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Die Silberwarenfabrikanten in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hanau, Heilbronn, Hemelingen, Kesselstadt, Kis. singen, Mainz, München, Pforzheim, Schorndorf, Schwäbisch-Gmünd und Stuttgart vertreten in einer gemeinschaftlichen Eingabe für den Abschluß eines neuen deutsch-russischen Handelsvertrags folgende Wünsche: möglichst niedere Zollsätze für Silberwaren, vertrags. mäßig festgelegte (gebundene) Zollsätze und vertragsmäßige Bestimmungen hinsichtlich der Musterkollektionen, nämlich Rückzahlung des bei der Einfuhr gezahlten Zolles bei Wiederausfuhr, Identifizierung der Muster auf Grund des deutschen Reichsstempels und Befreiung der Musterkollektionen von der laut russischem Gesetz vorgeschriebenen Punzierung.

Der zollfreie Veredlungsverkehr. Die Frage des zollfreien Veredlungsverkehrs und der Zollrückvergütung hat in den letzten Jahren in den mannigfachsten Formen die Öffentlichkeit beschäftigt. Man versteht darunter gewöhnlich ein Doppeltes, einerseits den Zollerlaß für einheimische Waren, wenn sie nach einer im Auslande vorgenommenen Bearbeitung wieder ins Inland zurück. kehren, andererseits den zollfreien Einlaß ausländischer Ware unter der Bedingung, daß sie im Inlande , veredelt“ wird und dann wieder ins Ausland zurückgeht. Hauptsächlich dem letzteren Punkte hat sich die allgemeine Aufmerksamkeit zugewendet. Trotzdem ist diese Frage literarisch noch lange nicht ausreichend er örtert worden und fehlt überhaupt jede systematische Darstellung des Veredlungsverkehrs. Wir können demnach mit Freude ein Buch begrüßen, das sich der Besprechung dieses Veredlungsverkehrs widmet und das aus doppeltem Grunde das allgemeine Interesse für sich in Anspruch nimmt. Erstens wegen des Inhaltes und zweitens wegen der Persönlichkeit des Verfassers, denn derselbe, F. Lusersky, Geheimer Oberregierungsrat und vortragender Rat im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, ist in Zollfragen einer der versiertesten Fachmänner, und ist anzunehmen, daß die von ihm in diesem Buche vertretenen Grundsätze auch die jetzt herrschende Richtung im Handelsministerium bezeichnen. Der Verfasser gibt zunächst eine Darstellung der für den Veredlungsverkehr Deutschlands maßgebenden Grundsätze, hieran schließt sich die Einteilung der einzelnen Zweige sowohl des autonomen als des vertragsmäßigen Veredlungsverkehrs. Von verwandten ähnlichen Einrichtungen ist das nordamerikanische und französische Vergütungssystem eingehend besprochen. Der Verfasser erkennt die Mängel unseres Systems, insbesondere die nicht genügend gesicherte Einheitlichkeit der Handhabung sowie die oft unnötige Menge der Identitätskontrolle rückhaltlos an. Zum Schluß wird auf die Zweckmäßigkeit vertragsmäßiger Abmachungen über den zollfreien Veredlungsverkehr beim Abschluß neu

uer Handelsverträge hingewiesen, und ist zu hoffen, daß dem selben in Zukunft eine größere Beachtung in den offiziellen Kreisen geschenkt werden wird, als es bisher der Fall war. Das Buch ist bestimmt und geeignet, eine fühlbare Lücke in der Zollliteratur auszufüllen und kann deshalb von den interessierten Kreisen nur mit Genugtuung willkommen geheißen werden. Dr. A. M.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu

geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen und Antworten: Frage 453. Es werden Adressen von Berliner Fabrikanten gesucht, welche als Spezialität silberne Cigarettendosen erzeugen, jedoch nur im billigen Genre. Suchender ist ein Grossist in Oesterreich. Offerten an die Redaktion erbeten.

Antwort: Auker den Ihnen bereits angegebenen Adressen kommt zur Lieferung solcher auch die Firma: Vereinigte Silberwarenfabriken in Düsseldorf in Betracht.

Frage 461. Lieferant bester Schmirgelfeilen zum Glätten von Emailknöpfen wird um Adresse gebeten,

H. P. in P. Antwort: Wenden Sie sich an die Firma Adolf Meyer, Oschatz, welche Ihnen eventuell Preislisten sendet.

Frage 465. Welche Prägeanstalt liefert Eichenlaub-Gallerie und kleine gepreßte Kronen, wie man die Sachen als Fassungen zu Zwei-Markstücken verwendet. Desgleichen, wer liefert Pressungen für die bekannten Schlößchen (übereinander gelegte Hände) in Silber und unecht. Würde größeren Posten bestellen.

E. H. in N. Antwort: Die Firma Chr. Haulick in Pforzheim erbietet sich zur Lieferung des Angefragten.

Fragen: Frage 444. Empfiehlt es sich, für Herstellung von Altsilbermedaillen Kupfer, Similor, Tombak oder Messing für die rohen Münzplättchen zu verwenden?

K. Sch. in L. Frage 460. Gesucht wird die Adresse des Fabrikanten von modernen silb. Chatelains, welcher seine Erzeugnisse mit D. E. P. stempelt.

L. R. in R. Frage 462. Gibt es ein Walzensystem und wo kann ich solches erhalten?

K. & B. in M. Frage 463. Gibt es eine feste Streichmasse für SchwedenStreichhölzer, welche man durch Aufnieten auf silberne Wachsholzdöschen befestigen kann?

K. Schl. in S. Frage 464. In No. 5 der Zeitschrift: „Zur guten Stunde“ befindet sich ein Artikel mit Abbildungen über eine neue Metallkomposition, angeblich aus Silber und Zinn zusammengestellt und durch ein besonderes Verfahren gehärtet, welches unter dem Namen „Osiris“ oder „Isis“ in den Handel kommt. Erzeuger ist die Firma Walter Scherf & Co. in Nürnberg. Die Komposition soll so schön wie Silber wirken. Ist einem meiner werten Kollegen dieses Metall bekannt und kann er mir seine Erfahrungen über Haltbar. keit u. s. w. darüber mitteilen? Besten Dank im voraus.

B. C. in D.-E. Frage 466. Leistungsfähige Firma von Grossisten für ver: goldeten norwegischen Filigranschmuck, speziell Broschen, gesucht. Frankierte direkte Offerten an die Redaktion erbeten.

Pz. „Wegen ungebührlichen Benehmens entlassen.“ Diese Worte schrieb ein Goldschmied einer Verkäuferin ins Zeugnis. Dieselbe hatte einen Urlaub erbeten, aber nicht erhalten. Sie fing daroban zu weinen und sprach sich in der Erregung mißliebig über das Verhalten des Prinzipals aus. Er kündigte ihr darauf und stellte ihr das erwähnte Zeugnis aus, wogegen sie Klage erhob. Das Gericht kam zu der Ansicht, daß zwar das Benehmen der Klägerin nicht ganz passend gewesen sei, aber doch keine Ungebührlichkeit enthalte, die den Prinzipal berechtigt hätte, ihr ein solches Zeugnis auszustellen. Es sei deshalb ein neues Zeugnis unter Weglassung obiger Worte auszustellen, auch habe Beklagter die Kosten zu tragen.

Gebrauchsmuster-Eintragungen. 44 a. 194 492. Sicherheitskett. chen für Taschenuhren, mit lösbarer Verbindungsschlinge. Joh. Carl Otto, Dresden, Pillnitzer Str. 49. 22. 1. 03. 0. 2548.

44 a. 195 861. Blech für Bijouteriezwecke, mit narbenähnlicher, reliefartiger Verzierung. Fa. Louis Kuppenheim, Pforzheim. 21. 2. 03. K. 18 536.

44a. 195 895. Kragenknopf mit Platte und Excenterhebel zum Festhalten von Krawattenbändern. Fa. Fr. Kammerer, Pforzheim. 2. 3. 03. K. 18 581.

44 a. 195 905. Krawattennadel mit Uhr, deren Zeigerwerk in vortretendem Gehäuse angeordnet ist. Richard Martz, DürrmenzMühlacker, Württ. 2. 3. 03. M. 14 838.

Ha. 195 966. Plattenartige Band- oder Geflechterzeugungskettenglieder, welche in ihrer Mitte durchbrochen sind. Fritz Bemberg, Pforzheim. 23. 2. 03. B. 21 478.

Ha. 195 967. Metallgeflecht, welches aus gestanzten Dreiecks platten und Ringen zusammengehängt ist. Fa. Louis Kuppen. heim, Pforzheim. 23. 2. 03. K. 18 560.

Büchertisch. Handbuch der Wirtschaftskunde Deutschlands. Dritter Band. 2. Lieferung, Sonderabdruck: Die Edelmetallindustrie, von Walter Richter, Sekretär der Handelskammer in Pforzheim. Diese interessante Monographie des bewährten Verfassers gibt zunächst eine allgemeine Uebersicht über die Entwickelung der Edelmetallindustrie von den ältesten Zeiten an. Durch Altertum, Mittelalter und neue Zeit verfolgt er sie und geht dann im besonderen auf Entstehung und Entwickelung der deutschen Edelmetallindustrie in den gegenwärtigen Hauptstätten derselben ein. Die Geschichte der Goldschmiedekunst in Hanau, Pforzheim, Schwäbisch-Gmünd wird hier vor dem Leser aufgerollt und die Bedeutung dieser Städte für unsere Kunst in helles Licht gerückt. Die weiteren Ausführungen gelten dann der Technik, den Absatzverhältnissen und den reichsgesetzlichen Maßnahmen, welche Einfluß auf die Entwickelung der Edelmetallindustrie haben. In gedrängter Form gibt die Schrift, die wir allen Goldschmieden zur Lektüre auf das wärmste empfehlen, doch eine umfassende Dar: stellung der Verhältnisse der Edelmetallindustrie in Vergangenheit und Gegenwart.

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Verantwortliche Redakteure: Syndin lang po anglicky
No. 9 – VI. Jabrgang | Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats i Leipzig, 1. Mai 1903

Inhalt der großen Ausgabe:

Abonnementspreis

für die grosse Ausgabe mit Einschluss des Beiblattes „Schmuck und

Mode“ pro Quartal M. 1.75 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich,
M. 8.- pro Jahr für das Ausland.

Einzelpreis der grossen Ausgabe 50 Pfg. pro Nummer bei freier Zustellung. für die kleine Ausgabe mit kleinem Text und den Amtlichen Bekannt.

machungen der Verbände und Vereinigungen pro Halbjahr M. 1.50 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich, M. 4.- pro Jahr für das Ausland. IT Einzelpreis der kleinen Ausgabe 20 Pfg. pro Nummer bel freier Zustellung.

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Moderne Goldschmiedekünstler: VI. Alex. Schönauer, Hamburg.

Von R. Rücklin. Mit 8 Abbildungen.
Der Niedergang der Bronzetechnik. Von Dr. Heinrich Pudor.
Das Silber auf der Tafel. Von R. Rücklin.
Die Feinmetall-Ausstellung in Stuttgart. Von R. Rücklin.
Die Nachteile und Gefahren der Feuervergoldung. Von Dr. Hans Braun.
Aus dem Kunstgewerbemuseum Gmünd.
Abbildung von 21 Entwürfen für Schmuck und Geräte.
1 Kunstbeilage: Schmuckentwürfe v. R. Müller, Zeichner in Pforzheim.
Preisausschreiben betreffend: Künstlerische moderne Entwürfe für

ein Frauenkostüm mit Silberschmuck.
Berichte aus Innungen und Vereinen.
Für die Werkstatt. (Technisches.)
Personalien und Geschäftsnachrichten.
Vermischtes.
Gebrauchsmusterschutz-Eintragungen und Patente.
Frage- und Antwortkasten.
Vom Büchertisch.
Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und

Silberschmiede.
Konkurse und Insolvenzen. – Arbeitsmarkt. -- Inserate.
3 Beilagen.

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Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet

Berichte aus Innungen, Vereinen und Fachschulen.

Freie Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes I. Schriftführer zur Verlesung und wird vom I. Vorsitzenden gegen

gezeichnet und angenommen. zu Berlin.

Zu Punkt 2 d. T.-0. werden die vom Vorstande ausgearbeiteProtokoll der General-Versammlung vom 1. April 1903 abends 8°/,Uhrten Satzungen ohne vorherige Verlesung und ohne Debatte en bloc im Rest: urant Schultheiss, Neue Jacobstraße 24/25.

einstimmig durch Zuruf angenommen mit der Maßgabe, daß bei

einer späteren gerichtlichen Eintragung der Vereinigung sich als Tagesordnung:

notwendig erweisende redaktionelle Aenderungen selbständig vom 1. Verlesung des Protokolls der außerordentlichen General - Ver. Vorstande vorgenommen werden sollen. Seitens des Vorstandes sammlung vom 24. Februar d. J.

wird darauf hingewiesen, daß die neuen Satzungen aus den bis2. Annahme der vom Vorstande vorgelegten Satzungen und zwar herigen herausgebildet, denen des Verbandes angepaßt und juristisch ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen.

so redigiert sind, daß eine gerichtliche Eintragung der Vereinigung 3. Aufnahme neuer Mitglieder.

gewünschten Falles jederzeit erfolgen kann. Als wesentliche Neue4. Jahresbericht a) des Vorsitzenden,

rungen in den Satzungen sind hervorzuheben: die Erhöhung des b) des Schatzmeisters

seit der Neuwahl. Mitgliederbeitrages auf jährlich 8 Mark Mindestbeitrag -- Mehr5. Bericht der Rechnungsprüfer und Entlastung des Vorstandes. zeichnung ist gern gestattet -- und die Vorschrift einer vorherigen 6. Neuwahl der Beisitzer.

halbjährigen schriftlichen Kündigung für den Fall des freiwilligen, 7. Wahl der Rechnungsprüfer.

nur mit dem Ablauf des Geschäftsjahres (Ende März) zulässigen 8. Verschiedenes.

Austritts aus der Vereinigung. Die Sitzung wird infolge schwachen Besuches erst um 9 Uhr Zu Punkt 3 d. T.-0. erfolgt den eingegangenen Anträgen zu10 Min. durch den I. Vorsitzenden eröffnet.

folge die Aufnahme der Herren: Zu Punkt 1 d. T.-O. gelangt das Protokoll der außerordent

Richard Grabow, Goldschmied, Wriezen a. 0. lichen General - Versammlung vom 24. Februar d. J. durch den

Paul Gronau, Juwelier, Neu-Ruppin.

Wilhelm Dönges, Berlin S., Stallschreiberstr. 26.
G. Frankenberg, Berlin NW., Friedrichstr. 92 a.
Alexander Houdelet i. Fa. J. Köhler Nachf., Berlin N.,

Invalidenstr. 114.
Wilh. Kirchberg i. Fa. Ferd. Rückert Nachf., Berlin C.

Alexanderstr. 50.
Einem Aufnahmeantrage wurde nicht stattgegeben.

Zu Punkt 4a d. T.-0. erstattet der I. Vorsitzende seinen Be. richt dahin, daß die in der außerordentlichen General-Versammlung v. 25. November 1902 beschlossene Verschmelzung der Freien Vereinigung mit der Ortsgruppe Berlin des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede durch die in der Vorstands und Ausschuhsitzung des Verbandes am 8. Februar d. J. erfolgte Aufnahme der Vereinigung unter ihrem neuen Titel:

„Freie Vereinigung des Gold- und Silberwaren-Gewerbes zu Berlin, Ortsgruppe des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede für Berlin und den Regierungsbezirk Potsdam" nunmehr durchgeführt sei.

Die weitere bisherige Tätigkeit des Vorstandes seit der Neuwahl am 25. November 1902 habe sich in 4 Vorstandssitzungen und einer außerordentlichen General - Versammlung vorwiegend auf die durch die Neugestaltung der Vereinigung notwendig gewordene Ausarbeitung und Durchberatung der soeben angenommenen Satzungen sowie auf die Vorarbeiten zur Anbahnung einer Silber - Besteckkonvention in Berlin erstreckt.

Zu erwähnen sei noch, daß gegen die Firma Robert Koch aus Frankfurt a. M., welche im Februar d. J. zu einer Ausstellung von Juwelen und Goldwaren etc. im hiesigen Hôtel Bristol Einladungen versandt hat, seitens des Vorstandes bei dem Polizei-Präsidium Anzeige wegen Verstoßes gegen den $ 56 der Gewerbeordnung, welcher das Feilbieten von Goldwaren etc. im Umherziehen verbietet, erstattet sei.

Zu Punkt 4b d. T.-0. berichtet der Schatzmeister, daß er am 26. November 1902 einen baren Kassenbestand von M. 467,91 übernommen habe. Hierzu seien an Mitgliederbeiträgen und Eintrittsgeldern hinzugetreten M. 331,50, während durch Ausgaben bis einschließlich 17. März d. J. M. 218,-- in Abgang gekommen seien, so daß den beiden Rechnungsprüfern ein barer Saldo bestand von M. 581,41 habe vorgewiesen werden können.

In der angeführten Ausgabensumme von M. 218,- seien die Ausgaben für den bewilligten Schulbeitrag, für die Fachzeitschrift und die Portoauslagen in Sachen der Besteckkonvention etc. noch nicht inbegriffen.

Die Mitgliederzahl betrage gegenwärtig 145.
Per 1. April d. J. haben ihren Austritt angezeigt die Herren:

Gustav Albrecht, Blankenburg a. H.
Val. Broß i. Fa. Louis Fiebler & Cie., Pforzheim.
Julius Bürger, Berlin.
H. Eckert, Berlin.
A. L. Harmsen, Glogau.
L. Krausnick i. Fa. Krausnick & Co., Wiesbaden.

E. Schmidt, Rostock. Vom 1. April d. J. seien der Vereinigung infolge der Verschmel. zung die Mitglieder der früheren Ortsgruppe Berlin des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, soweit dieselben der Freien Vereinigung bisher nicht angehört haben, hinzuzurechnen.

Das außer dem vorerwähnten Barbestande im Depot befindliche Vereinigungsvermögen in Wertpapieren in Höhe von Mk. 4400.habe eine Veränderung nicht erlitten; dasselbe ergebe per ultimo März einen Zinsertrag von Mk. 87.15.

Nachdem zu Punkt 5 d. T.-0. Herr R. Cassel in seiner Eigenschaft als Rechnungsprüfer den Richtigbefund der Rechnungslegung und das Vorhandensein des Kassenbestandes bestätigt hat, wird dem Schatzmeister und gleichzeitig dem Gesamtvorstande von der Versammlung Entlastung erteilt.

Zu Punkt 6 d. T.-0). werden einstimmig durch Zuruf als Bei. sitzer wiedergewählt die Herren:

Hugo Eisenach, SW. Blücherstr. 9,
Paul Haase, W. Potsdamerstr. 27,
Felix Sembach, C. Spittelmarkt 8/10,
Ludwig Schroeder, C. Oberwasserstr. 14,
Dr. Leopold Schroeder, i. Fa. Eugen Schroeder, Hofjuwelier,

W. Leipzigerstr. 35,

Rudolf Menzel, W. Dennewitzstr. 11, und zu Punkt 7 d. T.-O. in gleicher Weise als Rechnungsprüfer die Herren:

Richard Cassel, i. Fa. Brill & Cassel, C. Grünstr. 3,

Emil Dippe, C. Seydelstr. 18.

Mit besonderem Interesse war der im Anschluß an die GeneralVersammlung unter Punkt 8 d. T.-0. vorgesehenen Besprechung der Silber-Besteckkonventionsfrage entgegengesehen worden. Der Vorstand der Freien Vereinigung hatte ein die beabsichtigte Festsetzung der Minimalbesteckpreise erschöpfend behandelndes Rund

schreiben mit verschiedenen erläuternden Anlagen in über 500 Exemplaren an die Mitglieder der Vereinigung sowie an sämtliche Interessenten in Berlin und dem Regierungsbezirk Potsdam zum Versand gebracht. In demselben war zu einer persönlichen Be. sprechung eingeladen und um eine vorläufige Zustimmungsäußerung auf einer frankiert beigefügten Postkarte mit Vordruck gebeten worden. Leider entsprach weder die Zahl der eingegangenen Antworten noch die sehr geringe der Erschienenen den gehegten Er. wartungen. Es wurde vielmehr unwillkürlich der Eindruck erweckt, als ob von vielen Seiten vorerst eine abwartende Haltung in der Angelegenheit beliebt würde. Während eine stattliche Zahl anerkannt geachteter und grösserer Berliner und auswärtiger Firmen ihre Zu. stimmung zu einer Besteckkonvention erklärt hatte, haben sich andrerseits viele Herren, deren Geneigtheit bekannt war, und andern: teils solche, die unter den angeregten Preisen schon jetzt nicht verkaufen, nicht geäußert. Es wurde allgemein als notwendig und wünschenswert bezeichnet, daß auch diese Herren recht bald ihre Zustimmung erklären möchten, um dadurch dem Vorstande eine möglichst klare Uebersicht und die Aufstellung einer möglichst voll. kommenen Liste zu ermöglichen.

Nach lebhafter Debatte wird beschlossen, eine solche Liste der Geneigten aufzustellen und dieselbe durch ein zweites Rundschreiben sowie durch persönliche Besuche der noch Außenstehenden immer mehr zu erweitern. Es wurde ferner eine fortgesetzte Propaganda der Vereinigung sowohl wie jedes einzelnen in dieser vitalen Frage als notwendig bezeichnet und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß mit der Zeit auch eine der größten Berliner Firmen, die sich ab. lehnend verhält und ihre Besteckpreise zum vermutlichen Beweise ihrer sonstigen allgemeinen Leistungsfähigkeit teilweise mit nur ganz unverhältnismäßig geringem Nutzen berechnet, und die in der Konkurrenz ihr hierin folgenden Firmen in richtiger und kollegialer Würdigung der Sachlage ebenfalls ihren Beitritt zur Konvention erklären werden.

Herr Wilhelm Fischer, welcher in seiner Eigenschaft als I. Obermeister der Berliner Goldschmiede-Innung und als I. Vorsitzender des Verbandes deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede wohl auf allseitiges kollegiales Entgegenkommen würde rechnen dürfen, erklärt sich zur Uebernahme der weiteren Umfrage in Sachen der Besteckkonvention durch Rundschreiben, persönliche Besuche u. s. w. bereit. Dieses Anerbieten wird von der Versammlung mit Dank angenommen, ebenso das des Herrn O. M. Werner, die weiteren Kosten der Umfrage tragen zu wollen.

Nachdem noch zur Kenntnis gebracht worden, daß die be absichtigte Münchener Kunstgewerbeausstellung sich zerschlagen habe, und der Auffassung Ausdruck gegeben war, daß die Bee schickung außerdeutscher Ausstellungen nach den bisherigen Erfahrungen für den einzelnen kaum zu empfehlen, sondern vielmehr den staatlichen Kunstschulen u. S. w. zu überlassen sei, erfolgt um 11 Uhr 15 Min. durch den I. Vorsitzenden der Schluß der Versammlung.

Arthur Schmidt, I. Schriftführer.

W. 8. Mohrenstr. 26. Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede der Provinz Hannover und des Fürstentums Schaumburg-Lippe. Die Be. gründungsversammlung fand am Sonntag den 26. April zu Hannover in der „Münchener Bierhalle“ statt. Der Vorsitzende der Hannover: schen Vereinigung der Goldschmiede etc., Herr Peter Betz, begrüßte die aus ca. 40 Teilnehmern bestehende Versammlung mit einer Ansprache, worauf der Vorsitzende des Verbandes deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Herr Fischer-Berlin, einen Vortrag über die Organisation und die Ziele dieses Verbandes hielt. Er verzeichnete mit Bedauern, daß letzterer unter den Fachgenossen leider immer noch viel zu wenig bekannt sei, wofür er als Charak: teristikum angab, daß ein Kollege 1000 Siegelmarken bei dem Verlage der Deutschen Goldschmiede-Zeitung bestellt habe, statt richtigerweise bei dem Verbande als solchen. Sodann gab er einen Ueberblick über den Mitgliederbestand und die angeschlossenen Innungen und Korporationen. Die Mitgliedschaft wird schon heute auf etwa 2000 geschätzt. Aus der bisherigen Tätigkeit des Ver. bandes ist hervorzuheben der Kampf gegen die unberechtigte Bezeichnung der Uhrmacher als Goldschmiede, weswegen zur Zeit ein Prozeß in höherer Instanz vor dem Oberlandesgericht Jena schwebt, Herausgabe einer künstlerischen Mitgliedskarte 'in Diplomform und einer Plackette für die Mitglieder, Vereinbarung mit einer Glas. versicherungsgesellschaft, welche den Verbandsmitgliedern besondere Vorteile gewährt und den Verbandsvorstand in streitigen Fällen als entscheidende Instanz anerkennt, desgleichen mit einer Einbruchsdiebstahl-Versicherungsgesellschaft, die allerdings kürzlich wieder außer Kraft getreten ist. Die Schwierigkeiten, welche sich bei dem Verkehr mit den Versicherungsgesellschaften der letzteren Art herausgestellt haben, haben zu dem Versuche der Begründung einer eigenen Versicherungsgesellschaft geführt, der aber als aussichtslos anzusehen ist. Heute läßt sich feststellen, daß es für die Juweliere und Goldschmiede sehr schwer ist, Versicherung gegen Einbruch zu finden, weshalb der Vortragende die Organisation eines privaten Nachtwachdienstes nach näheren Vorschlägen empfahl. Weiter sind Erhebungen über die Zweckmäßigkeit der Begründung einer eigenen Feuerversicherung veranstaltet worden, aus denen hervorgeht, daß die Versicherungsgesellschaften im Goldschmiedegewerbe außerordentlich gute Geschäfte machen und nur bei kleinen Schäden genügende Entschädigung leisten. Die weiteren Beschlüsse wegen der Begründung der Verbands-Versicherungsgesellschaft werden am 7. Juni in der Verbandsversammlung gefaßt werden. Einbruch-, Diebstahl., Unfall- u. dergl. Versicherungen werden in späteren Jahren von selbst folgen. Hieran knüpfte der Vortragende interessante Vergleiche mit den Versicherungsunternehmungen und den Wohlfahrtseinrichtungen der Berliner Bäckerinnung Germania. Ferner beschäftigte den Verbandsvorstand die Frage der Zugehörig. keit der Goldschmiede zu der Metallberufsgenossenschaft, das Freibekommen gestohlener und unterschlagener Gegenstände von den Pfandleihern, das Taxieren, die Einführung eines Ringmaßes und für später eines Armbandmaßes, einheitliche Aufmachung der Goldsachen auf den Kartons, das Verhältnis zum Bunde der Kaufleute, dessen stellvertretender Vorsitzende der Vortragende ist, das Detaillieren der Lehrer an den Kunstgewerbeschulen und von Großhandlungen, das Hausieren in Kasernen und Werkstätten, Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes u. a. m. Herr Fischer schloß seinen beifällig aufgenommenen Vortrag mit der Aufforderung, ebenfalls eine Vereinigung für die Provinz Hannover zu begründen, wie das für andere Provinzen und Landesteile schon geschehen ist. Der Vorsitzende Betz, ferner die Herren Holstein - Osnabrück, Steinweber-Hannover, Reimers-Hildesheim unterstützten die Anregung des Vorsitzenden und machten nähere Vorschläge wegen der territorialen Abgrenzung. Hierauf wurde die Begründung eines Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede für die Provinz Hannover und das Fürstentum Schaumburg-Lippe einstimmig beschlossen. Als Kern treten, wie der Vorsitzende mitteilte, die 30 Mitglieder der Stadthannoverschen Vereinigung bei. Der Jahresbeitrag wurde auf 6 Mark festgesetzt. Zu Vorstandsınitgliedern wurden gewählt die jetzigen Mitglieder des Vorstandes der Vereinigung der Stadt Hannover Betz, Nagel, Sewig, Ihssen, Bögler; zu Ausschuß. mitgliedern Knauer-Göttingen, Reimers-Hildesheim, v. Hinden Alfeld, Knoth-Uelzen, Müller-Lüneburg, Hegermann - Peine, Holstein - Osnabrück, Pohl-Celle und W. H. Schmidt-Hameln.

Organisation der Mecklenburgischen Juweliere. Auf Anregung der Herren Juweliere in Schwerin und Rostock hatte der I. Vorsitzende des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Herr Fischer - Berlin, eine Versammlung der Juweliere beider Mecklenburg zum Sonntag, den 19. April 1903, nachmittags 4 Uhr, in Güstrow im Hotel de Russie zusammenberufen.

Die Beteiligung war trotz des stürmischen Schneewetters eine sehr zahlreiche.

Herr Goldschmied Parbs-Schwerin eröffnete die Versammlung und begrüßte die Erschienenen und erteilte Herrn Fischer das Wort.

Herr Fischer besprach in eingehender und sehr interessanter Weise die Tätigkeit und die Ziele des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede und legte in klaren Worten die Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller Juweliere Deutschlands dar.

Desgleichen führte der Redner aus, daß überall die einzelnen Provinzen und Reiche Vereine gegründet hätten, welche sich dem großen Verbande angeschlossen hätten und Mecklenburg sich eben: falls zu einem Verein verbinden müßte.

Diese fesselnde Rede hatte auch den erwünschten Erfolg und
alle Anwesenden zeichneten sich als Mitglied in die ausgelegte
Liste ein. Die Herren sind:
H. Blöcker-Rostock,

J. Ludewig-Roebel,
J. Brassler-Ludwigslust, R. Müller-Goldberg,
H. Brockmann-Bützow, H. Niekrentz-Güstrow,
G. Commentz-Güstrow, H. Parbs-Schwerin,
D. H. Dietzen-Rostock, R. Ratfisch-Schwerin,
F. Düwahl-Plau,

H. Rose-Schwerin,
W. Ehlers-Grevesmühlen, G. Sangerhausen-Schwerin,
C. Eichholz-Güstrow,

Schmidt-Rostock,
A. Gottschalk-Rostock, L. Schmieth-Schwerin,
F. Holzerland-Waren, K. Schomaker-Schwerin,
J. Joost-Schwerin,

0. Stahlberg-Teterow,
P. Kerfack-Rostock,

E. Stavenow-Malchin,

A. Westphal-Wismar.
Nun schritt man zur Wahl des Vorstandes und des Ausschusses.
In den Vorstand wurden gewählt die Herren:

Juwelier L. Schmieth-Schwerin, I. Vorsitzender,
Hofgoldschmied J. Joost-Schwerin, II. Vorsitzender,
Juwelier K. Schomaker-Schwerin, Kassierer,

Juwelier R. Ratfisch-Schwerin, Schriftführer.
In den Ausschuß wurden gewählt die Herren:
Juwelier D. H. Dietzen-Rostock, Juwelier W. Ehlers-Grevesmühlen,
Juwelier A. Gottschalk - Rostock, Juwelier H. Niekrentz - Güstrow,

Juwelier E. Stavenow-Malchin, Juwelier A. Westphal-Wismar.

Die Herren erklärten sich bereit, die Wahl anzunehmen.

Herr Schmieth sprach Herrn Fischer den Dank der Versammlung für die Leitung derselben aus.

Der Jahresbeitrag beträgt Mk. 6,--, wovon Mk. 3.- an den Verband in Berlin abgeführt werden sollen.

Am Abend vereinte man sich zu einem gemeinschaftlichen Essen im Hotel, bei welchem manche frohe Rede das Mahl würzte und in froher Stimmung trennte man sich, zuvor hatte man aber noch als nächsten Verbandsort Rostock einstimmig gewählt. Schwerin i. M., den 21. April 1903.

L. Schmieth, I. Vorsitzender, R. Ratfisch, Schriftführer. Zwangsinnung der Gold- und Silberschmiede zu Schweidnitz. Die V. Hauptversammlung wurde am 26. März 1903, nachmittags 31/2 Uhr im kleinen Saale der Brau-Kommune durch Herrn Obermeister Försterling mit herzlicher Begrüßung der Erschienenen eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte derselbe des im Januar d. J. verstorbenen Kollegen Max Völkel, Weißstein, Kreis Waldenburg. Zum ehrenden Andenken erhoben sich die Versammelten von den Plätzen. Der zum Beschluß eingebrachte Antrag behufs Beitritt zum Innungsausschuß wurde von der Versammlung einstimmig abgelehnt. Betreff des Hausierens mit Gold- und Silberwaren im Innungsbezirk wurde eine längere Debatte geführt und der Vorstand beauftragt, energisch dagegen vorzugehen. Auch wurde von Innungsmitgliedern Beschwerde geführt, daß in Freiburg sowie in Bad Salzbrunn je ein Geschäft sich befindet, welches mit Gold- und Silberwaren handelt, deren Inhaber Fachleute aber nicht sind, trotzdem der eine „Juwelier“, der andere „Goldschmied“ firmiert. Da dies gesetzlich unzulässig, wird der Vorstand an die betreffende Polizei resp. Amtsverwaltung Gesuche richten, daß eine derartige Firmierung den Inhabern verboten wird. In feierlicher Weise wurde ein Lehrling freigesprochen und ein Lehrling aufgenommen.

Die Goldschmiede-Zwangsinnung zu Dresden hielt am 16. April ihre Osterhauptversammlung ab. Es wurden in derselben durch den Obermeister Herrn Eckhardt acht Lehrlinge, deren Lehrzeit beendet war, in der üblichen feierlichen Weise freigesprochen. Der stellvertretende Obermeister Herr Eckert, der zugleich dem Prüfungsausschuß vorsteht, brachte darauf ein Referat über die abgehaltene Lehrlingsprüfung und gab seiner Freude Ausdruck, daß allen acht Ausgelernten, deren Zeichnungen und Gehilfenstücke im Saale ausgestellt waren, die Zensur „Vorzüglich“ erteilt werden konnte. Nachdem hierauf Herr Goldschmied Weber in die Innung als Mitglied aufgenommen worden war, gelangte die Frage des 8-Uhr-Ladenschlusses zur Besprechung, in der man sich zu einer wiederholten Umfrage bei den Innungsmitgliedern einigte, um dann vereint mit der Uhrmacherinnung beim Rate für Einführung dieser Schlußzeit vorstellig zu werden. Es wurde ferner beschlossen, im Laufe des Frühjahrs eine Exkursion zur Besichtigung einiger interessanter Fabrikbetriebe vorzunehmen. Hieran schloß sich ein Vortrag über die Fachklasse der Innung in der Schule des Allgemeinen Handwerkervereins, den der Vorstand des Schulausschusses, Herr Th. Heinze, hielt und in welchem er auf die vorzüglichen Erfolge des Unterrichts, der den Lehrlingen dort zu teil wird, hinwies.

Goldschmiede-Gehilfen - Prüfung in Halle a. S. Seit Bestehen des Gesetzes, „Regelung des Lehrlingswesens“ betr., meldeten sich zum erstenmal bei der Prüfungskommission des Goldschmiedegewerbes für den Regierungsbezirk Merseburg, bestehend aus den Herren Walther Hempel (Vorsitzender), C. Hindorf (Stellvertreter), A. Wratzke (Prüfungsmeister), W. Lehmann (Prüfungsgehilfe), drei Lehrlinge zur Ablegung der Gehilfenprüfung, welche am 19. April stattfand. Nach Besichtigung der eingesandten Arbeiten und eingehender mündlicher Prüfung konnte zweien derselben das Zeugnis „Gut“, einem „Mäßig“ erteilt werden, was mit kurzer Ansprache geschah. Hierauf wurden dieselben mit Ermahnungen und besten Wünschen für ihren ferneren Lebensweg als Gehilfen entlassen. Betreffs späterer Prüfungstermine wird auf die Gesellen · Prüfungsordnung verwiesen, welche von der Handwerkerkammer Halle a. S. unentgeltlich zu haben ist. Walther Hempel, Vorsitzender.

Der Kreditorenverein Pforzheim, Zweigstelle Gmünd, hat am 20. April seine alljährliche Generalversammlung abgehalten, wobei nach dem üblichen Turnus die Firmen Gustav Hauber, Schoch & Frank und Ottmar Zieher aus dem Ausschuß auszuscheiden hatten, während die Firma Sturm & Hirzel ihren Austritt aus dem Verein erklärt hat. Für die austretenden Firmen wurden in den Ausschuß gewählt: Jakob Grimminger, Eugen Heyd, Friedrich Seeger und Ed. Wöhler. Herr Ottmar Zieher, welcher seit zehn Jahren als Vorsitzender die Geschäfte des Vereins mit großer Umsicht geleitet hatte, erklärte, daß er durch geschäftliche Ueberhäufung nicht mehr in der Lage sei, die Vorstandschaft beizubehalten. Bis heute konnte ein Ersatz für Herrn Ottmar Zieher nicht gefunden werden und wird die Neuwahl des Vorstandes in der nächsten Ausschuß-Sitzung erfolgen.

der Deutschen Goldschmiede-Zeitung und des Blattes „Schmuck und Mode“

(Verlag Wilhelm Diebener, Leipzig)

zur Erlangung eines modernen künstlerisch aufgefaßten Frauen-Kostüms mit Silberschmuck

Herr Dr. Richard Graul, Direktor des Kunstgewerbemuseums Verlangt werden Entwürfe für ein modernes, künstlerisch

Leipzig, aufgefaßtes Frauenkostüm mit dazu passendem Silberschmuck Professor Max Seliger, Direktor der Kgl. Akademie für und zwar:

graphische Künste, Leipzig, Eine Vorderansicht des Kostümes mit dem eingezeich Dr. Albr. Kurzwelly, Direktorial - Assistent am Kunstneten Silberschmuck. Die Figur der Trägerin soll mit dar

gewerbemuseum, Leipzig, gestellt sein und die Darstellung etwa eine Höhe von 26 cm , Rudolf Rücklin, Lehrer an der Kunstgewerbeschule haben.

Pforzheim, Eine Rückansicht des Kostümes in Verkleinerung (etwa Frau Oberstleutnant Pochhammer, Berlin, 12 cm hoch), ferner eine naturgroße Darstellung des Silber- Fräulein Bertha Ries, Vorsteherin der Frauenarbeitsschule schmuckes.

Stuttgart,
Farbige Darstellung ist erwünscht, aber nicht Bedingung. Herr Hugo Schaper, k. k. Hofgoldschmied, Berlin,

Es wird Wert gelegt auf Einfachheit in Kleid und Schmuck » 0. M. Werner, k. k. Hofjuwelier, Berlin, und neuartige Anbringung des letzteren.

„ Dr. jur. Eugen Schröder, Grossherzogl. Sächs. Hof

juwelier, Berlin, II.

„ Goldwaren-Fabrikant Theodor Fahrner, Pforzheim, An Preisen werden ausgeworfen:

Julius Steinheuer, Hanau,
I. Preis: 400 Mk.

Friedrich Hermann Schüler, Leipzig,
II. Preis: 250 Mk.

Verlagsbuchhändler Wilhelm Diebener, Leipzig.
III. Preis: 150 Mk.
Einige Ankäufe zum Preise von je 30 Mk. nach Vorschlägen

V. der Jury sind vorgesehen.

Das Ergebnis des Preisausschreibens wird im „KunstDie Verlagshandlung Wilhelm Diebener hat das alleinige

gewerbeblatt“ (E. A. Seemann, Leipzig) und in der „Deutschen Recht und die Verpflichtung, die angekauften und prämiierten

Goldschmiede-Zeitung“ (Wilhelm Diebener, Leipzig) bekannt Entwürfe mit Namensnennung der Urheber zu veröffentlichen.

gemacht

VI.

III.

Die Entwürfe müssen mit einem Kennwort versehen sein Sämtliche eingesandte Arbeiten werden nach erfolgter und sind nebst einem, mit dem gleichen Kennwort bezeich- Entscheidung des Preisgerichts im Kunstgewerbemuseum neten Kouvert, das die genaue Adresse des Absenders ent- Leipzig und in Berlin ausgestellt. Es steht jedem Einsender hält, bis spätestens

frei, durch Vermerk auf dem Adressenkouvert die Namens1. Juli 1903

nennung oder die Ausstellung zu untersagen. franko einzusenden an das Kunstgewerbemuseum Leipzig,

VII. das in zuvorkommender Weise den Museumsraum für die Die prämiierten Entwürfe werden Eigentum der AusAusstellung zur Verfügung stellte.

schreiber. Mit dem Publikationsrecht der prämiierten und

gekauften Entwürfe wird das Ausführungsrecht oder VerkaufsIV.

recht der bezüglichen Muster nicht erworben. Das Preisgericht, welches spätestens am 5. Juli zusammen Alle nicht prämiierten oder nicht angekauften Entwürfe tritt, besteht aus nachfolgenden Mitgliedern, welche sich mit werden im Laufe des Monats August ihren Urhebern franko den genannten Bedingungen einverstanden erklärt haben: zurückgereicht.

Verlag der Deutschen Goldschmiede-Zeitung

Verlag von Schmuck und Mode

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