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Generalversammlung des Kunstgewerbevereins träge wieder ein Betrag eingestellt wurde, mit großer Mehrheit an

genommen, nachdem von einer Seite die Ausgabenüberschreitung Pforzheim.

im vorigen Jahr und der Voranschlag für das laufende nach verAm 23. April hielt der Kunstgewerbeverein zu Pforzheim im Saale schiedenen Richtungen bemängelt und von anderer Seite die Bei. des „Brauhauskeller“ seine jährliche Generalversammlung ab, in tragserhöhung bekämpft worden war. Der diesjährige Voranschlag

elcher Herr Kunstgewerbschuldirektor Waag den Vorsitz führte rechnet einschließlich des im letzten Jahr ausgebliebenen Staatsund an Stelle des auf einer Reise begriffenen zweiten Vorsitzenden, beitrages auf eine Einnahme von 16 446 Mk. und bemißt die Ausder sonst alljährlich den Jahresbericht erstattete, Herr Kommerzien- gaben etwas knapp mit 16 250 Mk. An Stelle der turnusmäßig ausrat Gesell über das abgelaufene Geschäftsjahr referierte. Sonach scheidenden Herren V. Mayer, F. Hart, F. Friedrich, W. Silbereisen hatte der Verein auch im Berichtsjahr wieder Gelegenheit, für seine und E. UnterEcker und der vor Ablauf ihrer Dienstzeit ausgeschieMustersammlung passende Anschaffungen zu machen, zu denen denen Herren E. Binder, F. Rieth und H. Schmidt wurden die noch eine Reihe von Geschenken kamen. Die Einrichtungen und Herren Mayer, Hardt, Friedrich, Silbereisen wieder, und die Herren Sammlungen des Vereins wurden von einer Reihe auswärtiger Fach- Alb. Lutz, 0. Bentner und H. Schmidt-Staub neu in den Vorstand männer aus Amsterdam, London, Erfurt, Köln u; s. w. besucht und gewählt. Die sonst übliche Gratisverlosung fiel wegen der Ebbe hatten sich deren Beifall zu erfreuen. An Sonntagsausstellungen in der Kasse dieses Jahr aus. Die Jäger-Kiehnle-Stiftung des Versind 45 zu verzeichnen, von welchen die während des Kreisturn eins hat ein Vermögen von 26016 Mk., wovon noch 11018 Mk. in festes veranstaltete von über 1100 Personen besucht wurde. Die Bankguthaben vorhanden sind. Fachzeitschrift, von welcher auch eine Jubiläumsnummer erschien, konnte auch letztes Jahr wieder allen Anforderungen entsprechen

Das Sommersemester der Kunstschule für Juweliere, Gold.

und Silberschmiede, Gravenre, Ciseleure in der städtischen Schule und sich zu den alten Freunden neue erwerben. Die Mitgliederzahl stieg im Jahre von 1693 auf 1760, während der Besuch der

Mohrenstraße 41 zu Berlin beginnt am 1. Mai. Wie im vorigen Sammlungen mit 5503 Personen um 500 hinter dem des Vorjahres

Jahre werden auch dieses Jahr Meister- und Gehilfenkurse an zurückblieb. Die Entleihungen bezifferten sich auf 130 gegen 126

jedem 1. und 15. eines jeden Monats beginnen, in denen sich Be. im Jahre zuvor. Die Absicht des Vorstandes, im Jubiläumsjahr

sucher Fertigkeiten und Kenntnisse im Fachzeichnen, Modellieren, des Vereins eine Festfahrt nach Düsseldorf zu unternehmen, mußte

Ciselieren, Gravieren, sowie auch in Fachwissenschaften und Buchangesichts der zu geringen Anmeldungen aufgegeben werden. Da

führung aneignen können. Die Kurse sind in Tages- und Abendgegen war die Teilnahme am Vereinsausflug nach Karlsruhe zum

unterricht geteilt. Nähere Auskunft erteilt der Leiter der Anstalt, Besuch der Jubiläumskunstausstellung eine überaus große. Unter

Herr Fachschuldirektor Schleusing, Berlin W.-Schöneberg, Sedander Führung des Herrn Prof. Dr. Marc Rosenberg-Karlsruhe betei.

straße 18, oder auch in der Kunstschule. ligten sich 945 Personen daran. Einen prächtigen Verlauf nahm die Jubiläumsfeier des Vereins im November v. J. Der Herr Re

Für die Werkstatt. ferent sprach nochmals allen, welche zu deren Gelingen beigetragen, den Dank des Vereins aus, und gab der Erwartung Ausdruck, daß Streichmasse für schwedische Zündhölzer kann man nicht fertig die allseitige Anerkennung, welche die Festgäste von hier und aus beziehen. Es dürfte das Vorteilhafteste sein, die fertigen Dosen wärts den Bestrebungen des Vereins gezollt, hoffentlich auch später an den betreffenden Stellen mit der flüssigen Sreichmasse zu beder Förderung der Vereinsziele dienlich sein werde. Nachdem für pinseln. Dieselbe wird wie folgt dargestellt: 30 Teile Leim läßt einen Neubau der Kunstgewerbeschule ein entsprechender Platz man über Nacht in Wasser quellen, gießt das überflüssige Wasser erworben, sei zu wünschen, daß entweder im neuen oder im alten ab und erwärmt in Wasserbade bis zur Schmelze der Masse. Anstaltsgebäude auch dem Verein ein größerer Raum gewährt Dann mischt man -- alle Substanzen als feines Pulver verwandt werde. Verhandlungen darüber seien im Gange. Auf eine Anregung -- mit einem Löffel oder Kartenblatt auf einem Bogen Papier des Redners hin werde auch die Gewerbeschule, deren Goldschmiede. nicht in einem Mörser, weil bei der Mischung sonst Explosionen Abteilung einen Stillstand in ihrer Entwickelung habe wahrnehmen eintreten können -- 10 Teile Umbra, 5 Teile Schwefelnatrium, lassen, einen wichtigen Schritt vorwärts tun. Infolge der darüber 50 Teile chlorsaures Kali und 5 Teile roten Phosphor. Das Gemisch eingereichten Denkschrift habe die Regierung eine eingehende trägt man in den Leim ein, rührt gut durch und streicht sofort Untersuchung angestellt; die Herren Reg.-Rat Maier und Gewerbe auf die Streichflächen auf. Andere Massen für die Reibeflächen schulinspektor Gräff verweilten einige Tage hier, konferierten mit bestehen aus 4 Teilen Dextrin gelöst in 24 Teilen Wasser, 10 Teilen den in Betracht kommenden Persönlichkeiten und anerkannten das roten Phosphor, 4 Teilen Umbra und 10 Teilen Antimontrisulfid, Bedürfnis für eine Erweiterung der Gewerbeschule. Schon im oder aus 40 Teilen Dextrin gelöst in 25 Teilen Wasser und 10 Teilen neuen Schuljahr begann der Unterricht nach einer neuen Methode, roten Phosphor, 8 Teile Antimontrisulfid. Bereitung wie oben anvon welcher ein segensreicher Einfluß auf die Entwickelung der gegeben.

(Zu Frage 463.) Schule zu erhoffen sei. Die Hauptveränderung betreffe den Zeichenund Modellierunterricht, welch letzterer von jetzt ab von der ersten

Mattvergoldung. Wer da annimmt, daß die Matt vergoldung Klasse an schon obligatorisch sein werde. Der Unterricht werde

durch Vergoldung zu erzielen sei, dürfte nicht richtig unterrichtet sich enger an den Beruf des Schülers anschließen. Das Bijouterie

sein. Für eine gute Mattvergoldung ist die Hauptsache, daß zeichnen werde eingehender betrieben, der wirtschaftliche Unter

der Grund gut mattiert ist. Je nach der Ausführung der richt sich mehr den örtlichen Bedürfnissen anpassen. Der Montier

Mattierung des Grundes fällt nämlich auch das Aussehen der unterricht der Kunstgewerbeschule werde demnächst eröffnet. Für

späteren Mattierung des vergoldeten Gegenstandes aus. Eine gute die repräsentative Beteiligung der hiesigen Edelmetallindustrie an

Mattvergoldung ist also niemals durch eine Vergoldung zu erzielen. der Weltausstellung in St. Louis, über welche hier s. Zt. eine ein

Die Mattierung kann bei Messing, Kupfer oder dessen Legierungen, gehende Aussprache gepflogen wurde, werde der Verein die Führung

nachdem man sie gelb gebrannt hat, auf chemischem Wege erzielt übernehmen, sobald von Staat und Reich die auf jener Konferenz

werden, indem man den betreffenden Gegenstand mit Säure ätzt. von den anwesenden Regierungsvertretern in Aussicht gestellte

Die Mattierung kann aber auch auf chemischem Wege erfolgen, Beihilfe zugesagt sei. Vor kurzem erst habe der Vorstand an die

besonders bei Tombak, Neusilber und Silber, indem man die bebadische Regierung in diesem Betreff eine Denkschrift gerichtet,

treffenden Gegenstände mit der Stahlbürste behandelt. In großen auf welche die Antwort noch ausstehe. Ueber die umfassende

Betrieben wendet man das Sandstrahlgebläse an. Von der GrohTätigkeit der Bibliothekkommission verbreitete sich Herr Kunst

körnigkeit des angewendeten Sandes hängt es nun ab, wie die gewerbelehrer Rücklin. Die Bibliothek habe eine ansehnliche Be

Mattierung ausfällt. Man kann aber auch auf galvanischem Wege reicherung erfahren. Die Vorbildersammlung zähle nunmehr etwa

den Untergrund mattieren, indem man ihn mit einer Kupferschicht 4000 Blätter, von welchen die modernen Vorlagen gebunden und

überzieht bei 0,75 bis 1 V. Spannung im Bade. Hierbei fällt der den Bibliotheksbesuchern bequem zugänglich gemacht werden sollen.

Kupferniederschlag matt aus. Vergoldet man dann den GegenDie Benutzung des Lesesaals an Wochentagen erreiche die Zahl

stand schwach, so wirkt die Mattierung durch den Goldniederschlag von 3444, die Entleihungen von Werken seien von ca. 1100 auf

hindurch. Von der Spannung und von dem Goldgehalt des Bades, 1664 gestiegen. Um für Neuanschaffungen eine Richtschnur zu

sowie von der Länge des Veroleibens des Gegenstandes im Goldhaben, werde eine Statistik über die Bücher, die entliehen werden,

bade oder von der Menge des niedergeschlagenen Goldes hängt aufgenommen. Nach dem vom Kassierer, Herrn W. Fühner, ge

dann die Farbe ab, welche der betreffende Gegenstand erhalten hat. gebenen Kassenbericht wurden im

(Zu Frage 447.) vergangenen Jahr durch die Einwirkung der Jubelfeier die Gelder des Vereins stark in Anspruch

Eine gute Rotvergoldung auf Doublegegenständen erzielt man, genommen. Der Barsaldo fiel von 5404 Mk. auf 204 Mk. Das

indem man das Objekt zunächst verkupfert, poliert und dann in ein Jubiläum verschlang beiläufig 6000 Mk. Die dadurch gespannten

Goldbad hängt ohne jeden Kupferzusatz. Der Ton der erzielten Finanzverhältnisse zwangen den Vorstand, einerseits eine Erhöhung

Rotvergoldung ist abhängig von der Dicke des Goldniederschlages, der Mitgliederbeiträge für ordentliche Mitglieder von 8 auf 10 Mk., und der Glanz entspricht der Politur, welche der Gegenstand vor für auswärtige Mitglieder von 6 auf 8 Mk. vorzuschlagen, während

der Vergoldung gehabt.

(Zu Frage 448.) der Beitragssatz der außerordentlichen Mitglieder bestehen bleibt, Eine schöne rote Farbe der Vergoldung erzielt man nach andernteils verschiedene gewohnte Ausgaben für dieses Jahr fallen Mitteilung des Kollegen Th. 0. in B. durch eine Mischung von zu lassen. Die Anträge wurden mit der Aenderung, daß für Vor- 5 g Grünspahn und 5 g pulv. Weinstein, mit welcher man den

-

- -Gegenstand bestreicht und alsdann auf gelindem Kohlenfeuer ab- in der Friedrichstraße, stiegen in die Werkstatt hinein und verbrennt. Im Wasser lösche man ab, tauche den Gegenstand in suchten die in den Laden führende eiserne Tür aufzubrechen, was Beize oder Weinstein, kratze denselben und man wird eine schöne ihnen indessen nicht gelang. Sie brachen daher in die zwei Steine rote Farbe erzielen, welche die Vergoldung durchaus nicht an dicke Mauer eine mannsgroße Öffnung, gelangten durch diese in gegriffen hat.

Zu Frage 452.) den Laden und entwendeten Uhren, massive Goldwaren und Brillant.

schmuck im Werte von etwa 30 000 Mk. Billigeren Schmuck und

Doublé ließen sie unberührt, woraus zu schließen ist, daß die Diebe Personalien und Geschäftsnachrichten. Kenner sind. Die Staatsanwaltschaft hat den Tatbestand aufGeschäftsnachrichten. Die Inhaber der Doublékettenfabrik

genommen, jedoch fehlt bisher jeder Anhalt über die Verbrecher,

welche verschiedenes Handwerksgerät, als Stemmeisen, Meißel etc. Gebr. Malteur in Pforzheim haben ihre seit 1. Juli 1896 be

am Tatorte zurückgelassen haben. Herr Ratfisch ist gegen Einstehende Handelsgesellschaft handelsgerichtlich eintragen lassen. Desgleichen die Herren Friedrich Ripp und Hermann Ripp,

bruchsdiebstahl bei der Norddeutschen Versicherungsgesellschaft welche die Ringfabrik von Fix & Weber daselbst käuflich über

versichert. nahmen. – Die Stein- und Glasschleiferei des Herrn Albert Frey Für die jetzige Saison wurde von der Firma Kollmar in Pforzheim wurde nach dessen eigenem Hause, Enzstraße 13, & Jourdan A.-G. Uhrkettenfabrik in Pforzheim ein Artikel verlegt und aufs neueste eingerichtet. -- Die Silberbijouteriefabrik auf den Markt gebracht, der in Fachkreisen weitgehendstes Interesse Jul. Th. Kiehnle in Pforzheim hat Herrn Kaufmann Gustav erwecken dürfte. Es sind dies Panzer-Armbänder, hohl, ohne jeg. Schuller, bisher im Hause Maischhofer & Cie., als persönlich liche sichtbare Fuge, und ist mit diesem Artikel ein Problem gehaftenden Gesellschafter aufgenommen. Die offene Handelsgesell. löst, an dem schon lange gearbeitet wurde. Dadurch, daß die schaft hat am 1. April begonnen. - Die Firma Fix & Weber, Armbänder nicht teurer zu stehen kommen, als in ihrer früheren Ringfabrik in Pforzheim, welche an die Herren Ripp überging, Ausführung mit der häßlichen Längsfuge, ist dem Artikel eine wurde im Handelsregister gelöscht. - Die Bijouteriehandlunggroße Zukunft beschieden, und es ist anzunehmen, daß er die alte Ernst Friedrich Funk in Pforzheim hat aufgehört zu exi. Machart mit der Zeit ganz aus dem Markte verdrängen wird. In stieren, - Die Bijouteriefabrikationsfirma Hch. Stief in Pforz Deutschland unter D. R. P. No. 137 868 geschützt, ist dafür auch heim hat dem Kaufmann Rudolf Neuhäußer Prokura erteilt. - schon in fast allen Kulturstaaten patentamtlicher Schutz erteilt. Die Firma J. Friedmann's Nachfolger in Frankfurt a. M. Näheres ist aus dem heutigen Inseratenteil zu ersehen. teilt mit, daß sie ihren langjährigen Mitarbeiter Herrn Paul

Vorsicht beim Einkauf von Rubinen wird neuerdings von den H. Löwenthal als Teilhaber aufgenommen hat. - Die Ersten Elektrochemischen Kunstanstalten Storr & Stein in

verschiedensten Seiten anempfohlen, nachdem ein sachverständiges Berlin teilen durch Zirkular mit, daß der bisherige Teilhaber

Urteil, gelegentlich eines Prozesses in Brüssel, vom Professor Berge

bekannt geworden ist. Derselbe sagt in seinem Urteil aus, daß Herr Wilh. Storr aus der Firma ausschied. Herr Leo Stein, als nunmehriger alleiniger Inhaber, wird das Geschäft unter der

der künstliche Rubin im Laboratorium genau so hergestellt werden alten Firma in bisheriger Weise weiterführen. -- Die Etuis-Etalagen

kann wie der echte, natürliche, und habe derselbe auch genau fabrikationsfirma Rösch & Cie. in Pforzheim mit Fabrikfiliale

dieselben chemischen Bestandteile. Den ihm vorliegenden Stein,

der tatsächlich ein falscher war, müsse er als echten Rubin anin Hamberg (Wurmtal) teilt mit, daß die Prokura des Herrn August Rösch erloschen sei. Dagegen wurde der Ehefrau Frieda

erkennen. Gescheiter als dir Herr Professor war aber das Gericht, Rösch Prokura erteilt. – Seit 15. April besteht in Pforzheim

das den Verkäufer des unechten Steines zu einer nicht unerhebdie Firma Gebr. Ayake offene Handelsgesellschaft des Herrn

lichen Strafe verurteilte. Peter Ayake und Gottlieb Ayaße. Die Firma widmet sich der Vorsicht! Ein neuer Erwerbszweig. Unter dieser Spitzmarke Ringfabrikation. -- Die große Ulrichsche Etuis- und Etalagen veröffentlicht der St. Petersburger Herold folgende Notiz: „Auf fabrik in Unterreichenbach (Württemberg) wird gegenwärtig dem Altai im Dorfe Tuckta wurden unlängst „Goldfälscher arredurch einen Anbau vergrößert, in dem eine Filzfabrik untergebracht tiert. Anstatt Gold fand man bei ihnen fünf Pfund Kupfer auf, wird. – Herr Rob. Bub in Pforzheim hat seine vor kurzem er das oxydiert ganz die Farbe von Gold angenommen hatte. Die richtete Besteckfabrik nach der Sophienstraße 10 daselbst verlegt. - Leute gaben an, daß die ganze Einwohnerschaft des Dorfes Puckta Die Ringfabrikationsfirma Huber & Oelschläger in Pforzheim vermittelst dieser Betrügerei, die folgendermaßen vorgenommen tritt in Liquidation. -- Herr L. A. Rodi in Pforzheim hat seine wird, sich ihren Lebensunterhalt erwirbt. Sie gewinnen nämlich Oxidierungsanstalt nach Ispringerstraße 4 daselbst verlegt. - Die selbst auf den Kupferlagern in der Nähe des Dorfes dieses Metall, Firma Gebr. Koch, Kettenfabrik in Pforzheim teilt mit, daß die welches dann in ges: hmolzenem Zustande durch ein aus Ruten Prokura des Kaufmanns Karl Haukmann erloschen ist. - Eine geflochtenes Sieb hindurchgelassen und in kaltem Wasser aufneue Firma in der Bijouteriewarenbranche ist Koch & Rempf in gefangen wird. Hierdurch erhält das Kupfer die Form von GePforzheim. Teilhaber der Gesellschaft sind Kaufmann Salli treidekörnern, Erbsen und anderen dem echten Golde sehr ähn. Koch und Techniker August Rempf. Letzterer war viele Jahre lichen Formen. Um den Betrug vollständig zu machen, werden technischer Leiter im Hause A. Daub in Pforzheim. Diese Firma, diese „Goldkörner dann noch oxydiert, damit auch die Farbe wie auch die Firma Bernhard Engelmann in Pforzheim völlig echt sei, und in dieser Gestalt wohl vorbereitet, werden sie wurden handelsgerichtlich eingetragen. - Gelöscht wurde dagegen dann auf den Märkten für teures Geld verkauft.“ – Wir glauben im Handelsregister zu Pforzheim die Firma Engelmann & Reif. zwar nicht, daß einer unserer deutschen Goldschmiede auf diesen - Infolge Ablebens ist die Prokura der Frau Karl Nikolaus „dicken Leim“ hineinfallen würde; immerhin ist es aber ganz gut, Hüffner in Firma Carl Hüffner, Bijouterieexport, in Pforzheim wenn man von solchen Gaunerstückchen auf alle Fälle unter: erloschen. -- Zur Fabrikation von Goldwaren haben sich die Tech- richtet ist. niker Georg Wilhelm Sautter und Georg Sieber unter der

Liebig. Am 12. Mai sind es 100 Jahre, da Justus Liebig zu Firma Sautter & Sieber zu einer offenen Handelsgesellschaft vereinigt. -- Die Bijouteriefabrikationsfirma G. H. Kröner in

Darınstadt das Licht der Welt erblickte. Seine Arbeiten haben

nicht nur die chemische Wissenschaft ungemein gefördert, sondern Pforzheim hat Herrn Karl Ludwig Arnold als technischen Sozius aufgenommen. -- Die Silberwarenfabrik Wilh. Mack in

auch viele industrielle Unternehmungen in andere Bahnen geleitet.

Die Spiegelfabrikation, wie sie heute betrieben wird, beruht auf Pforzheim wurde handelsgerichtlich gelöscht.

einem Verfahren Liebigs, welches darin besteht, salpetersaures Auf ein 40 jähriges Bestehen blickt die Firma Ludwig Rud. Silber in ammoniakalischer Lösung mit einem Aldehyd zu redu. loff, Hofjuwelier, in Halberstadt in diesem Jahre zurück. Ge. zieren. Dieses Verfahren verdrängte nach und nach die Methode gründet wurde das Geschäft von dem Vater des jetzigen Inhabers, der Spiegeldarstellung, auf Glasscheiben ein Quecksilber-Zinnamalgam Ludwig Rudloff, im Jahre 1863. Nach 33 jähriger Tätigkeit übergab zu befestigen. er dasselbe seinem Sohn, welcher bestrebt ist, das Geschäft auf Liebigs Arbeiten über Knallsilber sind bekannt, ihm verdanken seiner Höhe zu erhalten. Hierzu wünschen wir demselben den wir auch die Bestimmungsmethoden für Blausäure, Cyankali, Cyan. besten Erfolg.

säure u. s. w., auch mancher chemischer Apparat trägt Liebigs Ehrung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Baden hat dem Vorstand der Großherzoglichen Landesgewerbehalle, Herrn

Mit 21 Jahren war er Professor der Universität Gießen und Prof. Dr. H. Meidinger, welcher sich auch schon vielfach für

seine populär wissenschaftlichen Veröffentlichungen, welche als die Edelmetallindustrie verdient gemacht hat, den Titel als Ge

„Chemische Briefe" herauskamen, in andere Sprachen übersetzt

wurden und dann in Buchform erschienen, haben viel dazu bele heimer Hofrat verliehen.

getragen, den Namen des großen Chemikers bekannt zu machen,

Seine Arbeiten zur Erforschung der Vorgänge im Pfanzen- und Vermischtes.

Tierkörper, welche damals Aufsehen erregten, und heute ihrem

Inhalt nach allgemein bekannt sind, gehören zum Allgemeingut Ein großer Einbruchsdiebstahl wurde in der Nacht vom 22. zum der Nation. Heute ist es uns nichts Neues mehr, wenn wir hören 23. April in Schwerin verübt. Einbrecher zerschlugen ein Fenster daß der Atmungsprozeß, der Verdauungsvorgang im Magen, der nach dem Hofe belegenen Werkstatt des Juweliers Ratfisch Darn, die Veränderung des Blutes im Organismus, überhaupt de

Namer

gesamte Stoffwechsel in nichts anderem besteht, als in einer Kette chemischer Reaktionen. In seiner Düngerlehre hat Liebig sich bei den Landwirten ein unvergängliches Denkmal geschaffen, und wenn wir heute überall Plakate sehen mit dem Bilde Liebigs und darunter zwei Fleischextrakttöpfe, so sollten wir uns stets daran erinnern, daß Liebig noch mehr geschaffen und mehr hervorgebracht hat. Unsere englischen Vettern haben es meisterhaft verstanden aus dem Vorschlage Liebigs die ungeheuren Fleischmassen Südamerikas nicht umkommen zu lassen, sondern zu verwerten, ein ausgezeichnetes Geschäft zu machen. Es steht den Söhnen Albions aber nicht wohl an, wenn sie unseren Liebig in dieser Weise für sich in Anspruch nehmen. Uebrigens sei bei dieser Gelegenheit noch bemerkt, daß schon Liebig darauf aufmerksam gemacht hat, daß Fleischextrakt nicht etwa Fleisch ersetzen kann. Fleischextrakt selbst besitzt keinen Nährwert, sondern ist lediglich ein Gewürz.

Liebig ist einer unserer hervorragendsten, chemischen Schriftsteller gewesen und es ist eigentlich zu verwundern, wie der Mann, der tagsüber im Laboratorium seine Schüler, die ihm aus allen Weltteilen zugeströmt waren, unterrichtete, noch Zeit fand zu wissenschaftlichen und feuilletonistischen Veröffentlichungen. Viele von seinen Schülern bilden heute noch Zierden unserer Hochschulen.

Liebig wurda 1845 vom Großherzog Ludwig I. von Hessen in den Adelstand erhoben und folgte schließlich einem höchst ehrenvollen Ruf als Professor nach München. Petersburg, Wien und Heidelberg hätten ihn auch gern an ihren Hochschulen gesehen. Liebig starb am 13. April 1873 in München, wo sich heute sein Denkmal erhebt, ebenso wie in Gießen.

Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44 a. 196 844. Sicherheitsverschluß für Broschen, Vorstecker o. dgl., dessen Verschlußbügel zur Sicherung der Nadel mit nach außen und innen drehbaren, beim Freigeben selbsttätig sich schließendem Verschlußdaumen versehen ist. Louis Neuburger, Pforzheim. 13. 3. 03. N. 4276.

44 a. 197029. Zerlegbarer Knopf (bezw. Gürtelschloß, Schnalle, Schließe, Agraffe, Brosche u. dgl.) mit durchbrochenem, mit einer beliebig zu wählenden Zwischenschicht zu hinterlegendem Oberteil und einem leicht daran zu befestigenden Unterteil. Heinrich Borchard, Berlin, Bülowstr. 18. 5. 2. 03. B. 21307.

44 a. 197041. Medaillon (Uhrkettenanhänger) für Reservisten, zum Oeffnen, mit eingeprägten militärischen Abzeichen und Kaiserbildnis. K. Remus, Halle a. S., Friedrichstr. 55. 18. 2. 03. R. 11836.

44 a. 197 271. Klappenschloß mit einer aus der Klappenverbindung vortretenden Hakenbiegung am Scharnierende der einen Klappe. Louis Bub, Hamburg, Büschstr. 2. 18. 3. 03. B. 21 694.

44b. 197 295. Karabinerhaken mit in der Kapsel drehbarem Ringzapfen. Fa. G. Rau, Pforzheim. 20. 3. 03. R. 11 991.

44 a. 197 428. Etuisständer für Schmuckgegenstände, bestehend aus einem Etui, dessen Deckel mit dem Unterteil an einer Seite mittels Riemen verbunden ist, so daß derselbe gleichzeitig als Untersatz für den Unterteil dienen kann. Jakob Geist, Mainz, Willigisstr. 6. 24. 2. 03. G. 10 745.

44 a. 197 431. Halskettenhalter, bestehend aus einer mittels angelenktem Hebel an dem Halskragen festzulegenden Platte mit Haken o. dgl. zum Einhängen der Halskette. Frau Emma Felber, Berlin, Bernburger Str. 3. 26. 2. 03. F. 9632.

Antwort: Sie müssen Ihre Frage mehr präzisieren. Diese Bezeichnung ist sehr weitgehend und ein spezielles Walzensystem kann darunter nicht verstanden werden.

Frage 463. Gibt es eine feste Streichmasse für SchwedenStreichhölzer, welche man durch Aufnieten auf silberne Wachsholzdöschen befestigen kann?

K. Schl. in S. Antwort: In der Rubrik „Für die Werkstatt“ finden Sie Anweisung zur Herstellung der Masse. -- Außerdem empfiehlt sich Herr Gg. Fritsch, Hof-Silberarbeiter in München, zur Mitteilung über fragliche Angelegenheit.

Frage 464. In No. 5 der Zeitschrift: „Zur guten Stunde" befindet sich ein Artikel mit Abbildungen über eine neue Metallkomposition, angeblich aus Silber und Zinn zusammengestellt und durch ein besonderes Verfahren gehärtet, welches unter dem Namen „Osiris“ oder „Isis“ in den Handel kommt. Erzeuger ist die Firma Walter Scherf & Co. in Nürnberg. Die Komposition soll so schön wie Silber wirken. Ist einem meiner werten Kollegen dieses Metall bekannt und kann er mir seine Erfahrungen über Haltbarkeit u. s. w. darüber mitteilen? Besten Dank im voraus.

B. C. in D.-E. Antwort: Wir werden in einer der nächsten Nummern eingehend auf deren Fabrikate zu sprechen kommen.

Frage 466. Leistungsfähige Firma von Grossisten für vergoldeten norwegischen Filigranschmuck, speziell Broschen, gesucht. Frankierte direkte Offerten an die Redaktion erbeten,

Antwort: Es empfehlen sich hierfür: Rud. Basson in Hamburg, Colonnaden 92 II, Carl Müller & Co. in Hamburg, Ferdinand Straße 18, Kurr-Schüttner in Hanau.

Fragen: Frage 449. Kann mir jemand eine Bezugsquelle für billige Kirchengeräte in Zinn angeben? Besten Dank im voraus.

Frage 450. Wer fabriziert „Trensenuhrketten“ und gepreßte Pferdchen als Anhänger in Pferdchen als Anhänger in Silber für Grossisten?

Frage 451. Wer liefert elektrische Klingeln in moderner Ausführung versilbert und vergoldet? Ferner wer liefert moderne Neuheiten in versilberten Notes, Spiegeln, aparten Necessaires, Anhängern etc. für Damen und Herren?

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu

geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen und Antworten: Frage 447. Woher kommt es, daß bei Mattvergoldungen bei dem einen Vergolder die Farbe besser und gelb-intensiver ausfällt, als bei dem anderen, obwohl beide vom besten Feingolde zur Vergoldung nehmen?

Frage 448. Wie erreicht man bei Doublégegenständen nach deren Rotvergoldung eine intensive Politur?

Antwort auf Frage 447 und 448 finden Sie in der Rubrik „Für die Werkstatt“.

Frage 452. Kann mir einer meiner Herren Kollegen ein Rezept für eine gute rote Vergoldung mitteilen? Besten Dank im voraus.

J. T. in D. Antwort finden Sie in der Rubrik „Für die Werkstatt“.

Frage 451. Grossisten in der Schweiz wünschen Adressen von leistungsfähigen Fabrikanten für hohlgepreßte Knopf-Mechaniken zu erfahren.

Antwort: In Knopf - Mechaniken ist die Firma Paul Hübner in Berlin besonders leistungsfähig. Auch die Firma Rob. Hasenmayer in Pforzheim fertigt Mechanikfüße an.

Frage 462. Gibt es ein Walzensystem und wo kann ich solches erhalten?

K. & B. in M.

Büchertisch. Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11 000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Illustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mk. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.)

„Astilbe bis Bismarck“ lesen wir auf dem Rücken des soeben erschienenen II. Bandes unsers „Großen Meyer". Wie nahe beisammen auch diese beiden Wörter in der Buchstabenfolge zu stehen scheinen, so erweisen sich doch 1824 eng gedruckte Spalten nötig, um die alphabetische Brücke zwischen ihnen zu schlagen. In 8 Zeilen erfahren wir, daß „Astilbe“ zur Gattung der Saxifragazeen gehört, wie sie aussieht, blüht, in welchem Verbreitungsgebiet sie anzuitreffen ist, sowie auch, daß eine aus Java eingeführte Art bei uns als Zierpflanze gedeiht. Und in 550 Zeilen ist Otto von Bismarck geschildert, sein Werden und Wirken und damit auch im großen Umriß die Geschichte seiner, durch ihn gestalteten Zeit, wir finden seine literarischen Werke und die Schriften verzeichnet, die sich mit ihnen beschäftigen, endlich auch die hauptsächlichste über Bismarck selbst entstandene Literatur. Ein interessantes Kunstblatt mit vier verschiedenen Bismarckbildnissen ist dieser Abhandlung beigegeben. - Wir haben bei Erwähnung der beiden Artikel den ihnen zugeteilten Raum mit 8 und 550 Zeilen festgestellt, weil in der Raumfrage die größte Schwierigkeit für ein Lexikon und die größte Meisterschaft gerade des Meyerschen Werkes liegt. Das Unbedeutende kurz, das Wichtige ausführlich zu behandeln, erscheint freilich als etwas durchaus Selbstverständliches. Aber nur selten lassen sich die Wertverhältnisse so leicht gegeneinander abschätzen, wie in dem Fall „Astilbe-Bismarck“. Allen Wissenschaften bis ins Einzelne den ihnen gebührenden Raum zuzuweisen; unter dem vielen Neuen das wirklich Bedeutende als solches zu erkennen und das oft recht anspruchsvoll auftretende Unbedeutende auf seinen wirklichen Wert zurückzuführen; bei Wahrung des Gesamtumfanges dafür zu sorgen, daß die Abhandlungen der ersten Bände sich nicht auf Kosten der letzten ausdehnen: das sind Aufgaben, die an die Urteilskraft der Redaktion die höchsten Anforderungen stellen, die aber auch im „Großen Meyer“ mustergültig gelöst sind. - Nur schwer widerstehen wir der Versuchung, auch noch über die wundervollen Farbendruck- und Holzschnitt-Tafeln sowie über die ausgezeichneten Kartenbeilagen zu sprechen. Doch unser Raum ist gemessen, und füglich werden gerade diese Dinge am besten

von jedem selbst beurteilt. Gelegenheit dazu bieten die Buchhandlnngen.

Ornament 1902. P. Bürck. Hauskunst-Verlag, 0. Schulze-Köln, Darmstadt. Unter diesem Titel ist ein neues Ornamentwerk herausgekommen, das sich so originell, so einfach und so großzügig präsentiert, wie sein Titel. „Ornament 1902 P. Bürck enthält Ornamente, welche P. Bürck, einer von den 7 Mitgliedern der weiland Darmstädter Künstlerkolonie, entworfen hat. Wer die künstlerische Eigenart dieses so vielversprechenden jugendlichen Künstlers kennt, wird mit freudiger Erwartung nach dem Werke greifen, um jedenfalls seine Erwartung noch übertroffen zu finden. Es ist wirklich etwas durchaus Neues und Eigenartiges, was uns hier geboten wird. In weiser Selbstbeschränkung gibt der Autor nur Flächenmuster ohne jede Schattierung. Die dadurch bedingte einfache Herstellungsweise des Werkes hat jedenfalls den sehr mäßigen Preis desselben ermöglicht; und außerdem wirken derartige ab. strakte Ornamente, bei denen gar kein Gedanke an ein bestimmtes Material aufkommt, in vielseitigster Weise anregend, und mußten besonders solchen Zeichnern willkommen sein, die ausschließlich für ein bestimmtes Fach des Kunstgewerbes tätig sind, und somit einem gewissen Einseitigwerden besonders ausgesetzt sind. Druck und Ausstattung sind gleichmäßig gediegen.

Liebhaberkünste, Zeitschrift für häusliche Kunst. Verlag von 0. Schulze-Köln, Hauskunst-Verlag Darmstadt. Liebhaber der häus

lichen Kunst sind meistens Leute, die gerne für sich etwas , basteln“. Wir glauben daher, gerade bei unseren Abonnenten mit der Be. sprechung einer Zeitschrift für die „häusliche Bastelei“ ein be. sonderes Interesse zu erregen, weil die Eigenschaft des „Bastelns doch eigentlich jedem Goldschmiede mehr der weniger von Hause aus im Blut steckt. Die „Liebhaberkünste“ verfolgen das Ziel, allen denen, welche sich mit irgend einem Zweige der Handwerkskunst praktisch beschäftigen wollen, ohne sich ihr beruflich zu widmen, mit Anregungen, Vorbildern und Anleitungen an die Hand zu gehen. Die Zeitschrift bringt belehrende und unterhaltende Aufsätze, bringt eine Menge, meist eigens für sie entworfene Vorlagen von tüchtigen Künstlern, und bringt endlich als besonders wertvolle Beilage, naturgroße Detailzeichnungen, welche ein direktes Nachbilden ermöglichen. Dem Dilettantismus sollen mit alledem keine Eselsbrücken gebaut werden, sondern die künstlerische Qualität der hier gebotenen Vorlagen ist wohl geeignet, dem dar. nach Arbeitenden jenes warme Verständnis für wahre Kunst, und jene weise Selbsterkenntnis und Selbstbeschränkung anzuerziehen, welche das schönste Ergebnis jeder dilettantischen Kunstpflege im wahren Sinne des Wortes ist. Häufige Preisausschreiben spornen die selbständige Tätigkeit des einzelnen an und suchen die in der Zeitschrift gegebenen Anregungen ins Praktische zu überführen. Alles in allem muß man den Liebhaberkünsten“ das Zeugnis geben, daß sie ihrer schönen Aufgabe mit feinsinnigem Verständnis und rühriger Energie nachkommen.

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Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede.

Fischer.

Bekanntmachung.

Ersuchen, ihre Beitrittserklärung zu dieser Standesvereinigung an

den Vorsitzenden gelangen zu lassen. Kürzlich wurde aus Guben von einem neuen Schwindel be Der Versammlungsbericht folgt. richtet, wonach zwei Leute dort mit einem großen Handkoffer in

Berlin, den 20. April 1902. einem Hotel abgestiegen sind. Der eine hatte eine ausgeklagte Forderung in Händen, nahm sich einen Gerichtsvollzieher, ver

•Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede langte Zahlung, welche nicht erfolgte, und ließ den Koffer mit

Berlin S., Oranien-Strasse 143. Goldwaren pfänden. Kurze Zeit darauf wurde von beiden gemeinschaftlich eine große Auktion veranstaltet, die sonst nach den heutigen Bestimmungen nicht hätte abgehalten werden können. Dieser neue Trick wird sich zweifellos wiederholen.

Bekanntmachung. Vor kurzem sind diese Gauner nun in Eberswalde aufgetaucht, operierten dort genau in derselben Weise, wie seiner Zeit in Guben, Nachstehendes Zirkular gelangt in Kürze an unsere Mitglieder und geht uns darüber folgende Mitteilung zu:

und bitten wir um Beachtung. Eberswalde. Polizeilich inhibiert wurde heute Vormittag

Werter Herr Kollege! die angekündigte Uhren- und Gold waren - Auktion im

Wir beehren uns hierdurch, Ihnen ergebenst mitzuteilen, dab Grundmannschen Lokale. Nachdem einige Sachen ausgeboten

wir im Interesse unserer Mitglieder einen Vergünstigungs-Vertrag waren, erschien Polizei auf der Bildfläche und untersagte den

mit der größten deutschen Glas-Versicherungs-Gesellschaft, der weiteren Verkauf der Waren. Da sich weder Schuldner noch

Aktien-Gesellschaft ,,Hammonia“ in Hamburg, abgeschlossen haben. Gläubiger sehen ließ, wurden die Sachen beschlagnahmt, um

Dieser Vertrag gewährt unseren Mitgliedern nicht nur 10%, erst festzustellen, ob dieselben auch rechtmäßig erworben sind.

auf ihre Versicherungsprämie, sondern schützt sie auch gleichzeiti, Zweifellos ist diese Zwangsversteigerung von denselben Personen

· vor jeder Benachteiligung dadurch, daß unser Vorstand in streitigen in Szene gesetzt, die, wie wir berichteten, in Guben eine Schein

Fällen, unter Ausschluß jedes gerichtlichen Verfahrens. pfändung herbeiführten, um minderwertige Goldsachen und Uhren

die alleinige Entscheidung hat. auf amtlichen Wege verauktionieren und zu hohen Preisen an

Wir hoffen, daß unsere Mitglieder recht zahlreich von dem den Mann bringen zu können. Der Gepfändete hat hier im

Vertrage und seinen Vergünstigungen Gebrauch machen. Petrickschen Gasthof logiert und war anscheinend etwas erstaunt,

Da die stipulierten Vorteile nur dann gewährt werden, wenn als ihm der Gerichtsvollzieher den Schuldtitel eines „zufällig"

die Vermittelung des Abschlusses durch die Geschäftsstelle des auch hier logierenden Herrn Kirchheim vorlegte. Auf die Frage

Verbandes bewirkt wird, bitten wir Sie, die einliegende Postkarte des Gerichtsvollziehers, ob er pfändbare Sachen besitze, holte er

auszufüllen und mit Ihrer werten Unterschrift versehen an uns dann schnell den Koffer mit den Talmi - Goldsachen herbei.

zurückzusenden. Wir richten an unsere Mitglieder das höfliche Ersuchen, bei

Einer gefälligen Rückäußerung sehen wir baldigst entgegen. Auftauchen dieses sauberen Paares sofort der nächsten Polizei

Mit kollegialem Gruß Behörde Kenntnis zu geben.

Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede
Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede

Fischer
Berlin S., Oranien-Strasse 143.

Berlin S., Oranien-Straße 143.
Fischer

Auf Grund des mit der Hammonia abgeschlossenen

Vertrages wünsche ich bei derselben zu versichern.
Bekanntmachung.

1. Ich bin noch nicht versichert.

2. Ich bin bis zum......... ten................... 19.......... verHierdurch machen wir den Herren Juwelieren, Gold- und

sichert bei der ........... Silberschmieden von Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz bekannt, dak gestern am 19. April in Güstrow im Hotel de Russie der Verein der Juweliere, Gold- und Silberschmiede für Mecklenburg

Name: begründet wurde. Trotz furchtbarstem Unwetter, Schneegestöber

Wohnung: und Sturm, wie er seit 1872 nicht vorgekommen ist, waren dennoch 25 Herren erschienen. Der Beschluß erfolgte einstimmig und ist zum Vorsitzenden der Vereinigung Herr Juwelier L. Schmieth,

Berlin, den 15. April 1903. Schwerin, einstimmig gewählt worden.

Verband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede Wir richten an sämtliche Juweliere, Gold- und Silberschmiede,

Berlin, S., Oranien-Strasse 143. die zu der Versammlung nicht erscheinen konnten, das höfliche

Fischer.

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Abonnementspreis

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für die grosse Ausgabe mit Einschluss des Beiblattes „Schmuck und

Mode“ pro Quartal M. 1.75 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich,
M. 8.- pro Jahr für das Ausland.

I Einzelpreis der grossen Ausgabe 50 Ptg. pro Nummer bei freier Zustellung. für die kleine Ausgabe mit kleinem Text und den Amtlichen Bekannt

machungen der Verbände und Vereinigungen pro Halbjahr M. 1.50 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich, M. 4.- pro Jahr für das Ausland.

Einzelpreis der kleinen Ausgabe 20 Ptg. pro Nummer bel freier Zustellung. Reklamationen

Über nicht rechtzeitiges Eintreffen sind seitens unserer verehrlichen Kreuz. band. Abonnenten stets bei dem Verlag anzubringen, für Abonnenten, welche die Deutsche Goldschmiede- Zeitung durch die Post (offen) erhalten, sind indes stets bei dem Post - Zeitungs - Amt zu machen. Die Zeitung wird stets rechtzeitig am 14. bez, letzten Tag des Monats zur Post gegeben.

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Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet

Aus der Werkstatt – für die Werkstatt!

Der deutsche Kaiser weilte kürzlich im Lande Italien. Man hat ihn in Rom enthusiastisch aufgenommen und die deutsche Nationalhymne erklang im „Lande, wo die Zitronen blühn“. Das hindert freilich nicht, daß man, während man mit der einen Hand Kußhändchen wirft, die andere drohend zur Faust ballt, weil man unsere Zollmaßnahmen nicht gutheißt. An Gold- und Silberwaren wurden im verflossenen Jahre 112 dz., 1901 96 dz. und 1900 122 dz. aus Deutschland nach Italien ausgeführt, in Bijouterien aus vergoldeten und versilberten Metallen betrug diese Ausfuhr 1900 121 dz., 1901 162 dz. und 1902 193 dz. Das ist zwar kein Umsatz, wie er mit anderen Staaten gemacht wird, aber wir haben doch ein Interesse, uns dieses Absatzgebiet erhalten zu sehen, ohne vor unseren Dreibundfreunden am Po und Tiber den Kotau zu machen. Italien fördert seinen Export in vielerlei Hinsicht weit intensiver als wir, durch Zuhilfenahme der Beamten des auswärtigen Dienstes und italienischer Handelskammern im Auslande, durch die Einrichtung von Stipendien für kommerziell tätige junge Leute, die bei großen Firmen des Inund Auslandes praktische Schulung erworben haben und den

Interessen des italienischen Außenhandels dienen, sowie schließlich durch pekuniäre und moralische Unterstützung der von einzelnen wirtschaftlichen Korporationen, insbesondere Handelskammern, nach ausländischen Märkten entsandten Studienreisenden. Italien hat jetzt schon 14 Handelskammern im Auslande, ein Beweis seiner Rührigkeit. Darin müssen wir ihm nacheifern. Auch die Schweiz gilt's wohl im Ange zu behalten. Der neue Zolltarif, der mit 329000 Stimmen gegen 223000 Stimmen angenommen worden ist, steigert die Einfuhrzölle wieder um ein beträchtliches. So ist der Zoll bei vergoldeten und versilberten Waren (Christofle u. S. w.) von 80 Fr. auf 150 Fr. gestiegen, bei echten Gold- und Silberschmiedearbeiten und Bijouterien aber unverändert (300 Fr. per dz.) geblieben. An Gold- und Silbersachen wurden 1902 72 dz., 1901 72 dz. und 1900 80 (12. nach der Schweiz ausgeführt, an Bijouterien 1900 283 dz., 1901 363 und 1902 342 dz. Auch in der Schweiz soll der erhöhte Tarif natürlich nichts weiter sein als eine Handhabe für die künftigen Handelsverträge, wegen deren man im Reichstage in der 300. Sitzung vom 29. April den Reichskanzler interpelliert hat. „Bülow, der Schlaue,“ ließ jedoch durch

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