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befinden, wie z. B. Studenten, Techniker, Einjährig-Freiwillige, junge Kaufleute, Lehrlinge u. s. w. Für sie liegt zwar eine allgemeine Ermächtigung vor, eine Wohnung zu mieten, sich zu beköstigen, Bücher anzuschaffen u. s. w., aber auch diese vorauszusetzende allgemeine Ermächtigung erstreckt sich keineswegs auf die Befriedigung von Luxusbedürfnissen, und der Goldschmied kann auf sie nicht Bezug nehmen. Er kann nach alledem mit Minderjährigen nur Kreditgeschäfte abschließen, wenn es sich um geringfügige Summen handelt, die er im Notfall noch schmerzen kann. Aber selbst Bargeschäfte mit Minderjährigen haben ihr Bedenkliches. Hat der Minderjährige von dem ihm übersandten Geld, das er dazu verwenden sollte, Wohnungsmiete, Kollegiengelder, eine Schneiderrechnung u. s. w. zu bezahlen, bei dem Goldschmied einen Ring für ein geliebtes Wesen“ gekauft, also den Goldschmied aus Mitteln bezahlt, die gar nicht zu seiner freien Verfügung gestanden, so muß der Goldschmied den empfangenen Betrag einfach wieder herausgeben, und wenn der Minderjährige nicht mehr im Besitz des gekauften Schmuckstückes ist, so hat er das leere Nachsehen. Vorsicht ist also die Mutter der Weisheit bei Geschäften mit Minderjährigen.

b) Haftet der Ehemann für die Schulden seiner Ehefrau? Die Frau bedarf zu Rechtsgeschäften nicht mehr der Genehmigung des Ehemannes, wie dies früher landrechtlich oft der Fall war.

Sie kann sich selbst verpflichten. Hat der Goldschmied einer Ehefrau ein Schmuckstück verkauft, Reparaturen an einem solchen ausgeführt, so haftet ihm für die Bezahlung zunächst die Ehefrau mit ihrem Vermögen. Freilich das eingebrachte Vermögen nur dann, wenn der Ehemann seine Genehmigung zu dem Kauf ausgesprochen hat oder noch nachträglich gibt. Gibt er sie nicht, so kann sich der Goldschmied nur an das vorbehaltene Vermögen der Ehefrau halten, wenn sie solches besitzt. Ist keins vorhanden, so kann er nur die Herausgabe des gelieferten Schmuckstückes, wenn es noch da ist, fordern.

Oft wird die Frau aber überhaupt kein eigenes Vermögen besitzen

und der Gegenstand vielleicht gar nicht mehr in ihrem Besitz sein.

Es gibt aber auch Fälle, in denen durch Rechtsgeschäfte der Frau der Mann selbst verpflichtet wird. Die Frau verpflichtet den Mann durch alle Geschäfte, welche innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises abgeschlossen werden. Der Frau ist die sogenannte ,,Schlüsselgewalt" eingeräumt. Für alles, was sie in Ausübung dieser Gewalt tut, haftet der Ehemann. Die Rechtsgeschäfte gelten als im Namen des Mannes abgeschlossen. Wann ist das bei Rechtsgeschäften mit Goldschmieden der Fall?

Sicherlich überall da, wo es sich um Reparaturen handelt. Daß ein zerbrochenes oder sonst schadhaft gewordenes Schmuckstück repariert wird, gehört zur Ordnung in der Wirtschaft. Die Ehefrau bleibt, wenn sie es dem Goldschmied zur Reparatur übergibt, in ihrem häuslichen Wirkungskreise, und der Ehemann hat für die Reparaturkosten aufzukommen.

Aber auch der Kauf fertiger neuer Sachen fällt unter Umständen unter die Schlüsselgewalt. Die Ehefrau kauft einen Ring, ein Kreuzchen usw. zu einem Konfirmationsgeschenke für die Tochter einer befreundeten Familie, für eine Verwandte oder ein Korallenkettchen für ein eignes Kind zum Geburtstag. Hier liegt die teilweise Erfüllung gesellschaftlicher Verpflichtungen vor, die ebenfalls in den häuslichen Wirkungskreis gehören, oder es sind überhaupt Leistungen, welche direkt zur Führung des Hauswesens gehören, nämlich da, wo es sich um Gelegenheitsgeschenke für die eigenen Kinder handelt.

Niemals aber hat der Mann aufzukommen, wenn die Ehefrau bei ihren Einkäufen über das nach den Verhältnissen der Familie gebotene Maß hinausgeht oder für sich selbst kostbare Schmuckgegenstände kauft. Solche Geschäfte verlassen den Rahmen, weshalb dessen die Ehefrau mit ihren Rechtshandlungen kraft ihrer Schlüsselgewalt den Mann verpflichten kann.

Es ist also auch bei Geschäften mit Ehefrauen Vorsicht für den Goldschmied am Platze!

Protokoll

der Zweiten ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württembergs

am Sonntag, den 24. Mai 1903, auf der Silberburg zu Stuttgart.

Stenographisch aufgenommen von Kammerstenograph Schöck, Stuttgart.
Tagesordnung:

Gold- und Silberschmiede Württembergs mit dem Vortrag des 1. Bericht über die Vereinstätigkeit.

Jahresberichts.
2. Jahresabrechnung.

1. Bericht über die Vereinstätigkeit.
3. Entlastung des Ausschusses.
4. Satzungsänderung.

Aus den inneren Angelegenheiten des Vereins, der am 17. März 5. Wahlen.

1901 gegründet wurde, ist hervorzuheben, daß die Zahl der Mit6. Anträge von Mitgliedern.

glieder heute 85 beträgt, und zwar 52 Detailleure und 33 Fabri7. Verbandstag in Köln, 1. bis 4. August.

kanten. Mit Tod abgegangen sind im letzten Jahr zwei Mit8. Allgemeines.

glieder: unser hochverehrter stellvertretender Vorsitzender, Herr

Emil Klein-Stuttgart, und unser geschätztes Mitglied Herr Otto Der Vorsitzende des Württembergischen Vereins, Emil Foehr,

Kaempff-Heilbronn. Der Verein verliert an ihnen zwei eifrige eröffnet die zahlreich besuchte Versammlung um 1/2 11 Uhr mit und tüchtige Mitglieder. Zum Zeichen ehrenden Angedenkens folgenden Worten:

bitte ich Sie, meine Herren, sich von Ihren Plätzen zu erheben. Hoch verehrte Herren!

(Geschieht.) Bei der heute vorzunehmenden Satzungsänderung Für Ihr zahlreiches Erscheinen bestens dankend, heiße ich Sie wird der Ausschuß unter anderem auch die Aufnahme der Grossisten alle herzlich willkommen! Als Gast begrüßen wir Herrn Hof- in den Verein beantragen, welche nach dem Dresdener Beschluß juwelier Bertsch von Karlsruhe, den Vorsitzenden des Vereins der nun auch Mitglied des Verbandes werden können. Ich hoffe zuJuweliere, Gold- und Silberschmiede des Großherzogtums Baden. versichtlich, daß die Zahl der Mitglieder des Vereins beträchtlich

Bertsch-Karlsruhe: Meine Herren! Ich habe die angenehme steigt. Es fehlt aber immer noch eine größere Anzahl von DePflicht, Ihnen den herzlichsten Dank zu sagen für die liebenswürdige tailleuren und Fabrikanten Württembergs, welche notwendig auch Einladung von seiten Ihres Vereins zu der heutigen Versammlung. dem Verein beitreten müssen, wenn wir etwas Rechtes erreichen Ich hoffe und wünsche gern, daß die Verhandlungen des heutigen wollen. Einigkeit macht stark, meine Herren; je größer die Einig. Tages Ihrem Verein zum Segen gereichen mögen. Zugleich habe keit, desto stärker werden wir, und Einigkeit tut not, wenn wir ich die angenehme Pflicht, Ihnen die freundschaftlichen Grüße des unser Gewerbe ernstlich heben wollen. Ich komme nun auf die badischen Vereins zu überbringen. Mögen die gegenseitigen freund- Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre zu sprechen und schaftlichen Beziehungen der beiden Vereine auch fernerhin be- möchte hier in erster Linie die Bemühungen des Vereins um das stehen bleiben! (Bravo!)

Zustandekommen einer süddeutschen Besteckkonvention hervorVorsitzender Emil Foehr: Ich eröffne nunmehr die heutige heben. Daß das Besteckgeschäft auch in Süddeutschland einer zweite ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins der Juweliere, Regelung dringend bedarf, darüber wird wohl niemand im Zweifel

sein; es handelt sich nur noch darum, eine Einigung zu erzielen. Aber die Ansichten über die Höhe des Minimalnutzens gehen noch zur Zeit auseinander. Während 25% vorgeschlagen sind, glaubt der kleine Goldschmied, mit diesem Nutzen nicht bestehen zu können, wogegen der Grossist schon 15% für ausreichend hält. Bis auf den Platz Frankfurt wäre es in Süddeutschland wohl schon möglich, eine Konvention durchzuführen, d. h. die starke Mehrheit dafür zu gewinnen; man will aber gerade diesen schwierigen Platz nicht ausschließen, wenn nicht absolut nötig. Frankfurt will sich aber wieder nach Berlin richten, und dies ist bekanntlich der schwierigste Platz. Berlin ist der Hemmschuh, warum es mit der Besteckkonvention in Deutschland nicht vorwärts geht. Und hier sind die Berliner selbst daran schuld. Warum raffen sie sich nicht auf, um endlich einmal Ordnung in das so zerfahrene Besteckgeschäft zu bringen? Stark die Hälfte würde hierzu genügen! Aber wenn Versammlungen speziell zu diesem Punkt ausgeschrieben werden, so erscheinen von den vielen Hunderten Gold- und Silberschmieden Berlins, welche Bestecke führen, höchstens dreißig; denn die große Mehrzahl steht der Sache vollständig gleichgültig gegenüber. Auf diese Weise kann natürlich eine Besserung der bestehenden Verhältnisse nie herbeigeführt werden. Nehmen wir uns den Verein von Rheinland und Westfalen zum Muster, der eine Besteckkonvention glänzend durchgeführt hat und mit den Resultaten sehr zufrieden ist! Diese Konvention enthält den Passus, daß sie außer Kraft tritt, wenn es sich um eine Konkurrenz mit Berlin oder Frankfurt handelt. Auf diese Weise könnte vielleicht auch eine süddeutsche Konvention zu stande kommen. Mir persönlich wäre es jedoch lieber, wenn wir Frankfurt dabei hätten. Ich halte es für viel richtiger, wir versuchen, uns mit Frankfurt zu einigen und leben mit unseren dortigen Kollegen im Frieden. In Bayern ist auch nicht alles so, wie es sein sollte; aber ich glaube, bei einigem guten Willen wird sich da eine Einigung erzielen lassen. Das übrige Süddeutschland ist gesichert. Hoffen wir nun von dem diesjährigen Verbandstag in Cöln eine weitere Klärung der Besteckfrage, damit wir endlich einen Schritt vorwärts kommen. Die Berliner Kollegen aber bitten wir, jetzt endlich Ernst zu machen und einen Entschluß in dieser wichtigen Frage herbei. zuführen.

Wegen unlauteren Wettbewerbs war der Verein verschiedene Male genötigt, vorzugehen. Der erste Fall betraf den Kaufmann Sigmund Meyer in Firma Popper & Meyer in Pforzheim, der mehrere Wochen vor Weihnachten mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers eine Versteigerung in Stuttgart abhalten wollte, unter der Angabe, daß es sich um gepfändete Juwelen handle, welche einen Taxwert von etwa 10000 Mark repräsentierten. Bei näherer Beleuchtung stellte sich dann die Versteigerung als ein ganz raffinierter Schwindel dar, und wurde dieselbe durch energisches Einschreiten des Vereins noch im letzten Augenblicke gerichtlich verhindert. Der Fall wird in der nächsten Zeit vor Gericht seine Erledigung finden. Nachdem die Staatsanwaltschaft den Fall in die Hand genommen hat, tritt jetzt der Verein als Nebenkläger auf. Den zweiten Fall veranlaßte ein Angestellter von Gebr. Kalten. bach in Altensteig, namens Schick, durch Versendung von schwindelhaften Zirkularen mit Abbildungen an Private, in denen er sich als Fabrikant und Besitzer einer Silberscheideanstalt ausgab. Erschwert wurde dieser Fall noch dadurch, daß die versilberten Bestecke bei weitem nicht die Silberauflage hatten, die ihnen aufgestempelt war. Das Urteil ist vor kurzem im Schwäbischen Merkur und in der Deutschen Goldschmiedezeitung bekannt gegeben worden. Zu bedauern ist, daß die Firma Kaltenbach diese unlauteren Machenschaften eines ihrer Angestellten unterstützt hat. Im dritten Fall ist es ein Kaufmann Paul Friedemann (Ch. Steiner Nachfolger) von Stuttgart, welcher durch unlautere Inserate Neuen Tageblatt sich zunächst eine Verwarnung von seiten des Vereins zuzog.

Auf Abschlagszahlung, pries er Beamten Goldwaren usw. an mit der Unterschrift „postlagernd Fabrikvertretung“; dabei holte er seine Waren beim Detailleur, und bis dieselben in die Hände des Opfers kamen, war ein Nutzen von annähernd hundert Prozent darauf. Sie dürfen überzeugt sein, meine Herren, dah der Ausschuß alle derartigen Fälle aufs sorgfältigste und mit der größten Energie behandelt; wollen Sie uns daher stets solche Fälle sofort bekanntgeben unter Miteinsendung des nötigen Beweismaterials. Gehören hierzu Bekanntmachungen aus Zeitungen, so ist es erforderlich, die ganze Zeitung, nicht bloß den betreffenden Ausschnitt, beizufügen!

Zur Verhütung des Hausierhandels mit Goldwaren usw. in Kasernen und Staatswerkstätten wurden vom Verein Eingaben an das württembergische Kriegsministerium und an die Generaldirektion der württembergischen Staatseisenbahnen gerichtet. Interessant ist, daß einer Aufforderung des Vorsitzenden des Vereins, Belege über derartige Fälle einzusenden, aus Württemberg nicht entsprochen werden konnte!

Betreffs Erneuerung der Handelsverträge wurden von seiten des Vereins die Wünsche der württembergischen Gold- und

Silberwarenfabrikanten der Königlich württembergischen Zentralstelle für Gewerbe und Handel unterbreitet.

Aus Angelegenheiten des Deutschen Verbandes, dem der Verein als Mitglied angehört, ist hervorzuheben der in jeder Be. ziehung schön verlaufene Verbandstag in Dresden, worüber die Mitglieder, welche nicht dabei waren, das Nähere in der Fachpresse gelesen haben werden. Von Wichtigkeit ist ferner der in Hamburg gefaßte Beschluß von seiten des Vorstandes und Ausschusses des Verbandes über das Detaillieren von Fabrikanten und über das Liefern von Waren an Firmen, welche mit der Branche nichts zu tun haben. Erfreulicherweise kann bereits eine Besserung hierin konstatiert werden, wenn es auch immer noch einige Fabrikanten gibt, welche das Detaillieren nicht lassen können und die an Geschäfte liefern, welche nicht zur Branche gehören. Die Firma P. Bruckmann & Söhne, Heilbronn, hat jetzt das Detaillieren außerhalb Heilbronns definitiv aufgegeben; für den Platz Heilbronn dürfte sich wohl bald eine geeignete Ver. tretung durch einen dortigen Juwelier finden. Es wird dieser Ent. schluß allgemein freudig begrüßt werden und werden sich die Herren Detailleure gewiß dafür erkenntlich zeigen. Von allge. meinem Interesse dürfte noch sein, daß in Berlin unter Mitwirkung des Verbandes eine Zentralstelle Deutscher industrieller Fachvereine gegründet worden ist. Der Verbandsvorsitzende, Herr Wilhelm Fischer, gehört dem Ausschuß an. Ich schließe hiermit meinen Bericht und hoffe, daß Sie den Eindruck gewonnen haben werden, daß der Verein auf eine erfolgreiche und zufrieden. stellende Tätigkeit im verflossenen Jahre zurückblicken kann. Aber Sie haben auch gesehen, daß wir alle energisch zusammenarbeiten müssen, wenn wir etwas Tüchtiges erreichen wollen! (Beifall.)

II. Jahresabrechnung. Dieselbe wird von dem Schatzmeister des Vereins, Fabrikant Albert Reitz in Firma Fr. Pfälzer & Söhne, Stuttgart, vorgetragen und von der Versammlung einstimmig genehmigt. Der Stand der Kasse ist ein günstiger. Hierauf wird III. dem Ausschuß für seine Tätigkeit im vergangenen Jahr einstimmig Entlastung erteilt.

IV. Satzungsänderung. Vorsitzender Emil Foehr: Nachdem eine Aenderung der Vereinssatzung behufs Ermöglichung der Aufnahme von Grossisten in den Verein notwendig war, hat der Ausschuß die ganze Satzung einer Revision unterzogen und macht folgende Abänderungsvorschläge: 1) in § 2 Abs. 1: Erforderlich für die Mitgliedschaft ist, daß das Juwelier., Gold- und Silberschmiedegewerbe selbständig als „Laden-, Arbeits-, Fabrik- oder Engrosgeschäft“ betrieben wird (anstatt: ,Ladengeschäft, Arbeitsgeschäft oder fabrikmäßig"). 2) in § 5 Abs. 2: Der Ausschuß soll nicht mehr wie bisher aus dem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und fünf weiteren Mitgliedern bestehen, sondern aus dem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und zehn weiteren Mitgliedern. 3) S 5 Abs. 3 soll neu aufgenommen werden wie folgt: „In den Ausschuß sind vier Mitglieder aus den Kreisen der Fabrikanten und Grossisten zu wählen.“ 4) der $ 6 Abs. 2c ist entsprechend dem Abs. 2 des $5 abzuändern, also statt „fünf Ausschußmitgliedern“ zu setzen: „zehn Ausschußmitglieder“. 5) $ 6 Abs. 4: Zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung soll künftig nicht mehr der Antrag von zehn Mitgliedern genügen, sondern, mit Rücksicht auf die größere Mitgliederzahl, der Antrag von zwanzig Mitgliedern. Alle diese Anträge des Ausschusses, wie auch die Anträge auf einige unbedeutende redaktionelle Aenderungen, werden von der Versammlung ein. stimmig gutgeheißen.

V. Wahlen. a) Wahl des Vorsitzenden. Kiesel-Ludwigsburg schlägt vor, den bisherigen Vorsitzenden, Emil Foehr-Stuttgart, per Akklamation wiederzuwählen. Er habe den Verein auch im letzten Jahr wieder in vorzüglicher und un. eigennützigster Weise geleitet und verdiene die Anerkennung und den Dank des Vereins in reichstem Maße. (Beifall.) Herr Emil Foehr wird hierauf per Akklamation zum Vorsitzenden des Vereins wiedergewählt.

Vorsitzender Emil Foehr dankt für das aufs neue bewiesene Vertrauen und erklärt die Annahme der Wahl.

b) Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden. Menner-Stuttgart schlägt vor (da der bisherige stellvertretende Vorsitzende mit Tod abgegangen ist), Fabrikant Albert Reitz-Stuttgart per Akklamation zum stellvertretenden Vorsitzenden zu wählen. Die Versammlung entspricht diesem Vorschlag.

Albert Reitz-Stuttgart dankt für die Wahl und verspricht, „seinem Vorbild, Herrn Foehr“, nachzueifern.

c) Wahl der weiteren Ausschußmitglieder. Durch schriftliche Wahl werden folgende Herren in den Aus. schuß des Vereins gewählt:

1. Hugo Böhm, Gmünd.
2. Heinrich Brändle, Backnang.
3. Ernst Bruckmann, Heilbronn.
4. Kommerzienrat Faber, Gmünd.
5. Wilhelm Kiesel, Ludwigsburg.
6. Adolf Klein, Stuttgart.
7. Adolf König, Heilbronn.
8. Ernst Menner, Stuttgart.
9. Richard Nille, Stuttgart.

10. Carl Staufert, Göppingen. Sämtliche Gewählte nehmen die Wahl an. d. Wahl der Rechnungsprüfer und deren Stellvertreter

Per Akklamation werden gewählt die von dem Ausschuß vorgeschlagenen Herren, nämlich als Rechnungsprüfer: Alfred FuesStuttgart. Carl Kommerell-Stuttgart. – Als deren Stellvertreter: Martin Rauscher-Stuttgart. Carl Wall-Stuttgart.

VI. Anträge von Mitgliedern. Vorsitzender teilt mit, daß keine Anträge von seiten der Mitglieder eingegangen sind.

VII. Verbandstag in Cöln. Von dem Vorsitzenden des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Rheinland und Westfalen, Hofjuwelier BeckerCöln, ist folgendes Einladungsschreiben an den Verein ergangen:

„Sehr geehrte und liebwerte Kollegen! Die Zeit des diesjährigen Verbandstages der deutschen Juweliere naht heran und eifrig sind wir dafür bemüht, den Teilnehmern einen würdigen Empfang und festliche Tage zu bereiten. Als leuchtendes Vorbild lassen wir uns die früheren Veranstaltungen zur gleichen Gelegenheit und nicht zum mindesten Ihre unübertrefflichen Verdienste im Jahre 1901 dienen. Wir haben uns erlaubt, jedem von Ihnen bereits ein bezügliches Rundschreiben mit Programm zu übersenden; trotzdem halten wir es für unsere Pflicht, Sie, als die Mitglieder des ganz besonders geschätzten württembergischen Brudervereins, hierdurch nochmals auf das herzlichste und dringendste einzuladen, den Verbandstag zu besuchen und unsere Gäste zu sein. Es wird uns eine wirkliche Herzensfreude bereiten, Sie im alten Cöln begrüßen und feiern zu dürfen! Indem wir uns der Hoffnung auf ausgedehnte Erfüllung dieses Wunsches hingeben, wünschen wir Ihnen noch für Ihre zweite Mitgliederversammlung den allerbesten Erfolg und verbleiben

mit kollegialen und freundlichen Grüßen Verein der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von

Rheinland und Westfalen.

Carl Becker.“ Vorsitzender Emil Foehr teilt, anschließend an diesen Brief, der große Freude hervorrief, das Programm für den Cölner Verbandstag mit und fordert zu reger Beteiligung an dem Verbandstag auf, Die Beteiligung aus Württemberg verspricht eine lebhafte zu werden.

Lachenmaier-Stuttgart spricht die Hoffnung aus, daß der diesjährige Verbandstag nicht auseinandergehe, ohne daß man sich endlich einmal über ein einheitliches Ringmaß für ganz Deutschland geeinigt habe.

Vorsitzender Emil Foehr: Das Krimnitzsche Ringmaß ist leider ungenau und entspricht nicht allen Anforderungen, die an ein solches gestellt werden müssen. Dagegen hat die Firma Eugen Textor in Gmünd auf meine Anregung ein sehr gut und präzis gearbeitetes Ringmaß, das allen Wünschen entsprechen dürfte, angefertigt und wird es in Zeitkürze in der Fachpresse bekannt geben.

VIII. Allgemeines. Menner-Stuttgart verliest einige Briefe. · Sie betreffen das „Papier-, Schreibwaren- und Tapetengeschäft von Hein

rich Sting in Tübingen“, dessen Inhaber auch Gold- und Silberwaren, und zwar nach seiner eigenen Angabe , für Tausende von Mark“ jährlich, verkauft, dem aber die Firma Bruckmann & Söhne in Heilbronn nunmehr die Lieferung von Silberwaren verweigert hat. Es wird beschlossen, zunächst bei dem Steueramt Tübingen anzufragen, ob Sting auch für den Verkauf von Goldund Silberwaren Gewerbesteuer bezahlt.

Besteckkonvention. Lachenmaier-Stuttgart ist der Ansicht, daß eine Besteckkonvention den mittleren und kleineren Geschäftsleuten nur schaden werde, sofern die Bestecke dann billiger als bisher verkauft werden müssen. Es werde auch kaum möglich sein, alle Juweliere eines Platzes unter einen Hut zu bringen. Derjenige, der dann billiger verkaufe, werde das ganze Geschäft machen. Außerdem werde mit einer Konvention den großen Geschäften in die Hände gearbeitet, denn das Publikum werde dort immerhin eine größere Auswahl antreffen.

Vorsitzender Emil Foehr: Zunächst handelt es sich nur um einen Versuch. In Rheinland und Westfalen haben sowohl die großen als die kleinen Juweliere mit der Besteckkonvention gute Erfahrungen gemacht, und auch von den Mitgliedern des württembergischen Vereins hat sich auf ergangene Anfragedie große Mehrzahl für eine Konvention ausgesprochen. Der Einwand, daß man mit geringerem Nutzen verkaufen müsse, ist nicht zutreffend; denn die 25% Zuschlag, die beantragt sind, stellen ja nur den Minimalnutzen dar, und es ist jedermann unbenommen, einen höheren Nutzen zu verlangen. Die Sache hängt aber zunächst von Berlin und Frankfurt ab.

Rein möller-Stuttgart ist gleichfalls der Ansicht, daß eine Konvention nur von Nutzen sein kann. Denjenigen Juwelieren, die der Konvention nicht beitreten und unter den vereinbarten Preisen verkaufen, werde von den Fabrikanten nichts mehr geliefert.

Kiesel-Ludwigsburg bringt die Verhältnisse in Ulm zur Sprache, wo fast jeder Uhrmacher Gold- und Silberwaren führe. Er warnt die Kollegen davor, Uhren zu führen, um nicht den Interessengegensatz zwischen Goldschmied und Uhrmacher noch zu verschärfen.

Vorsitzender Emil Foehr: Der Verein für Kunst und Altertum“ in Biberach beabsichtigt, an dem Geburtshaus des berühmten Goldschmieds Dinglinger, einem geborenen Biberacher, eine Gedenktafel anzubringen. Es wird von seiten des Vors .sitzenden des Vereins an die deutschen Goldschmiede ein Aufruf zur Stiftung von Beiträgen zu den Kosten dieser Gedenktafel ergehen.

Weiter bringt er zur Sprache eine

Eingabe des Würzburger Vereins an den Verband, die bezweckt, mit den tonangebenden Herren der Mode eine gütliche Vereinbarung zu treffen, daß sie dem Tragen von Schmuck nicht entgegentreten, keine Gegenreklame machen und bei Farbe und Schnitt der Damenkleidung darauf achten, daß Schmuck getragen werden kann. Alle interessierten Kreise (Fabrikanten, Grossisten und Detailleure) sollen zu einer Beitragsleistung für den zu erreichenden Zweck herangezogen werden. Die Versammlung beschließt, diese Eingabe aufs wärmste zu unterstützen.

Hierauf schließt der Vorsitzende unter nochmaligem Danke für das Erscheinen und für die Aufmerksamkeit, mit welcher den Verhandlungen gefolgt wurde, um 2 Uhr nachmittags die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des württembergischen Vereins.

Anschließend an die Versammlung fand gemeinschaftliches Mittagessen in den unteren Räumen der Silberburg statt. Eine gesellige Unterhaltung mit Damen bildete den würdigen Abschluß des so schön verlaufenen württembergischen Goldschmiedetags.

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Personalien und Geschäftsnachrichten.

Geschäftsnachrichten. Herr Rudolf Bacherer in Firma Moritz Hansch, Bijouteriefabrik in Pforzheim, erwarb das Haus der in Liquidation getretenen Firma Joh. M. Volz. – Herr Heinrich Dieterle in Pforzheim sah sich genötigt, seine Emailleanstalt bedeutend zu vergrößern. -- Aus der Firma Meyle & Mayer, Silberwarenfabrik in Pforzheim, ist der bisherige Teilhaber, Herr Ludwig Meyle, ausgetreten. – Die Firma Louis Reik in Pforzheim, Exportgeschäft für Bijouterie, gibt bekannt, daß die Prokura des Kaufmanns Eugen Rosenbaum erloschen und solcher als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma eingetreten sei. Die Firma Gebrüder Großhans, Bijouteriefabrik für Export, hat

sich im Handelsregister zu Pforzheim streichen lassen. Herr Gg. Schölch in Pforzheim nimmt Vergrößerungen in seiner Etuis- und Etallagenfabrik vor. – Die Prokura des Herrn Josef Groß für die Pforzheimer Zweigniederlassung der Firma Bindert & Lettré in Berlin ist erloschen. In das Handelsregister zu Pforzheim wurde eingetragen: Gruner & Kappler, Bijouteriefabrikation. Inhaber sind die Herren Techniker Karl Gruner und Techniker Friedrich Kappler. -- Die Württembergische Metallwarenfabrik in Geislingen (Württemberg) hat sich entschlossen, in St.-Louis eine Musterstätte von Erzeugnissen ihrer verschiedenen Fabriken zu eröffnen. Herr Nathan Markus Oppenheim Nachf. in Frankfurt a. M., Edelsteinhandlung, hat seine Geschäftslokalitäten nach der Kaiserstraße 31 daselbst verlegt. In die Firma Eduard Lohf, Stuttgart, wurde als Teilhaber der Neffe des bisherigen alleinigen Inhabers, Herr Hermann Lohk, aufgenommen. Die Bijouterie - Engrosfirma Haeberlen & Wentz in Pforzheim hat neue Geschäftsräume, Ispringerstr. 16 daselbst, bezogen. Herr Hermann Kröner ist aus der Firma G. H. Kröner, Bijouteriefabrik für Export in Pforzheim, ausgetreten. - Die Firma Huber & Oelschläger, Ringfabrik in Pforzheim, hat sich aufgelöst. Herr Friedrich Oelschläger, der Techniker der bisherigen Firma, wird das Fabrikationsgeschäft in neuen Lokalitäten, Oestliche Karl Friedrichstraße 80, weiter betreiben, Herr Karl Huber wird ein Engrosgeschäft in Bijouterie gründen. Die Firma Lutz & Weiß, Silberwarenfabrik in Pforzheim, hat die ihrem Etablissement vis-a-vis liegenden Gebäulichkeiten der Aktiengesellschaft Kollmar & Jourdan käuflich erworben. Sie beabsichtigt, teilweise Arbeiterwohnungen in denselben zu errichten. Die Bijouterie-Engrosfirma L. F. Brenner & Cie. in Pforzheim teilte dem dortigen Amtsgerichte mit, daß die Kommanditeinlage erhöht worden sei. – Die Firmen Abrecht & Cie., Bijouteriefabrik, und Nonnenmann & Fink, Kettenfabrik in Pforz. heim, sind gelöscht worden. Die Liquidation der ersteren hat Herr Emil Rau übernommen, letztere ist auf den bisherigen Teilhaber Georg Fink allein übergegangen. Neu eingetragen ins Handelsregister wurde die Edelsteinfirma Emil Steudle in Pforzheim. Dagegen gelöscht die Fabrikationsfirma Raible & Mürrle, offene Handelsgesellschaft in Pforzheim. Die Firma Gebrüder Müller, Kettenfabrik in Dillweißenstein mit Filiale in Ellmendingen ist auf den Kaufmann Christof Müller übergegangen, und der Sitz der Firma wurde nach Pforzheim verlegt. Die Vertretung der Edelsteinhandlung und Schleiferei Ferd. Durych in Turnau am Pforzheimer Platz (Andreas Stahl) befindet sich nunmehr Zerrennerstraße 8 II daselbst. – Die Firma C. W. Budde in Barmen lautet jetzt Adolf Budde, Präzisionswerkstatt für Feinmechanik, Herstellung des Gravierapparates D.R.P. No. 138 522 und der Ringeinlagen D. R. G. M. 47 349. Auf ein zehnjähriges Bestehen konnte die Kettenfabrik L. Manz in Pforzheim zurückblicken, was dem Inhaber Veranlassung gab, ein größeres Fest seinem Personal, das ca. 100 Personen zählt, zu geben. Herrn Manz wurden bei dieser Gelegenheit wertvolle Geschenke überreicht.

Die Firma Robert Bommas in Gmünd ist durch Kauf an den langjährigen Mitarbeiter und technischen Leiter des Geschäfts, Herrn Hermann Bommas, mit sämtlichen Aktiven und Passiven übergegangen und wird in unveränderter Weise von demselben weitergeführt. Der Silberwarenfabrikant Emil Pohl, Berlin, Ritterstraße 6, hat die Erbauung einer Fabrik auf dem Grundstück Alexandrinenstraße 50 beschlossen. - Die Firma Hosse & Schlingo loff in Hanau teilt ihrer Kundschaft durch Zirkular mit, daß sie ihren langjährigen Mitarbeiter und Prokuristen, Herrn Otto Hosse, Sohn des Herrn Carl Hosse, und Herrn Ludwig Koltze, Schwager des verstorbenen Herrn Eduard Schlingloff, in ihre Firma als Teilhaber aufgenommen hat. Die allen Lesern wohlbekannte Firma C. Bauer, Maschinen- und Werkzeugfabrik, Handlung feiner Halbedelsteine in München, teilt durch Zirkular mit, daß sie ihrem langjährigen treu bewährten Mitarbeiter, Herrn Paul Leistner, Prokura erteilt hat. - Die Similischmuckwarenfabrik W. Frey & Cie. in Pforzheim hat behufs Vergrößerung des Geschäfts größere Umbauten an ihrem Fabrikgebäude vorgenommen.

Herr Fritz Bemberg, Silberwarenfabrik in Pforzheim, bezieht demnächst neue Geschäftsräume in der Berggasse, da sich die bisherigen als zu klein erwiesen haben. Herr Doublékettenfabrikant Gust. Weizsäcker in Pforzheim erwarb das Anwesen Lindenstraße 23 um den Preis von 63 000 Mk.

Am 1. v. M. waren es 40 Jahre, daß der Silberarbeiter Herr Georg Kniest ununterbrochen in dem Geschäft des Königl. Hofjuweliers W. Range in Cassel tätig war. Aus diesem Anlaß wurden ihm seitens der Geschäftsinhaber und von seinen Kollegen viele Ehrungen zu teil. Der Königl. Polizeipräsident Graf v. Berg erschien persönlich, um dem Jubilar im Auftrage S. Majestät des Kaisers das Allgemeine Ehrenzeichen zu überreichen.

Neuetablierungen. In Bonn a. Rh. etablierte Herr Jos. Beck ein kunstgewerbliches Atelier für Gold- und Silberwaren, Anfertigung und Umarbeiten von Juwelen, Ringen und Broschen etc. – Unter der Firma B. Brams in Duisburg, Münzstr. 5, wurde ein Juwelen-, Uhren-, Gold-, Silber- und Alfenidewarengeschäft eröffnet.

Auszeichnungen. Der Großherzog hat dem Herrn Fabrikanten B. H. Mayer in Pforzheim, Inhaber von B. H. Mayers KunstPräge-Anstalt dortselbst, das Prädikat Hoflieferant verliehen. Die Herren Fabrikanten Jul. Steinheuer und Heinr. Brüning in Hanau sind zu Mitgliedern der Direktion der Kgl. Zeichenakademie daselbst bestellt worden.

Todesfälle. Am 28. Mai verschied in Karlsbad, wo er zur Kur weilte, der Mitinhaber und Begründer der weit über Schlesiens Grenzen hinaus altrenommierten Breslauer Firma Karl Frey & Söhne, Hofjuweliere in Breslau, Herr Karl Frey, im 65. Lebensjahre. Der

Verstorbene, der sich in den weitesten Kreisen der Bürgerschaft allgemeiner Wertschätzung erfreute, war am 9. März 1838 zu Freiburg in Schlesien als Sohn des Inhabers einer schon seit über 100 Jahren bestehenden und auch heute dort noch blühenden Juwelierfirma Karl Frey & Söhne geboren, genoß seine technische Ausbildung als Juwelier in Hanau und Paris und gründete mit seinem Bruder Julius zusammen im Jahre 1862 als Filiale des väterlichen Geschäftes in Breslau die bekannte Juwelenhandlung Karl Frey & Söhne, mit welcher eine kunstgewerbliche Werkstätte verbunden wurde, deren Oberleitung in den Händen des Verstorbenen lag. Diese mit derselben verbundene kunstgewerbliche Werkstätte trug Herrn Karl Frey, ihrem Begründer und Leiter, im Jahre 1881 die goldene Staatsmedaille für kunstgewerbliche Leistungen ein. Der Verstorbene bekleidete auch das Amt eines Vorstehers des Knabenhospitals in der Breslau-Neustadt. Die Bei. setzung fand am 2. Pfingstfeiertage in der Familiengruft auf dem Maria-Magdalenen-Kirchhofe zu Breslau statt und gestaltete sich zu einer, dem Verdienste des Verblichenen entsprechenden, würdigen und erhebenden Feier. In St. Gallen (Schweiz) starb Herr Juwelier Carl Bryner, eine in Fach- und Mitbürgerkreisen wohl. angesehene Persönlichkeit.

Vermischtes. Eine neuartige fremdsprachige Handelsschule für das Goldund Silberwarenfach plant Herr Lehrer Schottmüller in Pforzo heim. Ausgehend von dem hohen Werte fremder Sprachen für unser Fach, welches seine Erzeugnisse zum größten Teil nach dem Auslande absetzt, mit dem in der Sprache des betreffenden Landes korrespondiert werden muß, will Herr Schottmüller seine Schüler an der Hand von Originalbriefen der betr. Sprachen in die eigen. tümlichen Fachausdrücke und die Eigenart des Verkehrs mit den verschiedenen Ländern einführen und auf diese Art den bisher meist nur abstrakten theoretischen Unterricht durch eine Art praktischen Anschauungsunterricht, wenn man so sagen kann, ersetzen. Der Schüler soll unter der Leitung des Herrn Schottmüller und anderer Lehrer, die den betreffenden Nationen angehören, und die außerdem Fachleute der Bijouterie sind, die Briefe analysieren. sich die verschiedenen Fachausdrücke einprägen und die Antwort verfassen. Daran soll sich eine freie Unterhaltung in der fremden Sprache über den Inhalt des Briefes schließen, um dem Schüler auch in der Konversation die nötige Uebung zu geben, die im persönlichen Verkehr mit den Ausländern von allergrößtem Werte ist, da es sich dabei um wichtige Unterhandlungen über Ausführung und Preis der Ware, Ziel u. s. w. handelt. Daran werden sich Anleitungen über auf der Reise sich ergebende fremdsprachliche Gespräche, Verkehr mit Zollbehörden, Punzierungsämtern u. dergl. anschließen, so daß die Schüler eine durchaus sachgemäße, gründliche Fachausbildung in fremden Sprachen erhalten. Die Verwirklichung dieses Planes ist für unser Fach von allergrößtem Werte und wünschen wir Herrn Schottmüller besten Erfolg bei der Durchführung desselben.

Die Juwelen, Gold- und Silberwaren aus der Sammlung von Lelong in Paris gelangen in der Zeit vom 16.--20. Juni zur öffentlichen Versteigerung und werden vorher öffentlich ausgestellt.

Die 6 großen silbernen Platten (je 2 Braten-, Fisch- und Servierplatten) und 2 Gemüseschüsseln, welche die Stadt Karlsruhe dem Offizierkorps des 1. Badischen Leih-Grenadierregiments anläßlich des 100 jährigen Regimentsjubiläums überreichte, sind aus dem Atelier des Herrn Hofjuwelier Ludwig Bertsch hervorgegangen. Da das Geschenk für den praktischen Gebrauch bestimmt ist. wurde hauptsächlich auf gediegene Ausführung und Gewicht gesehen. Dieselbe ist in einer Weise gelungen, die allseitige Anerkennung findet.

Gebrauchsmuster - Eintragungen. 44 a 199929. Mittels Druckknöpfen an das Kleid zu befestigender Damentaschenuhrhalter, bestehend aus einem Metallrahmen, in welchem die Uhr auf einer Gummilitze ruht. Albert Menge, Hattingen, Ruhr. 6.4. 03. M. 15060.

44a. 199961. Uhrarmband mit metallenem Ring. C. Zender, Berlin, Alexandrinenstr. 25. 25. 4. 03. Z. 2837.

44a. 200203. Metallgeflecht nach Gebrauchsmuster 195966, bei welchem undurchbrochene Glieder desselben mit tula- oder nielloartig eingeschmolzener Emaillemasse versehen sind. Fritz Bemberg; Pforzheim. 27. 4. 03. B. 21999.

44a. 200333. Federlose Knopfmechanik, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Bügel in rinnenförmige Aushöhlungen des inneren Bügels und dieser in Vertiefungen des Steges einschnappt. Hans Soellner, Pforzheim. 4. 5. 03. S. 9609.

119180. Aus mehreren Röhren zusammengewundener oder geflochtener Spazierstock. Fr. Kammerer, Pforzheim.

Patent - Anmeldung. 44a. K. 24 142. Nadel für Broschen, Ohr: ringe u. dgl. mit seitlicher Bewegungsbegrenzung. W. Klaar, Gablonz a. N.; Vertr.: Dr. B. Alexander-Katz, Pat.-Anw., Görlitz. 6. 11. 02.

Das einheitliche Ringmass.

Auf Veranlassung des Herrn Hofjuweliers Emil Foehr in Stutt- gehängt, welcher sich mit dem einen Ende in ein Charnier steckt, gart habe ich ein Ringmaß hergestellt, in welchem die seit Jahren damit eventuell einzelne Ringe herausgenommen werden können. von demselben gesammelten Erfahrungen Verwendung gefunden Die Zahlen sind möglichst groß auf den Ringen angebracht haben, und über welches Herr Emil Foehr bereits in der Sitzung und schwarz eingelassen, so daß dieselben sehr gut leserlich sind, des Vorstandes und Ausschusses des Verbandes deutscher Juwe- wozu auch die matte Versilberung des Maßes viel beiträgt. liere, Gold- und Silberschmiede am 8. Februar 1903 in Berlin Zum Messen von Ringen eignet sich der Ringstock gegeneingehend referiert hat.

über den Schiebemaßen durch seine weit größere Genauigkeit Seit mehr als dreißig Jahren widme ich mich der Erzeugung entschieden besser. Die Einteilung des Ringstockes deckt sich von Ringmaßen in den verschiedensten Einteilungen und Aus- ganz genau mit der des Ringmaßes. Die Zahlen sind ebenfalls führungen, und habe ich bei dem heutigen Ringmaß versucht, schwarz eingelassen, die Röhre matt versilbert. alle Mängel zu beseitigen, welche bis jetzt an Ringmaßen aus- Auf Wunsch können die Ringstöcke mit Längsausfräsungen gestellt wurden.

versehen werden, um die im Innern des zu messenden Ringes Das heutige Ringmaß ist nach Millimeterumfang eingeteilt vorstehenden Steine aufzunehmen. und geht von 40 bis 76 mm gleich 37 Maßringe; das Krimnitzsche Die Maße können durch die Herren Grossisten und WerkzeugRingmaß hat auf die gleiche Länge 25 Maßringe. Die Abstufung handlungen oder von mir direkt bezogen werden. meines Ringmaßes ist somit eine kleinere und dementsprechend Den Preis hierfür habe ich möglichst niedrig berechnet, und ein genaueres Messen möglich.

stellt sich das Ringmaß nebst Ringstock, matt versilbert, zusammen Die Maßringe, welche einen ovalen Querschnitt haben, stecken in eleganter Aufmachung im Detail auf Mk. 5.50. sich trotz ihrer kräftigen Ausführung beim Messen auf den Finger

Eugen Textor, Feinmechaniker, Schwäb.-Gmünd, bequem auf. Die Maßringe sind an einem federharten Ring an

Spezialgeschäft für Ringmaßfabrikation.

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Frage- und Antwortkasten. Für brieflich gewünschte Fragebeantwortung bitten wir das Porto beizufügen. Die Herren Fabrikanten, Grossisten und Detailleure werden in ihrem und Aller Interesse höflichst aufgefordert, von der allezeit kostenfreien Benutzung dieser Abteilung den aus. giebigsten Gebrauch zu machen, Fragen allgemeiner und technischer Art uns einzusenden und an deren Beantwortung sich zu beteiligen. Auch dieser Teil unseres Blattes ist dazu

geschaffen, zur gegenseitigen Belehrung beizutragen.

Fragen und Antworten: Frage 468. Wer fabriziert Broschefassungen im billigsten Genre für Semi-Emaille-Broschen (Bronze oder vergoldet das Stück 20 bis 50 Pfg.)?

A. Th. in Z. Antwort: Die Firma Carl Wolf in Inowrazlaw übernimmt die Lieferung von angefragten Fassungen in Messing vergoldet in verschiedenen Mustern, jedoch nicht unter 100 Stück von jedem Muster.

Frage 467. Ist ein Kollege in der Lage, mir eine gute Bezugsquelle für Elfenbein, wie es zu Falzbeinen etc. gebraucht wird, zu nennen?

E. Pf. in Schl. Antwort: Ein Spezialgeschäft für Elfenbeinwaren ist auch das von Georg Minkler, Fürth (Bayern) und dürften Sie dort gewünschtes Elfenbein erhalten.

Frage 472. Wer liefert Schlösser und Eckenbeschläge für Gebetbücher in Silber-Filigran Handarbeit nicht geprekt? M. H. in T.

Antwort: Wenden Sie sich an die Firma Charles Holl in Straßburg, die Etuis- und Taschenbeschläge als Spezialität fabriziert.

Frage 474. Welcher Fabrikant liefert billige versilberte, vergoldete und vernickelte Knopfmechanik mit einfacher Klappe oder die einzelnen Teile hierzu?

K. W. in G. Antwort: Die Firma Paul Hübner in Berlin, Markusstr. 5 dürfte Ihnen Gewünschtes liefern können.

Frage 475. Wer kann mir ein gutes Rezept für Kitt zum Befestigen von silbernen Stockgriffen auf Ebenholzstöcken (kein Gips!) aufgeben?

W. L. in B. Antwort: Mengen Sie für einen leichtflüssigen Kitt 2 Teile Colophonium und 1 Teil Schlemmkreide in einen eisernen Topf, erhitzen dies langsam und gießen dann den etwas angewärmten und innen sauber gemachten Stockgriff hiermit voll, lassen ein wenig angießen, setzen, füllen nach und führen dann den durch Einfeilen rauh gemachten Stock ein. Gut und langsam erkalten lassen.

Kollege W. Sch. in S. und M. G. in St. Frage 476. Wie erzielt man bei grün gewordenen Türkisen wieder eine schöne blaue Farbe?

H. R. in R.

Antwort: Wer das könnte bezw. ein Mittel hierfür erfände! Der könnte die ganze Bijouterie an den Nagel hängen und würde doch ein Krösus in kurzer Zeit. Die allgemein im Handel befindlichen Türkise sind weiter nichts als Knochen fossiler Tiere und bleichen schon im Sonnenlicht. Wasser beschleunigt das Grünwerden dieser Türkise noch mehr. Anders verhält es sich mit Mineraltürkisen; die halten natürlich ihre Farbe aber sie sind selten, noch seltener wirklich schön und deshalb sehr teuer. Also, es läßt sich nichts tun gegen das Grünwerden der Knochentürkise.

Frage 477. Wer ist Fabrikant der langen Wachsperlenketten, wie sie jetzt von Damen viel getragen werden?

F. in H. Antwort: Wenden Sie sich an die Firma Eugen Kett, Pforzheim, von wo Sie Gewünschtes erhalten können.

Frage 479. Wer ist leistungsfähiger Lieferant moderner großer Schuppenbörsen mit eleganten Bügeln?

K. R. in P. Antwort: Silberne Schuppenbörsen mit eleganten Bügeln, sowie auch alle anderen Sorten Börsen liefert: Eugen Kett, Pforzheim, ebenso die Firma Fritz Bemberg, dortselbst.

Fragen: Frage 478. Wer fertigt aus Staniolpapier und Weinflaschenkapseln Schüsseln und Kaffeeservice an?

A. M. in E. Frage 481. Ich habe die Absicht, mir elektrische Schaufensterbeleuchtung anlegen zu lassen. Wer von den Herren Kollegen könnte mir aus eigener Erfahrung wohl sagen, ob äußerlich Bogenlampen oder Glühlampen (sogenannte Birnen) im Innern des Fensters vorteilhafter sind, oder aber ob beides zusammen zu einer kompletten Beleuchtung gehört. Wieviel Glühlampen gehören wohl in ein Fenster, welches 2 m breit und ebensohoch ist, um dasselbe möglichst vorteilhaft zu beleuchten. Das Beschlagen der Fenster hört doch wohl bei elektrischer Beleuchtung vollständig auf?

H. L, in R. Frage 482. Kann mir jemand die Adresse des Fabrikanten angeben, welcher amerik. Double-Handwerkernadeln anfertigt?

L. M. in B. Frage 483. Wer fertigt für eine Silberwarenfabrik neusilberne Klingen jeder Art für Fantasiebestecke an? S. & St. in G.

Frage 484. Wer fabriziert Photographiebroschen in Silber und Unecht auch Celluloid ? Solche sind für Dänemark bestimmt.

Z. S. in P. Frage 485. Bitte höfl. um Mitteilung, wie Wachs präpariert wird, um dasselbe wieder in Wachs oder Paraffin abgießen zu können.

P. W. in P.

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