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Bronzieren und Vergolden von Stahl und Eisen.

D“ zu behandelnde Stück wird mittels eines Schwammes mit einer aus Eisenoxyduloxyd, schwefelsaurem Kupfer und einigen Kubikzentimetern Salpetersäure bestehenden Lösung angefeuchtet, hierauf im Ofen bei 30° C getrocknet, 20 Minuten über kochendes Wasser gehalten, von neuem bei 30° C getrocknet und schließlich mittels einer Drahtbürste abgerieben. Dieser Prozeß muß mehrere Male wiederholt werden. Nach einem anderen Verfahren werden Rost und fettige Substanzen von den Gegenständen mittels einer Paste aus Schlemmkreide und kohlensaurem Natron (Soda) entfernt; sodann taucht man die

haftet außerdem recht fest, wenn das Verfahren richtig ausgeführt wird. Zu diesem Zweck werden die Teile nur so lange in die Lösung getaucht, bis die Färbung eben erreicht ist; bei längerem Verweilen würde die Schicht allerdings stärker werden, aber weniger fest haften. Wichtig für das Gelingen der Färbung und namentlich für das gute Anhaften derselben ist eine sachgemäße Vorbehandlung der Teile. Ein Metall, welches der Färbung unterworfen wird, muß eine fettfreie und metallisch reine Oberfläche haben; die Entfettung wird durch Kochen in Ätznatronlauge

erreicht, die metallische Reinheit durch

Beizen in stark verdünnter Schwefelsäure

Stahlgegenstände in ein Bad verdünnter Schwefelsäure und reibt sie mit sehr feinem Bimssteinpulver ab. Sie werden hierauf zwei oder drei Minuten den Dämpfen einer aus konzentrierter Salz- und Salpetersäure zu gleichen Teilen bestehenden Mischung ausgesetzt und auf 300–350° C erhitzt, bis die Bronzefärbung zum Vorschein kommt. Nach der Abkühlung werden sie mit Paraffin oder Vaselin eingerieben und von neuem erhitzt, bis diese Stoffe sich zu zersetzen beginnen. Die Operation muß wiederholt werden. Die durch dieses Verfahren erzielten Farbentöne sind sehr schön; die Bronzefärbung verändert sich nicht. Wenn man den zu behandelnden Gegenstand den Dämpfen einer aus Salz- und Salpetersäure bestehenden Mischung aussetzt, so erhält man ein helles, rötliches Braun. Fügt man diesen Säuren Essigsäure hinzu, so entstehen schöne Farbentöne von gelber Bronze. Durch Verändern der einzelnen Gewichtsteile bei Mischung dieser drei Säuren lassen sich sämtliche Farben von rötlichbraun bis dunkelbraun oder von hellgelber bis dunkelgelber Bronze erzeugen.

und ev. auch noch konzentrierter Salpetersäure. Die verdünnte Schwefelsäure schafft eine oxydfreie Oberfläche von dunkelgrauem Aussehen; ein nachfolgendes Beizen in konzentrierter Salpetersäure erzeugt eine weißgraue Oberfläche, die sich zur Annahme der Färbung sehr gut eignet. Nach dem Entfetten, wie nach dem Beizen wird jedesmal in reinem Wasser gründlich gespült und in reinen Sägespänen getrocknet. Um Eisen grün zu bronzieren, löse man 1 Teil essigsaures Silber in 20 Teilen Lavendel-Essenz, überstreiche mit dieser Flüssigkeit die Eisenoberfläche mittels Bürste und erhöhe die Temperatur auf 150° C. Auf der Oberfläche wird nun eine metallisch glänzende grüne Färbung zum Vorschein kommen. Ein unechter Goldüberzug auf Stahl wird auf folgende Weise erzeugt. Der Gegenstand wird auf galvanischem Wege mittels einer Lösung von Cyankalium und Cyankupfer überzogen, dann mit einem dünnen elektrolytischen Zinkniederschlag bedeckt. Der Gegenstand wird hierauf getrocknet, mit einer geringen Menge Kreide gereinigt und schließlich einige Sekunden in kochen

Unter der Bezeichnung „Tuker-Bronze“ erhält man im Handel eine ausgezeichnete Imitation der Kunstbronze. Dieselbe erzeugt man, indem man Gußeisen desoxydiert oder ausglüht, eine dünne Schicht Leinölfirnis aufträgt und den Gegenstand auf eine Temperatur bringt, welche hinreicht, bei offenem Luftzutritt die Oxydation des Metalls zu bewirken. Die Temperatur wird mehr oder weniger erhöht, je nachdem man eine einfach gelbe oder dunkelbraune Färbung wünscht.

Um einen Bronzeüberzug auf Eisen zu erzeugen, reibe man das Eisen mit Antimonchlorid kräftig ab. Die Operation muß wiederholt werden, wobei man den Gegenstand etwas erwärmt.

Eine gold- oder kupferähnliche Färbung erhält man in einer Lösung von etwa 1 Teil reiner Schwefelsäure und 1 Teil Kupfervitriol in 20 Teilen Wasser. Der Überzug, der hierin erzielt wird, ist allerdings nur dünn, aber als Färbung genügend und

BÜCHERZEICHEN, GEZEICHNET VON EUGEN PFLAUMER, GOLDSCHMIED, Z. Z. IN LONDON.

des Leinöl mit einer Temperatur von 160°C getaucht. Die Oberfläche desselben erhält dann ein Aussehen, als ob tatsächlich Kupfer und Zink eingedrungen wäre, d. h. als ob sich Messing gebildet hätte. Um Gußeisen zu bronzieren, wird das zu behandelnde Stück nach erfolgter Reinigung in nachstehend beschriebenem Bade verkupfert. Das Bad besteht aus 10 Teilen Kupferchlorid, 80 Teilen Salzsäure, 10 Teilen Salpetersäure. Das Metall wird dann mit einem Lappen abgerieben, mit reinem Wasser abgewaschen und endlich mit einer Lösung aus 4 Teilen Salmiak, 1 Teil Oxalsäure, 30 Teilen Wasser eingerieben. – Um Eisen und Stahl zu vergolden, löst man Goldchlorid in Terpentinöl oder Äther und trägt diese Lösung mit der Bürste auf die sauber gereinigte Metallfläche auf. Dann trocknet man den Überzug und erhitzt ihn mehr oder weniger stark, damit er genügend festhaftet. Hierauf folgt das Polieren des Objektes. Bh.

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AUS DER FRIEDRICH-WILHELM-MÜLLER-KONKURRENZ. FACHSCHULE FÜR FEINMETALLINDUSTRIE, SCHW. GMÜND.

I. PREIS: KARL OTT, SCHW. GMÜND. BELOBUNG: KARL BAYER, SCHW. GMÜND.

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Den 9. Jahrgang beginnt unsere Zeitschrift mit der heutigen Nummer. Es ist das keine Jahresziffer, mit der man prunken könnte, als Beweis langjährigen Eingeführtseins und langjähriger Erfahrungen, aber doch schon ein Alter für eine moderne Zeitung, das als beweiskräftig angesehen werden muß für die festen Wurzeln, die sie in ihrem Wirkungs- und Leserkreise geschlagen hat.

Wir dürfen es sagen mit Freude und Dankbarkeit, daß das verflossene Jahr in seiner Gesamtwirkung den Stand der „Goldschmiede-Zeitung“ als einen gefestigten und erweiterten hinterlassen hat. Mancherlei Anfechtungen, mehr als sonst, haben wir erfahren. Aber gerade dadurch zeigte es sich, daß wir nicht auf den flüchtigen Sand der Personengunst und des Tageserfolges gebaut haben, sondern daß treue und ehrliche Arbeit einen festen Grund des Vertrauens zwischen uns und unsern Abonnenten gelegt hat. Und auf diesem Grunde wollen wir weiterbauen. Jede Meinung soll bei uns zu Worte kommen können; aber nicht die Gehässigkeit und der Unfehlbarkeitsdünkel; gegen diese intolerant zu sein, werden wir uns jederzeit zur Pflicht machen und zur Ehre schätzen.

„Jede soziale Frage kann durch Erziehung gelöst werden“ So lautete der Schlußsatz eines Berichtes über die St. Louiser Weltausstellung, die einer der hervorragendsten amerikanischen Schriftsteller verfaßt hat. Wenn das ein Deutscher gesagt hätte, würde man den Ausspruch wohl mit Mißtrauen entgegennehmen; denn wir gelten nun einmal für das Volk der Schulmeister. Da es aber ein praktischer Amerikaner war, wird man ihm mehr Beachtung schenken. Auch wir streben mit unserer „Goldschmiede-Zeitung“, und vor allem mit ihrem kunstgewerblichen Teil, eine erzieherische Wirkung an – keine schulmäßige freilich. Sondern die Vermittelung recht vielseitiger und tiefgehender Anregungen künstlerischer und technischer Art möchten wir anbahnen, und damit eine Gelegenheit schaffen zur Selbsterziehung und Weiterbildung aller derer, die unserm schönen Berufe angehören.

Besondere Beachtung werden wir auch immer unserm Fachschulwesen zuteil werden lassen. Man hat uns unsere bisherige Haltung in dieser Sache vielfach verdacht, man hat uns mehr oder weniger verblümt zu verstehen gegeben, als sei es Fahnenverrat, wenn wir etwas zu Gunsten oder

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