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Stapelartikel für die Ladengeschäfte unserer Branche bildeten, von denen sie 144/-Stückweise bezogen wurden. Die 20—25 Guillochiermaschinen, mit denen jene Knöpfe hergestellt wurden, sind allerdings jetzt oft zur unfreiwilligen Ruhe verurteilt, denn mit anderen Zeiten sind auch andere Muster modern geworden.

Die Firma Aug. F. Richter ist außerordentlich produktiv in Neuheiten, und die Reichhaltigkeit ihres Lagers in Knöpfen ist unübertroffen, daneben wird als Spezialität die Herstellung von Krawattennadeln gepflegt, von denen wir besonders die Nadeln mit Handwerkeremblemen, die kein Ladengeschäft entbehren kann, erwähnen wollen. Daß daneben alle anderen Arten von Nadeln in allen erdenklichen Mustern vertreten sind, versteht sich von selbst, und erscheinen fortwährend Neuheiten.

In neuerer Zeit ist die Richtersche Fabrik rühmlichst bekannt geworden durch die Anfertigung modernen Schmuckes nach Entwürfen namhafter Künstler, wie Bruno Kruse, Hans Dietrich Leipheimer, Prof. Kleemann, H. Baum u. a., die eine Fülle geschmackvoller Motive für Kolliers mit Anhängern, Broschen,

Gürtelschnallen, Chatelaines usw. geschaffen haben, von denen wir einige zur Illustration des gegenwärtigen Artikels bringen. Die vorzüglichen mechanischen Hilfsmittel der Fabrik, darunter zwei elektrische Reduziermaschinen für die Modelle, gestatten es, diese modernen Schmucksachen zu einem außerordentlich vorteilhaften Preise herzustellen, und man kann es der Firma als ein großes Verdienst anrechnen, daß sie auf diese Art dazu beiträgt, den künstlerischen Schmuck, den sich sonst nur Wohlhabende leisten konnten, unters Volk zu bringen. Wir bringen in der heutigen Nummer eine ganze Reihe von modernen Schmucksachen, welche aus der Aug. F. Richterschen Fabrik hervorgegangen sind, und diese Illustrationen geben besser, als Worte es vermögen, ein Bild von dem guten Geschmack, durch den sich die Richterschen Waren auszeichnen; daß die Preise derselben in Anbetracht der guten Ausführung sehr mäßige sind, ist eine weitere Empfehlung, und sind wir überzeugt, daß die deutschen Goldschmiede diese Waren mit Erfolg einführen und verkaufen werden.

Die Gifte der Goldschmiedewerkstatt.

Von Dr. Hans Braun, Berlin.

1. Die Giftigkeit der Metalle. Von einer Giftigkeit der Edelmetalle kann man eigentlich färbung der Schleimhaut und der Haut des Mundes und des kaum sprechen. Metallisches Gold ist auf unseren Körper ohne ganzen Gesichtes ein, die häufig so stark werden kann, daß man bösen Einfluß. Anders verhalten sich aber Goldsalze. Goldchlorid glaubt, einen Neger vor sich zu haben. Am Rande des Zahnund dessen Verbindung mit Natriumchlorid (Kochsalz) üben aller- fleisches wird ein bläulicher Saum erkennbar, wie er ähnlich bei dings einen ziemlich stark ätzenden Einfluß auf die menschliche der Bleivergiftung auftritt. Vergiftungen dieser Art sind sehr Haut aus. Ehedem, da man den Salzen der Edelmetalle noch selten, und es sind Fälle beobachtet worden, wo selbst nach dem eine besonders starke Wirkung auf den kranken menschlichen Verschlucken von etwa 30 Gramm Höllenstein (salpetersaures Körper zuschrieb, gebrauchte man diese beiden Goldpräparate Silber) die Vergiftung keinen tödlichen Ausgang genommen hat. gegen verschiedene innerliche Krankheiten, besonders aber gegen Daß Mundhöhle und Magen dagegen angeätzt wurden, ist eigentveraltete Lustseuche. Daß metallisches Gold wirklich unschädlich lich selbstverständlich. Kommen im Betrieb durch Zufall solche ist, beweist eigentlich noch, daß der Arzt häufig Pillen verordnet, Unglücksfälle vor, so soll die betreifende Person große Mengen die mit Plattgold überzogen sind. — Teure Pillen! - In der Wassers trinken, damit der Höllen stein im Magen sich auflösen Regel verwendet man aber, um gewisse Bestandteile der Arznei kann. Reicht man dem Unglücklichen nun eine konzentrierte vor der Einwirkung der Mundfeuchtigkeit zu schützen, metallisches Kochsalzlösung, so wird das Silber als Chlorsilber gefällt und hat Silber. Dem Golde gibt man nur dann den Vorzug, wenn zu seine ätzende Wirkung verloren. Die Anwendung von Silberbefürchten ist, daß vielleicht Schwefelsilber im Körper entstehen salzen als Ätzmittel beruht auf der Affinität des Silbers zum Eikann. Und das „Danziger Goldwasser? Schädlich wirkt es nur weiß, welche bedeutend größer ist als die zum Chlor. in zu großen Mengen, dann aber nur infolge seines Alkoholgehaltes. Über das Verhalten des metallischen Silbers Bakterien gegen

So unschuldig wie das Gold ist Silber nicht. Bei Silber- über hat man in letzter Zeit recht merkwürdige Entdeckungen arbeitern wird häufig durch die Einwirkung von Silberstaub eine gemacht. Bringt man feine Silberblättchen auf einen mit Bakkrankhafte Erscheinung beobachtet, welche gewerbliche Silber- terien infizierten Nährboden, so bleiben die Bakterien in der Nähe vergiftung oder Gewerbeargyrie genannt wird. Blauschwarze der Silberblättchen in ihrer Entwickelung zurück; folglich muß Flecken zeigen sich in der Regel auf den Händen, seltener auf das metallische Silber einen bakterienentwickelungshemmenden anderen Körperteilen. Die Färbung entsteht durch Ablagerung von Einfluß besitzen. Überträgt man diese Erscheinung in die Praxis silberhaltigen Körperchen am Rande der feinen Tastwarzen der und bedeckt infizierte Wunden mit Silber, so wird ein Rückgang Haut. Das höchste Stadium erreicht die Silbervergiftung durch der Bakterienentwickelung zu beobachten sein. Bringt man den Staub, wenn sich ein chronischer Magenkatarrh eingestellt hat, Silberschaum dagegen auf sterile Wunden, so bleiben diese bakwelcher entsprechend behandelt werden muß. Zur Beseitigung terienfrei. Auf diese Erscheinungen ist die moderne Silberjener blauschwarzen Flecken auf der Hand hat man bis heute wohl behandlung begründet, denn man hat festgestellt, daß Silbersalze, noch kein sicher wirkendes Mittel gefunden. Lange Zeit war in die Blutbahn gebracht, einen größeren desinfizierenden Wert man über die Natur dieser Färbungen im unklaren, man hielt sie besitzen als Quecksilbersalze. für Ablagerungen von metallischem Silber. Seit einiger Zeit ist Und daß letztere sehr giftige Eigenschaften besitzen, ist ja aber bekannt, daß man es unbedingt mit organischen Silber- hinlänglich bekannt. verbindungen zu tun haben muß. Unter dem Mikroskop kann Über die Giftigkeit des Quecksilbers und über die Erscheiman nämlich beobachten, daß das Pigment auf Zusatz von Schwefel- nungen, welche Quecksilberdampf im menschlichen Körper hervorwasserstoffwasser eine schwarze Färbung annimmt und in Cyan- rufen, ist in dem Artikel über Feuervergoldung“ in der Deutschen kali leicht löslich ist. In Ammoniak und in Essigsäure sind diese Goldschmiede - Zeitung, No. 9 schon eingehend berichtet worden. silberhaltigen Farbstoffkörperchen nicht löslich, dagegen nach Bemerken möchte ich nur noch, daß die Giftigkeit der Quec längerer Einwirkung in Salpetersäure. Silbervergiftung kann ferner silbersalze nicht immer die gleich starke ist. Während Queckeintreten, wenn Silbersalze dem Körper durch den Magen zuge- silberchlorid (Sublimat) zu den stärksten Metallgiften zählt, ist führt werden. In solchen Fällen tritt eine auffallende Schwarz- Quecksilberchlorür (Kalomel) viel weniger gefährlich und Schwefel

quecksilber (Zinnober) endlich überhaupt ungiftig. Letzterer ist nämlich in Salzsäure und Salpetersäure unlöslich und widersteht auch den ätzenden Alkalien längere Zeit. Der schwache Salzsäuregehalt des Magens ist also nicht imstande, das Schwefelquecksilber in seine giftigen Chlorverbindung überzuführen.

Von Edelmetallen kommen für die Goldschmiedewerkstatt eigentlich nur noch Platin in Betracht. Das elementare Metall ist ähnlich wie das Gold ohne Einfluß auf den Körper, und Platinchlorid und Platinnatriumchlorid üben ähnlich wie die entsprechenden Goldverbindungen nur schwach ätzende Wirkungen auf die Haut aus.

Das Arbeiten mit metallischem Knpfer ist auf die mensch, liche Gesundheit ohne jeden schädlichen Einfluß. Kupferstaub eingeatmet ruft keine krankhaften Erscheinungen hervor. Ab und zu wird aber bei Kupferarbeitern eine rötliche oder grünliche Färbung der Haare beobachtet, welche durch Ablagerung von feinen Kristallen in der Oberhaut der Haare zu stande kommt. Der Kupfersaum, der sich manchmal am Zahnfleisch bemerkbar macht, sieht ähnlich wie der Bleisaum bläulich aus, jedoch sind auch grünliche Färbungen beobachtet worden. Durch die Ablagerung von Kupfer oder kupferhaltiger Substanz am Zahn wird das Zahnfleisch gereizt, rot gefärbt und erscheint nun durch die dahinter liegende bläuliche Schicht manchmal purpurrot. Die Kupferkolik, von der man öfter reden hört, dürfte wohl haupt

sächlich auf die schädliche Einwirkung des Bleis zurückzuführen sein, mit welchem alle Kupferarbeiter ebenfalls zu tun haben. Vergiftungen mit Kupfersalzen sind selten; es tritt sofort Erbrechen ein und die charakteristische Grünfärbung des Mageninhaltes deutet schon auf die Kupferverbindungen hin. Kupfer nehmen wir eigentlich täglich zu uns. Es ist im Getreide nachgewiesen worden, in Speisen, welche in kupfernen Gefäßen zubereitet sind, die Pfeffergurken und die grünen Bohnen verdanken ihre intensiv grüne Färbung häufig zugesetzten Kupfersalzen. Eine grobe Vergehung gegen das Nahrungsmittelgesetz! Auch Zink hat man in Nahrungsmitteln nachgewiesen, und bekannt ist, daß Roggen und Weizen, welches auf zinkhaltigem Boden gewachsen ist, zinkhaltiges Brot liefern. Von dem sogenannten Zinkfieber oder Gießfieber werden eigentlich nur die Messingarbeiter heimgesucht. In den Zinkhütten Oberschlesiens beobachtet man bei den Arbeitern aber eine chronische Vergiftung, welche sich durch einen Magen- und Bronchialkatarrh bemerkbar macht und äußerlich an dem dunklen Saum des Zahnfleisches zu erkennen ist. Diese Dunkelfärbung wird von vielen allerdings mehr für einen Bleisaum gehalten. Nach zehntägiger Krankheit treten die Symptome des Rückenmarkleidens ein: Ameisenlaufen, Kribbeln in den Beinen, Gürtelgefühl, Muskelschwäche und Abnahme des Gefühls.

Und schließlich noch Zinn. Für die Giftigkeit dieses Metalls sind noch keine Beweise erbracht.

Herstellung von Schlaglot für Emaillierzwecke.

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Das Wort Schlaglot ist in der Bijouteriefabrikation nicht mehr gebräuchlich; es bedeutet im Gegensatz zu Klempner-, Weich- oder Schnelllot ein Hartlot, das nur durch Glühhitze flüssig gemacht werden kann.

Für Bijouteriezwecke unterscheiden wir, je nach Zusammensetzung und Zweck, Gold- oder Silberlot, also ein Lot, das aus einer Goldlegierung mit Silber, Kupfer, zinn- oder zinkartigen Metallen, bezw. einer Silberlegierung, die aus Kupfer, zinn- oder zinkartigen Metallen besteht.

Je nachdem die betr. Lote für einen Zweck haben, macht man sie hart- oder weichflüssig, indem man bei Goldloten einen größeren Silberzusatz und einen ebensolchen von zinn- oder zinkartigen Metallen zugibt.

Bei der Herstellung von Lot für Emaillierzwecke, also für Verbindungen von Gold mit Gold, Gold mit Silber oder Gold mit Kupfer, welche später überemailliert werden sollen, hat man vor allem sein Augenmerk darauf zu richten, keine Lotlegierung zu benutzen, in der Zinn, Zink, Zinklegierungen oder zinn- oder zinkartige Metalle in größeren Mengen vorhanden sind, da eben gerade diese Metalle es sind, welche ein Ausspringen der Emaille verursachen.

Ganz entbehren läßt sich allerdings ein solcher Zusatz nicht, da andernfalls die Weichflüssigkeit darunter leiden würde. Doch ist es absolut nötig, diesen Zusatz auf ein Mindestmaß zu beschränken, so daß gewissermaßen nur von einer Spur die Rede sein kann.

Es ist ferner aber auch darauf zu achten, daß man für Emaillearbeiten kein geringhaltiges Lot (einen ff. Gehalt niedriger) verwendet, da dadurch die Haltbarkeit der Verbindungen Not leiden würde, und weiter ist auch zu beachten, daß das verwendete Lot auch einer Kontrolle gegenüber stand hält.

Meine Legierung, die ich unten in Tausendteilen angebe, ist allerdings auch nur für Rotgoldlegierungen berechnet; um bloß Goldlegierungen zu löten, müßte unter den gleichen Gesichtspunkten eine andere Zusammensetzung gefunden werden, da der Schmelzpunkt meines Lotes höher ist als der von bloß Gold, und damit ein Löten ohne Schmelzen (Schnurren) des Gegenstandes unmöglich wäre.

Rezept für ein Goldlot zum Emaillieren.
ff. Gold

600 Tausendteile
Kupfer
ff. Silber
Kadmium

Spur

1000 Tausendteile. Meine Lotlegierung ist also 600000 ff. goldhaltig und für alle Zwecke brauchbar, auch wenn die fertige Ware einer Kontrolle unterzogen wird, da die Verwendung des Lotes selbst sehr sparsam geschehen kann.

Statt Kadmium kann auch Spiauter zugesetzt werden, doch ist in beiden Fällen darauf zu achten, daß erst die Legierung selbst, also Gold, Kupfer und Silber, vollständig im Tiegel flüssig und zum Ausgießen fertig ist, und dann in dem Moment Kadmium bezw. Spiauter zugesetzt wird, ehe man ausgießt.

Ein längeres Verweilen dieses letzteren Zusatzes im Tiegel würde ein Verbrennen eines solch kleinen Quantums herbeiführen und dadurch die Verwendung und Brauchbarkeit des Lotes beeinträchtigen.

Unter einem Zusatz von einer Spur verstehe ich auf 10 g Legierung etwa 0,1 g.

Für kleinere Verhältnisse wird es sich überhaupt nicht empfehlen, diese Legierung im Tiegel zu schmelzen, vielmehr ist in diesem Falle ein Schmelzen auf der Kohle vorzuziehen, da ein genaueres Überwachen des richtigen Ausgießmomentes dadurch ermöglicht wird und dadurch der Zusatz besser im geeigneten Moment beigebracht werden kann.

Es dürfte vielleicht für manchen Interessenten nicht überflüssig sein, ein gutes Schmelzverfahren auf der Kohle des näheren kennen zu lernen. .

Eine große Kohle (Holzkohle) ohne Risse richtet man her, indem man etwa in der Mitte eine Vertiefung aushöhlt, worein die zu schmelzende Legierung gebracht wird; von da aus wird zu einem Ende der Kohle eine Ausgieß- oder Schmelzrinne in die Kohle gemacht, welche mit der Höhlung in der Mitte in einer Ebene liegt und welche in einen an der Stirnwand der Kohle

eigens gefertigt, heinlaufrand in gleiche

eigens dazu gefertigten Einguß mündet. Der Einguß, aus Eisenblech gefertigt, und den sich jeder Goldschmied selbst herstellen kann, hat einen Einlaufrand und ist mit einem Deckel, ein einfaches Stückchen Eisenblech in gleicher Stärke, versehen, welcher mit Binddraht auf den Einguß selbst befestigt wird.

Der Arbeiter schmilzt nun durch Blasen der Flamme mit dem Lötrohr die in der Mitte der Kohle liegende Legierung zusammen und ein zweiter gibt acht, bis dieselbe vollständig rein geschmolzen und setzt in diesem Augenblick das dem Lot noch fehlende Kadmium bezw. Spiauter zu.

Der erstere Arbeiter bewegt nun im gleichen Augenblicke die Kohle hinten leicht in die Höhe, so daß die flüssige Legierung durch die Schmelzrinne in den Einguß abfließen kann, und die Legierung ist fertig geschmolzen und kann durch Abnehmen des Deckels entfernt und gewalzen werden. Beim Dünnwalzen ist darauf zu achten, daß erst dann geglüht wird, wenn das Lot anfängt rissig zu werden, und darf das Lot nicht mehr als etwa kirschrot geglüht und dann möglichst ausgewalzen werden.

Emil Binder,
Fabrikation von Emailleschmuck, Pforzheim.

* zeichnen, wicht rechnen kannst, 52 weig kommst. eine Zeich

5. Zeiche Bedeutung der gewen Anweisun, von eineer Le

23. Sei volen, sind besser antatt mit wenigen en

25. Halicin stolek.deine Werksta vielo," li. on Kunden.

Beherzigenswerte Gedanken für Handwerker und Gewerbetreibende veröffentlicht die „Gewerbe-Ztg. für Els.-Lothr.“. „Handwerk" – 17. Wer einer guten Lebensversicherung beitritt, bewahrt die sagt's Sprichwort — , hat goldnen Boden“; doch nicht jeder Seinigen vor mancherlei Sorgen. Bedenke, daß die Sparkasse versteht ihn zu legen und zu erhalten. Das lerne! Folgende auch für dich eingerichtet worden ist! Viele Spargroschen Sinnsprüche sind hierfür der getreueste Berater, der sicherste geben am Ende doch ein stattliches Kapitälchen. Wegweiser. Höre und beherzige!

18. Wenn es dir schlecht geht, so suche den Grund hierfür 1. Außer deinem Handwerk lerne vor allem rechnen und nicht außer dir. Selbst ist der Mann und jeder seines Glückes

Schmied. 2. Wenn du nicht rechnen kannst, so es ist ein seltener Zufall, 19. Sei höflich! Mit dem Hute in der Hand kommt man wenn du doch auf einen grünen Zweig kommst.

durchs ganze Land. - Höflich sein kostet nichts und bringt 3. Wenn du nicht zeichnen kannst, wirst du auch keine Zeich viel ein.

nung richtig verstehen; dann bist du von der Hilfe andrer 20. Vernachlässige kleine Aufträge nicht. Dem Auftraggeber sind abhängig und passest nicht in die heutige Zeit.

sie oft wichtiger, als dir die großen. 4. Das Zeichnen ist ein Hilfsmittel für jede Kunstindustrie, ein 21. Tue nichts halb; alle Halbheit ist vom Übel. Arbeite Paß für alle Gewerbe.

genau. Genauigkeit kann nicht hoch genug angeschlagen 5. Zeichnen hat für die Kulturentwicklung der Völker die werden. Verabscheue das „Billig“ und „Schlecht!“ gleiche Bedeutung wie das Schreiben.

22. Halte auf ordentliches Werkzeug. Wie der Herr, so 6. Der Handwerker, der gewerbliches Zeichnen beherrscht, ist das Geschirr.

imstande, nach schriftlichen Anweisungen zu arbeiten, neue 23. Sei vorsichtig in der Annahme von Kunden. Wenige, Erfindungen sich zu nutze zu machen, von einem Geschäfts die zahlen, sind besser als viele, die es nur zum Teil tun. zweige zu einem verwandten überzugehen. Der Lehrling, 24. Besser eine kleine Werkstatt mit wenigen guten Arbeitern, der im Zeichnen nur kümmerlich ausgebildet ist, bleibt sein als ein großes Atelier mit unzuverlässigen Leuten. Leben lang abhängig, von dem wenigen, das er in der Lehr- 25. Halte stets die Augen offen und nutze jede Gelegenheit zum zeit gelernt hat. Er ist ein Höriger in dem Handwerk, in zum Besten; wer weiß, ob sie wiederkehrt?

das er einmal hineingesteckt ist; er ist an die Scholle gebunden. 26. Sei bestrebt für deine Vervollkommnung. Schließe dich 7. Gehe mit der Zeit, mit dem Fortschritt: höhere Geschick einer Innung an und sei ein tätiges Mitglied. Lies

lichkeit, kunstvolle Produktion. Das ist die Zauberformel, um eifrig eine Fachzeitschrift, vergiß nicht das Annoncieren die Gefahr, welche dem Gewerbe von seiten der Maschine und Inserieren. Besuche Ausstellungen, gewerbliche Androht, wirksam zu bekämpfen und zu überwinden. Nur lagen und Einrichtungen. Übe und beobachte das in Kunst und Lehre bringt Gunst und Ehre.

Meisterkursen Gelernte. Wenn du Lehrlinge hältst, so 8. Suche diejenigen zur Gesellschaft, die mehr können, als du. sei ihnen ein vorgebildeter Meister und halte sie zu regel9. Überwache deine Arbeiter und laß andre für dich die Früh mäßigem und pünktlichem Besuche der Fortbildungsschule an!

schoppen trinken. -- ,Meister muß sich ja immer plagen!" - Tust du dies, dann wohl dir und Heil dem Handwerk und 10. Das Handwerk hat einen goldnen Boden; aber mit Schweiß Gewerbe.

wird er rein gehalten. 11. Fröhlichen Sonn- nnd Feiertag, aber keinen blauen

Denksprüche über das Schaufenster. Montag.

Wer die Kosten für schön dekorierte Schaufenster sparen will, 12. Prozesse, Karten, Wirtshaus, Würfel- und Kegelspiel bringen gleicht jenem Bauer, der seiner Kuh das Fressen abgewöhnen wollte.

den Bettelstab in die Werkstatt und rauben das Familienglück. 13. Zahle bar und halte auf Barzahlung: Schulden sind Weder Illusion noch Phantasie kann annähernd das ersetzen,

Sorgen. Suche Hilfe bei Darlehnskassen, Kreditgenossen was man sieht, kein Schauspieler kann den Wilhelm Tell erfolg. schaften und Vorschußvereinen, niemals aber bei einem reich ... im Frack spielen.

Wucherer. 14. Handwerker! unterschreibt keinen Wechsel; denn ihr

Eine schöne Dekoration ist wie eine schöne Ouverture: gefällt

diese, so ist meist die günstige Aufnahme des ganzen Stückes be. überliefert euch in den meisten Fällen einem wildfremden

siegelt. Menschen auf Gnade und Ungnade. 15. Wir könnten viel, wenn wir zusammenständen. Einer für Schöne Schaufenster-Arrangements sind wie geschmackvoll aus.

alle, alle für einen! Seid einig, einig, einig! - Schilt gestattete Menukarten; schon das Ansehen muß den Appetit reizen.

nicht auf deine Wettbewerber; sei besser als sie! 16. Führe genau Bücher! Merke dir alles „schwarz auf Wie jeder Schauspieler zur vollendeten Maske Schminke und

weiß" und trachte jeden Tag mehr einzunehmen als aus Puder gebraucht, braucht der Detailleur zum vollen Erfolge eine zugeben. Das ist die Summe des ganzen wohlgeordneten reizvolle Dekoration. Geschäftslebens. Ohne Buchführung aber Unordnung, Ver

Ein Geschäft ohne Dekoration gleicht einem verödeten Garten luste und Ruin.

oder einem abgeholzten Walde.

16. Führe and trachte jedesumme des saber

Modezeitungen und scheinbarer Agitation einzelner Blätter gegen das Schmucktragen. Als Mittel, diesem Mißstand nach und nach abzuhelfen, könnte am besten dadurch gedient werden, wenn derselbe Weg, d. h. die Presse, benutzt würde, in entgegengesetztem Sinne zu wirken: Erstens durch Aufnahme kleiner Erzählungen, die in Form schöner Erlebnisse nebenbei auf Schmuck aufmerksam machen! Unsere Fachredaktionen werden gewiß gerne den passenden Stoff dazu liefern und verbreiten helfen. Zweitens können unsere Kollegen bei Aufgabe von Annoncen, einzeln wie auch in Verbindung als Vereinigung, bei den Redaktionen ihrer OrtsZeitungen entsprechend wirken: Einesteils durch Unterdrückung der benachteiligenden Schilderungen, anderenteils durch Aufnahme geeigneter Erzählungen oder auch schöner Abbildungen von Schmuckstücken feineren Charakters in den betreffenden Zeitungen. Eine kräftige Mitwirkung von seiten des Verbandes wird nicht ausbleiben, wenn der Verbandstag günstig nach wirken soll.

Offener Sprechsaal. Diese Abteilung steht nicht unter Verantwortlichkeit der Redaktion.

- Den offenen Sprechsaal richteten wir ein, um jede Ansicht zu Worte kommen zu lassen in der Meinung, daß nur durch offene Aussprache Ersprießliches geschaffen werden kann.

Zur Besteckkonvention. Dem offiziellen Bericht des Verbandstages in Köln hierdurch etwas vorgreifend, bringe ich einige Betrachtungen, die sich an die Frage der genehmigten Besteckkonvention anschließen und geeignet erscheinen, in der Versammlung berührt zu werden. Die Erwägungen gingen davon aus, daß es sich nicht bestreiten läßt, daß das zu erreichende Ziel betreffs der Besteckkonvention sowohl von seiten kleiner wie besonders einiger größten Geschäfte auf Widerstand stößt. Es fragt sich: Ist es der noch wenig ausgebildete kollegiale Geist, der hinderlich im Wege steht, um Schlendereien zu beschränken und Konkurrenzneid in die richtigen Bahnen zu lenken, oder ist der in der Konvention angesetzte Nutzen von 25% für einzelne Geschäfte zu hoch gegriffen? Wäre letzteres der Grund, dann würden wir von den nobeldenkenden Kollegen erwarten, daß sie sich darüber erklären, die Frage wäre alsdann zu ventilieren. Ein vollständiges Schweigen müßte den Verband veranlassen, den Kampf aufzunehmen, um zu vermeiden, daß die bestehenden Konventionen untergraben werden. Kleine Geschäfte, die aus Unerfahrenheit glauben, ihr Interesse durch Schleudereien wahren zu können, oder sich mit der Kundschaft aufs Handeln einlassen, dürften auf dem Wege der Konvention zu einem günstigeren Resultat kommen. Wir brauchen nur auf die Erfolge des Verbandes von Rheinland und Westfalen hinznweisen, um die Interessen aller zu erkennen.

Die Reellität ist doch die Hauptgrundlage unseres Geschäftszweiges, und das persönliche Vertrauen kann nur durch diese geweckt werden, es kommt dabei auf einige Prozent, wenn iu reellen Grenzen gehalten, nicht so sehr an.

Jedenfalls muß die Besteckfrage zu einem allgemein befriedigenden Resultat geführt werden, entweder kollegialisch oder mit Kampf.

Vorstehenden Ausführungen schloß sich noch eine andere Betrachtung an gegen einen vielleicht bis jetzt noch nicht allgemein bekannten Preisschwindel bei Besteckofferten. Häufig kommt es vor, das Geschäfte die Preise der EBlöffel, Gabeln und Messer per Dutzend gleich hoch angeben, beispielsweise jedes Dutzend der drei Teile à 80 Mark, mit Angabe des Gewichts von Eßlöffel und Gabeln, aber nicht der Messer, also das Dutzend Messer kostet alsdann auch 80 Mark. Die Schwindler setzen nunmehr für Löffel und Gabeln den Fabrik- oder Selbstkostenpreis oder nur mit 2–3 Mark höher an und rechnen bei den Messern auf die Unkenntnis des Käufers, da kein Gewicht angegeben wird und auch nicht leicht konstatiert werden kann. Bei der Offerte fallen alsdann zuerst die großen Unterschiede der Preise von Löffel und Gabeln dem Kunden in die Augen, welche zu Gunsten des Schwindelgeschäfts den Kunden beeinflussen. Kommt der Kunde zu diesem Geschäft zurück, was meistens der Fall ist, dann hilft sich der Schwindler auch über die Messerfrage durch falsche Vorspiegelungen hinweg. Weitere Uberforderungen folgen alsdann noch bei allen Beilagebesteckstücken und besonders bei Fischbestecken, um so mehr – wie häufig der Fall – diese Sachen noch nachträglich bestellt werden. Jeder vorsichtige Kollege mache daher bei Anfragen gleich seinen Kunden darauf aufmerksam und betone besonders, „daß Messer etwa nur die Hälfte der Löffel oder Gabeln kosten und dabei in stärkster Ausführung sind!“ Nur dadurch wird allmählich diesem Schwindelwesen gesteuert und dem ehrlichen Geschäft gedient. Es darf diese Frage dem Publikum gegenüber von seiten der Geschäftsinhaber kein Geheimnis bleiben, dann fällt diese unsaubere Tat am schnellsten.

Sehr eingehend wurde noch über eine andere Frage berichtet, betreffs ungenügender Berücksichtigung des Schmucks in den

Rechtsrat, Rechtsschutz für den Goldschmied.

Wichtige gerichtliche Entscheidungen. Vorsicht bei Annahme von Wechseln. Die allgemeine deutsche Wechselordnung bezeichnet als wesentliche Erfordernisse eines gezogenen Wechsels: 1. die in den Wechsel selbst aufzunehmende Bezeichnung als Wechsel; 2. die Angabe der zu zahlenden Geldsumme; 3. den Namen der Person oder der Firma, an welche oder an deren Ordre gezahlt werden soll; 4. die Angabe der Zeit, zu welcher gezahlt werden soll; 5. die Unterschrift des Ausstellers mit seinem Namen oder seiner Firma; 6. die Angabe des Ortes, Monatstages und Jahres der Ausstellung; 7. den Namen der Person oder die Firma, welche die Zahlung leisten soll; 8. die Angabe des Zahlungsortes. Keine dieser Angaben darf fehlen, wenn der Wechsel Giltigkeit haben soll. Nun kommen oft Formulare in den Handel, welche nicht allen diesen Anforderungen gerecht werden. So hatte jetzt z. B. ein Goldschmied in N. Wechselformulare verwandt, die zwar sehr elegant gedruckt waren, aber nicht die Bezeichnung „Wechsel“ enthielten. Die Wechsel wurden zwar protestiert, aber Klage konnte nicht eingeleitet werden, da durch die Urkunde gar keine wechselmäßige Verbindlichkeit entstanden war. Den Schaden haben die, welche den Wechsel annahmen. Man vergewissere sich also immer, daß alle Erfordernisse des Wechsels auch als Urkunden vorhanden sind!

Warenlieferung an zweifelhafte Kunden. Die Handelskammer von Hanau batte sich gelegentlich mit einem Fall zu beschäftigen, in welchem mit einem Kunden ein Geschäft abgeschlossen war, invi der sich hinterher als zweifelhaft erwies. Die Firma wollte deshalb nicht liefern. Nach Ansicht der Kammer ist sie zur Lieferung verpflichtet, da die ungünstigen Vermögensumstände nicht nach dem Abschluß entstanden sind, sondern schon vorher bestanden haben und es Sache der Firma gewesen wäre, sich über die Verhältnisse des Kunden zu unterrichten, vor allem durch Erkundigung bei dem Besteller selbst. Hätte er in dieser Hinsicht eine falsche Auskunft gegeben, so hätte die Firma nicht zu liefern brauchen. Ebensowenig, wenn der Auftrag „unter Vorbehalt“ erteilt worden

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Der Käufer handelt arglistig, wenn er einen Irrtum ausnutzt. Ein Geschäft in Berlin kaufte von einer Firma nach eingesandter Probe Waren zu einem sehr billig offerierten Preise. Als die Ware eintraf, wurde ein anderer Preis notiert, während Käufer nur den offerierten Preis für die verwendete Ware zahlen wollte. Er wurde aber sowohl vom Landgericht wie Oberlandesgericht zur Zahlung verurteilt, da er als Sachverständiger habe bemerken müssen, daß ein Versehen und nicht etwa eine falsche Preiskalkulation vorliege. Der offerierte Preis sei für die Ware ein unmöglicher. Es sei daher arglistig, wenn der Käufer einen Irrtum ausnutze und nur den irrtümlich genannten Preis zahlen wolle. Dieses Urteil wird von jedermann nur gebilligt werden, da es mit Treue und Glauben im Handelsverkehr zusammenhängt.

Für die Werkstatt.

Die Kantigbohrung tritt als eine Erfindung und neuer Erfolg deutscher Arbeit in die Oeffentlichkeit: Ein Bohrkopf, welcher nicht wie gewöhnlich runde, sondern kantige, eckige Löcher herstellt, und zwar drei-, vier- und mehreckige, vom kleinsten Durchmesser an bis zu beträchtlichen Größen.

Seit Jahren beschäftigt man sich im In- und Auslande, namentlich auch in Amerika, mit der praktischen Verwertung des kinematischen Gesetzes, nach welchem ein mehrkantiger Schaft mit gewölbten Seiten in einer um eine Ecke reicheren Schablone derart abwickelt, daß er die Form der Schablone wiedergibt. Die seitherigen Ausführungsformen waren aber unvollkommen und unbrauchbar und konnte die Industrie, trotz aller Sympathie für die Idee, nichts mit ihnen anfangen. -- Dagegen kann man den neuen Apparat, der durch die bekannte Firma Präcisions-Werkzeugmaschinenfabrik Auerbach & Co., Dresden - Pieschen, unter dem Namen „Bohrkopf Radikal" herausgegeben wird, als in jeder Beziehung vollendet bezeichnen.

Wie die Proben zeigen, werden ebenso in Metall wie in Holz tadellos vier- oder mehrkantige Löcher gebohrt, mit glatten Flächen und geraden Kanten, auf den Teil eines Millimeters genau und fast mit der Schnelligkeit eines gewöhnlichen Rundbohrers, ungleich schneller wie das bisherige Ausfeilen, Stemmen etc.

Der Bohrkopf „Radikal“ zeichnet sich schon konstruktiv dadurch aus, daß er als ein in sich geschlossenes Werkzeug aus gestaltet ist. Er kann mittels einer Laufscheibe auf jede beliebige Bohrspindel, Fräsmaschine, Drehbank u. dergl. aufgeschraubt werden und rückt mit derselben gegen das Werkstück vor. Es kann aber ebenso auch das geeignet eingespannte Werkstück gegen den Bohrer vorrücken. Der Bohrer hat absolut sichere Führung, und zwar er folgt dieselbe oben durch eine innerhalb des Bohrkopfes angeordnete Gleitscheibe, welche durch einen von der Spindel mitgedrehten Konus mitgenommen wird, weiter unten und bis zum Austritt des Bohrers aus dem Bohrkopfe dagegen in der feststehenden Schablone.-Der Bohrer ist frei sichtbar und arbeitet überhaupt gerade so wie der Rundbohrer, nur daß er die oszillierende, das kantige Loch bewirkende Beweging besitzt. – Die Schablone ist bequem verstellbar für beliebig große und kleinere oder ganz kleine Bohrer; es wird der Bohrkopf „Radikal", um ihn auch an kleineren bis zu ganz kleinen Maschinen anzubringen, aber auch in verschiedenen Größen geliefert. Mit demselben Bohrer können Löcher verschiedenen Aussehens und verschiedener Form gebohrt werden. Die Löcher geraten auf Millimeterteile genau, die Wandung und der Boden werden ganz glatt und blank, ohne irgendwelche Nachhilfe. Daß der Bohrer absolut nicht schlägt, vielmehr vollkommen ruhig und genau arbeitet, ist dadurch erwiesen, daß sich mit demselben z. B. vier Löcher in Fensterform nebeneinander bohren lassen mit Zwischenwänden von halb-, ja viertelmillimeter Dicke. Selbst in Holz bleiben diese dünnen Zwischenwände, auch wenn tief gebohrt wird, unversehrt stehen.

Das Vorstehende dürfte genügen, um die Behauptung zu begründen, daß durch den Bohrkopf „Radikal“ die Aufgabe vollendet gelöst ist. - Die Industrie wird es verstehen, aus dieser wertvollen Erfindung, über welche Näheres bei einer der obengedachten Adressen zu erfahren ist, den entsprechenden Nutzen zu ziehen.

Eine neue Fußtritt - Spindelpresse hat der Mechaniker H. No Gauthier in Pforzheim zum Patent angemeldet. Dieselbe ermöglicht es, alle Arbeiten, welche sowohl auf der Hebel-, der Exzenter., wie auch solche, welche auf der Spindelpresse gemacht wurden, auf das Gediegenste auszuführen. Die Maschine wird von dem sitzenden Arbeiter mit dem Fuß getreten, wodurch beide Hände des Bedienenden für andere Arbeit frei bleiben. Der Hub läßt sich auf das Allergenaueste einstellen, und ist kein Schieben oder Verstellen des Schlosses mehr möglich. Diese Einrichtung ist da, wo mit empfindlichen und teueren Werkzeugen gearbeitet wird, sehr vorteilhaft, weil die Aushauer, Pfaffen oder Gesenke durch den sicheren und begrenzten Gang der Presse äußerst geschont werden,

Ein neues Verfahren, Metallniederschläge mittelst des elek trischen Stromes auf Glas usw. herzustellen ohne Flüssigkeit. Es ist eine Tatsache, daß verschiedene Metalle durch den elektrischen Strom verflüchtigt werden können. Ich nehme ein hohles Gefäß, aus welchem die Luft teilweise ausgepumpt ist, bringe in demselben, einander gegenüberstehend, die beiden Pole einer Induktionsspirale an und hänge den Gegenstand, welcher z. B. platiniert werden soll (ein Stück Glas), zwischen die Pole. An dem negativen Pol ist ein Stück von dem Metall angebracht, welches auf dem Glase niedergeschlagen werden soll, also hier ein solches von Platin. Unter dem Einflusse des elektrischen Funkens wird ein Teil des Metalls der Elektrode verflüchtigt und kondensiert sich auf der kühleren Oberfläche des Glases, woselbst es eine sehr glänzende und sehr gleichmäßige Ablagerung bildet. Die Dicke der Platinierung kann beliebig reguliert werden, indem man einfach die Elektrizität längere oder kürzere Zeit einwirken läßt. Durch dieses Verfahren lassen sich Ueberzüge aus Platin, Silber, Eisen und anderen Metallen von sehr reinen und glänzenden Eigenschaften herstellen, und dies von einer unmeßbaren Dicke bis zu 1 mm und darüber. Man erhält eigentümliche Farben von den Metallen, die mit der Dicke der Ablagerung sich ändert, und es ist ein neues Feld eröffnet für die Untersuchungen über die Natur der Metalle. Wie hier auf Glas, ist es mit gewissen Einrichtungen auch möglich, Metallniederschläge auf Metalle zu erzeugen.

Personalien und Geschäftsnachrichten. Geschäftsnachrichten. Das Gold- und Silberwaaren - Detailgeschäft Friedrich Engelmann in Pforzheim hat Dillsteinerstraße 16 daselbst neue Verkaufslokalitäten bezogen. - Der Handelsregistereintrag der Firma Julius Neuburger in Pforzheim wurde insofern berichtet, als die Firma sich ausschließlich dem Bijouteriehandel und Kommissionsgeschäften widmet. - Herr Otto Stein in Pforzheim hat seine kunstgewerbliche Anstalt für Gravierungen, Ziselierungen etc. nach der Weiherstraße No. 6 daselbst verlegt. -Am 1. September tritt an die ausgeschriebene Stelle an der Kunstgewerbeschnle Pforzheim Herr Otto Zahn aus Hanau. Derselbe war lange Jahre Zeichner und Kabinettmeister der Firma Weißhaupt Söhne in Hanau, und sieht man ihn höchst ungern scheiden. -- Im Kassenschrankwesen hat der Fabrikant Julius Burger in Pforzheim eine neue Erfindung gemacht und zum Patent angemeldet. Dieselbe verspricht eine vollständige Reform in der Konstruktion der Kassen- und Warenschränke herbeizuführen. Das Geschäft wird voraussichtlich zur besseren Ausnutzung in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Ein größerer Neubau ist die nächste Folge. - Die älteste Goldwarenfirma in Frankfurt a. M., E. Schürmann & Co., wurde seit dem 1. Juli von Herrn August Schwanfeld in Düsseldorf in Verbindung mit der in kurzen Jahren ausgedehnten Juwelierfirma Paul Tübben dortselbst übernommen. Wir wünschen den rührigen Besitzern recht viel Glück zu ihrem Unternehmen.

Todesfälle. In Kopenhagen, wo er Geschäftliches zu erledigen hatte, starb nach kurzem Kranksein Herr Karl Bleyer, Inhaber eines größeren Geschäftes in Buenos Aires (Argentinien). Der Verstorbene gehörte der hochangesehenen Familie Bleyer in Neuenburg (Württemberg), wo sie seit vielen Jahren ein Bijouteriefabrikationsgeschäft betreibt, an. – Nach langem schweren Leiden verschied der langjährige Reisende und Mitarbeiter der Metall- und Besteckwarenfabrik Gebr. Hepp in Pforzheim, Herr Josef Thal. hauser.

Vereinigte Silberwaaren-Fabriken A.-G., Düsseldorf. In der am 29. Juli stattgefundenen Aufsichtsrats-Sitzung wurde die Bilanz per 30. Juni 1903 vorgelegt. Der Rohgewinn beträgt inkl. Mk. 4247.71 Vortrag Mk. 153 571.86 (gegen Mk. 82 779.78 im Vorjahre). Der Reingewinn beträgt nach Abzug der Abschreibungen von Mk. 51 597.94 (Mk. 46 729.57) Mk. 101 973.92 (Mk. 36 050.21). In der am 22. September a. c. stattfindenden Generalversammlung soll folgende Gewinnverteilung vorgeschlagen werden: Für den ordentlichen Reservefonds Mk. 4886.31 (Mk. 1802.50), 8% (3%) Dividende an die Aktionäre, Gewinnanteile Mk. 9134.02 (0), Vortrag auf neue Rechnung Mk. 7953.59 (Mk. 4247.71).

Rodi & Wienenberger, Akt.-Ges. für Bijouterie und Kettenfabrikation in Pforzheim. Die im Jahre 1899 gegründete Gesellschaft schloß das vierte Geschäftsjahr mit einem Bruttogewinn von Mk. 108 797 (gegen Mk. 118 568 im Vorjahre). Nach Abschreibungen auf Immobilienkonto von Mk. 2384, auf Maschinen und Gerätekonto von Mk. 32 863 und auf Kontokorrent von Mk. 3226 erzielte die Gesellschaft einen Reingewinn von Mk. 70 323 (Mk. 79 685). Laut Beschluß der gestrigen Generalversammlung gelangt eine Dividende von 10% wie im Vorjahre zur Verteilung.

Berichte aus Innungen und Vereinen.

Die Goldschmiede - Innung zu Berlin beschloß in ihrer am 20. April a. c. stattgefundenen Versammlung auf Antrag des Gehilfenausschusses nach eingehendster Beratung, nach Aufhebung der beiden bestehenden Arbeitsnachweise einen gemeinschaftlichen Arbeitsnachweis für Juweliere, Gold- und Silberschmiede zu er. richten. Nachdem zur Klärung in dieser Sache mehrere Verhandlungen stattgefunden, stimmte die am Montag den 11. Juli abgehaltene Quartalsversammlung den ihr unterbreiteten Vorschlägen zu und beschloß im weiteren, einem Antrage folgend, zu den Kosten des Arbeitsnachweises, Herbergs- und Unterstützungswesens denselben Betrag aufzuwenden wie bisher. Zum ArbeitsnachweisBeamten wurde Rendant L. Henning bestimmt; der Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. September ab Engelufer 15, vorn, 3. Tr., Zimmer 33; Geschäftszeit: Vorm. 9--12 Uhr. Zur Wahrnehmung der sich hierdurch ergebenden geschäftlichen Interessen wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren Paul Train, P. Lukas, Dienst, und vom Gehilfenausschuß die Herren C. Holtkamp, R. Brückner und E. Davidshäuser gewählt; Herrn R. Große wurde das Amt des unparteiischen Vorsitzenden einstimmig über. tragen.

Die k. k. Fachschule für Edelsteinschleifer, Edelsteingraveure, Goldschmiede und Juweliere in Turnau versendet ihren Bericht für das Schuljahr 1902'03. Es wird darin als besonders erfreulich hervorgehoben, daß in der letzten Zeit auch ältere Hilfsarbeiter.

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