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Auch die Paläste der Reichen waren im Innern aufs reichste mit Gold verziert; man bekleidete die Wände mit Gold- und Silberplatten und die Decke mit allerlei Goldschmuck; in Nischen standen aus Gold und Silber getriebene Bildwerke, Menschen, die im Lande lebenden reißenden Tiere und Vögel, Lamas usw. darstellend; Schlangen, Eidechsen und Käfer krochen an den Wänden empor, Schmetterlinge entfalteten ihre Flügel, Pflanzen schienen in den Steinfugen zu wurzeln und die einen waren aus Gold und Silber vortrefflich gearbeitet. Im Palaste des Herrschers stand der Goldstuhl auf der Goldplatte, welche aus reinem sechzehn karatigen Golde, wie die bei der Gefangennahme des Kaisers von dem Eroberer Pizarro erbeutete bewies, allein einen Wert von 575000 Mark unseres Geldes darstellte.

Auch die Opfer an Menschen und Rindern, welche man den Göttern darbrachte, waren mit goldenem Kopfschmuck usw. bedeckt. Man gab ihnen einen kleinen goldenen Ring in die Hand, die Frauen putzte man mit goldenen Nadeln, Löffeln, Schüsseln und Tellern heraus und begrub sie. Bei Schilderung

Unsere

Von A. Leutfeld in Magdeburg, der schon öfter wertvolle Beiträge für unseren Illustrationsteil beigesteuert hat, bringen wir heute wieder eine Tafel mit Entwürfen verschiedener Art: Knöpfe, eingelegte Dosen und Monogramm-Entwürfe. Sie sind ruhig und geschlossen gehalten und zeigen die praktische Ausbildung ihres Autors. Wir beginnen in dieser Nummer mit unseren Dresdener Berichten. Wir freuen uns, zugleich damit eine Goldschmiedearbeit veröffentlichen zu können, die zu dem prächtigsten gehört, was unser Gewerbe in Dresden zur Schau gestellt hatte. Wir meinen die wundervolle Tafelgarnitur, welche die rühmlichst bekannte Firma Eduard Foehr, Hofjuwelier in Stuttgart, zur Ausstellung beisteuerte, leider erst nachdem das Preisgericht seines Amtes schon gewaltet hatte. Für den Entwurf war einer unserer feinfühligsten modernen Künstler, Prof. Wilhelm Kreiß in Dresden, gewonnen worden. Die Firma Foehr ging von dem Gedanken aus, Tafelgeräte zu schaffen, die vornehmen, künstlerischen Prunk mit praktischer Brauchbarkeit vereinigen sollten. Wie aus unseren Abbildungen zu ersehen ist, besteht die Garnitur aus fünf Teilen, einem im Grundriß rund gehaltenen Tafelaufsatze, welcher die Höhe von 51 cm hat, zwei ovalen Jardinièren und zwei Figürchen mit Postamenten als Verbindungsgliedern. Die mit feinem plastischen Gefühl geschnittenen Elfenbeinfigürchen, mit denen alle diese Geräte geschmückt sind, stellen am Aufsatz Apollo und Minerva dar, auf den Postamenten Ares und Aphrodite und an den Jardinièren musizierende Gestalten. Die Geräte sind in ”ooo Silber ausgeführt, ganz vergoldet und mit Malachit und Lapis-Lazuli dekoriert. Der Zusammenklang der verschiedenen Materialtöne, der Vergoldung, des warmtönigen Elfenbeins und der Steine ist künstlerisch außerordentlich fein und harmonisch. Sowohl bei dem großen Aufsatze wie bei den Jardinièren sind die bei dem Gebrauch mit Blumen und Früchten gefüllten Schalen bequem herauszunehmen, was für das Herumreichen sehr zweckmäßig ist. Die imposanten Stücke sind durchweg

der Hochzeitsfeierlichkeiten eines Inka erzählt Inaude Betauzos in seinem auf Befehl des Vizekönigs Mendoza 1551 verfaßten Manuskript von diesen Menschenopfern. „Viele Knaben und Mädchen wurden geopfert und, festlich gekleidet und geschmückt, begraben. Mit jedem Paare begrub man goldene und silberne Gegenstände, Teller, Schüsseln, Krüge, Töpfe und Pokale, außerdem sämtliche zu der Ausstattung eines verheirateten Indianers gehörige Dinge, alles von reinem Golde.“ Um mit einem erfreulicheren Bilde zu schließen, sei schließlich noch der Festlichkeiten im Inkareiche gedacht, wo die höchste Pracht entfaltet wurde, dem Sonnengotte die prächtigsten Edelsteine dargebracht wurden und der Kaiser selbst sich beteiligte. Die Würdenträger und Häuptlinge hatten Kränze aus Goldblättchen über ihrem stammeseigentümlichen Kopfputze und Goldschmuck auf der Brust und am Halse; sie reichten dem Kaiser ein Trinkgefäß, wovon dieser nippte; der Goldpokal, woraus der Inka genippt hatte, galt fortan als geheiligtes Kleinod. Vornehme Frauen ergriffen goldene, reich mit Edelsteinen besetzte Saiteninstrumente usw.

Bilder.

in Hammerarbeit vorzüglich ausgeführt; bei der Herstellung derselben wirkte außer den eigenen Kräften der Firma E. Foehr noch der bekannte Juwelier und Ziseleur Ehrenlechner in Dresden mit. Ebenfalls auf der Dresdener Ausstellung zu sehen sind die wuchtigen, ernsten Plaketten, die wir heute von Rudolf Pauschinger, d. Z. in Pforzheim, veröffentlichen. Wenn vielleicht auch in der Komposition etwas zu pathetisch aufgefaßt, verraten die Arbeiten des jungen Künstlers ein eindringendes, figürliches Studium und eine beachtenswerte, energische Ausdrucksweise. Alljährlich findet in München ein Lehrlingswettbewerb, auch für Goldschmiede, statt. Unsere drei Abbildungen auf unserer letzten Tafel zeigen, zu welch interessanten Ergebnissen es dieses Jahr gekommen ist. Links ist ein in Feinsilber aufgezogener Becher, von Max Olofs aus München; Lehrherr: Prof. Fr. v. Miller. In der Mitte ein Diadem mit Aquamarin, in Silber montiert und gefaßt, von Fritz Schmerber-München, Lehrherr: Hofgoldschmied Th. Heiden; rechts der Deckelpokal (Silber, zum Teil vergoldet) ist von Joh. Stangl-München, Lehrherr: Hofgoldschmied Th. Heiden. Diese, sowie die übrigen preisgekrönten Lehrlinge erhielten ihre Preise bei Gelegenheit eines vom Bayrischen Kunstgewerbeverein veranstalteten festlichen Abends ausgehändigt. Der genannte Verein, dessen Zeitschrift wir die Überlassung der Abbildungen der Lehrlingsarbeiten danken, erwirbt sich mit diesen Veranstaltungen ein großes Verdienst um die Heranbildung eines tüchtigen, kunstgewerblichen Nachwuchses. Endlich auch noch ein Nachklang von der Silberhochzeit des deutschen Kaiserpaares. Die Stadt Altona hatte bei dieser Gelegenheit eine Schenkungsurkunde überreicht, für welche eine rote Ledermappe mit darauf befestigter Silberplakette angefertigt wurde. Die Silberplakette, entworfen von Direktor J. MittelsdorfAltona, wurde ausgeführt in Ätzung und Flachstich von unserem Mitarbeiter Albert Kahlbrandt in Altona. Es ist eine interessante und tüchtig durchgeführte Arbeit, an der nur die etwas leblose Haltung der Figur zu bemängeln ist. R. R.

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III. DEUTSCHE KUNSTGEWERBE-
AUSSTELLUNG, DRESDEN.

JARDINIERE, NACH ENTWURF VON PROF. KREISS, DRESDEN. AUSGEFÜHRT VON ED. FOEHR, HOFJUWELIER, STUTTGART.

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III. DEUTSCHE KUNSTGEWERBE- TAFELGARNITUR UND TAFELAUFSATZ, NACH ENTWURF VON PROF. KREISS, AUSSTELLUNG, DRESDEN. DRESDEN, AUSGEFÜHRT VON HOFJUWELIER ED. FOEHR, STUTTGART.

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