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der Goldschmiede - Innung zu Berlin.

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Die Arbeiten W. Lucas von Cranachs, auf der Jubiläums-Ausstellung des

Vereins für deutsches Kunstgewerbe zu Berlin. Mit 7 Abbildungen.
Eine neue Aufgabe für die moderne Schmuckkunst.

Von R. Rücklin, Pforzheim.
Moderner Schmuck. Mit 3 Abbildungen.
Geistiger Diebstahl - Künstlerisches Eigentum. Von R. Rücklin.
Russischer Brief. Von Dr. Heinrich Puder.
Der Goldschmied als Kaufmann Buchführung und Geschäftsbücher.
Aus meiner Lehr- und Gehilfenzeit. Erlebtes von Kollege R. G.
Berichte aus Innungen und Vereinen.
Personalien und Geschäftsnachrichten.
Vermischtes.
Frage- und Antwortkasten.
Konkurse und Insolvenzen.
Büchertisch.
Patent-Anmeldungen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Bekanntmachungen des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und

Silberschmiede.
Liste mit Wohnungsangabe der zur Leipziger Frühjahrsmesse aus-

stellenden Fabrikanten und Grossisten der Branche.
Inserentenliste.
Arbeitsmarkt. – Inserate.

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Nachdruck aus dem Inhalt vorliegender Zeitung ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter genauer Quellenangabe gestattet

Aus meiner Lehr- und Gehilfenzeit.

(Fortsetzung.) Nachher nahm Demmer seine Guitarre zur Hand und wir ruhig und in seiner Angst geht er schließlich zum Meister und sangen gemeinschaftlich. Ein Lied besonders sangen wir jeden sagt: Meister, wenn die Meisterin ins Kindbett kommt, so kann Abend, ich will den Text hier wiedergeben:

ich nichts dafür. Ein anderer Lehrling, auch kein Licht, hatte Es ist ein lustig Völkchen,

das Malheur, daß ihm sehr leicht alles anschmolz. Die Gehilfen Das Goldarbeitercorps,

sagten ihm, daß der Keretswurm daran schuld sei. „Der KeretsVon Sorge nie ein Wölkchen,

wurm ist ein Ungeheuer, er lebt nur in des Goldschmieds Feuer, So leben, so leben wir stets froh.

willst du sicher glühn und löten, so mußt du ihn fangen und Und wohnen wir drei Treppen

töten“. Der arme Bengel glaubte es wirklich, und als WohnIm kleinen Kämmerlein,

stätte des Wurmes wurde ihm das Kohlenfeuer auf der Esse So haben wir daneben

bezeichnet. Mit einem gewaltigen Hammer bewaffnet, wurde er Ein Liebchen, ein Liebchen nett und fein.

hingestellt, um auf den Wurm aufzupassen und ihn zu erschlagen. Schnurren wurden erzählt, so z. B. von dem dummen Gold Erst das allmählich lauter werdende Gelächter zeigte ihm, daß arbeiterlehrling, dem alles in die Schuhe geschoben wurde. Wer er angeführt war. Auch das berühmte „Klammerbuch“ mußte eine Feile zerbrochen, wenn ein Stück Handwerkszeug fehlte, so hieß er eines Tages bei den Kollegen der Stadt suchen gehen und es „Du bist es gewesen“ oder „Du hast die Schuld“. Wenn die kehrte weinend nach ca. vierstündigem Umherirren zurück, nachGehilfen, die bei dem kinderreichen Meister arbeiteten, abends dem man ihn von einem zum andern geschickt hatte und erklärte: in den Betten lagen, so unterhielten sie sich noch von diesem „Er wäre jetzt bei allen gewesen und keiner hätte es mehr, es und jenem. In letzter Zeit fingen sie an von Kindtaufe zu sprechen müßte also hier, bei uns sein. Er habe es aber noch nicht und wie der Meister fuchtig sein wird, daß seine Frau wieder gesehen und nicht etwa versteckt“. Darob natürlich große ins Kindbett kommt. Der Lehrling spitzt die Ohren, wird un- Heiterkeit.

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Sonnabends kamen mehrere Goldschmiede zusammen nach einem gemütlichen Restaurant. Ich sehe sie noch manchmal vor mir, die gemütliche Goldschmiedetafelrunde. Da war der lange Küster, und neben ihm der kleine buckelige „Jubeltier“ genannte Lehmann, da war der leichtsinnige, hübsche Nauert, der nie Geld hatte, und verschiedene andere. Es wurde verabredet, was man am Sonntag beginnen sollte, dabei ein Glas Bier nach dem anderen getrunken. Wenn Demmer ein paar Glas getrunken hatte, sprach er nur in Knüppelversen, und wir haben uns oft halb tot gelacht über seine schnurrigen Verse. Manchmal wurde auch eine Bierreise unternommen, so besinne ich mich mal einer solchen lustigen Reise, wobei es uns allen schlecht ging.

Wir waren auf den Gedanken gekommen, mal nach einem in einem Vorort gelegenen Tanzhause zu gehen. Wir waren unserer sechs; Küster der Lange und Lehmann der Kleine gingen Arm in Arm voran und wollten uns quer über ein unbebautes Feld den nächsten Weg führen, so daß wir auf den ganz berechtigten Gedanken kamen, sie wären den Weg schon öfter gegangen. An der Luft zeigte sich, daß Küster und Lehmann schon ein bißchen viel des Guten getan hatten, und auch Demmer schien mir nicht mehr ganz sicher zu gehen. Ich für meine Person konnte und kann nicht viel trinken, ich greife gewöhnlich aber zum Grätzer Bier, das bekanntlich keinen Rausch erzeugt. (Na, na! Anmerkung der Red.) Am liebsten wäre ich umgedreht, denn diese Expedition nachts 12 Uhr behagte mir nicht. Der Mond schien fast gar nicht, und der Weg wollte kein Ende nehmen. Unsere Führer hatten sich verirrt. Rundum in einiger Entfernung sah man zwar Licht, aber sie mußten eingestehen, daß sie nicht mehr recht wußten, in welcher Richtung das Tanzlokal, das wir besuchen wollten, lag. Schließlich steuerten wir einer sehr hell beleuchteten Stelle zu, hoffend, das Richtige zu treffen. Da plötzlich ein Aufschrei, und wir lagen mehr oder weniger in einem Graben. Es hatte vorher stark geregnet, so daß wir in den morastigen Graben nicht hart fielen. Wir krabbelten uns heraus und gingen weiter, dem nicht mehr fernen Lichte entgegen, Küster und Lehmann voran. Da sagt der kleine Lehmann, auf etwas hell leuchtendes zeigend, das sei gewiß ein besserer Weg. Sie lenkten darauf zu und verschwanden noch einmal vor unseren Augen, diesmal in einer Kalkgrube. Mit vieler Mühe halfen wir ihnen heraus, dem langen

üster waren die Hosen nur bis über den Knien voll Kalk, während der kleine Lehmann fast vollständig untergetaucht war, auch seine Brille verloren hatte.

Wir waren jetzt gleich an der ersehnten Straße, nebenbei erschallte Musik, wir hatten also das Tanzlokal erreicht, aber wie sahen wir aus, so konnten wir nicht hineingehen. Mit Demmer und Nauert ging es ja, die waren bei unserem ersten Fall die letzten gewesen, hatten nur die Hände und allenfalls die Knieen sich beschmutzt, aber wir anderen vier Unglückswürmer! Es wurde also beschlossen, auf der Straße, wenn es anch etwas länger dauern sollte, nach Hause zu gehen. Die Kolonne formte sich, voran wieder Küster, an den sich Lehmann angstvoll anklammerte, denn was ist ein Kurzsichtiger ohne Brille, als Schluß Demmer und Nauert. Endlich kamen wir an heller erleuchtete Straßen und dann auf einen freien größeren Platz. Wir blieben dort stehen, um die richtige Straße herauszufinden, als wir bemerkten, daß Demmer und Nauert fehlten. Sie waren uns verloren gegangen. Da plötzlich kommt aus einer Nebenstraße eine Schar lärmender junger Leute an uns vorbei, stutzen, lachen und schließen schnell einen Kreis um uns. Nun fangen sie an, um uns herumzutanzen und ein Indianergeheul anzustimmen. Da es aber nachtschlafende Zeit war, erschienen zwei Nachtwächter auf dem Platze, die sich eilends uns näherten. Und wie vom Sturm zerstoben, verschwanden alle in den nächsten Straßen, und nur die beiden bemitleidenswerten Kalkgestalten fallen der heiligen Hermandad in die Hände. Wie sie nachher, nachdem sie den Rest der Nacht auf den harten Pritschen der Polizeiwachtstube zugebracht hatten, nach Hause kamen, darüber

will ich schweigen. Es sei nur gesagt, daß sie die Sachen, die sie angehabt hatten, fortwerfen mußten.

Bei der schrecklichen Flucht war ich drauflos gelaufen, und erst als mir die Puste ausging, stand ich still. Kein Verfolger war zu sehen. Aber wo war ich. Ich war damals erst drei Wochen in Stettin, und kannte mich nur in dem mittelsten Teil der Stadt aus. Ich hatte keine Ahnung, nach welcher Richtung ich gehen mußte, um nach meiner Bude zu gelangen. Es war mittlerweile gegen 3 Uhr geworden, die Straßen menschenleer, einen Nachtwächter mochte ich nicht fragen, da ich fürchtete, das Schicksal der beiden Kollegen zu teilen. Es blieb mir nichts übrig, als den Tag in den Straßen zu erwarten und so langte ich denn bei Tagesanbruch hundemüde endlich zu Hause an. Glücklicherweise war Sonntag und ich konnte den versäumten Schlaf nachholen.

Wo waren nun Demmer und Nauert geblieben? Nauert war es unmöglich, am Sonnabend nach Hause zu gehen, solange noch Geld in seinem Beutel war, und es gelang ihm nur allzuleicht, Demmer zu überreden, umzukehren und in das Tanzlokal zu gehen. Dort hatte sich Nauert zu einem netten Mädchen gesetzt und solange spendiert und getrunken, bis der Beutel leer war; Demmer dagegen stürzte sich in den Tanz und da er ein Freund von etwas schwerkaliberigem Geschütz war, SO suchte er sich die kräftigste der Feen aus und wurde nicht müde, mit ihr das Tanzbein zu schwingen. Es schwebt nun etwas Dunkelheit darüber, auf welche Art die Katastrophe eintrat. Hatte nun Nauert nicht mehr Geld, um das letztbestellte zu bezahlen, oder war der bisherige Verehrer der gewichtigen Dame eifersüchtig geworden, kurz, es kam zum Streit. Die beiden Kollegen traten einer für den anderen ein und plötzlich sahen sich beide auf die Strasse gesetzt. Nauert erzählte nachher, Demmer hätte sich draußen hingestellt und seinen Fluch dem Tanzlokal mit Bürgers Worten zugerufen: Weh euch, ihr stolzen Hallen, nie töne süßer Klang durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang. Demmer bestritt das ganz entschieden.

Das war ein Wiedersehen! Wir hatten Stoff auf Wochen hinaus zum Lachen und Anulken, aber in ein Tanzlokal sind wir gemeinschaftlich nicht wieder gegangen. Kollege Nanert, der in einem anderen Geschäfte arbeitete, war, wie schon gesagt, ein leichtsinniger Bruder. Er war der einzige Sohn eines bemittelten Goldschmiedes aus Ostpreußen. Sein Vater hatte alles mögliche angestellt, um seinen Sohn von seinem Leichtsinn zu kurieren. Alles vergeblich. Wir aßen zusammen zu Mittag und da wir im gleichen Alter waren, wurden wir bald bekannt. Er klagte mir sein Leid, daß er beim besten Willen das Geld nicht zusammenhalten könne, und bat mich, wir sollten uns zusammen eine Stube nehmen und ich sollte versuchen, ihn zu einem ordentlichen Menschen zu machen. Wir zogen zusammen und es wurde verabredet, daß ich ihn Sonnabend abends, der gefährlichste Tag für ihn, da er dann ja Geld bekam, von seinem Geschäft abholen sollte, da das, in dem ich arbeitete, ganz in der Nähe lag. Aber der Geist ist willig und das Fleisch ist schwach“. Ich wartete am Sonnabend vergebends auf ilin und erfuhr nachher, daß das Haus zwei Ausgänge hatte und er ist den gegangen, von welchem er wußte, daß ich dort nicht wartete. Sonntag früh kam er ganz abgebrannt nach Hause, jammerte über sein Unglück und ich war dann so gutmütig, ihm noch Geld zu borgen. Schulden hatte er überall, er blieb Miete, Essen und Wäsche, alles schuldig, sagte denen, sie sollten an seinen Vater schreiben. Der bezahlte dann auch alles. Auch meine inzwischen ziemlich zu bedenklicher Höhe angeschwollene Forderung bekam ich später bezahlt. Wie leichtsinnig dieser unglückliche junge Mann war, zeigt folgendes: Sein Vater rief ihn nach Hause, stellte ihm seinen Leichtsinn vor, der Sohn versprach sich zu bessern, nahm sich auch einige Zeit zusammen, so daß der Vater glaubte, es sei ihm nun wirklich ernst. Da er wollte, daß sein Sohn noch einige Jahre in der Welt sich umsehe, besorgte er ihm die Stelle in Stettin. Nauert wurde

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mit neuem Anzuge versehen, ja neue Uhr und Kette bekam er und das Reisegeld. Unter den größten Versprechungen, jetzt solide zu sein, fuhr er ab. Aber in Königsberg verließ er den Zug, verkaufte Uhr und Kette, den neuen Anzug und blieb so lange dort, bis er vollständig abgebrannt war. Da sein Billet verfallen war, ging er, um wieder nach Stettin zu gelangen, als Arbeiter auf ein Frachtschiff und langte so wieder in Stettin an. Er war eben unverbesserlich, er konnte kein überflüssiges Stück leiden, alles wurde versetzt und verjubelt. Aus diesem Grunde kamen wir auch miteinander in Streit und verloren uns aus den Augen. Ein halbes Jahr hatte ich in Stettin gearbeitet, als ich meinen Prinzipal bat, mir eine Stelle in Süddeutschland besorgen zu wollen. Es gelang ihm und ich dampfte nach Stuttgart ab.

Heute, wo eine direkte Bahnverbindung ohne Umsteigen zwischen Berlin und Stuttgart besteht, kann man die Reise im D-Zuge III. Klasse von Stettin über Berlin in 15 Stunden machen. Damals führten die Kurierzüge noch keine III. Klasse, und mit den Personenzügen fuhr man bedenklieh langsam. Als beste Verbindung wurde mir die Strecke Berlin - Hannover--Frankfurt a. M. – Karlsruhe – Stuttgart bezeichnet und ich schlug auch diese Route ein. Wie oft ich umsteigen mußte, weiß ich nicht mehr, aber oft genug geschah es. In Frankfurt a. M. mußte ich über Nacht bleiben, und um schnell weiter zu kommen, mußte ich die Strecke Frankfurt a. M. - Karlsruhe II. Klasse fahren.

Ich sollte am 1. April in meine neue Stellung eintreten, und da ich alles sehr gewissenhaft nahm, wollte ich auf keinen Fall in Stuttgart zu spät eintreffen. Auf dieser Tour II. Klasse hatte ich ein kleines Erlebnis, das mir viel Vergnügen machte und an das ich stets denken muß, wenn ich mit einem Renommierhelden und ähnlichem Gelichter zusammenkomme. Von Frankfurt a. M. an fuhr ich nur mit einem älteren Herrn in meinem Abteil; in Darmstadt stieg ein Herr in mittlerem Alter zu uns. Dies war nun ein Quasselpeter der besten Sorte. Sofort fing er von sich zu erzählen an. In fünf Minuten wußten wir seine ganze Lebensgeschichte und besonders legte er Wert darauf, uns immer wieder zu sagen, daß er Reserveoffizier sei. Als der ältere Herr endlich zu Worte kam, sagte er zu dem Schwadroneur: Gestatten Sie, dass ich Ihnen auch eine kleine Geschichte erzähle. Ich fuhr einst mit zwei jungen Herren in einem Abteil zusammen. Der eine davon erzählte auch gleich, daß er Reserveoffizier sei und zur Uebung fahre. Ich, so fuhr der alte Herr fort, bin nun wirklich Reserveoffizier, und fuhr auch zur Uebung. Am nächsten Tage, als ich vor der Front stand und die eingetroffenen Mannschaften musterte, fand ich den sich uns im Coupé als „Reserveoffizier“ vorgestellten jungen Mann als ,,Trompeter in meiner Kompagnie vor“. Tableau! – Merkwürdig, unser Schwadroneur schwieg und schlief nach dieser Erzählung während der ganzen Fahrt. Ob ihm die Erzählung des alten Herrn so angegriffen hatte?

(Fortsetzung folgt.)

dissa Route ein. Wie oft ich umsteigen mußte, wenn mitte

Berichte aus Innungen und Vereinen.

Die Freie Vereinigung des Gold- und Silberwaren - Gewerbes zu Berlin (Ortsgruppe des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold. und Silberschmiede für Berlin und den Regierungsbezirk Potsdam) hielt am 24. Februar im Schultheißschen Lokale zu Berlin eine außerordentliche Generalversammlung ab, die in der Hauptsache der Beratung und Beschlußfassung über die Statuten gewidmet war. Nach Verlesung des Protokolls der vorigen Generalversammlung und Aufnahme der Herren J. Reimann und Jul. Eichler, sowie Otto Proll (Firma Körner & Proll) in die Freie Vereinigung wurde in die Diskussion eingetreten. Herr Oskar Müller berichtet, daß die Satzungen durch eine Kommission vorbereitet, von Herrn Dr. Schröder juristisch bearbeitet und in der Hauptsache den alten Satzungen nachgebildet sind, jedoch so abgefaßt wurden, daß sie künftig als Grundlage für die gerichtliche gesetzmäßige Eintragung der Freien Vereinigung als „Eingetragener Verein“ dienen können. Die Versammlung sieht davon ab, die neuen Statuten im einzelnen durchzusprechen, zumal sie beschlusunfähig ist; von der erforderlichen Anzahl von 48 Stimmen sind nur die Hälfte an wesend und da auch später keine Vermehrung eintritt, so muß die Annahme der Statuten einer zweiten, in etwa drei Wochen einzuberufenden Versammlung vorbehalten bleiben, die ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlußfähig ist.

Eine eingehendere Aussprache entspinnt sich über Punkt 4 der Tagesordnung, die Besteck-Konvention. Verschiedene Herren des Vorstandes hatten es unternommen, die Stimmung der maßgebenden Berliner Geschäfte bezüglich der Konvention zu erkunden und hatten bei 30 von 35 besuchten Geschäften das gewünschte Entgegenkommen gefunden. Leider haben sich die bedeutendsten Berliner Abnehmer und Verkäufer von Bestecken der Konvention noch nicht unbedingt anschließen mögen. Es wird dies aber nicht als Grund angesehen, die Sache fallen zu lassen, vielmehr soll trotz allem versucht werden, die Konvention zustande zu bringen, gemäß den Dresdener Beschlüssen, die einen Aufschlag von 25% fordern. Der Verbandsvorsitzende, Herr Fischer, befürwortet lebhaft diesen letzteren Antrag und erwähnt, daß die Fabrikanten, die hauptsächlich Bestecke liefern, sich schon in Dresden bereit erklärt hätten, den unter dem Konventionspreis liefernden Geschäften keine Bestecke mehr zu verkaufen, wenn der Qualität und Quantität nach die Hälfte der anderen Geschäfte sich der Konvention anschließen würde. Um die Sache nicht in die Länge zu ziehen, wird beschlossen, in aller Kürze durch Rundschreiben und beigelegte frankierte Antwortkarten die Meinung der Berliner Juweliere über die Besteck - Konvention einzuholen und wird zuversichtlich erwartet, daß die Mehrzahl sich dafür erklären wird, da kein Zeitpunkt so günstig wie der gegenwärtige für die In

angriffnahme dieser Angelegenheit sei. Die binnen kurzem stattfindende zweite Generalversammlung der Freien Vereinigung kann dann schon Klarheit bringen, wieviele Juweliere der Regelung der Besteckfrage für Berlin sympathisch gegenüberstehen.

Punkt 5. Gewährung von 100 Mark Beitrag zu den kaufmännischen Fortbildungsschulen für die Lehrlinge der Branche, wird ohne Debatte genehmigt. Zu

Punkt 6. Versicherungswesen, erstattet Herr Schereck von der Thuringia einen Bericht über die koulante Geschäftshandhabung seiner Gesellschaft bei Gelegenheit von Einbruchsdiebstählen und bemerkt dabei, daß die Versicherung unbedeckter Schaukästen in Zukunft von den Versicherungs-Gesellschaften nicht mehr aufgenommen werden würde. Bezüglich Glas- und Feuerversicherung empfiehlt er seine Gesellschaft auf das angelegentlichste und erbittet deren Unterstützung wegen des von ihr der Freien Vereinigung bisher bewiesenen Entgegenkommens. Bei dieser Gelegenheit kommt Herr Fischer auf die Bemühungen des Verbandes zurück, eine eigene, unabhängige Feuerversicherung von Verbands wegen einzurichten und stellt eine Verwirklichung der bezüglichen Bestrebungen in Aussicht.

Dem anwesenden Ehrenvorsitzenden der Freien Vereinigung, Herrn Hofgoldschmied Hugo Schaper, überreicht Herr 0. M. Werner das ihm von der Freien Vereinigung für seine neunjährige opferwillige Tätigkeit gewidmete Ehrendiplom, welches der Direktor Schleusing an der Berliner Kunstschule der Goldschmiede- Innung angefertigt hat.

Herr Werner erwähnt dann noch, daß von Seiten des Verbandes gegen eine Frankfurter Firma, die in Berlin detailliert, Beschwerde bei der Behörde eingereicht sei; Herr Schaper, daß die Beteiligung an der Ausstellung in St. Louis 1904 wegen des geringen Interesses des deutschen Exports in unserer Branche nach den Vereinigten Staaten nicht zu empfehlen sei, und dann wird die Versammlung geschlossen.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

Geschäftsnachrichten. Herr J. Joseph, der Begründer des Bankgeschäfts gleichen Namens und der Bijouteriebranche dienend, zieht sich von den Geschäften zurück und überläßt dasselbe seinen bisherigen Prokuristen, den Herren Greb & Frühauf. – Die bekannte Doublékettenfirma Andreas Daub in Pforzheim, von der wir erst vor kurzer Zeit berichten konnten, daß sie ihr Geschäft durch einen Neubau vergrößern mußte, sieht sich abermals veranlaßt, weitere Geschäftsräume zu schaffen. Zu diesem Zweck hat sie die bisher von der Firma Stieß inne gehabten Räume in der Louisenstraße gemietet und beabsichtigt daselbst die Fässerabteilung Jahre verbrachte er teilweise in Pforzheim, teilweise in Stuttgart.

- In Pforzheim starb im noch jugendlichen Alter Herr Kaufmann Hermann Melter, der einige Jahre lang eine Etuisfabrik betrieb, aus Gesundheitsrücksichten jedoch einem anderen Beruf sich widmen mußte. – Nach überaus langwährendem und schmerzlichem Leiden entschlief in Pforzheim Herr Bijouteriefabrikant Christoph Bauer im Alter von 68 Jahren. Der Verstorbene hat sich vom kleinen Fabrikanten (Spezialität Medaillon) zum wohlhabenden Privatier heraufgearbeitet. Der schon lange seinem Vater zur Seite gestandene Sohn wird das Geschäft weiterführen.

unterzubringen. — Aus der Medaillonsfabrikationsfirma Chr. Bauer in Pforzheim ist am 1. Januar 1903 der bisherige Gesellschafter Christof Bauer ausgetreten. – Die Metall-Kunst- und Feingießerei, vornehmlich für Bijouteriefabrikation, von Karl Brückner in Pforzheim ging durch Kauf an die Herren Ludwig Wolf und Gustav Kunzmann über. – Herr Bijouteriefabrikant Gustav Junga berle in Pforzheim erwarb das Anwesen, Durlacherstraße 27 für Mk. 120 000.-- aus der Konkursmasse von Bankier Herz in Karlsruhe. Das Geschäft von Herrn Jungaberle befindet sich bereits in dem Anwesen. -- Herr Bijouteriefabrikant Albert Maischhofer in Pforzheim ist aus der Firma Maischhofer & Cie., Bijouteriefabrikation, (vornehmlich für den Export und Bijouteriehandlung für Rußland) ausgetreten. – Die Bijouteriemaschinenfabrik Lenz & Feiler in Pforzheim teilt mit, daß der Gesellschafter Wilhelm Feiler aus der Gesellschaft ausgetreten ist. – Das Goldwarengeschäft der Firma A. D. Hauptmann & Cie. in Wien I., Kohlmarkt 16 ist nach Ableben des Mitinhabers Anton Richter in den Alleinbesitz von Franz Hauptmann übergegangen, der das Ceschäft unter der bisherigen Firma unverändert weiterführt. - Herr A. Sarno, Korallen- und Kamee-Handlung in Neapel teilt mit, daß sein Bruder Louis Sarno in das Geschäft eingetreten ist. Die Firma lautet von jetzt ab: Maison Luigi Sarno, A. &. L. Sarno, Neapel, Torretta 10. — Herr Ludwig Esslinger in Pforzheim, Herstellung von Massenartikeln in Silber, Doublé und Unecht, verlegte seinen Betrieb nach der Badgasse Nr. 7. - Der Kaufmann G. Schmidt ist als weiterer Teilhaber in die Firma Schoch & Frank, Bijouteriewarenfabrik in Gmünd eingetreten. Dem Kaufmann Otto Schmidt ist Prokura erteilt.

Neuetablierungen. Unter der Firma Jacques Brunschwig ist in Pforzheim eine Steinhandlung eröffnet worden, die handelsgerichtlich eingetragen wurde. – Herr Feinmechaniker C. Ph. Dol. linger in Pforzheim hat eine Werkstätte zur Justierung von Goldwagen und Gewichten eröffnet. Langjährige Erfahrung in der Branche steht dem Unternehmer zur Seite. — In das Handelsregister zu Breslau wurde eingetragen: Die offene Handelsgesellschaft C. Welte & Co., I. Schles. Spezialgeschäft für Ringe, Breslau, be. gonnen am 1. 1. 03. Persönlich haftende Gesellschafter sind Juwelier Carl Welte und Ingenieur Max Maus, beide in Breslau.

Das 25 jährige Geschäfts-Jubiläum feierte im Februar die k. u. k. Hof-Silberwarenfabrik von Alfred Pollak in Prag. Der Chef der Firma, Herr Alfred Pollak, hat das Unternehmen vor einem Vierteljahrhundert in bescheidenem Umfange gegründet und das selbe durch rastlose Tätigkeit, gründliche fachmännische Kenntnisse und peinlichste Solidität zur heutigen Blüte emporgeführt. Die Fabrik, der seither Zweigniederlassungen in Wien und Budapest angegliedert wurden, erfreut sich heute in der Geschäftswelt der ganzen Monarchie eines ausgezeichneten Rufes. Charakteristisch für die Solidität des Hauses ist wohl auch der Umstand, daß eine große Anzahl von Arbeitern durch eine lange Reihe von Jahren in seinen Diensten steht und das gleichzeitig mit dem 25 jährigen Bestande der Firma auch der Silberarbeiter Franz Kleissner das Jubiläum seiner 25 jährigen Angehörigkeit zu ihr feiert.

Auszeichnungen. Die Inhaber der Firma H. N. van Santen, Bijouterie, Frankfurt a. M, Rofmarkt 11, wurden vom König von England zu Hof lieferanten ernannt. - Herrn Goldschmied C. A. Beumers aus Düsseldorf wurde die Staatsmedaille mit der Inschrift „Für gewerbliche Leistungen“ in Bronze verliehen.

Hochherzige Stiftung. Der vor kurzem in Berlin verstorbene Kommerzienrat Albert Pfaff, Inhaber der bekannten großen Möbelfirma, hat in seinem Testament unter anderen bedeutenden Vermächtnissen, die sämtlich Handwerkern und wohltätigen Stiftungen zufallen, auch eine solche in Höhe von 200 000 Mk, ausgesetzt mit der Bestimmung, die Zinsen an arme Handwerker zu verteilen, welche das Kunsthandwerk erlernen wollen.

Gestorben ist in Kiew (Südrußland', nach langem Leiden Herr Osias Mandelberg, Inhaber der Juwelierfirma gleichen Namens. --- Im 69. Lebensjahre und nach langem schweren Leiden verschied in Karlsruhe bei seinen Kindern Herr Theodor Huber, der früher lange Jahre in Pforzheim im Dienste der Bijouteriebranche stand. Er hatte Vertretungen bedeutender Silberwarenfabriken Berlins u. s. w. inne und verwaltete zuletzt die Stelle eines Sekretärs der Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschaft. ,,Seide“ hat der Verstorbene mit der Bijouteriefabrikation nicht gesponnen. ---Schmerzlich betrauert von seinen Angehörigen entschlief in einer oberbadischen Heilanstalt, wo er Linderung und Heilung suchte, Herr Karl Theodor Meid von Pforzheim im Alter von 54 Jahren. Der Verstorbene war Inhaber der Stein- und Bijouteriehandlungsfirma gleichen Namens, die hauptsächlich in Korallen am leistungsfähigsten war. — In Stuttgart starb Herr Bösenberg, der früher in Hamburg ein großes Bijouteriegeschäft hatte und sich dann nach anstrengender Tätigkeit ins Privatleben zurückzog. Die letzten

Vermischtes. Einbrüche wurden wiederum verübt: in Berlin, Markgrafenstraße 87/88, bei Herrn Juwelier Carl Müller, durch Eindringen von dem im Flur befindlichen Seiteneingang in den Laden. Angegebener Verlust ca. 5000 Mk. – Weiter wurde eingebrochen in Hamburg, Schulterblatt 25, wobei für ca. 2500 Mk. gestohlen wurde. – Auch aus Neustadt a H, wird von einem Einbruch bei der Firma Philipp Voelker Wwe. berichtet. Durch Erbrechen des Rollladens und Zertrümmern der Schaufensterscheibe sind daselbst für ca. 3000 Mk. Goldwaren verlustig gegangen. In der Nacht vom 21. zum 22. wurde in Lübeck beim Goldschmied Zander eingebrochen und ebenfalls nahezu 3000 Mk. Waren gestohlen. Leider ist letzterer Herr nicht gegen Einbruch versichert.

Ein guter Fang glückte der Polizei in Inowrazlaw, Anfang Februar. Es gelang ihr, einen Hausierer, der mit Uhren und Schmucksachen einen schwunghaften Handel betrieb, festzunehmen. Der Mann, der für eine Berliner Firma reiste, hatte seine Ware hauptsächlich an Soldaten abgesetzt und sich dafür anständige Preise zahlen lassen. Wie festgestellt worden, hat der Hausierer an dem ersten Tage, an dem er hier arbeitete, für 85 Mk., am zweiten Tage für 226 Mk. und am dritten Tage für 197 Mk. Ware umgesetzt. Hoffentlich brennt das Gericht diesem verkaufsfreudigen Herrn eine recht empfindliche Strafe auf, damit ihm das Hausieren mit verbotenen Früchten ein für allemal vergeht. Vor allem aber sollte der Firma, welche solche Reisenden hinaussendet, ordentlich etwas zudiktiert werden, denn das ist der am meisten schuldige Teil.

Für ca. 150 000 Mk. Diamanten konfisziert wurden, laut Bericht des Prager Tageblattes, in Wien einem sich dort aufhaltenden Vertreter eines holländischen Diamantschleifer - Konsortiums, weil die Steine nicht verzollt waren. Der Betreffende soll „Vergeßlichkeit“ als Grund der Unterlassung angegeben haben. Ob man ihm glauben wird?!

Die Berliner Kriminal-Polizei gibt bekannt, daß am 12. Februar d. J. auf dem Wege vom Königlichen Schloß durch die Straße unter den Linden eine Broche, bestehend aus einem zehnstrahligen Stern mit cirka 40 Brillanten in Goldfassung im Werte von cirka 1000 Mk. verloren wurde. Der ehrliche Finder wird gebeten, die Broche der Eigentümerin, Frau Gräfin Ellen de Maré, Tauenzien. straße 5, zuzustellen.

Geschäftliches aus Rußland. Die Briefe, welche aus Rußland zu uns herüberkommen, sind keine erfreulichen, überall in den Gold- und Silberwarengeschäften und bei den Juwelieren klage man sehr über den schlechten Geschäftsgang. In Moskau ist dies mehr wie an anderen Plätzen der Fall, mehrere Juweliere tragen sich mit dem Gedanken, ihre teueren Läden in der Hauptstraße aufzugeben und andere Lokale zu suchen. Die auswärtigen Bijouteriegrossisten machen keine oder wenige Geschäfte hier und verdienen kaum ihm ihre Reisespesen. Hoffentlich bringt das Ostergeschäft bald Wandel!

Die Sagen vom Schmuck und Geschmeide. Im Orient, dem Lande der aufgehenden Sonne, nehmen alle Dinge purpurne und goldene Färbung an; von dorther stammt auch die Sage vom Geschmeide. Sarah wollte sich an ihrer Sklavin Hagar, die ihrem Gatten einen Sohn geboren hatte, rächen, und als sie hochbetagt selbst noch Mutter geworden und dadurch wieder in ihre Rechte als Gattin eingetreten war, benützte sie diese, um Hagar, bevor sie in die Wüste gejagt wurde, zu quälen. Sie ließ ihr die Ohrläppchen durchstechen und silberne Ringe darin aufhängen, ähnlich jenen, an denen man das Vieh auf der Weide festband. Aber solchermaßen ausgestattet, kam Hagar den Frauen des Stammes so reizend vor, daß sie sich alle die Ohren durchstechen und mit ähnlichen Ringen schmücken lieben. Wütend darüber, ließ dann Sarah der Hagar auch an Armen und Beinen schwere Ringe aus dem gleichen Medall anlegen, um so ihre niedrige Stellung als Sklavin zu kennzeichnen. Auch diesmal entsprach die Wirkung nicht ihren Wünschen: diese Fesseln machten den Gang Hagars so anmutig lässig, und ihre beschwerten Arme, die an ihrem geschmeidigen und schlanken Körper herabhingen, verliehen ihm etwas so Harmonisches, daß alsbald alle Frauen die gleichen Fußund Armringe trugen.

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