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IZUR ERINNERUNG
DEUTSCHE GOLDSCHMIEDE-ZEITUNG
MEDAILLE ZUR TAUSENDJAHRFEIER DER STADT WEILBURG.
GEPRÄGT VON WILH. MAYER & FRZ. WILHELM, STUTTGART.
MODELLIERT VON JOSEF KOWARZIK IN FRANKFURT A. M.

1904-1907

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HERERO-FELDZUG-ERINNERUNGS-MEDAILLE. GEPRÄGT VON DER MEDAILLENMÜNZE

A. WERNER & SÖHNE, BERLIN. MODELLIERT VON BILDHAUER A. M. WOLFF.

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Von der III. Deutschen Kunstgewerbe-Ausstellung in Dresden.

VI. Die Goldschmiedearbeiten in der Abteilung: Kunsthandwerkliche Einzelerzeugnisse.

von

n dieser Abteilung sollten, wie der Katalog sagt, „die für daß sie nach außen fallen können, wodurch die Blüte geöffnet

die einzelnen deutschen Bezirke besonders eigentümlichen erscheint und ihren Inhalt sehen läßt. Diese besteht aus einer > Kunstgewerblichen Leistungen« gezeigt werden“. Dieser kleinen Elfenbeingruppe, die irgend eine der Blüten am Baume Programmpunkt ist am wenigsten klar zur Ausprägung ge der modernen Kultur versinnbildlicht: Kunst, Handwerk, Schul

kommen und wohl auch von vornherein wenig glücklich wesen, Handel u. dgl. Die Spitze des Tafelaufsatzes bildet die aufgestellt. Wir haben zur Zeit wohl industrielle, aber keine Gruppe der Dresda selbst. Diese Elfenbeingruppen sind nach kunstgewerblichen Bezirke in Deutschland. Von kunstgewerb Entwürfen des Bildhauers Hudler von dem Elfenbeinbildhauer lichen Spezialitäten kann man nur bei einigen Städten reden. Weißenfels ausgeführt und erheben sich vermöge ihrer ernsten Diese Abteilung ist denn auch wenig mehr geworden als eine und gediegenen Durchbildung wesentlich über das Niveau der Verkaufsgelegenheit für feinere, kunstgewerbliche Leistungen. In sonst üblichen Elfenbeinschnitzereien. Die gegossenen Teile dieser Beziehung bot sie aber Hervorragendes. Namentlich war des prachtvollen Stückes stammen aus der Gießerei von Pirner hier eine Fülle von Kleinkunstarbeiten verschiedenster Her & Franz. Der ganze Tafelaufsatz ist so echt goldschmiedemäßig kunft, ohne den oft zwängenden Rahmen des Prinzipes der erdacht, und der ihm zugrunde liegende Gedanke so restlos Raumausstattung, zu einem fröhlichen Kunstbazar vereinigt. Die verkörpert, daß man an dieser glänzenden Leistung seine helle Ausgestaltung der einzelnen Kojen war eine sehr mannigfaltige, Freude haben muß. Das ist es ja, was so vielfach das Zuda sie jeweils von der betreffenden Stadt oder dem Staats sammenarbeiten Goldschmieden und Künstlern noch bezirk besorgt wurde.

unfruchtbar erscheinen läßt: daß den letzteren bei aller formalen Im Vordergrund des Interesses für unser Gewerbe steht Gewandtheit die goldschmiedemäßige Phantasie abgeht. Ich hier die Dresdener Abteilung Von Juwelier H. Th. Heinze denke dabei unwillkürlich an den in dem Raume der Leipziger (vergleiche unsere Spezialpublikation über dessen Arbeiten) Buchkünstler auch ausgestellten Tafelaufsatz der Stadt Leipzig fallen besonders drei stämmige Tafelleuchter auf, sicher und von dem bekannten Maler und Bildhauer Max Klinger. Hier weich in der Ausführung, nach Entwurf von Arch. M. H. Kühne ist eine gewaltige künstlerische Phantasie und Gestaltungskraft Ferner ein Tafelaufsatz, flott getrieben, mit eigenartig behandelten am Werke gewesen, und ein bedeutendes Kunstwerk ist entFassungen, in denen Malachit und Lapislazuli sitzen. Der Ent standen. Aber ein Goldschmiedewerk ist der Tafelaufsatz der wurf zu dieser schönen Arbeit stammt von Prof. Kreiß, Dresden. Stadt Leipzig nicht geworden, wenn auch alles daran in gutem Verschiedene Arbeiten von J. Th. Heinze sind nach eigenen Silber und edlem Material gearbeitet ist; denn, wenn wir schon Entwürfen gefertigt. Wir erwähnen hier einen großen Leuchter etwas in Feinmetall arbeiten, so dürfen wir uns nicht mit den und eine Anzahl Schmucksachen, deren Komposition mit glück rein künstlerischen Qualitäten begnügen, wir müssen auch verlichem Farbengefühl auf die verwendeten, meist hellfarbigen langen, daß das Thema und die Formgebung der Komposition Edel- und Halbedelsteine gestimmt ist, unter vielfacher Ver im Geiste des Materials und des Handwerks erdacht ist. wendung von weißem und blauem Email. — Eine hervorragende Nächst dem Tafelaufsatz ist das goldene Buch der Stadt Stellung nehmen in dieser Abteilung die Arbeiten des Juweliers Dresden ein hervorragendes Stück des Ratssilberschatzes. Er Ehrenlechner, Dresden, ein, den wir auch an anderer Stelle zu ist eine Arbeit von Prof. Otto Gußmann. In weißes Leder erwähnen Veranlassung hatten. Von ihm sind feine, originelle gebunden, ist es reich verziert mit Gold, Edelsteinen und | Schmuckstücke in Goldfiligran zu sehen und breit behandelte, farbigem Email. Den Buchdeckel schmückt eine schwungvoll derbkräftige Silberschmucksachen. Außerdem ist Juwelier gezeichnete, weibliche Figur in blauem Gewand, die weit ausEhrenlechner einer der bedeutendsten Mitarbeiter an dem hier schreitend Samen ausstreut. Die Umschrift sagt: Vorwärts ausgestellten neuen Ratssilberschatz der Stadt Dresden gewesen. schreitet die Kultur. Weiter folgen zwei Prunktintenfässer, Unter den Stücken dieses Ratssilberschatzes, bei dessen Ansicht das eine ist in Gold getrieben und mit Edelsteinen besetzt; man sich mit Stolz und Freude in die blühendsten Zeiten des es steht auf goldener Platte, die von elfenbeinernen Füßen gedeutschen Kunstgewerbes zurückversetzt wähnen möchte, nimmt tragen wird. Das prächtige Werk ist, nach Entwurf von Archider große Tafelaufsatz eine hervorragende Stelle ein. Er ist tekt Max Hans Kühne, von Hofjuwelier Mau ausgeführt. Das ausgeführt von den Juwelieren Ehrenlechner, Heinze und Berger, andere Tintenfaß nach Entwurf von Erich Kleinhempel nach Entwurf von Prof. Groß mit den Mitteln der Güntzsch ruht auf einem rechteckigen kastenartigen Unterbau und zeichnet Stiftung, denen die Stadt Dresden schon so manches Kunstwerk sich durch reiche Emailbehandlung aus. Außer anderen Stücken verdankt. Die Ausführung ist bemerkenswert sicher und breit, eine bronzene Wahlurne und zwei Glocken hat noch in feiner Vergoldung unter sparsamer Verwendung von Steinen. Juwelier Oskar Berger, Berlin-Friedenau (- früher in Dresden -) – Der Künstler hat für die Komposition die Grundlage eines zwei wirkungsvolle Prunkhämmer ausgeführt, nach Entwürfen hoch aufstrebenden Blütenschaftes gewählt ein ebenso von Margarete Junge und Gertrud Kleinhempel. origineller wie gefährlicher Gedanke, der nur allzuleicht zu Die Stadt Dresden hat mit diesen Prunkstücken der Goldnaturalistischer Unruhe hätte führen können; es gereicht dem schmiedekunst Werke erworben, die noch in späten Jahrhunderten Künstler wie dem Ausführenden in gleicher Weise zur Ehre, Zeugnis ablegen werden von dem hohen Stand künstlerischer daß diese Gefahr so glücklich vermieden wurde. Im Unterbau Kultur, den wir heute immerhin schon erreicht haben. sind Elfenbeintafeln mit Reliefs, Dresdener Architekturbilder In zweiter Linie ragt München in dieser Abteilung hervor, darstellend, eingelassen. Die aus dem Mittelschaft entspringenden speziell durch seine Metallarbeiten, in denen wahrlich von einzelnen Blüten sind für gewöhnlich knospenartig geschlossen. dem so oft prophezeiten „Rückgang Münchens als Kunststadt“ Ihre Blätter sind durch ein Scharnier beweglich verbunden, so nichts zu verspüren ist. G. Winhart & Co. und Steinicken &

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