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Anträge an den Vorsitzenden, Hofjuwelier Ludw. Bertsch-Karls- München, Neuhäuserstraße 22, ist erloschen. – Die dem J. C. H. ruhe, recht bald gelangen zu lassen.

Deibel für die Firma Brahmfeld & Gutruf, Goldwaren-Geschäft Die Kunstschule für Juweliere, Gold- und Silberschmiede in

in Hamburg, Jungfernstieg 12, erteilte Prokura ist erloschen.

Die Firma Aichele & Co. in Pforzheim gibt bekannt, daß sie Berlin hat eine Ausstellung von Schülerarbeiten eröffnet. Die

die bisher von ihr betriebene Fabrikation von Silberwaren Herrn Ausstellung, die sich im oberen Stockwerk des Kunstgewerbe

Oskar Schoelkopf, dem bisherigen Mitinhaber der Firma, übertragen Museums befindet, gewährt einen erfreulichen Einblick in das rege

hat. Derselbe ist aus der Firma ausgetreten und firmiert jetzt Schaffen der Anstalt. Die Schule ist erst im Mai v. J. eröffnet

Oscar Schoellkopf, Silberwarenfabrik, Pforzheim. Aichele & Co. worden, als zweite Anstalt dieser Art in Preußen, und von der

widmen sich ausschließlich nur noch der Fabrikation von Metallhiesigen Goldschmiedeinnung mit städtischer Unterstützung be

waren (Massenartikel). – Kollmar & Jourdan, Uhrkettenfabrik gründet. Die jungen Leute, die sich der Juwelierkunst widmen

in Pforzheim. Die Dividende für das am 30. April ablaufende wollten, waren auf den allgemeinen kunstgewerblichen Unterricht

Geschäftsjahr wird wieder auf 15% geschätzt. - Das Juwelenangewiesen, der nicht immer die Eigenart eines mit den kostbarsten

Geschäft von Karl Blum in München, Linienstraße 69, ist nach Metallen und Steinen arbeitenden Handwerks zu berücksichtigen

Ableben des Inhabers Karl Blum in den Besitz von dessen Witwe vermag. Was die Ausstellung selbst betrifft, so verdienen beson

Thekla Blum und dessen Kinder übergegangen, die es unter der dere Beachtung die Entwürfe der Meisterklasse, die vom Direktor der Anstalt, Herrn Schleusing, geleitet wird. Aber auch die Arbeit

unveränderten Firma weiterführen. - Die Firma Sittel & Fritz,

Bijouteriewaren - Fabrik in Pforzheim, ist nach Auflösung der manches 15jährigen Schülers, der erst knapp die Schule verlassen

offenen Handelsgesellschaft erloschen. - Anton Seyboldt in und die Laufbahn des Handwerkers begonnen hat, läßt den künf

Schwäb.- Gmünd gibt durch Rundschreiben bekannt, daß er, tigen Meister ahnen. Es sei jedoch bemerkt, daß Gegenstände nicht

nachdem sich die Gesellschaft Ant. Seyboldt & Schmerle aufgelöst ausgestellt sind, sondern daß alles Geschmeide nur als farbenreiche

hat, diese unter seiner Firma: Anton Seyboldt, Silberwarenfabrik, Zeichnungen von dem Geschmack und der Phantasie der Kunst

fortführt. schüler Zeugnis ablegen.

Die Ausstellung wurde von dem Vorsitzenden des Schul Neuetablierung. Julius Asch eröffnete in Heilbronn, Lohausschusses, Herrn Verbandsvorstand und Obermeister Fischer, im thorstraße 18, ein Uhren- und Goldwaren - Geschäft. Beisein des Herrn Geheimrat Lessing und Herrn Lissner, Mitglied

Ehrung. Se. Heiligkeit Papst Leo XIII. haben aus Anlaß seines der Generaldeputation des Magistrats, mit herzlichen Worten eröffnet. Mit der Preisverteilung wurde dieselbe am 10. März ge

Jubiläums den päpstlichen Hofgoldschmied, Herrn Brems-Varain

in Trier, in Anerkennung seiner Verdienste um Förderung der schlossen. Als Preisrichter fungierten die Herren: Schleusing, Direktor der Kunstgewerbeschule, Hofjuweliere Schaper und Werner,

kirchlichen Kunst zum Ritter des St. Gregorius - Ordens ernannt. Juweliere Telge, Menzel, Weichmann und Nachtigall. Der erste In Mainz starb am 9. März der Senior-Chef der Firma Martin Preis konnte zweimal zuerkannt werden. Es erhielten diese Aus Mayer. Mit ihm ging ein unermüdliches, schaffensfreudiges Leben zeichnung die Gehilfen Eidmann und Komarowsky. Der zweite dahin. Die Bijouteriebranche verliert in ihm einen seiner würdigsten Preis wurde fünf und der dritte zwei Gehilfen erteilt. Von den und zielbewußten Vertreter, der auch seinen Untergebenen ein selten Lehrlingen wurden vier mit dem zweiten und sieben mit dem edler und gerechter Chef war. Möge ihm die Erde leicht sein. Sein dritten Preis bedacht. Außerdem waren fünf Gehilfen und vier Wirken aber möge unvergessen, jedem ein leuchtendes Vorbild sein. Lehrlinge lobend erwähnt worden. Mit ermahnenden, kernigen Worten gedachte Herr Menzel insbesondere der Schüler, welchen der Bündert-Lettré-Preis (für die besten Leistungen) zuerkannt war.

Vermischtes. In seinem Schlußworte wies Direktor Schleusing darauf hin, wie

Wegen Platzmangels mufte der Bericht über die Leipziger durch die Rührigkeit des Lehrerkollegiums, das aus besten Kräften

Engros-Messe, welche außerordentlich reich beschickt und von bestehe, und dank dem Eifer der Zöglinge die Schule trotz ihres

Einkäufern nicht minder zahlreich besucht war, für die nächste kurzen Bestehens bereits so Anerkennenswertes zu bieten vermocht habe. Bereits 200 Schüler besuchten die Anstalt, und unter diesen

Nummer zurückgestellt werden. Es sei aber gesagt, daß man, so

weit wir die Stimmung erfahren konnten, den Erfolg einen zugebe es offenbar viele Kräfte, an deren weitere Entwickelung die

friedenstellenden nennen konnte. Namentlich hat das Ausland deutsche Goldschmiedekunst gute Hoffnungen knüpfen dürfe. Das

recht belangreiche Aufträge gegeben. Seit langer Zeit war EngSommersemester der Schule beginnt Anfang Mai.

land wieder ein guter Auftraggeber. Freie Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz.

Zu unserem Bericht über die Geschäftslage in Rußland schreibt Sitzung am 7. März 1903. Dieselbe wurde vom Vorsitzenden Kollegen Finster eröffnet. Ueber den ersten Punkt der Tagesordnung, der

uns ein treuer Abonnent in Moskau folgendes: Ihre Mitteilung in

No. 5 „Vermischtes“, „Geschäftliches aus Rußland“ ist leider wahr, „Taits-Schwindel“ berichtet der Vorsitzende. Auch hier in Görlitz

jedoch noch zu gelind bemessen. Nicht nur allein, daß mehrere seien solche Waren von der Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegt worden, er habe dieselben taxiert und sei es erfreulich, daß man

Juwelier- und Silberwarengeschäfte sich billigere Lokale suchen auch außerhalb Berlins von den betrügerischen Manipulationen der

und von den Hauptstraßen fortzugehen gedenken, es werden auch Taits - Gesellschaft überzeugt sei. Eine Metallwarenfabrik, welche

die Verfalltermine nicht eingehalten und Prolongationen gehören an fast alle hiesigen Goldschmiede ihre Waren abgibt, gibt auch

zur Tagesordnung. Für Ostern ist eine Belebung des Geschäftes ihre Fabrikate seit Jahren an ein Galanteriewarengeschäft am

nicht zu erwarten, da in allen Branchen großer Geldmangel herrscht hiesigen Platze ab. Dieser Punkt der Tagesordnung ruft eine leb

und für Luxusgegenstände keine Geldmittel vorhanden sind. Die

Herren Ausländer täten gut, wenn sie doppelte Vorsicht beobachten hafte Aussprache herbei. Es sprechen sich verschiedene Kollegen

würden und lieber bis zu einer Besserung der Branche warteten, zu dieser Sache aus und betonen, daß es angebracht wäre, diese Firma zu veranlassen, doch nur an Goldschmiede in einer Stadt

und nicht ihr schönes Geld, welches sie in ungedeckten Reisespesen

verausgaben, zum Fenster hinauswerfen. ihre Fabrikate abzugeben. Da es sich auch um Feststellung der Werk-Preise handelt, so wird diese Sache vertagt. Schon voriges

Diebstähle und Einbrüche. In Spandau wurde in der Nacht Jahr war man mit Feststellung der Preise für den Detail - Verkauf

vom 23. zum 24. Februar der Laden von Brose von Einbrechern von Panzerketten und Trauringen zu keinem Ziele gelangt. Heute,

vollkommen ausgeraubt. Die Diebe, die Gold- und andere Wertwo es wieder auf der Tagesordnung stand, wurde es auf Antrag

sachen im Werte von 12000 Mk. mitnahmen, sind noch nicht ereiner Kommission überwiesen, dieselbe wird die Ausarbeitung über

mittelt. Sie hatten sich auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise nehmen und in der nächsten Versammlung berichten. Unter All

in einen an den Broseschen Geschäftsladen anstoßenden, zur Zeit gemeines kommen noch verschiedene Schreiben zur Verlesung und

leerstehenden Laden am Abend Zutritt verschafft und sich dort nach Aussprache vorgekommener Mißstände wird die Sitzung ge

unbemerkt bis nach Mitternacht aufgehalten. Darauf durchbrachen schlossen. “Am 4. April findet die nächste Versammlung statt, es

sie mit ihren Instrumenten die trennende Mauer und gelangten so wird heute schon darauf aufmerksam gemacht, daß die Berichte

in den Juwelierladen, den sie bis auf einen kleinen Rest plünderten. des Kassierers und Schriftführers, sowie die Wahlen an diesem

Den Rückzug traten sie auf demselben Wege mit der Beute an Tage laut Statut stattfinden müssen.

und gelangten ins Freie. Dieser Einbruch beweist wieder einmal, welche große Vorsicht beobachtet werden muß, wenn sich über, neben oder unter dem Verkaufslokale des Goldschmiedes leer

stehende Räume befinden. – Ein weiterer größerer Diebstahl Personalien und Geschäftsnachrichten.

wurde am 26. Februar in Innsbruck beim Juwelier Höfel verGeschäftsnachrichten. Das Juwelen-Geschäft von Fl. Kreibich übt. Der Schaden beträgt 18000 Kronen. Gestohlen wurden u. a. in Dresden, Friesengasse 7, ist nach Ableben des bisherigen In

Herren- und Damenringe, Kravattennadeln, Ohrringe, Broschen habers Florian Kreibich auf den Kaufmann Emil Stefan überge

und Armreife. - Aus London wird ebenfalls ein Einbruch in gangen. Die Firma lautet künftig Emil Stefan vorm. Fl. Kreibich.

einem Juwelierladen (wieder einmal von oben durch die Decke!) - Die Prokura des Ernst St. Blanquart für die Firma Gebr. gemeldet, wobei für 80000 Mk. Waren gestohlen worden seien. Sommé, Juwelen - Geschäft in Breslau, Am Rathause 13, jst er Verloren gegangen sind in einem Berliner Hotel am 1. d. M. loschen. – Die Firma Jul. Blane's Nachf., Juwelengeschäft in nachfolgende Wertsachen: ein Herren-Brillantring mit zwei großen

Brillanten im Gewicht von je 2', Kar., einer derselben hatte ein leidigender Absicht, sondern lediglich zur Wahrung seiner berech-
kleines schwarzes Pünktchen, Wert 2300 Mark, ferner cine goldene tigten, geschäftlichen Interessen den Brief geschrieben habe. In
Kravattennadel mit einem Brillanten, 13. Kar schwer, Wert solchen Fällen aber sei die Bezweiflung der Kreditwürdigkeit nicht
1000 Mark, und zwei Hemdknöpfe je mit einem gelblichen Bril- strafbar.
lanten à 14/2 Kar. schwer. Die Knöpfe haben durchbrochene
Mechanik und einen Wert von 1100 Mark.

Patente.
Begüterten Goldschmieden zur Nachahmung bestens empfohlen!
Der unlängst verstorbene Pariser Juwelier Hamelin hat sein Be-

Gebrauchsmuster - Eintragungen. 44 a. 191 502. Sicherung für sitztum zu Tilmont bei Montreuil - sous - Bois zu einem Altersasyl

Taschenuhren, bestehend aus einer Kupferdrahtschlinge, deren für Pariser Goldarbeiter bestimmt und hat es einem Freund mit Enden gegeneinander derart zusammengebogen und verlötet werden, der Aufgabe überlassen, es zu diesem Zweck einzurichten.

daß auf einer Seite ein zur beliebigen Befestigung geeigneter Ring

gebildet wird. Joh. Carl Otto, Dresden, Pillnitzer Str. 49. 27. 12. 02. Eine Gedächtnismedaille soll anläßlich der Weihe des Denk

O. 2525. mals für Richard Wagner in Berlin, deren Feier am 1. Oktober

44 a. 191872. Ohrlochstecher in Zangenform mit federndem beginnen und bis zum 5. Oktober andauern wird, geprägt werden.

Hebel und abklappbarem Schenkel. Koch & Co., Elberfeld. 3. 1. 03. Binnen Kurzem wird vom Komitee ein Preisausschreiben an Deutsche Künstler zu einem Wettbewerb ergehen, bei welchem die

K. 18189. Herren Professor Cuno von Uechtritz, Berlin, Dr. Georg Hirth und

44a. 192 444. Ohrlochstecher mit in einem Röhrchen vorzuProfessor Franz Stuck, München, Hofrat Dr. von Haase, Leipzig,

schiebender loser Spitze und federnder, den Ohrring durchziehender Julius Dietz und Angelo Jank, München, und Bildhauer C. Berne Oehrnadel. Marcus Wieprecht, Friesack i. M. 29. 12. 02. W. 13826. witz, Berlin, als Preisrichter fungieren werden.

44a. 192 708. Stereoskopmedaillon, das mit einer mehrere Bilder Verkaufsresultate der Ersten Ausstellung für moderne deko.

in sich aufnehmenden Drehvorrichtung versehen ist. Fa. Christoph

Bauer, Pforzheim. 14. 1. 03. B. 21 107. rative Kunst in Turin 1902. Die in der deutschen Abteilung der Turiner Ausstellung abgeschlossenen Verkäufe ergaben folgendes

44a. 192718. Spannvorrichtung für elastische Armbänder mit Resultat:

geschlossenen Gliedern, bestehend aus in den hohlen Gliedern anVerkauft wurden 11 vollständige Zimmereinrichtungen 56 438 Lire

geordneten Federn. August Kiehnle, Pforzheim. 29.3.02. K.16345. Einzelne Möbel (deren nur sehr wenig ausgestellt waren) 2 225 ,

44b. 193592. Zigarrenspitze mit aus einer Glashülse bestehenMetallarbeiten (Kupfer, Zinn, Eisen u. s. w . . . . 22 000

dem Aschfänger. Paul Scharschmidt, Niederhäslich, Post Deuben Keramische Arbeiten (Gläser, Vasen, Porzellan) . . . 2 752 b. Dresden. 13. 1. 03. Sch. 15 691. Glas-Fenster und Bilder . . . . . . . . . . .

3 100

44b. 192731. Metallhülse für schwedische StreichholzschachGerahmte Zeichnungen und Bilder . . . . . . . . 1100 m teln u.s. w. mit eingefügtem Behälter für Eisenbahnfahrkarten u. dergl. Uhren . . . . . . . . . .

4 700 Pforzheimer Silberwarenfabrik Beck & Burgschneider, Gold- und Silberarbeiten, Schmucksachen . . . . . 2900 , Pforzheim. 12. 12. 02. P. 7486. Diverse andere Gegenstände . . . . . . . .

.
.

.
.
5 300 ,

44a. 193 344. In die Westentasche einzunähender, aus zwei

100 575 Lire Drahtbügeln bestehender, die Uhr einklemmender Halter. Nicht verkäuflich waren verschiedene ausgestellte Muster- C. M. Schürer, Geyer. 26. 1. 03. Sch. 15 769. Kollektionen und Gegenstände, auf Grund derselben umfangreiche

44a. 193 346. An beliebiger Stelle der Kleidung einsteckbarer, Bestellungen in Turin abgeschlossen wurden, für die sich natür- beliebig verzierter Damenuhrträger mit aufklappbarem Deckel und licherweise keine Ziffer ergibt, welche in den Verkaufsbüchern der

auf der Rückseite angeordneten Befestigungsnadeln. Joseph Maier, Ausstellung figurieren kann.

Schw.-Gmünd. 27. 1. 03. M. 14641. Es war von vornherein nicht anzunehmen, daß Italien ein vor

44a. 193347. Am Gürtel befestigter, beliebig verzierter Damenzügliches Absatzgebiet bilden würde, vielmehr handelte es sich darum, Deutschlands Entwicklung auf dem Gebiete der dekorativen

uhrträger mit aufklappbarem Deckel und an der Rückseite angeKunst den Arbeiten des Auslandes gegenüber zu stellen. Daß

brachten Tragstangen. Joseph Maier, Schw.-Gmünd. 27. 1. 03. Deutschland hier einen bedeutenden moralischen Erfolg davon

M. 14 642. getragen hat, steht außer allem Zweifel; französische und englische

44a. 193 534. Zweiteiliger Ring mit Schraubenmutterverschluß. Fachblätter (The Studio, The Art Journal, Art et Décoration u. s. w.),

Richard Vetterlein, Hannover, Meterstr. 25. 22. 12. 02. V. 3373. ebenso die ausländische Tagespresse haben dies in unumwundener Weise anerkannt. Bloß einigen deutschen Zeitschriften bleibt das zweifelhafte Verdienst, die Arbeit ihres Landes heruntergewürdigt

Büchertisch. zu haben. Das Verkaufsresultat, obwohl es keine sehr hohe Ziffer

Frisch vo der Laber! Gedichte in schlesischer Mundart von aufweist, muß aber immerhin, zieht man einen Vergleich mit der

Max Waldenburg. Ein Poet aus dem Kreise der schlesischen Pariser Weltausstellung, als günstig bezeichnet werden.

Goldschmiede, der auf den Bahnen Holteis und Max Heinzels Schlittschuhe aus Gold und Silber sind in Rußland und Amerika wandelt. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich unser Kollege nichts seltenes, und es gehört nicht zu dem Ungewöhnlichen, daß Max Peschmann in Waldenburg i. Schl., von dem bereits früher man für solche 2–10 000 Mk. ausgibt. Auch solche mit kostbaren verschiedentliche Dichtungen in Schlesischer Mundart, ebenfalls Steinen, mit Diamanten, Rubinen, Smaragden, Saphieren u. s. w. im Verlag von Georg Brieger in Schweidnitz, erschienen sind besetzt, kommen insbesondere in Rußland zur Verwendung. So („Spoak muß sein!“, „Fidele Feste“, ,,De Pfingstreese“, „'s Iberwerden z. B. die Schlittschuhe der Gattin eines bekannten russischen braatl“). Auch in dem vorliegenden neuen Werkchen dokumenDiplomaten auf 220 000 Mk. geschätzt. Ueber die Einführung einer tiert sich ein frischer, natürlicher, urwüchsiger Humor, und auch solchen Mode in Deutschland würden unsere Juweliere gewiß nicht derjenige, der sich erst in den Dialekt einarbeiten muß, findet böse sein. Aber damit dürfte es wohl gute Weile haben, denn unsere bald seine Freude an den drolligen „Läuschen und Riemels“ in Landsleute sind für derartig überspannten Luxus kaum zu haben. schlesischer Mundart. Es sind Bilder aus dem täglichen Leben, Pz. Ist die Verweigerung des Kredits eine Beleidigung? Ein

die vor uns entrollt werden, und immer weiß unser Dichter seinen

Sachen eine glückliche Pointe zu geben. Wir, die wir zu den Grossist erhielt von einem Goldschmied eine größere Bestellung. Vor

Verehrern Holteis gehören, haben an dem Büchlein unsere helle Effektuierung derselben erkundigte er sich über die Vermögensverhältnisse des Bestellers und da er über denselben nichts Günstiges

Freude gehabt. Besonders gelungen ist die lustige Paschergeschichte ,,Ei's Biehmsche“.

H. Pz. in Erfahrung brachte, verweigerte er die Ausführung der Bestellung und schrieb dem Besteller einen Brief des Inhalts, daß er die ver

Die Feingehaltskontrolle der Staaten Europas von Franz langte Ware nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder Chudoba und G. Horzetzky. Verlag des Fachblattes „Die Edel. gegen Nachnahme liefern werde, da ihm der Besteller ja zur Zeit metall- Industrie“ in Wien. Seit alten Zeiten ist die Erzeugung noch unbekannt sei und sich Bedenken über die Kreditwürdigkeit der Edelmetallwaren unter eine Kontrolle gestellt. In neuerer nach einer erhaltenen Auskunft ergeben hätten. Wegen dieses Zeit hat Frankreich den Anfang mit einem Gesetz über den FeinBriefes erhob der Besteller Privatklage wegen Beleidigung, die vorgehalt gemacht (Gesetz vom 9. November 1797), und ihm sind eine dem Amtsgericht entschieden wurde. Der Besteller führte aus ganze Reihe anderer Kulturstaaten gefolgt. Es liegt also ein daß die Bezweiflung seiner Kreditwürdigkeit eine Ehrverletzung überaus reichhaltiges Material vor, das in dem obengenannten für ihn bedeute und daß sich der Gegner dessen auch bewußt ge Werke dargestellt ist. Es werden Auszüge aus den Punzierungswesen sei. Es stellte sich nun bei der Beweisaufnahme heraus, gesetzen von Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großdaß der Besteller selbst gar keinen Anteil an dem Geschäft hatte, britannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Oesterreich, Portugal, daß vielmehr seine Frau Alleininhaberin desselben war und er die Rußland, Schweden, Schweiz, Serbien, Spanien, Türkei und Ungarn Bestellung zweifellos nur gemacht hatte, um die Waren in das geboten und die Feingehaltsstempel bildlich vorgeführt. Das Werk Geschäft seiner Frau zu geben. Das Gericht entschied unter solchen ist ein treffliches Nachschlagebuch, das namentlich unseren ExUmständen zu Gunsten des Beklagten, welcher hier nicht in be- porteuren gute Dienste leisten wird.

H. Pz.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten. Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den aus. giebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu

geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen und Antworten: Frage 446. Wer liefert Fassungen für 10- und 20-Markstücke ganz moderner Art in Gold und für Emaillebildchen? K. I. in K.

Antwort: Die Firma 0. Benkendörfer in Pforzheim fertigt Fassungen für 10- und 20- Markstücke, sowie für Emailbildern im Rohmetall.

Frage 447. Wie stellt man bei Löffeln und bunten, gepreßten Kleinsilberwaren das Aussehen von Altsilber her, wie solches von den Gmünder- und Bremer Firmen erzeugt wird? L. L. in Schw.

Antwort: In der Rubrik: Für die Werkstatt“ in der Nummer vom 1. April wird Ihre Frage eingehend beantwortet werden. Frage 448. Welcher Fabrikant fabriziert Anhänger, zwei

ziert Anhänger, zwei gekreuzte Bergmannshämmer darstellend. Stiel im amerik. oder Silber - Doublé und die 2 Hämmer in Blutstein. E. B. in D.

Antwort: Die angefragten Berlockes fabriziert die Firma Emil Büxenstein in Pforzheim.

Frage 451. Welcher Fabrikant liefert silberne Anhängsel (Bismarck mit Helm vorstellend, gepreßt oder massiv ausgehauen). Bitte um Antwort baldigst.

J. K. in F. Antwort: Außer den Ihnen direkt zugegangenen Offerten empfehlen sich zur Lieferung der angefragten Anhängsel die Firmen: Fritz Ohneberg in München II. Franz Pacchiaffe, Bijouteriefabrik in Cilli i. d. Schweiz, Heinrich Scholl, Bijouteriefabrik in Pforzheim und Carl Karner in Marburg a. D.

Frage 452. Welche Fabrik liefert billige vernickelte Leuchter für Kommunikanten, Höhe 22-25 cm. Vier Dutzend würden mindestens bestellt.

A. Sch. in K.

Antwort: Die Firma Becker & Sturm in Lüdenscheid i, Westf. liefert einen sehr hübschen Leuchter (in Altsilberfarbe) per Dtz. zu Mk. 9.60. Die Fabriknummer ist 173.

E. L. in C. Fragen: Frage 442. Wer liefert sogenannte Münzbronze für künstlerisch ausgeführte Medaillen?

A. B. in H. Frage 443. Welches ist das praktischste Verfahren für Oxydation bezw. Herstellung von Altsilber, Ueberzug auf versilberten Messing- bezw. Kupfermedaillen?

M. Z. in K. Frage 444. Empfiehlt es sich, für Herstellung von Altsilbermedaillen Kupfer, Similor, Tombak oder Messing für die rohen Münzplättchen zu verwenden?

K. Sch. in L. Frage 445. Welches ist die haltbarste und praktischste Versilberung unter Berücksichtigung des Altsilberverfahrens?

L. F. in G. Frage 449. Wer ist in der Lage, mir ein gutes Rezept zum Aetzen von Messing-Zifferblättern anzugeben? Es handelt sich also um das Verfahren, die Verzierungen auf den Zifferblättern erhaben darzustellen.

E. St. in S. Frage 453. Es werden Adressen von Berliner Fabrikanten gesucht, welche als Spezialität silberne Cigarettendosen erzeugen, jedoch nur im billigen Genre. Suchender ist ein Grossist in Oesterreich. Offerten an die Redaktion erbeten.

Frage 454. Grossisten in der Schweiz wünschen Adressen von leistungsfähigen Fabrikanten für hohlgepreßte Knopf - Mechaniken zu erfahren.

Frage 455. Fabrikant von hochmodernen figürlichen BroncePetschaften wird um Angabe seiner Adresse an die Redaktion ersucht.

Frage 456. Wo erhalte ich guten schwarzen Treib-Kitt zum Ciselieren silberner Kirchengeräte?

C. G. in P. Frage 457. Welcher Fabrikant erzeugt runde gepreßte Steinfassungen von 1", mm Durchmesser und aufwärts in Gold und Silber?

R. Schl. in Am.

Die Organisation des Grossherzogtums Baden.

1. Die Versammlung in Karlsruhe am 1. März 1903.

Auf Anregung des Ausschußmitgliedes des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Herrn Emil Foehr-Stutt gart, fand am Sonntag den 1. März, nachmittags 2 Uhr eine Versammlung badischer Juweliere in Karlsruhe im Concordiasaal zum Moninger statt. Die Beteiligung aus allen Teilen Badens war eine lebhafte.

Als Gast war anwesend der Vertreter der Innung pfälzischer Gold- und Silberarbeiter, Herr Lautemann-Neustadt an der Haardt.

Auf der Tagesordnung stand:
1. Die Organisation Badens.
2. Die Besteckkonvention.
3. Verbandsangelegenheiten.
4. Wünsche der anwesenden Herren.

Nachdem Bertsch-Karlsruhe die Erschienenen begrüßt und Herrn Emil Foehr für seine Bereitwilligkeit, die Juweliere Badens zu einer Organisation zusammenzuführen, den Dank ausgesprochen hatte, wurde Herr Foehr zum Leiter der Verhandlungen gewählt. Es wird hierauf sofort in die Tagesordnung eingetreten.

1. Die Organisation Badens. Der Vorsitzende, Herr Foehr, führte aus:

Nachdem sich die Vereine in Württemberg, Bayern, Frankfurt am Main, Wiesbaden u. s. w. gebildet und dem deutschen Verbande angeschlossen haben, fehle in Süddeutschland hauptsächlich noch Baden. Es sei dringend zu wünschen, daß auch da ein Zusammenschluß der Juweliere, Gold- und Silberschmiede zustande komme, damit die gemeinsamen Interessen kräftiger gewahrt werden können.

Für Baden kommen zwei Faktoren in Betracht: die Detailleure und die Fabrikanten (in Pforzheim). Für letztere sei die Bildung einer besonderen Gruppe in Aussicht genommen. Was die Detailleure betreffe, so gehen die Ansichten in Baden darüber auseinander, ob die badischen Kollegen einen eigenen (badischen) Verein bilden, oder ob sie sich an den württembergischen Verein anschließen sollen, der in diesem Fall den Namen „württembergischbadischer Verein“ anzunehmen hätte. Der erstere Vorschlag er scheine ihm (Herrn Emil Foehr) entschieden zweckmäßiger, da die

Interessen der badischen Juweliere von Württemberg aus doch nicht in der gewünschten und notwendigen Weise vertreten werden könnten. Dazu komme, daß z. B. die Mitgliederversammlungen, die doch wohl wegen der Zahl der Mitglieder in Stuttgart abgehalten werden müßten, von Baden ziemlich schwach beschickt würden u. S. w. Er stelle deshalb den Antrag:

für Baden eine eigene, selbständige Vereinigung zu bilden.

Netter-Mannheim hat Bedenken gegen den Antrag. Ihm persönlich sei er sehr sympathisch, aber bei der praktischen Durchführung werde man auf große Schwierigkeiten stoßen. Soweit er die Stimmung kenne, seien gerade die ersten Firmen Badens dem Gedanken abgeneigt, einen eigenen Verein zu gründen. Die Mehrzahl der Mannheimer Kollegen werde sich zum Eintritt kaum entschließen.

Vorsitzender Emil Foehr teilt mit, daß er von einzelnen Mannheimer Firmen bereits eine zusagende Antwort erhalten habe. Wenn der Beitritt dieser Firmen erfolgt sei, so werden auch die übrigen nicht zurückbleiben.

Netter-Mannheim: Wenn nicht alle beitreten oder nicht einmal die überwiegende Mehrheit, so ist das nachteilig. Aus der Tatsache, daß ein größerer Teil der Herren, obwohl eingeladen, nicht zur Versammlung erschienen ist, ist doch wohl zu schließen, daß sie der Sache kein oder jedenfalls wenig Interesse entgegenbringen.

Vorsitzender Emil Foehr: Auch dem württembergischen Verein ist anfangs nur ein Teil der Kollegen beigetreten; der Verein ist aber rasch gewachsen.

Lautemann-Neustadt an der Haardt schildert die Gründung und das Wachstum der pfälzischen Innung und führt mehrere Erfolge an, die sie errungen. Die pfälzische Innung könne dem geographisch ferner liegenden bayerischen Verein nicht beitreten, wohl aber sei es ihr möglich, mit dem näher gelegenen badischen Verein in wichtigen Fragen Hand in Hand zu gehen. Die Gründung eines eigenen badischen Vereins empfehle sich auch deshalb, weil man häufig in die Lage komme, sich an die Landesregierung wenden zu müssen, z. B. wegen Abänderung landesgesetzlicher Bestimmungen.

Lodholz - Freiburg macht einen Vermittelungsvorschlag, dahingehend, sich so lange, bis eine genügend große Zahl von Mitgliedern vorhanden ist, dem unter der bewährten Führung des

Herrn Emil Foehr stehenden württembergischen Verein anzu Für das Programm des Verbandstages sei bis jetzt folgendes in schließen.

Aussicht genommen: Netter-Karlruhe ist der Ansicht, daß man die Entscheidung 31. Juli (Vorabend): Begrüßung. der Frage davon abhängig machen sollte, wie groß die Mitglieder 1. August: Beginn der Verhandlungen, Eröffnung derselben mit zahl wird.

einem Festvortrag, Vorsitzender Emil Foehr schätzt nach den ihm bis jetzt

abends: echte Kölner Karnevalsitzung, schon zugekommenen Mitteilungen die Zahl derjenigen, die sofort 2. August, vormittags: Fortsetzung der Verhandlungen, beitreten werden, auf mindestens 30. Eine solche Zahl genüge für

abends: großes Festmahl im Gürzenich, den Anfang für einen badischen Verein.

3. August; Fortsetzung und Schluß der Verhandlungen, Selbstverständlich sei, daß die Vereine von Rheinland und

abends: Gartenfest, Westfalen, von Baden, Württemberg und event. auch von Bayern 4. August: Festfahrt auf dem Rhein. in allen wichtigen Fragen gemeinsam vorzugehen haben.

Herr Emil Foehr gibt dann noch das Versprechen ab, die InNetter-Karlsruhe vermutet, daß ein Teil der Eingeladenen teressen des badischen Vereins im Ausschuß des Verbands zu verdeshalb nicht erschienen sei, weil auf der Tagesordnung auch die treten. Die Anwesenden sprechen Herrn Foehr ihren Dank für Besteckkonvention stehe und weil sie sich noch nicht binden diese Bereitwilligkeit aus. wollen. Es gebe aber außerhalb der Besteckkonvention eine Reihe von Mißständen, denen mit vereinten Kräften entgegengetreten

2. Die Besteckkonvention. werden müsse.

Zu diesem Punkt führte der Vorsitzende, Herr Bertsch-Karlsruhe: Durch die Besteckkonvention werden ja Emil Foehr aus: Wie Ihnen wohl bekannt, wurde auf dem auch die Fabrikanten gebunden. Das kann also keinen Grund Dresdner Verbandstag der Beschluß gefaßt, eine Besteckkonvention, bilden, einer Vereinigung nicht beizutreten.

ähnlich wie sie in Rheinland und Westfalen schon besteht, für Vorsitzender Emil Foehr stellt hierauf formell den Antrag: ganz Deutschland einzuführen. Den Entwurf habe ich Ihnen zueinen „Verein der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Groß gesandt. herzogtums Baden“ zu gründen.

Der württembergische Verein hat sich bereit erklärt, der Dieser Antrag wird einstimmig angenommen.

Konvention beizutreten, und soviel aus den mir zugegangenen ZuEs folgt die Beratung und Beschlußfassung über die

schriften aus Baden zu schließen ist, ist auch der Beitritt der Vereinssatzung,

badischen Kollegen in ziemlich sichere Aussicht zu nehmen. welcher die Satzung des württembergischen Vereins zu Grunde Der bayerische Verein erkennt zwar das Bedürfnis einer gelegt wurde.

Konvention an, will aber vorerst noch eine abwartende Haltung Hervorzuheben sind folgende Punkte:

einnehmen. Der Vorsitzende dieses Vereins äußerte mir gegenüber 1. Der Verein wird in das Vereinsregister eingetragen.

verschiedene Bedenken, die er beseitigt wissen möchte. 2. Betreffs Jahresbeitrag bleibt es jedem Mitglied überlassen, Was Frankfurt a. M. betrifft, so macht ein Teil der dortigen

sich nach seinen Verhältnissen selbst einzuschätzen; der Firmen ihren Beitritt davon abhängig, was in Berlin geschieht. Mindestbeitrag ist jedoch 5 Mk. jährlich.

Wiesbaden ist für den Beitritt zu einer süddeutschen Besteck3. Die Geschäfte des Vereins leitet der Ausschuß, welcher aus konvention gesichert. Der Vorsitzende will aber in dem Wortlaut

dem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und 5 weiteren Mit der Konvention noch mehreres geändert und sämtliche Besteckarten gliedern besteht. Kooptation ist zulässig.

aufgeführt wissen. 4. Die Bekanntmachungen des Vereins erfolgen in der „Deut. (Herr Foehr verliest sodann verschiedene Zuschriften, die sich

schen Goldschmiede - Zeitung“ und im „Journal der Gold auf die Besteckkonvention beziehen: so z B. von dem Vorsitzenden schmiedekunst“.

des bayerischen Vereins, von dem des Vereins in Frankfurt a. M., Auf Grund der beschlossenen Satzung, die einstimmig ange in Wiesbaden u. s. w., ferner Briefe von ersten deutschen Fabrinommen wurde, schrieben sich sodann sämtliche Anwesende kanten, die ihre Unterstützung gleichfalls in Aussicht stellen, wenn in die aufgelegte Mitgliederliste ein.

auch teilweise unter gewissen Bedingungen.) Es wurden nun die

In der Debatte wurden – als Beweis für die Notwendigkeit Wahlen

einer Konvention — zahlreiche Fälle von unlauterem Geschäftsvorgenommen. Dieselben ergaben folgendes Resultat:

gebaren angeführt. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig gewählt:

Der Vorsitzende wies darauf hin, daß alle diese Fälle eine Hofjuwelier Ludwig Bertsch-Karlsruhe;

Besteckkonvention nicht bloß wünschenswert, sondern dringend zum stellvertretenden Vorsitzenden:

notwendig erscheinen lassen. Die Fabrikanten und Grossisten Hofjuwelier Netter-Karlruhe;

müssen verpflichtet werden, an derartige Firmen keine Waren zu weiteren Ausschußmitgliedern folgende 5 Herren:

mehr zu liefern. Hofjuwelier Netter-Mannheim,

(Zustimmung.) Hofjuwelier Trübner-Heidelberg,

Nach längerer Debatte fast die Versammlung einstimmig fol. Hofjuwelier Müller-Konstanz,

gende Resolution: Juwelier Lodholz-Freiburg,

„Die heute in Karlsruhe versammelten badischen Hofjuwelier Schrempp-Kalsruhe.

Juweliere erklären sich mit der von dem württemberZu Rechnungsprüfern wurden gewählt die Herren:

gischen Verein vorgeschlagenen süddeutschen BesteckHofjuwelier Heisler-Mannheim,

konvention im Prinzip einverstanden. Die definitive Juwelier Fischer-Durlach;

Festsetzung des Wortlautes und die Annahme soll je. zu deren Stellvertretern die Herren:

doch von dem Zustandekommen der Berliner Konven. Juwelier Klott-Lörrach, und

tion abhängig gemacht werden. Juwelier Kraft-Bruchsal.

An die Berliner Kollegen ergeht die Bitte, unter Sämtliche Gewählte erklärten sich bereit, die Wahl anzu einen Zuschlag von mindestens 25 Prozent auf den nehmen.

Gesamtselbstkostenpreis keinesfalls herabzugehen.“ Emil Foehr, Vorsitzender, empfiehlt nun dem neugegründeten Verein den Beitritt zum deutschen Verbande und stellt

3. Verbandsangelegenheiten. einen entsprechenden Antrag. Derselbe wird einstimmig ange Vorsitzender Emil Foehr teilt mit, welche Fragen gegennommen.

wärtig vom Verband aus behandelt werden und welche Mißstände Auch mit dem weiteren Vorschlag des Vorsitzenden: aus der er zu beseitigen sucht. Vereinskasse an die Kasse des deutschen Verbandes einen jähr In erster Linie handle es sich um das Detaillieren der Fabrilichen Beitrag von 2 Mk. pro Mitglied abzuführen, erklärt sich die kanten und Grossisten und die Lieferung von Waren an Geschäfte, Versammlung einverstanden.

welche mit der Branche nichts zu tun haben. Sodann richtet Herr Emil Foehr noch folgende 3 Bitten bezw. Fabrikanten und Grossisten, die auf wiederholte Aufforderung Mahnungen an die Mitglieder des Vereins :

das Detaillieren nicht aufgeben, werden in den Verbandsorganen 1. sie möchten – im Interesse der Erhaltung und Erhöhung namhaft gemacht.

der Leistungsfähigkeit der Verbandskasse - möglichst auch Netter-Mannheim fragt an, ob der badische Verein bei denEinzelmitglieder des Verbandes bleiben bezw. werden (diese jenigen Fällen, die ihm bekannt werden, immer auf den Verband Bitte wird von Herrn Lodholz-Freiburg unterstützt);

angewiesen sei, oder ob er auch selbständig vorgehen dürfe. 2. sie möchten mindestens auf eines der beiden Verbands- Emil Foehr beantwortet die Frage dahin, daß kleinere Fälle

organe (,,Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ und „Journal der am besten von dem badischen Verein selbst behandelt werden, Goldschmiedekunst“) abonnieren, und

daß es sich aber empfehle, bei größeren Mikständen und bei Fragen, 3. es möchte sich an dem diesjährigen, in den Tagen vom die von allgemeinem Interesse sind, nicht bloß dem Vorsitzenden

1.-4. August stattfindenden Verbandstag in Köln a. Rh. des Vereins, sondern auch dem Verband, bezw. einem Ausschußeine möglichst große Zahl von Kollegen aus Baden be- mitglied desselben – unter genauer Darlegung der Verhältnisse teiligen.

Mitteilung zu machen.

Weiter werden von dem Verband Schritte unternommen dagegen, daß ein Detailleur in den letzten Wochen vor Weihnachten an irgend einem Platz ein Wanderlager errichtet und Gold- und Silberwaren verkauft.

(Das Vorgehen des Verbandes in dieser Richtung wird gut. geheißen.)

4. Wünsche der anwesenden Herren. Netter-Karlsruhe hält eine Abänderung des Stempelgesetzes für dringend wünschenswert. Nirgends existieren in dieser Hinsicht solche Mißstände wie in Deutschland. Waren mit einem Feingehalt unter 585 sollten nicht als „gesetzlich gestempelt“ bezeichnet werden dürfen.

Vorsitzender Emil Foehr: In einer Ausschußsitzung des Verbandes habe er diesem Wunsch auch Ausdruck gegeben; die Berliner Kollegen sagen aber, es gebe eine Menge kleiner Juweliere, die nicht mehr bestehen könnten, wenn eine derartige Aenderung des Gesetzes beschlossen würde. Ein diesbezüglicher Antrag würde also von den Berliner Herren abgelehnt werden.

Netter- Karlsruhe: Ich bin bloß gegen die Stempelung. Durch das Gesetz, wie es besteht, werden die schlechten Waren sanktioniert.

Lodholz-Freiburg macht den Vorschlag, auf dem nächsten Verbandstag einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Damit ist die Tagesordnung erledigt.

Der Vorsitzende, Emil Foehr-Stuttgart, gibt noch seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Verhandlungen zu einem so schönen Resultat geführt haben, und wünscht dem neuen Verein kräftiges Wachsen, Blühen und Gedeihen.

Lodholz-Freiburg dankt im Namen der Anwesenden Herrn Emil Foehr für seine freundlichen Bemühungen, für die treffliche Leitung der Verhandlungen und für seine Bereitwilligkeit, dem Verein des Großherzogtums Baden auch ferner beizustehen.

Hierauf wird die Versammlung geschlossen. Schluß: abends 1/47 Uhr.

II. Die Versammlung in Pforzheim am 4. März 1903.

Ebenfalls auf Anregung des Herrn Emil Foehr-Stuttgart fand am Mittwoch, den 4. März nachmittags 3 Uhr in Pforzheim im Städtischen Saalbau eine von den Pforzheimer Mitgliedern und von Freunden des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede zahlreich besuchte Versammlung statt mit der Tagesordnung:

Bildung einer Ortsgruppe Pforzheim. Herr Foehr begrüßte die Anwesenden, dankte für ihr Erscheinen und eröffnete dann die Versammlung. Auf seine Bitte, einen Herrn zur Leitung der Verhandlungen zu bestimmen, wird ihm selbst – dem Vorschlag des Herrn Waag entsprechend der Vorsitz in der Versammlung übertragen.

Herr Foehr leitet nun die Beratung des auf der Tagesordnung stehenden Gegenstands mit folgenden Worten ein: „Hochgeehrte Herren! Als i. J. 1900 der Verband Deutscher Juweliere, Goldund Silberschmiede gegründet wurde, wußte man schon damals, daß, um etwas Großes zu erreichen und um eine durchgreifende Hebung unseres Gewerbes in allen Teilen zu erzielen, die Herren Fabrikanten mit den Detailleuren Hand in Hand gehen müssen, was auch in der Sitzung seinen Ausdruck fand. Gar bald merkte man, daß auch das Bindeglied, die Herren Grossisten, zur Mitarbeit erforderlich sind, und es wurde deshalb auf dem letzten Verbandstag in Dresden die Satzung in diesem Sinne erweitert.

Meine Herren! Wir alle, Fabrikanten, Grossisten und Detailleure, müssen zusammenstehen, um die vielen Krebsschäden, die sich mit der Zeit in unsere Branche eingeschlichen haben, wieder zu beseitigen, und hauptsächlich, um unsere Branche wieder in solidere Bahnen zu bringen.

Wenn der Detailleur den Wunsch hegt, daß ein Teil der Waren nicht immer billiger und infolgedessen geringer in Qualität wird, sondern wieder besser und gediegener wie in früheren Jahrzehnten, so ist doch der Fabrikant in erster Linie mit berufen, diesen gewiß berechtigten Wunsch zu erfüllen zu suchen und mit dem Hebel anzusetzen an der Verbesserung der gegenwärtigen Verhältnisse.

Es gibt aber noch viele andere Punkte, in denen sich unsere Interessen berühren; denken Sie z. B. nur an die bestehenden Kreditverhältnisse, wo es ebenfalls dringend geboten ist, daß Fabrikanten, Grossisten und Detailleure sich vereinigen und miteinander bestrebt sind, die Kreditverhältnisse wieder auf eine solidere Basis zu stellen.

Auch dem berechtigten Verlangen der Detailleure, daß das Detaillieren der Fabrikanten und Grossisten ganz aufhört, wird gewiß eher nachzukommen sein, wenn wir alle in einem Bunde vereinigt und dann verpflichtet sind, im Frieden miteinander auszukommen.

Also, meine Herren, stehen wir alle zusammen und arbeiten wir alle mit vollem Ernst und mit allen unseren Kräften an der weiteren Entwicklung unseres Deutschen Verbandes und damit an der Hebung unseres schönen und edlen Gewerbes, und der Segen wird nicht ausbleiben.“

Herr Foehr fährt nun fort: Um diesem Ziele näher zu kommen, halte ich, nachdem sich am letzten Sonntag in Karlsruhe die Detailleure Badens zu einem Verein zusammengeschlossen haben, für die Fabrikanten und Grossisten Pforzheims ebenfalls einen engeren Zusammenschluß derjenigen, die schon Mitglieder oder Freunde des Deutschen Verbandes sind, durch Bildung einer Ortsgruppe Pforzheim, welche sich direkt dem Deutschen Verbande anschließt, für erforderlich.

Hierauf ergreift Herr Stöffler-Pforzheim das Wort und führt aus: In der Form, wie Herr Foehr die Sache vorgetragen, kann ich sie nur voll und ganz unterstützen. Die Mißstände, die im wirtschaftlichen Leben der Gegenwart als naturgemäße Begleiterscheinungen der modernen Entwicklung des Großkapitalismus und der maschinellen Produktionsweise vorhanden sind, schreien vielfach sehr laut nach Abhilfe. Es ist daher nur zu begrüßen, wenn die einzelnen Gewerbe sich organisieren, um geordnete Zustände zu schaffen und das Handwerk wieder auf den alten, goldenen Boden zu stellen. Darum hat es uns auch gefreut, daß sich die Herren Detailleure in unserem Gewerbe zu einem Verband zusammengeschlossen haben. Soweit die Fabrikanten mit ihnen gemeinsame Interessen haben, werden sie freudig mitarbeiten, um gesunde Zustände herbeizuführen.

Dabei dürfen aber die divergierenden Interessen beider Gruppen nicht außer Betracht gelassen werden. Ich nenne z. B. das Kreditwesen: Der Kreditorenverein ist redlich bemüht, auf diesem Gebiet Wandel zu schaffen; es geht aber sehr schwer; denn während die Fabrikanten ein Interesse daran haben, möglichst bald Geld zu bekommen, haben die Abnehmer ein Interesse daran, recht lange nicht bezahlen zu müssen.

Von diesem Gesichtspunkt aus würde ich es begrüßen, wenn die hiesigen Mitglieder des Verbandes eine Organisation bilden würden, um die Fragen, die von der Zentralleitung beraten werden, auch in Behandlung nehmen zu können. Ein weitergehendes Interesse haben wir allerdings an der Sache nicht. Tatsächlich können wir ja nicht mit allem, was der Verband unternimmt, einverstanden sein. Unverständlich ist es uns z. B., wie man einem Mann, der in einem - vielleicht schon durch viele Generationen hindurch bestehenden – Geschäft Uhren und Juwelen nebeneinander führt, die Aufnahme in den Verband verweigern kann, oder daß man gegen einen Fabrikanten, der Lieferungen an Warenhäuser macht, scharf vorgeht. Das Bestreben der Detailleure scheint dahin zu gehen, den Gegensatz zwischen Juwelier und Uhrmacher immer mehr zu verschärfen. Solche beengende Maßnahmen stoßen bei uns nicht nur nicht auf Sympathie, sondern auf Widerspruch. Mit diesen Faktoren muß gerechnet werden.

Soweit es sich aber darum handelt, die hiesigen Mitglieder des Verbandes zu organisieren und ihnen eine Leitung zu geben, kann ich den Antrag unterstützen.

Vorsitzender Emil Foehr: Meine Herren, die Krebsschäden in unserem Gewerbe können nur beseitigt werden, wenn Detailleure und Fabrikanten zusammenarbeiten. Nicht zu umgehen ist es, dak man im Verband einen Unterschied macht zwischen einem Juwelier und einem ausgesprochenen Uhrmacher. Bilden die Herren Fabrikanten hier eine Ortsgruppe, die dem Verband beitritt, so haben sie Gelegenheit, ihre Wünsche gegenüber dem Verband auszusprechen und zu vertreten, und sie haben mehr Gelegenheit, an der Hebung unseres Gewerbes, an der sie doch auch interessiert sind, kräftig mitzuwirken.

Lerch - Pforzheim: teilt vollständig den Standpunkt des Verbandes bezüglich der Uhrmacher. Wenn eine große Zahl von Fabrikanten an dem Deutschen Verband und seinen Bestrebungen kein lebhaftes Interesse bekunde, so rühre das vielfach daher, daß sie in der Hauptsache nicht mit deutschen Grossisten und Detailleuren arbeiten, sondern mit dem Ausland. Nach seiner Ansicht sei die Zahl der Pforzheimer Verbandsmitglieder für eine eigene Ortsgruppe noch zu klein; es müßten zuvor noch weitere Mitglieder geworben werden.

Stöffler-Pforzheim: Die großen Fragen und Interessen sind bereits geschützt und gestützt durch die Organisation des Kreditorenvereins. Obwohl dieser nicht in den Verband aufgenommen wurde, darf der Deutsche Verband bei allen wichtigen Fragen doch auf seine Mitwirkung und Unterstützung rechnen.

Vorsitzender Emil Foehr: Der Kreditoren-Verein konnte aus zwei Gründen nicht in den Verband aufgenommen werden: einmal weil der in Aussicht gestellte Beitrag zum Verband im Verhältnis zu der großen Mitgliederzahl des Vereins zu niedrig bemessen war und deshalb der Satzung nicht entsprach, sodann weil der Verein zum Teil aus Uhrenfabrikanten besteht, die nach der Satzung des Verbandes nicht aufgenommen werden können.

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