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Soll die Lehre der Gegenwart entsprechen, so muß der Lehrling angehalten werden, und muß der Meister strenge darauf achten, daß der Lehrling seine Arbeiten von Stunde zu Stunde in ein Arbeitsbuch einträgt, spätestens nach dem ersten Vierteljahr der Lehre zu beginnen. Am Ende der Lehrzeit sind die Arbeitsbücher des Lehrlings für jeden Fachmann der beste Ausweis über die Fähigkeit und den Fleiß des Lehrlings, wie der gewissenhaften Beaufsichtigung des Lehrmeisters. Da, wo das Eintragen der Arbeiten unterlassen wird, fehlt ein wichtiges Mittel zur zeitgemäßen Ausbildung, eine geordnete Kontrolle, welche gleichzeitig eine

Bohren. Leicht herzustellende Ringe in Gold und Silber werden gerne angefertigt. Die verschiedensten Reparaturarbeiten sind zu üben und vorzunehmen. Bei Anwendung des Zinnlotes achte der Lehrmeister auf sauberste Ausführung. Sodann ist im zweiten Jahre mit Gravierübungen zu beginnen und überlasse man dem Lehrling hierzu %-1 Stunde täglich. Die erste Stunde des Tages ist die bestgeeignete, da später öfter dazu keine Zeit übrig bleibt.

Im dritten Jahre der Lehre müssen gepreßte Artikel schon sauber fertig hergestellt werden können, ebenso Trauringe, und ist hierbei darauf zu achten, daß der Lehrling ein paar

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Diplom der Weltausstellung St. Louis,
erteilt für das von Wilhelm Diebener herausgegebene Werk Monogramme und Dekorationen.

Vorübung zur Buchführung ist. Neben der praktischen Aus- Trauringe in kurzer Zeit schnell und tadellos herstellt. Ferner bildung ist aber auch für eine theoretische Ausbildung zu ist mit der Anfertigung montierter Schmuckware zu beginnen, und sorgen, und hat der Lehrling von Anbeginn der Lehre den Unter eignen sich hierzu Herren- und Damenringe mit Steinchen, Perlen richt einer Lehrlings-Fortbildungs- oder Handwerkerschule zu be usw., Broschen, Medaillons, Kreuze, Anhänger und Phantasieartikel. suchen, worin ihm Gelegenheit geboten wird, sich auch im Man präge dem Lehrling mit besonderm Nachdruck ein, daß jeder Zeichnen zu üben, denn in der Goldschmiedekunst ist das Teil eines montierten Gegenstandes genau nach Muster oder Zeichnen unbedingt nötig.

Zeichnung bearbeitet sein muß, daß die geringste UnaufmerksamIm zweiten Jahre der Lehre sind die Anfertigung der keit nach Fertigstellung des Gegenstandes bemerkt wird und die verschiedensten Artikel in Gold und Silber, welche durch Pressen, Arbeit als eine ungenügende stempelt. Stampfen teilweise hergestellt werden, sowie leichtere montierte Im Mittel- und Kleinbetrieb ist der tüchtige SchmuckwarenArbeiten vorzunehmen. Bei Broschen ist auf gutes Scharnier und monteur befähigt, für seinen Betrieb ganz besonders gut lohnende auf eine nicht zu feste und nicht zu lose Beweglichkeit der Nadeln Artikel anzufertigen, daher auf tüchtige Ausbildung auch in dieser zu achten, auch lasse man den Lehrling an Ohrgehängen die Beziehung Wert zu legen ist. Auch lege man Gewicht auf gutes Brissuren selbst anfertigen. Diese Arbeit übt im genauen Sägen und Werkzeug, welches zur guten Ausführung wesentlich beiträgt.

Daß mit diesen Arbeiten die Übung im Schleifen, Polieren, Fassen und Gravieren verbunden wird, ist eine zwingende Notwendigkeit

. Besonders das Fassen, die Kunst des Juweliers, muß im dritten Lehrjahre mit Fleiß geübt werden. Das Gravieren ist unausgesetzt weiter zu üben, hauptsächlich in Schrift und Monogramm, man übe dabei nur nach guter Vorlage. Da im dritten Lehrjahre bei manchem Lehrling die Lust, den Schulunterricht zu besuchen,

durch Nebensächlichkeiten sich oft in Unlust verwandelt, so achte der Lehrmeister auf das strengste, daß der Unterricht nicht versäumt wird, kontrolliere die Arbeiten, ganz besonders das Zeichnen. Auch muß jetzt der Unterricht in der Buchführung, wenn derselbe in den erwähnten Schulen nicht schon erteilt wird, nachgeholt werden. Die Erlernung der Buchführung ist in der Jetztzeit ein dringendes Erfordernis.

Sch.

Überlistet
Novelle von O. Molinero.

(Schluß.)

Die erste Zeit saß ich fortwährend mit verschränkten Armen, Hand dabei das kleine Schildchen' sehen, das ihn' als Geheimund zwar so, daß die rechte Hand in der Brusttasche des Rockes polizisten legitimierte. Ein bedeutsames Blinzeln der Augen verwar, und hielt mit derselben krampfhaft das Heft meines Revolvers ständigte ihn, daß der Betreffende noch im Coupé sei. Ich hatte umklammert. Als jedoch geraume Zeit verstrichen war, ohne daß unterdes: mein Kuvert auch unbemerkt' verschwinden lassen und sich etwas ereignet hätte, gewann ich meine gewohnte Kaltblütig- folgte dem rasch Einsteigenden auf dem Fuße. Der Schwarzkeit wieder und begann zu überlegen, wie ich den Kerl noch bärtige schien sich gerade zum Aussteigen fertig zu machen, denn besser kirren könne. Lange wollte mir nichts einfallen. Endlich er hatte schon seinen Mantel angezogen; als sich eine eiserne glaubte ich das Rechte gefunden zu haben. Der Gauner schien Hand auf seine Schulter legte und eine ruhige Stimme neben ihm nämlich vor einem Gewaltstreich zurückzuschrecken und sich seiner sprach: „Im Namen des Gesetzes verhafte ich Sie.“ Im nächsten Schußwaffe nur im Notfalle bedienen zu wollen. Er würde also Augenblick' hatte der Schwarzbärtige seinen Revolver hervorwahrscheinlich darauf warten, daß ich die Tasche einmal außer gerissen, ließ ihn jedoch sofort mit einem Wut- und SchmerzensAcht ließe, so daß er sich unbemerkt den Inhalt aneignen' und laut zu Boden fallen; die Faust des Polizisten hatte mit wuchtigem damit verschwinden könne. Darauf baute ich meinen Plan. Schlage seinen Oberarm getroffen. Gleich darauf hatte auch ich

Langsam erhob ich mich und begab' mich mit meiner Tasche meine Waffe gezogen und hielt sie mit gespanntem Hahn dem in den nebenanliegenden Abort. Dort nahm ich hastig. fast sämt-": Gauner vor die Stirn. „Keinen Widerstand, Mann,“ hörte ich die liche Portefeuilles heraus und füllte den leergewordenen Raum ruhige Stimme meines Begleiters, „er kann Ihre Lage nur vermit Reisemütze, Zeitungen usw. wieder aus. Obenauf legte ich schlimmern. Sie zwingen mich dadurch, Ihnen die Handschellen dann einige weniger wertvolle Rosenpartien, damit bei eventuellem anzulegen.“ Bei diesen Worten schien der Exgraf wieder aufVerlust der Tasche, der Schaden kein zu großer sei. Nachdem brausen zu wollen. Ehe er jedoch nur an ernstlichen Widerstand ich die übrigen Portefeuilles dann sicher in den Brusttaschen von denken konnte, hatte sich der Beamte blitzschnell auf ihn geRock und Weste untergebracht hatte, ging ich mit der unschul worfen, ich hörte ein dumpfes, wutersticktes Ächzen, dem gleich digsten Miene wieder hinaus, begab mich auf meinen Platz und darauf leichtes, metallisches Knacken folgte, und als sich der legte die Tasche wieder ins Netz. Kurz vor X. ging ich noch Dedektiv aufrichtete, stand der Verbrecher zähneknirschend und einmal in den Abort, diesmal, ohne die Tasche mitzunehmen. Als mit gefesselten Händen vor uns. ich kurz darauf wieder herauskam, saß der schwarze Exgraf noch

„Eine Leibesvisitation des Verbrechers wird erst im Polizeiauf seinem Platze, scheinbar in seine Zeitung vertieft. Ein ver

präsidium erfolgen“, erklärte Dolz, der Detektiv. „Darf ich Sie stohlener Blick nach meiner Steintasche halt, der Fuchs war in die Falle gegangen.

also ersuchen, mich zu begleiten, damit Ihre Aussagen zu Protokoll Meine Tasche lag zwar noch oben, aber

genommen werden können.“ Ich bat ihn, einen Augenblick zu nicht mehr so wie ich sie hingelegt hatte. Das Vexierschloß

warten, da ich noch einen wichtigen Zeugen oder vielmehr eine konnte er in der kurzen Zeit nicht geöffnet haben. Es war also

Zeugin mitbringen könne, und eilte zum Coupé meiner schwarznur anzunehmen, daß er sich entweder vergeblich bemüht hatte, gekleideten Witwe, die unterdes in leicht begreiflicher Aufregung oder daß er meine Tasche gegen seine, die ganz ähnlich war,

die Entwicklung des Dramas er rtet hatte. Sie stand schon in vertauscht hatte. Das war mir indessen jetzt einerlei, und das

der Coupétür, als ich ankam. Gott sei Dank, daß Sie da sind,“ würde sich ja auch noch herausstellen; die Hauptsache war mir rief sie mit einem Seufzer der Erleichterung, „ich fürchtete schon, jetzt, daß der Geheimpolizist rechtzeitig zur Stelle sei.

es sei Ihnen etwas zugestoßen.“ Meine Aufregung wuchs von Minute zu Minute, je langsamer der Zug fuhr. Endlich hielt er. Rasch zog ich ein großes gelbes

„Gnädige Frau“, erwiderte ich galant, „für einen Blick aus Kuvert aus der Tasche

Ihren schönen Augen ist mir keine Gefahr zu groß.“ den Umschlag eines amtlichen Schreibens, das ich kurz vor meiner Abreise erhalten hatte – und stellte mich

Sie blickte mich vorwurfsvoll an, litt es aber doch, daß ich damit in die offene Coupétüre, um, wie ich meinem Gegenüber

ich ihr den Arm bot und sie zu einem der draußen harrenden erklärte, jemand aufzutreiben, der mir das Ding in den Brief Wagen führte, der uns nach dem Polizeipräsidum' bringen sollte. kasten würfe.

Dolz hatte mit seinem Gefangenen inzwischen einen andern Unaufhaltsam wälzte sich der Strom der Reisenden den Zug

Wagen bestiegen. Es hatte sich dabei bei dem Schwarzbärtigen entlang. Männer, Frauen und Kinder im bunten Durcheinander

der Aermel des Überziehers etwas verschoben, wodurch man und mit den verschiedenartigsten Gepäckstücken beladen; ein

deutlich die gefesselten Hände des Verbrechers sehen konnte. fortwährend wechselndes, interessantes Bild. Und doch durfte

Als ich meine Begleiterin beim Vorüberschreiten darauf aufmerkich nicht den müßigen Zuschauer spielen, mein Hauptaugenmerk

sam machte, schrak sie heftig zusammen, mehr aber noch vor mußte darauf gerichtet sein, einen Menschen zu entdecken, der

dem unheilkündenden Blick, den der Exgraf uns zuschleuderte. ein gelbes Kuvert unser Erkennungszeichen in der rechten

Gleich darauf zogen die Pferde an, und wir rollten der Stadt zu. Hand trug. Vergebens spähte ich umher, nichts zu sehen. Schon Auf dem Polizeipräsidium waren die nötigen Formalitäten glaubte ich, daß mein Telegramm nicht rechtzeitig angekommen rasch erledigt. Die gestohlenen Ohrringe fanden sich noch in sei da gewahrte ich plötzlich einen unscheinbaren Mann in der Tasche des Inhaftierten und paßten auch, als der Versuch mittleren Jahren, der langsam die Wagenreihe entlang schritt, auf gemacht wurde, genau auf die noch in den Ohren meiner schönen merksam jedes Abteil musternd, und in seiner Hand das gelbe Begleiterin hängenden kurzen Restteile, so daß die Identität Kuvert. Nun war alles gut. Den rechten Arm hochhebend, zweifellos festgestellt war. Jetzt gab ich auch meinen Trick mit schwang ich mein Briefkuvert einige Male in der Luft, um seine der Steintasche zum besten, und da stellte sich denn heraus, daß Aufmerksamkeit zu erregen. Das war mir auch glücklicherweise meine Tasche deutliche Spuren von Erbrechung zeigte, die aber sofort gelungen, denn wie ich bemerken konnte, verschwand das zum Glück nicht gelungen war, und dabei behauptete der Beamte gelbe Kuvert rasch in der Brusttasche des Gesuchten, während noch steif und fest, daß die Tasche, die ich als mein Eigentum er selbst auf unser Coupé žukam. Wie zufällig ließ seine reklamierte, bei der Verhaftung de Rodys vor diesem gestanden

habe, ja daß derselbe sie schon in der Hand gehabt habe. Es schien also alles so eingetroffen zu sein, wie ich kombiniert hatte, der Gauner hatte versucht, die Tasche zu erbrechen, und als ihm dies nicht gelungen, hatte er beabsichtigt, in X. mit der ganzen Tasche zu verschwinden. Um mich nun nicht zu früh darauf aufmerksam zu machen, hatte er seine ganz ähnliche Tasche über meinem Platz in das Gepäcknetz gelegt. Also hatten wir ihn wieder in der Falle, so daß er nach einigen Augenblicken, in die Enge getrieben, eingestand, meine Tasche an sich genommen zu haben. Na, da war ja jeder Zweifel beseitigt, das Übrige konnten wir ruhig den Beamten überlassen. Ein kurzer Blick in den Fahrplan überzeugte mich, daß wir noch eine halbe Stunde bis zum Abgang des nächsten Zuges nach B. Zeit hatten, und nachdem ich

meine. Tasche wieder in Empfang genommen hatte, brachte ich meine resolute, hübsche Begleiterin zum Bahnhof. Ihrer stockend und errötend vorgebrachten Einladung, sie doch einmal in ihrem Heim in B. aufzusuchen, hatte ich das Glück, zufällig schon acht Tage später Folge leisten zu können, als mich meine Tour wieder über B. führte. Und als ich dann entdeckte, daß ich von L., meinem Wohnsitze, nur zwei Stunden mit dem Schnellzug nach B. zu fahren hatte, half ich dem Zufall öfter etwas nach und wiederholte meinen Besuch in B. wieder und wieder und heute ....

„Sind Sie etwa der beneidenswerte Gatte einer der hübschesten Frauen, die ich je das Vergnügen hatte, kennen zu lernen,“ ergänzte ich lachend. „Sie erraten den Schluß der Geschichte,“ erwiderte er nur.

durch einen Wettbewerb anzufeuern, dessen Ergebnis sich immer unter der vielfachen Form von neuen und schnell umsichgreifenden Fortschritten offenbart. Nachdem man der eigentlichen Indusrie den sehr großen Platz, auf den sie Anspruch hat, gegeben, ist es unumgänglich, einen nicht weniger großen der Kunst zu reservieren, denn das Ziel der Ausstellung würde nur zum Teil erreicht sein, wenn sie nicht dazu beitragen würde, vor den Menschenmengen die Kultur des Schönen auszubreiten, den Sinn für die Aesthetik mit den Anforderungen des modernen Lebens in Einklang zu bringen und den künstlerischen Sinn, der bis jetzt nur einer ausgewählten Klasse vorbehalten war, immer mehr zu entwickeln. Die Exposition Internationale des Arts et Industries du Feu wird also zweifellos einen wirklichen internationalen Wettstreit von ganz besonderer Anziehung bilden. Zu jeder Zeit hat Deutschland bei den verschiedenen Ausstellungen den ersten Rang eingenommen. Zweifellos wird es auch diesmal den hohen Ruf, den es sich in der Industrie-, Kunst- und Handelswelt erworben hat, behaupten und wird die Zahl der deutschen Aussteller auf der Exposition Internationale des Arts et Industries du Feu wohl eine recht ansehnliche werden.

Kleine Mitteilungen. Die Ausstellung unseres Verlages auf der Weltausstellung von St. Louis ist, wie wir schon mitgeteilt haben, mit der bronzenen Medaille ausgezeichnet worden. Dazu wird dem Aussteller jeweils noch ein künstlerisch ausgeführtes Diplom, in Photogravüre auf schwerem Kupferdruckpapier gedruckt, überreicht. Da wir annehmen, daß es unsere Leser interessieren wird, dieses Diplom kennen zu lernen, bringen wir (Seite 107) eine Abbildung desselben. Seine Ausführung ist überaus sorgsam und wirkungsvoll. In der Mitte der Komposition ist eine weibliche Figur mit der Freiheitsmütze dargestellt, welche sich durch die Sterne und Streifen ihres Gewandes als die Verkörperung der Vereinigten Staaten charakterisiert. Der allegorische Inhalt der übrigen Komposition ist nicht ohne weiteres klar. Soll die gekrönte Figur die alten Kulturstaaten Europas darstellen? Der Sinn der Darstellung ist jedenfalls der, daß die Güter des Erdballes auf allen Handelswegen nach Amerika zusammengeströmt sind, um dort mit der Fackel der Wissenschaft beleuchtet und geprüft zu werden. Der äußere Kranzfries birgt die Namen sämtlicher Einzelstaaten des nordamerikanischen Staatenbundes in seinen Verschlingungen.

Ausstellung. Wir bringen hierdurch unseren Lesern, allen Industriellen sowohl wie Künstlern zur Kenntnis, daß in diesem Jahre von Juni bis Oktober in Paris in den Champs-Elysées eine Internationale kunstgewerbiche Fachausstellung, umfassend:Keramik, Glas, Kristall und verwandte Industrien unter dem Titel: „Exposition Internationale des Arts et Industies du Feu“ eröffnet wird. Die Klassifizierung der Maschinen, der Kunstwerke, der Ausstellungsarbeiten und Erzeugnisse umfaßt 12 Gruppen, die in 28 Klassen eingeteilt sind. Die Gruppen sind folgende: Gruppe 1: Rohstoffe; Gruppe 2: Maschinen, Einrichtungen, Oefen und gewerbliche Ofenbauerei; Gruppe 3: Bauliche und hygienische Keramik; Gruppe 4: Keramik im Hausgebrauch; Gruppe 5: Kunstund Dekorationskeramik; Gruppe 6: Glas- und Kristallfabrikation; Gruppe 7: Die Erzeugnisse der Keramik, Kristall- und Glasfabrikation im Dienste der Wissenschaften: Chemie, Physik, Optik, Photographie usw.; Gruppe 8: Kunstschmelzarbeiten und gewerbliche Emaillierkunst; Gruppe 9: Bau- und Dekorationskunst; Gruppe 10: Bibliographie: Gruppe 11: Volkswirtschaft, Gewerbeschulen; Gruppe 12: Künstlericher Nachtrag, Zurückblickende Ausstellung Diese Ausstellung, deren internationaler Charakter keine geringe Anziehungskraft ausüben wird, steht sowohl unter dem Protektorat der französischen Ministerien des Handels, der öffentlichen Arbeiten, des Unterrichts und der schönen Künste, als auch unter dem eines Komitées, welches aus hervorragenden Persönlichkeiten gebildet ist. - Diese zahlreichen und starken Unterstützungen und ganz besonders die Wichtigkeit und Bedeutung des Programms, garantieren für einen vollen Erfolg. Man wolle sich zur Erlangung von Auskünften, Prospekten usw. an den Generaldirektor der Exposition Internationale des Arts et Industries du Feu, Herrn Ch. Biny, Paris, Rue St. Roch 19, wenden. Sowohl durch ihre Unermeßlichkeit, als auch durch die Mannigfaltigkeit der Erzeugnisse gestatten die großen Weltausstellungen den Gewerbetreibenden nicht mehr, daß die Verdienste ihrer Arbeiten bekannt und gewürdigt werden. - Um nun diese große Lücke auszufüllen, und um den vom französischen Parlament geäußerten Wünschen zu entsprechen, hat das Handelsministerium beschlossen, die Spezialausstellungen zu unterstützen, welche gestatten, sich sehr eingehend Rechenschaft über die wirklichen Fortschritte in den Gewerbeoder Kunstzweigen, die jemals den Gegenstand bilden, zu schaffen. Indem man ihnen einen internationalen Charakter verleiht, ergreift man das wirksamste Mittel, den Vervollkommnungsgeist zugleich mit der Erfindungsbegabung bei den Produzenten

Eine Silberflotte wurde dem Kaiserpaar zur silbernen Hochzeit von den Seglern und Ruderern Deutschlands gewidmet. Die Flotte besteht aus acht in Silber hergestellten Schiffen, die verschiedene Größen von 50 cm bis über 1 m besitzen. Sie zeigen die historische Entwickelung des Segelschiffes von 1100 bis zur Jetztzeit, von dem Wikinger-Boot bis zur Segeljacht „Meteor": Die Fahrzeuge sind mit außerordentlicher Genauigkeit den alten Schiffen nachgebildet. Das alte Normannenschiff mit den Schildern und Fähnchen der Ritter, die „Lübische Kogge“, wie sie in der Blüte der Hansa die Meere befuhr, die venetianische „Galeere“, jenes große Ruderfahrzeug der Renaissance, in dem Tausende von Gefangenen an die Ruderbänke geschmiedet schmachteten, dessen See- und Kriegstüchtigkeit in der Schlacht bei Lepanto hervortrat, die bekannte Victory“ und so fort stellen die historische Entwickelung dar. ob diese Silberflotte, die auch als Tafeldekoration dienen soll, im königlichen Schloß oder in einem Museum Aufstellung finden soll, darüber hat sich der Kaiser noch nicht entschieden.

Ein neuer Edelstein ist nach Berichten der englischen Blätter in Rhodesia entdeckt worden. Er ähnelt einem Topas, ist aber von sehr hellblauer Farbe, so daß die Sachverständigen nicht wissen, ob man ihn richtig als Topas bezeichnet. Gelbe Topas hat man in Rhodesia schon gefunden, aber ob die himmelblauen Steine der Gattung Topas angehören, ist noch zweifelhaft. Die Frage, welchen Wert der neue Edelstein besitzt, hängt natürlich davon ab, wie viele zu Tage gefördert werden und welche Aufnahme sie beim Publikum finden. Der Stein ist auf dem Boden des Südafrikanischen Options-Syndikats gefunden worden.

Die Stein-Industrie in Idar konnte mit dem Exportgeschäft im letzten Quartal zufrieden sein. Wenn auch der Umsatz gegen das vorletzte Quartal etwas zurückgegangen sein mag, so ist dieser Nachlaß keinesfalls groß gewesen. Vorwiegend war wieder Nordamerika der Hauptabnehmer, ebenso herrschte von England aus große Nachfrage nach gewissen Artikeln, so daß die Schleifereien stets vollauf beschäftigt waren. Ein großer Artikel ist immer noch der Amethyst, feine Steine sind immer gefragt, und da wenig wirklich feines Material an den Markt kommt, sind die Preise immer noch im Steigen. Noch größere Preissteigerungen brachte in den letzten Monaten der blaue Aquamarin, dieser Stein wurde bei jeder folgenden Auktion bei gleicher Qualität mit 25–33% teurer bezahlt.

Der Opal hat seinen Stand immer noch behalten, wenn auch die große Nachfrage wie vor 2–3 Jahren nicht mehr besteht, sind wirklich gute Steine immer noch bei guten Preisen stets gefragt.

ver

Die Fachschule der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung Berlin, Koppenplatz 12 eröffnet am 18. April einen Gehilfenkursus für Fachzeichnen, Monogramm- und Schriftzeichnen, Gravieren, Ziselieren, Fassen und Treiben. Der Unterricht ist Abends und Sonntags und dauert bis 1. Oktober, Anmeldungen nimmt der Leiter der Schule, C. Schleusing, Schöneberg, Sedanstraße 18 oder in der Fachschule entgegen.

Eine Kollektion kunstgewerblicher Gegenstände stellt Kunstmaler Friedrich Adler in der Verkaufshalle des Münchener Kunstgewerbevereins aus. Sie sind so mannigfaltig, daß es fast selbstverständlich ist, wenn sie auch in ihrem Wert sich stark unterscheiden. Da ist goldenes und silbernes Geschmeide, besonders Halsgehäng, aparte Verbindung zarter Gesamtwirkung mit antikisierender Gediegenheit der Materialbehandlung und der Edelsteinfassung. Originelle und kraftvolle Formen zeigen auch die Gebrauchsgegenstände aus Metall, vornehmlich die Leuchter, die Tintenzeuge und das silberne Fischvorlagebesteck. Höchste Zweckmäßigkeit wirkt unwillkürlich als Schönheit.

Der Geschäftsführer der Nürnberger Filiale der bekannten SaritaGesellschaft ist flüchtig geworden, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn eine Untersuchung wegen Betruges durch Verkauf angeblich echter, jedoch minderwertiger Goldwaren eingeleitet hatte.

Für die Gratisabgabe des Offiziellen Leipziger Meß - Adreßbuchs (Verkäufer-Verzeichnisses) zur Michaelis-Messe 1906 und zur Oster-Vormesse 1907 versandte der Meß-Ausschuß der Handelskammer Leipzig dieser Tage an alle ihm bekannten Meßeinkäufer einen Fragebogen, der zugleich auch der Neubearbeitung des Meßeinkäufer-Verzeichnisses dient. Da sich die Auflage des MeßAdreßbuchs jedesmal nach der Zahl der ordnungsmäßig beantragten Vormerkungen richtet und Firmen, die nicht antworten, bei der Verbreitung des Buches nicht berücksichtigt werden können, empfehlen wir den Empfängern des Fragebogens dessen pünktliche Rücksendung, und evtl. noch nicht befragten Interessenten, sich beim Meß-Ausschuß der Handelskammer Leipzig baldigst zu melden. Den Inseratenteil für das Einkäufer-Verzeichnis besorgt wieder die Firma Haasenstein & Vogler, A.-G., Leipzig.

Ein silberner Schellenbaum. Großes Interesse erregte der in dem Kunstschaufenster der Fr. Königschen Hofbuchhandlung in Hanau ausgestellte silberne Schellenbaum, der bekanntlich als Jubiläumsgabe dem 97. Inf.-Regt. in Saarburg am 1. April überreicht wurde. Die Jubiläumsspende, von ehemaligen Kameraden und Freunden des Regiments gestiftet und in echtem Silber ausgeführt, ist aus dem kunstgewerblichen Atelier der Firma Wolf & Knell in Hanau hervorgegangen und dürfte dieses Meisterwerk einheimischer Edelmetallindustrie genannter Firma wieder alle Ehre machen.

Probieranstalt für Edelmetalle. Bei den Interessenten ist vielfach die Annahme verbreitet, daß die Königl. Probieranstalt für Edelmetalle in Frankfurt a. M. aufgehoben sei. Diese Annahme ist unzutreffend, vielmehr wird jene Anstalt nach der Bestimmung des Herrn Finanzministers beibehalten. Sie befaßt sich nach wie vor für Behörden und Private mit Ausführung von Feingehaltsbestimmungen, mit Schmelzungen und Wägungen von Gold und Silber sowie deren Legierungen. Die Amtslokalitäten befinden sich bis zur Fertigstellung eines geplanten Neubaues im Hause Münzgasse 9 und sind von 8-1 Uhr und von 2–7 Uhr geöffnet.

Der niederländische Diamantarbeiterbund hatte bekanntlich mit der Juwelier - Vereinigung ein Abkommen getroffen, durch welches der fortwährenden Steigerung der Arbeitslöhne, der ein Sinken einmal folgen muß, ein Ziel gesetzt würde. Dieses Abkommen ist jetzt wieder aufgehoben worden. Die Arbeitgeber sind also auch nicht mehr an das festgesetzte Lohnininimum gebunden. Zurzeit allerdings steigen die Löhne, wie wir aus einer Amsterdamer Zuschrift an die „Voss. Zig.“ lesen, noch immer rapid.

Bestimmungen über den Feingehalt und die Stempelung von Gold- und Silberwaren in Rumänien. Ein am 1. April ds. Js. in Kraft_getretenes Gesetz, betreffend die Einführung einer Kontrolle des Feingehalts von Gegenständen aus Edelmetallen, vom 13./26. Februar ds. Js., enthält u. a. folgende Bestimmungen: Alle Gegenstände aus Gold oder Silber, die in Rumänien hergestellt oder vom Auslande dorthin eingeführt werden, unterliegen hinsichtlich ihres Feingehaltes der staatlichen Kontrolle. Nachstehende Feingehalte sind zulässig: a) für Gegenstände aus Gold: 1. Feingehalt

900 Tausendteile, 2.

850 3.

750 4.

583
5.

500
b) für Gegenstände aus Silber:
1. Feingehalt

950 Tausendteile,
2.

800 3.

• 750 Der fünfte Feingehalt bei Goldwaren ist nur zulässig für Heiligenbilder, Teile von Schirmen und Stöcken und für Ziselierarbeiten im Gewichte von wenigstens 1 Kilogramm. Gegenstände mit einem anderen als dem obigen Feingehalt, der aber nicht unter das gesetzlich festgesetzte Minimum herabgehen darf, werden mit dem unmittelbar niedrigeren gesetzlichen Feingehalt bezeichnet. Alle in Rumänien hergestellten Gegenstände aus Gold oder Silber müssen einem bei der Generalzolldirektion in Bukarest eingerichteten Prüfungsamte vorgelegt werden und erhalten, wenn sie dem gesetzlichen Feingehalt entsprechen, das amtliche Stempelzeichen; sofern sie den gesetzlichen Mindest-Feingehalt nicht haben, werden sie vernichtet und dem Eigentümer so zurückgegeben. Die Prüfungsgebühren für Goldwaren betragen 15 Lei und für Silberwaren 1.50 Lei für je 100 Gramm. Für goldene Uhren ist die Gebühr auf 4 Lei und für silberne auf 1 Lei für das Stück festgesetzt. Außerdem ist eine Stempelgebühr von 10 Bani für jedes Stück zu entrichten. Die aus dem Auslande eingeführten Gold- und Silberwaren werden von dem Eingangszollamte der Prüfungsstelle zugesandt, wo sie der nämlichen Prüfung und Behandlung unterzogen werden wie die im Inlande hergestellten Gegenstände. Die zu vernichtenden Gegenstände können auf Antrag ihres Eigentümers auf dessen Kosten nach Rückerstattung des Zolles ins Ausland zurückgesandt werden.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Aus nung. Der Handelsrichter Herr J. H. Werner, Seniorchef der Firma kaiserlicher Hofjuwelier J. H. Werner, Berlin, Friedrichstr. 173, ein um die Goldschmiedekunst hochverdienter Mann, ist zum königlich preußischen Kommerzienrat ernannt worden, wozu wir ihm an dieser Stelle unsere herzlichsten Glückwünsche darbringen.

Jubiläen. Am 1. April feierte Herr Hofjuwelier Alfred Roesner, Dresden, Schloßstr. 3, sein 25 jähriges Geschäftsjubiläum. Der Jubilar erfreut sich des Rufes eines tüchtigen Geschäftsmannes. Zahlreiche Fürstlichkeiten des In- und Auslandes haben von ihm kostbare und kunstvolle Schmuckarbeiten anfertigen lassen. Der Jubiläumstag wurde in der Wohnung des Herrn Roesner auf der Marschall-Allee in Blasewitz festlich begangen. Im Laufe des Vormittags fanden sich daselbst neben zahlreichen Gratulanten der Obermeister der Dresdner Goldschmiede-Innung, Herr Eckert, ein, der die Glückwünsche der Innung aussprach. Herr Roesner stiftete für die Wohltätigkeitskasse der Innung 300 Mk. In herzlicher Weise hatte auch der preußische Gesandte Graf Dönhoff „seinen strebsamen Landsmann“ beglückwünscht. Bei der Tafel wurden zahlreiche Trinksprüche ausgebracht, die dem Jubilar, seiner Familie und seinem in stetem Aufschwung begriffenen Unternehmen galten.

Die Firma Schimming & Autenrieth in Stuttgart, Großhandlung von Gold- und Silberwaren, feiert am 15. April d. J. ihr 30jähriges Bestehen. Das Geschäft wurde durch die Herren Wilhelm Schimming und Wilhelm Autenrieth gegründet und ging am 1. April 1904 an den jetzigen Inhaber, Herrn Richard WiBmann über, dem wir gelegentlich dieses Gedenktages ein weiteres Blühen und Gedeihen dieses Unternehmens wünschen. Herr Heinrich Deibel, Geschäftsführer und erster Verkäufer der Filiale Hessenberg & Co. in Homburg v. d. H. (Hauptgeschäft in Frankfurt a. M.), begeht am 19. April sein 25 jähriges Jubiläum in diesem Hause. Wir möchten nicht verfehlen, Herrn Deibel bei dieser Gelegenheit die besten Glückwünsche der „Deutschen GoldschmiedeZeitung“ darzubringen,

Firmen-Eintragungen. Im Handelsregister wurde eingetragen: Heinrich Steenaerts jun., Juwelier in Aachen ist unter Vebernahme der Aktiven und Passiven alleiniger Inhaber der Firma. – Zu der Firma Giuseppe Knoll in Gmünd, Gold- und Silberwarenhandlung - Engros wurde eingetragen: „In Alexandrien (Aegypten) wurde eine Zweigniederlassung errichtet.“

Geschäfts - Eröffnungen. Die Herren Emil Riebel und Hermann Mürte eröffneten in Pforzheim eine Fabrik moderner Beschläge zur Etuis-, Zelluloid-, Kamm-, Buch- und Album - Fabrikation. – Herr E. Volland eröffnete in Eßlingen, Obertorstr. 44, einen Laden mit Gold-, Silber- und versilberten Waren.

Geschäfts - Verlegungen. Die graphische Kunstanstalt von G. Rebner & Co. in Leipzig verlegte ihre Geschäftsräume von Lilienstr. 21 nach Josephinenstr. 15. - In Memel verlegte Herr John Giese, Juwelier und Goldschmied, sein Geschäft von der Marktstr. 46 nach der Börsenstr. 5. – Das Juwelier-Geschäft verbunden mit Gravier-Anstalt von Ch. Müller in Straßburg ist nach der Großen Kirchgasse 6 verlegt worden.

Verschiedenes. In die Bijouteriefabrik Carl Lay in Pforzheim ist Herr Jakob Beer als Teilhaber eingetreten.

Die Ausschaltung der Kunsthandwerker durch die Lehrer

in den Lehrwerkstätten der Kunstgewerbeschulen. Referat des Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Fischer, in der vom Fachverband zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen

des Kunstgewerbes einberufenen Versammlung am 9. März 1906. Meine sehr geehrten Herren! Die Kunstgewerbetreibenden fast Taufbecken, nebst Kanne, Kruzifix und Leuchtern für die Königl. aller Branchen befinden sich seit Jahren in einer immer mehr Hof- und Garnisonkirche in Potsdam, nach künstlerischen Entsich steigernden Errregung wegen der Konkurrenz, die ihnen durch würfen des Lehrers Roloff vom Kunstgewerbemuseum zu Berlin die Lehrer an den Lehrwerkstätten der Kunstgewerbeschulen ent angefertigt. Hätte die Schule des Kunstgewerbemuseums nicht standen ist.

bestanden, so würde ganz selbstverständlich dieser große Auftrag Nun würden ja unsere Kunstgewerbetreibenden eine loyale den Kunstgewerbetreibenden zugute gekommen sein. So aber Konkurrenz gewiß nicht fürchten. Der Wettbewerb ist aber ein wurde die Arbeit dem Kunstgewerbemuseum zugeführt, und stellt sehr ungleicher und ungerechter; denn die Lehrer an den Lehr dies doch ohne Zweifel eine Schädigung des freien Kunstwerkstätten tragen nicht die Lasten, die für den freien Kunst gewerbes dar. gewerbetreibenden unerläßlich sind, ganz abgesehen davon, daß Ferner erinnere ich noch an den Pokal für die Stadt Köln, die Position der Lehrer, welche meistens den Professorentitel von welchem es ebenfalls heißt: „Mit der Ausführung wurde Herr erhalten, eine wesentlich günstigere ist. Infolge dieser besseren Otto Roloff, Fachlehrer der Ziselierklasse der Berliner Kunstgesellschaftlichen Stellung ist es den Herren ermöglicht, in den gewerbeschule, von dem auch der Entwurf stammt, betraut. wohlhabenden und den distinguiertesten Kreisen eingeführt zu Interessant wäre es ja, zu wissen, wie der Herr Lehrer Otto werden, welche ihnen die größeren kunstgewerblichen Arbeiten Roloff zu diesem Auftrag gekommen ist; denn in Köln sind tüchzuführen können und auch tatsächlich zuführen.

tige Kunsthandwerkstätten vorhanden, die den Pokal mindestens Wie ist es nun gekommen, daß diese Kunstgewerbeschulen ebenso vorzüglich ausgeführt hätten. sich so schnell entwickeln konnten, bevor man festgestellt hatte, Noch andere Beispiele habe ich dem Verband seinerzeit daß die Einrichtungen dem Kunsthandwerk und dem Kunstgewerbe mitgeteilt, doch wurde dem Vorstand des Verbandes die erfreutreibenden von Nutzen seien. Denn es unterliegt doch gar keinem liche Mitteilung, daß die Verhältnisse an dem Platz sich wesentZweifel, daß man mit der Schaffung der Kunstgewerbeschulen und lich gebessert hätten. Diese Besserung ist also auf das Vorgehen Lehrwerkstätten beabsichtigte, das Kunstgewerbe zu heben, sowie von unserer Seite zurückzuführen. aber auch den Kunstgewerbetreibenden neue Kräfte zugeführt Dennoch wird von den Lehrern an den Schulen die Tatsache werden sollten.

der erheblichen Schädigung bestritten. Als ein Beweis dafür möge Ein Beispiel, wie solche Lehrwerkstätten entstanden sind, ein Vortrag dienen, den der Herr Prof. Dr. Julius Lessing, und wie sie noch entstehen, liegt hier vor. Es wird in dem Direktor des Kunstgewerbemuseums in Berlin, vor etwa fünf Jahren Pforzheimer Beobachter aus Stuttgart geschrieben: „An der Kunst über das Festzeug in Berlin gehalten hat. Der Herr äußerte sich gewerbeschule hat sich schon seit Jahren in immer steigerndem dahin, nachdem er die Notwendigkeit hervorgehoben, für GrundsteinMaße das Bedürfnis geltend gemacht, den theoretischen Unterricht legungen, Einweihungen von Gebäuden, Enthüllung von Denkmälern nicht bloß wie jetzt schon in den Fächern des Modellierens, der und sonstigen feierlichen Anlässen ein Gezelt zu schaffen, damit Holzschnitzerei und des Ziselierens, sondern auch in den anderen die Mitglieder unseres Herrscherhauses und andere hervorragende geeigneten Fächern, insbesondere in der Möbelschreinerei, durch Persönlichkeiten dem Festvorgang beiwohnen können, daß nur in praktische Arbeiten in einer Lehr- und Versuchswerkstätte zu ver den seltensten Fällen, die Zeit und die Mittel es erlaubten, vollkommnen.“

etwas wirklich Würdiges herzustellen. Zumeist begnügte man Es ist also offensichtlich hier für diese Schule mit Lehr sich mit allerlei Aufputz, den die Tapezierer auf Lager hatten, aus werkstätte Propaganda gemacht und man ist wohl nicht im Zweifel irgend einem Geschäft wurde ein Teppich entliehen, besondere darüber, aus welchen Kreisen diese Empfehlung herrührt.

Not war mit den Stühlen, die, oft aus allen Ecken zusammenIn der Abgeordnetenkammer für Württemberg wurden, wie getragen, ein buntscheckiges, unwürdiges Bild boten. aus einem Bericht vom 17. Juli 1901 hervorgeht, 36 650 Mk. für Sie sehen also meine Herren, daß auch hier in dieser DarEinrichtung einer Lehr- und Versuchswerkstätte an der Kunst stellung schon eine gewisse Tendenz ersichtlich ist. Nun wird gewerbeschule einstimmig angenommen.

weiter das neue Festzeug besprochen und da heißt es denn: Die Redner aller Parteien erklärten es für gut und notwendig, „Die Grundzüge des Ganzen sind durch den Direktor der Unterdas Streben im Kunstgewerbe nach Fortschreiten zu unterstützen. richtsanstalt Prof. Ewald festgestellt, und die Ausführung ist

Der Herr Kultusminister Dr. v. Weizsäcker dankte für die von ihm geleitet worden“, und weiter: „Diese Wandteppiche freundliche und erfreuliche Aufnahme der Forderung, betonte, daß sind von Prof. Emil Doepler entworfen und in der die Pflege des Kunstgewerbes zu den schönsten Aufgaben eines Stickereiklasse des Museums unter Leitung von Frl. Ida deutschen Mittelstaates gehöre, und wünschte, daß der ehrliche Seliger ausgeführt. Hier wie bei allen übrigen Teilen des Versuch, dem kunstgewerblichen Unterricht neue Bahnen zu öffnen, Festzeuges kain es darauf an, daß dieser große Staatsauftrag zuund gleichzeitig unserer Industrie fördernd zur Seite zu stehen, gleich ein vollwertiges Lehrmaterial für die Unterrichtsanstalt des zu einem schönen Ziele führen möge.

Museums sei.“ Sie ersehen also auch hier aus diesen Ausführungen, daß es Sie werden zugeben meine Herren, daß es Ehrensache auch sich einmal darum handelte, neue Bahnen für das Kunstgewerbe der freien Kunstgewerbetreibenden gewesen wäre, einen solchen zu schaffen, aber auch der Industrie fördernd zur Seite zu stehen. Staatsauftrag auszuführen.

Nach allem, was wir nun bisher über diese Lehrwerkstätten Weiter heißt es in dem Vortrag des Herrn Prof. Dr. Lessing, erfahren konnten und auch was wir heute in dem ersten Teil nachdem die Wandteppiche und Stickornamente besprochen: dieser Verhandlungen gehört haben, ist die Aufgabe, dem Kunst „In ganz ähnlicher Weise sind die Holzarbeiten besprochen. gewerbe tüchtige Kräfte zuzuwenden, nicht erfüllt worden. Nebenher Prof. Rieth übernahm mit seiner Klassse die Bearbeitung ist die Konkurrenz entstanden, weil die Herren Professoren ihre der sämtlichen Möbel, im Zusammengehen mit den Tischlern Privataufträge in den Lehrwerkstätten ausführen und ausführen Olm und Karl Müller. Für die Schnitzereien stellte Prof. lassen, durch Heranziehung der Schüler und Stipendiaten. Dieser Taubert Modelle und Arbeiter, die Vergoldungen lieferte Noak, Zustand ist auf die Dauer haltlos und muß dabin führen, daß die die Tapezierarbeiten Voigt, die Seidenbezüge die Städtische Kunstgewerbetreibenden als Mitbewerber um größere künstlerische höhere Webeschule. An keiner Stelle trifft die häufig aufErzeugnisse ausgeschaltet werden.

tretende Behauptung zu, daß die Klassen der Lehranstalten dem Dem Fachverband sind eine ganze Reihe von Fällen, die freien Handwerk die Arbeit fortnehmen, überall wird Hand in Hand Ihnen wohl zum Teil schon bekannt gegeben sind, zugegangen, mit den besten Werkstätten gearbeitet, und die jungen Leute, welche die Schädigung der Kunstgewerbetreibenden zur Genüge die an derartigen, ganz vornehmen Aufträgen in den Klassen beweisen. Ich erwähne hier nur aus dem Jahre 1902 ein silbernes ausgebildet werden, sind ja gerade jene, die nach kurzer Frist

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