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Posadowsky abwinken, und die Beantwortung der Frage, ob und wird. Jetzt sind die Bestimmungen behördlicherseits verschärft wann die bestehenden Handelsverträge gekündigt würden, ab- worden, die dem Gerichtsvollzieher die Pflicht der Prüfung und lehnen. Mit Kanada ist ein Zollkrieg ausgebrochen und deutsche der Versagung seiner Mitwirkung bei derartigem schwindelhaften Waren unterliegen dort einem Zuschlagszoll von 13 des gegen Gebahren auferlegen. Die Gerichtsvollzieher dürfen Sachen, von wärtigen Zolles, der bei Gold waren jetzt schon 30%, bei Silber- denen anzunehmen ist, daß sie zum Zwecke der Versteigerung anwaren desgl. beträgt. Unser Geschäft ist freilich mit Kanada nicht gefertigt oder angekauft sind, überhaupt nicht verauktionieren. derartig, daß uns dieser Zollkrieg große Besorgnis einflößen könnte. Neue Sachen darf der Gerichtsvollzieher nur zur Versteigerung

Wir erwähnten eben die Schweiz. Sie ist es, die dem in- bringen, wenn der Auftraggeber eine Bescheinigung der Ortspolizeilauteren Wettbewerb im heutigen Geschäftsleben am schärfsten behörde darüber erbringt, daß dieser Versteigerung Bedenken nicht zu Leibe geht. Ein Freund unseres Blattes sendet uns das Ge- entgegenstehen. Solche Bedenken aber liegen auch dann vor, wenn setz des Kantons Luzern vom 26. November 1900. Da wird durch die Versteigerung die ansässigen Geschäftsleute am Platze gegleich in § 2 gegen die Schaufenster-Lockvögel Front ge- schädigt werden würden. Diese Vorschriften schließen sich eng an macht. Wer sich weigert, eine ausgestellte oder angekündigte diejenigen an, welche der preußische Handelsminister für die AuktioWare zu dem angegebenen Preise abzugeben, wird in Strafe ge- natoren erlassen hat. Es ist nun Sache der beteiligten Goldschmiede, nommen, auch ist die sofortige Entfernung der betreffenden Waren ihre Bedenken, ob der vom Gerichtsvollzieher angekündigten Veraus dem Schaufenster etc. anzuordnen. Das Hula-Galla-Schneeballen- steigerung unlautere Zwecke zu Grunde liegen, der Polizeibehörde 11. S. W. System wird ebenfalls als unlauterer Wettbewerb verfolgt oder dem Gerichtsvollzieher vorzutragen und so auch ihrerseits und jeder Ausverkauf ist unter polizeiliche Kontrolle gestellt und zur Beseitigung der oben gerügten Mißstände mitzuwirken. bedarf der vorherigen Genehmigung des Polizeidepartements. Nur Die vom Ausschuß des deutschen Handelstages zur Erwägung wer zwei Jahre Ortseingesessen ist, darf einen Ausverkauf und der Frage, wann ein Handwerks- oder Fabrikbetrieb rorzwar nur aller drei Jahre einmal veranstalten. Eine Ergänzung liegt, eingesetzte Sonderkommission hat in Leipzig getagt und (les Warenlagers ist nach § 7, Abs. 7 unstatthaft. Das ist sehr festgestellt, daß die der Handwerksorganisation zu Grunde liegende vernünftig! Wenn wir nur auch endlich so weit wären! Das Unterscheidung zwischen dem Begriffe ,Fabrik“ und „Handwerk Landgericht Bochum hat allerdings jetzt auch eine dortige Firma nach den heutigen Verhältnissen in befriedigender Weise überhaupt zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. weil sie für 32 500 Mark nicht durchführbar sei. Man will eine Verbesserung des Verfahrens nachgeschoben hatte. Aber charakteristischerweise sagt das Land- in Streitigkeiten, welche diese Frage berühren, herbeiführen. Es gericht, daß es der Firma freigestanden hätte, für 13 200 Mark soll eine weitere Beschwerdeinstanz an das Oberverwaltungsgericht Waren nachzuschieben. Das sind die bekannten 10 Prozent des oder die Landeszentralbehörden geschiaffen werden. Die vReichsgerichts, welche die unlauteren Austerkäufe begünstigen. genannten zusammengesetzten und gemischten Betriebe sollen in

Daß sich die Behörden, wie wir oben in der Schweiz sehen, Zukunft sowohl hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zu den Zwangsmit den Schaufenstern beschäftigen, ist in der Ordnung. In inniungen und Handwerkskammern, als auch hinsichtlich ihrer Deutschland tun sie es auch. Hier haben sie aber nur ihre Sorge, Eintragspflicht zum Handelsregister als einheitliches Ganzes biedaß die gewaltige Frömmigkeit des deutschen Volkes nicht durch handelt werden. Der Bundesrat soll die Merkmale für Fabrik und offene Schaufenster am Sonntage leidet. Es könnte doch ein Handwerke festsetzen und an diese Bestimmungen sollen die Beehrsamer Bürger durch den Anblick der Gold- und Silberwarenhörden gebunden sein. Das ist gut gemeint, aber wir fürchten, in seinen heiligsten Gefühlen verletzt werden, wenn er gerade daß es auch dem Bundesrat nicht gelingen wird, die Merkmale in der Kirchzeit zum - Frühschoppen wandelt! Erfreulicher- so festzusetzen, daß die jetzt bestehenden zahlreichen Streitigkeiten weise mehren sich die Kundgebungen gegen das Verhängen der beseitigt werden. Die Frage läßt sich tatsächlich nur von Fall Schaufenster. Jetzt haben sich der Rat der Stadt Rostock, zu Fall entscheiden. die Chemnitzer Handelskammer, die Handelskammer der Nieder In Wien ist am 25. April nunmehr der Verband der Edellausitz und die Kieler kaufmännischen Vereine gegen das Ver- metall- und Uhrenbranche gegründet worden. Als Präsident hängen der Schaufenster ausgesprochen. Trotzdem hat der Polizei- wurde Herr Ludwig Sameck (Firma Gebrüder Sameck) gewählt. präsident von Berlin in die neue Polizeiverordnung vom Der Jahresbeitrag beträgt 50 kronen. Die Zwecke und Ziele sind 27. März 1903 in $ 6 wieder das Blenden der Schaufenster in der Hauptsache dieselben, wie diejenigen unseres deutschen sanktioniert! Man sollte doch lieber alles zur Erleichterung des Verbandes. Wie sehr dabei auch das Bestreben zu Tage tritt. Handels tun! Wurden doch im Jahre 1902 im deutschen Reiche für die Wohlfahrt der Angestellten einzutreten, hat sich mehrfach wieder 11911 Anträge auf Eröffnung des Konkursverfahrens bei den Verbandsverhandlungen gezeigt. Die Berliner Juwelier-, gestellt! Die Feinde des Geschäftsmannes sind vielköpfig wie Gold- und Silberschmiede-Innung hat bekanntlich, was ebendie Hydra. Die Warenhäuser stehen dabei obenan. Zu einer falls als ein Ausfluß der Hebung und Förderung der Lage der gewaltigen, stürmischen Demonstration gegen die Angestellten anzusehen ist, eine Fachschule errichtet, die trotz Münchener Warenhausprojekte gestaltete sich die den der kurzen Zeit ihres Bestehens erfreulicherweise schöne Erfolge 16. April vom Allgemeinen Gewerbeverein in München einberufene aufzuweisen hat. Die Schule ist jetzt als Fachklasse zur zweiten Versammlung. Man forderte strenge Bauvorschriften, Revisionen Handwerkerschule angegliedert worden, was sicherlich zu ihrer der Warenbestände und die Anwendung des gesetzlich zulässigen weiteren kräftigen Entwickelung beitragen wird. Der Unterricht Höchststeuersatzes von 3%. auf die Warenhäuser. Die ganze erstreckt sich nach dem trefflich ausgearbeiteten Lehrplan auf Einwohnerschaft Münchens soll aufgefordert werden, insbesondere allgemeinen Fortbildungsschulunterricht, Zeichnen, Modellieren. die Frauen, die Warenhäuser zu meiden. Einige Söldlinge der Treiben in Metall u. S. W. Möge auch das Schuljahr, welches Warenhäuser versuchten Skandal zu machen, wurden aber an die am 3. Mai begonnen hat, ein reich gesegnetes zum Nutzen und frische Luft befördert und dort von den Polizeiorganen in liebe- zur Ehre der deutschen Goldschmiedekunst sein! volle Behandlung genommen. Freilich einen praktischen Vorteil Wieviel für die Angestellten geschicht, kann man schon daraus haben die Protestversammlungen bislang noch nicht gebracht. sehen, daß aus der Unfallversicherung im letzten Jahre 834 566 PerDie Warenhans Freundlichkeit der Behörden ist zu intensiv, um sonen 107 205 573 Mk., aus der Invalidenversicherung 1 110 000 von dieser Seite etwas zu erwarten.

Personen 121 000 000 Mark und aus der Krankenversicherung Um so erfreulicher ist es, daß der preußische Justizminister in 4 800 000 Personen 206 000 000 Mk., zusammen 6 735 000 Pereiner anderen Angelegenheit dem Handel und Gewerbe zu Hilfe sonen 434 205 573 Mk, erhielten. gekommen ist. Man weiß, in welcher durchtriebenen Weise Der Geschäftsbericht der Süddeutschen Edel- und Indie Form der öffentlichen Versteigerung durch den Ge- edelmetall-Berufsgenossenschaft weist im Jahre 1902 insrichtsvollzieher zu schwindelhaften Verkäufen benutzt gesamt 2118 Betriebe mit 58 208 Vollarbeitern auf. An Ent

schärligungen wurden 247 059 Mk. 9 Pf. gezahlt. Die nationale Krankenkasse der deutschen Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen in Schwäbisch-Gmünd feierte das Fest ihres 25 jährigen Bestehens. Die Klippen, die solchen Kassen sich bieten, sind glücklich umschifft worden, und die Kasse hat hente 125 Verwaltungsstellen mit nahezu. 15 000 Mitgliedern. Ihr Reservefonds beträgt 277 360 Mk. Das ist zweifellos ein schöner Erfolg auf dem Gebiete sozialer Selbsthilfe und wir wünschen der Kasse im Silberschmuck auch ferneres Blühen und Gedeihen. Ein Notschrei kommt aus den Kreisen der Etusmacher Berlins! Die „Buchbinder-Zeitung gibt Aufklärungen über die Lehrverhältnisse, die sich als überaus ungünstig, namentlich bei den Arbeiterinnen, darstellen. Die Etuisfabrikation wird mehr und mehr zur Saisonarbeit, so daß in der flauen Zeit

zahlreiche Arbeiter entlassen werden, die in Not geraten, da sie von ihrem Lohn nichts für die Zeit der Arbeitslosigkeit zurücklegen können. Eine Besserung wird freilich erst erzielt werden, wenn die Preise für die Etuis nicht mehr so gedrückt werden, wie es jetzt meist der Fall ist.

Eine Leipziger Firma läßt ihre Reisenden mit Vorliebe die Beamten besuchen. Dieselben sprechen bei den Staats- und städtischen Unterbeamten von Amtsstelle vor und holen sich Aufträge auf goldne Ketten, Brillantringe u. s. w., welche gegen Teilzahlungen abgegeben werden. Wir haben selbstverständlich bei den betreffenden Behörden Schritte getan, um ein Verbot des Empfanges solcher Geschäftsreisenden zu erwirken.

Die Goldschmiede in Magdeburg und Mannheim haben den Achtuhr-Ladenschluß eingeführt.

QILD

These De Schnittdie Kirchen-Sehat die Weihe

merbanden italienern zeigen, wash jaranngemis

Willkommen in Köln!

Qui non vidit Coloniam, non vidit Germaniam. Willkommen in Köln! tönt es schon jetzt vom Strande des einen Festvortrag des Herrn Dr. von Falke über die Kölnische grünen Rheins herüber. Im alten heiligen Köln wird diesmal Emailschule des 12. Jahrhunderts die Weihe erhalten werden, der Verbandstag der Juweliere, Gold- und Silberschmiede ab- Die Führung durch die Kirchen-Schatzkammern hat Herr Domgehalten werden, und wer, wie unsere Redaktion, schon Gelegenheit kapitular Dr. Schnütgen übernommen, und es werden sich hier gehabt hat, im Kreise der Kölner Goldschmiede deren Herzlichkeit den Goldschmieden Wunderwerke ihrer Kunst vor Augen stellen. und Lebens- und Berufsfreudigkeit kennen zu lernen, der weiß, Im Kunstgewerbemuseum wird eine Ausstellung von Erzeugnissen daß die Tage von Köln, die vom 31. Juli bis 4. August währen, aus Werkstätten der Verbandsmitglieder zeigen, daß auch heute genußreiche und für den Verband ehrenvolle sein werden. Es die deutsche Goldschmiedekunst noch in Ehren besteht und die vermag wohl kaum eine zweite Stadt soviel Sehenswürdigkeiten neuen Meister den alten gleichen an Liebe zur Kunst, an Eifer und Schönheiten zu bieten wie Köln, die stolze Metropole des im Dienste der Schönheit! Diese Ausstellung von Werken Rheinlandes. Da grüßt uns der ehrwürdige Dom, dieses Meister- neuer Goldschmiedekunst und eine kleine Fachausstellung werk deutscher Baukunst, da ragen die zahlreichen Kirchen empor, von Hilfsartikeln und Werkzeugen werden dem dermaligen die uns die romanische Baukunst in ihrer Vollendung zeigen, da Verbandstage noch ein besonderes Relief geben. Der Sonntag erinnern Rathaus und Gürzenich, Wahrzeichen Kölns, an seine schließt mit einer karnevalistischen Sitzung, bei der der ruhmreiche Vergangenheit in Handel und Gewerbe. In den Humor echt kölnischer Art zu seinem Rechte kommen wird. Am Räumen des Rathauses fand einst der erste allgemeine Hansatag Sonntag und Montag werden die Beratungen fortgesetzt und am statt, während die Hallen des Gürzenich in erster Linie als Lager- Dienstag findet die Fahrt ins Siebengebirge per Salondampfer raum für die von dem Hansabund eingekauften Waren dienten. statt. So ist neben den ernsten Beratungen auch dem KunstKöln ist heute noch der erste Handelsplatz Westdeutschlands und und Naturgenuß sein Recht eingeräumt worden. Der Verein der hat sich im Kunstgewerbe den hohen Ruf bewahrt, den es einst Juweliere, Gold- und Silberschmiede vom Rheinland schon besessen. Und wie reich ist die edle Colonia Agrippinensis und Westfalen, mit Herrn Karl Becker an der Spitze, bat mit Naturschönheiten bedacht. Das Herz wird Euch aufgehen, in echt kollegialer Gesinnung dafür Sorge getragen, daß so leicht deutsche Goldschmiede, wenn Ihr an den Ufern des Rheinstroms niemand die Tage von Köln vergessen wird, der den Wanderstab das herrliche Siebengebirge auftauchen seht, dessen Reize uner- ergreift und zum Vater Rhein pilgert. Möge auch dieser Tag schöpflich sind! Freitag, den 31. Juli, wird ein Begrüßungsabend ein imposanter werden! Mögen die deutschen Goldschmiede aus die Teilnehmer einander näher bringen. Am Sonnabend beginnen nah und fern an den deutschen Rhein eilen, um dort aufs neue die Verhandlungen im Festsaale der Bürgergesellschaft, die durch ein schönes, ruhmreiches Denkmal ihrer Einigkeit zu setzen! P.

Chemische Spaziergänge.

Von Dr. Hans Braun, Berlin. Cyankalium – Kochsalz – Blausäure – Bittere Mandeln – Mostrich – Mandelseife – Marzipan – Eine Cyankalium

Vergiftung – Nutzanwendung.

„Weshalb riecht eine Cyankaliumlösung nach bitteren Mandeln?" fragte mich kürzlich ein Goldschmied, dessen Werkstatt ich betrat in einem Augenblick, da gerade ein silberner Lorbeerkranz mit jener Lösung gereinigt wurde.

„Und woran liegt es, daß bittere Mandeln nicht nach Blausäure riechen, wohl aber danach schmecken?"

Es hat lange gedauert, ehe unsere Weisen dieses Rätsel der Natur zu lösen vermochten; heute wissen wir aber, daß jene Er

scheinung auf den denkbar einfachsten chemischen Reaktionen beruht.

Die Blausäure — vielen vielleicht als Flüssigkeit bekannt – ist in Wirklichkeit ein Gas, welches in wässeriger Lösung vorrätig gehalten wird. Man sollte es eigentlich kaum glauben, daß Wasserstoff, Stickstoff und Kohle, drei Körper, welche man eigentlich nicht als giftig bezeichnen darf, chemisch aneinander gebunden so gefährliche Eigenschaften aufweisen können, wie Blausäure. In ihrem Verhalten ähnelt sie ungemein der Chlorwasserstoffsäure, Farbstoffe. Anilinfarben nennt man sie, die richtige Bezeichnung oder, um eine allgemein bekannte Bezeichnung zu gebrauchen, aber lautet: Teerfarbstoffe. der Salzsäure. Der wissenschaftliche Ausdruck „Chlorwasserstoff Mit Benzaldehyd erzeugt man in weißen Kokosölseifen den entspricht genau der Zusammensetzung des Körpers. Chlor ist Bittermandelgeruch, um sie dann unter der Bezeichnung Mandelan Wasser gebunden und dieser Wasserstoff kann unter geeigneten seife in den Handel zu bringen. Der Bäcker und Konditor verUmständen durch Metalle ersetzt werden. Benutzen wir als Er- wendet ihn als Aromatikum und leider wird er auch dazu besatz des Wasserstoffs Gold, so erhalten wir Chlorgold, benutzen nutzt, um Marzipan zu verfälschen. Letzteres ist bekanntlich wir Zink, so heißt die neue Verbindung Chlorzink, setzt man ein fein gestoßenes Gemisch von süßen und bitteren Mandeln Natrium an Stelle des Wasserstoffs, so gelangt man zum Chlor- mit Zucker. Das gefälschte Marzipan dagegen besteht aus irgend natrium — dem Kochsalz. Weil der Chlorwasserstoff zuerst im einem stärkemehlhaltigen Körper, welcher mit Benzaldehyd parKochsalz entdeckt wurde, hatten ihn die alten Chemiker Salzsäure fümiert ist. genannt.

Es gibt aber noch einen dritten Körper, der nach bitteren Bei der Blausäure liegen die Verhältnisse ähnlich. Dem Mandeln oder nach Blausäure riecht, das Nitrobenzol. Es wird Chlor entspricht eine feste, solide Verbindung des Stickstoffs mit ebenfalls zum Parfümieren von Seifen, meist aber nur vor sehr Kohlenstoff, welche man als Cyan bezeichnet, ein stechend rie- wohlfeilen Seifen benutzt. chendes Gas. An Wasserstoff gebunden, liefert dieses Gas die Blausäure gehört zu denjenigen Säuren, die vom chemischen ebenfalls gasförmige und stark giftige Cyanwasserstoffsäure oder Standpunkt aus den schwächsten Säurecharakter besitzen. Sogar kurzweg Blausäure genannt. Ersetzt man in dieser Verbindung die Kohlensäure der Luft bringt es schon fertig, aus dem Cyanden Wasserstoff mit Kalium, so erhält man Cyankalium, welches kalium die Blausäure frei zu machen. Und hierin liegt also auch in Stangen gegossen für den Goldschmied einen höchst wichtigen der Grund, weshalb Cyankalium nach Blausäure riecht, denn die Körper darstellt.

Einwirkung der Kohlensäure ist eine beständige. Läßt man z. B. Blausäure und Cyankalium kommen in der Natur als solche

ein Stückchen Cyankalium längere Zeit offen an der Luft liegen, nicht vor, wohl aber finden wir hochorganisierte Verbindungen,

so wird man über kurz oder lang keine Blausäure mehr nackwelche kleine Mengen Cyanwasserstoffsäure oder deren Abkömm

weisen können. Die atmosphärische Kohlensäure hat die Blaulinge bei Zersetzungserscheinungen frei machen.

säure vollständig verdrängt und wir haben nunmehr nur noch Es gibt bekanntlich zwei Sorten Mandeln; sogenannte süße

kohlensaures Kali oder Pottasche vor uns. und bittere. Unter dem blauen Himmel Spaniens gezogen oder

Die Giftigkeit des Cyankaliums ist somit in gewisser Bean der Nordküste Afrikas gewachsen, bilden beide Sorten wich

ziehung eine beschränkte. Mir selbst ist im Leben ein Fall tige Handelsartikel. Die Kultur der Bäume, die etwa unseren

passiert, wo sich ein lieber Fachgenosse unglücklicher Liebe wegen

das Leben nehmen wollte. Der Mann war ein Melancholiker und Kirschbäumen gleichen, reicht weit bis ins Altertum zurück. Die beiden Mandelsorten wachsen nicht etwa auf einem Baum, sondern

trug schon seit vielen Jahren ein Stückchen Cyankalium mit in

der Tasche herum. Als jener verhängnisvolle Augenblick gestellen Variationen vor, wie wir sie alle unter den Äpfeln etwa als Goldreinetten oder Hasenköpfe kennen. In den bitteren

kommen war, verschluckte er den Inhalt seines Fläschchens und Mandeln findet sich ein Körper, ein Glykosyd, Amygdalin genannt.

siehe da — der Gute lebt heute noch. Er hatte nämlich PottKommt letzteres mit Wasser in Berührung, so bildet sich bei

asche gegessen. Gegenwart von Emulsin, welches ein normaler Bestandteil der

Blausäure und ihre Salze gehören zu den heftigsten Blutbitteren und süßen Mandeln ist, Traubenzucker, Benzaldehyd und

giften. Die Wirkung des Cyankaliums im Magen ist eigentlich Cyanwasserstoff. Die Substanzen, die den „Bittermandel - Geruch

dieselbe wie die der Blausäure. Durch den Magensaft, der stets

eine gewisse Menge Salzsäure enthält, wird die Blausäure in und -Geschmack“ hervorbringen, sind also als solche nicht in der

Freiheit gesetzt und kann so zu ihrer gefährlichen Wirkung geMandel, sie bilden sich erst beim Befeuchten. Dieser Moment tritt ein, wenn wir eine bittere Mandel zerbeißen. Bei den Kirsch-,

langen. Mit einer kaum glaublichen Schnelligkeit dringt sie in

das Blut. Und hieran liegt es auch, weshalb bei absichtlichen Pflaumen- und Apfelkernen treten dieselben Reaktionen ein.

oder unabsichtlichen Vergiftungen nur so schwierig Hilfe zu bringen Derartige Erscheinungen kommen übrigens in der Natur

ist. Vor allen Dingen kommt es also bei Gegenmitteln darani häufiger vor. Senfsamen ist, sofern das darin enthaltene Öl

an, die Blausäure möglichst schnell zu binden. Mit Milch gemischt nicht etwa ranzig geworden ist, ebenso geruchlos wie bittere

gebe man dem Unglücklichen Salmiakgeist zu trinken und lasse Mandeln. Bringt man aber Wasser mit dem Senfsamen in Be

ihn außerdem an Chlor riechen. Da dieses aber in der Regel nicht rührung, so entwickelt sich Senföl, eine ölige Flüssigkeit mit

vorhanden sein wird, behilft man sich am schnellsten, wenn man scharfem Senfgeruch und von beißendem Geschmack, den wir im

eine Hand voll Chlorkalk auf eine Untertasse gibt und Essig darüber Mostrich so lieben. Bei der Anwendung eines Senfpflasters oder

gießt. Die Hauptsache ist aber, einen Arzt zu rufen. des Senfteiges beruht die Wirkung des Heilmittels ebenfalls auf

Doch nun die praktische Nutzanwendung: dem Senföl.

Lösungen von Cyankalium sind für den jedesmaligen Gebrauch Bei der Zersetzung des Amygdalins war aber außer Blau- frisch zu bereiten. Alte Lösungen verlieren ihre Wirkung. säure, wie wir gesehen haben, noch Benzaldehyd entstanden, eine Das Gefäß muß absolut sauber sein und darf vor allen Dingen Flüssigkeit, welche sich gleichfalls durch ihren bittermandelartigen

nicht die geringste Spur Säure (Schwefelsäure, Salzsäure oder Geruch auszeichnet oder, um es richtig zu sagen, der Benzal Salpetersäure) enthalten. Diese entbinden Blausäure, welche eindehyd ist gerade derjenige Körper, welcher den Bittermandel

geatmet Unglücksfälle herbeiführen kann. geruch hervorruft. Riecht er doch viel intensiver nach bitteren

Personen mit Wunden, und seien es auch nur kleine Kratzer Mandeln als die Bläusäure selbst.

an den Händen, sollen überhaupt nicht mit Cyankalium arbeiten. Benzaldehyd wird künstlich dargestellt aus gewissen Bestand Zum Schutze pinsele man in solchen Fällen die fraglichen Stellen teilen des Steinkohlenteeres, jenem unangenehmen Nebenprodukt mit Kollodium oder Traumaticin (eine Guttaperchalösung in Chloroder Gasfabrikation. Früher wollte niemand etwas mit diesem form) ein, um die Wunde mit eine wasserdichten Decke zu

Teer zu tun haben, er galt als Nebenprodukt lästigster Art und überziehen. heute ist er ein gesuchter und wertvoller Artikel, weil er als Man halte stets Salmiakgeist und Chlorwasser (in der ApoAusgangsmaterial dient für unsere vielen künstlichen organischen theke erhältlich) vorrätig.

Bláusäure send dargestellt aus men Nebenp

Minderung des Arbeitslohnes bei mangelhafter Arbeitsleistung.

gewerbe oder einschen dem ang

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Die Festsetzung der Verhältnisse zwischen den selbständigen Gewerbetreibenden und den gewerblichen Arbeitern, also namentlich des Dienstvertrags, ist Gegenstand freier Übereinkunft, soweit nicht die Reichsgewerbeordnung gewisse Beschränkungen einlegt. Wo ein Dienstvertrag oder eine Fabrikordnung fehlt, entscheidet das Gesetz über Anstände zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeiter.

Schon die Reichsgewerbeordnung hat in Bezug auf die Arbeitsleistungen der gewerblichen Arbeiter in $$ 121 und 134 den Satz aufgestellt, daß die Arbeiter „den Anordnungen der Arbeitgeber in Beziehung auf die ihnen übertragenen Arbeiten Folge zu leisten haben.“ Und es hat nach Gerichtsentscheidungen der Arbeiter sowohl in Bezug auf den Gegenstand der Arbeit, als auf die Zeit ihrer Fertigstellung, sowie der Art und Güte ihrer Beschaffenheit den Anordnungen des Arbeitgebers zu folgen.

Und wie hat der Arbeiter seine Leistung zu vollbringen?

Es ist eine sogar vom Bürgerlichen Gesetzbuch ausdrücklich in einen allgemeinen Rechtsatz gekleidete Voraussetzung, daß der Dienstverpflichtete seine Arbeit nach den Regeln seines Handwerks in der Vertragsmässigen oder ortsüblichen Weise und Güte zu verrichten hat.

Das Bürgerliche Gesetzbuch sagt: Der Schuldner ist verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. Und ,,Schuldner" ist im vorliegenden Fall der Arbeiter.

Der Arbeiter hat daher für vorsätzliche oder fahrlässige Schädigung aufzukommen. Vorsätzlich handelt, wer trotz des Bewußtseins, daß seine Tätigkeit gegen seine Verpflichtung verstößt, diese unternimmt; fahrlässig, wer zwar nicht weiß und

will, daß er Schaden bringt, aber dies bei einiger Aufmerksamkeit wissen könnte.

Der Lohn wird nur für gehörige Arbeit gezahlt.

Es kann also ein Arbeiter für Arbeit, welche infolge Abweichens von diesen Regeln mangelhaft ausfällt, auf alle Fälle nur einen entsprechend geminderten Lohn beanspruchen. Außerdem kann unter Umständen seitens des Arbeitgebers noch Anspruch auf Schadenersatz (z. B. für verdorbenes Arbeitsmaterial) erhoben werden.

Wo die Arbeit vom Arbeiter im Akkord hergestellt wird, ist der Lohn in der Regel überhaupt nur dann fällig, wenn die ausbedungene Arbeitsleistung gehörig hergestellt worden ist. Für Pfuscharbeit kann der Arbeiter eben keinen oder doch bloß entsprechend geminderten Lohn beanspruchen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen und zwar in Fällen, wo den Arbeiter an dem Mißglücken einer Arbeit keine Schuld trifft. So zahlen z. B. die Berliner Metallgießereien den Akkordlohn auch für sog. Ausschuß, es sei denn, daß dem Arbeiter ein Verschulden nachgewiesen werden kann.

Wie kann sich nun der Arbeitgeber den Schadenersatz sichern?

Dem Arbeitgeber ist zu raten, daß er durch die Arbeitsordnung oder den Dienstvertrag mit seinen Arbeitern vereinbart, er habe das Recht, bei den einzelnen Lohnzahlungen 1/4 des für die letzte Lohnzahlungsperiode fälligen Lohnes zum Zwecke der Sicherheitsleistung für Schadenersatz einzubehalten. Der einbehaltene Lohn darf jedoch nach der Reichsgewerbeordnung im Gesamtbetrage den Betrag eines durchschnittlichen Wochenlohnes nicht übersteigen. Eine solche Vereinbarung ist von der Gewerbeordnung nicht verboten.

Pflicht zur Lohnzahlung während militärischer Übungen.

Die herangekommene Zeit der Reserve- und Landwehrübungen, zu denen u. a. auch zahlreiche Arbeiter einberufen zu werden pflegen, bringen die Bedeutung des § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs jedem Arbeitgeber zu fühlbarem Verständnis; denn er ist in der Regel verpflichtet, seinem Arbeiter oder Angestellten während dieser Zeit den Lohn weiter zu bezahlen.

Nach § 616 wird nämlich der zur Dienstleistung Verpflichtete des Anspruchs auf die Vergütung (Lohn) nicht dadurch verlustig, daß er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Das Gesetz geht hierbei davon aus, daß der Prinzipal damit zu rechnen hat, daß eben auch der Angestellte in kürzeren Zwischenräumen, 2. B. durch Krankheit, dringende häusliche Abhaltungen und ähnliches an der Leistung der Dienste verhindert wird. Er kann aber dann, wenn der Angestellte „für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ seiner Arbeit nicht nachkommen kann, diesen weder entlassen, noch ihm den Lohn vorenthalten. Freilich gilt dies nicht, wenn etwa gerade die Zeit, während deren der Angestellte an der Leistung seiner Dienste verhindert würde, für den Prinzipal besonders wichtig war. Es ist beispielsweise der Wirt, wenn ein Aushilfskellner wegen einer unaufschieblichen Reise in Familienangelegenheiten gerade am Sonntag vom Dienst wegbleibt, nicht verpflichtet, den Lohn zu bezahlen, während z. B. einem Dienstboten, der einige Tage wegbleiben muß, der Lohn nicht gekürzt werden darf. Die Frage, ob es sich um eine „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit handelt, ist jeweils dem richterlichen Ermessen unterstellt.

So hat z. B. die Rechtsprechung in der überwiegenden Mehrzahl der uns bekannten Gerichtsurteile den Anpruch des Arbeiters (Gesellen, Gehilfen) auf Weiterzahlung des Lohnes während einer kurzen d. h. zwölf- oder vierzehntägigen militärischen Übung anerkannt. Bei den Handlungsgehilfen wird ganz allgemein eine vierzehntägige Verhinderung nicht als erheblich angesehen und der Gehilfe kann in solchen Fällen auf richterliche Anerkennung des Gehaltsanspruchs rechnen. Es liegen überdies Gerichtsentscheidungen vor, wonach der § 616 auch den Akkordarbeitern zugute kommt. In einem uns bekannt gewordenen Fall beanspruchte ein Arbeiter, der zu einer fünfzehntägigen militärischen Übung einberufen worden war, von seiner Firma für diese Zeit eine Lohnentschädigung in Höhe seines Durchschnittsverdienstes im Betrage von 52 Mark. Die Firma verweigerte die Zahlung und machte geltend, eine Verpflichtung aus § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestehe nicht, weil der Kläger im Akkord gearbeitet und nicht im Wochenlohn gestanden habe. Das Gewerbegericht verurteilte die Firma zur Bezahlung von 52 Mark abzüglich der für die 15 Tage erhaltenen Löhnung. Das Gericht ging davon aus, daß hier § 616 zutreffe. Kläger sei durch die militärische Übung ohne sein Verschulden verhindert gewesen, den Arbeitsvertrag zu erfüllen und 15 Tage seien auch eine „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit".

Aussicht auf Erfolg im Klageweg besteht also für den Arbeitgeber in solchen Fällen nicht, dagegen kann sich der Arbeitgeber vor übermäßiger Belastung dadurch schützen, daß er in den Arbeitsvertrag eine die Bestimmung des $ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ausschließende Vereinbarung aufnimmt.

1. Ordentliche Mitgliederversammlung
des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Rheinland und Westfalen

am 26. April 1903 zu Köln, im Stimmsaale des Gürzenich. Der Vorsitzende Carl Becker eröffnet die Sitzung um 2 Uhr kommenden Fabrikanten hätten auch dieser neuen Vereinbarung 35 Minuten mit einer Begrüßung der erschienenen Mitglieder. gegenüber ihre Zusage aufrecht erhalten, an Nichtbeteiligte bei

Der Namensaufruf ergibt die Anwesenheit von 50 Mitgliedern, Verkauf unter Konventionspreisen Bestecke nicht mehr zu liefern. außerdem sind mehrere Gäste eingeführt worden.

Heute zähle die Konvention 141 Beteiligte, diejenigen Vereinsmit. Zu Punkt 1: Geschäftsbericht nimmt der Vorsitzende das glieder, welche nicht unterschrieben, hätten ganz kleine Geschäfte Wort. Nachdem am 13. April v. J. im gleichen Saale die Kon und ihr Besteckverkauf sei unwesentlich. In den Preislisten verstituierung des Vereins erfolgt sei, habe er in der heutigen ersten Schiedener Fabrikanten seien Aenderungen, die u. a. für Fischefordentlichen Mitgliederversammlung über das abgelaufene Geschäfts bestecke eingetreten seien, noch nicht berücksichtigt, er empfehle jahr zu berichten, was er in möglichst gedrängter Kürze zu tun daher bei Abgabe von Offerten, sich vorher über die Tagespreise gedenke.

zu informieren. Die Fabrikanten würden eine Richtigstellung der Das Königliche Amtsgericht Abteilung III, 2 zu Köln habe die Listen in nächster Zeit erfolgen lassen. Ueber den Abschluß eingereichte Satzung genehmigt und auf Antrag den Verein am weiterer Besteckpreis-Konventionen in Deutschland sei leider nicht 3. Mai v. J. unter No. 38 in das Vereinsregister eingetragen.

allzu Günstiges zu berichten. Trotz aller Mühe und Arbeit stecke Die Aufnahme des Vereins als Mitglied in den Verband deutscher man meist noch in den Vorbereitungen. Die Hauptschuld liege an Juweliere, Gold- und Silberschmiede sei in der Vorstands-Sitzung einigen Berliner Firmen, welche es ablehnen, an Konventionen des Verbandes zu Berlin am 30. April v, J. erfolgt, unter Aner- teilzunehmen, um nicht in ihrem Geschäftsprinzip, billige Besteckkennung des Vorbehalts auf einen Antrag zur Abänderung der preise als Reklamemittel und Köder für die Kundschaft anzu. vorliegenden Abfassung der Satzung des Verbandes.

wenden, behindert zu sein. Trotzdem, und möge es kommen wie Bei der Gründung habe der Verein 145 Mitglieder gezählt, von es wolle, für Rheinland und Westfalen solle die Konvention hochdenen nachträglich zwei durch den Ausschuß wieder gestrichen gehalten werden, denn die segensreichen Folgen derselben hätten werden mußten, auf Grund bekannt gewordener Tatsachen, welche alle Beteiligten dankbar empfunden. die Betreffenden als nicht geeignet erscheinen ließen. Bis zum Wegen des Detaillierens von Fabrikanten seien verschiedentlich Schlusse des Geschäftsjahres, 31. Dezember 1902, seien weitere Klagen eingelaufen; auf erhobene Beschwerde bei den betreffende11 5 Mitglieder ausgeschieden, eines auf seinen Wunsch, die anderen Firmen sei die Versicherung gegeben worden, daß weiterhin derwegen Geschäftsaufgabe oder weil sie in Konkurs geraten waren artige Geschäfte nicht mehr gemacht werden würden. Da ron und den Beitrag für 1902 nicht zahlten. Dagegen wurden 13 Mit Seiten des Verbandes in dieser Sache sehr scharf aufgepakt und glieder neu aufgenommen, so daß der Verein am Schlusse des ersten vorgegangen werde, sei eine Besserung des vielfach und mit Recht Geschäftsjahres 151 Mitglieder zählte. Seit dem 1. Januar ständen zu beklagenden Uebelstandes zu erhoffen. einem Abgange von 4 Mitgliedern 21 Neuaufgenommene entgegen, Wegen nicht vorschriftsmäßiger Führung eines Trödelbuches wonach die heutige Gesamtzahl der Mitglieder 168 betrage. Für sei ein Vereinsmitglied in Polizeistrafe genommen worden; auf den die Gewinnung neuer Mitglieder müsse besonders Herrn C. Tewes, Rat des Vorstandes habe der Betreffende gerichtliche Entscheidung Dortmund, gedankt werden, welcher sich in seinem Bezirke auber- herbeigeführt und in seinem Falle Freisprechung erlangt. Da nur ordentlich erfolgreich und eifrig bemüht habe.

ununterbrochener, gewerbsmäßiger An- und Verkauf zur Führung Wenn die Zahl der Vereins-Angehörigen auch ganz stattlich eines Trödelbuches verpflichte, was für den Juwelier und Golderschiene, so sei doch noch manches Mitglied zu gewinnen, welches schmied meist nicht zutreffe, solle man stets gegen etwaige Verabwartend oder gleichgültig bei Seite stehe, er mache es deshalb fügung der Polizeibehörde protestieren, damit auch dokumentieren, nicht allein dem Ausschusse, sondern jedem Vereinsmitgliede zur daß wir nicht unter die Trödler gerechnet sein wollen. Pflicht, belehrend und werbend auf die fehlenden Kollegen einzu

In mehrfachen Fällen habe der Vorstand wegen unlauteren wirken, damit der Verein als Gastgeber beim Verbandstage mit Wettbewerbs einschreiten müssen. Anpreisungen von Firmen, wie einer wesentlich vermehrten Stimmenzahl auftreten könne.

„Größtes Lager oder Auswahl“, „Ausverkauf wegen GeschäftsaufDer Ausschuß habe, von seinem Rechte nach § 5 Abs. 5 der gabe“, ,,Verkauf mit 20 Prozent Rabatt“, Bezeichnung des Geschäfts Satzung Gebrauch machend, am 2. Juni 1902 Herrn Hofgoldschmied als „Fabrik“ bei Beschäftigung eines Gehilfen u. s. w. seien auf Josef Kleefisch, Köln, kooptiert und zum Protokollführer erwählt. Einwirken des Vereins ganz unterblieben oder doch auf eine Herr Kleefisch habe nicht allein dieses Amtes mit Eifer gewaltet, richtigere Abfassung heruntergesetzt worden. Es sei hierbei nicht sondern sich auch an den zahlreichen Beratungen beteiligt, welche erforderlich gewesen, die Beihilfe des Gerichts anzurufen, man habe von ihm, dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter, Herrn Jos. sich den Anordnungen des Vorstandes gefügt. In einem beson. Goldschmidt, abgehalten wurden. Inbesondere auch dem letzteren deren Falle fungierte der Vorstand als Vermittler zwischen zwei Herrn gebühre für seine gewissenhafte Mitarbeit und Tätigkeit der in einen Streit geratenen Firmen, es wurde dabei die Auszahlung beste Dank.

einer Sühne erforderlich, welche in Höhe von 521.20 Mark der Sitzungen des Gesamt-Ausschusses hätten stattgefunden: am Unterstützungskasse für unverschuldet in Not geratene Kollegen 2. Juni 1902 in Düsseldorf, am 2. August 1902 in Aachen, am überwiesen worden sei. 25. Januar 1903 und am heutigen Vormittag in Köln, welche alle Häufig sei auch der Vorstand zur Abgabe von Gutachten, Abgut besucht gewesen seien.

schätzungen und Auskunfterteilung in Anspruch genommen ge. Die erste vorzunehmende größere Arbeit sei die Aufstellung wesen, was jederzeit bereitwillig und gerne geschehe. der Abänderungen der Satzung des Verbandes gewesen. Eine Ab Der Berichterstatter schließt mit dem Wunsche, daß der Verein. fassung wäre vom Vorstande der Kölner Juwelier-Vereinigung aus. wie im abgelaufenen Jahre, so auch in Zukunft eine erfolgreiche gearbeitet und dem Ausschuß in seiner Sitzung am 2. Juni vorge- und zufriedenstellende Tätigkeit zu verzeichnen haben möge. legt, dabei seitens desselben gutgeheiken worden. Dieser Entwurf Zu Punkt 2: Abrechnung für 1902, nimmt Herr Fr. Am habe eine Aenderung in einer zu Stuttgart abgehaltenen Konferenz rhein, Krefeld, das Wort. Nachdem er dem Vorsitzenden für die mit den süddeutschen Kollegen, insbesondere dem Württem Leitung des Vereins und seine Tätigkeit während des abgelaufenen bergischen Bruderverein erlitten, um seine endgültige Fassung in Jahres gedankt und auf seine Aufforderung die Versammlung zum der Vorstands- und Ausschuß-Sitzung am 20. Juli zu Berlin zu Zeichen der Anerkennung sich von den Sitzen erhoben hat, er finden. Diese endgültige Abfassung des von unserem Verein zu stattet er den Rechnungsbericht. Er habe in Gemeinschaft mit stellenden Antrages sei alsdann in den Fachblättern veröffentlicht Herrn C. Krall, Elberfeld, am 21. Januar 1903 die Abrechnung ge und schließlich sei die Satzung in dieser Form, nur mit einer Ab- prüft und mit den Buchungen und Belegen übereinstimmend ge weichung für die Höhe von Mitgliedbeiträgen, auf dem Verbands- funden. Die Abrechnung schließt mit einem Kassenbestand von tage in Dresden en bloc angenommen worden. Leider sei die Mk. 36.15, welcher auf neue Rechnung vorgetragen ist. Satzung noch nicht im Druck erschienen, was aber seitens des Der Vorsitzende knüpft die Bitte an, die Beiträge nicht alle, Verbandsvorstandes wohl in nächster Zeit veranlaßt werden würde. wie dies zum Teil geschehen sei, auf den Mindestsatz von Mk.3.

Die am 13. April v. J. beschlossene Besteckpreis-Konvention, zu reduzieren, da sonst die Kasse bei den an sie gestellten An nach deren Hauptbestimmung auf den Fassonpreis aller Bestecke forderungen in Schwierigkeiten geraten könne. 100 Prozent aufzurechnen gewesen seien, habe nach dem in Dresden Zu Punkt 3: Entlastung des Ausschusses, wird durch ergangenen Beschluß des Verbandstages eine Aenderung dahin Herrn Amrhein ein bezüglicher Antrag gestellt und von der Ver gehend erfahren, dass der Mindest-Gewinnzuschlag auf 25 Prozent sammlung einstimmig die Entlastung erteilt. vom Totalgestehungspreise sämtlicher Besteckteile und Sorten nor- Zu Punkt 4: Wahlen nach S 60 und d der Satzung: miert worden sei. Durch Zustimmung sämtlicher an der Kon- teilt vorerst der Vorsitzende mit, daß Herr Heinrich Kolbe, k vention beteiligten Firmen sei diese neue Vereinbarung in Kraft lenz, die Wiederwahl als Ausschußmitglied abgelehnt und Herr getreten vom 1. Oktober v. J. ab. Die für den Verein in Frage W. Boleg, Düsseldorf, auf Grund des § 2 Abs. 1 der Satzung fu

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