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Dr. Max Bauer sagt in seiner Edelsteinkunde wörtlich darüber: „Dieser kräftige Dichroismus (Zweifarbigkeit) läßt den echten, schön gefärbten Rubin immer sicher von gewissen anderen roten Steinen unterscheiden, die regulär kristallisieren und daher keinen Dichroismus besitzen, so vom Spinell und von den verschiedenen Arten des Granats.“ Hier wäre also doch mit der Dichro-Lupe eine zuverlässige Bestimmung möglich.

Ganz anders verhält es sich mit Rubine-Rekonstitue, welcher nach den Ansichten des Herrn Professor Scheibe dieselbe Härte, dasselbe spezifische Gewicht des orientalischen Rubins aufweist;

zu beschäftigen wie bisher und daß wir später unsere Erfahrungen
darüber austauschen.

Wer sich mit der Untersuchung dieser Steine beschäftigen will,
dem empfehle ich, ein Mikroskop, wie solches in guten Handlungen
mit optischen Erzeugnissen zu haben ist, anzuschaffen. Ich selbst
habe das meinige von der Firma E. Leitz, Luisenstr. 45 für Mk. 38
beschafft. Wo man eine Dichro-Lupe beziehen kann, habe ich bisher
nicht ermitteln können; bin aber bemüht, eine Bezugsquelle aus-
findig zu machen.

Sehr notwendig ist zu diesen Beobachtungen auch das Studium

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was wohl erklärlich, weil er aus demselben

des im Jahre 1896 erschienen Werkes „EdelStoff des echten Rubins, und zwar aus Ton

steinkunde“ von Dr. Max Bauer. Für die erde, geschmolzen ist.

Fachbibliothek der Juwelier-Innung ist dieses
Die beste Erkennbarkeit des Rubine-

Werk angekauft; der Preis beträgt ca. 30 Mk.
Rekonstitue ist, daß er unter einer scharfen

Auch eine andere Angelegenheit habe Lupe und dem Mikroskop stets kleine Blasen

ich bei dieser Gelegenheit mit dem Herrn aufweist, sonst aber an Klarheit, Reinheit

Professor Scheibe besprochen, nämlich daß und der Farbe nichts zu wünschen übrig läßt.

unsere Lehrlinge wenig oder gar keine theoDa es aber sehr leicht möglich ist, daß

retische Anleitung in der Steinkunde bisher in der Folge dieser Mißstand beseitigt werden

erhielten. Es wurde mir bedeutet, daß es kann, andererseits aber die Möglichkeit be

wohl möglich wäre, in der Berg - Akademie steht, daß man Rubine - Rekonstitue ohne

einen Kursus für die im letzten Jahre AusBlasen anfertigen wird mit den Einschlüssen,

lernenden einzurichten. Wenn man der Frage die bisher nur die charakteristische Erschei

das nötige Interesse entgegenbringt, so würde nung des orientalischen Rubins bildete, so

ein dahingehender Antrag bei der Direktion würden wir dann allerdings auf dem Stand

der Berg-Akademie wohl Aussicht auf Erfolg punkt angelangt sein, und diese Meinung hat Fünf Abbildungen zu unserem Artikel „Eine neue haben. Ich bemerke noch, meine Herren, daß Herr Professor Scheibe mir gegenüber aus Sicherung der Goldschmiedeläden gegen Einbruch“. über Edelsteinkunde in der Berg - Akademie gesprochen, den Rubine - Rekonstitue von

in jedem Jahr ein Zyklus von Vorträgen einem orientalischen Rubin mit der Lupe und dem Mikroskop nicht gehalten wird. unterscheiden zu können. Es bliebe dann nur die Unterscheidung Auch bei den Juwelieren sieht es bezüglich der Steinkunde, mit der Dichro-Lupe übrig.

nehmen Sie mir nicht übel, wenn ich es hier ausspreche, manchmal Unter den 17 Steinen, die ich angekauft habe, befanden sich recht betrübend aus. So ist mir kürzlich ein Ring mit einem Tafelauch einige, welche bei der Beobachtung durch das Mikroskop stein, also einem Diamanten, zur Begutachtung vorgelegt, den ein Striche aufwiesen, ähnlich so, wie man sie am Himmel als Wind Juwelier hier am Platz für einen Kristall abgeschätzt hat und zwar streifen beobachten kann.

nach „sorgfältiger Prüfung“, wie ich darüber später in einem Brief Ueber eine Frage ist man bis jetzt noch im unklaren, wie sich gelesen habe. der Stein beim Fassen und beim Tragen bewähren wird. Da es Daß bezüglich der Taxation über den Wert eines Steines die ein geschmolzener Stein ist, so ist zu befürchten, daß er sich wahr größten Verschiedenheiten bestehen, die aber nicht immer auf Unscheinlich in hartem Gold nicht fassen läßt und noch viel weniger kenntnis des Wertes beruhen, sondern auf Oberflächlichkeit und aus antreiben. Da der Stein aber dieselbe Härte aufweist, wie der anderen Gründen, sei nur nebenbei gesagt. Jedenfalls wird es wünechte, so ist zu vermuten, daß er bezüglich des Tragens die be schenswert sein, über die Bestimmung der Edelsteine Einrichtungen rechtigten Erwartungen erfüllt.

zu schaffen, welche für unser Gewerbe dringend notwendig sind. Das wären die Anregungen, die ich Ihnen, meine Herren, heute Da möchte ich mir nun den Vorschlag gestatten, daß eine geben wollte. Unser aller Aufgabe wird es sein müssen, sich mit Schmucksteinsammlung angelegt wird, in welche nur solche Stücke einer so hochwichtigen Angelegenheit in unserem Gewerbe mehr eingelegt werden, die von einer Sachverständigen-Kommission zu

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verlässig bestimmt worden sind. Die Steinbeiträge könnten freiwillige sein, Stiftungen, und kann ich dazu bemerken, daß Herr Schaper, dem ich diese Idee vor seiner Abreise mitgeteilt habe, sich sofort bereit erklärte, einige Stücke zu stiften. Ebenso wie sich Herr Hagenmeyer mir gegenüber schon bereit erklärt hat, durch Halbedelsteine die Sammlung anlegen zu helfen. Ich selbst gestatte mir, für diese Zwecke das erste Stück, einen Hyazinth, auf den Tisch des Hauses niederzulegen.

Diese Steinsammlung könnte noch den besonderen Wert haben. in unserer Fachschule für Juweliere, Gold- und Silberschmiede als Lehrmittel zu dienen, aber auch denen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, die sich über einen bestimmten Edelstein unterrichten wollen.

Wenn man bedenkt, daß außerordentliche Meinungsverschiedenheiten über manche Steine bestehen, so wird man die Notwendigkeit einer solchen Sammlung anerkennen. Ich will nur hier ein Beispiel anführen. Ein Juwelier kaufte kürzlich eine Partie Turmaline, die von mir und auch von anderer Seite als solche abgeschätzt wurden, die aber wiederum ein dritter Juwelier für sibirische Smaragde erklärt hat.

Als weiterer Beweis für die Notwendigkeit einer solchen Schmucksteinsammlung ist anzuführen eine Partie Ceylon-Saphire, welche auf den Tisch des Hauses ausgelegt ist, in aller Vielfarbigkeit; derlei Beweise könnte man noch unzählige anführen.

Ich würde daher an den Vorstand die Bitte richten, die Wahl einer Sachverständigen-Kommission für Schmucksteine ins Auge zu fassen und erlaube mir den Antrag zu stellen, für Berlin eine Steinsammlung zu errichten, die sicher, wenn sie geschaffen, ein Schritt weiter zur Hebung unseres Standes wäre.

Zur Schaffung solcher Einrichtung sind, meine ich, die beiden Vereine in Berlin, die Freie Vereinigung und die Innung nicht nur berufen, sondern verpflichtet.

Die Aufstellung einer solchen Steinsammlung könnte in der Geschäftsstelle des Verbandes erfolgen, so daß dieselbe auch den Verbandsmitgliedern zur Verfügung stehen könnte.

Um nun zum Schluß noch einmal auf den Rubin-Rekonstitue zurückzukommen, glaube ich, daß von vornherein anzunehmen ist, daß eine ganze Reihe erster Firmen sich mit diesen Steinen nicht befassen wird. Wohl aber ist die Aufnahme derselben bei den mittleren und kleineren Geschäften sicher anzunehmen, deren nicht so kaufkräftige Kundschaft die enorm hohen Preise für echte Rubine zahlen will. Wünschenswert bleibt aber, daß man diese Steine nicht so sehr im Preis herunterbringt, daß sie den Reiz für das Publikum verlieren; dazu müßte ein jeder beitragen.

Es soll mich freuen, wenn diese Anregungen, die ich über den Rubin-Rekonstitue und zur Förderung der Schmucksteinkunde gegeben habe, für die Herren von Interesse gewesen sind.

Der Verein der Juweliere, Gold- und Silberarbeiter Münchens

hielt am 26. Januar seine ordentliche Generalversammlung ab, die bei der sehr umfangreichen Tagesordnung einen sehr befriedigenden Verlauf nahm. Nachdem der Vorsitzende, Herr Christian Vitzthum die Versammlung eröffnet, gedachte er zuerst in herzlichen Worten derer, die uns im Laufe des vergangenen Jahres durch den Tod entrissen wurden. Es sind dies der tüchtige, von allen geliebte Altmeister Winterhalter, Fritsch, der ehrenfeste, treu deutsche Mann, der verehrte und unvergebliche Vorstand Paul Merk, der fast bis zur letzten Stunde rastlos tätige Förderer unserer Sache, und die langjährigen, treuen Mitglieder Franz und Vogl. Ergriffen ehrt die Versammlung das Andenken der teuren Dahingeschiedenen durch Erheben von den Sitzen.

Dem Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr folgte der Kassabericht. Aus letzterem erscheint besonders erwähnenswert, daß der Verein zur Unterstützung bedürftiger Goldschmiede wieder die Summe von 160 Mk. verwenden konnte.

Der Bericht über die gewerblichen Fortbildungsschulen, deren Überwachung unserem Vorstande obliegt, und denen wieder 100 Mk. zugewendet wurden, ist recht zufriedenstellend.

Der wichtigste Punkt der Tagesordnung, die Neuwahl des Ausschusses, ließ sich erfreulicherweise schneller, als vorauszusehen, erledigen. Für die verantwortliche Stelle des 1. Vorstandes gelang es eine ebenso fähige, wie allseits beliebte Persönlichkeit zu gewinnen, die uns eine gedeihliche Weiterentwicklung unserer Interessen garantiert.

Den II. Vorstand erklärte sich der seit dem Ableben von Freund Merk geschäftsführende I. Vorstand Vitzthum, der seit langen Jahren diesen arbeitsreichen Posten in bewährter Weise ausfüllt, nur noch auf ein Jahr zu übernehmen, ein hoffentlich nicht unumstößliches Vorhaben.

Die Vorstandschaft bzw. Ausschuß des Münchener Vereins präsentiert sich nunmehr folgendermaßen:

I. Vorstand: Theod. Heiden, Hofgoldschmied;
II. Vorstand: Christ. Vitzthum, Juwelier;
Schriftführer: J. B. Haag jun., Juwelier;
Beisitzer: A. Rath, Hofjuwelier:

Beisitzer; J. Winterhalter, Hofgoldschmied. Über den vielumstrittenen Punkt der Tagesordnung: Besteckkonvention, zu dem das Referat Herr Winterhalter übernommen

hatte, kam es zu lebhafter Debatte. Ist es doch auch ein Gegenstand, der in seiner einschneidenden Wirkung das größte Interesse hervorruft. Der neugewählte I. Vorstand H. Heiden zeigte bei dieser Besprechung in der zuversichtlichen, ruhig sachlichen Art, mit der er für die Konvention eintrat, daß wir den richtigen Mann gefunden haben, der dem eingerissenen, vernunftwidrigen Mißstand im Besteckhandel energisch zu steuern bestrebt sein wird und konnte in lebhaftester Zustimmung aller anwesenden Mitglieder folgende Resolution, die an den bayerischen Verein gerichtet ist, gefaßt werden:

Der Verein der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Münchens stellt den Antrag zur Generalversammlung des bayrischen Vereins mit den bisher gesammelten Unterschriften an den Verband der Fabrikanten zu gehen und den Abschluß des Vertrages zu verlangen.

Wird dies von der Generalversammlung nicht genehmigt, so erklärt die heutige Generalversammlung des Münchener Vereins sich jetzt schon für gebunden, die Besteckkonvention für München allein durchzuführen, so daß die Unterschriften der heute anwesenden Mitglieder rechtsgültig werden und der Vorstand ermächtigt ist, alle weiteren Schritte zur Durchführung vorzunehmen. Der Termin der Konventions - Einführung wird

bekannt gegeben.

Im Bericht an die Handwerker- und Gewerbekammer wurde besonders betont, daß dem unser Gewerbe so schwer schädigenden Hausierhandel leider noch sehr wenig entgegengewirkt werde. Es wurde hierbei auch vorgebracht, daß es Engros-Firmen gibt, die den Unterhandel in Cafes und Wirtschaften mit Warenlieferungen unterstützen, was allgemein gerechte Entrüstung hervorrief.

Unsere Vereinigung wird sich nächstens eingehender mit dieser Sache beschäftigen und keine Mittel unversucht lassen, solchem Gebahren entsprechend zu begegnen.

In sehr später Stunde trennten wir uns, der nächstens stattfindenden Generalversammlung des bayrischen Verbandes frohen Mutes entgegensehend; möge diese unserm Entschluß zu dem ihrigen machen, zum Segen und Gedeihen unserer Arbeit, zum Schutze unseres edlen Gewerbes!

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Zur Lohnbewegung in Schwäb. Gmünd und Pforzheim.

II. In Pforzheim begann die Bewegung Mitte Dezember. AI geschilderte Gepflogenheit der Arbeiter nur vermehren und da18. Dezember fanden fünf öffentliche Versammlungen der Gold mit den Übelstand erhöhen. und Silberarbeiter statt, in welchen die Höherbezahlung der Über Am 8. Januar fand darauf wieder eine öffentliche Versammstunden und die Beschlußfassung über eine diesbezügliche Ein lung der Gold- und Silberarbeiter statt, in welcher zu der Antgabe an den Arbeitgeberverband und die einzelnen Fabrikanten wort der Arbeitgeber Stellung genommen werden sollte. Der Gedas Thema bildete. In der gefaßten Resolution wurde eine Besser schäftsführer des Metallarbeiter-Verbandes, Weiß, bekämpfte in bezahlung der Überstunden in der Höhe von 25% gefordert. In in der Versammlung die Anschauungen der Arbeitgeber. Er arder Begründung wurde darauf hingewiesen, daß im Sommer so gumentierte im Gegenteil folgendermaßen: Wenn die Arbeiter viel Arbeiter arbeitslos oder doch weniger Stunden beschäftigt Überstunden verlangten, so sei dies ein Beweis, daß die Bezahlung werden als sonst. Würde durch Höherbezahlung der Überstunden eben eine zu geringe sei. Die Höherbezahlung der Überstunden mit diesen sparsamer umgegangen werden müssen, so würde auch mit 25°, bedeute nur eine ganz minimale Belastung der Industrie. eine regelmäßigere Beschäftigung in der sogenannten schlechten Redner wandte sich auch gegen das „Blauemontagmachen“ der Zeit erzielt werden können. Diese Resolution wurde vom Deut Arbeiter. In einer erneuten Resolution verurteilte man die Stellungschen Metallarbeiter-Verband, Geschäftsstelle Pforzheim, den Arbeit nahme der Arbeitgeber und kennzeichnete die Begründung des gebern unterbreitet, der über dieselbe in einer außerordentlichen ablehnenden Beschlusses als eine Verhöhnung der Arbeiterschaft. Generalversammlung vom 28. Dezember verhandelte. Von der Warum eine solche darin liegen sollte, wird freilich so leicht Preßpolemik, welche sich noch kurz vorher entspann, wollen wir niemand einsehen. Mit dieser Versammlung hat die Bewegung hier schweigen. Mittels Schreiben vom 2. Januar 1906 wurde vorläufig einen Abschluß erreicht, von dem man wohl sagen kann, dem Metallarbeiter-Verband das Resultat dieser Generalversamm daß die ganze Sache im Sande verlaufen ist. Wenn man auf der lung bekannt gegeben, welches in einer nahezu einstimmigen Ab einen Seite gewiß auch zugeben wird, daß die allenthalben wachlehnung der Mehrbezahlung der Überstunden bestand.

senden Lebensbedürfnisse, die gesteigerten Preise für NahrungsDie Arbeitgeber gingen davon aus, daß nicht sie für die be und Genußmittel den Arbeitnehmern eine Erhöhung ihrer Entstehenden Mißstände verantwortlich gemacht werden könnten. lohnung wünschenswert erscheinen lassen müssen, so darf doch Schon im Juni v. J. hätten sie sich, in Gemeinschaft mit der nicht vergessen werden, daß jetzt nicht der wirtschaftliche ZeitHandelskammer Pforzheim, an die Grossisten der Branche in einem punkt gekommen ist, der eine Erhöhung der Belastung der ArbeitRundschreiben gewandt, in welchem auf diese Mißstände hinge geber, eine Steigerung ihrer Produktionskosten zuließe. Darin ist wiesen und die Grossisten ersucht wurden, ihre Aufträge früh der Grund der Weigerung auf seiten der Fabrikanten zu suchen, zeitig und mit längeren Lieferfristen zu erteilen, um dadurch eine und wenn dies den Arbeitnehmern vor Augen geführt wird, so geordnetere Arbeitszeit zu ermöglichen. Leider sei dieses Vor darf man hoffen, daß ernstliche Differenzen im Interesse beider gehen ohne wesentlichen Erfolg geblieben. Auch die Frage der Teile vermieden werden. Freilich die Agitatoren des MetallHöherbezahlung der Überstunden sei schon erörtert worden. Man arbeiter-Verbandes haben kein Interesse daran, eine solche Aufkönne aber darin kein Mittel zur Behebung der geschilderten Miß klärung zu geben, da es ihnen ja nur darauf ankommt, eine stände erblicken. Es sei eine nicht zu bestreitende Tatsache, daß „Machtprobe“ eventuell vorzubereiten. Wir halten es daher für ein großer Teil der beschäftigten Arbeiter mit Vorliebe in solchen unsere Pflicht, auch von dieser Stelle aus zur Ruhe und zum Betrieben Beschäftigung suche, in denen möglichst viel „in der Frieden zu raten. Weil“ (Überstunden) gearbeitet werde, während die, welche sich Inzwischen haben ja auch die Arbeitgeber eine Lohnder Überstundenarbeit entzögen, in der Minderheit seien. Die erhöhung eintreten lassen. Wir verweisen auf die Notiz auf dem Lande wohnenden Arbeiter ersuchten sogar im Sommer „Der ortsübliche Tagelohn in Pforzheim“ in heutiger Nummer. um Urlaub, um in der Landwirtschaft tätig zu sein, und während In Gmünd hat bereits wieder eine öffentliche Versammlung am der Saison suchten sie dann durch Überstunden dem Ausfall wieder 13. Januar stattgefunden, die sich mit der Frage der Überstunden beizukommen. Die Höherbezahlung der Weilarbeit“ würde die beschäftigte.

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Offener Sprechsaal. Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Einsendungen von Abonnenten und Fachkollegen, die in sachlicher Weise auf Übelstände aufmerksam machen und zur Diskussion darüber auffordern. Wir bitten alle unsere Leser, von dieser Einrichtung recht häufig Ge

brauch machen zu wollen, mit der Bemerkung, daß diese Einsendungen ohne unsere redaktionelle Verantwortung erscheinen.

Unter der Überschrift „Ein seltsames Urteil“ bringen Sie in erschüttert, vor Gericht den wilden Mann spielt und sich damit Nr. 3 der Deutschen Goldschmiede - Zeitung“ einen Bericht über entschuldigt, daß er den Feingehalt der von ihm verwendeten eine Gerichtsverhandlung gegen einen hiesigen Goldschmied, der 20-Markstücke nicht gekannt habe und wenn der Gerichtshof zur die von ihm gefertigten Trauringe mit einem höheren Feingehalts Entscheidung kommt, daß der Bildungsgrad des Angeklagten nicht stempel versehen hatte, als sie in Wirklichkeit gestempelt werden ausreiche, um Legierungsrechnungen zu machen, d. h. um auszudurften. Es findet sich in dem Bericht ohnehin ein Irrtum, den ich rechnen, das die Hälfte von 1900 950 und nicht 985 ist, wenn hiermit vor allen Dingen berichtigen möchte: Die Trauringe waren dieser Goldschmied, der sein Geschäft auf eine besondere Höhe nämlich nicht 950, wie Sie schreiben, sondern nur 938, und der be gebracht hat, also sicher gut zu rechnen versteht, daraufhin freitreffende Goldschmied hatte sie mit 985 gestempelt, sich also eines gesprochen wird, so hört nicht nur Verschiedenes, sondern geradezu Verstoßes gegen das Feingehaltsgesetz schuldig gemacht, wegen Alles auf. dessen ihn der Staatsanwalt mit Recht zur Verantwortung zog.

Seltsam war, wie gesagt, auch das Verhalten des SachverstänIch bin Mitglied der Berliner Goldschmiede - Innung und habe digen, der auf die Frage des Richters nach dem Feingehalt der der Verhandlung von Anfang bis zu Ende beigewohnt, kann also 20-Markstücke erwiderte, daß ihm dies im Augenblick nicht gegenaus eigener Anschauung sprechen und nicht umhin, mein aller wärtig sei, weil in seinem eigenen Geschäft nur Feingold zu den größtes Befremden darüber auszusprechen, wie diese Sache vom Trauringen verwendet würde. Jeder Goldschmied weiß doch, daß Gerichte und doch auch von dem Sachverständigen behandelt wor in allen Betrieben, in Nord- und Süddeutschland, massenhaft 20den ist. Wenn ein Berliner Goldschmied, dessen Geschäft zu den Markstücke zur Legierung verwendet werden, daß vor etwa drei bedeutendsten am Platze gehört, nach seinem eigenen Zugeständnis Jahren die Regierung eine Umfrage nach dem Umfange dieser Verjahrelang seine Trauringe zu niedrig legiert und dadurch das Ver wendung hielt, daß dabei kolossale Ziffern zum Vorschein kamen trauen des Publikums zu uns Goldschnieden auf das Empfindlichste und daß daraufhin sich die Reichsbank entschloß, zum Gebrauch

der Goldschmiede und zur Verhinderung des Einschmelzens der Goldstücke kleine Barren im Gehalt der 20-Markstücke vorrätig zu halten. Den Feingehalt der Goldstücke muß jeder Lehrling kennen, geschweige denn ein Goldschmied, der sein Geschäft seit 30 Jahren mit Erfolg betreibt und ein Sachverständiger, von dessen Gutachten das Urteil des Gerichtshofes abhängt.

Am besten unterrichtet war noch der Staatsanwalt, der den Feingehalt des Goldgeldes kannte, der wußte, daß der Angeklagte die Legierung und das Schmelzen stets selbst besorgte und der den Mangel an Bildung des Schuldigen nicht gelten ließ, deshalb auch 200 Mark Geldstrafe und Konfiskation der Trauringe beantragte und sehr verwundert war, als das Schöffengericht den Angeklagten freisprach, weil ihm mangelnde Bildung als Entschuldigung diente und sein guter Glaube nicht angezweifelt wurde, in welchem guten Glauben er an jedem Paar Trauringe rund 1 Mark mehr verdiente, als der Feingehalt zuließ.

Das macht im Laufe der Jahre ein ganz nettes Sümmchen.

Der Angeklagte brachte auch als Entschuldigung vor, es sei in der Innung über die Legierung der Trauringe gesprochen worden und da sei gesagt worden, wenn man zu gleichen Teilen 20-Markstücke und Feingold nehme, d. h. zu gleichen Gewichtsteilen, so ergebe das den richtigen Gehalt und man könne diese mit 985 stempeln; also 900+1000 wäre 1900 und die Hälfte davon 985!! Um ganz sicher zu gehen, setzte der Goldschmied dann nicht etwa noch Feingold, sondern das billigere Kupfer hinzu, so daß seine Ringe nur 938 wurden !! *)

Ich wünschte, daß in solchem Falle, der sich wiederholen kann, denn es kann jeder einmal ein Versehen machen, die Klage nicht an den Staatsanwalt gerichtet würde, sondern daß sie in kollegialer Weise zur Erledigung innerhalb der Innung gebracht werde. Die Fachleute werden alle in Betracht zu ziehenden Umstände besser zu würdigen verstehen, als der nur juristisch gebildete Richter und die Schöffen, und wenn sie im vorliegenden Falle zu der Überzeugung gelangen, daß der Angeklagte sich, wie es tatsächlich der Fall ist, eines groben Versehens schuldig gemacht hat, so ist es besser, daß die Buße dafür in unsere Unterstützungskasse fließt, als daß der Staat sie einheimst und es wird vor allen Dingen vermieden, daß das große Publikum mißtrauisch gegen die Goldschmiede wird.

Es liegt mir fern, irgendwie persönlich oder gehässig gegen den Goldschmied zu sein. Ich kann nur wünschen, daß der Vorstand der Innung sich noch mit der Angelegenheit beschäftigen, und dem Schuldigen zum Besten unserer Unterstützungskasse die Buße auferlegen möge, die ihm der Staatsanwalt verdientermaßen zudachte, die ihm aber durch die Unkenntnis des Gerichtshofes erlassen wurde. Ich selbst würde auch nicht an die Öffentlichkeit getreten sein, wenn nicht durch Ihren Bericht die Aufmerksamkeit der Kollegen bereits auf die Sache gelenkt worden und einige Unrichtigkeiten eine Richtigstellung erforderten.

*) Wir haben bereits in unserm ersten Bericht erwähnt, daß die Berliner Innung, wie uns deren Vorstand mitteilte, nie über diese Legierungsfrage verhandelt hat.

Die Diamanten - Industrie in den Vereinigten Staaten. Nach statistischen Ausweisen des „Department of Commerce and Labor“ hat die erst vor wenigen Jahren begründete nordamerikanische Diamanten-Industrie ganz gewaltige Fortschritte gemacht. Diese Tatsache hat ihren Grund darin, daß kein Land der Erde so viel Edelsteine importiert, wie diese reiche Republik, und dabei sind die Aussichten für eine weitere Entwickelung noch die denkbar günstigsten. So belief sich dieser Import im Jahre 1903 auf nicht weniger als 284, Millionen Dollars, eine Zahl, die durch das noch nicht feststehende Endergebnis von 1905 ganz bedeutend geschlagen werden wird und die von Kennern der Verhältnisse auf 36 Millionen abgeschätzt worden ist. In diesem Betrage sind für ca. 30 Millionen Dollars Diamanten enthalten, während andere Edelsteine die rest. lichen 6 Millionen Dollars ausmachen werden. Es ist dabei besonders interessant, das Verhältnis zu beobachten, in dem die Einfuhr unbearbeiteter Steine stattgefunden hat, denn dieses Verhältnis kennzeichnet ja am besten die wachsende Diamantindustrie der Ver. Staaten. Diese Einfuhr betrug 1896 noch 78815 Dollars, 1897 schon 142 Millionen, 1898 aber 24, Millionen, 1899 aber 4"!, Millionen, 1901 aber 6, Millionen, um 1903 auf 10 Millionen und 1905 auf 30 Millionen zu steigen. Die Anzahl der in dieser Industrie beschäftigten Arbeiter war 92 im Jahre 1890 und 498 im Jahre 1900. Der größte Teil der Diamanten kommt natürlich aus Südafrika, aber nicht direkt, sondern durch französische, deutsche und holländische Zwischenhändler, soweit es sich um fertig bearbeitete Steine handelt, und von England, soweit unbearbeitete in Frage kommen.

Die Vereinigung französischer Goldschmiede in Paris hat eine Konkurrenz unter französischen Künstlern veranstaltet zum Zwecke der Erlangung höchst künstlerischer Entwürfe für Prunk - Tischgefäße. Die einzureichenden Entwürfe sollen umfassen: eine runde Schüssel, eine ovale Schüssel, eine Gemüseschüssel, eine Saucenschüssel und ein Salzfaß. An Preisen für die besten Entwürfe sind ausgesetzt 1000 Franks und 500 Franks. Die Jury unter dem Vorsitz des Grafen Guy de la Rochefoucauld wird ihr Urteil am 30. Juni d. Js. aussprechen. Man hofft, durch diese Konkurrenz die französische Goldschmiedekunst neu zu beleben, da ihre Geschäfte in den letzten Jahren bedeutend nachgelassen haben, und zwar, wie bemerkt wird, infolge der ausländischen Mitbewerbung auf dem Weltmarkte, die erst bei der französischen Goldschmiedekunst in die Schule gegangen sei.

In der französischen Kolonie Indo-China galt bis jetzt der mexikanische Piaster im Werte von 2,58 Franks als Zahlungsmünze. Seit dem 1. Januar d. Js. ist diese Währung abgeschafft und durch den französischen Piaster als offizielle Münze ersetzt worden. Der französische Piaster hat einen Wert von 5,40 Franks.

Bijouterien in Portugal. Für feine Bijouterien, Luxusartikel usw. eröffnet sich in Portugal ein reiches Absatzgebiet. Nach einem Bericht im Handelsmuseum ist hier der Konsum in feinen Bijouterien ein großer, neue Läden sind entstanden, die stets das modernste bieten.

Die reichste Arbeitervereinigung der Welt dürfte augenblicklich der „Allgemeine Niederländische Diamantarbeiterbund“ in Amsterdam sein. Er besteht aus 8000 Mitgliedern, die durchschnittlich 11 000 holländische Gulden pro Woche in die Vereinskasse einzahlen. Die Schuld von etwa 600 000 K., welche der Bund während des Streikjahres 1904 aufgenommen hatte, ist völlig getilgt und die Hypothek auf dem komfortablen Vereinshause abgelöst, zudem verfügt der Verein über ein Barvermögen in der Höhe von 830 000 K. Irrtümlicherweise wird im Auslande häufig angenommen, der Bund huldige ausschließlich sozialdemokratischen Grundsätzen. Dem ist nicht so. Nur ein Bruchteil der Arbeiter gehört zur Sozialdemokratie. In der Jahresübersicht werden die Mitglieder auch stets mit „Herr“ und „Dame“ angesprochen, nicht mit „Genosse“ oder „Genossin“. Es gibt Mitglieder unter ihnen, die 360 bis 600 K. pro Woche verdienen.

Der Entwurf für Anlagen zum Statistischen Warenverzeichnis sieht, u. a. für Edelmetall- und Juwelengegenstände, eine Pflicht zur Deklaration des Wertes bei der Ausfuhr vor. Diesen Deklarationszwang hat die Handelskammer in Hanau bereits 1901 für undurchführbar erklärt, sie spricht sich auch jetzt gegen einen solchen aus. Abgesehen von der großen Belästigung und Mehrarbeit, welche die Wertangabe für die beteiligten Firmen mit sich bringt, sei dies für die Verbesserung der Wertstatistik auch völlig nutzlos. Denn es erscheint ausgeschlossen, Strafen für die richtige Durchführung der obligatorischen Wertdeklaration einzuführen. Wenn somit das Kaiserliche Statistische Amt ganz auf den guten Willen der in Betracht kommenden Geschäftskreise angewiesen ist, so bleibt zu bedenken, daß aus Furcht vor Entwendungsgefahr oder aus anderen Gründen ein großer Teil der betreffenden Firmen gar nicht in der Lage ist, den Wert in seiner richtigen Höhe anzugeben. Die auf solchen unrichtigen Angaben fußenden Zusammenstellungen der Ein- und Ausfuhrwerte würden also den tatsächlichen Verhältnissen nicht entsprechen und einer Korrektur bedürfen. Man müßte dann doch wieder auf die seither geübte Methode der Schützung durch Sach; verständige zurückgreifen. Dazu komnt noch, daß Edelsteine und Perlen zum größten Teile in Einschreibebriefen versandt werden, für welche den Deklarationszwang ebenfalls einzuführen nur unter übermäßiger Belästigung des Verkehrs möglich sein würde.

In Mailand wurde vor kurzem ein Juwelenhändler namens Fio lippo Chezzi zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem er es verstanden hatte, verschiedene Firmen der Branche um zusammen 20000 Lire zu bringen. Es gelang ihm dies merkwürdigerweise, trotzdem sein schwacher finanzieller Stand in Mailand schon lange bekannt war. Er erschwindelte sich die Wertgegenstände unter dem Vorgeben baldiger Barzahlung, versetzte sie dann aber auf dem Leihhaus. Er wurde in Lugano, wohin er geflohen war, verhaftet. Der Mann ist 29 Jahre. Da anzunehmen ist, daß er nach dem Absitzen seiner Straße weitere Schwindeleien unternehmen wird und sich wahrscheinlich auch nach Deutschland wendet, sei vor ihm gewarnt.

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Nr. 5

Wertvolle Steine. In Idar (Birkenfeld) wurden dieser Tage bei einer Steinversteigerung einige Pfund blaue Aquamarine zu 15000 Mk. das Pfund versteigert. Der in Brasilien gefundene Stein hat also den zehnfachen Wert des Goldes. Bei der Versteigerung wurden insgesamt 45000 Mk gelöst, wobei der grüne Aquamarin nur einen Preis von 200 bis 400 Mk, erhielt.

Neuer Schmuck. Sog. „Galalith“- Haarschmuck ist etwas neues auf dem Gebiete des Schmuckes, und einzelne Juweliere suchen bereits Gold- und Silberfabriken, die sich mit der Herstellung von Beschlägen und Verzierungen befassen. „Galalith“ ist eine Masse ähnlich wie Zelluloid, im Gegensatz zu diesem jedoch nicht feuergefährlich. Erzeuger von dieser Masse sind Hoff & Cie., Internationale Galalith-Gesellschaft, Harburg a. Elbe.

Erfreuliches für Kettenfabrikanten. Die langen Kavalier- und Doppelketten dürften noch mehr in Mode kommen wie bisher. Der „bestangezogenste“ Mann des britischen Inselreiches, König Eduard, trägt auf seiner schwarzen Weste eine lange, von Tasche zu Tasche quer über den Körper laufende Uhrkette, mit in der Mitte an einem einzelnen kurzen Kettchen herabhängendem Petschaft. Und was König Eduard trägt wird modern!

Durch Kaiserl. Erlaß vom 13. ds. Mts. ist genehmigt worden, daß die Bestimmungen der Kabinettsordre vom 22. April 1864, wonach die für Verdienst vor dem Feinde verliehenen Orden mit Schwertern an einem schwarzen, weiß eingefaßten bzw. gestreiften, von Militäroberbeamten an einem weißen, schwarz eingefaßten Bande zu tragen sind, fortan auch auf diejenigen Offiziere und Beamten der Kaiserlichen Schutztruppen, der ostasiatischen Besatzungstruppen und sonstiger im Auslandsdienst verwendeten Truppenverbände Anwendung finden, welche anderen deutschen Bundesstaaten angehören. Zugleich ist diesem Erlaß rückwirkende Kraft auf alle vorangegangenen gleichartigen Fälle beigelegt worden, dergestalt, daß die betreffenden Offiziere und Beamten berechtigt sein sollen, das schwarzweiße bzw. weiß-schwarze Band der Ordensauszeichnung sich zu beschaffen und anzulegen. Doch ist der Generalordenskommission in jedem einzelnen Falle hiervon Anzeige zu erstatten.

Der ortsübliche Tagelohn in Pforzheim hat vom 1. Januar 1906 ab eine Erhöhung erfahren. Vergangenen Sommer stellten die Gewerbegerichtsbeisitzer und der Vorstand der Ortskrankenkasse das Ersuchen um Aenderung der bisherigen Sätze. Dem schloß sich der Stadtrat an und der Bezirksrat hat die Sätze wie folgt festgesetzt: Erwachsene männliche Personen (über 16 Jahre alt) 2,70 Mk., bisher 2,30 Mk.; für erwachsene weibliche Personen (über 16 Jahre alt) 1,80 Mk., bisher 1,60 Mk.; für jugendliche männliche Personen (unter 16 Jahren) 1,60 Mk., bisher 1,40 Mk.; für jugendliche weibliche Personen (unter 16 Jahren) 1,20 Mk., bisher 1, - Mk.

Zur Feier der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares werden auf Wunsch des Kaisers je eine Serie von silbernen 5- und 2-Markstücken mit dem Doppelbildnis des Kaiserpaares und den Jahreszahlen 1881 und 1906 geprägt.

Deutsche Kunstausstellung in Köln 1906. Im Mai bis Oktober ds. Js. findet in Köln eine Kunstausstellung statt, mit welcher u. a. auch tine Kunstgewerbe-Halle zur Ausstellung und zum Verkauf kunstgewerblicher Erzeugnisse verbunden sein wird. Etwaige Interessenten werden darauf aufmerksam gemacht, daß orientierendes Material (Bedingungen, Anmeldeformulare usw. in der Geschäftstelle des hiesigen Kunstgewerbevereins (Stadtschloß, Handelskammer) zur Einsichtnahme bereit liegt.

Ausstellungen. Aus Anlaß des Jubiläums des Großherzogs und der Großherzogin hat ler Badische Kunstgewerbeverein beschlossen, in diesem Jahre vom Juli bis November eine badische Kunstgewerbe-Ausstellung zu veranstalten. Der Erbgroßherzog hat das Protektorat, Minister Schenkel das Ehrenpräsidium übernommen. Pforzheims Industrie dürfte auf dieser nur dem badischen Kunstgewerbe dienende Ausstellung eine hervorragende Stellung einnehmen.

Vom Ausstellungswesen. Zur Teilnahme an der großen deutschen Kunstgewerbe - Ausstellung haben sich aus Pforzheim 40 der größten Firmen gemeldet. – Anmeldungen zur Beteiligung an der von uns bereits erwähnten rumänischen Jubiläums - Ausstellung in Bukarest sind an das General - Kommissariat Istrati zu richten. Ehrenkommissar für Deutschland ist Schriftsteller Paul Lindenberg, Berlin W. 30. Anläßlich der Eröffnung des Simplontunnels findet bekanntlich eine große kunstgewerbliche Ausstellung in Mailand statt, zu der die Schweiz zahlreiche Aussteller in Bijouterie anmeldete. Nunmehr hat sich auch eine Anzahl Pforzheimer Fabrikanten entschlossen, eine Kollektivsammlung auszustellen.

Leipziger Oster-Vormesse. Wir teilen unseren verehrten Lesern noch an dieser Stelle mit, daß die Leipziger Oster-Vormesse am Montag, den 5. März' ds. Js. beginnt und am Sonnabend, den

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Jubiläen. Die Britanniawarenfabrik Fr. Burberg & Cie. in Mettmann konnte dieser Tage ihr 25 jähriges Bestehen feiern. -Die Darlehenskasse in Locherhof (Württemberg), eine sich als sehr segensreich erwiesene Gründung des Silberkettenfabrikanten Carl Härdtner in Pforzheim, die vorbildlich für viele andere Kassen dieser Art wurde, feierte dieser Tage ihr 25jähriges Bestehen. Herr Direktor Härdtner, ein Bruder des obigen und Leiter der Filiale Locherhof der Firma Härdtner, erhielt viele Glückwünsche.

Firmen-Aenderung. Bei der Firma Castor Egloff & Cie. in Niederrohrdorf ist folgende Aenderung eingetreten: Der unbeschränkt haftende Gesellschafter Castor Egloff ist infolge Todes ausgeschieden. An dessen Stelle ist Julius Egloff eingetreten. Die Firma lautet nunmehr: Metallwarenfabrik Niederrohrdorf Egloff & Cie.

Firmen-Eintragung. Die Firma Salomon Berger, Edelsteinhandlung in Pforzheim ist eingetragen worden. Inhaber ist Kaufmann Salomon Berger daselbst.

Firmen - Löschung. Die Firma Pfälzer & Cie. in Pforzheim ist erloschen.

Geschäfts-Verlegungen. Herr August Einspinner in Graz hat sein bisher Stempfergasse 6_bestandenes Goldschmiedegeschäft nach Sporgasse 3 verlegt. Dr. Richter & Cie., Legier- und Scheideanstalt, Pforzheim, verlegten ihre Kontorräume nach dem Haupthause Zerrennerstraße 21.

Todesfälle. In Aegypten, wo er Heilung von seinem Leiden suchte, starb unerwartet rasch Herr J. Kochricht, Teilhaber und Leiter des Bijouterie - Engros - Hauses Maischofer & Kochricht in Pforzheim-Odessa. In Pforzheim verschied in noch jungen Jahren an den Folgen einer Blinddarmentzündung, der langjährige Mitarbeiter und Prokurist in der Gold- und Silberscheide - Anstalt Schaefer, Herr Gust. Bauer, tiefbetrauert von seinen zahlreichen Freunden. — Im Alter von 461/2 Jahren starb Herr Friedrich Keller, Inhaber eines Fasser- und Gravier-Geschäfts in Pforzheim. – In Gmünd starb am 19. Januar der Prokurist Ad. Büxenstein in Fa. Hugo Böhm & Komp., 40 Jahre alt. Am 20. Januar starb in Zürich Herr Christ. Mäule aus Stuttgart, Teilh. der Fa. Stauch & Märcklin, Galanterie- und Bijouteriewaren-Engros, Ledergürtelfabrik.

Verschiedenes. Die Gold- und Silberwaren-Exportfirma Alexander Schleicher in Stuttgart wurde durch eine Feuersbrunst heimgesucht. Sämtliche Geschäftsräume der Firma in der Bürenstraße 72 brannten aus. Die Geschäftsbücher und die wertvollen Reiselager wurden gerettet, der entstandene Schaden ist bedeutend. -Die Gabe des Vaters des Bräutigams der Infantin Maria Theresia von Spanien, Prinz Ludwig Ferdinand zur Hochzeitsfeier entstammt der Hofjuwelierfirma Peter Rath in München. Es ist das mit Diamanten, Saphieren und Rubinen reich besetzte goldene Vlies, welches allgemein und viel bewundert wurde. – Die Gesellschaftsfirma Carl Mondon, Doublékettenfabrik in Pforzheim ist infolge Ablebens des Gesellschafters Herm. Mondon wieder als Einzelfirma eingetragen worden. Kaufmann Peter Gentz wurde als Prokurist bestellt. - Die Bijouteriefabrik Th. Eisele in Pforzheim, welche vornehmlich dem Export dient, ging auf die Söhne und seitherigen Mitarbeiter, die Herren Techniker Th. Eisele jun. und Moritz Eisele über. --- Goldwarenfabrikant Theodor Ungerer in Pforzheim hat sein Geschäft käuflich an die Herren Josef Blattner & Otto Doernte, beides Kaufleute, abgetreten. Die Bijouteriefabrik Stoll & Barth in Pforzheim ist erloschen. Dagegen wurde unter der Firma Stoll & Heintz ein neues Fabrikationsgeschäft für Bijouterie und Ketten eröffnet. – S. K. Hoheit der Großherzog von Baden hat auf 1. Januar das ordentliche Mitglied des badischen Gewerbeschulrats, den Direktor der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, Prof. Karl Hoffacker unter Enthebung von seiner seitherigen Stellung beim Gewerbeschulrat in gleicher Eigenschaft und Stellung dem Landesgewerbeamt, Abteilung 11 beigegeben. Die Agentur der Frankfurter Gold- und Silberscheide-Anstalt am Pforzheimer Platze, das Bankhaus Fuld & Cie., sieht sich genötigt, ihre Räumlichkeiten bedeutend zu vermehren und hat zu diesem Zwecke die zweite Etage ihres Geschäftshauses in Aussicht genommen. Techniker Arthur Eßig ist aus der Firma Chr. EBig, Doublékettenfabrik in Pforzheim ausgetreten. Infolgedessen wird das Geschäft als Einzelfirma weitergeführt. Die Prokura des Herrn Julius Läubin bleibt bestehen. -Die erst kurze Zeit bestehende Meterkettenfabrik Gebr. Feller in Pforzheim hat sich wieder aufgelöst. Die Firma wird von Herrn Max Feßler als Einzelfirma weitergeführt. - Die Bijouteriefabrik Schmidt & Bruckmann in Pforzheim ging infolge Todesfall in den alleinigen Besitz des seitherigen Teilhabers Bruckmann über. Techniker Ludwig Bruckmann wurde als Prokurist bestellt. Der schmucke Bau der Kettenfabrik Kollmar & Jourdan A.-G. in Pforzheim an der Bleichstraße hat sich bereits als zu klein erwiesen, so daß an eine Vergrößerung durch Anbau eines Seitenflügels gegangen werden mußte. Die Metall- und Bronzewarenfabrik Oettinger & Heidecker in Schwarzach ist vollständig niedergebrannt.

17. März ds. Js. endet.

Nr. 5

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