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Was berichten die Handelskammern über das Geschäft

1905 ?

1. Han a u. Das Geschäftsjahr 1905 brachte einen unverkennbaren Aufschwung. Es war ein hoher Beschäftigungsgrad zu konstatieren, verbunden mit einer nicht unwesentlichen Erhöhung der Löhne: Dieselbe wurde von den Fabrikanten freiwillig gewährt. Vom August ab folgten die Aufträge so rasch und mit so kurzen Lieferfristen, daß die Fabrikation kaum nachkommen konnte. Mangel an geschulten Arbeitern und Lehrlingen fühlbar, desgleichen der Übelstand der schleppenden Zahlungsweise und die Mißstände im Pfandleihwesen. Für die Fabrikation feiner Gold- und Juwelen waren blieb das Jahr anhaltend günstig, in Bijouterien mittelfeiner Art war der Geschäftsgang ein lebhafter, namentlich im Frühjahr und Herbst, und auch die Produktion kuranter Artikel hatte guten Absatz zu verzeichnen. Die Herstellung goldener Ketten hat Zunahme erfahren, der Absatz war auch im Ausland gut, nur macht sich in Österreich die starke Konkurrenz der dortigen Goldketten-Industrie mehr und mehr geltend. In der Silberwarenfabrikation hielt sich die Produktion annähernd auf der Höhe des Vorjahres. Im Großund Exporthandel mit Gold- und Silberwaren gestaltete sich der Absatz befriedigend. Eine Erhöhung der Verkaufspreise war allerdings nicht zu erzielen. Auch im Handel mit Edelsteinen war das Geschäftsjahr befriedigend. Die Diamantenschleiferei klagte über einen erheblichen Mangel an Arbeitern und Lehrlingen,

desgleichen die Edelsteinschleiferei. Die Fabrikation von Etuis für Bijouterien und Uhren erfreute sich lebhaften Geschäftsganges. Die Platin-Industrie hat sich, was den Absatz betrifft, in normalen Bahnen bewegt.

2. Breslau. Die Folgen des ungünstigen Sommers 1904 beeinflußten die Kaufkraft des Publikums im Bezirk. Erst die günstige Ernte 1905 belebte sie wieder und schaffte ein gutes Weihnachtsgeschäft. Auf dem Diamantenmarkt fand eine beispiellose Steigerung der Preise statt. Auch die Preise für Perlen zogen dauernd an. Im Übrigen teilte sich diese ungünstige Konjunktur auch weiterhin dem Gebiete der farbigen Edelsteine mit, was sich besonders bei Saphieren fühlbar machte. Als Material für Steinfassungen der Brillanten wurde vorherrschend Platin, „das weiße Gold“, verwandt. Stark gekauft wurden die zart und vornehm wirkenden Anhänger und Broschen im Stile von Marie Antoinette, zierlich geschlungene Schleifen und Bänder, in Vebindung mit ebenso zarten Blatt-Festons und Kränzen. In Silberwaren wandte man sich dem Jugendstil ab und dem Empire zu. Liebhaber fanden auch die Silbergeräte in holländischem Geschmack, wie er in den ersten Jahrzehnten des verflossenen Jahrhunderts herrschte. Sie erinnern an die Prunkstücke aus dem urgroßmütterlichen Silberschatz. Was den Export anlangt, der im japanischen Krieg unvermindert fortbestand, so wurde er durch die inneren Wirren vollständig lahmgelegt.

was

Offener Sprechsaal. Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern. Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Ge

brauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen. Von einem Abonnenten aus Niederl. Ostindien erhalten wir wiederholt passiert. Im großen Ganzen ist aber doch gegenwärtig

folgende Zuschrift über den „Rubin-Rekonstitue": die Gefahr nicht mehr so groß, wie Herr Fischer meint, weil der In der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ las ich einen Auf

Fachmann den Kunststein doch leicht vom echten unterscheiderr satz von Herrn Fischer in Berlin über Rubin-Rekonstitue.

kann. Vielleicht trägt dieser Brief noch dazu das Seinige bei, um Ich bin nämlich bereits seit längerer Zeit fleißiger Leser Ihrer

in weiteren Kreisen den Rubin-Rekonstitue unbeliebt zu machen. beiden Zeitungen und durch Vermittlung einer hiesigen Buch

Bekannt ist übrigens, daß man auch unter Rubin - Rekonstitue

bessere und schlechtere hat. handlung Ihr Abonnent. Öfters schon wollte ich die eine oder andere Frage, die in

In Kürze gebe ich Ihnen jetzt die Eigenschaften des echten Ihrer Zeitung angeregt wird, beantworten, aber meine Artikel und des Kunststeines an, natürlich nur für Leser, die es vielleicht

noch nicht wissen. würden meistens zu spät bei Ihnen anlangen *).

Mein Wissen stützt sich auf ein über dreißig Vor etwa 6 Monaten wurde in Paris ein Fabrikant von Rubin

Jahre langes Studium von Schmucksteinen. Ich bin in aller Herren Rekonstitue hinter Schloß und Riegel gesetzt, weil er kleine echte

Länder und Minen herumgekommen, bin von Beruf Juwelier und Rubinchen auf einer rotierenden Scheibe erhitzte und aus der ent

im Besitze von allen möglichen Instrumenten zum Untersuchen der standenen Masse größere Rubinen verfertigte. Bisweilen ließ man

Steine. Natürlich habe ich auch eine dichroskopische Lupe (von die kleinen Steinchen auch in einem Gefäße schmelzen,

Herrn Haidinger, Wien). Ich habe dieselbe überall eingeführt. schließlich dasselbe ist. Ich erwähne dies nur, weil Herr Fischer

Ich will trotzdem nicht sagen, daß ich vollkommen bin, denn das von geschmolzener Tonerde spricht, Al, 0, (übrigens die Formel

ist man ja nie! Stets gibt es Neues, denn die Chemiker und für Korund Tonerde-Oxyd), was ein Irrtum ist. Früher hat wohl

Physiker sind stets an der Arbeit, Neues zu schaffen. ein gewisser Herr Frémy Tonerde geschmolzen und mit Zusatz Der Naturrubin nimmt die neunte Nummer der Härteskala von Chrom für die Farbe ganz kleine Rubinkristalle gemacht, ein. Er muß also den Topas ritzen, welcher die achte Numaber das ist doch nicht das, was man heutzutage unter Rubin mer einnimmt. Rubin hat eine ziemlich starke Lichtbrechung, und Rekonstitue versteht.

zwar nach den meisten Richtungen bricht er das Licht doppelt, Nun zur Sache: Der eingangs erwähnte Pariser Fabrikant nur in der hexakonalen Achsenrichtung nicht. Er zeigt darum, schickte schon seit Jahren diese vergrößerten Rubine ungeschliffen weil er doppelte Lichtbrechung hat, den sogenannten Dichroismus, nach Rangun in Birma, woselbst ein sehr reger Handel von rohen und zwar hell und dunkelrot, das letztere etwas violett, das Rubinen besteht, welche aus der Irawadigegend kommen. Diese Violett zeigt der rote Topas nicht. Rubin wird dick und dünn Kunstrubinen wurden da mit den Natursteinen gemischt und als geschliffen, je nachdem er heller oder dunkler gefärbt ist, d. h. gut echt verkauft. So kam es, daß der Käufer schließlich durchgängig piementierte sind dunkler. Diese werden etwas dünner geschliffen, unter den jeweiligen Partien ungefähr ?, Kunststeine und /; echte wie die helleren Steine. Rubin erster Qualität muß stets in die Hände gespielt bekam, ohne daß er es merkte, schon des durchsichtig sein, ein feuriges (nicht zu dunkles) Rot haben, halb, weil man den ungeschliffenen Kunststein sehr schwer kurz, er muß ohne den geringsten Fehler sein. Ist das nicht der vom ungeschliffenen Naturstein unterscheiden kann. Schließ Fall, dann ist auch der echte Rubin eben nicht sehr hoch zu lich wurde es aber entdeckt, unglücklicherweise aber erst nach schätzen (also die Gefahr für Rubin-Rekonstitue wird schon weniger). einer sehr langen Zeit, so daß jetzt eine Unmasse von Rubinen Beim gutgefärbten Steine sieht man Dichroismus schon mit bloßem Rekonstitue, und zwar geschliffen, im Handel sind. Die Fälschung Auge. Aber jetzt kommt noch ein besonders wichtiges Merkwurde von einem Rubinschleifer entdeckt, denn der „Kunstrubin“

mal. Der echte Rubin hat noch eine sehr vorzügliche Eigenschaft, ist spröde und bricht sehr leicht. Das letztere ist mir auch welche kein einziger anderer roter Stein hat (roter Diamant

ausgeschlossen), nämlich er behält seine feurige rote Farbe *) Der Bericht ist am 8. März aufgegeben und bei uns am 9. April angelangt.

auch beim Kunstlicht (Kerzen- oder Lampenlicht). Alle übrigen

roten Steine bekommen beim Kunstlicht einen gräulich-schwärzlichen Schatten. Der rote Rubin ist des Abends sogar noch schöner als bei Tage, und diese gute Eigenschaft hat der RubinRekonstitue nicht. Bei Tage schon kann man eine Probe nehmen, wenn man einen echten Rubin und einen Rubin-Rekonstitue nebeneinander legt und ein brennendes Zündhölzchen darüber hält, dann wird man ganz deutlich sehen, daß der echte noch feuriger wird und daß der Rubin-Rekonstitue einen schwärzlichen Schein bekommt (sog. Schatten) und nicht so feurig aussieht wie der echte. Hat man sich darin gut geübt, dann wird man den Unterschied auch schon ohne Zündholzlicht bemerken. · Ein geübtes Kennerauge wird dies sofort sehen. Auch mit der Dichrolupe kann man beweisen, daß man Rubin-Rekonstitue unter Händen hat, und zwar an den blauen Streifen, wie Herr Fischer bereits erwähnte. Diese Streifen zeigt der echte Rubin nie. Außerdem ist der Dichroismus bei den echten Rubinen nach jeder Richtung hin gleich, während die Rubin-Rekonstitue, die ich besitze, von oben nach unten und umgekehrt schönen, in der Querdurchsicht dagegen keinen, und schräg gesehen nur ganz schwachen Dichroismus zeigen. Die Bläschen sieht man im Mikroskope.

Die Ursache dieser hier aufgezählten Fehlerquellen ist darin zu suchen, daß eben der Rubin-Rekonstitue aus einer geschmolzenen Masse verfertigt wird und der Naturstein beim Entstehen viel dünnflüssiger war, weshalb natürlich die chemische atomielle Stoffverbindung des Kunststeins niemals so gut sein kann wie beim Naturstein. Übrigens sind physikalische Eigenschaften mit den optischen sehr verwandt. Kunststein hat kein solches

Molikülärnetz wie der echte. Daß dieses so ist, kommt daher, daß man bis jetzt noch keine Schmelztiegel hat, welche solche große Hitze ertragen können, so daß man die Rubinmasse nicht so dünnflüssig schmelzen kann, wie dies einstmals in der Natur geschah. War die Masse mehr oder weniger dünnflüssig, so erhielt man auch bessere oder schlechtere Sorten.

So lange dies noch zu den Unmöglichkeiten gehört, so lange ist noch stets ein großer Unterschied zwischen Natur- und Kunststein. Der Kunststein ist eben darum stets etwas trübe, spröde und niemals vollständig durchsichtig. Er ist sogar etwas leichter zu ritzen als der echte, auch dieses kommt von der fehlerhaften Verbindung. So lange man also keine dünnflüssigere Rubinmasse schmelzen kann, ist die Gefahr des Nachahmens von Rubinen für den Handel so groß nicht, es wird auch noch gute Wege haben, bis man es mit der Fabrikation von Kunststeinen weiterbringt.

Es sind wohl eine große Masse Kunstrubine im Handel, man halte sich aber nur an die hier angegebenen Fehler, dann wird man mit kleiner Mühe sich vor Schaden schützen.

So, Herr Diebener, wollen Sie nun Obiges in besserem Deutsch in Ihre Zeitung setzen? Es ist mir weil ich schon so lange (20 Jahre) im Ausland bin und weil ich zumal wenig schreibe nicht möglich, einen kunstgerechten Aufsatz zu schreiben. Mit freundlichem Gruß

hochachtungsvoll

Jul. Strutt, techn. adviseur van den Gouvernements Pandhuisdienst.

Kleine Mitteilungen. In der Silberwarenfabrik von Franz Bahner in Düsseldorf haben die 40jährige Wiederkehr des Tages der Eröffnung ihrer hiesigen 38 Besteckarbeiter die Kündigung eingereicht. Dieselben haben, Zentrale. Aus diesem Anlaß widmeten die jetzigen Inhaber, die ohne irgend einen Grund anzugeben, oder irgend eine Forderung in der Prager Gesellschaft beliebten Brüder Munory, dem Perzu stellen, gekündigt und sind vergangenen Dienstag ausgetreten. sonale eine größere Geldspende und außerdem den drei ältesten Wie wir hören, weil 2 Arbeiter, die dem Metallarbeiterverbande an Mitarbeitern, die schon durch mehrere Dezennien der Firma treue gehören, aus triftigen Gründen entlassen worden sind. Die Leute Dienste leisten, Ehrengeschenke. haben einen Verdienst bis zu 7 Mk. pro Tag gehabt, sind gut be Firmen - Aenderung. In die Firma Hugo Wallmann, Bijouteriehandelt worden und bezeichnet jeder Unparteiische, dieses Vorgehen

und Ringfabrik in Köln a. R., Waisenhausgasse 11, ist Herr Joseph als unerhörten Frevelmut. Die Herren belageren nun mit ihren

Sorg als Teilhaber aufgenommen worden. Die Firma wurde demFreunden die Wege zur Fabrik und suchen auf alle mögliche Weise zufolge in Wallmann & Sorg umgeändert. die treuen und neuen Leute abzuhalten, wie die richtigen Wegelagerer. Dies ist eine Schmach für die gesamten deutsehen Gold

Firmen-Eintragung. Zu der Firma Jacob Hirschheimer, Edelund Silberarbeiter.

steinhandlung in Pforzheim, wurde eingetragen: Der Kaufmann

Jacob Hirschheimer Ehefrau, Sofie geb. Harburger, ist Prokura erteilt. Der Dienst für die Punzierung der Edelmetalle in Rumänien wurde in Geschäfts - Eröffnungen. Herr August Schreiner, Juwelier und der Generaldirektion der Zölle im Finanzministerium installiert. Alle Goldschmied, hat das im Konkurs befundene, seit 40 Jahren befür die Punzierung bestimmten Gold- und Silbergegenstände werden stehende Teuffelsche Geschäft in Amberg käuflich erworben in dieses Amt geschickt werden. Zum Chef des Punzierungsamtes und bereits wieder eröffnet. In Freiburg i. Br. eröffnete Herr wurde der Ingenieur Jon Balbaren ernannt, als Chemiker-Verifikatoren Eugen Heinkele in den Räumen der früheren Firma Nopper & Co., fungieren die Herren T. Apostoliu, Radu Negru, N. Jrescu, M. Stoiceanu, Kaiserstr. 18 ein Bijouterie-, Gold- und Silberwaren-Geschäft. Ropala und Valeanu. Im kurzen werden die Punzierungsämter auch Herr Edmund Waibel, Juwelier und Goldschmied eröffnete in bei den Zollämtern in Jassy und Craiova errichtet werden.

Lahr (Baden) ein Uhren-, Gold- und Silberwaren-Geschäft. Filialen

bestehen bereits in Badenweiler und St. Blasien. Ausstellung. Der Industrie-Verein in Tondern (Schleswig

Geschäfts - Verlegungen. Die Bijouterie - Fabrik Emil Hettler, Holstein) beabsichtigt zum Herbst ds. Js. hier eine Industrie

Pforzheim verlegte am 23. ds. Mts. ihre Geschäftslokalitäten nach Ausstellung zu veranstalten.

Bleichstr. 37. Herr August Metzger, Goldwaren und Uhren, Ausstellung. Die einer Tageszeitung entnommene Notiz der

Saarbrücken verlegte sein Geschäft nach Eisenbahnstr. 46. Ausstellung von Schülerarbeiten der Fachschule der

Infolge weiterer Ausdehnung des Geschäftes hat sich die Firma Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung zu Berlin

Fr. Curtze & Co., Fabrik feinster Lederwaren in Stuttgart entist dahin zu ergänzen, daß der mit den 1. Preis ausgezeichnete

chlossen, Herrn Kaufmann Rudolf Wester als aktiven Teilhaber Anhänger von Herrn Hans Gruhl, Berlin stammt.

aufzunehmen. Das Geschäft wird in die größeren Räume, Allee

straße 28 verlegt und bleibt der Wortlaut der Firma unverändert. Der für das 97. Inf.-Reg. in Saarburg als Geschenk angefertigte Verschiedenes. Die Firma F. W. Quist, Metallwaren-Fabrik, Schellenbaum enstammt der Instrumenten - Fabrik Max Enders in

EBlingen (Württemberg) hat für die Ausstellung auf der Leipziger Mainz. Die Silberarbeiten wurden in Hanau angefertigt.

Messe schöne Ausstellungsräume am Neumarkt 291. gemietet.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnung. Die Goldschmiede-Innung zu Graudenz hat Herrn Juwelier Rosalowsky, der sein 50 jähriges Meisterjubiläum begehen konnte, zu ihrem Ehrenmeister ernannt.

Jubiläen. Die Firma G. W. Voeltzkow jr. (Inh. F. Voeltzkow), Metallwaren-Fabrik, Berlin, Sebastianstr. 76 hat am 19. ds. Mts. ihr 50jähriges Jubiläum mit dem ganzen Personal in Grünau (Restaurant Stein) feierlich begangen. Die bestbekannte Firma Hofjuwelier M. Kersth, Prag, Obstgasse, welche in London, Paris, Wien, Karlsbad und Manchester Niederlassungen hat, feierte

Büchertisch. Die moderne Gravierkunst, Geschichte und Technik des Gravierens, dargestellt von C. J. Stahl (A. Hartlebens Verlag, Wien und Leipzig) Eine sehr fleißige und gewissenhafte Arbeit, bei welcher der Verfasser ersichtlich aufs Ausgiebigste von Fachleuten beraten wurde. Die Kapitel über die Werkzeuge, über das Erlernen der Graviertechnik, über Schriftgravierung, Aetzen und dergl. sind besonders instruktiv gehalten. – Nicht ganz einwandfrei ist die Behandlung der kunsthistorischen und kunstgewerblichen Partien. Hier, wo der praktisch tätige Fachmann wenig oder gar keine Auskunft zu geben

vermag, ist eine etwas unklare Weitschweifigkeit nicht immer ver Endlagen erfolgt. Zu diesem Zwecke sind zwischen den beiden mieden worden. Freilich sind hier auch besonders viel Fragen noch Klappen verschiebbare Zwischenstücke angeordnet, die mit den zu lösen, deren klare Beantwortung und allgemeinverständliche Klappen oder Flügeln auf eine an sich bekannte Weise mittels Formulierung ungemein große Schwierigkeiten bietet. Sonst aber Kerben und Nasen verbunden sind. Die Zeichnung zeigt einen wird es wenige den Graveur interessierende Fragen geben, auf welche Klappknopf gemäß der Erfindung, und zwar in Fig. 1 in Ansicht das stattliche Bändchen (ca. 270 Seiten) mit seinen zahlreichen Ab und teilweise im Schnitt, in Fig. 2 im Schnitt längs A-A der Fig. 1. bildungen nicht erschöpfende Auskunft gäbe. Das Werk kann zu Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen die beiden Klappen in der Andem Preise von Mk. 5.– durch die Deutsche Goldschmiede-Zeitung sicht bezw. im Schnitt. In entsprechenden Ausnehmungen eines bezogen werden.

R. R. auf einer Knopfplatte 1 angeordneten Sockels 2 sind zwei Lager

teile 3, 4 für den Drehzapfen 8 der beiden Klappen 6, 7 geführt

und mittels eines Schraubbolzens 5 befestigt. Zwischen den LagerAmerikanische Patente.

teilen 3, 4, welche an beiden Stirnflächen mit zwei senkrecht zuNr. 815899. Zugarmband. Anthony H. BliB, North Ottle: zweite Klappe 6 mit ihrem Fortsatz 9 (Fig. 1 und 3) durch den

einander angeordneten Einkerbungen 10 versehen sind, ist die boro, Mass. In nachstehender Zeichnung ist ein praktisches und

Drehbolzen 8 festgehalten und greift die an beiden Seiten des Fortsehr bewegliches Zugarmband veranschaulicht. Die Glieder a sind mit den Stiften B verbunden, welche in den Löchern gleitbar angebracht sind. Die Feder c, welche bei b an den Stiften festgenietet ist, gibt dem Armband den Zusammenschluß und die Spannung, indem die Bogen der Feder gegen das Glied drücken und federn. (Abbildung 1.) Nr. 37848. Autoring: Georg E. Burns, Central Falls,

4

-7 R. J. N. Amerika. (Abbildung 3.)

Fig.1

Fig. 2

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H1

Abbildung 5. Nr. 813787. Haarnadel. Llewellyn H. Flory in Ashley, Pa. Amerika. Haarnadel, deren Kopf niehrere Male zu Federn gerollt. Die Enden sind nach außen gebogen, um sich so im Haar satzes 9 angeordnete Nase bezw. Erhöhung 11 in die Ausnehmungen festzuhalten. (Abbildung 5.)

der Lagerteile 3, 4. In die an den Außenseiten der Lagerteile beNr. 24926. Haarspange. F. M. Storey, Caton bei Lan

findlichen Einkerbungen greift die ebenfalls durch den Drehzapfen 8 caster. Haarspange zum Halten der Haare und Locken. Dieselbe

festgehaltene federnde Klappe 7 mit ihren Querschnittskanten oder besteht aus zwei Teilen b und c, die in a federn; das freie Ende g

Nasen ein. Mit dem einen Schenkel dieser Klappe ist der Drehund n ist mit einem Schnapper oder Haken versehen, worein die

zapfen 8 fest verbunden (verschraubt), während er in die Bohrung Spange einschnappt, Fig. 1, oder einhakt, Fig. 2. (Abbildung 2.)

des zweiten Schenkels lose eingreift. Durch die federnde Wirkung Nr. 24813. Hutnadel. C. F. Couzens and A. Brown in

der Klappe 7 werden auf diese Weise nicht nur ihre beiden Enden Cardiff, Glamorganshire. Hutnadel, ein- oder zweiteilig, hält

gegeneinander gepreßt, sondern auch die Lagerteile 3, 4 gegen den durch eine Einziehung am Hute fest. Die Einziehung federt in die

Fortsatz 9 der Klappe 6 gedrückt. Legt man nun beispielsweise die

Klappe 6 um 90° um, so werden die Lagerteile 3, 4 und somit die Oese E, Fig. 3, welch letztere bei U am Hut angenäht ist. Die Nadel ist gefällig nach der Kopfform geschwungen und bei C, Fig. 1

Schenkel der Klappe 7 unter Ueberwindung der Federwirkung der

selben auseinander gedrückt, bis die Erhöhung 11 in die anderen und 2, scharf zurückgebogen, um an die Hutkrempe anzuschließen. Einkerbungen der Teile 3, 4 einschnappen. Wird die Klappe 7 ver(Abbildung 4.)

dreht, so gleitet sie aus den wagerechten Einkerbungen der Lager

teile 3, 4 heraus und schnappt nach Verdrehung um 90° in die Patente und Gebrauchsmuster für die Werkstatt. lotrechten Ausnehmungen wieder ein. Da die Klappen nach beiden

Seiten umgelegt werden können, so können sie in drei Lagen fest-
Mitgeteilt von Patentanwalt Karl Wessel,
Berlin SW. 61, Gitschiner Straße 94 a.

gestellt werden, wobei die Feststellung beider Klappen nur durch

die federnde, bügelartige Klappe 7 erfolgt. Hierdurch wird nicht 44a. 166 911. Firma Josef Lechner in Wien: Klappknopf nur die Herstellung des Klappknopfes vereinfacht, sondern auch die mit zwei ineinanderliegenden Klappen. Die Erfindung be- Sicherheit seiner Wirkung bedeutend erhöht – Patent-Anspruch: trifft einen Klappknopf mit zwei im geöffneten Zustande in einer Klappknopf mit zwei ineinanderliegenden Klappen für Manschetten Ebene liegenden Klappen für Manschetten oder dgl. Das Neue an und dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die äußere federnde Klappe (7) demselben besteht darin, daß nur die äußere der beiden Klappen mittels verschiebbar gelagerter Zwischenstücke (3, 4) die zweite innere als federnder Bügel ausgestattet ist und durch diese gleichzeitig Klappe (6) und auch sich selbst durch an sich bekannte Kerben und auch die Feststellung der inneren Klappe in den entsprechenden Nasen in bestimmten Lagen feststellt.

Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Protokoll der Vorstandssitzung
des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede

am Montag, den 9. April 1906, abends 6', Uhr

in der Geschäftsstelle, Oranienstr. 143. Entschuldigt fehlen die Herren Telge und Walter.

Eingegangen ist ein Schreiben vom Verband der Silberwarenfabrikanten Deutschlands, worin um 30 Doppelexemplare der Verträge für Silberbesteckkonventionen für die 3 Bezirke Rheinpfalz, Cassel und Halle ersucht wird. Es wird beschlossen, für diese 3 Bezirke Verträge drucken zu lassen und schnellstens einzureichen.

Zur Aufnahme in den Verband hat sich gemeldet Herr A. H. Dunzelt, Juwelier, Zwickau, Burgstraße 11. Die Aufnahme desselben wird beschlossen.

Herr Fischer teilt mit, daß in der Versammlung am 9. März, welche vom Fachverband für die wirtschaftlichen Interessen des Kunstgewerbes einberufen war, in welcher über die Schädigung der Kunstgewerbetreibenden durch die Lehrwerkstätten an den Kunstgewerbeschulen beraten werden sollte, sich auch Herr Mittelsdorf von der Kunstgewerbeschule in Altona ungeladen eingefunden hatte. Herr Fischer fährt fort:

„Derselbe nahm das Wort und suchte mit offensichtlicher Absicht die Beschwerden, die geführt waren, zu entkräften. Alles das, was er vorführte, schien aber so unwahrscheinlich, daß ich mich nicht enthalten konnte, in den schärfsten Worten diese Behauptung zurückzuweisen. Ich habe dem Herrn selbstverständlich volle Genugtuung zugesagt, bin aber nicht in der Lage, diese zu geben, denn es hat sich, wie vorauszusehen, herausgestellt, daß die Behauptungen nicht den Tatsachen entsprechen.

Der Herr Direktor Mittelsdorf erklärte im Eingang seiner Rede, daß derartige Schäden, wie sie hier besprochen seien, an der Altonaer Kunstgewerbeschule nicht bestehen. Nach dem Bericht, der mir geworden ist, so unglaublich es erscheint, soll im vorigen Jahr für die Schlachter-Innung in Altona ein silberner Pokal in der Kunstgewerbeschule angefertigt worden sein.

Herr Mittelsdorf hat weiter behauptet, daß vor 23 Jahren die Ziselierklasse in Hanau nur von 2 Schülern besucht worden sei; fest steht, daß, wie die Direktion der Königlichen ZeichenAkademie mitteilt, 18 Schüler im Jahre 1883 die Ziselierklasse besucht haben.

Ferner hat Herr Direktor Mittelsdorf behauptet, die Juweliere in Altona hätten ihn ersucht, eine Fachschule für das Goldschmiedegewerbe zu begründen. Ich habe infolgedessen an sämtliche Juweliere in Altona, welche dem Verbande angehören, geschrieben und habe von 10 Anfragen 9 Antworten erhalten, wonach keinem etwas von einem derartigen Verlangen bekannt ist.

Jedenfalls hat die Versammlung das gezeitigt, daß neue Unterlagen bei dem Fachverband eingefordert sind, und wird es nun an den beteiligten Kreisen liegen, die Beschwerden zur Kenntnis des Vorstandes zu bringen und zwar solche Schädigungen, die nach dem 15. Dezember 1904 aufgetaucht sind.“

Es wird vom Vorsitzenden ein an die dem Verbande angeschlossenen Vereine und Innungen zur Versendung vorgesehenes Rundschreiben in Angelegenheit „Konkurrenz der Lehrer usw. an Kunstgewerbeschulen usw." verlesen und die Versendung beschlossen. Die Rede des Herrn Fischer über diese Materie im Fachverband am 9. März 1906 gelangt in den Fachzeitungen zum Abdruck.

Der Vorsitzende teilt mit, daß er sich über das von der Handwerkskammer ausgestellte Gutachten in der Frage „Uhrmacher, die sich Goldarbeiter nennen, weil sie einige Reparaturen ausführen können“, in einer Versammlung kürzlich dahin geäußert habe, daß das Gutachten der erforderlichen Klarheit entbehre und den großen Mangel besitze, daß alle Erkenntnisse, welche sich gegen uns richten, zusammengesetzt sind und hauptsächlich in dem Gutachten berücksichtigt wurden, wohingegen der vorzügliche Artikel des Obermeisters der Dresdener Goldschmiede - Innung „Wer darf sich Goldschmied nennen“, ebenso die vortreffliche Begründung eines Richters in Hainichen und schließlich der Beschluß der Vorstände der Uhrmacherverbände und des Verbandes Deutscher Juweliere, die doch die Interessen ihrer Mitglieder zu wahren haben, unberücksichtigt geblieben sind.

Für dieses Vorgehen ist ihm in der Vollversammlung der Handwerkskammer im Geschäftsbericht der Vorwurf gemacht, daß, wer behaupte, daß ein Gutachten anders zustande komme, als daß man Sachverständige vernehme, davon nichts verstehe.

Er habe in der betreffenden Versammlung über die Notwendigkeit gesprochen, daß Gutachten stets mit dem Vorstand der Handwerkskammer zu beraten sind.

Herr Menzel teilt mit, daß er von Herrn Dr. Roehl gelegentlich seiner Anwesenheit auf der Handwerkskammer darauf aufmerksam gemacht worden ist, daß das vorliegende Gutachten der Handwerkskammer vom juristische: Standpunkt aus erteilt sei und daß dasselbe vom Standpunkt der Handwerkskammer als solche anders gelautet haben würde.

Es wird bei der Wichtigkeit der Frage daraufhin beschlossen, noch ein Gutachten der Handwerkskammer zu erbitten.

Im Anschluß hieran verliest Herr Fischer sein Schreiben an die Handwerkskammer vom 28. März d. J. und erklärt sich der Vorstand hiermit solidarisch.

Es kommt die Frage zur Erörterung, wie sich die Geschäftsstelle bei Auszeichnungen, z. B. die Ernennung zu Hofjuwelieren und bei Todesfällen, zu verhalten hat.

Bei Todesfällen, die dem Verbandsvorstand angezeigt sind, ist stets ein Kondolenzschreiben den Leidtragenden übersandt.

Der Vorstand beschließt, wenn Auszeichnungen, Geschäftsfeiern usw. rechtzeitig zu seiner Kenntnis gelangen, den Betreffenden Glückwünsche zugehen zu lassen.

Herr Fischer teilt mit, daß er die Anschlußklage gegen die Bera-Compagnie in Leipzig, welche in München in der Ausschubsitzung beschlossen wurde, zurückgezogen habe und zwar aus dem Grunde, weil damals der Rechtsanwalt nur deshalb die Anschlußklage wünschte, um die Akten einsehen zu können wegen des Prozesses, wonach das Wort „Diamant“ und „Brillant“ nicht in Beziehung zu Glassteinen gebracht werden darf. Bei Abweisung dieser Klage fiel das Interesse weg und können wir heute dennoch berichten, daß die Bera-Gesellschaft mit 1200 Mk. bestraft worden ist.

Eingegangen ist von dem Verein zur Unterstützung der Witwen und Waisen der Juweliere, Gold- und Siberschmiede in Wien das Statut. Da diese Materie erst heute eingegangen ist, übernimmt Herr Menzel vorerst die Durchprüfung des Materials und wird darüber berichten.

Es kommt eine Reklame der Bera - Compagnie Argentinia in München zur Besprechung, durch welche Sachverständige herausgefordert werden, die 30 echten Diamanten, welche im Schaufenster ausliegen, herauszufinden. Ein Juwelier aus Württemberg hat diese echten Diamanten herausgefunden. Von der Geschäftsstelle ist der Herr gebeten, die betreffenden Sachen einzusenden, und kommen diese zur Besichtigung. Es wird festgestellt, daß es sich um ganz geringwertige und ganz kleine Rosen handelt. Es wird im Anschluß beschlossen, dem Münchener Verein mitzuteilen, daß es sich hier um eine ganz plumpe Schwindelreklame handelt.

Eine diesen und ähnlichen Reklameunfug betreffende Bekanntmachung soll in den Verbandsorganen veröffentlicht und im Abdruck den angeschlossenen Vereinen zugesandt werden.

Bei der Angelegenheit des Juweliers, welcher sich bei einem Geschäftskauf hat übervorteilen lassen, kommt der Vorstand nach sorgfältiger Prüfung zu dem Ergebnis, daß dem Herrn nach Lage der Sache absolut nicht zu helfen ist. Nur kann geraten werden, daß dieser ganze Geschäftsverkauf, das Drum und Dran, der Staatsanwaltschaft angezeigt werden solle. Kostentragung wird abgelehnt.

Von dem Vertrauensmann, Herrn Wilhelm Brehm in Eisenach, ist ein Schreiben eingegangen, worin sich die Herren Mitglieder bereit erklären, an den Vorbereitungen für den Verbandstag mitzuhelfen. Da aber im August meist verschiedene Versammlungen in Eisenach abgehalten werden, hält es unser Vertrauensmann für wünschenswert, daß die Tage recht bald festgesetzt werden.

Von dem Vorsitzenden des Verbandes der Grossisten des Edelmetallgewerbes, Herrn Baumert, ist ein gleicher Vorschlag persönlich gemacht, den Verbandstag so zu legen, daß die Herren auf der Hinreise zu ihrem Verbandstag, welcher in Pforzheim abgehalten wird, den Verbandstag der Juweliere besuchen können, oder aber auf der Rückreise.

Der Vorstand einigt sich dahin, schon in aller Kürze die Tage festzusetzen und soll dem Ausschuß Sonnabend, der 4., Sonntag, der 5. und Montag, der 6. August vorgeschlagen werden, um die Zustimmung auf schriftlichem Wege schnellstens einzuholen.

Ferner wird mitgeteilt, daß die Verträge mit dem Vorsitzenden und der bereits besprochenen Versicherungs-Gesellschaft bezüglich Einbruch fertig unterschrieben vorliegen. Es kommt ein Reklameschriftsatz für die Versicherungs-Gesellschaft zur Besprechung. Der Druck und die Zusendung desselben mit Anlagen an die Mitglieder des Verbandes wird beschlossen.

Zur Vorlage kommt noch ein Plakat, durch welches alles das, was durch den Verband bezogen und vermittelt werden kann, aufgeführt und das jedem einzelnen Mitglied zugesandt werden soll; es betrifft ganz besonders das Versicherungswesen.

Der Vorstand erklärt sich damit einverstanden.
Schluß der Sitzung 9 Uhr 5 Minuten.

Fischer. Rudolf Menzel. Schmidt. Oscar Müller.

Von Kunstgewerbeschulen.

Ferien finden statt: vom 24. Dezember bis 6. Januar inkl.; vom

Palmsonntag bis Mittwoch nach dem Weißen Sonntag inkl.; vom Aus dem Jahresbericht und Programm der gewerblichen Fortbildungs 1. August bis 15. September. schule und Fachschule für Edelmetallindustrie in Schwäb. Gmünd 1905/06 Statistik der Schüler: Gewerbliche Fortbildungsschule entnehmen wir Folgendes:

350 Schüler, Fachschule 107 Schüler; zusammen 457 Schüler. Die Das verflossene Berichtsjahr war für die Geschichte und Ent Fachschule besuchten: Graveure 49, Ziseleure 23, Goldschmiede 26, wicklung der Anstalt von ganz besonderer Bedeutung, wurde doch Zeichner und Maler 6, Bildhauer 1, Lithograph 1, Schreiner 1; zuim August vorigen Jahres die Trennung der noch zusammenhängenden sammen 107. - Gehilfen und Meister 28, Lehrlinge 71, Tagschüler 8; Schulen definitiv beschlossen und im Februar 1936 der obligatorische zusammen 107. Den I. Kurs besuchten 54, den II. Kurs besuchten Unterricht für die gewerbliche Fortbildungsschule festgesetzt. 36, den III. Kurs besuchten 27; zusammen 107.

Mit beiden Beschlüssen sind einschneidende Veränderungen verbunden, die sich bei der Fachschule im Uebergang der Verwaltung in die Hände des Staats, bei der gewerblichen Fortbildungsschule Königl. Zeichenakademie zu Hanau. Aus dem Jahresbericht der im vollen Tagesunterricht in allen Fächern äußern.

Handelskammer ist folgendes zu ersehen: Beiden Schulen ist auf dieser neugeschaffenen Basis eine Ent An Stelle des ausgeschiedenen Direktors, Professor Wiese, wicklungsfähigkeit gegeben, die sich vornehmlich in größtmöglicher übernahm am 1. April 1905 der erste Lehrer Prof. Offterdinger, verRücksichtnahme und Anpassung an die Gewerbe zeigen wird und muß. tretungsweise die Leitung der Anstalt. Am 24. August 1905 fand in Anwesenheit des Herrn Präsidenten

Der Unterrichtsplan erfuhr einige wesentliche Erweiterungen. v. Mosthaf und des Herrn Regierungsrats Kälber eine Sitzung der So wurde die im letzten Jahresbericht erwähnte Fachklasse für bürgerlichen Kollegien und des Gewerbeschulrats statt, in welcher

Lithographie und Buchdruck eingerichtet (vorläufig bis zum nächsten der Ausbau der Fachschule und Uebergang in staatliche Verwaltung Jahre allerdings auf Lithographie beschränkt). Um auch solchen beschlossen wurde, unter der Bedingung einer Mindestzahl von älteren Meistern und Gehilfen, welche die Akademie nicht mehr 14 Stunden wöchentlichen Besuchs seitens der noch nicht 18jährigen besuchen, Gelegenheit zu weiterer künstlerischer Ausbildung zu geben, Schüler.

wurde an zwei Abenden pro Woche Unterricht im Aktzeichnen einDie Fachschule wird vom 1. April 1907 an dem Ministerium des

geführt. Das Schulgeld hierfür beträgt halbjährlich 15 Mk.; die Innern resp. der Zentralstelle für Handel und Gewerbe unterstellt

Beteiligung ist sehr rege und der Erfolg durchaus zufriedenstellend. und als Fachschule für Edelmetallindustrie mit dem Hauptaugenmerk Neben den wöchentlichen kunstgeschichtlichen Lichtbildervorträgen auf den Werkstattunterricht ausgebildet.

wurden auch kunstgeschichtliche Vebungen veranstaltet. In der Ein mit den nötigen Räumlichkeiten ausgestatteter Neubau ist Ziselierwerkstatt wurde ein Kursus für Hammerarbeit eingerichtet, in Aussicht genommen, der außerdem die umfangreichen städtischen

um die Schüler auch mit der Herstellung der Rohform der Geräte Sammlungen und das Gewerbemuseum aufnehmen soll.

und Gefäße vertraut zu machen. Seine Wiederholung im SommerUm in engster Fühlung mit der Industrie zu bleiben, wird einem halbjahr 1906 ist bereits genehmigt. Für die Stickereiklasse ist ErKuratorium, in dem besonders auch Industrielle vertreten sein werden, weiterung durch Aufnahme der Maschinenstickerei und der Webedie Aufsicht übertragen. Hand in Hand mit der Fachschulfrage technik beantragt und wahrscheinlich im nächsten Jahre ausführbar. ging die Frage des obligatorischen Unterrichts an der gewerblichen Studienreisen mit staatlicher Beihilfe unternahmen einzelne Fortbildungsschule, welche ihre Erledigung in dem Beschluß der Lehrer zur Ausstellung von Schülerarbeiten der Kunstgewerbeschule bürgerlichen Kollegien vom 22. Februar 1906 fand, dergestalt, daß in Magdeburg, nach den kunstgewerblichen Museen und Bibliotheken der Schulzwang auf nahezu alle Gewerbe bis zum vollendeten in Leipzig, Berlin, Hamburg und Köln, zum Studium der Einrichtung 17. Jahre ausgedehnt wird mit der Verpflichtung von 8–10 wöchent von Fachklassen für graphische Künste nach Leipzig, Berlin und lichen Unterrichtsstunden.

Barmen, ferner nach England und zum Besuch der JubiläumsDas diesbezügliche Ortsstatut wird für den I. Jahrgang des Edel Gewerbeausstellung in Kassel, auf welcher die Anstalt auch ihrerund Unedelmetallgewerbes mit dem 15. April ds. Js., für den I. Jahr seits mit zahlreichen Schülerarbeiten in eigenem Raum vertreten war. gang der sonstigen Gewerbe mit dem 15. April 1907 in Kraft treten.

Die Frequenz und sonstige Entwicklung der Anstalt während Von einer Erhebung des Schulgeldes wird für die beiden ersten des abgelaufenen Schuljahres bringen nachstehende Zahlen zum Kurse der gewerblichen Fortbildungsschule abgesehen, im III. Kurs Ausdruck: Das Schuljahr begann mit 286 männlichen und 31. weibbleibt der bisherige Satz von 6 Mk. bestehen.

lichen, zusammen 317 Zöglingen. Der Rückgang gegen das Vorjahr Mit Beginn des Sommersemesters 1905 war die Angliederung (um 25) erklärt sich aus dem Inkrafttreten der neuen Aufnahmeeiner Mädchenabteilung an die Fachschule geplant, doch konnte bedingungen, wonach nur noch Schüler, die das 15. Lebensjahr dieselbe mangels der geforderten Mindestzahl von 15 Schülerinnen vollendet haben, in die Zeichenakademie eintreten können, jüngere nicht verwirklicht werden.

dagegen der gewerblichen Fortbildungsschule zugewiesen werden. Die Fachschule war mit Zeichnungen und ausgeführten Arbeiten Von den Schülern waren: Tagesvollschüler im Sommerhalbbei der 'vom 2 bis 19. Juni 1905 dauernden Ausstellung „Gmünder

jahr 83 mit durchschnittlich 46 Wochenstunden, Tagesvollschüler im Kunstgewerbe“ im Landesgewerbemuseum in Stuttgart vertreten. Winterhalbjahr 73 mit durchschnittlich 40 Wochenstunden. Von den Die Ausstellung wurde von einer überaus großen Anzahl Interessenten,

Schülerinnen waren: Tagesschülerinnen im Sommerhalbjahr 6, Tagesca. 3000 Personen, besucht.

schülerinnen im Winterhalbjahr 12 mit 36 Wochenstunden, während Am 1. und 2. Oktober fand im Aktsaal der Schule die übliche

die übrigen an 18 Wochenstunden durchschnittlich teilnahmen. Ausstellung der eingelaufenen Arbeiten um die „Wilhelm Müller

Ihrem Beruf nach gehörten die meisten Schüler der Edelmetallstiftung“ statt; die mit Preisen und Belobungen bedachten Arbeiten wurden größtenteils in der Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ ver

industrie an; es waren im Sommerhalbjahr: Ziseleure 59, Gold

schmiede 126, Silberschmiede 16, Graveure 13, Zeichner und öffentlicht.

Modelleure 40.
Zur Besichtigung von industriellen Anlagen wurden mit den
Schülern der Fachschule Exkursionen gemacht, von den Herren

Von anderen Berufszweigen war namentlich die Lithographie

vertreten mit: im Sommerhalbjahr 20, im Winterhalbjahr 17 Schülern. Fabrikanten resp. Betriebsleitern in entgegenkommenster Weise empfangen und geführt.

Besucht waren: die Ziseleurklasse von 29, die GoldschmiedeAußerdem wurden während der Sommermonate zu anschaulicher

werkstatt von 29, die Klasse der Graveure von 27 Schülern, die Illustration der Stilkunde und Kunstgeschichte Besichtigungen und Auf

Klasse für Emailmalerei von 10 Schülern und Schülerinnen, die Klasse nahmen an den Kirchen, Museen und alten Häusern der Stadt gemacht.

für Kunststickerei von 13 Schülerinnen. Die Aufnahme in die gewerbliche Fortbildungs- und Fachschule erfolgt zu Beginn jedes Semesters zu den in den Tageszeitungen

Ausstellung der Gmünder Fortbildungs- und Fachschule. Die gefestgesetzten Stunden. Besondere Vorbedingungen sind zur Aufnahme in die gewerb

werbliche Fortbildungsschule und die Fachschule für Edelmetallliche Fortbildungsschule nicht erforderlich, doch soll der Aufzu

industrie veranstalteten als Abschluß des Wintersemesters im kleinen nehmende in der Regel das 13. Lebensjahr zurückgelegt haben.

Stadtgartensaal eine Ausstellung von Schülerarbeiten. In derselben Ein Schulgeld wird im I. und II. Kurse nicht erhoben, im III. Kurse

waren auch die an den Lehrwerkstätten der Fachschule angefertigten ein solches von 2 Mk. im Sommersemester und 4 Mk. im Winter Gegenstände für die 3. deutsche Kunstgewerbeausstellung in Dresden semester. Dasselbe ist bei der Anmeldung zu entrichten.

ausgestellt, an welcher sich erfreulicherweise die hiesige Fachschule Zur Aufnahme in die Fachschule ist notwendig der Nachweis in der Abteilung für Fachschulen beteiligte. Samstag vormittag wurde derjenigen Kenntnisse, die in dem zweijährigen Kurs der gewerb die Ausstellung eröffnet; der Besuch war über die Osterfeiertage lichen Fortbildungsschule erworben werden können.

außerordentlich groß, der beste Beweis für das allgemeine Interesse, Außerdem in der Regel das zurückgelegte 15. Lebensjahr. das diese Schulen genießen. Das Schulgeld beträgt pro Semester: für ordentliche Schüler

10 Mk. für außerordentliche Schüler 5 Mk.

In der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Altona soll auch für Akt- und Porträtzeichnen allein 8 Mk.

eine Fachklasse für Gold- und Silberschmiede eingerichtet werden.

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