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Kunstgewerbe beschwert wird, und was bisher von seiten des Verbände zur Abwehr geschehen ist.

Sie haben auch die Verordnung des Herrn Handelsministers vom 15. Dezember 1904 gehört und werden mit mir der Meinung sein, daß selbst auf Grund dieser Verordnung das bestehende Unwesen zum größten Teil beseitigt werden kann, daß es aber notwendig ist, die Reglements für die Schulen auf Grund dieser Verordnung etwas schärfer zu präzisieren.

Es ist lebhaft zu bedauern, daß von seiten des Staates oder mit Staatshilfe Einrichtungen geschaffen sind, die, wenn nicht Einhalt geschieht, den Kunstgewerbetreibenden zum Verderben gereichen müssen; noch bedauerlicher ist es, daß von seiten der Staatsbehörden diese Schädigung nicht im ganzen Umfang eingesehen wird.

Ist der bisherige Zustand nicht zu beseitigen, so wird ein neuer Kunstgewerbestand und zwar der der Schulprofessoren entstehen, und der Kunstgewerbetreibende wird zum gewöhnlichen Handwerker herabsinken.

Es ist dringend notwendig, daß Sie, meine Herren, mehr wie bisher offen aussprechen, und dem Vorstande des Verbandes be

kannt geben, in welchen Schulwerkstätten unsere Interessen verletzt werden.

Wollen sie etwas erreichen, so müssen sie die Frage mit aller Energie behandeln, sonst kommen Sie keinen Schritt weiter.

Sie sind dazu um so mehr berechtigt, als auch von seiten der Schulprofessoren nicht die geringste Rücksicht auf Ihre berechtigten Interessen genommen wird.

Ich erkläre nochmals, wir sind nicht Gegner der Privatarbeiten der Herren Professoren, sie sollen aber, wenn sie glauben, ohne Privatarbeiten nicht existieren zu können, eigene Werkstätten und eigenes Personal halten, wie auch das freie Kunstgewerbe, und alle Lasten übernehmen, damit sie möglichst als gleichwertige Konkurrenten bezeichnet werden können.

Wenn die Herren Schuldirektoren Mittelsdorf und Meyer hier unsere Forderungen als nicht berechtigt darzustellen suchten, so ist das von ihrem Standpunkt aus jawohl begreiflich und der Zweck ersichtlich; es ist aber für uns Ehrenpflicht, mit aller Kraft den Standpunkt zu verfechten, das Kunstgewerbe gehört den Kunstgewerbetreibenden und nicht den staatlich besoldeten Schulprofessoren!

Hat der Goldschmied der Berufsgenossenschaft des Lagereibetriebes anzugehören?

Das Gewerbe-Unfallversicherungsgesetz vom 30. Juni 1900 Ob mit derartigen Arbeiten das kaufmännische Personal oder hat u. a. für versicherungspflichtig erklärt:

Betriebsbeamte oder Arbeiter beschäftigt werden, macht keinen ,,Die Lagerungs- und die der Beförderung von Gütern Unterschied. Nicht versicherungspflichtig sind Betriebe aller Art, in zu Lande dienenden Betriebe, wenn sie mit einem Handels welchen der Unternehmer allein und ohne Gehülfen, Lehrlinge und gewerbe, dessen Inhaber im Handelsregister eingetragen steht, sonstige Arbeiter tätig ist. Dagegen ist die Versicherungspflicht verbunden sind.“

begründet, wenn ein Familienangehöriger des Unternehmers nicht Es sind also beispielsweise die von Kleingewerbe nur gelegentlich in dem Betrieb beschäftigt wird; ausgenommen treibenden oder Handwerkern, Goldschmieden, die nicht, ist nur der Ehemann oder die Ehefrau, welche niemals als Arim Handelsregister eingetragen sind, ausgeübten Betriebe beiter im Sinne des Unfallversicherungsgesetzes gelten. jener Art von der Versicherungspflicht ausgenommen, sofern sie Was die Beurteilung der Versicherungspflicht des kaufmänninicht Teile eines anderen versicherungspflichtigen Betriebes sind. schen Personals anbetrifft, so ist davon auszugehen, daß bei oben Oft kommt es vor, daß Unternehmer, welche an sich verpflichtet geschilderten Betrieben nicht das Handelsunternehmen als solches, sind, sich in das Handelsregister eintragen zu lassen, diese Pflicht sondern nur der damit verbundene Lagerungs- und Beförderungsverabsäumen. In diesen Fällen wird die Größe der Betriebe dazu betrieb versicherungspflichtig ist. Daraus folgt, daß die kaufführen müssen, bei dem zuständigen Amtsgerichte die männischen Angestellten mit derjenigen Tätigkeit, welche zu diesem nachträgliche Eintragung in das Handelsregister zu Teile des Gesamtbetriebes nicht gehört, gegen Unfälle nicht verbewirken, damit eine Aufnahme in das Kataster der Berufs sichert sind. Zu dieser unversicherten Tätigkeit gehört aber nicht genossenschaft erfolgen kann. Zuständig ist hier gewöhnlich, nur die Buch- und Kassenführung, sondern auch die Verkaufstätigkeit. wenn es sich eben um Nebenbetriebe zu Hauptbetrieben handelt, Die kaufmännischen Angestellten sind also, sofern sie überdie bereits einer anderen industriellen Berufsgenossenschaft an haupt zu den versicherten Personen gehören, d. h. sofern ihr gehören, die Lagerei-Berufsgenossenschaft.

Jahresarbeitsverdienst 3000 Mark nicht übersteigt, nur mit demOb die vom Goldschmied in den Handel gebrachten Waren jenigen Teile ihres Gehaltes in die der Berufsgenossenschaft jährvon anderen Firmen fertig bezogen oder im Betriebe selbst her lich einzureichenden Lohnnachweisungen aufzunehmen, welcher gestellt sind, ist an sich für die Zugehörigkeit zur Lagerei-Berufs ihrer nach Vorstehendem versicherten Tätigkeit entspricht. genossenschaft gleichgültig, wenn eben nicht, wie kurz vorher Eine Ausnahme findet nur für diejenigen kaufmännischen Anangegeben, eine andere industrielle Berufsgenossenschaft den gestellten statt, welche hauptsächlich in dem versicherungspflichHaupt-(Fabrik)-Betrieb katastriert hat.

tigen Teil des Gesamtbetriebes beschäftigt sind. Alsdann erstreckt Nach den Entscheidungen des Reichs-Versicherungsamts ist sich die Versicherungspflicht gemäß § 3 des Gewerbe-Unfallverdie Versicherungspflicht begründet, wenn mindestens 100 Arbeits sicherungsgesetzes auch auf alle anderen Dienste dieser Personen; tage im Jahr auf Lager- oder auf Beförderungsarbeiten oder auf in diesem Falle sind sie daher der Berufsgenossenschaft mit ihren beide zusammen entfallen.

gesamten Bezügen nachzuweisen. Zu den Lagerarbeiten werden gerechnet: Auf- und Abladen Ein zwingender Umstand für die Unfallversicherungspflichtigvon Waren; Auspacken von Kisten und Ballen; Verbringen der keit der Lagerei- und Beförderungsbetriebe ist also, wie wiederholt Waren in und aus den Räumen; Verpacken der verkauften Waren; angegeben, die Eintragung des Betriebsunternehmers in das HandelsUmpacken, Sortieren, Auszeichnen der Waren; Umgehen mit register. Während bei anderen industriellen Betrieben die VerWaren bei der Inventarisierung; sonstige Behandlung der Waren, sicherungspflichtigkeit kraft Gesetzes eintritt, die Arbeiter eines welche lediglich zu dem Zwecke erfolgt, sie in verkaufsfähigen solchen Betriebes also auch dann versichert sind, wenn der Betrieb, Zustand zu versetzen oder sie darin zu erhalten; Aufräumen und trotzdem er versicherungspflichtig ist, nicht in das Kataster einer Reinigen der Räume; endlich auch die Beaufsichtigung aller dieser Berufsgenossenschaft eingetragen wurde, kann ein Lagereibetrieb Arbeiten. Gleichgültig ist, ob solche Arbeiten in den eigentlichen erst nach der Eintragung des Besitzers in das Handelsregister katasLagerräumen oder im Laden des Goldschmieds stattfinden. In triert werden, und vor dieser Eintragung ist er noch nicht versichert, dessen ist zu bemerken, daß die im Detailladenbetrieb stattfindenden gleichgültig, ob die Eintragung nach den hierfür bestehenden geVerrichtungen dann als nicht die Versicherungspflicht begründend setzlichen Bestimmungen geboten war. Daraus folgt aber eine anzusehen sind, wenn sie sich als Teil der rein kaufmännischen schwere wirtschaftliche Schädigung der Betriebsunternehmer. Denn Tätigkeit eines Angestellten darstellen.

für etwaige Betriebsunfälle tritt hier nicht die Lagerei-BerufsAls der rein kaufmännische Teil des Betriebes ist das Kontor, genossenschaft ein; die Verunglückten haben aber unter allen Umdie Kasse, die Reisetätigkeit und der Detailverkauf anzusehen. Als ständen einen begründeten Anspruch auf Schadensersatz an den Beförderung gilt nicht nur der Transport mittels Fuhrwerk, Hand säumigen Geschäftsinhaber. Und statt der paar Mark der Umlagekarren, Fahrrad usw., sondern auch das Austragen von Waren. beiträge wird derselbe dann Tausende zu zahlen haben. E. Gr.

Ein Rekord-Jahr in der Goldproduktion und seine Wirkungen.

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Das Schatzamt in den Vereinigten Staaten, bzw. der Direktor der Münze in Washington, gibt alljährlich eine Zusammenstellung der Goldproduktion der Vereinigten Staaten, sowie der ganzen Welt innerhalb des letztvergangenen Jahres bekannt. Im Jahre 1905 betrug die Goldproduktion der Vereinigten Staaten mehr als 86 000 000 Doll., und damit ist der lange Rivalitätskampf zwischen ihnen und Australien um den zweiten Rang in den golderzeugenden Ländern zu ihren Gunsten entschieden. Die Weltproduktion betrug 375 465 810 Doll. und hatte die des Jahres 1904 mit 347267069 Doll. um mehr als 28 000 000 Doll. übertroffen. Diese Produktion verteilt sich auf die verschiedenen Fundstätten folgendermaßen:

1904

1905 Australien

87 100852 Doll. 85522125 Doll. Britisch Indien .

11 602 464

'11634400 Kanada

16400006

14429 000 Mexiko

12605300

13500000 Rußland

25 065 358

24 000 000 Rhodesia

4820223

7429625 Transvaal

78 122701

101 295960 Vereinigte Staaten.

80723 200

86 337 700 Sonstige Länder zusammen 30816966

31317000 Totale 347 267 070 Doll. 375 465 810 Doll. Es hat sich also die Welt-Goldproduktion auf eine vorher niemals erreichte Höhe geschwungen und hat insbesondere die erhöhte Goldgewinnung in Transvaal und in den Vereinigten Staaten dazu beigetragen, das günstige Resultat zu erzielen. Von Transvaal wußte man, daß es, sobald es ausreichende Arbeitskräfte erlangt haben wird, in der Goldproduktion enorm vorwärtsschreiten und alle Konkurrenten überflügeln wird. Im Jahre 1904 noch an dritter Stelle hinter Australien und den Vereinigten Staaten stehend, hat es im Jahre 1905 sich nicht nur an erste Stelle zu setzen verstanden, es hat jeden seiner beiden früheren Vordermänner um über 15000000 Doll. überflügelt. Und wenn nicht ganz unvorhergesehene Ereignisse dazwischentreten, wird es auch weiterhin den Vortritt in eminentester Weise behaupten. Und dabei nimmt Rhodesia, das mit dem Transvaal zusammenhängt, gleichfalls einen enormen Aufschwung, hat doch die Goldproduktion des Jahres 1905 um 54% die des Jahres 1904 übertroffen. Australien liefert zwar noch immer eine gewaltige Goldmenge, steigt aber doch langsam von seiner früheren Höhe herab, und seit einigen Jahren geht die Goldernte zwar nicht bedeutend, aber doch konstant zurück. Auch Rußland und Kanada, die noch immer den vierten und fünften Platz unter den golderzeugenden Ländern einnehmen, gehen fast alljährlich zurück und sind offenbar außerstande gesetzt, eine wesentlich erhöhte Produktion zu liefern. Dasselbe scheint auch bei Mexiko und Kanada der Fall zu sein, beide halten sich, trotz eines kleinen Fortschrittes, den das Jahr 1905 aufweist, so ziemlich stets auf früherer Höhe. Die Steigerung der Welt-Goldproduktion ist auf den Transvaal und die Vereinigten Staaten angewiesen und dürfte besonders das erstere Gebiet, das zufolge seiner verhältnismäßig geringen Bevölkerung noch lange nicht an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt ist, wohl in den nächsten Jahren noch ungleich mehr Gold produzieren als bisher.

Es ist also ein Wachstum in der Goldproduktion zu verzeichnen, und es erscheint vielleicht die Frage gerechtfertigt, übt dieser Umstand eine wohltätige, die Weltwirtschaft fördernde Wirkung aus ? Selbstverständlich bildet das Mehrerzeugnis jedes Produktes, das einen Marktwert hat, eine Steigerung des Weltvermögens, und speziell eine Steigerung des Vermögens des

Landes, das es hervorgebracht hat. Zeitigt aber die Mehrproduktion von Gold nicht auch noch besondere wohltätige Wirkungen, die z. B. mit einer Mehrproduktion von Eisen, Kohle, Baumwolle usw. nicht verbunden wären? Und diese Frage muß unbedingt bejaht werden, das Gold erfüllt seine Funktionen nicht allein dadurch, daß es vom Goldarbeiter verarbeitet wird, wie das Eisen im Hüttenwerk, es ist nicht allein Ware, es hat auch eine monotäre Bedeutung, es ist auch Geld. Als Ware, als Goldgeschmeide, als glänzendes Ziergerät wird es wie alle anderen Güter zum Gebrauche erworben und veräußert, als Geld besitzt es unter allen Gütern der Welt die größte Absatzfähigkeit, und auf ihm basiert heute fast der ganze Welthandelsverkehr.

In Ländern, in denen eine gesunde Goldwährung herrscht, entspricht der Wert der Goldmünze im allgemeinen dem in ihr enthaltenen Goldquantum, es kann also ohne Verlust das Geld in Ware umgesetzt werden, und tatsächlich werden die zu industriellen und technischen Zwecken benötigten Geldmengen sehr häufig den gemünzten Gold-Geldbeständen der verschiedenen Länder entnommen. Wie groß der jährliche Verbrauch an Gold für industrielle Zwecke zur Verarbeitung im Kunstgewerbe, zu Schmucksachen usw. ist, läßt sich auch nicht annähernd mit Sicherheit feststellen, die Schätzungen gehen von ca. 120000 bis 160000 kg per Jahr. Dieses Gold wird zum größten Teil den Geldbeständen, sei es dem zirkulierenden Gelde, sei es den Reserven entnommen. Es muß also jedes Land für Wiederersatz seiner aus dem Verkehr gezogenen Münzen Sorge tragen.

Es ist hier nicht der richtige Platz, sich eingehend mit den Wirkungen zu beschäftigen, welche eine gesteigerte Goldproduktion auf die Stabilisierung, Erhöhung oder Verringerung des Wertes des Goldes nimmt, auch steht mir der hierfür notwendige Raum hier nicht zur Verfügung, nur eines kann und muß gesagt werden, es ist im hohen Grade wünschenswert, daß die Goldproduktion eine steigende sei, und bleibe, aber in noch höherem Grade wünschenswert, daß sie sich in gemäßigten Grenzen bewegt. Wenn heute Goldgruben und Goldfelder gefunden würden, die eine so große Ausbeute lieferten, daß sich das Goldquantum plötzlich in demselben Maße vermehrt, wie es beim Silber seit 30 oder 40 Jahren stattfindet, wenn Gold in demselben Maße an Wert einbüßen würde, wie das weiße Edelmetall eingebüßt hat und noch immer einbüßt, würde eine finanzielle Katastrophe eintreten, deren Grenzen nahezu unabsehbar sind. Von den Schwankungen der Silberwährung konnten die Staaten sich zur Goldwährung retten, wohin sollten die Schritte gelenkt werden, wenn das Gold alltäglich an Wert verlieren würde? Die jetzige Steigerung in der Goldproduktion dürfte so ziemlich dem Mehrverbrauch an Gold entsprechen, entstanden teils durch Vermehrung der Umlaufsmittel, teils durch größeren Verbrauch seitens der Industrie, teils durch die mit dem Mehrverbrauch verbundene größere Abnutzung und daher Verlust des Goldes. Sie gibt auch dem Goldarbeiter die Gewähr, daß der kostbare Stoff, den er verarbeitet und in dem er oft einen Teil seines Vermögens investiert hat, für absehbare Zeiten seinen Wert nicht verlieren wird. Da Australien und der Transvaal stets nur geringe Mengen an Gold selbst verbrauchten, den ganzen großen Rest ihrer Ausbeute auf den ersten Goldmarkt der Welt, nach London, führten, erzeugt der Aufstieg des Transvaals und der Abstieg Australiens in der Goldgewinnung keine besonderen Wirkungen. Nur die größere Produktion Amerikas ist für die Vereinigten Staaten insofern von großer Bedeutung, als sie das endgültige Unterliegen der Silberpartei (siehe zweimalige Niederlage des Silberkandidaten Bryan) und die endgültige Befestigung der Goldwährung in diesem Lande veranlassen wird.

Dr. A. M.

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von Lehrlings - Arbeiten

ie Redaktion der Deutschen Goldschmiede-Zeitung eröffnet hiermit eine

Konkurrenz für Lehrlingsarbeiten, die sich alljährlich zu Ostern wieder

holen soll. Wie bekannt, ist die Abnahme der Lehrlingsprüfung den Handwerkskammern und den Innungen vorbehalten. Diese Prüfung soll durch unsere Prämiierung in keiner Weise etwa überflüssig gemacht oder paralysiert werden, sondern im Gegenteil, wir streben eine Unterstützung der nunmehr zum Gesetze gewordenen Prüfung durch die Innungen und Handwerkskammern an, insofern, als wir die Lehrlinge aneifern wollen, ihre Lehrzeit auszunutzen und ihnen Gelegenheit geben möchten, sich in ihrem praktischen Können zu versuchen. Wir haben uns übrigens bei einer Handwerkskammer vergewissert, daß derartige Prämierungen eine wohlwollende Aufnahme seitens derselben finden und so gehen wir mit dem Wunsch an das Werk, daß die neue Einrichtung der Deutschen Goldschmiede-Zeitung dem ganzen Fach zum Segen gereichen möge.

Die Prüfung und Bewertung der eingesandten Arbeiten ist, bezw. dem Können des Lehrlings entspricht, damit nicht der erfolgt durch von unserer Redaktion eingeladene Goldschmiede. eine zu schwierige, der andere zu leichte Arbeiten in Angriff Das Resultat wird in der Deutschen Goldschmiede-Zeitung be nimmt. kannt gemacht werden.

Einsendung der Arbeit Die Arbeiten können bestehen in folgendem:

und Bescheinigung des Lehrherrn. Eigene Anfertigung eines Chatons- oder Carmoisierungs

Der Arbeit wird ein verschlossenes Kuwert beigelegt, das Ringes nach freier Wahl, Montieren einer Brosche, eines Colliers, mit einem Kennwort zu versehen ist. Die Arbeit, sowie die EinAnhängers, Armbandes, Medaillons, Ohrschrauben resp. Ohr

lage des Kuwerts hat das Kennwort ebenfalls zu tragen und die ringe; Einfassungen von Semi-Emaille-Bildern oder Münzen, Bescheinigung des Meisters mit folgendem Wortlaut: einzelne Montierungsstücke, kirchliche und profane Sachen,

Der unterzeichnete Lehrmeister bescheinigt hiermit, daß Geräte, Studien in Metall nach der Natur (Pflanzen etc.)

der Lehrling Die Arbeiten brauchen nicht nach eigenen Entwürfen aus

geb.........

in.. geführt zu sein, vielmehr können fremde Zeichnungen benutzt die eingesandte Konkurrenzarbeit mit dem Motto: werden, diese sind jedoch der eingesandten Arbeit beizufügen.

im ......Jahre seiner Lehre Die Ausführung kann in Kupfer oder Messing, Gold und ohne fremde Beihilfe hergestellt hat. Silber, am besten aber in Silber erfolgen.

Ort:....

Datum:. Es werden nicht nur Arbeiten aus dem letzten Lehrjahr an

Unterschrift des Lehrmeisters : genommen, sondern jedes Lehrjahr wird berücksichtigt. Es ist

Unterschrift des Lehrlings: jedoch zu bemerken, in welchem Lehrjahr der Lehrling steht.

Prämien und Diplome. Erwünscht ist es, daß als Konkurrenzarbeit von jedem Lehrling

Wir setzen für die besten Arbeiten Prämien aus und zwar möglichst nur ein Stück, dieses aber so gut als möglich ge

als 1. Preis 30 M., als 2. Preis 20 M., als 3. Preis 10 M. Alle fertigt wird, da es den Preisrichtern nicht auf die Zahl der ein

anderen Arbeiten erhalten Zensuren und jene, die mindestens gesandten Arbeiten, sondern hauptsächlich auf deren gute Aus

das Prädikat „Gut“ verdienen, auch Diplome. führung ankommt. Es ist auch nicht notwendig, daß diese Arbeit

Die Preise werden nicht in bar ausgezahlt, sondern der beverkaufsmäßig hergestellt wird, vielmehr ist es richtiger und

treffende Lehrling erhält einen Bon, den er an Zahlungsstatt für auch erwünschter, das Stück unpoliert oder auch ungefaßt, aber

zu kaufende Werkzeuge, Bücher etc. an den Lieferanten der sauber verfeilt und geschabt einzuliefern, weil in diesem letztem

Werkzeuge etc. einsenden kann.
Zustande die Goldschmiedearbeit am besten zu beurteilen ist.
Es wird auch viel Gewicht darauf gelegt, daß die Stücke gut

Schluß für die Annahme der Arbeiten 30. April 1906. gelötet sind.

Die richtige und sachgemäße Ausbildung der Lehrlinge Bei Arbeiten für Weißjuwelen sind die „à jours“ für die

und die bessere Ausbildung der Gehilfen zu fördern, ist Steine gut zu fräsen und auf der Rückseite recht schön in Bogen

ja das vorzüglichste Mittel, um unser Fach zu heben und auszufeilen. Bei Broschen ist der Nadelstiel einzustiften. Bei

wir wollen unser Möglichstes hierzu beitragen. Medaillons sind die dazu gehörenden Glasränder mit Gläsern

Wir ersuchen deshalb alle Meister, welche Lehrlinge einzuliefern.

beschäftigen, dieselben zur Beteiligung an unserer PrüFerner wollen die Lehrherren darauf achten, daß ihre Lehr

fung anzuhalten und sehen recht zahlreichen Einsendunlinge eine Arbeit wählen, welche auch dem Lehrjahre angemessen

gen entgegen.
Deutsche Goldschmiede-Zeitung
für den kunstgewerbl. Teil: Professor Rud. Rücklin, Leiter der Goldschmiedeschule Pforzheim
für den fachtechn. Teil: Goldschmied Paul Axthelm

für den Verlag: Wilhelm Diebener.

Kleine Mitteilungen. Eine Ausstellung von Schülerarbeiten verbunden mit einer Preis Australischer Bund. Das Handels- und Zolldepartement verteilung veranstaltete vor kurzem die Fachschule der Ju- des Australischen Bundes hat folgende Zolltarif-Entweliere-, Gold- und Silberschmiede-Innung zu Berlin. scheidung getroffen: Goldene oder silberne Kettentäschchen Die Ausstellung wurde mit einer Ansprache des Obermeisters mit Kettengriff, als Säcke, Körbe usw. fallen unter Tarif Nr. 130 Fischer eröffnet, der die Schüler zur eifrigen Arbeit, zu redlicher und zahlen 20 Prozent vom Wert Einfuhrzoll. Führung und nie erschlaffendem Fleiß ermahnte, damit sie etwas Tüchtiges in ihrem schönen Kunsthandwerk zu leisten vermöchten. Eintragungen in Arbeitsbücher. Ueber die Führung der ArbeitsNach einigen zündenden Worten des Juweliers Rudolf Menzel bücher bestimmt der § 111 der Gewerbeordnung, daß der Arbeitwurde die Ausstellung der Oeffentlichkeit übergeben. Mit dem

geber bei dem Eintritt des gewerblichen Arbeiters in das ArbeitsHauptpreis wurde ein überaus sorgfältig mit der Hand gearbeiteter,

verhältnis die Zeit des Eintritts und die Art der Beschäftigung, am im Empirestil gehaltener Anhänger ausgezeichnet, den Otto Kling

Ende des Arbeitsverhältnisses die Zeit des Austritts und, wenn die müller gefertigt. Weitere Auszeichnungen erhielten Gruhl, der

Beschäftigung Aenderungen erfahren, die Art der letzten Beschäf

tigung einzutragen hat. Die Eintragungen sind mit Tinte zu bebei der Firma Hoch beschäftigt ist; Giessel, beim Vater arbeitend;

wirken und von dem Arbeitgeber oder dem dazu bevollmächtigten Gürke, bei Rudolf Menzel tätig, und andere mehr, deren Tüchtigkeit Betriebsleiter zu unterzeichnen. Ein Arbeitgeber hatte in mehreren und Fleiß verdientermaßen auf diese Weise Anerkennung fanden. Arbeitsbüchern seiner Arbeiter die Unterzeichnung nicht handschrift

lich, sondern mittels eines Stempels vollzogen. Das Kammergericht Der Jahresbericht der Hanauer Handelskammer für 1905 konstatiert

hat in Uebereinstimmung mit den Vorinstanzen ausgesprochen, daß den außerordentlichen Fortschritt, dessen sich Gütererzeugung und ein Stempel nicht ausreiche und daß deshalb eine strafbare UeberGüterumsatz im Wirtschaftsjahre 1905 zu erfreuen hatten und be

tretung gemäß den Strafbestimmungen der Gewerbeordnung vormerkt, daß diese Beobachtung auch für die Mehrzahl der im Bezirk

liege, denn den Ausdruck „unterzeichnen“ verwende der Sprachder Handelskammer vorwiegend vertretenen Industrie- und Handels

gebrauch des täglichen Lebens nur da, wo geschrieben werde. zweige zutrifft. Die Firmen der Goldwaren- und Juwelenbijouterie Und wenn, wie bezüglich der Arbeitsbücher geschehen, das Gesetz branche, die chemischen Werke und die Wachs- und Gummiwaren

gerade auf die Person des Unterzeichnenden Gewicht lege, dann fabriken berichten über eine bedeutende Umsatzsteigerung; die

müsse geschrieben werden, damit an den Schriftzügen erkannt Edelmetallwarenfabriken (mit Ausnahme einiger Silberwarenfabriken)

werden könne, wer die Beurkundung vorgenommen habe. Dies sowie ihre Hilfsindustrien, Holzhandel, Marmorsägerei, Steingut

sei bei einer Unterstempelung nicht möglich. fabrikation, Kunstdruckerei und einzelne Zweige der Textilindustrie waren andauernd stark beschäftigt, so daß teilweise (Edelmetallwaren) gar nicht alle Aufträge ausgeführt werden konnten und

Lehrvertrag. Der die gewerblichen Lehrlingsverhältnisse sich in einzelnen Branchen ein empfindlicher Mangel an guten

regelnde Teil der Gewerbeordnung bestimmt bekanntlich, daß der Arbeitskräften herausstellte, dies speziell in der Wachswaren- und

Lehrvertrag binnen vier Wochen nach Beginn der Lehre schriftlich Textilindustrie, der Kunstgießerei, Diamant- und Edelsteinschleiferei

abzuschließen, von dem Gewerbetreibenden, dem Lehrling und dessen und in allen Zweigen der Bijouteriefabrikation.

gesetzlichen Vertreter zu unterzeichnen und in einem Exemplar dem

letzteren auszuhändigen ist. Die Verabsäumung der Schriftform Die Urgeschichte der Brosche. Die Geschichte der Brosche, macht zwar den Lehrvertrag nicht ungültig; dieser Mangel hat indes dieses heute beliebtesten weiblichen Schmuckstückes, führt bis in

für beide Teile den Verlust des Entschädigungsanspruches bei die Urzeiten der Geschichte zurück. Schon in Gräbern der Bronze vorzeitiger Beendigung des Lehrverhältnisses und für den Lehrherrn zeit finden sich Sicherheitsnadeln, sogenannte Fibeln, die sich all

außerdem Strafbarkeit gemäß § 150 der Gewerbeordnung und den mählich durch reicheres Ornament zu Broschen entwickeln. So Verlust des Anspruchs auf polizeiliche Zurückführung des entlaufenen sehen wir z. B. im Pester Nationalmuseum eine Gewandnadel, die Lehrlings zur Folge. Es ist nun vielfach die Ansicht verbreitet, durchaus unserer Sicherheitsnadel entspricht; doch durch reichere daß mit dem Ablauf der vierwöchentlichen Frist die Verpflichtung Verzierung der Enden mit schön ornamentierten Platten entsteht

zum Abschlusse des Lehrvertrages aufgehört habe und die Nichtallmählich ein schildartiger Schmuck, den wir Brosche benennen befolgung der betreffenden Bestimmung der Gewerbeordnung von müssen. Die Nadel selbst aber ist wieder die künstliche Nach da ab straflos bleibe. Diese Ansicht ist irrig. Durch die Festahmung und Nachbildung eines gewöhnlichen Dorns; den Dorn setzung der Frist von vier Wochen schränkt das Gesetz nicht die gebrauchen auch heute noch die Frauen Oberägyptens, um ihre

Dauer der Verpflichtung in der Art ein, daß sie mit dem Ablauf Kleider festzustecken. Die Archäologie hat ja zu unserem Er der Frist endigte, sondern es läßt dem Lehrherrn nur eine gewisse staunen es offenbart, daß die ägyptische Dame viele tausend Jahre

Zeit zur Nachholung des Versäumten und gewährt ihm Straffreiheit vor Christi Geburt schon in den geheimnisvollen Zeiten prähistori

für den Fall, daß bis zum Ablauf der Frist das Versäumte nachscher Epochen Toiletten und Allüren ihrer Schwester in unserem

geholt wird. Die Verpflichtung zum schriftlichen Abschlusse des zwanzigsten Jahrhundert nicht unähnlich war. Sie trug nicht nur

Lehrverhältnisses besteht so lange, als die Lehre dauert, und erst elegante Röcke und Korsagen, nein, sie schmückte sich mit Arm

mit dem Tage der Beendigung des Lehrverhältnisses beginnt die bändern, Halsketten und Ohrringen, wie die Frau von heute. Und

dreimonatige Strafverjährung der Uebertretung zu laufen, da sie von diesen ihren Kostbarkeiten sich auch im Tode nicht trennte und sie mit ins Grab nahm, sind uns in ägyptischen Zusammentreffen der Invalidenrente mit Unfallrente. Invalidenrente Mumien für alle Fragen nach ältesten Toilettegegenständen wunder erhält derjenige Versicherte, dessen Erwerbsunfähigkeit dauernd auf volle Dokumente zur Aufklärung dargeboten. So sind denn auch weniger als ein Drittel herabgesetzt ist. Ist die Erwerbsunfähigkeit Spangen, Nadeln und Broschen aufgefunden worden. Die frühesten durch einen Unfall herbeigeführt, so begründet sie einen Anspruch Nadeln sind wohl aus Knochen gemacht worden, doch sind auch auf Invalidenrente nur insoweit, als die zu gewährende Invalidenschon Nadeln aus Kupfer und Bronze in den Gräbern sehr früher rente die Unfallrente übersteigt. Die Anwendung dieser Bestimmung Epochen ausgegraben worden. Bei allen primitiven Völkern scheint hat nach der Rechtsprechung des Reichsversicherungsamts zur die Entwicklung von Dorn über die Nadel zur Sicherheitsnadel und Voraussetzung, daß der Unfall die völlige Erwerbsunfähigkeit im Brosche früh fortgeschritten zu sein, denn in skandinavischen, Sinne des Invalidenversicherungsgesetzes, also mindestens zwei keltischen, schottischen, ungarischen Gräbern hat man bereits Drittel derselben, verursacht hat. Ist dies nicht der Fall, haben broschenartige Nadeln gefunden, die eine außerordentliche Schön vielmehr noch andere Umstände zur Erreichung des für die Geheit des Ornaments, eine prachtvolle Behandlung des Materials und währung der Invalidenrente erforderlichen Grades der Erwerbseine strenge Einfachheit der Form zeigen, wie wir sie heute bei der minderung wesentlich mitgewirkt, so ist auf Antrag die volle InBrosche meistens nicht mehr finden. Auch betonen sie immer stark validenrente zu gewähren und darf dann auch die Unfallrente nicht das Prinzip der Nadel, die zusammenhalten soll, und bestanden gekürzt werden. Die Rentengewährung tritt auch dann ein, wenn gewöhnlich aus zwei symmetrischen Teilen, so daß in der Brosche die Unfallfolgen in dem Grade nachgelassen haben, daß die durch sich zwei Gewandstücke symbolisch vereinigten und verbanden. sie herbeigeführte Erwerbsunfähigkeit sich auf weniger als zwei Es hatte die Spange auch in aller primitiven Kleidung eine viel Drittel vermindert hat. Indes ist zu berücksichtigen, daß Unfall- und wichtigere Bedeutung als bei uns, denn damals trug man ja keine Invalidenrente zusammen den 7', fachen Grundbetrag der letzteren genähten Kleider, die nach festem Schnitt zusammengehalten werden, nicht übersteigen dürfen. Die Grundbeträge sind der Höhe der sondern die frei fallenden Stoffmassen des antiken Gewandes Lohnklasse entsprechend festgesetzt und zwar auf 60— 100 Mk. wurden nur hier und da durch eine Spange gerafft und gebändigt. Abgesehen von dieser Beschränkung ergibt sich hiernach, daß die Die Brosche ist ja heute völlig zum Schmuck geworden, sie hat Invalidenrente, sofern die übrigen Voraussetzungen für ihre Geihren Beruf als Nadel, als zwei Gewandteile verbindenden Gegen währung vorliegen, nur dann wegen der Unfallrente versagt oder stand vergessen und glänzt nun in Diamanten und kostbaren entzogen werden darf, wenn diese mindestens 66/% beträgt oder Fassungen, sie wird jetzt auch nur von Frauen getragen, lange wenn die Berufsgenossenschaft an Stelle der Rente Krankenhauspflege Zeit aber war sie auch Männern ein unentbehrliches Toilettenstück. gewährt, da letztere als der Vollrente gleichwertig angesehen wird.

Einen erfreulichen Erfolg und eine wertvolle Anerkennung und Wertschätzung hat Pforzheims Kunst-Industrie erfahren. Wie wir zuverlässig hören, ist die Herstellung des Silberschatzes, den die badischen Städte ihrem Großherzogs-Paar anläßlich der Jubiläums-Festlichkeiten im Herbste verehren und der nach Entwürfen und unter Leitung des Herrn Kunstgewerbeschul-Direktors Hoffacker in Karlsruhe ausgeführt werden soll, der hiesigen Silberwaren-Fabrik Lutz & Weiß in Gemeinschaft mit Herrn Hof- Juwelier Trübner in Karlsruhe übertragen worden. Die ehrenvolle Auszeichnung des hiesigen Platzes wird allenthalben mit Freude begrüßt werden.

Zur Frage des Abendmahlskelches. Das Genfer Konsistorium befaßte sich in erster Beratung mit der Frage des gemeinsamen Abendmahlkelches. Von den angefragten 21 Gemeinden sprachen sich acht für den gemeinsamen Kelch aus, acht für das neu vorgeschlagene System, wo jeder Kommunikant den Wein aus einem besonderen Trinkgefäß genösse; fünf weitere Gemeinden neigen einem Versuch mit der Neuerung zu. Der endgültige Beschluß dürfte dahin lauten, daß die Wahl der Art der Kommunion in das Belieben der Gemeinden gestellt wird, daß aber der gemeinsame Kelch als Regel gilt.

treue Pflichterfüllung zu teil. Ein schriftlich eingegangener Antrag wird, da zu spät eingereicht, zurückgestellt bis zur Oktoberversammlung. Zur Vorstandswahl erklärt der bisherige Vorsitzende sein Amt nicht mehr annehmen zu können, wenn er von Seiten der Mitglieder nicht auf eine regere Unterstützung rechnen darf. Als Vorsitzender wird Kollege Finster, als Schriftführer Kollege Scholze, als Kassierer Kollege Freitel gewählt. Die Herren nehmen die Wahl mit Dank an. Der Jahresbericht sowie die Kassenberichte kommen zur Verlesung und wird der Vorstand entlastet. Der Vorsitzende spricht dem Berichterstatter Dank aus. Die Kasse besteht aus 73,44 Mk. Barbestand, 100,12 Mk. Sparkassenbestand; Reinvermögen 173,56 Mk. Die Kasse wird geprüft und in Ordnung gefunden. Einer Anregung, im Sommer eine Herrenpartie auszuführen und dem Vorstand das Weitere zu überlassen, wurde freudig zugestimmt. Aus dem Protokolle der Verb.-Vorstands-Sitzungen kommen einige Sachen zur Vorlesung. Über die Gehilfenprüfungen erstattet Kollege Finster Bericht. Es sind 4 Ausgelernte geprüft worden, das Resultat war bei dreien „Gut“, bei einem „Genügend“ ausgefallen. Des weiteren spricht er sich lobend aus über die Prüflinge, nicht nur die Arbeiten wären sehr exakt ausgefallen, auch im Mündlichen habe man den Anforderungen entsprochen. Zu dem Antrage, welcher heute nicht zur Abstimmung gelangt, spricht Kollege Scholze und erwähnt noch einiges, was in Frage zu ziehen sei. Der Vorsitzende erklärt sich nicht einverstanden und bittet, heute auf eine Debatte nicht einzugehen. Das „Rabattmarkensystem“ kommt ebenfalls zur Besprechung, ein Beschluß soll einer späteren Versammlung überlassen bleiben. Zum Schluß ruft der Vorsitzende „Frohes Wiedersehen nach der Sommerpause“ der Versammlung zu (Die nächste Zusammenkunft der Görlitzer Goldschmiede findet nach Bedarf, eventl. am 3. Oktober d. J. statt.)

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Auszeichnung. Ihre Majestät die Königin - Witwe von Sachsen hat geruht, dem Juwelier und Goldarbeiter C. Altenloh in Brüssel (Belgien) das Prädikat „Hoflieferant“ zu verleihen.

Jubiläen. Am 14. d. M. beging der Goldschmiedemeister Herr Hermann Dörbandt in Berlin, Köpenicker Straße 69, mit seiner Ehefrau, Friederike geb. Benckert, das Fest des 40jährigen Ehejubiläums, gleichzeitig die 40jährige Begründung seines Geschäfts in der Köpenicker Straße und das 50 jährige Jubiläum als Goldschmied.

Firmen-Eintragung. Die Firma Richter, Müller & Buschmann in Zschopau ist eingetragen worden. Gesellschafter sind der Graveur Franz Josef Richter, der Graveur Carl Müller und der Kaufmann Paul Richard Buschmann, sämtlich in Zschopau. Die Gesellschaft ist am 1. April 1906 errichtet worden. Angegebener Geschäftszweig: Anfertigung und Verkauf von Metallknöpfen und Bijouteriewaren.

Firmen-Aenderung. Die Firma Bohnenberger, Böhmler & Cie., Uhrkettenfabrik in Pforzheim, wurde in Bohnenberger & Böhmler geändert.

Geschäfts - Eröffnung. Die Herren Aug. Stahl und Gottl. Breitling in Pforzheim eröffneten daselbst eine Etuis- und Kofferfabrik. Beide Herren waren langjährige Mitarbeiter in der Kofferfabrik Haug.

Geschäfts - Verlegungen. Die Fabrik für Sport- und Vereinsabzeichen W. Boerger, Berlin SO., Adalbertstr. 51, Gravier-, Emaillier- und Präge - Anstalt, hat ihren Betrieb vergrößert und demzufolge die elektrisch betriebene Fabrik nach Adalbertstr. 42 verlegt. Kontor und Musterlager bleiben Adalbertstr. 51. Die Bijouterie-Fabrik Gerwig & Bertsch in Pforzheim ist durch die erfreuliche Ausdehnung ihres Geschäftes gezwungen gewesen, ihre Fabrik nach den bedeutend größeren Räumlichkeiten Weiherstraße 27 zu verlegen; ebenso haben dieselben die maschinelle Einrichtung des Betriebes bedeutend vergrößert – Das seit dem Jahre 1877 bestehende Juwelen-, Gold- und Silberwaren-Geschäft des Kammerjuweliers Herrn Eduard Riemer in Prag übersiedelte vom Graben 35 ins Nebenhaus Graben 33. Das neue, mit vielem Geschmack ausgestattete Geschäftslokal präsentiert sich äußerst vorteilhaft.

Todesfälle. Herr A. Well, Chef der Firma C. Well, Silberwarenfabrik in Berlin ist gestorben. – In Zittau starb infolge Herzschlag der Goldschmied Herr Gustav Otto Schröter. In Posen starb am 9. ds. Mts. nach langem schweren Leiden der Goldschmiedemeister und Juwelier Herr Anton Stark.

Verschiedenes. Die A.-G. Rodi & Wienenberger in Pforzheim beschloß in ihrer außerordentlichen Generalversammlung die Erhöhung ihres Aktienkapitals von 500 000 auf 800 000 Mk.

Von Kunstgewerbeschulen. Bekanntlich ist vom 1. Mai d. J. ab die seitherige GoldschmiedeAbteilung der Gewerbeschule als selbständige Goldschmiedeschule Pforzheim unter einem eigenen Vorstand organisiert. Soeben ist der erste Jahresbericht dieser Schule im Druck erschienen. Er zeigt, daß sie im letzten Jahre von 694 Vollschülern und 322 Zeichenschülern (Gästen), zusammen also 1016 Schülern, besucht war. Auf die einzelnen Spezialberufe verteilen sich die Schüler wie folgt: Gold- und Silberschmiede 703, Fasser und Graveure 295, Ziseleure 4, Emailmaler und Emailleure 14. Der Lehrkörper besteht aus den Herren: Rücklin, Rudolf, Professor, Vorstand; Viall, Christian, Gewerbelehrer; Gaum, Wilhelm, Gewerbelehrer; Geißler, Joseph, Gewerbelehrer; Kamm, Georg, Zeichenlehrer; Rapp, Fritz, Reallehrer; Thoma, Karl, Zeichenlehrer; Pfeifer, Paul, Zeichenlehramtskandidat; Karcher, Karl, Bildhauer und Hilfslehrer; Bastanier, Georg, Emailmaler und Hilfslehrer. Als Hilfslehrer wirken mit die Volksschulhauptlehrer H. Gramlich, A. Popp, G. Sexauer, K. Späth, F. Scheuermann und F. Welper. Durch Entgegenkommen der Stadtverwaltung wurde es ermöglicht, probeweise einen Unterricht im Metalltreiben einzuführen. Derselbe wird von Bildhauer und Hilfslehrer K. Karchner erteilt. Die neu eingeführten freiwilligen Zeichenkurse erfreuten sich eines starken Besuches (143 Schüler). Die Emailmaler wurden versuchsweise zu einer eigenen Abteilung (11 Schüler) vereinigt. Den Unterricht im Malen und Zeichnen erhalten sie von Emailmaler und Hilfslehrer G. Bastanier. Die Lehrer der Anstalt sind auch außerhalb tätig, durch Vorträge usw., und vom Gewerbelehrer Geißler wurde z. B. im August hier ein Gewerbeverein gegründet.

Aus Innungen und Vereinen. Freie Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz. Sitzung am 4. April 1906. Der Vorsitzende Kollege Finster eröffnete die Versammlung unter Bekanntgabe der Tagesordnung. Auf die heute satzungsgemäß stattzufindenden Vorstandswahlen wird noch besonders hingewiesen. Aus Gesundheitsrücksichten hat unser langbewährter Kassierer sein Amt niedergelegt. Der Vorsitzende spricht sein Bedauern aus, baldige Besserung dem Erkrankten wünschend. Im Anschluß wird dem scheidenden Vorstandsmitglied Dank für die

Schützt Eure Läden vor Einbruchsdiebstahl!

Einen raffinierten Goldwarendiebstahl versuchten vor kurzem im Geschäft des Juweliers Bolthausen in M.-Gladbach zwei junge Mädchen, die ihren Beruf als Arbeiterinnen in einer hiesigen Fabrik anscheinend mit dem bequemeren Leben als Hochstaplerinnen zu vertauschen wünschten. Mit einem Barvermögen von 10 Pf. betraten sie zwischen 7 und 8 Uhr das genannte Geschäft, in dem sich nur die Verkäuferin befand, von der sie einige Ringe zur Auswahl verlangten. Schon hatte man ihnen die kostbaren Schätze dreier Kasten vorgelegt, als sie das Verlangen äußerten, einige im Schaufenster ausliegende Ringe anzusehen. Die Zeit, in der die Verkäuferin die gewünschten Ringe herbeischaffte, nützten die beiden Fabrikmädchen aus, um vier Ringe im Werte von etwa 70 Mk. in den Aermeln ihrer Kleider verschwinden zu lassen. Von der Verkäuferin wurde indessen das plötzliche Verschwinden der Schmucksachen sofort bemerkt, und aus diesem Grunde der Geschäftsinhaber herbeigerufen, der den beiden hoffnungsvollen Dämchen sogleich die nähere Bekanntschaft mit der Polizei vermittelte.

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