, so würde bei 2042,91 Mk. Jahresverdienst ein Stundenlohn von 80,5 Pfennigen herauskommen und bei 15% Zuschlag eine Ueberstundenzahl von 134 pro Jahr. Bei den Arbeiterinnen würde demgemäß eine Ueberstundenzahl von nur 20 zu verzeichnen sein. Nun ist aber zu konstatieren, daß in den in Frage kommenden Geschäft sehr, sehr viel Ueberstunden gemacht werden und ist wohl anzunehmen, daß ein weit größerer Teil des Verdienstes auf Ueberstunden zurückzuführen ist. Oder sollte in der Differenz von 2042,91 Mk. und 2166,90 Mk. für männliche und 1150–1161,40 Mk. für weibliche Beschäftigte nur die Besser bezahlung zum Ausdruck kommen? Das würde ja allerdings die Sache ändern. Aber wie dem auch sei, jedenfalls ist es ganz verkehrt, aus

den Verhältnissen einer einzelnen Werkstätte den Schluß zu ziehen, es sei überall so, und die statistischen Erhebungen seien demnach tentenziös gefärbt, entsprechen nicht der Wahrheit. Warum, verehrter Herr Einsender, sind Ihre Herrn Kollegen Ihrer Aufforderung und Ihrem Beispiel nicht gefolgt, und haben ebenfalls Angaben über die von ihnen gezahlten Löhne gemacht? Schreiber dieses hatte geglaubt, daß wenigstens einige der Herren dem nachkommen würden, und hat daher auch mit seiner Erwiderung solange gewartet. Die Herausgeber der statistischen Erhebungen sind bemüht gewesen, nur wahrheitsgetreue, den Tatsachen entsprechende Angaben zu machen und für jeden mit den Verhältnissen Vertrauten unterliegt es keinem Zweifel, daß das gelungen ist.

Kleine Mitteilungen.

Preisausschreiben für Weißjuwelen!

Wir möchten unsere verehrten Leser darauf hinweisen, daß in der nächsten Nummer der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ (Nr. 19) ein Preis aus schreiben veröffentlicht werden wird. Dasselbe wird von uns ausgeschrieben, um neue, künstlerische Entwürfe für Weißjuwelen zu erlangen. Dabei soll in erster Linie Gewicht auf gute Ausführung gelegt werden. Auch sollen die älteren Stilarten Berücksichtigung finden. Wir geben diese kurze Notiz zur vorläufigen Kenntnis und laden schon jetzt alle Zeichner zum Wettbewerb hiermit ein.

Im Kunstgewerbemuseum zu Pforzheim fand in den letzten Tagen eine Ausstellung der ganzen Arbeiten der an die Kunstgewerbeschule angeschlossenen Montierschule statt, welche für die Dresdener Ausstellung angefertigt wurden. Die Arbeiten erstrecken sich auf das gesamte Gebiet der Bijouterietechnik. Sie umfassen Gürtelschließen, Kämme, Armbänder, Kreuze, Ringe, Kolliers, Nadeln, besonders aber Broschen und Anhänger in mannigfachen Arten und Stadien der Ausführung. Die Entwürfe rühren teils von den Ausführenden selbst, teils von anderen Zeichnern, von Lehrern der Kunstgewerbeschule und wiederholt auch vom Lehrer der Montierschule, Herrn O. Zahn, her, der mit der nunmehr vorgeführten Ausstellung die Berechtigung und Notwendigkeit der Montierschule auch solchen Angehörigen der Branche vor Augen geführt haben dürfte, die bisher ihr noch zweiflerisch gegenüberstanden. Die einzelnen Stücke sind sorgfältig ausgeführt und machen der Schule alle Ehre. Sie sind teils gebrauchsfertig, teils halbfertig; so fehlt einzelnen die Vergoldung, andern die Fasserarbeit, welch letztere auch mitunter nur zu einem Teil ausgeführt ist, um die Wirkung erkennen zu lassen. Nicht unerwähnt sei auch, daß die Schmucksachen nicht ausschließlich einer Stilrichtung angehören, und damit die Möglichkeit gegeben war, so ziemlich alle Techniken der Edelmetallindustrie in Anwendung zu bringen. Wir dürfen wohl hoffen, daß die Montierschule in Dresden guten Erfolg haben wird.

Ausstellung in Brüssel 1910. Nachdem sich kaum die Pforten der Lütticher Ausstellung geschlossen haben, plant Belgien schon wieder eine andere, die 1910 in Brüssel stattfinden soll. Das Ausstellungskomitee, dessen Präsident der Baron Baeyens ist, hat sich für die Parkanlage in Woluwe bei Brüssel als Ausstellungsplatz entschieden. Das Kapital beträgt 3 Mill. Franken.

Auch in Sachsen wird jetzt die Agitation für die vielen Abendmahlskelche eifrig betrieben. In Chemnitz hat eine Gemeinde 14 Kelche angeschafft, anderwärts ist vorgeschlagen worden, jeder Abendmahlsgast solle sich ein Trinkgefäß mitbringen.

Ueber die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Gold- und Silberarbeiter sind im Verlage von Alexander Schlicke & Co. in Stuttgart in systematischer Zusammenstellung statistische Erhebungen des Deutschen Metallarbeiterverbandes erschienen. Sie wurden durch Mitteilungen über die E:twickelung der Gold- und SilberwarenIndustrie im Deutschen Reiche eingeleitet und bringen eine Uebersicht über die Zahl der beschäftigten Personen, Arbeitszeit, Familienstand, Jahresverdienst, Werkstatt- und Betriebsverhältnisse usw.

Aus der Edelmetall - Industrie in 0esterreich. Nach Wiener Mitteilungen ist, nachdem die Vereinigung der Goldringfabrikanten sich als nützlich erwiesen, nunmehr auch die Gründung einer Organisation in der Goldkettenbranche angebahnt.

Am 26. April wurde in Pforzheim ein Lokalverband der Gold- und Silberarbeiter gegründet, der bereits etwa 100 Mitglieder erlangt hat. Der Verband wurde durch frühere Angehörige des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes ins Leben gerufen, die der hiesigen Ortsgruppe den Rücken gekehrt haben, weil trotz der vorgekommenen Unterschleife die Ortsverwaltung, welche bei der Ueberwachung und bei der Revision alles musterhaft gefunden, nach der Entdeckung einem dahinzielenden Antrag entgegen sich nicht zur Demission entschließen konnte. Der Metallarbeiter-Verband hatte sich alle mögliche Mühe gegeben, diese Neugründung zu verhindern. Ob sie gegenüber dem Zentralverband der Metallarbeiter bestehen bleiben kann, ist trotzdem fraglich.

Der Verband der Edelmetall- und Uhrenbranche in 0esterreich ist nach einer Mitteilung der Wiener „Edelmetallindustrie“ fest entschlossen, bei Zahlungseinstellungen, welche nicht nachweisbar unverschuldet erfolgen oder in welchen nicht mit Sicherheit rechtliche Absichten des Schuldners vorausgesetzt werden können, rücksichtslos vorzugehen und Minderangebote selbst auf die Gefahr eines niedrigeren Erlöses im Konkurs abzulehnen. Die Organisation, welche dem Pforzheimer Kreditorenverein nachgebildet ist, kann heute schon zufolge des solidarischen Vorgehens ihrer Mitglieder auf die Abwicklung eines Konkurses maßgebenden Einfluß ausüben und hat wiederholt auch namhafte Kosten nicht gescheut, um unredliche Schuldner auch strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Es geschieht dies nicht nur im Interesse der Gläubiger sondern auch in der Absicht, die soliden Abnehmer von Schädlingen des Gewerbes zu befreien und deren unlauterem Wettbewerb Schranken zu setzen

Goldschmiede-Streik in Paris. 6000 Bijouterie-Gehilfen, welche den Ausstand beschlossen hatten, versammelten sich kürzlich, um über Mittel zur Durchsetzung der Forderung des Achtstundentages zu beraten. Die großen Firmen der Rue de la Paix erklärten, monatelang warten zu können, da der Vorrat an fertigen Waren genügend groß ist, überdies auf die beste Kundschaft, die Amerikaner, in dieser Saison kaum zu rechnen sei.

Vereinigte Staaten von Amerika. Zolltarifentscheidung: Gemmen aus Bergkristall, ungefaßt, untermalt, für Schmucksachen bestimmt, sind nicht als Fabrikate aus Bergkristall, sondern als Edelsteine, deren Wert durch Spalten, Schneiden usw. erhöht ist, nach § 435 des Tarifs mit 10 v. H. des Werts zu verzollen. – Kleine goldene Puderbüchsen, emailliert und mit Edelsteinen besetzt sowie mit einem Ringe versehen, durch den sie an Ketten befestigt und als Kleiderschmuck am Körper getragen werden können, sind nicht als Metallwaren, sondern als Schmucksachen nach § 434 des Tarifs mit 60 v. H. des Werts zu verzollen.

Prägung neuer Scheidemünzen in Rumänien. Zur Vereinheitlichung und praktischeren Gestaltung des Scheidemünzwesens im Königreich hat die Rumänische Regierung sich entschlossen, die seit dem Jahre 1900 in Umlauf befindlichen ungelochten Nickelstücke im Nennwert von 3500 000 Lei einzuziehen und sie in gleichem Umfang durch Stücke nach belgischem System zu ersetzen. Die neuen Stücke werden dem Vernehmen nach zu gleichen Hälften in Hamburg und in Brüssel geprägt. Nach Durchführung der Maßregel werden mit den am 6. Januar ds. Js in Kurs gesetzten 7000000 Lei gelochten Nickelmünzen rund 1,60 Lei Scheidemünze auf den Kopf der Bevölkerung entfallen. Durch das neue Gesetz verschwinden auch die kupfernen 1- und 2-Banistücke, welche im Jahre 1900 im Nominalwert von 200000 Lei versuchsweise eingeführt wurden und durch welche man dem Volke eine Verbilligung, besonders der Lebensmittel, auf dem Markte verschaffen zu können glaubte.

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Empfehlenswerte Bücher, die durch die „Deutsche Goldschm.-Ztg.“, W.Diebener, Leipzig 28, zu den beigesetzten Ladenpreisen bezogen werden können:

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