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zauber mit den Rubinen Siams wetteifern, dann honigfarbene Spessartinen in Virginia, purpurne im Staate Washington, graue Perlen im Golf von Kalifornien, auch der Bergkrystall aus Kalifornien, North - Karolina und Virginia findet in Verbindung mit Halb - Edelsteinen vielfache geschmackvolle Verwendung in großen Zierstücken aus emailliertem Gold oder Silber.

Die Hauptmittelpunkte der amerikanischen Gold- und Silberindustrie sind New-York, Newark (New - Jersey), Providence (Rhode Island) und Philadelphia. Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung 1902 arbeiteten in diesem Jahre in 908 Betrieben 20676 Männer (ca. 400 jugendliche Arbeiter); der Wert der erzeugten Ware wurde, mit Ausschluß der Diamanten und Ganz-Edelsteine, auf 96501 000 Doll. veranschlagt; im Jahre 1850 hatte das Jahresprodukt noch nicht 2 Mill. Doll. erreicht. Aber auch während dieser Zeit hatte das Goldschmiedegewerbe nicht einen stetigen Fortschritt gezeigt; mehrere große Handelskrisen lähmten für längere Zeit das Geschäft und auch

die fünf Jahre Bürgerkrieg bedeuteten nicht nur fünf Jahre des Stillstandes, sondern fünf Jahre des Rückschrittes.

Der erste Juwelenbetrieb auf amerikanischem Grund und Boden war eine Glashütte in Jamestown, die bunte Glasperlen und Knöpfe erzeugte für den Tauschhandel mit den Indianern; im Jahre 1788 marschierten bereits in Philadelphia in dem großen Aufzuge zu Ehren der Annahme der Bundesverfassung 35 Goldschmiedemeister und -gehilfen mit. Was aber erzeugt wurde, war nur billige und geschmacklose Ware. Wer etwas besseres haben wollte, mußte in Europa einkaufen. Das hat sich nun heute wohl stark geändert. Gegenwärtig stehen die Vereinigten Staaten in bezug auf Konsum von Edelsteinen unbedingt an erster Stelle, nehmen aber auch in bezug auf Herstellung von Bijouterie-, Gold- und Silberwaren einen geachteten Platz ein. Und in den letzten Jahren sind aus Amsterdam und Rotterdam auch zahlreiche Diamantschleifer nach New-York ausgewandert.

M.

Unsere Bilder.

Für unser erstes Blatt haben wir eine Anzahl Arbeiten von zwei Hanauer Zeichnern zusammengestellt, die uns anläßlich unserer Frühjahrskonkurrenz (zur Erlangung von Schmuckmustern für den Kleingoldschmied) zugingen. Die Entwürfe zeigen in ihrer ruhigen, kräftigen Manier, bei der nur manchmal eine leise Eckigkeit stört, die gemeinsame Schulung Besonders rühmenswert ist das darin sich ausprägende Gefühl für gute Verhältnisse.

Mit dem zweiten Blatt setzen wir die Veröffentlichung der Arbeiten um den Gmünder F. W. Müller-Wettbewerb 1905 fort, welche uns von der Direktion der Fachschule in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurde. Die drei jungen Zeichner, die auf dem Blatt vertreten sind, streben besonders eine pikante und aparte Komposition an, die bei den meisten der Entwürfe auch zu glücklicher Durchbildung gediehen ist

Auf der dritten Illustrationsseite kommt die edle Ziseleurund Gravierkunst zu ihrem Recht. Die dort veröffentlichten Arbeiten sind aus der Gravier- und Ziselier - Anstalt von Carl Scheu in Breslau hervorgegangen. Die obere Abbildung stellt eine in Silber getriebene und gravierte Glückwunschkarte zu einer Silberhochzeit dar; sie wirkt besonders durch den schönen Gegensatz der straff gehaltenen Schriftgravierung zu den weichen Linien und Flächen der getriebenen Umrahmung. Ein nachahmenswerter Gedanke jedenfalls, einen Glückwunsch zu einem so bedeutungsvollen Tage auch einmal als künstlerische Edelmetallarbeit ausführen zu lassen, anstatt in vergänglichem Papier! Außerdem zeigen unsere Abbildungen noch einen Pergamentband mit getriebenen Metallbeschlägen und einem getriebenen Bilderrahmen, mit Rosenranken dekoriert, die sich der ersten Arbeit würdig anreihen.

Aus dem Atelier des Hanauer Emailmalers Otto Ulbrich stammt das fein durchgeführte Porträt Kaiser Wilhelms II.; der Grund des Gemäldes ist in transparenter gelber oder Goldemaille gegeben, von dem der ernste Kopf und die schwarze Husarenuniform des Kaisers sich wirkungsvoll abheben. Die zarte, überaus lebensvolle Durchführung des ganzen läßt sich freilich mit den Mitteln unserer Drucktechnik kaum vollständig wiedergeben.

Die Schützenkönigskette auf der gleichen Seite ist nicht etwa aus einem Museum abgebildet, sondern ist eine ganz

moderne Arbeit des Goldschmiedes Hermann Schmidhuber in Landshut, und ist gefertigt für die Armbrustschützengilde „Trausnitzer Fähndlein“ ebenda. Die Kette ist ganz in Silber gearbeitet, die Dächer feuervergoldet und das ganze patiniert. In ihrer Gliederung stellt sie die Umwallung des Burg Trausnitz dar, so daß der Schloßeingang das Bruststück bildet. Der Adler ist tiefschwarz oxydiert und patiniert, mit rotweißrot emailliertem Brustschildchen. Die Ketten sind zum Aufhängen der Schildchen bestimmt, welche die jeweiligen Schützenkönige stiften. So ist ein stattliches und würdiges Werk entstanden, das seinem Träger zum Schmuck gereichen mag, wie seinem Verfertiger zur Ehre.

Eine noch bedeutsamere Arbeit aus einer deutschen Juwelierwerkstätte zeigt unser letztes Blatt. Für den Deutschen Turnverein in Buenos Aires hat Professor Offterdinger in Hanau einen Pokal entworfen, der in der Werkstätte von Hofjuwelier Eduard Föhr in Stuttgart seine künstlerische Ausführung erhielt. An dem Postament sind vier Schilder angebracht, auf denen das deutsche und argentinische Reichswappen, sowie turnerische Embleme in farbiger Emaille dargestellt sind. In die dazwischen liegenden Felder sind die Namen der Stifter und die Widmung eingraviert; die Bekrönung bildet eine flott durchgeführte Turnerfigur.

Das ganze prächtige Goldschmiedewerk ist in gotischem Stil gehalten; möge es mit seinen harmonischen Verhältnissen, seiner eleganten Linienführung und seiner tadellosen Durchbildung unsern fernen Stammesbrüdern stets ein Zeugnis deutscher Kunst und deutschen Gewerbefleißes sein!

Ergänzender Bericht. In dem illustrierten Aufsatze in Nr. 51, Jahrg. 1905, der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“, „Die Uhrenausstellung in Nürnberg 1905“ haben sich einige kleine Irrtümer eingeschlichen, die wir hiermit berichtigen: 1) Auf Seite 217 ist die mittelste Uhr auf der mittleren Bildreihe nicht, wie die Unterschrift lautet, von Lauer & Kuhn, Villingen, sondern von Etzold & Popitz, Leipzig. 2) Auf Seite 214 ist von der Firma Etzold & Popitz ein „blaugrün patiniertes Messingschild mit eingesetzten gelben Glassteinen“ erwähnt. Wir erfahren nachträglich, daß es sich hier nicht um Glassteine, sondern um echte Bernsteindekorationen handelte.

R.

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