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in das Handwerk zurücktreten und es mit den erworbenen Fähig daß in der Kunstgewerbeschule, besonders in der Werkstätte keiten befruchten.“

der Fachklasse für Ziseliere, Gegenstände hergestellt werden, die Ferner wird noch angeführt, daß zu diesen Hauptstücken noch weiter verkauft wurden, daß sogar Bestellungen auf solche Arallerlei kleines Gerät hinzukommt. Die Metallarbeiten sind nach beiten angenommen werden. Der Kunsthandwerker muß sich ja Entwürfen von Prof. Behrendt, in der Ziselierklasse sagen, daß, wenn in solchen, von dem Staat hergestellten Werkvon Prof. Roloff in vergoldetem Silber ausgeführt. stätten, wo die Lehrlinge doch wesentlich unter der Leitung der

Sie ersehen nun aus diesen Ausführungen, daß der Herr betreffenden Lehrer zu lernen haben, kunstgewerbliche GegenProf. Lessing die von den Kunstgewerbetreibenden behaupteten stände zum Verkauf angefertigt werden, dadurch eine für den Schäden der Lehrwerkstätten als an keiner Stelle zutreffend er Kunsthandwerker gefährliche Konkurrenz schon deshalb eintritt, klärt, und doch liefert er selbst den schlagendsten Beweis durch weil er sich auf eigene Kosten die Werkstätte halten und daher seine Rede, daß sechs Professoren an den Entwürfen und an den nicht so billig zu liefern imstande ist, wie das seitens der KunstAusführungen zum großen Teil in den Lehrwerkstätten gearbeitet gewerbeschule hinsichtlich der dort angefertigten Kunstgegenstände haben. Und man kann sehr wohl die Vermutung aussprechen, geschehen kann. Eine Beseitigung dieses Übelstands wird sich daß, wenn in einzelnen Fällen Kunsthandwerker herangezogen ja wohl nicht gänzlich erreichen lassen, weil immerhin solche wurden, man diese Arbeiten damals, also vor etwa sechs Jahren, Gegenstände angefertigt werden müssen, die als Vorbilder für das in den Lehrwerkstätten auszuführen noch nicht in der Lage war. Kunsthandwerk im Lande zu dienen haben; die neuen Formen

Ein anderer der Herren Professoren schreibt über diese An müssen in die Wirklichkeit praktisch übertragen, es muß dem gelegenheit: „Ich erfahre soeben, daß die Goldschmiedevereinigung

Kunsthandwerker gezeigt werden, was die Neuzeit auf diesem gegen die Herstellung von Kunstgegenständen der Fachlehrer an Gebiet vermag. Aber, wie gesagt, es wird darüber Klage geführt, den Kunstgewerbeschulen stark agitiert. Wo diese kaum über daß gewissermaßen ein unlauterer Wettbewerb dadurch entstanden legte Agitation einzelner Leute hinführen soll, ist jedem Einge ist, daß dort zuviel derartige Sachen angefertigt und in den weihten kaum verständlich. Man müßte an Brotneid einzelner Handel gebracht werden. Ich hoffe, daß die Generaldirektion der denken, die dann in den Vereinen diese Agitationen betreiben.“

Museen dieser Sache näher treten und eine eingehende Prüfung Sie sehen, eine sehr höfliche und sachliche Auffassung ist vornehmen wird. Wir haben ja im Extraordinarium dieses Etats das nicht.

einen Betrag von 30 000 Mk. ausgeworfen, der zur Anfertigung Um diese Mißstände zu beseitigen, wendete sich der Vor von kunstgewerblichen Gegenständen für den Unterricht bestimmt stand des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silber ist. Das geschieht aber ausdrücklich unter Hinweis darauf, daß schmiede am 21. Januar 1902 an den Herrn Kultusminister. In der Unterricht in der Kunstgewerbeschule gefördert werde. Das einem eingehend begründeten Schreiben wurden die Schädigungen ist das Prinzip, das vor allen Dingen bei jener Schule hochgenachgewiesen und schließlich der Antrag gestellt und die Bitte

halten werden muß.“ ausgesprochen, dafür zu sorgen, daß die geschilderten Schäden Infolge dieser Rede, die alle unsere Wünsche zusammenbeseitigt werden.

gefaßt hat, erwiderte der Herr Generaldirektor der Museen, Herr Darauf erhielten wir von dem Herrn Kultusminister am 10. Regierungskommissar Dr. Schöne: „Ich möchte dem Herrn AbgeMai 1902 folgende Entscheidung: „Auf die Eingabe vom 21. Ja ordneten nur mit zwei Worten erwidern, daß die Verwaltung nuar d. Js. erwidere ich dem Verband Deutscher Juweliere, Gold sich wohl bewußt ist, daß der Betrieb einer Lehrwerkstätte, um und Silberschmiede, daß in der Fachklasse des Kunstgewerbe die es sich hier handelt, nicht ohne die Gefahr besteht, zu solchen museums für Metallarbeiten bei einer so weitgehenden Ein Befürchtungen, wie der Herr Abgeordnete sie hier ausgesprochen schränkung, wie sie dortseits als wünschenswert bezeichnet wird, hat, Anlaß zu geben. Das hat dazu geführt, daß schon vor ein praktischer Unterricht nicht mit Erfolg würde betrieben werden mehreren Jahren eine besondere Prüfung der Verhältnisse vorgekönnen. Von der Generalverwaltung der Königlichen Museen ist nommen ist und ein besonderes Reglement für den Betrieb dieser bereits seit Jahren Anordnung getroffen, daß Anfertigung von Unterrichtswerkstätten bei dem Kunstgewerbemuseum erlassen Marktware von den Werkstätten des Kunstgewerbemuseums aus worden ist, dessen Grundgedanke der ist, von diesen Werkstätten geschlossen bleibt und daß nur künstlerisch zu lösende Einzel alle Arbeiten auszuschließen, die nicht für den Unterrichtsbetrieb, aufträge ausgeführt werden.“

für die Belehrung und Ausbildung der Schüler des KunstgewerbeAlso alle Kunsterzeugnisse sollen der Schule verbleiben, die museums brauchbar, wirksam und fruchtbar sind. Es ist also Marktware dem Kunstgewerbetreibenden.

ausgeschlossen alle Massenarbeit, alle Herstellung von gleichSehr zutreffend schreibt ein Interessent dazu: „Was den gültigen Gebrauchsgegenständen, an der die jungen Leute entSchlußsatz anbetrifft, daß die Anfertigung von Marktware aus

weder nichts oder sehr wenig lernen würden; der ganze Betrieb geschlossen ist und nur künstlerisch zu lösende Einzelaufträge

ist auf solche Arbeiten beschränkt, die für die Ausbildung der ausgeführt werden, so ist, abgesehen von der ganzen Haltlosig

jungen Leute nach den verschiedenen Richtungen, in denen sie keit dieser Redewendung, zu bemerken, daß die Lehrwerkstätte

deren bedürfen, von Bedeutung und fruchtbar sind. Soweit meine eines Museums überhaupt nicht dazu da ist, um große Kunst Kenntnis reicht, ist keinerlei Abweichung von diesem Reglement werke auszuführen, das soll man den Kunstgewerbetreibenden vorgekommen. Die Übersicht, die wir kürzlich mal eingefordert überlassen, die dafür ihre Steuern zahlen müssen, die Lehrwerk haben, über die in den betreffenden Werkstätten ausgeführten stätte soll nur dem Handwerk tüchtige, ausgebildete Kräfte zu Arbeiten, steht durchaus im Einklang mit diesem Reglement und führen, das ist ihre Aufgabe und weiter nichts. Eine Frage von ich hoffe nicht, daß irgend etwas vorgekommen ist, was zu ernsten so einschneidender Bedeutung mit glatten Redensarten abzutun,

Klagen in dieser Richtung wirklich Anlaß geben könnte. Die wie es hier geschieht, denen überall der Stempel der Hilflosig- Verwaltung wird nicht ermangeln, ein wachsames Auge über diesen keit aufgedrückt ist, ist doch eine etwas sehr starke Zumutung

Betrieb zu halten und dafür zu sorgen, daß zu derartigen Bean die Leichtgläubigkeit der Antragsteller und verdient mit den schwerden auch in Zukunft kein Anlaß geboten werde.“ kräftigsten Worten beantwortet zu werden.“

Sie ersehen also aus diesen Ausführungen, daß auch diesen Von einer Beantwortung in diesem Sinne haben wir aber Herren die Mißstände, welche durch die Lehrwerkstätten hervordoch abgesehen, weil wir die Zwecklosigkeit von vornherein ein gerufen werden, unbekannt geblieben sind. Und dies ist sehr gesehen haben. Wir wandten uns jedoch an den Abgeordneten erklärlich, weil die Information stets von Herren ausgeht, über Kirsch-Düsseldorf, mit der Bitte, die Angelegenheit im Abgeord die wir Klagen zu führen wohl berechtigt sind. netenhaus anzuregen, welcher in sehr klarer und übersichtlicher Was nun das Reglement anbetrifft, mit welchem die ausgeführten Weise in der 49. Sitzung am 17. März 1902 folgendes äußerte: Arbeiten durchaus im Einklang stehen sollen, so liegt mir hier ein „Mit dem Kunstgewerbemuseum ist eine Kunstgewerbeschule ver sehr dehnbares Exemplar vor. Es heißi im $3 der Dienstanweisung bunden, die die Aufgabe hat, das Kunsthandwerk zu fördern und für Direktoren über die Neben imter und Nebenbeschäftigung des tüchtige Jünger des Kunsthandwerks heranzubilden. Sie ist vor Direktors, daß zur Üvernahme von Nebenarbeiten, wenn sie längeren allen Dingen nicht dazu bestimmt, in Konkurrenz zu treten mit Zeitaufwand oder die Übernahme rechtlicher Verpflichtungen beden einzelnen Kunsthandwerkern oder dem Kunsthandwerke selbst.

dingen, die Genehmigung des Regierungspräsidenten erforderlich Nun wird aber Klage darüber geführt – und na gentlich geschieht ist. Ohne weiteres gestattet sind Nebenarbeiten geringeren Umdas in jetziger Zeit, wo ein Teil des Kunsthandwerks mehr als

fanges, vorausgesetzt, daß sie das Interesse der Anstalt nicht besonst darniederliegt wegen der allgemeinen finanziellen Feroute einträchtigen. In der Dienstanweisung B für das Lehrpersonal heißt

es in § 3 über die Nebenbeschäftigungen der Lehrer: „Zur Übernahme größerer Nebenarbeiten von längerer Dauer ist die Genehmigung des Direktors erforderlich. Vorübergehende kleinere Nebenarbeiten dürfen ohne besondere Erlaubnis übernommen werden. Zu ihren Privatarbeiten dürfen die Lehrer die Schüler der Anstalt nur mit Genehmigung des Direktors heranziehen.“

Sie werden zugeben, meine Herren, daß nach Lage der Sache

anzunehmen ist, daß diese Genehmigung seitens der Herren Direktoren ohne weiteres erfolgt. Der Schlußsatz in der Dienstanweisung sagt sehr deutlich, daß die Lehrer zu ihren Privatarbeiten die Schüler der Anstalt nur mit Genehmigung des Direktors heranziehen dürfen. Nun, auch diese Genehmigung scheint stets erteilt zu werden: denn sonst würden die vielen Beschwerden der Kunstgewerbetreibenden nicht vorhanden sein.

(Schluß folgt.)

Der Krummstab der Aebtissin vom Kloster Drübeck, der ihr am kann der Vorsitzende auch ohne Anweisung der Behörde von seinem 1. April vom Kaiser überreicht wurde, ist, wie wir erfahren, im Auf Beanstandungsrecht Gebrauch machen. Insbesondere werden Ordtrage des Kaisers von Professor Döpler d. J. entworfen worden.

nungswidrigkeiten beim Verlaufe der Prüfung Veranlassung zur BeEr ist in vergoldetem Silber gehalten, mit Grubenschmelz und mit

anstandung geben. Die Beanstandung hat die Wirkung, daß der Halbedelsteinen besetzt, von Otto Roloff ausgeführt worden. Das

Beschluß vorläufig nicht in Kraft tritt und nicht zur Ausführung ge

langt. Ihre Rechtsmäßigkeit hat der Ausschuß der Handwerkskammer Sudarium daran besteht aus resedagrüner Seide mit Goldstickerei.

endgültig nachzuprüfen. Wird sie anerkannt, so ist der Beschluß damit hinfällig und der Prüfungsausschuß hat alsdann erforderlichen

falls einen neuen Beschluß zu fassen. Wird die Anerkennung daVon Kunstgewerbeschulen.

gegen versagt, so bleibt der Beschluß bestehen. Sind OrdnungsDie Fach- und Zeichenschule der Juweliere, Gold- und Silberschmiede

widrigkeiten bei der Prüfung vorgekommen, so steht es den Be

teiligten frei, sie zur Kenntnis der Aufsichtsbehörde zu bringen und in der neuen städtischen Schule in Berlin, Koppenplatz 12 hält vom Sonntag bis Dienstag eine Schülerarbeiten-Ausstellung ab.

diese dadurch zur Einleitung des Verfahrens zu veranlassen. Diese ist bei freiem Eintritt geöffnet: Sonntag von 11-4 Uhr, Zur Frage, wann ein Wanderlager vorliegt, hat das Preußische Montag und Dienstag von 5–9 Uhr. Sie umfaßt Modellierarbeiten,

Kammergericht eine wichtige Entscheidung getroffen. Der Fall war kunstgewerbliche Zeichnungen, Schmuckentwürfe, Fachzeichnungen folgender: Ein Händler hatte an einem fremden Orte in einem Gastvon Silbergefäßen und praktische Ausführungen von Schmuck

zimmer zwei Wanduhren aufgehängt und den Wirt beauftragt, sie gegenständen.

für ihn zu verkaufen, falls sich unter den Gästen Abnehmer fänden. Im Verlauf von zwei Wochen hatten im ganzen etwa 5 Uhren, aber

gleichzeitig nie mehr als 1-2 Uhren in dem Gastzimmer gehangen, Aus Innungen und Vereinen.

da der Händler jedesmal nach dem Verkaufe einer Uhr eine andere

brachte. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen den Händler Der Goldschmiede - Verein „Dinglinger in Dresden hielt am Sonn

wegen unbefugter Veranstaltung eines Wanderlagers. Sie vertrat abend den 31. März d. Js. seine erste Hauptversammlung ab. Nach

dabei den Standpunkt, daß für den Begriff des Wanderlagers der Verlesung der Jahresberichte folgte die Entlastung des Gesamtvor

Wert und Umfang der Warenbestände unerheblich sei. Das Kammerstandes, und wurden bei der Neuwahl wiedergewählt die Herren

gericht sprach den Angeklagten frei, weil ein Bestand von höchstens Fr. Scharf, Vorsitzender und R. Kusche, Kassierer; ferner die Herren G. Poock als Schriftführer und A. Dombrowski als Re

zwei Uhren nicht als ein Lager anzusehen sei. Nach dem Sprach

gebrauche sei die erste Voraussetzung für den Begriff des Wandervisor. In den Vergnügungsausschuß wurden gewählt die Herren Irmscher, Hünicke und Girbig. Aus den Jahresberichten sei

lagers das Vorhandensein eines Warenlagers, d. h. einer Ansamm

lung von Waren. Ein bedeutender Bestand sei zwar nicht erforderlich, erwähnt: Der Kassenbestand beträgt 115 Mk. Im Laufe des Jahres

man werde aber von einem Lager dann nicht sprechen können, wurden 17 Kollegen als Mitglieder neu aufgenommen. Leider mußten aber einige der Kollegen wegen Stellungswechsel den Verein wieder

wenn die Menge der vorhandenen Waren von ganz geringem Um

fange sei. Da dies im Streitfalle zutreffe, so sei die Freisprechung verlassen, so daß die Mitgliederzahl augenblicklich 30 beträgt. Die

des Angeklagten begründet. Es sei noch bemerkt, daß das 22 Versammlungen im Jahre waren durchschnittlich von 20 Kollegen

Kammergericht in einem früheren Falle einen Bestand von 8 Paar besucht. Verschiedene Beschlüsse und Einrichtungen verdienen

Stiefeln als ein Wanderlager angesehen hat. wohl erwähnt zu werden: Eine Unterstützungskasse wurde eingerichtet, aus welcher Mitglieder, welche stellungslos werden, kleine Unterstützungen erhalten. Fremd zugereiste Kollegen, welche die

Büchertisch. Versammlungen besuchen, erhalten ebenfalls, soweit sie unterstützungsberechtigt sind, 1,00 Mk. Mitgliedern werden bei Stellungs Formen und Gießen. Eine vollständige, technische Anleitung wechsel 3,00 Mk. für Inserate in den Fachzeitungen gewährt. Ein und genaue Beschreibung aller im Kunsthandwerk und Gewerbe Briefkasten ist eingerichtet und werden Anfragen fachlicher Art in angewandter Materialien, als Gips, Wachs, Schwefel, Leim, Harz, derselben Versammlung besprochen und Auskunft erteilt. Die Vereins Guttapercha, Ton, Lehm, Sand und deren Behandlung behufs Darbibliothek wurde fleißig benutzt und sind wir jedem Kollegen, welcher stellung von Gipsfiguren, Stukkatur, Ton-, Zement-, Steingut- usw. dem Verein Bücher und Werke, welche von fachlicher Bedeutung Waren, sowie der bei Guß von Statuen, Glocken und in der Messing-, für Gold- und Silberschmiede, Graveure und Ziseleure sind, dank Zink-, Blei- und Eisengießerei vorkommenden Gegenstände. Mit bar, wenn er uns die Bezugsquellen derselben angibt. So ist der 22 Abbildungen. Von Eduard Uhlenhuth, Bildhauer. Das Buch Verein stets bemüht, trotz der geringen Monatsbeiträge, seinen Mit erscheint in der fünften, vermehrten und verbesserten Auflage in gliedern neue Vorteile zu bieten, und es ist darum wirklich zu be A. Hartlebens Verlag, Wien und Leipzig zu dem billigen Preise von klagen, daß die große Mehrzahl der Kollegen in Dresden dem Verein

2.80 Mk. gebunden. Das Buch als Anleitung zum Gießen sollte in immer noch fernstehen und den zahlreichen Einladungen so wenig keiner Werkstattbibliothek fehlen. Es ist in seiner Ausgestaltung Beachtung schenken. Möge es dem neuen Vorstand vergönnt sein, und Bearbeitung so ausführlich, klar und verständlich geschrieben, ebenso für den Verein zu wirken wie dem vorjährigen, um eben daß es wirklich als eine Volksausgabe anzusehen ist. Obschon das falls die Anerkennung und den Dank der Mitglieder für seine Ar Gießen von Gold und Silber wenig ausführlich darin beschrieben beiten zu erhalten, und möge unser „Gut Borax!“ in der nächsten ist, so wäre es doch recht sehr zu empfehlen das Buch zu kaufen Hauptversammlung von der doppelten Anzahl Stimmen erschallen.

und zu lesen, aber gründlich zu lesen. Der Verfasser desselben, Alle Zuschriften beliebe man an Herrn Fritz Scharf, Vorsitzenden, Herr Uhlenhuth, der von Beruf Bildhauer ist und beim Bronzeguß Dresden-A., Terrassen-Ufer 25, zu senden.

G, P.

vieler von ihm selbst geschaffenen Kurstwerke das Formen und Gießen derselben geleitet und kerií, gibt dariu eine Menge Rat

schläge. Er behandelt in seinem Buche mit Rücksichtnahme auf Rechtsrat, Rechtsschutz für den Goldschmied. alle Gewe:be, die mit der Gießerei zu tun haben, das Formen und Wichtige gerichtliche Entscheidungen.

Gießen in Gips, die Herstellung von Formen aus Materialien wie

Leim, Ton, Harz und Guttapercha zum Abformen, die Gußformen und Das Ergebnis der Gesellenprüfung kann weder der Lehrling noch Formen für Galvanoplastik, die Herstellung von Modellierwachs usw. sein Lehrherr anfechten. Beide haben kein Beschwerderecht und Auch das Metallgießen, besonders der Eisen- und Bronzeguß und es gibt auch keine Stelle, die zuständig wäre, Beschlüsse des Ge die dazu gehörenden Materialien, sind ausführlich beschrieben; sellenprüfungsausschusses infolge erhobener Beschwerde oder von das Formen in Sand, die Legierungen der dazu gehörenden Metallé Amts wegen aufzuheben. Die Aufsichtsbehörde hat nur das Recht, (Kupfer, Zink, Blei, Zinn, Antimon usw.) - kurz es ist viel darin den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses nötigenfalls durch An enthalten, was zum Lernen wert und daher allen zum Lesen zu drohung von Ordnungsstrafen anzuweisen, den Beschluß zu bean empfehlen wäre. Das Buch ist auch durch den Verlag der Deutschen standen, d. h. wenn Gründe dafür vorliegen. Selbstverständlich Goldschmiede - Zeitung zum obigen Preise zu beziehen.

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Patente und Gebrauchsmuster. Patent - Anmeldungen. 31 b. 0. 4661. Verfahren zum Einbringen und Festpressen des Sandes in den Formkasten, Gustav Adolf Oertzen, Düsseldorf, Moltkestr. 87. 18. 10. 04.

49b. V. 5945. Feile mit kreisbogenförmigen Zähnen. Alexis Vernaz, Yverdon (Schweiz); Vertr.: Dr. B. Alexander Katz, Pat.Anw., Görlitz. 25. 3. 05.

4b. D. 16119. Lichtverteiler für Fenster, Oberlichte u. dgl. Edward John Dobbius, London; Vertr.: P. Brögelmann, Pat.Anw., Berlin W. 8. 4. 8. 05.

42h. M. 28 751. Zusammenlegbare Brille mit verstellbarem Steg; Zus. 2. Anm. M. 27 117. Dr. Elie Mirovitsch, Paris; Vertr.: C. Fehlert, G. Loubier, F. Harmsen u. A. Büttner, Pat.-Anwälte, Berlin SW. 61. 15. 12. 05.

22g. B. 39072. Goldschlägerhäutchen. Frederick Elijah Blaisdell, London; Vertr.: S. Goldberg, Pat.-Anw., Berlin SW. 13. 27.1. 05.

48 b. B. 39 693. Verfahren zur Herstellung einer reine Silbersalze enthaltenden Anreibelösung durch Lösen von Chlorsilber in einem Reduktionsmittel und Zusatz von Schlemmkreide. Walther Bölsterli, Winterthur (Schweiz); Vertr.: W. Hupfauf, Pat.-Anw., Düsseldorf. 7. 4. 05.

Patent - Erteilungen. 7c. 170 169. Vorrichtung zur Herstellung von hohlen Gegenständen aus Blech durch Pressen unter Anwendung von Außendruck. Eberhard Schumacher u. John Hodgson Tyson, Darlington (Engl.); Vertr.: Max Löser, Pat.-Anw., Dresden 9. 4. 3. 05.

12 h. 170 175. Elektrode, bestehend aus einem der Stromzuleitung dienenden Kohlekern und einer umgelegten Platin- oder Platiniridiumfolie. Dr. Felix Oettel, Radebeul b. Dresden. 13. 4. 05.

44 a. 170 197. Armband, Hals- oder Fingerring. Emil Drews, Pforzheim, Lindenstr. 39. 25. 8. 03.

12d. 170 350. Filter mit vom Filterabflußrohr getragenen, frei herabhängenden Filtersäcken. William Kathol, Vailsburg, Essex County (V. St. A.); Vertr.: Karl Merz, Pat.-Anw., Frankfurt a. M. 15. 5. 04. Für diese Anmeldung ist bei der Prüfung gemäß dem Unionsvertrage vom 20. 3. 83 und 14. 12.00 die Priorität auf Grund der Anmeldung in den Vereinigten Staaten von Amerika vom 3. 7. 03 anerkannt.

31 c. 170 480. Modellpulver. Berliner Form-Puderwerke Fritz Kripke, Berlin. 19. 3. 05.

Gebrauchsmuster - Eintragungen. 255 577. Sektrührer in Silber. Hugo Steinkopf, Juwelier, Leipzig.

44 a. 271 051. Schnallenverschluß mit Durchsteckzunge und Haltezapfen. Paul Pfeiffer, Pforzheim. 21. 12. 05. P. 10715.

44a. 271 296. Schutzkappe für Damenhutnadeln. Eduard Jacobsohn, Berlin. 27. 1. 06. J. 6218.

44 a. 271 297. Spiralförmige Nadel zur Befestigung von kleinen Schmuckgegenständen an einer Stoffunterlage. Hirsch & Fürst, Wien; Vertr.: C. Fehlert, G. Loubier, F. Harmsen u. A. Büttner, Patent- Anwälte, Berlin SW. 61. 27. 1. 06. H. 29041.

44 a. 271551. Glieder zur Dehnbarmachung eines dreireihig schloßfreien Gliederarmbandes, deren gekuppelte äußere Glieder eine Nase tragen, welche die Bodenplatte der beweglichen mittleren Glieder führt und deren Haube eine Schraubenfeder zwischen Nase und Stoßfläche aufnimmt. J. Emrich, Pforzheim. 27. 12. 05 E. 8661.

44a. 271933. Aus Draht gebogene, sich selbsttätig schließende Knopföse. J. S. Römpler, G. m. b. H., Erfurt. 5. 2. 06. R. 16860.

87 d. 271966. Hammer mit Ausfräsung zur Aufnahme einer Platte mit Befestigungsschraube für den Stiel. Paul Riehle, Leipzig-Reudnitz, Bergstr. 21. 8. 12. 05. R. 16597.

Frage 552. Welche Firma erzeugt Maschinen zur Anfertigung von Brissuren für Ohrgehänge?

E. B. in 0. Frage 554. Wer fabriziert Broschen, Vorstecknadeln usw. für Bienenzüchter?

J. S. in Pf. Frage 555. Ich möchte die Sterbemünze König Alberts und König Georgs verkaufen.

0. Z. in M. Frage 558. Wie werden aus Messingblech gefertigte Gegenstände gefärbt (oxydiert)? 1. Stahlgrau, 2. schön Braun, womöglich matt. An den Gegenständen ist auch mit Zinn gelötet? C. F. in E.

Frage 559. Wie kann bei gepreßtem Messing (Firmaplättchen) die Schrift schwarz gemacht werden, damit dieselbe recht deutlich hervortritt (die Schrift ist vertieft gepreßt). Ein Lackieren der Buchstaben oder Ausfüllen mit schwarzem Wachs ist ausgeschlossen.

C. F. in E. Frage 562. Wer liefert Poliermittel für Stahlblech-Massenartikel, die in der Scheuertrommel verwendet werden? Fr. S. in G.

Frage 563. Wie legiert man gutes weiches Goldlot aus einem 10 Mk.-Stück?

E. F. in L. Frage 564. Wer liefert Preßteile für Kirchensachen billigst?

E. F. in L. Frage 565. Ich bitte un gefl. Angabe einiger Firmen, welche Rosenkranzschnüre fabrizieren?

J. Sch. in P. Frage 566. Wer liefert billigst in großen Quantitäten sogen. Slave bangles“, ein runder hohler Messing - Reifen vergoldet, ohne Schloß oder überhaupt Oeffnung, als Armband dienend? K.

Frage 567. Wer liefert gute, augenblicklich gangbare Artikel irgendwelcher Art, besonders Bijouterie - Artikel (Gablonzer ausgeschlossen) im Preise von 15 — 24 Mk. p. Groß? Offerte mit Muster erbeten.

K. Frage 568. Wie verhindert man das Braun- und Schwarzwerden unechter Bijouterie- und Metallgegenstände in wirksamer Weise? Das sogen. Zaponieren hat sich nicht immer zweckdienlich erwiesen.

P. H. in B. Frage 569. Wer erzeugt oder von wo bezieht man die Spazierstöcke mit imitierten Silbergriffen mit der Marke Nikel-Silver? Dieselben sind schön gearbeitet.

A. P. in D. Frage 570. Wer ist der Fabrikant, der Reklame - EheringStänder, wo die imitierten Trauringe so arrangiert sind, daß dieselben einen Turm bilden? Das Ganze in unecht und vergoldet.

F. 0. in M. Antworten: Zu Frage 528. Uhrschlüssel-Anhänger in Form eines Gewehres, 5 cm lang, liefert die Firma Rudolf Rein & Co. in Gablonz a. N.

Zu Frage 541. Imitation von Filigran-Nippes liefert die Firma Rudolf Rein & Co. in Gablonz a. N.

Zu Frage 543. Meterketten aus Aluminium auf selbstgebauten Kettenmaschinen fabrizieren Stockert & Co., Pforzheim.

Zu Frage 544. Vernickelte Anhänger zum Oeffnen, als Totenkopf, Nuß, Eichel und Glücksschwein, liefert die Firma Rudolf Rein & Co. in Gablonz a. N.

Zu Frage 556. Fragliche Nadeln in Gold und Silber und vergoldet liefert: Jung & Grimm, Bijouterie - Fabrik in Pforzheim, Lindenstr. 75.

Zu Frage 557. Höflichst bezugnehmend auf Ihre Frage bin ich in der Lage, Ihnen erschöpfende Auskunft zu geben. Ebenso liefere ich die dazu gehörenden Einrichtungen in modernster Ausführung nach langjähriger Erfahrung. R. Wittlinger, Spezial - Maschinenbauanstalt in Stuttgart.

Zu Frage 560. Photographie-Rahmen in Leder mit Bronze und Silberbeschlägen oder auch versilbert liefern in allen vornehmen, aparten Fassons Fr. Curtze & Co., Fabrik feinster Lederwaren, Stuttgart. Funke & Brüninghaus, Lüdenscheid (Westf.).

Ferd. C. Henzler, Silberwaren-Fabrik, Hanau.

Zu Frage 561. Rubin-, Saphir- und Smaragd - Rohsteine liefern: P. A. Thomson, Hamburg, Raboisen 103. Jakob Hoelzer, Steinhändler in London W., Poland Street 37, Oxford Street.

Zu Frage 563. Weiches Goldlot (für 8- und 14 kar. Gold) legiert man auf folgender Weise:

Ein 20 Mk. -Stück .
Feinsilber

28,8
Legierkupfer

6,4 Messing.

7,2 Spiauter (kann auch wegbleiben)

0,6

Frage- und Antwortkasten.

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Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Dle Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in Ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den aus. giebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Die Aufnahme einer Antwort erfolgt in jedem Einzelfalle auf ausdrücklichen Wunsch. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Frage 537. Wer ist der Fabrikant des Ohrlochstechers Schmerzlos“?

K. & W. in P. Frage 546. Kann mir einer der Herren Kollegen sagen, wer der Fabrikant von Silberwaren ist, die als Warenzeichen drei in einem Oval (oder Kreis) befindliche Kugeln tragen? F. A. in E.

Frage 551. Welche Firma liefert die Email- Aufsätze für SilberOhrringe?

E. B. in 0.

8,0 gr.

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Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet.

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Die Ausschaltung der Kunsthandwerker durch die Lehrer

in den Lehrwerkstätten der Kunstgewerbeschulen. Referat des Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Fischer, in der vom Fachverband zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen

des Kunstgewerbes einberufenen Versammlung am 9. März 1906.

(Schluß.)

Nach diesen Mißerfolgen wendete sich der Vorstand unseres vermeiden, was mit dem Betriebe gewerblicher Werkstätten kolliVerbandes dem Fachverband für die wirtschaftlichen Interessen des dieren oder als Preisdrückung angesehen werden könnte. Ebenso Kunstgewerbes zu. Die rührige Tätigkeit dieses Verbandes führte sind bezüglich der Verwertung der von Schülern der Anstalt selbstdahin, daß auch die Handelskammer sich sehr eingehend mit dieser ständig nach eigenen Entwürfen ausgeführten Arbeiten Bestimmungen Frage beschäftigte. In verschiedenen Sitzungen des Fachverbandes getroffen, welche dem Erlasse des Herrn Ministers für Handel und und der Handelskammer haben wir eine Reihe von Schäden auf Gewerbe vom 15. Dezember v. Js. entsprechen.“ geführt und sind diese von

Sie ersehen aus dieser der Handelskammer dem

Antwort, daß sie schon ganz Herrn Kultusminister einge

anders lautet als wie die reicht. Hierauf erfolgte am

vom 10. Mai 1902, was ja 18. März 1905 ein Schreiben Lehrlings - Prämiierung.

auch ganz natürlich; denn an die Handelskammer zu

eine Handelskammer soll eine Berlin mit folgendem WortUnser Preisausschreiben für die Prämierung von Lehrlings

größere Bedeutung haben laut: „Auf die gefälligen Nrbeiten, mit dem wir dieses Jahr hervorgetreten sind, ist von allen

und findet natürlich mehr BeSchreiben vom 2. Februar Seiten, die wir darüber hörten, sehr sympathisch aufgenommen

achtung als wie ein Verband. und 10. März d. Js. erwidere worden. Wir bitten deshalb alle Meister, welche Lehrlinge be

In diesem Schreiben wird ich der Handelskammer nach schäftigen, die letzteren zur Teilnahme zu veranlassen.

nun auf den Erlaß des Herrn Anhörung der Generalver

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, daß der Bedeutung der Handelsministers vom 15. Dewaltung der hiesigen König Sache entsprechend die Erledigung und die Beurteilung in ernster. zember 1904 hingewiesen, lichen Museen ergebenst, daß Weise vorgenommen wird. Wir wollen, wie wir dies ausgeführt haben,

Ich halte es für erforderlich, auch den Fachlehrern an der nichts anderes mit diesem Nusschreiben erzielen, als die Lehrlings

Ihnen einige Stellen daraus Unterrichtsanstalt des hiesiAusbildung zu fördern, und werden als Preisrichter nur tüchtige und

vorzutragen, damit es möggen Kunstgewerbemuseums

lich ist, zu beurteilen, ob auf bei ihrer für einen fruchterfahrene Männer heranziehen, so daß unsere Prämiierungen ben

Grund dieser Verordnung der baren Unterrichtsbetrieb undeutungsvoll sind und fachlichen Wert besitzen. Nis Jermin für

bestehende Mißstand beseierläßlichen eigenen künstleri Einlieferung der Arbeiten haben wir den 30. April festgesetzt. tigt werden kann. Unter den schen Tätigkeit durch be Im übrigen verweisen wir auf die bereits mitgeteilten Bedingungen. Mißständen sind auch die stimmte Anweisungen zur

gemeint, daß die jungen Pflicht gemacht ist, alles zu

Leute, welche ohne gründ

liche Handwerkslehre die Kunstgewerbeschule besuchen, ein unbrauchbares Material für das Kunstgewerbe darstellen. Es heißt da: „Die Angliederung von Werkstattunterricht wird endlich dazu beitragen, die bisher öfter gerügte einseitige Ausbildung von Kunstgewerbezeichnern, welche das Material nicht kennen und der handwerksmäßigen Tätigkeit entfremdet sind, einzuschränken und auf diesem Wege auch auf Förderung des Handwerks hinwirken.“

Ferner: „Von der Einrichtung solcher Werkstätten dagegen, die kunstgewerbliche Gegenstände in größerer Zahl oder von größerem Umfange ausführen sollen, ist der Regel nach abzusehen. Auch ist daran festzuhalten, daß der Werkstattunterricht, soweit er für Handwerkslehrlinge und Gehilfen bestimmt ist, regelmäßig eine Ergänzung und nicht einen Ersatz der Meisterlehre bilden soll und daß bis auf weiteres nur in Ausnahmefällen und unter Berücksichtigung besonderer örtlicher Verhältnisse von dieser Regel abzuweichen sein wird."

Ferner: „Das Wesen der Kunstgewerbeschule bedingt es, daß in der Werkstätte die künstlerische Unterweisung mit der technischen Hand in Hand geht. Die Schüler haben daher in der Regel ihre eigenen Entwürfe auszuführen.“

Weiter: „Als geeignetster Lehrer für den Werkstättenunterricht in den kunstgewerblichen Abteilungen ist der ausübende Kunsthandwerker so lange zu betrachten, als es gelingt, Persönlichkeiten zu finden, die das Künstlerische wie das Technische in gleicher Weise beherrschen. Nur da, wo ausübende Handwerker mit genügenden künstlerischen Fähigkeiten nicht zu erlangen sind, ist der Unterricht zwischen einem Künstler und einem Techniker zu teilen, wobei der Techniker unter der Leitung des Künstlers arbeitet.“

Leider enthält die Verordnung auch folgenden Passus: „Beim Planen von Neubauten ist jedoch auf die Anlegung von Werkstätten von vornherein Rücksicht zu nehmen.“

Der wesentlichste Satz ist aber der, in welchem es heißt: „Die in Schulwerkstätten erzeugten Gegenstände dürfen nicht in einer Weise veräußert werden, daß daraus dem Handwerk oder der Industrie ein Wettbewerb erwächst. Sie können den Anfertigern gegen entsprechendes Entgelt, das zum mindesten die Materialkosten zu decken hat, überlassen, der Schulsammlung einverleibt, oder anderen Anstalten für deren Sammlungen oder als Unterrichtsmaterial gegen Ersatz der Selbstkosten abgetreten werden. Soll eine Veräußerung zu anderen als den vorerwähnten Zwecken stattfinden, so ist diese nicht unter dem Marktwert zulässig und bedarf der Genehmigung der Schulvorstände (Kuratorium)."

Der Schlußsatz lautet: „Im übrigen lege ich Wert darauf, daß die Direktionen bei Einrichtung und Ausgestaltung des Werkstattunterrichts sich des Einverständnisses der Schulvorstände und der beteiligten gewerblichen Kreise versichern.“

Wenn Sie nun diese Auszüge aus dieser Ministerialverordnung vom 15. Dezember 1904 von dem damaligen Minister Möller richtig beachten, so steht das eine fest, daß das Handelsministerium durch diese tüchtige Arbeit und Verordnung bestrebt war, die Übergriffe, welche vorgekommen, zu beseitigen.

Als feststehend kann aber bezeichnet werden, daß man sich in den Lehrwerkstätten der Kunstgewerbeschulen eben um diese Ministerialverordnung nicht gekümmert hat.

So sind Kuratorien vorgesehen; mir ist aber nicht bekannt, daß zu solchen Kunstgewerbetreibende hinzugezogen werden: denn dann würde man doch von Einsprüchen gegen die jetzige Praxis etwas erfahren haben.

Der Herr Minister legt Wert darauf, daß die Ausgestaltung des Werkstattunterrichts im Einverständnis der beteiligten gewerblichen Kreise erfolgt.

Nun ist uns auch der Vorwurf gemacht, daß wir prinzipielle Gegner der Schule seien. Das ist natürlich ausgeschlossen. Wir sind nur Gegner der entarteten Schulen; denn es ist ein ganz unnatürlicher Zustand, daß trotz der Ministerialverordnung, die hier vorliegt, die Herren Lehrer nach wie vor ihre Privataufträge in den Lehrwerkstätten ausführen und dazu bezahlte Kräfte und Stipendiaten in Anspruch nehmen. Ja – so unglaublich es klingt, es sollen sogar den Ateliervorständen Arbeitslöhne und Auslagen für größere Arbeiten aus der Museumskasse vorgeschossen werden.

Ein krasses Beispiel von der Schädigung des freien Gewerbes möchte ich Ihnen noch anführen, weil es mir zu diesem Zweck mit dem besonderen Bemerken, daß ich davon ausgiebigen Gebrauch machen könne, zugesandt ist. Es heißt da: „Hier in Düsseldorf sind zwei junge Bildhauer seit einigen Jahren etabliert. Dieselben

fertigen für das hiesige Hochbauamt die Modelle für die Steinmetzarbeiten an. Auf einmal hat die Düsseldorfer Kunstgewerbeschule die Aufträge, zum Glück für die Betreffenden fielen die Arbeiten, also die Modelle, so aus, daß dieselben absolut unbrauchbar waren und die betreffenden freien Kunsthandwerker durften die Modelle wieder neu machen und sahen zu ihrer Freude ihren alten Auftraggeber wieder.“ Auf die Artikel, die wir infolgedessen gegen die Schule gleich losließen, wurde geantwortet: „Die Schule hätte sich nur um die Aufträge beworben, weil sie einzelnen bedürftigen Schülern hätte Gelegenheit geben wollen, etwas zu verdienen.“ Wie uns aber bekannt, erhielten gerade Schüler, deren Eltern nichts weniger wie bedürftig waren, von dem, was bezahlt wurde, etwas. Dieser Vorfall passierte im November, Dezember 1905, also nach dem Ministerialerlaß, welcher verbietet, daß die Schulen dem Handwerk Konkurrenz machen. Man sieht daraus, wie der Ministerialerlaß befolgt wird.

Ein weiterer Fall, von demselben Herrn, ist mir mitgeteilt:

„Ich lieferte z. Z. für einen Kunden in Straßburg eine Zeichnung und dieser ging zur dortigen Kunstgewerbeschule und legte die Zeichnung vor. Es wurde nun meinem Kunden gesagt, die Zeichnung hat einen organischen Fehler, und erklärten sich die Herren sofort bereit, eine neue Zeichnung anzufertigen. Die Zeichnung erhielt ich dann auch durch meinen Kunden, dieselbe ist noch in meinen Händen und unterzeichnet von R. Rudolf. Die Zeichnung war nach der meinigen ausgeführt, aber nicht nur in den Verhältnissen absolut verfehlt, sondern auch in der Technik unausführbar. Es sind auf der Zeichnung Figuren angebracht, die am ausgeführten Stücke gar keinen Platz finden, um diese hinsetzen zu können. Es wurde meinem Kunden angeboten, die Schule wolle mir die Modelle machen usw. Die ganze Sache war darauf angelegt, mir den Auftrag aus den Händen zu nehmen, was auch geschah, und verlangte der Kunde von mir den mir schon für die Arbeit ausgehändigten Betrag von 1000 Mark zurück.“

Nun, meine Herren, Sie werden aus diesen Nachweisen ersehen, daß Schädigungen der Kunsthandwerker in sehr erheblicher und empfindlicher Weise vorliegen.

Trotz dieser klar nachweisbaren, gefährlichen und ungleichen Konkurrenz der Schulprofessoren streiten diese eine solche einfach ab.

So vertrat Professor Hoffacker, wenig entgegenkommend, in der von ihm veranlaßten Versammlung vom 29. März 1903 in Leipzig nach dem vorliegenden Bericht ziemlich energisch den Standpunkt, daß die Forderung des Goldschmiedeverbandes eine durchaus unberechtigte sei, indem weder ein äußerer Grund vorhanden sei, noch es im Interesse der Ausbildung liege, den Lehrern die Fühlung mit dem praktischen Leben abzuschneiden.

Auch die von Herrn Professor Max Seliger-Leipzig aufgestellten Thesen dürften, wie das Journal der Goldschmiedekunst schreibt, bei einer versuchten Durchführung nur zu einer Ausschaltung des selbständigen Kunsthandwerks führen.

Der Herr Professor meint: „Zur Förderung der Entwicklung unseres deutschen Kunstgewerbes ist wünschenswert, daß die heutige Kunstgewerbeschule fortentwickelt wird, derart, daß sie für die Werkstätten vollendet gebildete Kräfte zu erziehen vermag. Dazu ist unerläßlich:

a) daß die Lehrkräfte der Möglichkeit nicht beraubt werden, sich an der Lösung der zeitgemäßen Aufgaben zu üben. Nur durch diese produktive Tätigkeit wird den Le ern die innige Fühlung mit den modernen Forderungen und der modernen Technik erhalten;

b) daß die Erziehung der Schüler ganz der Kunstgewerbeschule übergeben wird. Bisher gibt die Schule durchschnittlich 1. zur Schöpfertätigkeit nötigen Vorbereitungsunterricht in Vortechniken, 2. Unterricht im Entwerfen, in Modelltechniken, wesentlich für ideale Verhältnisse; es fehlen 3. Unterricht in der Ausführungs- oder Werktechnik mittels werkstattmäßiger Ausführungen von Aufgaben, die aus wirklichen modernen Verhältnissen entspringen;

c) daß die besten Schüler der Kunstgewerbeschule auf Grund amtlicher Zeugnisse von den Werkstätten der Praxis“ engagiert werden und die Eigenart dieser Kräfte mehr berücksichtigt wird. Dadurch soll längeres und tieferes Studium begehrenswerter werden und das Ansehen der Schule steigen.“

Meine Herren, ich habe Ihnen nun in dieser leidigen Angelegenheit alles in kurzen Zügen zur Kenntnis gegeben, wodurch unser

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