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Das Monogramm in seiner Verwendung auf moderne Gefässe und Geräte.

Die gegenwärtige

dieselben keine BeRichtung in der Fab

achtung und kein Verrikation von moder

ständnis beim Pubnen Metallgefäßen

likum. Die Aufgabe und Geräten zwingen

des Graveurs ist es den Graveur, daß er

nun, hier vermittelnd sich mit allem Ernst

einzugreifen. Zu dem Studium des mo

diesem Zwecke soll dernen Monogramms

derselbe Monogramwidme. Das bisher

me schaffen, denen gebräuchliche Mono

die allgemeinen Gegramm, sei es in eng

setze der Buchstaben lischer od. römischer

als Grundlage dienen.

Serie I. Schrift, ist mit den

Die einfache Zusamneuen Formen nicht

menstellung bezw. Ingut zu vereinigen, ja,

einanderstellung von es kann sogar störend

korrekten römischen und unschön wirken;

Buchstaben gibt ganz darum ist es für den

von selbst ein moGraveur eine Haupt

dernes Monogramm, aufgabe, daß er das

wie z. B. die hier abMonogramm oder die

gebildete Serie 1. Schrift stilgerecht und

Will man nun zu dem Genre des

diese Monogramme Gegenstandes pas

eigenartig und charaksend eingraviert. Die

teristisch gestalten, einfachen und schlich

so darf man nur ten Formen der mo

die einzelnen Partien dernen Gefäße und

möglichst parallel

Serie II. Geräte verlangen, daß

und in gleichen Abdas Monogramm oder

ständen zusammen die Schrift in ebenso

stellen, z. B. bei der einfacher und schlich

Serie II. ter Weise angebracht

Diese einfachen wird und dadurch

Formen kann man zur Dekoration bei

dann sehr hübsch trägt. Bei dieser De

mit modernen Verkoration ist jedoch

zierungen versehen, eine Grundbedingung

und hat man dabei die, daß das Mono

den größten Spielgramm oder die

raum; gut ist es jeSchrift nicht nur de

doch, wenn man an korativ ist, sondern

den Buchstaben selbst daß dieselben auch

wenig anbringt, sonklar und deutlich sind,

dern die Verzierung denn wenn man beim

als kleine OrnaLesen raten und buch

Serie III.

mente behandelt, wie stabieren muß, so ist

dies die Serie III MODERNE MONOGRAMME, der ganze Zweck ein

zeigt. verfehlter. Für den entworfen und ausgeführt von L. Kolb, Graveur in Karlsruhe.

Will man bei der Graveur liegt eine

Gravierung selbst Hauptschwierigkeit

einen ganz eigenartidarin, daß das Publikum wohl moderne Gegenstände kauft, gen Effekt erreichen, der zum Charakter des Monogramms dieselben jedoch nach althergebrachter Weise graviert haben gut paßt, so muß man den Buchstaben nicht bloß auf der will. Diese Methode läßt sich jedoch mit dem künstlerischen einen Seite mit einem Schattenstrich versehen, sondern man Verständnis des Graveurs nicht vereinigen. Der Grund zu muß auf beiden Seiten mit dem Facettenstichel Glanzflächen diesem Zwiespalt ist darin zu suchen, daß die vorhandenen stechen, die in der Mitte des Buchstabens sich berühren. Vorlagenwerke für moderne Monogramme noch nicht ganz Durch diese ganz einfache Behandlung macht das Monogramm reif sind. Dieselben sind wohl hübsche Ornamente, leiden den Eindruck, als sei es auf dem Gegenstand erhaben. Die aber oft an Deutlichkeit, indem vielfach die eigentlichen Verzierung des Monogramms darf nur ganz leicht gestochen Grundformen der Buchstaben keine Beachtung finden. Da werden, damit dieselbe in keiner Weise die Deutlichkeit benun diese Monogramme schwierig zu entziffern sind, oder in einflußt. ihrer Form den eigentlichen Buchstaben verleugnen, so finden

Ludwig Kolb, Graveur, Karlsruhe.

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Über das Färben der Perlmutter.

Unter den im Handel anzutreffenden Sorten der Perlmutter es einige Zeit geöffnet, so verdunstet viel Ammoniak und gehört diejenige, welche man schwarze Perlmutter nennt, zu das ungelöste Chlorsilber scheidet sich ab. den geschätztesten. Sie besteht in Schalen von meist etwas Die ganz fertig gearbeiteten und polierten Gegenstände geringerer Größe, als sie bei der schönen weißen ostindischen legt man in dieses Glas, welches zweckmäßig von Zeit zu Perlmutter vorzukomman pflegt, und zeichnet sich durch die Zeit ein wenig umgeschüttelt wird, damit die Stücke ihre schwarzgraue Grundfarbe aus, auf welcher die schillernden Lage verändern und nicht immer auf denselben Stellen einRegenbogenfarben auf das, prachtvollste hervortreten. Diese ander bedecken. Nach 24 — 60 stündigem Verweilen nimmt Beschaffenheit zeigen jedoch die Muscheln nur am Rande man dieselben heraus und legt sie auf Löschpapier an einen und einige Zentimeter von dem

Ort, wo sie möglichst lange selben einwärts; der mittlere

von starkem Sonnenschein geTeil dagegen ist weiß und ge

troffen werden. Unter diesen wöhnlich ohne Farbenspiel.

Umständen tritt eine bis zum In Paris versteht man die

zweiten oder dritten Tage zuKunst, gewöhnliche weiße Perl

nehmende schwärzlichgraue mutter derartig zu färben, daß

Färbung hervor, welche dem sie der von Natur schwarzen

natürlichen Farbenspiele nicht täuschend ähnlich wird, es ist

nur keinen Eintrag tut, sondern aber das zu diesem Zweck ange

eher dasselbe noch verschönert. wendete Verfahren niemals öffent

In Ermangelung sonniger Tage lich bekannt gemacht worden.

erfolgt die Färbung zwar ebenFolgendes Verfahren ist das

falls, aber sehr viel langsamer. zu diesem Zweck allein ange

Die Politur der Perlmutter wendete. „Silber, z. B. ein Taler,

leidet bei der angezeigten Bewird zuerst in Salpetersäure

handlung entweder gar nicht, aufgelöst. Nach erfolgter Auf

oder doch nur in so geringem lösung fügt man von einer Koch

Grade, daß sie durch Reiben salzlösung so lange hinzu, bis

mit einem feinen wollenen kein Niederschlag weiter entsteht,

Lappen völlig wieder hergestellt gießt das Klare ab, ersetzt es

werden kann. durch eine ziemlich große Menge

Die Färbung dringt ziemdestillierten Wassers und rührt

lich tief ein und geht z. B. den Bodensatz mit einem Glas

bei Plättchen von zirka 2 mm stäbchen auf, gießt nach dem

Dicke, welche zirka 48 Stunden schnell erfolgten Absetzen die

in der Chlorsilberflüssigkeit geFlüssigkeit wieder ab und wieder

legen haben, durch und durch, holt so das Auswaschen mit

so daß bei Durchbrechen das destilliertem Wasser so lange, bis

Innere gleichmäßig dunkel aschdieses keine bläuliche Farbe mehr

grau erscheint und etwaiges annimmt. Zuletzt spült man das

Nachpolieren mit geschlämmter Chlorsilber auf einen Papier

Kreide oder zerfallenem Wiener filter, in welchem es nach dem

Kalk, selbst Abreiben mit

BRONZE-URNE fast vollständigen Ablaufen des

Schmirgelpapier keinen Schanach Entwurf von Ad. Hildenbrand, Wassers als ein lockerer weißer

Kunstgewerbelehrer in Pforzheim.

den tut. Kuchen erscheint. Diesen bringt Ziseliert von L. Kolb, Gravieranstalt, Karlsruhe.

Das Ansehen der nach man, ohne ihn zu trocknen, in

dieser Methode gefärbten Perlein weithalsiges Stöpselglas, wo

mutter ist jenem der natürlich es mit Salmiakgeist übergossen wird. Am besten tut man, schwarzen zum Verwechseln ähnlich und fällt desto dunkler nur soviel hinzuzufügen, daß noch ein klein wenig Chlor- aus, je länger man die Chlorsilberflüssigkeit hat einwirken silber ungelöst bleibt; auf diese Weise ist man sicher, eine lassen. Daß man vorzugsweise Stücke mit schönem Farbenkonzentrierte Auflösung zu erhalten. Das Glas muß wohl spiele zum Färben auswählen muß, bedarf kaum der Erverkorkt an einem dunklen Ort aufbewahrt werden. Bleibt wähnung.

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Zu unsern Abbildungen.

Unsere Musterbeilage bringt diesmal, wie auch in der Nummer vom 1. November, eine Anzahl Entwürfe von mehreren Zeichnern auf einem Blatt vereinigt. Es ist interessant, bei solchen Zusammenstellungen die verschiedenartige Manier des Einzelnen sich ausprägen zu sehen. —

Wir haben für diese Nummer, um den Inhalt übersichtlicher zu gliedern, die Neuerung eingeführt, daß Schmuck und die dazu gehörigen Modebilder in der 2. Hälfte des kunstgewerblichen Teiles vereinigt sind, während Silberwaren, Feinmetallgegenstände, Uhren und dergleichen der vorderen Hälfte zugewiesen sind. Wir hoffen, daß sich diese Einrichtung bewährt und den Beifall unserer Leser finden wird.

Die beiden Serien mit Taschenuhrgehäusen finden ihre Erläuterungen in dem dazu gehörigen Text. An diese anschließend, veröffentlichen wir noch einen Entwurf für eine Bronze-Standuhr von L. Geissinger — Berlin, von ruhigen, wuchtigen Formen. Die Darstellung in der unteren Füllung stellt die geflügelte enteilende Zeit auf dem Hintergrunde der Ewigkeit dar.

Etwas Neues ist die Abbildung, welche 3 Serien von Monogrammgravierungen, nach den Originalen aufgenommen, darstellt. Diese Arbeiten sind von Herrn Graveur L. Kolb in Karlsruhe ausgeführt, der ihre

Ausführung auch selbst in einem sehr instruktiven kleinen Aufsatze erläutert. Die Monogramme empfehlen sich als Vorbilder vermöge ihrer äußerst schlichten und sorgfältig erwogenen Komposition und Ausführung. – Die weiter von uns abgebildeten Gegenstände, die Herr Kolb teils nach eigenen, teils nach fremden Entwürfen ausgeführt hat, verraten eine gleich sorgfältige und gediegene Durchbildung

Von der FirmaWilh. Rauscher, Hof- und Domgoldschmied in Fulda, bringen wir einige schöne kirchliche Goldschmiedearbeiten; wir möchten besonders auf die in romanischem Stil gehaltenen Stücke hinweisen, deren feine, vornehme Gesamthaltung, deren bei allem Reichtum wuchtige Ruhe und Geschlossenheit man vielen in modernem Stil gehaltenen Arbeiten recht sehr wünschen möchte.

Es folgen wieder eine Anzahl Schmuckentwürfe verschiedener Zeichner, unter denen wir auf die Gürtelschließe von A. Ungerer aufmerksam machen, die mit der eigenartigen Gürtelform hübsch zusammengeht. Auch sonst ist in den hier vereinigten Entwürfen manches Neuartige und Wertvolle enthalten, was der Ausführung wert wäre.

Unsere Modebilder mit Schmuck, welche den Beschluß des kunstgewerblichen Teiles bilden, finden gesonderte Besprechung

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UHRSCHILD MIT SPORTSEMBLEM. Entworfen und ausgeführt von L. Kolb, Gravieranstalt, Karlsruhe.

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