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Jubiläum. Auf eine 25 jährige Tätigkeit als Teilhaber der Firma Drescher & Kiefer, Kettenfabrik in Hanau, konnte am 5. September Herr Julius Kiefer zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar allseitige Ehrungen zu teil und den Arbeitern und Angestellten der Firma ein solennes Fest bereitet.

Das Fest der goldenen Hochzeit feierte am 12. September Herr Privatier Otto Widemann, früherer Teilhaber der Firma Wahl & Widemann, Bijouterie-Reisegeschäft in Gmünd mit seiner Gattin, Frau Elisabeth geb. Köhler. Das Jubelpaar, welches im 75. bezw. 73. Lebensjahre steht, erfreut sich noch vollster körperlicher und geistiger Frische. Der Sohn des Jubelpaares, der durch seine bildhauerischen Schöpfungen und kunstgewerblichen Erzeugnisse weithin bekannte Professor Wilhelm Widemann, traf aus Berlin zur Feier hier ein. Herr Widemann, ein geborener Hildesheimer, welcher vor 53 Jahren auf der Wanderschaft hierher kam, hat, nachdem er in verschiedenen hiesigen Firmen (Gebr. Kreuser, Deibele & Millauer, P. Letzer & Cie.) als Reisender nahezu 10 Jahre tätig war, gegen 30 Jahre für sein eigenes Geschäft gereist und sich in dieser langen Zeit eine große Zahl von Freunden erworben, welche, wie auch die ganze hiesige Einwohnerschaft, herzlichen Anteil an der Jubelfeier nahmen. Da Herr Widemann sich einer großen Beliebtheit in unserer Stadt erfreut, war auch die persönliche Teilnahme eine große. Wir wünschen dem Jubelpaare noch einen recht langen und ungetı übten Lebensabend.

Todesfälle. In Chemnitz starb am 31. August Herr Juwelier Friedrich Adolph Apel im 58. Lebensjahre. – Ferner endete im 74. Jahre Herr Juwelier August Stockem in Aachen und Herr Michael Liegle in Ulm im gleichen Alter.

Einem Silberdiebstahl in größerem Umfang ist man in einer Silberwarenfabrik in Gmünd auf die Spur gekommen. Der Schmelzer, in welchen sein Chef das größte Vertrauen gesetzt hatte, scheint seit Jahren Unterschlagungen in größerem Maßstabe begangen zu haben. Da der Geschäftsinhaber den wohlbegründeten Verdacht hatte, daß er bestohlen werde, traf er Vorsichtsmaßregeln und erwischte den Dieb, als er eine Planche von gr 1200 auf die Seite schaffen wollte. Der Dieb sowohl wie der Hehler, welcher das veruntreute Silber bei den Scheideanstalten veräußert hat, sind in sicherem Gewahrsam und werden der wohlverdienten Strafe nicht entgehen.

Frage 503. Bitte meine werten Kollegen um Angabe einer Fabrik, von welcher ich solid gebaute Maschinen (Handbetrieb) zur Herstellung von Laubsägearbeiten mit verstellbarem Tisch beziehen kann. Ich will diese Maschine zum Ausschneiden von Metall gebrauchen.

P. M. in Ch. Antwort: Es empfehlen sich zur Lieferung solcher Maschinen die Firmen: Wilhelm Daiber, Mechanische Werkstätte in Pforzheim, Bleichstraße 3, und Carl Bauer, München, Frauenstraße 19.

Fragen: Frage 492. Könnte mir einer der Herren Kollegen mitteilen, wie das ff. Silber zu Juwelenstücken behandelt wird, daß es nicht so schnell anläuft und auch die weiße Farbe behält, wie man sie an den englischen Juwelenstücken, sowie an den mit Simili gefaßten Stücken sieht?

G. K. in H. Frage 499. Kann mir ein Kollege die jetzige Adresse des Juweliers Georg Bauernstein, früher in Essen, Post-Allee 19 wohnhaft, angeben? Dank im voraus.

H. W. in L.-G. Frage 501. Welcher Fabrikant liefert polierte silberne Stockgriffe und Solitairs mit grün emaillierter Einlage (Blätter etc.)?

D. M. in A. Frage 502. Wer kann mir eine Firma nachweisen, die Aufsätze, Schalen, wie solche in Alfenide, aber in Zinkguß liefert. P. H. in N.

Frage 504. Wie reinigt man am besten Nickelketten, welche im Fenster mit dem bekannten dicken weißen Belag angelaufen sind ?

G. Sch. in M. Frage 505. In welcher Weise reinigt man wohl echte Perlen am besten? Mir ist eine alte große Perl-Halskette zum Auffrischen übergeben worden, deren Perlen schmutziggrau und -gelb geworden sind. Könnte mir einer meiner Herren Kollegen einen Rat hierfür geben?

H. M, in A. Frage 506. Ist es möglich, an ein Niello-Uhrgehäuse ein neues Scharnier im Feuer anzulöten, ohne daß die Einlage Schaden leidet, und wie verfährt man hierbei ?

C. B. in L. Frage 507. Von welcher Firma (Fabrikanten) kann man die kleinen silbernen antiken Nippesmöbel erhalten ? J. & Co. in B.

Frage 508. Wer liefert die sog. engl. Kristallsachen mit Silberbeschlägen?

S. F. C. in A. Frage 509. Können Sie mir eine Firma bezeichnen, die Bernsteinschleiferei betreibt? Brauche einige Bernsteinstücke und weiß absolut keine Firma.

M. P. in 0. Frage 510. Bitte gefl. um Angabe einer Fabrik, welche Kupferbronzelöffel fabriziert. Besten Dank im Voraus. C.V., Goldarbeiter.

Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu

geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen mit Antwort: Frage 488. Ersuche einen meiner werten Herren Kollegen, mir mitzuteilen, ob die Vergoldungseinrichtung von Schwann & Zimmermann, Berlin, empfehlenswert ist (mit Batterie) und ob sich selbe für Vergoldung von Kirchengeräten eignet, oder wo kann ich wirklich Geeignetes am besten und billigsten kaufen? Besten Dank im voraus.

J. F. in D. Antwort: Dem Fragesteller erwidere ich, daß ich als Spezialität eine neue Vergoldungseinrichtung fabriziert habe, welche das Einfachste, Vollkommenste und Beste in dieser Art bietet. Diese Batterien eignen sich ganz vorzüglich für die Vergoldung und Versilberung von Kirchengeräten, sowie größeren und kleineren Bijouteriegegenständen, und kann jeder Goldschmied ohne be. sondere Vorkenntnis leicht damit arbeiten. Gern bin ich bereit, den Interessenten diesbezügliche eingehende Aufklärung zu erteilen.

Carl Bauer, München, Frauenstraße 19. Frage 489. Gibt es in Deutschland Firmen, welche Goldfedern, für Füllfederhalter geeignet, anfertigen? Bitte gefl. um Angabe von Adressen.

B. J. in W. Antwort: Unter Bezugnahme auf Ihre Anfrage teile ich Ihnen mit, daß ich Ihnen mit den gewünschten Goldfedern für Füllfederhalter in verschiedenen Größen dienen kann.

Charles Noakes, Hamburg, Kl. Burstah 11. Frage 495. Wer ist der Fabrikant der sogenannten Lohengringeflechte? Bitte möglichst um umgehende Antwort. Dank im voraus.

H. O. in F. Antwort: Wir fabrizieren Schuppengeflechte, sogen. Lohengringeflechte, in jeder Ausführung. Gebr. Dingeldein in Hanau.

Frage 498. Wer ist der Fabrikant der Kragen- und Brustknöpfe aus einem Stück (Marke: Krementz - Plate)? B. G. in P.

Antwort: Ich gestatte mir, darauf aufmerksam zu machen, daß ich diese Knöpfe ebenfalls herstelle. G. Rau, Pforzheim Antwort auf Frage 500. Das in voriger Nummer gesuchte Warenzeichen ist das der Firma C. Well, Berlin NO., Landsbergerstr. 109.

Offener Sprechsaal. Diese Abteilung steht nicht unter Verantwortlichkeit der Redakton. - Den offenen Sprechsaal richten wir ein, um jede Ansicht zu Worte kommen zu lassen in der Meinung, daß nur durch offene

Aussprache Erspriebliches geschaffen werden kann. In No. 16 der ,,Goldschmiede-Zeitung“ erschien mit der Ueberschrift:

,,Zur Besteckkonvention“ ein mit S unterzeichneter Artikel, mit dessen Ausführungen jeder rechtlich denkende Juwelier voll und ganz einverstanden sein muß.

Dem Verfasser gebührt Dank, eine so unsaubere, auf den Gimpelfang abgesehene Kalkulation aufgegriffen und zur Kenntnis der Juweliere gebracht zu haben! Es ist längst ein öffentliches Geheimnis“ unter den Kollegen, mit welch unlauteren Mitteln man in Bestecken Geschäfte zu machen sucht, abgesehen vom Einheitspreis für Löffel und Gabel und Messer, wodurch Löffel und Gabeln etwas billiger erscheinen, die Messer aber (weil Stahlklingen) sich ca. 25% höher stellen als bei einem reellen Anerbieten, gibt es sogar Firmen, welche zum Fabrik., also Selbstkostenpreis offerieren und warum? I'm eben zu zeigen, wie leistungsfähig man ist, dem Konkurrenten das Geschäft zu verderben, dem Käufer Sand in die Augen zu streuen, ihm den Glauben beizubringen, daß andere Waren zu ebenso billigen Preisen bei ihm erhältlich sind. Das ist aber keineswegs der Fall und auch nicht möglich, es sind kurz gesagt „Berliner Manieren“, die nicht streng genug zu verurteilen sind und in den Bereich des unlauteren Wettbewerbs gehören, wie so manche Berliner Machination in der Juwelierbranche. die bei uns im Süden sich glücklicherweise noch nicht eingebürgert hat.

All die unlautern Dinge, wie sie der eingangs erwähnte Herr S vorgebracht, sollten überall verbreitet werden, aber nicht nur durch die Fachzeitschriften, die ja nur von den Juwelieren gehalten werden, sondern auch in der Tagespresse sollte auf den Schwindel hingewiesen werden, wie er bei Bestecken betrieben wird. Hat das Publikum einmal Kenntnis davon, wie es hintergangen wird, dann wird der Käufer aufpassen, wenn man ihm die Preise für Löffel, Messer und Gabel über einen Kamm schert.

Die auf dem Verbandstage in Köln angeregte Frage wegen höherer Legierung für Silberwaren begegnet recht viel Sympathie und ist weiterer Erwägung wert; damit in Verbindung dürfte auch die schon öfter angeregte Stempelfrage für Goldwaren wieder in Fluß kommen, da die Stempelung geringwertiger Goldwaren ein Unglück für die Branche ist und Unheil in das solide Gewerbe gebracht hat. Es sollen Waren in jedem Feingehalt hergestellt und verkauft werden dürfen, aber für den Stempel muß es unter allen Umständen eine Grenze geben.

Die Schreier von ehedem, die da verlangten, alle Goldwaren - gleichviel welchen Feingehalt – sie haben, müssen gestempelt werden dürfen -- fabrizieren ja nur in Doublé und amerikanisch Doublé! – also im besseren Sinne nur Kurzwaren, so daß diese Fabrikanten bei Erörterung der Stempelfrage gar nicht mehr in Betracht kommen.

Mögen sich alle Juweliere, die auf gute Ware halten, zusammenscharen, um eine Abänderung des bestehenden Gesetzes zu erwirken, welches seinem Zweck nicht entspricht und auch schon durch Gerichtsurteile bewiesen worden ist.

Es handelt sich nicht um eine Fessel, die der Goldindustrie angelegt werden soll, sondern um freie Fabrikation mit der Beschränkung, daß nur gestempelt werden darf, wenn der Feingehalt 585 1000 ist.

-7.

Ein Krebsschaden in unserem Gewerbe. Ein Krebsschaden in unserem Gewerbe, dem leider bisher zu wenig Beachtung geschenkt wurde, soll hier etwas näher beleuchtet werden. Gar vieles hat der Verband auf seine Fahne geschrieben, als da sind: Einschreiten gegen Auktionen, gegen das Hausieren in den Kasernen und in öffentlichen Gebäuden usw. Aber etwas, was der Verband nicht kann, sondern jeder Goldschmied selbst in die Hand nehmen muß, ist das Verbot des Arbeitens der Gehilfen für andere Ladengeschäfte und Uhrmacher. Verbot des Arbeitens für Ladengeschäfte und Uhrmacher? wird da mancher fragen, ist es denn überhaupt möglich, daß ein Gehilfe für andere Geschäfte arbeitet? Jawohl, leider ist es so, und zwar in noch größerem Umfange als es die meisten ahnen. In kleinen Städten ist es ja nicht so leicht wie in der Großstadt und infolgedessen dort wohl weniger der Fall. Schreiber dieses hatte während seiner Gehilfen zeit genug Gelegenheit, genaue Beobachtungen hierüber anzustellen. Bei einer Firma, deren Inhaber sogar Obermeister einer Zwangs innung ist, arbeiteten die drei Gehilfen für andere Geschäfte, für Juweliere, Uhrmacher und Zahnateliers. Zur Mittagszeit konnte man die Herren Gehilfen in der Stadt von einem Geschäft zum andern laufen sehen, Arbeit fortschaffend und neue wieder mit nehmend. Derartigen Geschäften ist es darum zu tun, ihre Sachen billig gemacht zu bekommen, denn der Gehilfe kann billiger liefern als wie ein Arbeitsgeschäft, da ihm z. B. in manchen Fällen auch das Gold nichts kostet. Er wird durch solche gewissenlose Ladeninhaber direkt zum Diebstahl und zur Unterschlagung angehalten, denn wenn er nicht billiger lieferte, so würden sie einfach nicht mehr bei ihm arbeiten lassen. In den wenigsten Fällen ist es der

niedrige Verdienst, welcher den Gehilfen zwingt, sich noch eine andere Einnahmequelle zu verschaffen, sondern hauptsächlich die Genußsucht. Er gehört verschiedenen Vergnügungsvereinen an, zu Hause muß alles aufs feinste eingerichtet sein, die Frau muß immer elegant gekleidet gehen und gespart wird infolgedessen trotz des hohen Verdienstes nicht ein Pfennig. Daß dieser Krebsschaden überall frißt, beweist u. a. folgender Fall: Vor ca. 6 Wochen kam eine Frau während der Eisenbahnfahrt mit einer Reisegefährtin ins Gespräch und erzählte dabei, daß sie von Hannover komme, ihr Mann sei Goldarbeitergehilfe und habe eine gute Stelle. Dadurch, daß er noch zuhause für andere Geschäfte arbeite, verdiene er schönes Geld und stände sie sich dadurch sehr gut. Man sieht also, es herrscht diese Unsitte auch anderswo. Hier kann der Verband wohl wenig oder gar nichts tun, sondern die Hauptaufgabe bleibt hier dem Prinzipal selbst. Er muß die Leute streng beobachten, und wenn er etwas Derartiges merkt, sie sofort entlassen. Erst dieser Tage ist es einem Gehilfen passiert, daß er aus seiner gutbezahlten, angenehmen Stellung sofort entlassen wurde, da es dem Chef zu Ohren gekommen war, daß er für mehrere Geschäfte arbeitete. Daß hin und wieder mal etwas gepfuscht wird, das liegt einmal beim Goldschmied so drin, und mein Lehrmeister sagte immer: „Der Goldschmied, welcher behauptet, noch nie gepfuscht zu haben, ist kein Goldschmied“. Bei einem gewöhnlichen kleinen Pfusch drückt man auch ein Auge zu, weil man es selber auch nicht besser gemacht hat. Anders wird die Sache aber, wenn es geschäftsmäßig in großem Stil betrieben wird. Hier heißt es beizeiten, dem Gehilfen eine Luftveränderung geben, ehe es schlimmer wird. Den Arbeitsgeschäften wird doch gewiß das Leben nicht zu leicht gemacht, und es gibt für sie nichts Schlimmeres, als eine derartige heimliche preisdrückende Konkurrenz. So mancher stellen. lose Gehilfe könnte sicher noch Beschäftigung finden - aber er muß sich auf der Landstraße herumdrücken, weil seine Kollegen in noch dazu gut bezahlten Stellungen den Hals nicht voll bekommen können und ihm das bibchen Arbeit noch wegnehmen.

Viel Unfug wird auch noch mit dem Detaillieren der Gehilfen getrieben. Soll der Gehilfe für eine ihm bekannte Person etwas besorgen und er sagt es seinem Prinzipal, so wird dieser in den meisten Fällen so anständig sein und auf den Verdienst verzichten, oder doch wenigstens denselben mit ihm teilen. Er handelt nur klug dabei, denn er hat dadurch eine gewisse Kontrolle. Anders ist es jedoch, wenn der Gehilfe direkt mit dem Grossisten hinter dem Rücken des Prinzipals in Verbindung steht. Mir ist ein Fall bekannt, wo ein Gehilfe im Dezember für 5-600 Mk, vom Grossisten bezog. Er hatte ein ganzes Warenlager im Hause, um das ihn mancher Juwelier beneiden konnte, und alles zur Auswahl. (! D. Red.) Doch das nur nebenbei. Der Hauptzweck dieser Zeilen soll sein, auf einen bisher wenig bekannten Schädling in unserm Berufe hinzuweisen, der um so unheilvoller wirkt, als er im Verborgenen arbeitet. Darum, kommt man solchem Treiben auf die Spur, dann zupacken und ohne jede Rücksicht dem Spiel ein Ende machen.

W.

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für die grosse Ausgabe mit Einschluss des Beiblattes „Schmuck und Mode“ pro Quartal M. 1.75 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich, M. 8.-- pro Jahr für das Ausland.

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machungen der Verbände und Vereinigungen pro Halbjahr M. 1.50 für Deutschland, 2 Kronen für Oesterreich, M. 4.- pro Jahr für das Ausland. Is Einzelpreis der kleinen Ausgabe 20 Ptg. pro Nummer bel freier Zustellung.

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Schluß für die nächste Nummer:

in Leipzig: 29. September morgens 10 Uhr in Berlin: 28. September abends.

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No. 19 – VI. Jahrgang

Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats | Leipzig, 1. Oktbr. 1903

In eigener Sache.

Im Jahre 1901 erschien bei E. A. Seemann in Leipzig ein 11 Seiten. Auf diesen sind 92 Zeilen speziell dem Schmuck geWerk unter dem Titel: „Das Schmuckbuch“, unter Mitwirkung widmet, das übrige sind allgemeine Betrachtungen; von diesen von A. Waag, Direktor der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule 92 Zeilen sind 77 inhaltlich ganz genau dem ersten Kapitel Pforzheim, bearbeitet und herausgegeben von R. Rücklin.

meiner Schmuckgeschichte (S. 136 des „Schmuckbuches“) „EinEin Zufall eigener Art will es, daß dem Herausgeber und leitung“ entnommen. Schreiber dieses, in seiner Eigenschaft als kunstgewerblicher Re

Das kann ein Zufall sein. Greifen wir wahllos ein anderes dakteur der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“, heute ein Werk Kapitel heraus: S. 161. „Die Ausläufer der Renaissance“. I. Der zur Besprechung vorliegt, welches das gleiche Thema behandelt: Stil Louis XIV. Das Kapitel enthält 221 Druckzeilen. Davon „Das Geschmeide“. Die Geschichte des Schmuckes; von Herm. sind 209 inhaltlich genau dem „Schmuckbuch“ entnommen. (Siehe Barth. Verlag A. Schall, Berlin.

dieses: S. 185. Der Schmuck des 17. Jahrhunderts.) Es ist eine nicht ganz angenehme Sache, ein Werk besprechen Greifen wir anderswo ein paar Seiten heraus: S. 326, 327, zu sollen, das einem eigenen in gewissem Grade Konkurrenz 328, 329, 330 — hier steht gar nichts, was nicht im ,,Schmuckmachen soll; man fühlt sich da nicht recht objektiv. Ich bin des buch“ auch enthalten wäre. Und blättert man von da vorwärts halb auch mit einer gewissen Selbstüberwindung an die Durch oder zurück, - es ist überall die gleiche Erscheinung. – Entsicht des Barthschen Werkes gegangen. Aber dieses Gefühl weder allgemeine Betrachtungen oder aus dem „Schmuckbuch“ wandelte sich bald in eine tiefe Empörung, denn das neue Buch glattweg entlehnte fachliche Angaben. Damit nicht genug. Die erwies sich, man mochte hineinsehen wo man wollte, als ein ganz Kapiteleinteilung der Barthschen Schmuckgeschichte ist der unbefangener Abklatsch meines eigenen, des „Schmuckbuches“. meinigen im ,,Schmuckbuch“ genau nachgebildet. Bloß die UeberIch will, um ganz gewissenhaft zu verfahren, eine Einschränkung schriften sind etwas poetischer ausgedrückt. Statt „Griechenland“ machen: Herr Barth hat allerhand unterhaltliche Betrachtungen sagt Herr Barth ,Hellas“. Statt: „Europäischer Bauernschmuck" eingeflochten, ästhetischer, ethnologischer, kunstgeschichtlicher sagt er: „Der Schmuck der europäischen Volkstrachten“. Sonst Art, die mit dem Fache in keinem Zusammenhange stehen, bezw. aber sind Reihenfolge und Inhalt genau kopiert. Daß von 16 deren Abfassung keinerlei fachliche Kenntnisse erforderte. Diese Vollbildern 15 dem „Schmuckbuch“ entnommen sind, ist demhat er nicht aus meinem Schmuckbuch entnommen, denn der gegenüber nebensächlich. Text desselben beschränkt sich lediglich auf das streng Fachliche. Das Schönste ist, daß Herr Barth mitten in ganzen Kapiteln, Aber alles, was Herr Barth im „Geschmeide“ an eigentlich fach die er meinem Werke entnimmt, meinen Namen so nebensächlich lichen Angaben bringt, hat er, mit ganz verschwindenden als Gewährsmann für einzelne Sätze nennt! Ich erhebe aber Ausnahmen, ruhigen Gewissens aus dem „Schmuckbuch“ ab öffentlich den Anspruch, der geistige Eigentümer und Urheber geschrieben.

seines ganzen Werkes zu sein, soweit dasselbe fachlicher Natur Natürlich mit anderen Ausdrücken. Vielleicht hat er sich ist, und bin jederzeit bereit, diesen Anspruch Satz für Satz nachbesser ausgedrückt als ich das mögen andere Leute beurteilen. zuweisen. Daß aber der fachliche Inhalt nicht seiten-, sondern kapitelweise Daß das Original-Schmuckbuch, das eine mehr als dreijährige mit dem meines „Schmuckbuches“ aufs genaueste übereinstimmt, mühsame Arbeit erfordert, 25 Mk. kostete, während die Barthsche davon kann sich jeder, der sich die Mühe nehmen will, leicht Kopie für 4 Mk. zu haben ist, kann nach dem Vorhergesagten überzeugen.

niemand verwundern. Das ganze Gebahren des Herrn Barth sei Ein Beispiel: Das erste Kapitel seiner Geschichte des aber hier, im Interesse jeder ehrlichen Arbeit, öffentlich an den Schmuckes“, betitelt: „Allgemeine Einführung“ zählt im ganzen Pranger gestellt.

R. Rücklin.

Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma H. J. Stein in Oberstein a. Nahe, in Grossistenkreisen der Uhrkettenbranche bekannt durch ihre langjährig bewährten Spezialfabrikate in echter Feuervergoldung und Oxyd, widmet gegenwärtig dem Artikel Muff- und Boa ketten besondere Aufmerksamkeit und bringt darin eine umfangreiche gediegene Kollektion auf den Markt in den prächtigsten Mustern nach Pariser Geschmack und neuester Mode mit Perlen und Steinen aller Art. Da die Hochsaison für diesen Artikel gekommen und der Bedarf darin ein außergewöhnlich großer ist, dürfte es sich für die Grossisten, welche den Artikel noch nicht kennen, empfehlen, die Einsichtnahme derselben nicht länger zu verzögern, (Siehe auch Inserat Seite 12.)

Ein Anziehungsstück für das Schaufenster des Goldschmieds sind die Kristallformen der Edelsteine, welche, in einem eleganten Etui geordnet, die Firma Abrah. Schwab, Berlin, Schützenstrasse 54/55, auf den Markt brachte und allseitig als ein wirklich zugkräftiges Schaustück anerkannt wurde. Auch auf der kleinen Ausstellung, welche gelegentlich der Verbandstage in Köln abgehalten wurde, war dieses Etui, als auch ein anderes, welches Nachbildungen der bekanntesten größten Edelsteine enthielt, ausgestellt und wurden diesen Schaustücken allgemeine Aufmerksamkeit zuteil. Die Weihnachtszeit mit ihren großen Anforderungen an die Schaufenster rückt heran und da würde es, hauptsächlich für den kleinen Ladeninhaber, durchaus von Nutzen sein können, wenn er durch irgend welche Besonderheit sich die Aufmerksamkeit auf sein Fenster zusicherte. Das aber kann er erreichen mit

den bezeichneten Etuis von Abrah. Schwab in Berlin. (Siehe auch Roletten, Walzen etc. werden auf Wunsch bei Zähigkeit bis zur Inserat Seite 18.)

Glashärte getrieben, bleiben jedoch schmied- und schweißbar und Die Nürnberger Metall- u. Lackierwarenfabrik vorm. Gebr.

bedürfen, um gehärtet zu werden, keiner weiteren Prozedur mehr, Bing Aktiengesellschaft in Nürnberg, welche in ihren verschie

da die Härtung auch durch Ausgleichen nicht mehr verloren geht. denen Betrieben ca. 2000 Personen beschäftigt, versendet z. Zt.

Hierbei wird das verarbeitete Material stets außerordentlich einen Nachtrag zu ihrer Hauptpreisliste über hochfeine ver

magnetschwach. Die allein berechtigte Benutzung und Weiternickelte Tafel. und Küchengeräte. Die große Sorgfalt,

vergebung des Patentes liegt in den Händen der Firma Haßhoff welche das Etablissement der Entwicklung dieses Fabrikations

& Lühl in Homberg a. Rh., welche auch zu weiterer Auskunft zweiges widmet, ließ es diese nicht übersehen, daß es sich bei bereit ist. Herstellung von vernickelten Tafel- und Küchengeräten nicht nur darum handelt, gegenüber den vielen minderwertigen Fabrikaten

Handel und Verkehrswesen. den Grundsatz, nur streng solide Waren in den Verkehr zu bringen, hochzuhalten, sondern auch die Preislage der Gegen

Ueber den Verkehr von Reisenden der Edelmetallwarenbranche stände selbst zu berücksichtigen, daß damit für die Herren

in Oesterreich. Bekanntlich zieht die österreichische GewerbeWiederverkäufer gute, leicht verkäufliche Artikel geschaffen

gesetzgebung der freien Betätigung der Gewerbetreibenden weit werden. Die erwähnte Nachtragsliste gibt hiervon Zeugnis. Eine

mehr eingehende Schranken als bei uns. Jeder deutsche GeschäftsAnzahl Teemaschinen in hochmodernen Formen, die von Meistern

inhaber oder Handlungsreisende, der auf seinen Geschäftsreisen des Kunstgewerbes entworfen, in fein vernickelt, in Kupfer fein

die österreichischen Grenzpfähle überschreitet, weiß hiervon zu patiniert, deren Aufnahme sich nicht nur für feinste Luxus

erzählen. Die zahlreichen Vorschriften, die zu beobachten sind, geschäfte eignet, sondern deren verhältnismäßig sehr billige Preis

haben daher auch in wachsendem Maße Mihstimmung in der lage auch den Verkauf an die bürgerliche Kundschaft wohl ge

deutschen Geschäftswelt, welche mit Oesterreich-Ungarn zu tun stattet, wird neben anderen verkäuflichen Sachen darin abgebildet.

hat, erregt, die noch dadurch gesteigert worden ist, daß die österGanz besonders machen wir noch auf die neuen Kaffeeservice

reichischen Gewerbetreibenden manchmal in recht kleinlicher Weise No. 16835 und 16927 - letzt erschienene Neuheiten - aufmerksam,

ihre heimischen Behörden zu schikanösem Vorgehen mit Hilfe der die hinsichtlich ihrer soliden Ausführung und nach ihrer billigen

gesetzlichen Bestimmungen gegen die unbequemen ausländischen Preislage als ein hervorragender Verkaufsartikel für das Detail

Konkurrenten zu veranlassen wissen. Ein solcher Fall ist noch im geschäft bezeichnet werden können. Das gleiche ist der Fall bei

Frühjahr dieses Jahres dem Inhaber einer Hanauer Bijouteriefabrik einer Anzahl neuer billiger Cakes. oder Biskuitdosen, einer Serie

vorgekommen, der auf seiner Geschäftstour durch Oesterreichvon Likör-, Eier- und Rauchservicen, sowie noch einer reichen

Ungarn morgens um 1/28 Uhr in Wien im Hotel sich von einer Anzahl von sonstigen Gebrauchsgegenständen. Wir können ohne

Kommission aufgesucht sieht, die aus einem Magistrats-Oberbeamten, Ueberhebung sagen, daß die von der Fabrik als Neuheit gebrachten

einem Punzierungsmeister, zwei Magistratskommissären und dem Artikel in Rücksicht auf ihre originellen und eleganten Formen, ihre

Vorsteher der Wiener Genossenschaft der Juweliere besteht, ihm tadellose Qualität und dabei sehr billige Preislage Vorteile bieten,

als Grund ihres Besuches erklärt, daß Anzeigen vorlägen, daß er die von keiner Konkurrenz übertroffen werden. (Siehe Inserat S. 7.)

keine Erwerbssteuer zahle und ein Lager zum direkten Verkauf Einen reizenden Anhänger bringen die nunmelir vereinigten

mit sich führe, und sodann den ganzen Vormittag hindurch das

Lager Stück für Stück daraufhin revidiert, ob unter den Stücken Bijouterie- und Kettenfabriken Ecker, Stein u. Co., Pforze heim, als Neuheit auf den Markt. Derselbe, in Form eines kleinen

irgend ein Duplikat vorhanden ist. Obgleich trotz eingehendster

Untersuchung in dem Reiselager kein doppelt vorhandenes Stück Fächers gehalten, trägt auf dem Oberteil ein emailliertes Margerite

gefunden war, wurde dann noch von dem Magistrats-Oberbeamten blümchen und auf den folgenden Fächerteilen die überall üblichen, als Liebesorakel gebrauchten Scherzfragen. Der Anhänger wird

dem Geschäftsinhaber die sofortige Anmeldung seines Gewerbe

betriebes zur Oesterreichischen Gewerbesteuer aufgegeben. Die von der Fabrik sowohl in 800 Silber weiß sowie vergoldet, als

Handhabe zu diesem auffälligen Vorgehen der Wiener Behörden auch in Unecht vergoldet und versilbert zu einem sehr billigen

liegt einmal in dem unzureichenden Schutze, den der bisherige Preise hergestellt. Die Herren Ladenbesitzer werden gut daran

deutsch-österreichische Handelsvertrag den deutschen Handlungstun, sich jetzt schon diesen Artikel durch ihre Grossisten zu

reisenden der Edelmetallwarenbranche gewährt, die nämlich nur sichern, damit sie nicht in der Ballsaison und auch in der Weih

dann Abgabenfreiheit in Oesterreich-Ungarn genießen, wenn sie nachtszeit durch verspätete Lieferung in Verlegenheit kommen.

nur unter Mitführung von Mustern, nicht aber mit der Absicht (Siehe Inserat Seite 29.)

direkten Verkaufs vom Reiselager aus die österreichische Kundschaft Reform-Ohrring nennt die Firma Gebr. Engelsberger in bereisen. Es bleibt also das im Wesen des Bijouteriegeschäfts Essen den von ihr zur alleinigen Fabrikation übernommenen, liegende Bedürfnis, das Stück selbst aus dem Lager abzugeben, mit Musterschutz (No. 174 704) versehenen Ohrring, welcher ohne

im Handelsvertrage unberücksichtigt. Nun sind aber fast alle mit Ohrloch und ohne Druckbeschwerden sicher zu tragen ist. Be

Edelsteinen besetzten Stücke, ebenso die mit Emaillemalerei versonders aufmerksam wird darauf gemacht, dass dieser Ohrring

sehenen usw., kurz alle kostbaren und teuern Schmuckartikel der nicht durch Federdruck am Ohr festgehalten wird, sondern durch

Brauche Individualstücke; der Käufer will das vorgelegte Mustereine einfache Schraube mit einem lockeren, nach innen hohlem

stück selbst; die Zusicherung, daß die Lieferware dem Muster Plättchen. Ebenso ist auch am Vorderteil eine Höhlung, entweder

vollständig gleiche, genügt ihm nicht, weil er ja nicht wissen kann, durch eine Oese oder durch die Art des Ohrringes selbst vor

ob die verwendeten Edelsteine an Qualität gleichwertig sind und handen. In diese beiden kleinen Höhlungen setzt sich bei leichtem dergleichen. In noch höherem Grade gilt dies beim Handel mit Andrehen der Schraube das Ohrläppchen leicht fest, und ein

Edelsteinen selbst, welche niemals vertretbare Ware sind und daVersuch wird überzeugen, daß diese Ohrringe so sicher und ohne

her auch wie nach Muster gehandelt werden können. Die österjedes Druckgefühl getragen werden können, wie die bisherigen

reichische Regierung, welche sonst das Aufsuchen von WarenOhrringe, welche das Einstechen von Löchern in den Ohren be

bestellungen aufs eingehendste reputiert und nur das Mitführen dingten. Jeder Geschäftsmann hat sicher schon in seiner Praxis

von Mustern gestattet, hat aus oben angeführten Gründen bei der die Erfahrung gemacht, daß manche Dame wohl gerne Ohrringe Gold- und Silberwarenbranche und dem Edelsteinhandel eine Austrüge, wenn das Ohrlochstechen nicht wäre. Auch manche Eltern

nahme zugelassen und den direkten Verkauf von Stücken aus dem würden gerne ihren Mädchen Ohrringe kaufen, wenn das, nicht

Reiselager an Wiederverkäufer gestattet, freilich unter der Voraus. mit Unrecht als Quälerei bezeichnete Ohrlochstechen nicht wäre. Mit

setzung, daß sich der Standort des betreffenden Gewerbes im Inden vorhandenen Reform-Ohrringen ist die Lösung dieser Frage lande befindet. Der Ausländer ist daher von der Vergünstigur ein Stück näher gekommen. Beim Anziehen dieser Ohrringe wird

ausgeschlossen; er wird, wenn er vom Lager verkaufen will, gedas Ohrläppchen etwas nach unten gezogen, der Ohrring darüber

zwungen, eine Niederlassung in Oesterreich zu begründen und gestreift und die Schraube leicht angedreht, jedoch nicht zu fest,

verfällt damit der österreichischen Gewerbesteuer. damit kein Druckgefühl entsteht, der Ohrring sitzt trotzdem fest in In dem oben angeführten Falle bestand das Vertragswidrige den Ohren. Es wird sich empfehlen, einen Versuch mit der Verfahren der Wiener Gemeindebehörde darin, daß sie den deutschen Brauchbarkeit der Ohrringe zu machen, um sich ein eigenes, Geschäftsinhaber zur Anmeldung seines Geschäftsbetriebes zur sicheres Urteil zu bilden. (Siehe Inserat Seite 14.)

Gewerbesteuer zwang, obwohl er gar nicht die Absicht hatte, vom Von einer epochemachenden Erfindung berichtet man uns. Lager zu verkaufen, und das Fehlen von Duplikaten bei der Revision Sie betrifft das Ū. R. P. No. 144810, Eisen nach erfolgter Bear- den Beweis geliefert hatte, daß das Reiselager neue Muster enthielt. beitung ohne jede Veränderung der Oberfläche als in bezug auf Die Anmeldung zum Geschäftsbetrieb erfolgte daher auch nur ihren Härtegrad bis zu jeder gewünschten Tiefe dauernd in die unter Protest und gleichzeitiger Beschwerde beim deutschen GeneralStahlform überzuführen, sowie minderwertigere Stahlarten ohne konsulat. wesentliche Kosten zu veredeln. Für Graveure resultiert hier Die Hanauer Handelskammer hat sich dann der Sache an. durch die leichtere Bearbeitungsfähigkeit des Feinkorn S. M. Fluß- genommen und beim Reichskanzleramte und dem preußischen eisens gegenüber dem bisher gebräuchlichen ausgeglühtem Stahl, Handelsminister um diplomatische Verwendung ersucht, die dann ein schnelleres und besseres Arbeiten bis zu 30%, außer einer auch den Erfolg hatte, daß die unteren Wiener VerwaltungsMaterialpreisersparnis von ca. 60% ad min. Stempel, Matrizen, behörden über die Unrichtigkeit ihrer Auslegung der Vorschriften von der österreichischen Regierung eines besseren belehrt worden Gewerbetreibende geschäftlich am weitesten kommen, der, nicht sind. Immerhin bleibt die Tatsache bestehen, daß die in Oesterreich über die eigene Kraft und den ihm willig zuerkannten Kredit reisenden Gewerbetreibenden der Edelmetallindustrie oder ihre hinausgehend, sich im Einkaufe volle Unabhängigkeit zu wahren Bevollmächtigten nur dann von der österreichischen Gewerbesteuer versteht, da er so stets alle sich bietenden Vorteile des Marktes befreit sind, wenn sie nur Muster mit sich führen, und daß in ausnutzen und geschäftlich verwerten kann. Die Erhaltung der Oesterreich ernste Bestrebungen bestehen, um mit Hilfe der ge Zahlungsfähigkeit ist in wirtschaftlichem Sinne ebenso wichtig, werbegesetzlichen Vorschriften dem Geschäftsbetrieb deutscher wie die Erhaltung der körperlichen Gesundheit. Exporteure nach Oesterreich Hindernisse in den Weg zu legen. Die Kündigung des schweizerisch-italienischen Handelsver

delsver. Rechtsrat, Rechtsschutz für den Goldschmied.

Rechtsrat Rechtssch trages und ihr Einfluss auf das Bijouteriegeschäft. Hierüber schreibt der „Pforzh. Anzeiger“ in seiner Nummer vom 21. Sep

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. tember folgendes: Aus Bern ist letzte Woche die überraschende

Pz. Aus der vorbehaltlichen Annahme einer verspäteten Lieferung Kunde gekommen, daß der schweizerische Bundesrat den schwei

ist nach einem Urteile des Reichsgerichts nicht ohne weiteres der zerischen Handelsvertrag mit Italien am 17. September mit ein

Verzicht auf Schadenersatz wegen der Verspätung zu folgern. Ist jähriger Kündigungsfrist gekündigt hat. Falls mit Ablauf des

infolge der Verspätung nachweislich ein Schaden erwachsen, so Kündigungstermins kein neuer Handelsvertrag mit den gleichen Sätzen für Ketten und Bijouterie zustande gekommen oder

kann dessen Vergütung, trotz der vorbehaltlosen Annahme der

Waren, selbst wenn dessen Betrag bereits bezahlt war, mit Recht Deutschland nicht einen neuen Vertrag mit gleich niederen Zollsätzen, wie sie die Schweiz bisher hat, mit Italien abgeschlossen,

beansprucht werden. so erhält die deutsche Bijouterie durch die schweizerische Kün

Pz. Wenn der Faktur Lieferungsbedingungen beigedruckt sind, digung einen schweren Schlag. Denn die heute geltenden Sätze so binden diese den Käufer nicht, wenn nicht vor Abschluß des von 20 Fr. für Ketten und 60 Fr. für sonstige Bijouterie sind uns Kaufes oder bei demselben ausdrücklich auf diese Bedingungen nur durch den Schweizer Vertrag zuteil geworden, an dem wir hingewiesen worden ist. Ist es aber geschehen, so gelten die Bevon den ermäßigten Zollsätzen infolge der Meistbegünstigungs- dingungen für und gegen den Verkäufer, wenn er auch, als er auf klausel profitieren konnten. Im Zollvertrag Deutschlands mit sie hingewiesen wurde, sich nicht ausdrücklich damit einverstanden Italien ist der Zoll auf 140 Franks für Ketten wie für Gold erklärte. Das Oberlandesgericht Dresden hat in einer Entscheidung schmiedewaren und Geräte gleichmäßig stipuliert. Als vor 10 ausgeführt, daß der Besteller Einverständnis annehmen dürfe, wenn Jahren die Schweiz sich lange Zeit mit Italien nicht zu einigen der Kunde nicht widerspreche. vermochte, traten auch eines schönen Tages die höheren Zölle in

Pz. Müssen Reisekosten zur Vorstellung dem Angestellten Geltung, durch welche der Absatz wesentlich beeinträchtigt wurde.

ersetzt werden? Wenn ein Angestellter sich behufs Vorstellung Heute wäre ein Wiederinkrafttreten des ursprünglichen deutsch

von freien Stücken in eine Werkstatt begibt, um Engagement zu italienischen Tarifs für die Edelmetallindustrie noch fataler, weil

suchen, so fallen die Kosten ihm selbst zur Last. Wird ihm freidie einheimische italienische Industrie weit mehr als vor 10

gestellt, ob er sich einmal vorstellen will, so treffen ihn ebenfalls Jahren gekräftigt und leistungsfähig geworden ist. Außerdem ist

die Unkosten der Reise. Wird dagegen vom Arbeitgeber ausdrücklich der Preis für alle Fabrikate seit damals so viel billiger geworden, daß der Fabrikant nicht in der Lage ist, die Zolldifferenz auf sich

die Vorstellung gefordert, so sind die Unkosten derselben nach

einem Gutachten der Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin vom zu nehmen, um sich seine Kundschaft in Italien zu erhalten.

Arbeitgeber zu tragen. Der Wettbewerb mit den italienischen Fabriken in Valenza, Mailand, Genua, Neapel usw. würde also entsprechend verschärft und Pz. Ueberstunden. Ein Arbeitsbursche bei einem Goldschmied der deutschen Industrie es schwer fallen, ihn auszuhalten. Hoffen

klagte auf 10 Mark Lohn für Ueberstunden und Sonntagsarbeit. wir, daß es der Pforzheimer Handelskammer in Gemeinschaft mit

Der Goldschmied beantragte Klageabweisung, da der Kläger gegen dem Kreditorenverein (vielleicht schließt sich auch der Verband

einen festen Wochenlohn von 10 Mark bei ihm beschäftigt sei, an) im Falle der Gefahr gelingen wird, zu Gunsten des alten Ver könne er für Ueberstunden und die geleistete, geringfügige Sonntagstrages zu wirken. Natürlich wird es nötig sein, beizeiten in

arbeit nichts verlangen. Das Gewerbegericht Hamburg verurteilte das Rad zu greifen.

den Beklagten jedoch zur Zahlung von 8 Mark. Das Gericht kann

daraus, daß der Arbeitsbursche in festem Wochenlohn steht und Beherzigenswerte Worte über Kredit- und Zahlungswesen ver

auch schon früher oft über die Geschäftszeit hinaus noch gearbeitet öffentlicht der Jahresbericht der Handelskammer zu Osnabrück

hat, ohne etwas zu verlangen, keinen Grund ableiten, dem Arbeitsin folgenden Ausführungen:

burschen die Bezahlung der Ueberstunden nicht zuzubilligen. Wenn Die im Zahlungswesen bestehenden Verhältnisse sind auch

es sich nur um eine ganz geringfügige Ueberschreitung der Arbeitsheute noch weit von demjenigen Zustande entfernt, von dem allein

zeit (etwa um eine Stunde gelegentlich) handeln würde, so könnte eine gesunde Volkswirtschaft bedingt ist. Die sich immer

man sagen, daß Kläger durch das vorbehaltliche Eingehen hierauf noch steigernde Zunahme an Darbietungen in Bezug auf

sich stillschweigend damit einverstanden erklärt habe und somit feinere und gröbere Genüsse der verschiedensten Art hat

hinterher nicht von dieser Vereinbarung zurücktreten könne. Wenn in weiten Volkskreisen eine Genuksucht großgezogen, deren Be

es sich jedoch um eine erhebliche, fortgesetzte Ueberschreitung friedigung mit dem Berufseinkommen des einzelnen sehr oft

der üblichen Arbeitszeit und um Sonntagsarbeit handle, so dürfe nicht in Einklang zu bringen ist. Auch das sogenannte gesellschaft der Angestellte voraussetzen, daß ihm diese besondere Vergütung liche Leben hat im Laufe der Zeit eine Ausgestaltung erfahren, gewährt werde. Bei einem Wochenlohn von 10 Mark sei eine die man vom Standpunkte des Volkswirts als eine bedauer:

solche Verlängerung der Arbeitszeit, wenn sie ohne Entgelt verlangt liche Verirrung bezeichnen darf. Kein Wunder, daß darunter

werde, ein „gegen die guten Sitten verstoßendes Rechtsgeschäft“. unser Volkshaushalt im ganzen leiden muß.

Das Gericht billigte für 30 Ueberstunden 6 Mark und für zwei Hier ist durchgreifende Hilfe nur dann möglich, wenn das Sonntagsnachmittage 2 Mark zu. Prinzip der Barzahlung, welches man bei der Beteiligung an Lustbarkeiten und Kunstgenüssen anstandslos gelten läßt, in

Ersatzpflicht eines Meisters fiir ungenügend ausgebildeten erster Linie bei der Deckung der täglichen Lebensbedürfnisse An Lehrling. Wenn ein Handwerker einen Lehrvertrag abschließt, wendung findet, und wenn zum Borg nur in solchen Fällen Zu ohne die gesetzlichen Bedingungen eines Meisters erfüllt zu haben, flucht genommen wird, in denen der Umfang und der Charakter

oder wenn er die Lehrlingsanleitung nicht dem Gesetze entsprechend der zu bewirkenden Anschaffung bei sonst unzweifelhafter Kredit

bewirkt, dann kann er später auf Grund des S 823 des Bürgerlichen würdigkeit die nicht sofortige Bezahlung erklärt und rechtfertigt.

Gesetzbuchs zur Schadloshaltung herangezogen werden, wenn der In allen Fällen aber sollte man es in der Fertigkeit, sich nach der

Lehrling infolgedessen von dem selbständigen Betriebe eines HandDecke zu strecken, das heißt, seine Ansprüche an das Leben sorg

werks ausgeschlossen werden sollte. Wird übrigens ein Lehrling sam im Rahmen der eigenen Finanzkraft zu halten, zur niemals

von einem Meister derart in der Ausbildung seines Handwerkes versagenden Meisterschaft bringen.

vernachlässigt, daß er häusliche und Gartenarbeiten mit verrichten Daß die Beteiligung an Spekulationen ein sehr schlechtes

muß, so kann er sofort aus der Lehre genommen werden. Der Mittel ist, bescheidenen Vermögensverhältnissan aufzuhelfen, haben

Meister dagegen kann darauf keine Einwendungen erheben, auch wir an dieser Stelle schon früher ausgeführt. Das Börsengeschäft

keinen Ersatz fordern, wenn auch ein schriftlicher Lehrvertrag außerhalb des darauf angewiesenen Großbetriebes sollte nur ein

vorliegt, im Gegenteil, er würde wegen grober Pflichtvernachlässigung Geschäft sein für solche Kreise, die nötigenfalls ohne Schädigung gegen den Lehrling, wenn die Angelegenheit zur Sprache gebracht ihrer Existenz auch einmal Geld verlieren können, aber kein

würde, auf Grund des $ 148 der Gewerbeordnung mit Geldstrafe Unternehmen für diejenigen, die auf die gesicherte Einnahme be bis zu 150 Mark bestraft werden können. stimmter Zinsen angewiesen sind, und ebenso wenig für den Ge Pz. Inwieweit haftet der Ehemann für die Schulden seiner werbetreibenden, wenn er dafür das im eigenen Geschäfte werbende Frau? Die Geschäftsfähigkeit der Frau ist unbeschränkt, aber der Kapital angreifen muß.

Mann haftet nicht immer für die Schulden seiner Frau. S 1357 "So ist das Zusammenhalten der Geldmittel für jeden Stand des Bürgerl. Gesetzbuches sagt: „Die Frau ist berechtigt, innerhalb eine der vornehmsten Wirtschaftstugenden. Insbesondere wird der ihres häuslichen Wirkungskreises die Geschäfte ihres Mannes für

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