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naturgemäß immer so niedrig bewilligt, daß ein absolut genaues Übereinstimmen, das zeitraubende Arbeit erfordert, nicht gut verlangt werden kann. Es wäre daher sehr empfehlenswert, wenn die besseren Ringfabrikanten ihren hauptsächlichsten Abnehmern exakte Ringspiele in sauberer, gefälliger Ausführung zur Verfügung stellen würden.

Es wird nun von großem Interesse sein, nicht nur Herrn Krimnitz über sein Maß zu hören, sondern auch noch die Ansichten anderer Herren, welche Erfahrungen sie in betreff der Krimnitzschen und anderer Maße gemacht haben, hierbei von dem Grundgedanken ausgehend, daß wir ein einheitliches Ringmaß für Deutschland erstreben wollen. Wenn es auch wohl nicht möglich sein wird, schon auf diesem Verbandstag eine definitive Entscheidung herbeizuführen, so sind wir doch der Lösung der Frage eines einheitlichen deutschen Ringmaßes wesentlich näher gekommen.

Diesem Referat folgte eine längere Erwiderung des Herrn Krimnitz, in der er selbstverständlich sein Maß verteidigte und in Schutz nahm.

Auf Antrag des Herrn Hofjuwelier Becker-Cöln wurde alsdann vom Verbandstag in Dresden der Beschluß gefaßt, dem Vorstand und Ausschuß des Verbandes für seine nächste Sitzung aufzugeben, die Sache nochmals genau zu prüfen.

Der weitere Verlauf der Sache bis heute (Anfang Juli 1903) ist nun folgender:

In der Vorstandssitzung des Verbandes am 6. Oktober 1902 war nach dem Protokoll auf Einladung des Vorstandes Herr Krimnitz erschienen, und er legte ein schmäleres Ringmaß nach derselben Einteilung und dem gleichem System vor. Es wurde beschlossen, dasselbe dem Ausschuß vorzulegen.

In der Vorstands- und Ausschuß-Sitzung des Verbandes am 26. Oktober 1902 wurde dann in meiner Abwesenheit dieses zweite, für schmale Ringschienen bestimmte Krimnitzsche Ringmaß, aber mit derselben Einteilung und dem gleichen

KÖLN. INNERER ALTAR VON ST. URSULA.

schied zwischen den einzelnen Nummern bedeutend größer, ja zu groß ist.

Nach gründlicher Prüfung muß ich einem Maß, auf welchem die Zahlen nach Millimeter innerem Umfang angegeben sind, unbedingt den Vorzug geben. Sodann keine halbe Nummer mehr, wodurch Irrtümern der Weg geebnet ist, sondern nur ganze Nummern! Die Zahl der Maßreifen dürfte am zweckmäßigsten (wie bei dem Ottschen Maß) auf 37 festzusetzen sein, von No.40 bis No.76; also 37 Maßreifen von 40 bis 76 Millimeter innerem Umfang!

Schmale, innen etwas abgerundete Maßreifen dürften praktischer sein als die breiten, scharfkantigen des Krimnitzschen Maßes.

Dann ist die Hauptsache genaue Arbeit! Die ganze Form des Ringmaßes aber dürfte zierlicher sein.

Das Schiebemaß kann ruhig beibehalten werden; daneben ist aber unbedingt auch ein Ringstock mit derselben Maßeinteilung erforderlich.

Der Preis eines Ringspiels als eines Massenartikels wird aber

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System wie das erste, einstimmig ebenfalls als „Verbands- mögliche Genauigkeit bei Anfertigung der Maße habe ich
Ringmaß“ genehmigt. Ich war durch Krankheit verhindert, der Herrn Textor besonders ans Herz gelegt.
Sitzung beiwohnen zu können.

Die Grundidee dieses Maßes ist das einfache Messen der
Was hatte nun all meine Mühe genützt, die ich mir im Ringweiten nach
Auftrag des Vorstandes und Ausschusses des Verbandes mit der

Millimeter-Umfang.
Prüfung der verschiedenen Ringmaße, mit der Ausarbeitung meines
Referats und den Vorschlägen für ein Ringmaß gegeben hatte,

Wie man z. B. das Maß für einen Anzug nach dem Körperdas ich meinen Kollegen mit gutem Gewissen als wirklich prak- umfang und nach dem Metermaß nimmt, so setze ich das Maß tisch und zur Einführung empfehlenswert bezeichnen konnte?!

eines Ringes für den betreffenden Finger nach dessen Umfang Ich ruhte aber nicht, sondern ließ nach meiner Wieder- und mit dem Metermaß fest. Etwas Natürlicheres kann es doch herstellung unter Beobachtung aller gesammelten Erfahrungen ein gar nicht geben! Ringmaß mit Ringstock in Gemeinschaft mit einem der ersten Die Maßreifen des Ringspiels sind genau nach Millimeter Hanauer Ringfabrikanten anfertigen, ein Maß, das ich nun als das innerem Umfang hergestellt und tragen als Nummer die jeweilige einheitliche deutsche Ringmaß empfehle. Seit Weihnachten Anzahl von Millimetern, ebenso der Ringstock. Wir geben also habe ich es in meinem Geschäft eingeführt, und es hat sich in in Zukunft einfach die Ring weiten nach Millimetern an. jeder Beziehung vorzüglich bewährt.

Ich bitte meine deutschen Kollegen, diesen Grundsatz anzuDieses Maß legte ich in der Sitzung des Vorstandes und erkennen und das Ringmaß, das diesem Grundsatz entspricht, als Ausschusses des Verbandes am 6. Februar 1903 vor, wo es auch das einheitliche Ringmaß zii erklären und von jetzt ab darden vollen Beifall der Herren Kollegen fand.

nach zu arbeiten. Ich schlage es daher nun als das

Ob nun die Maßreifen eine Idee breiter oder schmäler sind,

ob innen flach oder leicht gewölbt, ob der Bügel rund oder oval, „einheitliche deutsche Ringmaß“

ob er zum Öffnen gerichtet oder geschlossen ist, darauf lege ich vor.

einen sehr großen Wert nicht, das bleibt jedem nach seinem GutLassen Sie mich auf dieses Ringmaß noch näher zu sprechen dünken überlassen, ebenso von welchem Fabrikanten er sein Maß kommen.

beziehen will. Herr Eugen Textor, Feinmechaniker in Schw.-Gmünd, Die Hauptsache ist einfach, in Zukunft die Maße nach der die Vervielfältigung übernommen hat, gibt in der Nummer Millimetern anzugeben. Das einheitliche deutsche Ringvom 15. Juni der Deutschen Goldschmiede-Zeitung und in der maß ist dann geschaffen! Nummer vom 20. Juni des Journals der Goldschmiedekunst eine

Stuttgart, den 6. Juli 1903. genaue Beschreibung dieses Ringmaßes nebst Ringstock. Größt

Emil Foehr.

Unsere Preisausschreiben.

Die von unserem Verlage ausgeschriebenen beiden Wettbewerbe für Künstlerkostüme mit Silberschmuck und für moderne Taschenuhrdekorationen sind nunmehr erledigt. Am 1. Juli waren die Arbeiten eingelaufen, am 3. Juli traten die Preisrichter zusammen zur Urteilsfällung. Wir haben über den Verlauf der Juryarbeiten und über den Ausgang der beiden Preisausschreiben überhaupt sofort in den nächsten Tagen nachfolgende Mitteilungen der Tagespresse und den kunstgewerblichen Zeitschriften zustellen lassen.

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Preisausschreiben der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ und des Blattes ,,Schmuck und Mode“ (Verlag Wilhelm Diebener, Leipzig) Zur Erlangung eines modernen, künstlerisch aufgefassten FrauenKostümes mit Silberschmuck.

Die Jury trat am 3. Juli im Kunstgewerbemuseum zu Leipzig zusammen und bestand aus den Herren: Dr. Albr. Kurzwelly, Direktorial-Assistent am Kunstgewerbemuseum, Leipzig, Prof. Max Seliger, Direktor der Kgl. Akademie für graphische Künste, Leipzig, Dr. ph. F. Becker, Kunsthistoriker in Leipzig, Rudolf Rücklin, Lehrer an der Grossherzogl. Kunstgewerbeschule Pforzheim, Hugo Schaper, k. k. Hofgoldschmied, Berlin, Goldwarenfabrikant Theodor Fahrner, Pforzheim, Goldwarenfabrikant Julius Steinheuer, Hanau, Goldwarenfabrikant Hauber, Schwb. Gmünd, Hoflieferant Friedrich Hermann Schüler, Leipzig, Verlagsbuchhändler Wilhelm Diebener, Leipzig, Fräulein Eichler, Lehrerin an der Frauenarbeitsschule zu Stuttgart.

Eingegangen waren 139 Entwürfe. Der I. Preis: wurde zuerkannt dem Entwurf mit dem Kennwort: „Kallistëi“ von Gustav Hans von Allesch in Burghausen a. d. Salzach; der II. Preis mit dem Kennwort: „Reform" Herrn Walter Schulze in Halle a. S.; der III. Preis mit dem Kennwort: „Winterabend" Fräulein Martha Dehrmann in Berlin. - Lobend erwähnt

Preisausschreiben der „Deutschen Uhrmacher-Vereinigung und der „Leipziger Uhrmacher-Zeitung“ (Verlag Wilhelm Diebener, Leipzig) zur Erlangung künstlerischer Entwürfe für moderne Taschenuhren.

Die Jury trat am 3. Juli zusammen und bestand aus den Herren: Dr. Albr. Kurzwelly, Direktorial - Assistent am Kunstgewerbemuseum, Leipzig, Prof. Max Seliger, Direktor der Kgl. Akademie für graphische Künste, Leipzig, Dr. ph. F. Becker, Kunsthistoriker in Leipzig, Rudolf Rücklin, Lehrer an der Grossherzogl. Kunstgewerbeschule Pforzheim, Hugo Schaper, k. k. Hofgoldschmied, Berlin, Uhrmacher Alfr. Hahn, Leipzig, Uhrmacher Rob. Pleissner, Dresden, Uhrenfabrikant Dav. Popitz, Leipzig, Hofuhrmacher O. Gasser, Magdeburg.

Eingegangen waren 135 Entwürfe. Der I. Preis wurde zuerkannt dem Entwurf mit dem Kennwort: „Joupla“, Herrn Fritz P. Glasemann in Magdeburg; der II. Preis, mit dem Kennwort: „Natur“, Herrn Oscar Müller in Hanau; der III. Preis, mit dem Kennwort: „Meter des Chronos“, Herrn Maler Gustav Tischer in Berlin. — Lobend erwähnt und zum Ankauf vorgeschlagen werden die Eingänge mit den Kennworten: 1) „Probiert“, 2) „Tag und Nacht“, 3) „Amon“, 4) „Sculd“, 5) „Wieland l", 6) „Germania“, 7) „Mainz“, 8) „Nürnberg“. 9) „Wieland II“, 10) „Dreierlei“, 11) „Liesel“, 12) „Welle und Sturm“, 13) „Zeit eilt“, 14) „Chronometer“, 15) „Zick-Zack“, 16) „Zeit“, 17) „Den Damen“, 18) „Drei Kreise“ – Sämtliche Entwürfe werden in den Tagen vom 10. bis inkl. 19. Juli im Kunstgewerbemuseum zu Leipzig ausgestellt sein.

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Damit ist das sachlich Notwendige der Öffentlichkeit mit der Neuerscheinungen gefunden. Wir sind sicher, durch die Vergeteilt. Da über beide Wettbewerbe noch umfangreiche illustrierte öffentlichung der hier preisgekrönten und angekauften Arbeiten Publikationen erscheinen werden, so werden sich unsere Leser über sowohl dem Uhrmacher als auch dem Goldschmiede viele und die Berechtigung der gefällten Urteile noch selbst ein Urteil bilden wertvolle Anregungen zu bieten. können. Einige Mitteilungen über die Eindrücke, die sich bei der Das gleiche können wir von dem Endergebnis des anderen Durchmusterung der eingelaufenen Arbeiten aufdrängten, sind viel Wettbewerbes, für Künstlerkostüme und Silberschmuck, sagen. leicht aber jetzt schon erwünscht.

Die Aufgabe war ja hier eine ganz besonders schwierige und Die Beteiligung war, wie sich aus den oben angeführten neuartige. Man durfte nicht erwarten, mehr als künstlerisch Zahlen ergibt, eine über alles Erwarten starke, und die Arbeit wertvolle Anregungen zu erlangen – diese Erwartung aber ist dem Preisrichter eine demgemäß außerordentlich anstrengende und durchaus erfüllt. Besonders hier machte sich öfter bei sonst sehr verantwortungsvolle. Weniger als die quantitative, vermochte im erfreulichen und geschmackvollen Arbeiten der Mangel einer sachallgemeinen die qualitative Höhe der Gesamtbeteiligung zu be- lich und fachlich brauchbaren Durcharbeitung geltend. Arbeiten, friedigen. Bei beiden Konkurrenzen war die Anzahl derjenigen welche in der ganzen „Mache“ tüchtige Künstler verrieten, mußten Arbeiten, welche aus der engeren Auswahl auf den ersten Blick beiseite gelegt werden, weil zu wenig daraus zu ersehen war. ausgeschieden werden konnten, eine sehr große. Und es war in Absichtlich war bei diesem Ausschreiben der Ausdruck „Reformvielen Fällen ersichtlich, daß nicht Unfähigkeit, sondern leicht kostüm“ vermieden worden; man konnte die Veranstaltung auf fertige und flüchtige Arbeitsweise an dem unkünstlerischen und diese Art zugleich als eine Umfrage bei unserer jungen Künstlerunbrauchbaren Ergebnis die Schuld trug. Unsere jungen Künstler welt betrachten, was man sich hier unter einem künstlerischen und Zeichner scheinen viel mehr Wert darauf zu legen, daß ihre Frauenkostüm vorstelle. Und da war es interessant, zu beobachten, Arbeiten einen flotten als daß sie einen gediegenen Eindruck machen. daß, ganz wenige Ausnahmen ausgenommen, die Einsendungen Das Preisrichterkollegium ging aber mit Recht von dem Standpunkte sich alle prinzipiell für das Reformkostüm entschieden hatten. aus, daß bei der stattlichen Höhe der ausgesetzten Preise und der vom Bei den Schmuckentwürfen zeigte sich im allgemeinen das Verlage übernommenen Verpflichtung zur unverkürzten Auszahlung Bestreben, das einzelne Schmuckstück in inneren Zusammenhang derselben nur durchgearbeitete Entwürfe für Preiszuerteilung und mit dem Kleide zu bringen und mit der Schmuckausstattung mehr Ankauf in Frage kommen dürften, während allzu skizzenhaft und Linienwirkung zu erreichen, als dies bisher üblich ist. Spangen flüchtig behandelte Arbeiten ausgeschieden werden mußten. und Agraffen in Verbindung mit Ketten sind die am meisten ge

Sobald es sich darum handelte, aus der engeren Auswahl brachten Motive. Neu ist auch die Bevorzugung der Brust als die Preisträger und die öffentlich zu belobenden auszuwählen, Schmuckplatz, während bisher die Hals- und Taillengegend am wurde der Eindruck ein anderer und erfreulicherer. Wenn auch meisten betont wurde. Und neu ist es ferner, daß bei den meisten keine glänzenden „Schlager“, keine jedes Bedenken besiegenden Arbeiten ein einheitliches Zusammenwirken der an einem Kleid und hinreißenden Leistungen verzeichnet werden können, so war angebrachten Schmuckstücke ersichtlich ins Auge gefaßt war. doch eine Fülle neuer künstlerischer Gedanken und Lösungsversuche Es waren Schmuckausstattungen, nicht einzelne, beliebig zusammenfür die gestellten Aufgaben zusammengekommen. Besonders die gestellte Schmucksachen. -- Man konnte im ganzen das Gefühl Uhrenkonkurrenz bot in dieser Beziehung sehr Vieles und recht haben, daß, um ein bekanntes Wort zu brauchen, nur wenig fehlte, Gutes. Eine Einschränkung muß freilich auch hier gemacht werden. So wäre manche Einsendung um sehr vieles besser gewesen. Der Hauptschwierigkeit der hier gestellten Aufgabe, der künst. Wir aber dürfen jedenfalls sagen, daß wir mit dieser Veranstallerischen und neuartigen Gestaltung des Zifferblattes nämlich, tung erfolgreich in ein Gebiet eingedrungen sind, das bisher waren die meisten Einsender aus dem Wege gegangen, resp. hatten künstlerisch noch so gut wie unangebaut war. sie dieselbe nicht mit der nötigen Vertiefung gelöst. Namentlich Sämtliche Arbeiten werden zunächst 14 Tage im Leipziger die praktische Seite des Zifferblattes, daß die jeweilige Zeiger Museum ausgestellt sein. Wir sind hierfür, wie auch für die stellung sich zu einem klaren und sofort genau erkennbaren Bilde Art und Weise, in welcher die Leitung dieser Anstalt unser mit der Ziffernanzeichnung verbindet, hat durch unsere Kon- Unternehmen gefördert hat, derselben zu besonderem Danke verkurrenz nicht ganz die erhoffte Bereicherung erfahren. Dagegen pflichtet. Der gleiche Dank gebührt auch den Herren Preishat die Aufgabe, künstlerische Dekorationen für den Uhrdeckelrichtern, die in so uneigennütziger Weise sich ihrer großen und zu bringen, eine Lösung von erfreulicher Fülle und Originalität mühevollen Arbeit unterzogen haben.

Derischen und neuartigen es aus dem Wege gegangen, Teamentlich

Das hundertteilige Karatgewicht.

(Eingesandt.) Schon auf dem letzten Verbandstage in Dresden wurde der Irrtum und mancher Verdruß würde verschwinden und in ein Gedanke angeregt, die äußerst unbequeme Art der gegenwärtigen oder zwei Jahren würde man nicht begreifen, wie man so lange Einteilung des Karatsteingewichtes in Vierundsechzigstel durch an dem veralteten Zopf hatte hängen mögen, ebenso wenig wie die handlichere und auch sicherere in Hundertstel zu ersetzen. man es für vernünftig hielte, wieder zu Kreuzern und Gulden, Die Diskussion über diesen Gegenstand kam damals nicht so recht zu Quentchen, Pfund und Lot zurückzukehren, nachdem man einin Fluß, die Meinungen für und wider hielten sich ungefähr das mal die Wohltaten des metrischen, auf Hundert und Teile von Gleichgewicht, und da der gute Deutsche immer gebührend Rück- Hundert aufgebauten Systems kennen gelernt hat. sicht auf das Ausland nimmt, welches selten einmal gleiches mit Es scheint nun aus verschiedenen Äußerungen, die mir in der gleichem erwidert, so drang schließlich der Antrag auf Einführung letzten Zeit zu Ohren gekommen sind, daß viele der Meinung sind, des Hundertstel-Karatgewichtes nicht durch und blieb schätzbares als ob man das Karatgewicht überhaupt abschaffen wolle, um Material zu weiterer wohlwollender Erwägung. Und doch ist die dafür das gewöhnliche Grammgewicht einzuführen. Das ist selbstFrage wichtig genng, um auch dieses Mal auf dem Verbandstage redend nicht der Fall, und dieser Meinung muß von vornherein wieder vorgenommen zu werden, denn es wäre für den ganzen ganz entschieden entgegengetreten werden. Das Karatgewicht als Verkehr mit Steinen eine ganz außerordentliche Erleichterung, internationales Gewicht für Edelsteine soll unangetastet bestehen wenn die Vierundsechzigstel abgeschafft werden würden, mancher bleiben, wir wollen nur für uns in Deutschland im inneren Verkehr mit dem guten Beispiel vorangehen und uns das Leben denn ich habe nur zwei statt drei Ansätze zu machen, gehe also leichter machen, indem wir dieses bestehende Karatgewicht nicht um ein Drittel sicherer. Die vorhandenen Steinberechnungstabellen mehr in Vierundsechzigstel, sondern in Hundertstel einteilen, und helfen dem Übelstande nicht ab, sondern verschärfen ihn nur durch wir sind sicher, daß uns die anderen Nationen, die auch schon die vielen Rubriken, die sie notwendigerweise enthalten müssen, außernach dem metrischen System rechnen, bald nachfolgen werden, dem sind sie nicht immer gleich zur Hand, wenn man sie braucht. die für Neuerungen wenig zugängigen und zugeknöpften Engländer Im übrigen ist das Hundertstelsystem bereits praktisch ervielleicht ausgenommen. Wenn der Großhändler in London oder probt und hat sich auf das allerbeste bewährt. Keine Geringeren Antwerpen eine große Partie kauft von hunderten von Karaten, als die Hofjuweliere Herren Gebr. Friedländer in Berlin haben so verschlägt es wenig, ob er die diesen Karaten anhängenden im inneren Verkehr ihres bedeutenden Geschäftes dieses System Vierundsechzigstel in längerer oder kürzerer Zeit ausrechnet, ob- bereits mit Erfolg eingeführt, viele andere Geschäfte haben das gleich die Berechnung, wieviel 23/64 kosten, wenn das Karat gleiche getan und sind sehr zufrieden damit. Auch sind Karat11 Pfund 7 Schilling und 4 Pence kostet, schon einen guten Kopf gewichte mit Hundertstelteilung bereits im Handel bei den einerfordert. Wenn aber derselbe Großhändler seine Steine nachher schlägigen Geschäften erhältlich, so daß einem jeden die Möglicheinzeln oder paarweis an seine Kunden abgibt und bei jedem keit zur Anschaffung gegeben ist. Wer es einmal versucht hat, Stein oder Paar mit Vierundsechzigsteln rechnen muß, so ergibt bleibt dabei, und ich möchte nur wünschen, daß dieses Thema sich daraus eine Vergeudung von Arbeitskraft und Zeit, die nicht auf dem Kölner Verbandstage noch einmal erörtert wird und man nur wirtschaftlich durch nichts zu rechtfertigen ist, sondern auch die allgemeine Einführung in Deutschland der Einteilung des Karatdie stete Gefahr von Irrtümern und Verlusten in sich birgt. Es gewichts nach Hundertsteln beschließt, zumal, wie eingangs erist doch klar, daß, wenn ich 19/64 Karat à M. 224.— ausrechnen wähnt, der Verkehr mit dem Auslande, so lange dieses an den muß, ich viel mehr Zeit brauche, als wenn ich 29/100 à Mk. 224.- Vierundsechzigsteln festhält, nicht im geringsten berührt wird. berechne, denn im ersteren Falle muß ich 19 mit 224 multipli- Diese Einführung läßt sich mit etwas gutem Willen und mit Hilfe zieren und durch 64 dividieren, im letzteren Falle brauche ich der Großhändler, die dadurch viel Arbeit sparen, sehr leicht benur 29 mit 22+ zii multiplizieren und das Komma an die rich- werkstelligen, und man wird sich sehr rasch an die Neuerung tige Stelle zu setzen, um den gesuchten Betrag in Mark und gewöhnen. Eine weltbewegende Umwälzung bedeutet diese Reform Pfennigen vor mir zu haben; ebenso klar ist es auch, daß ich nicht, wohl aber eine Wohltat für alle, die mit Edelsteinen zu mich im letzteren Falle viel weniger irren kann wie im ersteren, tun und sie zu berechnen haben.

C. S. in H.

Personalien und Geschäftsnachrichten.

kant Victor Mayer die Räume im Hause Zerrennerstraße 20. –

Die Oxydierungsanstalt Chr. Weinmann in Pforzheim hat neue Die Vertretung der Firma Arthur Krupp, Berndorfer Metall Geschäftsräume. Kienlestraße 10 daselbst, bezogen. - Herr Bijouteriewarenfabrik in Berndorf, hat für den Warschauer Platz Herr fabrikant Chr. Dürr in Pforzheim verlegte sein dortiges GeStanislaw Bukowiski, Orla 6 in Warschau, inne. – Das In- schäft nach der Bohnenbergerstraße 9. --- Die Firma Rodi & Wienen: formationsbureau „Providenz“, Schottenring No. 14 in Wien, berger, A.-G. in Pforzheim erwarb zur Vergrößerung des Gehat eine eigene Export-Informationsabteilung neu organisiert, die schäfts Bauplätze im Betrage von Mark 28 000. – Die Silber- und 40–50 Spezial-Exportagenturen in allen Weltteilen unterhält und Stahlwarenfabrik Mohr & Kauderer in Pforzheim hat neue einen besonderen Augenmerk der Bijouteriebranche schenken Geschäftsräume in einem der Malerschen Neubauten bezogen. – will. – Der Prokurist der Firma Moriz Hansch in Pforzheim, Herr Bijouteriefabrikant Bernh. Engelmann in Pforzheim hat Herr Karl Wetzel, der bisher die Filiale in Barcelona (Spanien) seine Geschäftsräume von der Weststadt nach der Oststadt, östliche provisorisch leitete, ist nunmehr nach Barcelona übersiedelt. –. Karl Friedrichstraße 36, verlegt. - In die Firma Wilhelm BehHerr Julius Heilbronn, Steinhändler in Pforzheim, hat mit rens, Bijouteriefabrik in Hanau, wurde der langjährige Mitder Leitung seines italienischen Geschäftes seinen Bruder betraut. arbeiter Herr Hermann Behrens als Teilhaber aufgenommen. - Die Stuttgarter Alfenide- und Metallwarenfabrik Adolf Knecht Die Doublékattenfabrik Schweigert & Rühle in Pforzheim hat & Cie. hat dem Kaufmann Johann Hummel in Cannstadt ihrem Mitarbeiter Kaufmann Hermann Gengenbach Prokura (Württemberg) Prokura erteilt. - Die Bijouteriewarenfabrik erteilt. - Herr Adolf Pegan, Silberwarenfabrikant in Pforzheim, Schultz & Klockmann in Hamburg wird nach Ausscheiden hat seinen Sohn Eugen Pegan als persönlich haftenden Gesellder Gesellschafterin A. W. P. Schultz Wtw, als Kommanditgesell schafter aufgenommen. – Das Bijouteriehandlungs- und Kommis. schaft fortgeführt. Gesellschafter sind 0. T. Minck und O. J. sionsgeschäft Plesner & Cie. in Pforzheim wurde im HandelsSchultz, Richard Derenburg und zwei weitere Kommanditäne. register eingetragen. Persönlich haftende Gesellschafterin ist KaufDie Prokura von J. G. Tielke ist erloschen. - Die Bijouterie. mann Ernst Plesner Ehefrau, Marie geb. Ungerer. Bei dieser Engrosfirma Löwy in Paris hat ihre Filiale (Bijouterie-Detail. Kommanditgesellschaft ist ein Kommanditist beteiligt. Kaufmann geschäft) in Wladiwostok (Sibirien) eingehen lassen. Den Ein Ernst Pleßner wurde als Prokurist bestellt. – Das seit 1875 bekauf in Pforzheim besorgt nunmehr die Uhrenhandlung Blum stehende Gold- und Silberwarengeschäft des verstorbenen Herrn frères daselbst. – Die Edelstein- und Bijouteriehandlung Leopold Fr. v. Schlechtleitner in Dresden hat Herr Georg Voges jun. Landau wurde im Pforzheimer Handelsregister gelöscht. - käuflich erworben und führt es unter der Firma Franz v. Schlecht. Herr Kettenfabrikant Eugen Cleis in Pforzheim hat dem Kauf- leitner Nachf. Inh. Georg Voges jun. in der alten soliden und mann Paul Müller daselbst Prokura erteilt. - Die Silberwaren bewährten Weise weiter. fabrik Lutz & Weiß, die größte ihrer Art in Pforzheim, die in

Nenetablierungen. Die in unserer letzten Nummer bereits an. der letzten Zeit durch Erwerbung der Badischen Silberwarenfabrik

gekündigte Neugründung einer Fabrik für Silber- und Amerikaner noch bedeutend vergrößert wurde, so daß die bisherigen Geschäftsräume der Kettenfabrik Kollmar & Jourdan hinzugezogen werden

Doublé-Artikel hat sich vollzogen. Die beiden bisherigen Mit

arbeiter im Hause Juls. Salé-Pforzheim, die Herren Gerwig mußten, ist in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stammkapital Mark 500 000 umgewandelt worden, da die stetige Aus

und Bertsch, haben mit 1. Juli die durch eine der Neuzeit entdehnung dies bedingte. Der gesamte Besitzstand der bisherigen

sprechende maschinelle Einrichtung versehenen Geschäftslokalitäten, Firma mit allen Aktiven und Passiven, gleichwie auch die Leitung

Bleichstraße 55, bezogen. -- Ein Fassergeschäft haben in Pforz. des Geschäftes bleibt in den Händen der Besitzer Herren Carl

heim die Herren Gebr. Hipp eröffnet. – Herr Laux jr., Sohn Wm. Lutz und Friedr. Weiß vereint. Den langjährigen Mitarbeitern,

des Bijouteriehändlers Hermann Laux in Pforzheim, hat ein den Herren Robert Schofer, Hermann Müller, Hermann

eigenes Engros-Geschäft gegründet. - In Leipzig eröffnete Herr

Juwelier Alfred Müller in der Eisenbahnstraße 79 ein offenes Lindner und Adolf Arnold wurde zu gleicher Zeit Kollektiv. prokura erteilt, derart, daß dieselben künftig je zu zweien für die

Ladengeschäft. - Desgleichen Herr Franz Kleis in Tetschen in Gesellschaft zeichnen werden. - Anläßlich des Quartalwechsels

Böhmen. haben nachstehende Firmen in Pforzheim ihre Lokalitäten ge Nach 1o2jähriger Wirksamkeit als Vorstand der Lehr- und Ver: wechselt: Die Bijouterie-Engrosfirma Christoph Becker bezog suchswerkstätten der Kunstgewerbeschule in Stuttgart tritt Herr den I. Stock im Hause Ispringerstraße 26. – Herr Bijouteriefabri: Prof. 0. Krüger von seinem Posten zurück, um nach München

zurückzukehren, wo er an der Spitze der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk steht.

Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt, Frankfurt a. M. Die heutige Generalversammlung genehmigte einstimmig den Vorschlag der Verwaltung, erteilte Entlastung und setzte die Dividende pro 1902/03 auf 16% (wie im Vorjahre) fest. An Stelle des Freiherrn Simon Moritz von Bethmann wurde Herr Karl Borguis neu in den Aufsichtsrat gewählt.

Rodi & Wienenberger, Aktiengesellschaft für Bijouterie und Uhrenfabrikation, Pforzheim. Der in 1902/03 erzielte Fabrikationsgewinn stellt sich auf 108 798 Mk.; nach Vornahme von 38 474 Mk. Abschreibungen ergibt sich einschließlich 17 115 Mk. Vortrag ein Reingewinn von 87 439 Mk. (96 308 Mk.), wovon wie im Vorjahre 50 000 Mk. als 10 Prozent Dividende verteilt werden.

Ferd. Wagner, Aktiengesellschaft, Doubléfabrik und Estamperie, Pforzheim. Das Unternehmen verzeichnet für 1902/03 129 524 Mk. (i. V. 112 878 Mk.) Fabrikationsgewinn und nach Deckung der Unkosten und 11 970 Mk. (8033 Mk.) Abschreibungen, darunter 4682 Mk. (606 Mk.) auf Außenstände, als Reingewinn 94 299 Mk. (80 684 Mk.), woraus 10 Prozent (im Vorjahr 9 Prozent) Dividende auf 500 000 Mk. Aktienkapital verteilt werden.

Todesfälle. In Pforzheim starb der Bijouteriefabrikant Herr Johann Horr im Alter von 59 Jahren. Horr galt als ein überaus tüchtiger Geschäftsmann, der seit einer ganzen Reihe von Jahren sich der Erzeugung von Goldwaren widmete. Vorübergehend war H. associert mit Herrn Schöllhammer unter der Firma Horr & Schöllhammer. - Nach jahrelangem Leiden ist am 28. Juni der Begründer einer der größten Bijouteriefabriken in Pforzheim, Herr Andreas Daub, aus dem Leben geschieden, nachdem er die Leitung des Geschäftes, eben wegen seines Leidens, schon vor mehreren Jahren an seine Söhne und seinen Schwiegersohn abgetreten. Der Verstorbene kam als Goldschmiedelehrling hierher, war jahrelang Arbeiter und begründete dann mit einem Arbeitskollegen ein kleines eigenes Geschäft, das er allmählich durch eisernen Fleiß, energische Tätigkeit und große Umsicht, später unterstützt durch seine Angehörigen zur heutigen Blüte emporbrachte. Heute gehört die Firma zu den angesehensten ihrer Spezialität. Herr Andreas Daub erreichte ein Alter von 60 Jahren. Er ruhe in Frieden! -- In Dresden starb am 1. Juli Herr Silberwarenfabrikant August Tschientschy.

Vierteljahrs-Versammlung der Freien Vereinigung des Gold. und Silberwarengewerbes zu Berlin. Ortsgruppe des Verbandes. Daß Vierteljahrsversammlungen auch an schönen Sommertagen, wenn lind die Lüfte wehn, gehalten werden müssen, um den Vorschriften der Statuten zu genügen, ist eine Tatsache; ebenso ist es eine Tatsache, daß diese sommerlichen Zusammenkünfte, wie die der Freien Vereinigung am 2. Juli d. J., sich nicht gerade durch regen Besuch auszeichnen und daß außerdem ihre Tagesordnung eine so wenig an- und aufregende ist, daß um ihretwillen nur wenige den Aufenthalt im engumgrenzten Bierlokal dem Verweilen in frischer Luft außerhalb der heißen Straßen der Reichshauptstadt vorziehen. Die Töne einer Militärkapelle klingen auch lieblicher ins Ohr als die Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung, Aufnahme neuer Mitglieder, deren es bei der Fr. Ver. dieses Mal vier waren, Wahl zweier Rechnungsprüfer für die Abrechnung der Verbandskasse laut Beschluß des Verbandsausschusses, zu welchem Amt die Herren Hagenmeyer und Winter bestimmt wurden; Wahl eines Delegierten zum Verbandstage in Köln und zwar des Herrn Max Winter, dem für seine Mühewaltung und Reisespesen 120,25 Mark bewilligt werden. Die Berichterstattung über den Stand der Silberkonvention bringt etwas Leben in die Versammlung. Es ist bekannt, daß die Silberkonvention in Berlin noch nicht so viele Anhänger hat wie sonst im Reiche, und geht aus der Diskussion, an der sich die Herren 0. Müller, W. Fischer und H. Schaper beteiligen, hervor, daß aus Berlin und Umgebung die Zustimmungserklärungen bis jetzt sehr spärlich eingelaufen sind, was zum Teil auch an der Form der Umfrage liegen mag. Diese soll laut Beschluß der Versammlung nochmals an die Interessenten gerichtet werden mit anderem Wortlaut, zu dem man eine größere Anzahl von Beitrittserklärungen erhofft.

Hochinteressante Mitteilungen machte dann bei Gelegenheit der Besprechung der T.-0. des Verbandstages Herr Wilhelm Fischer über die Ergebnisse der von ihm aufgestellten Statistik über die Feuerversicherung der Goldschmiede. Wir können diese Statistik an dieser Stelle nicht gut bringen, ehe sie nicht auf dem Verbandstage selbst der größeren Oeffentlichkeit mitgeteilt worden ist, können aber versichern, daß sie eine sehr zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der ganzen Frage und die Verwirklichung einer eigenen Verbandsversicherung abgeben wird. Unter „Verschiedenes“ folgten zum Schluß einige weniger wichtige Mitteilungen, und trennten sich die nach und nach erschienenen 15 Mitglieder der Fr. Ver. gegen '/, 12 Uhr.

Berichte aus Innungen und Vereinen.

Neubegründet und dem Verbande angeschlossen haben sich in den letzten Wochen nachstehende Vereinigungen: 1. Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Gewerbe kammerbezirkes Chemnitz. Sitz Chemnitz. - Gegründet 28. Juni 1903. Der Vorstand besteht aus den Herren: I. Vor sitzender: Arnold Brader i. Fa. Eberh. Müller - Chemnitz, Schriftführer: Rich. Seeber-Chemnitz, Ausschußmitglieder: Rich. KöberlinDöbeln, F. A. Bretschneider - Glauchau, J. Karl Richter - Limbach, Paul Krauspe-Hainichen, Karl Beyer-Annaberg und Albert Zimmermann - Frankenberg. - 2. Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung für das Herzogtum Braunschweig. Sitz Braunschweig. Der Vorstand besteht aus den Herren: Obermeister Carl Gries, Juwelier, stellvertr. Obermeister Ernst Ring, Juwelier, Schriftführer H. Weyland, Juwelier, stellvertret. Schriftführer 0. Schwacke, Juwelier, Kassierer H. Wurm, Silberwarenfabrikant, stellvertr. Kassierer F. Siebrecht, Juwelier, sämtlich in Braunschweig. Das Vereinslokal befindet sich in dem neu errichteten Gildehause, Burgplatz 2. -- Beiden jüngsten Kindern des Ver. bandes wünschen wir von Herzen ein fröhliches Blühen, Wachsen und Gedeihen zum Besten der deutschen Goldschmiedekunst.

Freie Vereinigung der Gold- und Silberschmiede zu Görlitz. Sitzung am 4. Juli 1903. Die vom Vorsitzenden, Kollegen Finster, eröffnete Sitzung war schwach besucht. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung wurde zur Aufnahme des Kollegen Herrn E. Hochwitz geschritten und wird derselbe aufgenommen. Der zweite Punkt der Tagesordnung, Statutenänderung $ 3, wird nach kurzer Debatte vertagt. Zum diesjährigen Verbandstage in Köln wird Kollege Scholze gewählt und als Vertreter der freien Vereinigung die Interessen der Mitglieder dort vertreten. Nachdem auch der Kostenpunkt hierfür festgesetzt ist, schritt man zur Besprechung der einzelnen interessierenden Punkte der Tagesordnung zum Verbandstage. Punkt 6, die Gründung einer Feuerschutzkasse, wird eingehend besprochen und stehen die Kollegen der Gründung sym: pathisch gegenüber. Auch gegen die Konkurrenz der Lehrer an Kunstgewerbeschulen wird Stellung genommen. Bezüglich der Besteckkonvention wird das weitere abgewartet und hofft man eine Einigung auch für den hiesigen Platz in Bälde. Nach Verlesung verschiedener eingegangener Schreiben schließt der Vorsitzende und gibt bekannt, daß die nächste Sitzung im Oktober stattfindet.

Die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Vereines der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Bayerns fand am 14. Juni in Nürnberg statt. Am Vorabend den 13. waren die Mitglieder des Vorstandes und Ausschusses schon zu einer Vorbesprechung der Tagesordnung zusammengetreten.

Leider waren bei der Mitglieder-Vollversammlung nur 21 Kollegen zugegen. Es ist das ein höchst bedauerlicher Beweis von unglaublicher Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit gegenüber den zu vertretenden Interessen.

Trotzdem an jedes Vereinsmitglied eine vorgedruckte und frankierte Antwortskarte bezüglich dessen Beteiligung oder Nichtbeteiligung geschickt worden war, liefen bei Kollege Merklein nur ca. 90 Antworten ein; etwa 60 Mitglieder, der Rest der Herren Kollegen, beliebte nicht einmal die Antwortskarte auszufüllen und abzuschicken. Es ist ja dieselbe Tatsache schon gelegentlich der Organisation des Vereines zu konstatieren gewesen; damals gingen ca. 500 frankierte und adressierte Karten hinaus und kamen etwa die Hälfte beantwortet zurück, der Rest war Schweigen.

Daß derartige Vorkommnisse diejenigen Personen, welche Opfer an Zeit, Mühe und Geld bringen, um eine Interessenvertretung zu ermöglichen, nicht für ihre Tätigkeit begeistern, ist klar. Lediglich das Bewußtsein, daß es ein Schaden für alle wäre, wenn man die Arbeit einstellte, gibt ihnen noch Lust und Kraft zum Ausharren.

Um Ihnen nun einen Ueberblick zu geben über diejenigen Themas, die in Nürnberg beraten wurden, überreiche ich Ihnen anbei den Protokollauszug der Versammlung und bitte, auch diesen unter Ihren dortigen HH. Kollegen zirkulieren zu lassen.

ad 1. berichtete der 1. Vorstand über die Organisation und den Mitgliederstand des Vereines. Es sind die betr. Listen an die Mitglieder gegangen und es ist nur traurig, daß, da es doch sicher mindestens 300 Kollegen in Bayern gibt, kaum die Hälfte bis jetzt angeschlossen ist.

ad 2. berichtete der Schatzmeister, daß die Einnahmen bisher Mk. 622.50 betrugen, die Ausgaben dagegen Mk. 503.20. Der Kassenbestand ist also Mk. 119.30, wozu noch Mk. 45 an rückständigen Mitgliederbeiträgen kommen.

ad 3. referierte Herr Kollege Fink aus Würzburg über die Vorstellung des dortigen Vereines, welcher hervorhebt, daß in den Modejournalen, Romanen und auch sonst in Tagesblättern systematisch gegen das Tragen von Schmuck agitiert wird. Es liegen

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