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Erwähnt sei an dieser Stelle, daß man die dunkelfarbigen Onyxe künstlich färbt, desgleichen Achate, Karneole usw. Durch Anwendung mäßiger Hitze rötet man viele Quarzvarietäten; auch kann man schwarze und weiße Bänder aus dem natürlichen grauen Onyx herausbringen, wenn man ihn in Zucker oder Honig tränkt und darnach mit starker Schwefelsäure behandelt (vgl. Church). Schließlich sei erwähnt, auf welche Weise echte Perlen imitiert werden. Die Hülle bildet ein kleiner Ballon von leicht opalescentem Glas (Girasol), in welchem eine Präparation von Fischextrakt, genannt „Essence d'Orient“, zu liegen kommt. Wenn diese getrocknet ist, wird der kleine Ballon mit Wachs gefüllt – und die „echte“ Perle ist fertig.

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Der Bernstein als Schmuckstein.

Die Zeit, in der Schmuck in erster Reihe durch seinen gehende Neigung zu erwecken. Dazu kam noch, daß sich materiellen Wert glänzen sollte, ist glücklich vorüber oder alle Erzeugnisse aus Bernstein stets in den gleichen Farbendoch nahezu vorüber; das Auge wendet sich gegenwärtig tönen gelb trübe und gelb klar zeigten. Der Bernstein aber, mit Vorliebe der künstlerischen Form zu und findet Gefallen namentlich in so kleinen Stücken, wie sie der Schmuck zu an der bunten Farbenpracht, welche die Natur in den Edel- Fassungen verlangt, wechselt weit mehr in Farben, als es und Halbedelsteinen, oder die Industrie in den abgetönten im allgemeinen bekannt sein dürfte. Er kommt vor schwach Färbungen des Metalls und den Emaillen darbietet.

opalisierend, oft mit bläulichem Schein, an den Opal erGegenwärtig wird der Hauptwert auf die künstlerische innernd, aber mit gelblichem Grundton; bläulich weiß, sehr Durcharbeitung des Schmuckes und den harmonischen Zu- oder schwach durchscheinend; weiß kaum durchscheinend, sammenhang von Fassung und Stein gelegt. Eine große oft mit klaren gelben Lichtern; trübe gelb (kunstfarbig); trübe Anzahl von Halbedelsteinen, die man vor einem Dezennium gelb mit helleren Wolken; klar von fast farblos bis rotgelb kaum oder gar nicht beachtete, werden jetzt sehr gesucht mit sehr großem Lichtbrechungswinkel. Außer gelb, kunstund finden eine ausgedehnte Verwendung in der Goldschmiede- farbig oder wolkig und klar gehören die anderen Färbungen kunst. Wo sie zu teuer, oder wo die verlangte Nuance das Mineralreich überhaupt nicht bietet, werden Glasflüsse als Surrogate herangezogen.

Trotz der großen Verschiedenheit in den Färbungen der natürlichen Kristalle fehlen aber diejenigen Töne gänzlich, wie sie nur beim Bernstein vorkommen. Zarte Färbungen, wie er sie besitzt, lassen sich auch in Glasflüssen nicht herstellen.

Da ist es eigentlich auffällig, daß die Goldschmiedekunst sich des Bernsteins als Stein zu Fassungen gegenwärtig nur in äußerst beschränktem Maße bemächtigt hat. Gehört er doch zu den selteneren Halbedelsteinen und durch sein, nur auf die Ostseeküste beschränktes Vorkommen, zu den urdeutschen Schmucksteinen.

Gründe, die für den Rückgang des Geschmackes an Halbedelsteinen überhaupt maßgebend waren, mögen auch den Bernstein aus der besseren Schmuckindustrie gedrängt haben. Wenn er der Originalität seiner Färbung und seines Vorkommens wegen nicht ganz sank, wie seine anderen Vettern aus dem Mineralreich, so waren die Erzeugnisse seiner Industrie doch nicht der Art, um ihm bei künstlerisch gebildeten Abnehmern

WALTER ORTLIEB, BERLIN: mehr als eine gelegentliche, vorüber

HOLZKASSETTE MIT SILBERBESCHLÄGEN UND STEINEN.

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ausstellung der Bernsteinindustrie beschicken. Für sie ist ein hervorragender Platz innerhalb des Palastes für das Kunstgewerbe vorgesehen, er liegt in unmittelbarer Nähe der Ausstellung der Königl. Porzellanmanufaktur zu Berlin. Die Entwürfe für die gesamte Einrichtung sind vom Architekten des Reichskommissariats Bruno Möhring in Berlin hergestellt. Sämtliche Ausstellungsschränke werden in poliertem roten Mahagoni, poliertem Ebenholz und handgetriebener Bronze ausgeführt. An drei Seiten, d. h. in einer Gesamtlänge von 30 m, werden diese Schränke mit Rohbernstein gefüllt, so daß dieser bis zu einer Höhe von 4 m die Wandbekleidung bildet, in die acht mit hellem gereinigten Rohbernstein gefüllte Glassäulen Abwechslung hineinbringen. Durch diese Bernsteinwände wird eine Koje gebildet, deren vordere, etwa 12 m breite Seite offen bleibt, wodurch sie sich unmittelbar der Halle des Kunstgewerbes angliedert. Die vordere Seite erhält höchstwahrscheinlich eine Säulenreihe aus gereinigtem Bernstein, nach Art einer Pergola. In der Mitte der Koje erhebt sich auf einem 2 m hohen Sockel, der mit getriebener Bronze, Bernsteinmosaik und Ostseemuscheln verziert ist, eine 7 m hohe Pyramide aus poliertem Preßbernstein. In diesem Raume erhalten die Einzelaussteller in flachen, 0,2 m hohen Glaskästen oder 0,6 m hohen Glasschränken ihre Plätze. Einrichtung, Fracht, Aufbau, Aufsicht, Abbau und Rücktransport geschieht auf Kosten der Preußischen Regierung, so daß der zugelassene Einzelaussteller nur das Porto nach und von der Sammelstelle Königsberg i. Pr. und die Versicherung gegen Feuer und Diebstahl zu tragen hat. Es wird demnach jedem Fabrikanten, der Bernstein zu verarbeiten gedenkt, die seltene Gelegenheit geboten, seine Erzeugnisse nicht nur auf sehr billige Weise durch die Weltausstellung bekannt zu machen, sondern durch den äußerst vornehmen Rahmen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sie zu lenken.

Als Leiter und Vorsteher dieser Kollektivausstellung ist der Landesgeologe Prof. Dr. R. Klebs in Königsberg i. Pr. ernannt. Er ist gern bereit, jede Auskunft zu erteilen und mit seinen Kenntnissen jeden Versuch nach dieser Richtung hin zu unterstützen.

S. Kr.

ERHARD & SOHNE, SCHWAB.-GMUND: HANDLEUCHTER.

zu den Seltenheiten. Die moderne Bernsteinindustrie, die fast nur Perlen, Oliven, Ofrecken, Zotten und Korallen, teils in Schnüren, teils gestiftet zu Broschen und Nippes verarbeitet, war daher nie in der Lage, diese seltenen Färbungen zu verwerten, weil ihr die übereinstimmenden Ergänzungsteile fehlten, oder sich für eine Massenfabrikation in der bisher gebräuchlichen Geschmacksrichtung viel zu spärlich zusammensammelten. Das ist wohl der Grund, weshalb die seltenen Färbungen des Bernsteins in weiteren Kreisen ganz unbekannt sind. Auch hat man dem Bernstein den Vorwurf gemacht, daß er im Laufe der Zeit etwas nachdunkele. Das ist zwar richtig, aber man kann eine Farbenänderung, die in etwa 15 Jahren schwach, in etwa 30 Jahren deutlich sichtbar wird. bei Schmucksachen dieser Art kaum in Rechnung ziehen. Außerdem aber wird die Färbung im Laufe der Zeit entschieden schöner, indem das Gelb einen Stich ins Rötliche bekommt, um schließlich in ein vornehmes Rötlich-Braungelb überzugehen. Die alten Arbeiten aus Bernstein, wie sie beispielsweise das Grüne Gewölbe in Dresden in so reicher Zahl aufweist, zeigen alle diese Patina, die man leider nicht künstlich auf frischem Bernstein erzeugen kann. Sie ist bei manchen klaren Sorten so feurig, daß Virchow in diesen Fällen von rubinfarbigem Bernstein spricht.

Diese Veränderung mag störend wirken bei dem Schmuck, in dem der Bernstein als Bernstein wirken, nicht aber da, wo er gefaßt, allein durch seine Farbe Effekte erzeugen soll. Dort raubt die Zeit durch das Nachdunkeln den Charakter des Steines, hier erzeugt sie eine Färbung, die an Schönheit die ursprüngliche übertrifft.

Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte erscheint es uns gerade jetzt an der Zeit, die Aufmerksamkeit unserer Leser auf die Verwertung des Bernsteins, besonders seiner selteneren Varietäten zu lenken.

Das Preußische Ministerium für Handel und Gewerbe wird die Weltausstellung in St. Louis mit einer Kollektiv

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, Schmuck und Mode“ in französischer Ausgabe.

In Paris erscheint seit drei Jahren eine kleine Modezeitung „Lettres Parisiennes“. Sie bringt allmonatlich einige Modeabbildungen, leichte Plaudereien aus dem Gebiete der Toilette, des Sportes, und sonst allerlei unterhaltlichen Kleinkram. Daran wäre nun weder etwas merkwürdiges, noch etwas, was unsere Leser sonderlich interessieren könnte. Das Merkwürdige und für unsere Leser Interessante liegt aber in dem Umstande, daß diese „Lettres Parisiennes“, diese kleine Modenzeitschrift, vom 1. Oktober 1903 an unserer Pariser Schwesterzeitschrift, der „Revue de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie“ als Gratisbeilage für dessen Abonnenten beigegeben wird. Mit anderen Worten: Die „Revue de la Bijouterie usw." erscheint von nun an auch mit einer Modenbeilage.

Parisiennes“ (geleitet von der Vicomtesse de Réville) als Gratisbeilage zu.

Der Schmuck gehört zur unumgänglichen Ausstattung der weiblichen Toilette; man kann eigentlich von dem einen nicht reden, ohne zugleich das andere zu erwähnen. Wir haben daher mit großer Freude das Zustandekommen des Abkommens begrüßt, welches es uns ermöglichte, unserer Zeitschrift die „Lettres Parisiennes“ beizugeben, einer künstlerischen Modezeitschrift über die Mode als Kunst, die einen überraschenden Erfolg bei der eleganten Welt von Paris und außerhalb desselben erzielt hat.

Neben mustergültigen Beiträgen zu der großen Tagesfrage, einer Reform der weiblichen Kleidung im Sinne der modernen Stilrichtung (der genaue Tenor

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P. ERHARD & SÖHNE, SCHWÄB.-GMÜND: TINTENZEUG, LÖSCHER UND SPIEGEL.

Der Wortlaut der Ankündigung, womit die „Revue“ dies ihren Lesern mitteilt, ist so charakteristisch, daß wir ihn hier wörtlich folgen lassen, zu Nutz und Frommen aller derer, die über unsere Bestrebungen in Schmuck und Mode“ bisher so sachverständig die Nasen rümpften. Die betreffende Stelle lautet:

„Es scheint uns auch, als ob unsere „Revue“, die selbstverständlich stets von ernsten und praktischen Gesichtspunkten aus geleitet werden soll, sich nicht damit begnügen dürfe, nur den Goldschmieden und Fabrikanten etwas zu bieten, die lediglich von Kunst- und Handelsinteressen ausgehen; wir müssen dafür sorgen, daß auch die Frau des Hauses unserer Zeitschrift mit Interesse und Vergnügen entgegensieht. Für sie also haben wir geglaubt, der „Revue“ eine liebenswürdige Begleiterin beigeben zu sollen.

Deshalb geben wir, vom kommenden Oktober an, unsern alten und neu hinzutretenden Abonnenten, — die „Lettres

des Rücklinschen Vortrages in Köln!) werden unsere Leserinnen in den ,,Lettres Parisiennes“ Bemerkungen und Ratschläge über allerhand Toilettefragen, neue Modelle usw. finden, und sie werden rasch den praktischen Nutzen dieser Beilage einsehen, die sie außerdem durch unterhaltende Beiträge erfreuen wird.“

So der Prospekt der „Revue de la Bijouterie“. Man wird es uns nicht verdenken, daß wir eine gewisse Genugtuung dabei empfinden, wenn wir sehen, daß die anerkannt erste französische Goldschmiede-Zeitung den Gedanken nun aufgreift und zu dem ihrigen macht, dem wir schon seit Jahren, unter Mühen und Opfern, Gestalt zu leihen bemüht waren.

Sehen wir uns nun einmal diese „Lettres Parisiennes“ an, welche unsere Schmuck und Mode“ ersetzen, oder vielleicht – übertrumpfen soll.

Ein hübsches, stattliches Heft; wesentlich umfänglicher als unsere Schmuck und Mode“. An Abbildungen sind fünf

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schmiede -'Zeitung“ beifügen würden. Wir bleiben dabei, das zu geben, was für unsere Zwecke von speziellem Interesse ist, was sonst keine Zeitschrift gibt, wenn die Arbeit dadurch auch eine ganz wesentlich schwierigere wird.

Eine Mitteilung aus den „Lettres Parisiennes“ sei uns noch gestattet, wörtlich anzuführen, weil darin unsere eigenen Unternehmungen erwähnt werden: ,,Die Bewegung in Deutschland.

Die große Bewegung, welche gegen

wärtig in Deutschland zugunsten einer HERMANN BAUER, GMÜND:

Reform der weiblichen Kleidung sich SILBERNE STREICHHOLZSCHACHTELN UND DÖSCHEN.

geltend macht, bereitet uns eine große

Genugtuung und zeigt, wie sehr es soModeabbildungen vorhanden, davon zwei im sogen. Reform- wohl vom ästhetischen wie vom gesundheitlichen Standpunkte schnitt. Die Ausführung ist ziemlich flüchtig in Federmanier im Interesse der heutigen Generation liegt, der modernen gehalten, die künstlerische Qualität übersteigt kaum die Ab- Kunstrichtung im Kleide zum Siege zu verhelfen. bildungen einer mittleren Modezeitung. An

Die Kostüm-Ausstellungen, welche seit sonstigen Abbildungen ist die Photographie

einem Jahre sich in den wichtigsten Städten einer jungen Schauspielerin zu verzeichnen,

Deutschlands folgen, zeigen, welch hohes Inein Spitzenmuster, einige Bilder aus irgend

teresse für die Sache in Deutschland herrscht, einer Sommerfrische, — voilà tout. Der Text

und wie sehr unsere Idee (sic!) bei unseren beschäftigt sich in mehreren Abhandlungen

überrheinischen Nachbarn sich ausbreitet. (Folgt mit der Reform des modernen Damenkostüms

die Aufzählung dieser verschiedenen Ausund erwähnt u. a. auch unsere Kostüm

stellungen.) . konkurrenz; doch davon später. – Die Rück

Außerdem schreibt die „Deutsche Goldhaltslosigkeit, womit diese Pariser Mode

schmiede-Zeitung“ (die Nummer der „Lettres zeitschrift für eine Kleiderreform eintritt,

Parisiennes" datiert von Anfang August) und überrascht einen nach allem, was bisher über

ihr Beiblatt „Schmuck und Mode“ einen Wettdiesen Punkt von Paris verlautete. Eine der

bewerb aus, bei dem Preise ausgesetzt sind Auseinandersetzungen darüber schließt mit

für einen Entwurf zu einem künstlerischen, den Worten: „Vive les réformes du Costume!"

modernen Frauenkleid mit Silberschmuck. Man muß sich wirklich erstaunt fragen: Ist

Nähere Bedingungen sind von dem Herausdas eine Stimme aus Paris, aus dem Paris,

geber W. Diebener in Leipzig zu beziehen; von dem man bisher immer glaubte, man

die Jury wird sich aus Fachleuten und Künstdürfe dort von einer Reform des Kostümes der

lern von Leipzig, Berlin, Stuttgart, Hanau, Frau überhaupt nicht reden? Was sonst an

Pforzheim usw. zusammensetzen.“ Text noch vorhanden ist, dient Unterhaltungs

Wir sind begierig, wie „Schmuck und zwecken und interessiert uns hier nicht weiter.

GEORG BINDHARDT,

Mode“ in dieser französischen Ausgabe sich Unsere Leser werden fragen: Ja, wo bleibt GMÜND: ANHÄNGER. weiter entwickeln wird.

R. R. da eigentlich Schmuck und Mode? Wo wird denn etwas gezeigt oder gesagt über den Zusammenhang zwischen Kleid und Schmuck? Ja, so schwerfällig nimmt die französische Zeitschrift die Sache nicht; mit dem Kern der Sache sich abzuquälen, die Brücke zu bauen von der Kunst des Schmuckes zur Kunst der Kleidung, damit gibt sie sich nicht ab. Von den fünf Mode

GUSTAV HAUBER, bildern ist nur bei einem Schmuck

GMÜND: angezeichnet, bei den übrigen hat man

NIELLIERTE KETTEN das nicht für notwendig befunden. Eine echt französische Harmlosigkeit!

UND STREICHHOLZMan gibt den Abonnenten Schmuck

HÜLSEN. abbildungen, man gibt ihnen auch

No. 1 gestanzt und nachModeabbildungen. Nun mögen sie

ziseliert. selber zusehen, wie sie die beiden

No. 2 gepreßt und nielliert, zusammenkriegen.

Wir wollen uns dadurch nicht verführen lassen. Es gibt so viele Modezeitungen, daß wir keinen Vorteil für unsere Leser und Leserinnen darin sehen können, wenn wir einfach einen Auszug aus einer solchen der „Gold

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A

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Goldschmiedearbeiten in den Pariser Salons 1003.

(Schluß). Sehr originelle Ringe hat Rivaud ausgestellt, besonders Wer die nordische Wucht und Einfachheit seiner Arbeiten ausgezeichnet durch die kühnen Verschlingungen, mit denen kennt, wird den Abstand ermessen können, der zwischen die Schiene sich um die Steine legt. Teilweise greift die ihnen und den zierlichen und eleganten französischen Werken Schiene auch mit finger- oder gitterförmigen Fortsätzen über besteht. Und es ist charakteristisch, daß der Berichterstatter den Stein herüber. Ein Ring hat eine doppelte Schiene, der „Revue de la bijouterie“, dessen Darlegungen wir hier folgen, deren Enden, schleifenförmig sich um zwei Brillanten schlingend, seine Bedeutung zwar kennt und anerkennt, aber offenbar nicht in sich selber zurückkehren.

weiß, was er über ihn sagen soll: Er behilft sich hier mit einigen Eine neue Erscheinung im Salon ist ein Goldschmiede- Bemerkungen über die alten Wikinger. R. Wagner stellt künstler de Martilly; er hat einen großen Halsschmuck in Arbeiten in à jour-Email aus: Eine Schmuckschale mit zwei Form einer streng stilisierten Libelle ausgestellt — so streng auf dem Rande sitzenden Schmetterlingen und einige Schmuckstilisiert, daß es einigermaßen schwer fällt, das Naturmotiv stücke; sie werden technisch sehr gerühmt; die davon zu erkennen. Die ornamentale Einfassung des Ganzen hat gegebenen Abbildungen machen vorwiegend den Eindruck allerdings wenig Originelles; im übrigen ist die Arbeit von geschickter und geduldiger Naturnachahmung ohne besondere guter Wirkung.

künstlerische Eigenart. Jules Desbois, der be

Dagegen sind die Arbeiten kannte Künstler in Zinnarbeiten,

André Buchers bemerkenshat sich dieses Mal auch in

wert durch ihre Originalität. Schmuck und Silberarbeit ver

Von zwei Schirmgriffen zeigt sucht. Man merkt den auffällig

der eine einen sehr geschickt weichen und fließenden Formen

behandelten Elefantenkopf, desderselben den Zinnkünstler an;

sen weitgeschwungener Rüssel denn man verlangt im allgemeinen

den eigentlichen Griff darstellt; in Gold und Silber mehr Be

um das Ende des andern klamstimmtheit und Festigkeit in der

mert sich ein Käfer, der in den Modellierung. Dem ungeachtet

Klauen einen Edelstein hält, und sind seine Gürtelschließe, seine

dessen mächtige Fühlhörner sich Broschen und der zierliche Spie

zu einem Reif schließen, an gel sehr glückliche Arbeiten.

dem der Schirm gehalten werden Von Hirtz sind eine Anzahl

kann. Emailarbeiten in den tiefen,

Ein merkwürdiges Gehänge mächtig wirkenden Tönen da, wie

ist von diesem Künstler aussie diesem Künstler eigen sind.

gestellt mit noch merkwürdigeren Einer der originellsten und

Steinen. Es sind dies angeblich einflußreichsten unter den fran

Ausscheidungen eines Seetieres; zösischen Nutzkünstlern der Neu

diese Schmuckkörper bilden mit zeit ist George de Feure. Er

dem umgebenden Ornament, das hat sich bisher hauptsächlich

seine Motive den Meeresalgen der Dekorationsmalerei und der

entnimmt, und mit dem Email, Flächendekoration gewidmet.

das genau die gleichen Farbtöne Nun ist er auch mit Edelmetall

wie jene aufweist, ein äußerst arbeiten, die nach seinen Ent

originelles Ganze. Es ist also würfen gearbeitet sind, an die

hiermit der Reihe der zu SchmuckOffentlichkeit getreten, und zwar

zwecken verwendeten Naturmit sehr interessanten Schirm

körper ein neuer eingefügt. und Stockgriffen und einer Puder

Sehr reizvoll ist ein zierbüchse. Ebenso hat der be

liches, lang herabfallendes Gerühmte Keramiker Fix-Masseau

GEORG BINDHARDT, GMÜND: BRONZERELIEF. hänge aus beweglich eingelenkein originelles Tintenfaß bei

ten Blättern und Perlfrüchten; gesteuert mit einer Heuschrecke,

es ist dazu bestimmt, einer die auf den verlängerten Staubgefäßen einer Blume sitzt. – Spitzenschleife oder etwas Ähnlichem aufgesetzt zu werden, Diese verschiedenen, hier aufgeführten Künstlernamen sind mit dem zusammen es gewiß vorzüglich wirken würde. ein beredtes Beispiel dafür, welch reges Interesse die franzö- „Es scheint mir“, so drückt sich unser Gewährsmann an sischen Künstlerkreise der Edelmetallkunst entgegenbringen. dieser Stelle aus, „daß M. André Bucher besonders Schmuck

Arbeiten von ganz neuartigem und kraftvollem Aussehen zu schaffen sucht, der sich den Besonderheiten der weiblichen sind die Nadel und die Ringe von F. Bocquet. Sie machen Toilette anzuschmiegen weiß. Wenn dies so ist, scheint er den Eindruck, als ob sie lediglich mit sicher und geschickt mir auf dem richtigen und jedenfalls Erfolg versprechenden geführten Hammerschlägen ausgeführt seien. – Ein reizender Wege zu sein.“ Becher sei noch erwähnt mit besonders reinem und weich

Ein entschieden beachtenswerter Metallkünstler ist ferner geführtem Umriß, der gemeinsam von Brateau, dem be- G. de Ribeaucourt, der durch seine schneidige und schwungkannten Zinnkünstler, und dem Emailmaler Grandhomme hafte Stilisierung von Naturformen auffällt. Eine Standuhr, hergestellt ist. Dem letzteren ist der Bacchantenzug in Email eine Schließe und eine Nadel sind von ihm abgebildet, die zu verdanken, welcher das Gefäß umzieht. Emailarbeiten in ein starkes persönliches Talent verraten. größerer Zahl haben auch noch Thesmar und Tourette

Von dem Bildhauer Laporte - Blairsy, der auch auf bekannte Namen in dieser Spezialität – ausgestellt.

deutschen Ausstellungen mit seinen prächtigen BeleuchtungsEin schwedischer Metallkünstler, der in der letzten Zeit figuren schon mit Glück debutiert hat, sind zwei Vitrinen mit durch seine eigenartigen Erzeugnisse hervorgetreten ist, Kunstgegenständen da; ein Fächer, ein Schmetterlingsanhänger Mogens Ballin, ist im diesjährigen Salon ebenfalls vertreten. und ein Anhänger mit einem in Elfenbein geschnittenen Kopf.

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do...

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