Page images
PDF

ein Tempo Largo aufnötigte. Der deutsche Goldschmied stimmt für die Männer der Ordnung! Nur in ihren Reihen sitzen die wahren Freunde des Handwerks, die von keiner Zukunftsutopie träumen. Daß er sich unter ihnen aber diejenigen auswählt, welche als Streiter für die Hebung des Handwerks ihre Stimme erheben, das verlangt die Liebe zu unserer deutschen Goldschmiedekunst.

Zeitweilige Krisen dürfen nicht an unseren heiligsten Grundsätzen rütteln. Eine Besserung der wirtschaftlichen Lage ist unstreitig vorhanden. Die Krisis hatte wichtige Teile unseres Wirtschaftslebens getroffen, und es ist mit diesem wie mit dem menschlichen Körper: Krankt ein Teil, so krankt das Ganze. Aber wenn auch die zukünftige, handelspolitische Lage noch unsicher erscheint, so hat die Beendigung der Kämpfe um den deutschen Zolltarif doch einigermaßen erleichternd gewirkt. Auch die, welche dabei Prügel bekommen haben, freuen sich wenigstens, daß die Bastonnade vorüber ist. Daß von einer ,,durchgreifenden Besserung der Wirtschaftsverhältnisse nicht die Rede sein kann, stellt auch der Handelskammerbericht Hanau für 1902 fest. Hinsichtlich der Hanauer Edelmetallindustrie heißt es in dem Bericht: „Als ein erfreuliches Symptom kann dabei die Wahrnehmung hervorgehoben werden, daß sich trotz alledem die Gunst des Publikums den besseren und gediegeneren Artikeln bewahrt hat. Es ist unverkennbar, daß die billige Marktware sich mehr und mehr aus den Spezialgeschäften zurückzieht und die Warenhäuser aufsucht, die auch von dem dementsprechenden Publikum bevorzugt werden.“ Auch wir freuen uns, wenn der Geschmack des Publikums bei der wirklich wertvollen und gediegenen Ware aushält, aber wir möchten auch den Absatz in der billigen Marktware dem Goldschmied erhalten wissen, darum erblicken wir in dem Zurückziehen dieser Waren aus seinem Geschäftsverkehr eine schwere Schädigung des Geschäfts. Wer wider die Warenhäuser ist, der allein vertritt die Interessen des mittleren und kleinen Goldschmieds. Gegen das Vorjahr ist in allen Zweigen der Edelmetallwarenfabrikation zwar der Absatz etwas zurückgeblieben, doch war der Abstand nicht so bedeutend, daß von einer drückenden Lage gesprochen werden konnte. Daß im allgemeinen die Lage noch ungünstig war, zeigten die Kreditverhältnisse. „Nicht nur bei den Konsumenten“, sagt der Hanauer Bericht, „zeigt sich die Unsitte des Kaufens auf Borg noch immer in der Zunahme, sondern auch im kaufmännischen Verkehr ist es für die Abnehmer der Ware oft gar nicht möglich, pünktlich den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.“ Das wollen wir ohne weiteres zugeben, aber die Pumpwirtschaft des Privatpublikums läßt sich in dieser Weise nicht entschuldigen. In den Mitteilungen des Verbandes deutscher Eisenwarenhändler schrieb dieser Tage ein Verbandsmitglied sehr richtig: ,,Meines Erachtens sollte Privaten als längstes Ziel sechs Monate gewährt werden. Nach Ablauf derselben wäre der Betrag per Postnachnahme zu erheben. Für Geschäftsleute könnte man auch sechs Monate Ziel festsetzen und dann eventuell ein Dreimonatsaccept, dies jedoch als äußerste Grenze.“ Aber eine einseitige Regelung dieser Frage ist doch ausgeschlossen. Das Kreditverhältnis muß jeder einzelne von Fall zu Fall mit seinem Kunden regeln. Nach „Schema F“ alle Kunden über einen Kamm zu scheren, ist ein Unding, und würde das Gegenteil von dem erzielen, was man erstrebt.

Die Bewegung gegen das Verhängen der Schaufenster an den Sonntagen, eine vorsintflutliche Anordnung, macht Fortschritte. In Gießen ist in einer Versammlung des Detaillistenvereins, dem auch Goldschmiede angehören, beschlossen

worden, bei den Landständen die Aufhebung des Verbotes der Offenhaltung der Schaufenster an Sonntagen (§ 227 des Hessischen Polizeistrafgesetzbuches) zu beantragen. Das Gleiche tat der Detaillistenverein in Darmstadt, und auch die Handelskammern zu Chemnitz, Halle und Halberstadt haben sich gegen das Blenden der Schaufenster ausgesprochen. Aber die Anschauungen der Behörden in dieser Frage sind wie altbackene Semmeln. Es gehört schon eine geraume Zeit dazu, ehe sie aufweichen. Taits Diamanten erscheinen „gut“ vor dem Gerichte in Berlin. Der Urheber der Firma Tait, der Juwelier Franz Joseph Goldsoll, war infolge seiner schwindelhaften Reklame des unlauteren Wettbewerbs angeklagt, wurde jedoch leider, da man nur Marktschreierei annahm, die nicht ernst genommen werde, freigesprochen. Wir kommen auf das Urteil noch zurück

Wegen Abänderungen der Konkursordnung ist der Verband der Vereine Kreditreform" neuerdings beim deutschen Reichstage vorstellig geworden. Es handelt sich darum, daß das Gericht auch in solchen Fällen eine Veröffentlichung der Zahlungseinstellung eintreten lassen soll, wo das Konkursverfahren wegen Mangel an Masse nicht eröffnet bezw. nicht durchgeführt werden kann. Daß in solchen Fällen eine Veröffentlichung unterbleibt, spornt die Schuldner an, ihr Vermögen noch so weit zu reduzieren, daß „Mangel an Masse" eintreten muß. Auch erfährt kein Mensch jetzt in solchen Fällen etwas von der kreditun würdigen Lage des betreffenden Schuldners, und es fällt ihm nicht schwer, neue Pumpversuche zum Nachteil seiner Gläubiger zu entrieren. Es ist nicht einzusehen, warum hierin nicht schon längst Wandel geschaffen wurde, und wir würden unserem Verbande der Juweliere, Gold- und Silberschmiede empfehlen, sich dieser Eingabe befürwortend anzuschließen, wie es auch andere Vereinigungen zu tun gedenken. Auch mit Abänderungen des sogenannten Handwerkergesetzes tritt man jetzt vielfach hervor. Wir halten dies aber für verfrüht. Seit dem 1. Oktober 1901 ist's in Kraft. Also erst anderthalb Jahre lang haben die sämtlichen neuen, zum Teil einschneidenden Bestimmungen ihre Wirkung geäußert, während die Handwerkerkammern auch nur ein Jahr früher ins Leben traten. Man muß neue Bestimmungen sich erst ausreifen lassen und sie auf ihre Wirkung eingehend prüfen, bevor man es unternimmt, die bessernde Hand daran zu legen. Zweifellos bricht sich die Überzeugung in immer weiteren Handwerkerkreisen Bahn, daß die durch das erwähnte Gesetz herbeigeführte Organisation des Handwerks die beste Basis bildet, auf der die Handwerker selbst ihre Interessen in legaler Weise zu finden vermögen. Das hat man auch in Österreich erkannt, wo man unsere Handwerkerkammern nachahmen will. Alles kann freilich durch Staatshilfe nicht geschehen. Wir müssen auch selbst rührig auf Posten stehen. Das ,,Pommersche Handwerksblatt“ hat in dieser Beziehung beim Jahreswechsel sehr beherzigenswerte Worte gesprochen: ,,In der Wertschätzung des ernsten Willens nach Vollendung, in dem Vorwärtsstreben nach hohen Zielen, in Selbstachtung und Uberzeugungstrene, darin liegt das Geheimnis des Erfolges, darin liegt auch die Zukunft des Meistertums und mit ihm die Zukunft des ganzen Handwerkerstandes. Wir selbst sind die berufenen Vorkämpfer unserer Standesinteressen, unsere eigene Pflicht muß es sein, allezeit helfend und fördernd einzugreifen, jeder nach seinem Können und jeder nach seiner Art und Weise. Wir müssen einig sein in dem Gedanken der Pflege des Standesbewußtseins, einig in der Begeisterung für die gute Sache und einig in dem Ziele, das sich in der Hebung und Kräftigung des Handwerkerstandes verkörpert.“

[graphic]

Die Kleinodien des Deutschen Reiches. Auszug aus einem Vortrag, gehalten im Gewerbeverein zu Wolfenbüttel von Richard Eichhorn, Juwelier.

Wenn man die am Schweizerhofe im Halbstock der Hofburg zu Wien, mitten in diesem gewaltigen Gebäudekomplex belegene k. k. Schatzkammer betritt, um zu jenen Kostbarkeiten zu gelangen, welche der Gegenstand der nachfolgenden Ausführungen sein sollen, kann man nicht umhin, zunächst eine wenigstens oberflächliche Umschau zu halten, denn was hier dem staunenden Auge geboten wird, dürfte sowohl an Geldeswert, als auch in künstlerischer und historischer Bedeutung von keiner ähnlichen Sammlung der Welt übertroffen werden.

Die Sammlungen befinden sich in dreißig Schränken und Kästen aus Nußbaumholz und nehmen sechs geräumige Gewölbe ein.

Im Eintrittszimmer bemerkt man die Heroldsgewänder, wahre Prachtstücke heraldischer Kunststickerei, die Heroldsstäbe, das österreichische Erbpanier und Kampfrichterschild. In den Fensternischen stehen zwei silberne Kassetten, in denen im Jahre 1867 das ungarische Volk seinem neuen Könige Franz Josef das aus 100 000 Dukaten bestehende Krönungsgeschenk überreichte. Ein Kästchen aus Ebenholz mit zierlichen Elfenbeinskulpturen, gekrönt mit einer silbernen Austria, enthält die Schlüssel zu den Särgen der in der Kaisergruft ruhenden Vorfahren des Herrscherhauses.

Im nächsten Raume befinden sich über hundert Uhren und Automaten, vom echten „Nürnberger Ei“ bis zu den bewundernswertesten optischen Apparaten, alle in edlen Metallen ausgeführt und mit kostbaren Edelsteinen und Emaillen geschmückt; lauter Kunstwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert, von denen viele bei festlichen Veranlassungen die Räume und Tafeln der Hofburg schmücken.

In weiteren sechs Schränken werden über dreihundert Gegenstände aus Bergkristall, Topas, Onix, Perlgewächsen und dergl. aufbewahrt, als Vasen, Kameen, Tabletten, Leuchter, Becher; lauter blinkende Gefäße, darunter der burgundische Hofbecher aus dem 15. Jahrhundert. Die Fassungen, Ornamente, Füße und Deckel sind aus gediegenem Golde und Silber hergestellt und repräsentieren ungeschätzte Werte.

Das gleiche ist auch von dem Goldgeschmeide zu sagen, welches, an der Querwand aufgestellt, eine große Anzahl berühmter Porträtmedaillons, Broschen und Ohrgehänge von hervorragender Schönheit und Seltenheit enthält.

Hierauf folgt ein Gewölbe mit etwa dreihundert Gefäßen von Silber und Gold, an deren meisten sich die Hersteller, die hervorragendsten Goldschmiede ihrer Zeit, durch Zeichen verewigt haben. Besonders fällt hier eine Gießkanne aus Lapislazuli mit beweglichem goldenen Bügel auf, ein in der Emaillierkunst unerreichtes Meisterwerk, sowie ein Salbungsgefäß aus einem Smaragd im Gewichte von 2680 Karat, welches aus dem burgundischen Schatze stammt.

Sieht man sich hier um, so fällt der Blick in das Gewölbe, welches wohl das Wertvollste umschließt und von dessen Herrlichkeit sich mancher Sterbliche nichts träumen läßt. Tausende von Diamanten funkeln und strahlen in unbeschreiblichem Glanze und magisch wird man davon angezogen. Wir stehen vor dem Schmuck des Habsburg-Lothringer Kaiserhauses und lohnt es, hier ein wenig länger zu verweilen. Die österreichische Kaiserkrone, unter der Regierung Kaiser Rudolfs II. angefertigt, und im Jahre 1612 bei der Krönung Matthias zuerst benutzt, ist aus feinem Golde und reich mit Diamanten, Rubinen, namentlich aber großen Perlen ornamentiert, ihr Gestell bilden breite Emaillestreifen, welche zu beiden Seiten von Perlen umrahmt werden. Der Bügel teilt die Kappe in zwei Teile, deren jeder aus zwei dreieckigen Goldplatten' besteht, welche in getriebener Arbeit die Momente der Krönungsfeier darstellen. Über dem Bügel ist ein kleines Kreuz mit einem muglichen Saphir in unübertroffener Farbe angebracht. In künstlerischer Beziehung repräsentieren die

Krone sowie der gleichfalls im Renaissancegeschmack ausgeführte, in Diamanten strahlende Reichsapfel, zu denen sich noch das Szepter gesellt, eines der hervorragendsten Goldschmiedewerke. Das dazu verwendete Material steht an Kostbarkeit unerreicht da, wenn man bedenkt, daß der für jene Zeit enorme Preis von 700 000 Talern für die Krone allein gezahlt wurde. Diese Insignien trugen die zu deutschen Kaisern erwählten Herrscher Österreichs bei ihren Einzügen zur Krönung in Frankfurt a. M.

Die prächtige Krone der Kaiserin, deren Wert drei Millionen Gulden beträgt, ist erst im Jahre 1867 vollendet; die vorzüglichsten, durch Größe und Reinheit ausgezeichneten Diamanten derselben in altem holländischen Schliff stammen aus dem Hausschmuck der Kaiserin Maria Theresia.

In dem die Mitte des Raumes einnehmenden, großen achteckigen Glasschranke befinden sich ferner über dreißig brillantene Ordenszeichen. Da ist das goldene Vließ in verschiedenen Exemplaren, der Stephan- und Leopoldorden in Diamanten ausgeführt. Der große Toisonorden besteht aus 150 Solitärbrillanten von seltener Größe und Schönheit, in der Mitte befindet sich der weltberühmte „Frankfurter", 421), Karat schwer.

Unter dem reichen, hier aufbewahrten Privatschmuck des Kaiserhauses, bestehend aus Diademen, Kolliers, Ohrgehängen, Spangen, Knöpfen, Ringen, Nadeln, Kämmen, Agraffen u. s. w., darf nicht unerwähnt bleiben der viertgrößte Diamant der Welt, der sog. „Florentiner', 1331, Wiener Karat schwer (5 Karat = 1 Gramm. Dieses Kleinod gehörte einst Karl dem Kühnen, welcher wegen der geheimnisvollen Wunderkraft, welche man den Edelsteinen zuschrieb, denselben stets mit in die Schlacht nahm und am 22. Juli 1476 bei Murten verlor.

Wir werfen nun noch einen Blick auf das kaiserliche Taufzeug, auf die berühmten Krönungs- und Lehensschwerter, um einen weiteren Raum zu betreten.

Hier befinden sich die Insignien Napoleons I. als hunderttägiger König von Italien: der bekanntlich einärmelige Krönungsmantel, die massiv goldene Krone, die Hand der Gerechtigkeit und ein bronzenes Szepter.

Ein zweiter Schrank enthält ältere Krönungsgeräte, ein dritter historische Kuriositäten. Da ist der aus dem Jahre 1495 stammende Reichskammerrichterstab, welcher bis 1837 in Wetzlar war, eine Trinkschale Rudolfs von Habsburg, das Horoskop Wallensteins, erbeutete Siegel türkischer Herrscher, die türkische Vasallenkrone für Ungarn vom Jahre 1605, eine goldene Rose vom Papst Pius VII. und viele andere Gegenstände.

Wir wenden uns um. Durch zwei in den meterdicken Umfassungsmauern befindliche kleine Fenster fällt ein gedämpftes Licht auf die Kleinodien und Reliquien des ehemaligen heiligen römischen Reiches deutscher Nation.

Die Reichskleinodien entstammen verschiedenen Jahrhunderten. Wir erblicken die römische Kaiserkrone, welche der Papst Leo III. am Weihnachtsfeste des Jahres 800 in der Peterskirche zu Rom Karl dem Großen auf das Haupt setzte und damit die alte Cäsarenwürde auf die deutschen Kaiser als Schutzund Schirmherren der Kirche übertrug. Der eigentliche Kronreif besteht aus acht flachen, nach oben halbrunden Feldern, welche durch zwei im Innern laufende Eisenringe zu einem Achteck vernietet sind. Vier dieser Felder tragen Perlen und rohgeschliffene, meist durchbohrte Edelsteine, welche schon aus vorchristlicher Zeit stammen müssen und zu Schnüren aufgereiht ehemals anderen Zwecken gedient haben. Die anderen vier Felder tragen prächtige Emaillebilder mit symbolischen und allegorischen Darstellungen.

Der Bügel der Krone ist, wie seine Inschrift besagt, im Jahre 1147 unter Konrad III. angefertigt. Die Krone ist aus reinem Golde verfertigt und wiegt sieben Pfund.

Der Reichsapfel ist eine Kugel von 85 Millimeter Durch- jenen des Kaisers zu machen. Dieselben sind – wie ehedem messer, welche von zwei sich kreuzenden Reifen umspannt wird, dem Kaiser Wilhelm I. bei der Eröffnung des ersten deutschen die oben zu einem lateinischen Kreuze lilienförmig enden. In Reichstages und Wilhelm II. beim Regierungsantritt vorangetragen der Mitte dieses Kreuzes befindet sich ein Saphir mit einem viel worden. Bei offiziellen Reichsangelegenheiten wird aber als seitig gedeuteten griechischen Monogramm. Der Ausführung nach äußeres Attribut der deutschen Kaiserwürde der purpurrote Behang zu urteilen stammt er aus dem zwölften Jahrhundert.

des preußischen Thrones durch den gelben kaiserlichen mit dem Das Szepter besteht aus einem 60 Zentimeter langen silber- Reichsadler und der darüber befindlichen gestickten Kaiserkrone vergoldeten Stabe, welcher durch Reife und Knäufe unterbrochen ersetzt. und an der Spitze eine Eichel trägt. Dasselbe ist 1550 in Nürn Im Jahre 1871 erließ Kaiser Wilhelm I. Bestimmungen über berg angefertigt. Ein zweites Szepter gleicht einem Weih wędel die Insignien des neuen Reiches. An Stelle des früheren zweiund ist um 300 Jahre älter.

köpfigen Adlers, welcher an das deutsche Königs- und römische Das Reichsschwert, das Schwert des heiligen Mauritius, Kaisertum erinnerte, trat der einköpfige gekrönte Adler. Die verwelches den zu krönenden Königen vorangetragen wurde, stecktschiedenen Attribute wurden unter Leitung des Oberzeremonienin einer hölzernen Scheide, welche auf jeder Seite mit sieben meisters Grafen Stillfried gezeichnet. Goldplatten belegt ist, auf denen verschiedene Könige in vollem Wie schon manche Münze und Medaille preußischen CrKrönungsornat abgebildet sind.

sprungs nicht recht geglückt ist, so war es auch hier der Fall, Zu diesen ehrwürdigen Zeichen der kaiserlichen Macht ge- man vergleiche nur die ersten mit den neueren Reichsmünzen. sellen sich noch die Krönungsgewänder.

Der Adler war zu gedrungen, der Kopf viel zu groß, ebenso auch Die Kleinodien des heiligen römischen Reiches deutscher das darauf befindliche preußische Wappen, die Krone sah wie ein Nation befanden sich bis zum Jahre 1796 in Nürnberg, seitdem Blumenkorb aus. werden sie in der Schatzkammer zu Wien aufbewahrt. Wem ge Der kunstsinnige Kaiser Friedrich beauftragte nun im hören dieselben? Seit dem 6. August 1806, also seit fast 100 Jahre 1888 den Professor K. E. Döpler in München mit der Jahren sind sie herrenlos geworden, dadurch, daß infolge der Er- Veränderung, welche eine erhebliche Verschönerung mit sich richtung des Rheinbundes Kaiser Franz II. sich genötigt sah, seine brachte. Kaiserwürde niederzulegen, womit das Ende des tausendjährigen Bald erschienen denn auch die neuen Reichsmünzen mit dem römisch-deutschen Reiches besiegelt ward.

„heraldischen" Adler. Nach diesen Entwürfen ist der ReichsDas neue Deutsche Reich hat mit dem alten Deutschen adler schwarz auf einem goldenen Schilde. Zunge und Krallen Reiche keinen staatsrechtlichen Zusammenhang, wenn es in sind rot. Seine Brust trägt ein silbernes Schild, auf welchem letzterem mit seinen Heldengestalten auch einen hehren geschicht sich der gekrönte preußische Adler mit Szepter und Reichsapfel lichen Hintergrund hat. Die eigenartige Verfassung unseres Reiches, befindet, dessen Flügel sind mit goldenen Kleeblättern belegt, auf welches den Kaiser nur zum Vollstrecker der Beschlüsse des der Brust trägt er den Hohenzollernschild. Ist der Reichsadler Bundesrates und des Reichstages macht, schließt die Führung frei schwebend, also außerhalb des goldenen Schildes dargestellt, von Szepter und Reichsapfel, den Symbolen unbeschränkter Macht, wie auf Münzen, Stempeln 11. s. w., so umgibt ihn der Schwarze überhaupt aus, es sind daher von diesen nicht einmal Entwürfe Adlerorden mit der Kette und über seinem Kopfe schwebt die vorhanden.

Kaiserkrone mit zwei abfliegenden goldenen Bändern. Eine Krönung haben unsere bisherigen Kaiser aus dem Hause Die neue deutsche Kaiserkrone, wenn sie dereinst einmal anHohenzollern noch nicht ins Auge gefaßt, sie dürfte an den bedeu- gefertigt werden sollte, besteht aus einem goldenen Stirnreif mit tenden Kosten der Beschaffung des mächtigen Reiches würdiger Goldbrokatmütze. Um denselben ziehen sich vier große und vier Kleinodien erheblichen Widerstand finden und durch die ent- kleine nach oben abgerundete Felder. Die großen tragen je ein stehenden Rang- und Etikettefragen wesentlich erschwert werden großes und zwei kleine Brillantkreuze, die kleineren den in

Die Insignien des neuen Deutschen Reiches sind daher vor- Brillanten ausgeführten Reichsadler, über dem ein achteckiger läufig nur in Entwürfen vorhanden – bis auf den als Attribut Brillantstern schwebt. Auf die vier großen Schilder stützen sich geltenden Reichsadler, welcher an der Rückwand des kaiser- vier ebenfalls in Brillanten strahlende Bügel, welche in Blattwerk lichen Thrones, auf den Reichssiegeln, Münzen und Standarten enden, auf dem dann der blau-goldene, brillantenbesetzte Reichszur Ausführung gelangt ist.

apfel ruht. Diese Krone wäre gewiß ein herrliches Kunstwerk. Da das Königreich Preußen nur ein Glied des Bundes ist, Auch die Kronen der Kaiserin und des Kronprinzen des Deutschen geht es auch nicht an, die Herrscherinsignien Preußens, welche Reiches sind genau entworfen und nicht minder schön und kostaus Krone, Reichsapfel, Szepter, Fahne und Schwert bestehen, zu spielig.

Delegiertentag des Verbandes Deutscher Kunstgewerbe-Vereine in Leipzig.

Der „Verband deutscher Kunstgewerbe-Vereine hat sich im Laufe der Jahre zu einer Bedeutung emporgehoben, die im Interesse des vaterländischen Kunstgewerbes mit Genugtuung konstatiert werden muß. Man zollt seinen Beschlüssen Beachtung, und alle „brennenden Fragen“ auf dem Gebiete der heimischen gewerblichen Kunst werden bei seinen Tagungen und Beratungen in Erwägung gezogen. Auch diesmal waren Fragen aufgetaucht, welche ernster Aussprache und Beratung bedurften. Nachdem schon am 28. März im Sachsenhof ein Begrüßungsabend stattgefunden hatte, begannen am Sonntag, den 29. März, im Vortragssaale des GrassiMuseums die Versammlungen. Im Auftrage der Königl. Sächs. Staatsregierung wohnte denselben Herr Oberregierungsrat Dr. Stadler vom Ministerium des Innern, namens der Kgl. Kreishauptmannschaft

Leipzig Herr Oberregierungsrat Dr. Wengler, namens der Königl. Amtshauptmannschaft Herr Graf von Holtzendorff, namens der Stadt Leipzig Herr Oberbürgermeister Justizrat Dr. Tröndlin bei. Auch die Handelskammer, Gewerbekammer, Buchgewerbeverein, Ingenieur- und Architektenverein, Künstlerverein, Zeichnerverein 11. s. w. hatten Vertreter entsandt. Seitens der Redaktion unserer „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ nahmen unser Fachredakteur Fritz Puch sowie unser volkswirtschaftlicher Schriftleiter Syndikus Hermann Pilz an den Beratungen teil.. Von 33 Kunstgewerbevereinen waren 17 vertreten. Im Namen des „Leipziger Vereins Kunstgewerbemuseum“ begrüßte Herr Dr. Gensel die Versammlung. Herr Oberregierungsrat Dr. Stadler tat dies namens der Regierung, indem er ausführte, daß dieselbe das Ideal der Bestrebungen der Kunstgewerbe - Vereine: Förderung des „Zur Förderung der Entwickelung unseres deutschen KunstKunstgewerbes und Wachhaltung des Kunstverständ gewerbes ist wünschenswert: I. daß die heutige Kunstgewerbenisses, freudig anerkenne und den Verhandlungen des Delegierten- schule fortentwickelt wird derart, daß sie für die Werkstätten tages mit Aufmerksamkeit folgen werde. Oberbürgermeister Justiz- vollendet gebildete Kräfte zu erziehen vermag. Dazu ist unerrat Dr. Tröndlin hob hervor, wie Leipzig und alle anderen läßlich, a) daß die Lehrkräfte der Möglichkeit nicht beraubt deutschen Städte so innig mit der Entwickelung des Kunstgewerbes werden, sich an der Lösung der zeitgemäßen Aufgaben zu üben. verbunden, ja mit tausend Fäden von ihm abhängig seien, daß sie Nur durch diese produktive Tätigkeit wird den Lehrern die innige selbst mit allen Kräften zu dieser Entwickelung beitragen müßten. Fühlung mit den modernen Forderungen und der modernen KunstDer Vorsitzende der Leipziger Handelskammer, Geh. Kommerzien- technik erhalten, b) daß die Erziehung der Schüler ganz der rat Zweiniger, wies auf die engen Beziehungen zwischen Handel Kunstgewerbeschule übergeben wird. Bisher gibt die Schule und Kunstgewerbe hin und feierte die erzieherische Aufgabe der durchschnittlich 1. den zur Schöpfertätigkeit nötigen VorbereitungsKunst. Den eigentlichen Verhandlungen präsidierte Professor unterricht in Vortechniken, 2. Unterricht im Entwerfen in Modellvon Thiersch - München. Nach Erstattung des Jahres- und techniken, wesentlich für ideale Verhältnisse. Es fehlt 3. UnterKassenberichts referierte Professor von Thiersch über die Turiner richt in der Ausführungs- oder Werktechnik mittels werkstattAusstellung im vorigen Jahre. Er bezeichnete den ideellen mäßiger Ausführungen von Aufgaben, die aus wirklichen modernen Erfolg als einen günstigen und hofft, daß das Defizit von Verhältnissen entspringen, c) daß die besten Schüler der Kunst40 000 Mark durch Beiträge der Bundesstaaten gedeckt werde. gewerbeschule auf Grund amtlicher Zeugnisse von den WerkÜber denselben Gegenstand sprach von Berlepsch-München, der stätten der Praxis engagiert werden und die Eigenart dieser Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Ausstellung. „Wenn die Kräfte mehr berücksicht gt wird. Dadurch soll längeres und tiedurch die Erfolge in Paris errungene Stellung“, sagte Redner, „nicht feres Studium begehrenswerter werden und das Ansehen der wieder verloren gehen sollte, dann durfte kein müßiges Zuschauen Schule steigen. II. Daß Staats- und Stadtbehörden das Erziehungsin Turin Platz greifen, dann dürfen wir auch in Zukunft nirgends werk der Kunstgewerbe- und Kunstschulen, das Kunstgewerbe fehlen. In der Kette der für die Kultur der Gegenwart so be- und die Kunst in konsequenter Erfüllung einer dankbaren Kulturzeichnenden Ausstellungen, speziell auf dem Gebiete des Kunst- pflicht vorbildlich pflegen. Sie sollen bei ihren eigenen nötigen gewerbes, konnte Deutschland nach seinem Auftreten in Paris Bauten, Bauinhalten und öffentlichen Anlagen die Verbindung einer auch Turin als wichtiges Glied in der Entwickelungsreihe nicht maßvollen Kunstform mit der unentbehrlichen Zweckform grundunberücksichtigt lassen.“

sätzlich erstreben. Sie sollen zum Ausbau dieser KulturpflichtDer Reichskommissar Geh. Oberregierungsrat Lewald-Berlin formen in den Städtebildern einen Prozentteil ihrer Ausgaben gab ein Referat über den Umfang der Beteiligung des Kunst- den lokalgeographisch wünschenswerten oder in der Praxis ergewerbes an der Weltausstellung in St. Louis 1904 und blühten Kunsttechniken zur Mitbetätigung und Übung zur Verbat dringend um baldige Erklärung der einzelnen Vereine überfügung stellen und außerdem einen anderen Prozentteil für die ihre Teilnahme. In der Debatte wurde namentlich vor einer Zer dauernde praktische Erziehungsmethode ihrer öffentlichen Lehrsplitterung und einem sogenannten Wettrennen der einzelnen werkstätten. III. Daß der Zufluß begabter und gebildeter Kräfte Künstler gewarnt. Bedauert wurde, daß München sich noch ab- zu den kunstgewerblichen Berufszweigen gestärkt wird, indem lehnend verhält. Prof. von Thiersch fügte hieran Aufklärungen der Beruf vor dem Gesetz, den staatlichen, den städtischen Beüber das Scheitern der für das Jahr 1904 in München geplant hörden und der Gesellschaft ehrenvoller, lohnender und anziehender gewesenen Kunstgewerbeausstellung. Das Projekt sei infolge von gemacht wird. IV. Daß wandernde Lehrausstellungen eingerichtet Bedenken und auch Abneigung der in Frage kommenden Kreise werden. Mit öffentlichen oder Stiftungsmitteln sind mustergültige leider gefallen.

kunstgewerbliche Werke von einer aus allen Gesellschaftskreisen Hervorragendes Interesse hatte für uns der nächstfolgende zusammengesetzten Jury anzukanfen, durch die großen, kleinen Punkt der Tagesordnung: „Einschränkung der künstlerischen und kleinsten deutschen Städte zu führen und von Wanderlehrern Privattätigkeit der an den Kunstgewerbeschulen ange- zu erklären, damit der Geschmack auch dort gehoben und auch stellten Lehrer.“ Es handelte sich hierbei um eine auf dem von dort den kunstgewerblichen Techniken Kräfte zugeführt Verbandstage in Stuttgart gefaßte Resolution des „Verbandes werden. V. Daß eine Statistik geschaffen werde, welche die deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede“, die auch in Werte verzeichnet, die der Wirkung der bildenden Kunstform im Dresden wieder den Verbandstag beschäftigte und schließlich zu Welthandel und Weltverkehr zuzuschreiben sind. Hiermit soll einer Eingabe des Verbandes geführt hat, welche bereits in Nr. 7 der Nation die wirtschaftliche Würdigung des Kunstgewerbes geder „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ wiedergegeben wurde. Mit stärkt werden.“ dieser Eingabe hatte sich der Delegiertentag auseinanderzusetzen, Gegen die Thesen unter Ib, II bis V haben auch wir im und die Verhandlungen führten leider zu einem negativen Re- ganzen nichts einzuwenden. Der Unterricht in der Ausführungssultat. Unser Verband hatte in Erwägung der scharfen Kon- oder Werktechnik komplettiert nur den bisherigen Lehrstoff an kurrenz, welche die Professoren der Kunstgewerbeschulen dem den Kunstgewerbeschulen. Freilich ist zu bedenken, daß den Goldschmied bereiten, gefordert, daß die Lehrtätigkeit in den eigentlichen Goldschmieden dadurch der junge Nachwuchs leicht Kunstgewerbeschulen sich vorherrschend darauf beschränken möge, abspenstig gemacht werden könnte, wenn eine solche Ausbildung daß die herzustellenden Gegenstände in erster Linie in unechtem in praxi hinzukäme und allgemeinen Anklang fände. Die KunstMetall, Messing oder Kupfer, wenn unumgänglich, auch in Silber gewerbeschulen könnten dann leicht „Lehrlingsbrutstätten“ werden. ausgeführt und diese Modelle zu angemessenen Preisen dem Kunst- Indessen fürchten wir dies vorläufig nicht, da die Zahl der in den gewerbe zur Verfügung gestellt werden möchten, damit durch Schulen sich meldenden Lehrlinge doch immerhin eine verhältnisdiese Arbeiten in den Kunstgewerbeschulen Vorbilder geschaffen mäßig beschränkte sein wird. Jedenfalls werden sich Fachleute dawerden und dadurch eine geistige Beeinflussung des Kunstgewerbes rüber noch näher aussprechen müssen. Die These Ia war für uns stattfinde. Vollkommen ausgeschlossen solle es sein, das in den der springende Punkt. Wir verkennen nicht, daß sie etwas Wahres vom Staat den Lehrern zur Verfügung gestellten Lehrwerkstätten enthält. Die Fühlung mit der Praxis ist für den Lehrer ein BePrivatinteressen wahrgenommen würden. Diese Werkstätten dürften dürfnis und fällt wohl in die Wagschale. Aber stärkeres Gewicht nicht als Aushängeschild oder Reklamemitttel für die Privatarbeiten hat unseres Erachtens der Einwand der Goldschmiede, daß durch der betreffenden Lehrer dienen. Man solle die Lehrer so besolden, die Ausbreitung des Detaillierens der Professoren an den Kunstdaß sie solchen Nebenverdienst nicht nötig haben. Referenten gewerbeschulen ihnen eine bedrohliche Konkurrenz gemacht wird. waren zu diesem Punkt Professor Hoffacker-Karlsruhe und Wann es namentlich in „allerhöchsten Kreisen“ Mode wird, nur Professor Seliger-Leipzig, welcher folgende Thesen aufstellte: bei Kunstgewerbelehrern Bestellungen aufzugeben, dann bedeutet dies eine schwere Schädigung für die Goldschmiedemeister und Wert oder die Bestimmung des Werkes oder auf die Art seiner ihre Kunst. Das letzte Wort dürfte in dieser Angelegenheit noch Verwendung oder Anbringung«, 2. daß eine Abänderung des Abnicht gesprochen sein, umsoweniger, als die Versammlung fol- kommens mit den Vereinigten Staaten vom 15. Januar 1892 genden Beschluß faßte: ,,Die Lehrkräfte der kunstgewerblichen dahin erfolge, daß die deutschen Urheber den Copyright-Schutz in Schulen sind nicht nur nicht zu hindern, sondern womöglich zu den Vereinigten Staaten auch ohne Erfüllung der sogenannten verpflichten, sich an der Lösung zeitgemäßer Aufgaben zu be- Manufakturing - Klausel erlangen, 3. daß die Reichsregierung die teiligen. Nur durch diese produktive Tätigkeit wird den Lehrern Vorbereitung neuer Handelsverträge mit Rußland, Holland, Schweden die innige Fühlung mit den anderen Forderungen und der mo und Rumänien benütze, um der deutschen Kunst und dem deutdernen Kunsttechnik erhalten.“ Das ist eine Kriegserklärung gegen schen Kunstgewerbe in den genannten Ländern einen wirksamen den Verband und sein wohlberechtigtes Vorgehen.

Schutz zu sichern.“ Der nächste Punkt betraf den Schutz der kunstgewerb- Zu diesen Thesen sollen sich zunächst die einzelnen Vereine lichen Arbeit. Hierüber berichtete Dr. Osterrieth - Berlin. äußern. Die Angelegenheit wird dann laut Beschluß einer besonEine Enquête habe das Vorhandensein eines dringenden Bedürf- deren Kommission in Berlin übertragen (Direktor Brinckmannnisses nach dem reinen Kunstschutz (nicht Musterschutz) auch Hamburg, Direktor Jessen-Berlin, Dr. Osterrieth-Berlin) und sollen für das Kunstgewerbe ergeben. Die wenigen Künstler und Kunst- Bundesrat und Bundesregierungen für die Angelegenheit interessiert gewerbtreibenden, die sich für Beibehaltung des Musterschutzes werden. ausgesprochen hätten, hätten im wesentlichen nur mit Saison Über die wirtschaftlichen Interessen des Kunstartikeln zu tun. Durch die Anwendung des Musterschutzgesetzes gewerbes sprach Herr Herm. Hirschwald-Berlin. Der Redner auf die Werke des Kunstgewerbes werde die kunstgewerbliche schlug folgendes vor: Die Kunstgewerbevereine erweitern ihre Schöpfung zum gewerblichen Muster degradiert. Redner stellte Satzungen und Aufgaben auf die Behandlung der wirtschaftlichen folgende Thesen auf:

Frage, für die eine besondere ständige Kommission eingesetzt „I. Es ist im Interesse einer gedeihlichen Entwickelung des wird. Mitglieder derselben sind alle Inhaber eines größeren deutschen Kunstgewerbes erforderlich, daß den Kunstschöpfungen kunstgewerblichen Betriebes. Diese Kommission behält Fühlung auf kunstgewerblichem Gebiet der gleiche Urheberrechtsschutz zu mit dem Verbandsvorstand. Ihre Beschlüsse sind für den Verteil werde, wie den Werken der bildenden Künste, die der so- band bindend. Die Versammlung stimmte diesen Vorschlägen genannten reinen Kunst angehören. Zu diesem Zwecke ist es zu. Zum nächsten Vorort wurde Braunschweig ausersehen. wünschenswert: 1. daß dem § 1 des Kunstschutzgesetzes der Zu- Am Abend fand ein Festmahl im Hotel de Russie statt, bei satz gegeben werde: > Hierbei kommt es auf den Wert oder die welchem Herr Direktor Graul den Festgruß entbot. Dr. JessenBestimmung des Werkes, sowie auf die Art oder Anbringung des Berlin gedachte der Männer, die sich um die Turiner Ausstellung Werkes nicht an«, 2. daß die Bestimmung des § 14 des Gesetzes verdient gemacht, Prof. von Thiersch, von Berlepsch und Prof. vom 9. Januar 1876 beseitigt werde. - II. Im Interesse des Merk-München, denen herzlicher Dank gebühre. Ein Hoch wurde internationalen Schutzes des deutschen Kunstgewerbes ist es er- ihnen geweiht. Prof. Seliger-Leipzig feierte alle Träger des forderlich: 1. daß die in I. für notwendig erkannten Grundsätze Kunstgewerbes, die in maß voller Weise Reformen anauch in der Berner Konvention zum Schutze der Werke der Lite- streben, ohne die Brücke zum Alten abzubrechen. Brinckratur und Kunst als zwingende Vorschrift für alle Verbandsländer mann-Hamburg schloß die Reihe der Toaste, die wir hier nicht Aufnahme finden und daß zu diesem Zwecke der Artikel 4 der alle erwähnen können, mit dem schönen Wort: „Ich will leben, Konvention der Zusatz gegeben werde: »ohne Rücksicht auf den um zu lernen.“

Herm. Pilz.

, maß vocipzig feierte Ein Hoch

Generalversammlung des Kreditorenvereins in Pforzheim am 6. April 1903.

Nachdem, wie üblich, am Montag, den 6. d. M. nachmittags forderlich ist. Hätte sich erst einmal diese Überzeugung durcheine Vorbesprechung (les Vorstandes mit den auswärtigen Delegierten gerungen, so wäre die Arbeit des Vereins leichter und von viel benufs Voranschlag und Festsetzung des Mitgliederbeitrags statt größeren Erfolgen gekrönt. Die Zahl der Mitglieder hielt sich gefunden, eröffnete abends 17,9 Uhr im Saale des Kaufmännischen mit 614 ungefähr auf der vorjährigen Höhe. Daß sie nicht, wie Vereins der Vorsitzende Herr W. Stöffler die Generalversamm- wünschenswert, gestiegen und allmählich säintliche Fabrikanten lung, indem er die Erschienenen, insbesondere die Herren Brey- und Großhändler der Branche umfaßt, hat in dem beklagenswerten meyer, Kommerzienrat Faber und Ottmar Zieher aus Schwäbisch- Egoismus seinen vorzüglichsten Grund. Von der Mitgliederzahl Gmünd, sowie Herrn Oberbürgermeister Habermehl herzlich will entfielen auf Pforzheim 366, auf Hanau 62 und auf Gmünd 48. kommen hieß und mitteilte, daß der Vorsitzende des Hanauer Die übrigen verteilen sich auf verschiedene Plätze des In- und Ortsverbandes leider am Erscheinen verhindert sei. Der sonst Auslandes. Zur Bewältigung der stets wachsenden Arbeitslast schon gedruckt vorliegende Rechenschaftsbericht konnte diesmal hielt der Vorstand 18 Vollsitzungen ab, war die Auskunftsden Mitgliedern noch nicht übermittelt werden, da sich dessen kommission allwöchentlich versammelt und waren eine Reihe von Fertigstellung infolge Erkrankung verschiedener Angestellten und Sonderausschüssen fortgesetzt beschäftigt. Die Mitgliederversammlung wiederholt längerer geschäftlicher Abwesenheit des Abteilungs- in Gmünd und der Verbandstag des Verbandes deutscher Juweliere, vorstandes der Insolvenzabteilung bis jetzt verzögerte. Wir müssen Gold- und Silberarbeiter in Dresden, welche erstere im Juni, uns deshalb manches wertvolle Detail vorerst mitzuteilen ver letzterer im August abgehalten wurden, waren namens des Vorsagen. Aus den vom Vorsitzenden mündlich erstatteten Geschäfts- standes vom ersten Vorsitzenden besucht. Die Erwartung, daß bericht ist mit Genugtuung zu verzeichnen, daß auch im ab- auf dem Verbandstag der Kreditorenverein sich dem Verband angelaufenen Jahre der Verein seiner Aufgabe, die Interessen seiner schließen könnte, ließ sich wegen der Verschiedenheit der Wege Mitglieder und der Edelmetall- Industrie im allgemeinen wahr- und Ziele vorerst nicht verwirklichen. Der Versuch, der deutschen zunehmen, getreulich nachgekommen ist. Noch fehlt es aber Edelmetall-Industrie in Ostasien neue Absatzgebiete zu erschließen, vielfach an der Einsicht vieler Interessenten, daß zu einem ge- wurde unter der Ägide des Vereins von einer Reihe von Fabrideihlichen Fortentwickeln und Blühen der Industrie die Mitwirkung kanten in Pforzheim, Hanau und Gmünd gemeinsam und zwar jedes Einzelnen und die Zurückstellung von Sonderinteressen er mit einer Konsignationssendung im Werte von fast 28000 Mark

« PreviousContinue »