Page images
PDF
[graphic]

CARL STOCK IM ATELIER BRUCKMANN: SILBERSCHIFF ALS JARDINIÈRE,

ausgeführt von Peter Bruckmann, Heilbronn.

Mit dem Verfasser ist es dagegen zu bedauern, daß durch hochklingende Namen falsche Vorstellungen geweckt werden sollen, daß bis in hochgebildete Kreise hinein noch heute das Verständnis für den Unterschied der Techniken vielfach fehlt und eine billige galvanische Reproduktion kaum unterschieden wird von einer freihändig getriebenen Arbeit oder ein galvanisch überzogener Zinkguß in der Wertschätzung bei sehr vielen kaum niederer steht als ein echter Bronzeguß.

In Frankreich ist so etwas kaum denkbar, und hierin stehen wir leider noch weit zurück hinter den durch eine länger eingebürgerte Kunsttätigkeit verständnisvolleren Franzosen – noch viel weiter hinter den Japanern: Viele Techniken der letzteren sind nur möglich durch das Verständnis, das sie bei den Laien finden, durch den ausgebildeten Geschmack und sicheren Kennerblick, mit dem der Käufer die feinsten Unterschiede in Ausführung und Material zu würdigen weiß.

Wir stehen weit zurück hinter solcher Selbstschätzung R. ROCHGA, STUTTGART: KANNEN.

– es fehlt uns der Stolz, der es verschmäht, mit falschem Schein zu prunken – vielfach fehlt sogar die Voraussetzung

dafür, die Bildung, die dazu gehört, wirkliche Kunst zu unterzinkarbeiten u. a. gesagt: daß die deutschen Arbeiten durch scheiden. Es wäre sonst kaum möglich, daß Leute, die sich ihre Preise jede Konkurrenz auszuschließen scheinen, und feierlich verwahren würden, wenn man von ihnen sagte, daß daß die französischen Fabrikanten nur durch sorgfältige Aus- sie eine Symphonie von einem Walzer nicht zu unterscheiden führung und bessere Modelle der Konkurrenz die Stirne zu wissen, oder die ernstlich beleidigt wären, wenn man sie für bieten vermöchten. — Wenn nun bei uns auch, wie Dr. Pudor fähig hielte, einen Glasstein als Schmuck zu tragen, daß dieerzählt, in neuerer Zeit hervorragender Geschmack bei Aus- selben Leute sich nicht scheuen, ihre Wohnräume mit den wahl der Künstlerentwürfe für billige Zinkgußwaren in den billigsten Surrogaten zu schmücken und dadurch ihre UnDarbietungen einzelner Fabrikanten sich zeigt, kann das gewiß kenntnis und ihre mangelnde Wertschätzung des Echten zu nur mit Freuden begrüßt werden. Nirgends lohnt sich das dokumentieren. – Ja noch mehr — sie beleidigen den Bebesser; denn je öfter ein Gegenstand ausgeführt wird, desto sucher, indem sie doch annehmen müssen, daß auch er nichts mehr verteilen sich die Kosten des Modells. — Es sollte jeder verstehe und das Echte von dem Unechten nicht zu unterFabrikant, der einigermaßen auf seinen Vorteil hält, begreifen, scheiden wisse. daß keine Auswahl sich so lohnt wie die des Künstlers und

Das ist leider ein weites Gebiet, von dem zu sprechen für das Allerbilligste der technischen Massenproduktion das fast beschämend ist für jeden Deutschen. Das Können des Allerbeste in der künstlerischen Form nur gerade gut genug ist. Technikers wurde bis jetzt davon aber nicht berührt.

Es sind noch kaum 40 Jahre, daß wir in Deutschland eine Nur die eigentliche sog. kleine Hammerarbeit, in welcher eigentliche Bronzeindustrie für Gebrauchs- und Ziergegenstände unsere Vorfahren so Hervorragendes geleistet, hat gelitten haben. Der deutsche Markt wurde bis dahin fast ausschließ- unter dem Anspruch auf Billigkeit und ist vielfach aus den lich von Frankreich aus beschickt. — Heute ist die französische Silberwerkstätten verdrängt worden durch die viel bequemere, Konkurrenz auf diesem Gebiete in Deutschland nicht nur über- vom Standpunkt des Künstlers aus aber bedauerliche Einwunden, es wurden dazu sogar noch weite Absatzgebiete im führung der Drückerarbeit, durch das „Aufziehen“ auf der Auslande gewonnen, auf die man früher nie zu hoffen wagte. Drehbank statt mit dem Hammer. Die Einführung der Ma

Noch viel höher möchte ich es anschlagen, daß die schine, des Prägestockes in den Fabriken hat die Handfertigkünstlerische Entwickelung in Deutschland ihre eigenen keit und persönliche Geschicklichkeit des Gesellen leider vielWege geht und sich nahezu frei gemacht hat von den Nach fach entbehrlich gemacht; nur wenigen fällt es mehr ein, ahmungen und mitunter früher direkten Reproduktionen fran- einen Löffel zu schmieden, ja sogar zu den Buckeln bei Nachzösischer Vorbilder und französischen Geschmacks.

Wenn neue Legierungen in den Handel kommen, so liegt der Grund ihrer Einführung nicht immer in der größeren Billigkeit des Materials – es kommt bei Massenfabrikation vielmehr auch die größere Leichtflüssigkeit, unter Umständen auch die größere Polierfähigkeit etc. sehr wesentlich mit in Betracht. Das, was ein unschätzbarer Vorzug in dem einen Falle ist, die Eigenschaft des Oxydierens der Bronze, kann zum Nachteil werden bei Gegenständen, die im täglichen Gebrauch, der häufigen Berührung ausgesetzt, nicht patinieren, sondern nur fleckig werden und einer wiederkehrenden Reinigung direkt bedürfen – für solche Fälle ist die Verwendung einer nicht oder doch nur sehr wenig oxydierenden Bronzelegierung kein Rückgang, sondern ein Fortschritt in Anpassung des Materials für einen bestimmten Zweck.

STUTTGART, LEHR- UND VERSUCHSWERKSTÄTTE.

[graphic]
[graphic]

nur zu erhalten, sondern wiederholte Reproduktionen desselben mit aller denkbaren Schärfe zu machen. Es gibt heute kaum eine Arbeit, welche dem Gießer unüberwindliche Schwierigkeiten zu bieten vermöchte, und weit entfernt, einen Rückgang zu konstatieren, waren die Franzosen, welche wohl die besten Kenner des Bronzegusses sind, 1900 in Paris überrascht von den Leistungen der Deutschen. Sie sprachen in ihrem offiziellen Jury-Gutachten mit höchster Anerkennung von den damals ausgestellten Güssen. Für sie waren große Statuen im Wachsausschmelzverfahren hergestellt ein bedeutungsvolles Ereignis. Sie fanden Vorzüge in der Patinierung und in den Verschiedenheiten der Behandlung, an denen wir bei uns achtlos vorübergehen und die nur der wirklich Sachkundige zu würdigen weiß. Ihr Lob galt ebenso den kleinen Bronzen, den Zinn-, den Kupfer- und Eisenwaren, und mit aufrichtiger Befriedigung konnten den deutschen Kollegen die Urteile aller fremden Juroren erfüllen.

Angesichts solch unparteiischen Lobes ist der schwere Vorwurf eines Rückganges der Bronzetechnik in Deutschland, von dem der Artikel in der „Goldschmiede-Zeitung“ erzählt, nicht recht verständlich — er setzt Leistungen des deutschen Kunsthandwerks herunter, auf die wir vielmehr ein Recht haben stolz zu sein. Wenn wir gleichwohl weitere Fortschritte lebhaft wünschen, glaube ich, liegt der richtige Weg, dies zu erreichen, nicht in einem Anzweifeln unseres Könnens, in der Minderung des Vertrauens auf unsere Leistungen, — Aufgabe eines jeden Freundes kunstgewerblicher Metalltechnik wird es vielmehr sein, dahin zu wirken, daß in immer weitere Kreise das Verständnis derselben dringt, daß Behörden, Besteller und Käufer sich klar werden über die Vorzüge und Schwächen der verschiedenen Metalle, der Eigenart ihrer Bearbeitung und der tiefeingreifenden Bedeutung, welche für unser Ansehen wie für unser wirtschaftliches Wohl in der Gediegenheit deutscher Arbeit liegt. – Trotz des unleugbaren hohen Standes unserer Technik haben wir immer noch anzu

P. HAUSTEIN, STUTTGART: KERZENLEUCHTER, GEDREHT.

ahmung alter Becher ist der Hammer vielfach entbehrlich geworden.

Dagegen fehlt es nicht an tüchtigen Ziseleuren, und was man unter eigentlicher Treibarbeit versteht, ist zu einer viel verbreiteteren und viel ausgebildeteren Kunst geworden, als man es vor wenigen Jahrzehnten noch geglaubt hätte. Daß die Treibarbeit nicht abhanden gekommen, ergibt sich aus der Geschicklichkeit, mit welcher gerade diese Technik nicht nur bei Silberarbeiten, sondern auch für Eisen und Kupfer zur Verwendung kommt und selbst monumentale Arbeiten in getriebenem Kupfer ausgeführt heute fast zu den alltäglichen Erscheinungen gehören.

Wenn in dem Schreckruf über den Niedergang der Bronzetechnik aber gesagt wird, daß „unzweifelhaft“ die Treibarbeit viel edler und kunstästhetisch höher stehend sei als der Guß, so ist solcher Vergleich nicht am Platze, denn Guß- und Treibarbeit haben jede ihr ganz bestimmtes Gebiet und ihre bestimmten Voraussetzungen.

Über die Gußtechnik und ihre Entwickelung hat Dr. Herm. Luer in den Monographien des Kunstgewerbes anschauliche und historisch höchst interessante Mitteilungen gegeben, welche auch dem Fache Fernstehenden ein anschauliches Bild bieten von den Schwierigkeiten, mit welchen der Bronzegießer zu kämpfen hat. – Wer in Benvenuto Cellinis Erzählungen aus seinem Leben über die Vorgänge beim Gusse seiner heute in der Loggia dei Lanzi in Florenz aufgestellten Figur des Perseus liest und die Umständlichkeit verfolgt, welche dem berühmten Meister die verhältnismäßig kleine Figur bereitete, wird heute von einem Rückgang der Technik nicht mehr sprechen dürfen. Sehr praktische Gründe, nicht Unkenntnis der älteren Formweisen haben dazu geführt, in den 30er Jahren von der Wachszur sog. Stückformerei überzugehen. Der Stolz der Ausführenden und das Verlangen der Künstler war vor allem darauf gerichtet, große Stücke, Reiterfiguren und Standbilder, ungeteilt zu gießen – und was darin erreicht wurde, dafür geben die nur von dem Fachmann genug zu würdigenden Riesenaufgaben Belege, die Ehrendenkmale für die Kunst des Erzgusses für alle Zeiten bleiben werden. Von dieser Vorliebe für große ungeteilte Güsse ist man aber abgekommen, man sah darin wenig praktische Vorzüge und legte dafür größeren Wert auf die genaueste Wiedergabe des Modells, auf den Vorzug ohne jedes Verschneiden, wie man das früher nannte, resp. ohne jede nachträgliche Bearbeitung gewissermaßen die Handschrift des Bildhauers, jeden Strich des Modellierholzes wiederzugeben. Man kehrte zur früheren Wachsformerei zurück, heute aber mit Verbesserungen, von denen unsere Vorfahren keine Ahnung hatten. Mit Hilfe elastischer Formen ist es möglich geworden, das Modell nicht

[graphic][merged small]
[graphic][merged small][merged small][merged small]

Die künstliche Edelsteinfabrikation.

Von Dr. Heinrich Pudor. Über die künstliche Edelsteinfabrikation hat kürz- der Tonerde weit zurücksteht. Wenn wir aber die Abkühlungslich der Professor der Chemie A. H. Church interessante zeit ausdehnen, wird ein Teil des Produktes kristallisieren Untersuchungen

in Formen, welche veröffentlicht, an

dem natürlichen die wir uns hier

Stein gleichkomzum Teil anlehnen

men, mit einer Härte wollen.

von 9. Zunächst müssen

Auf diese Weise wir unterscheiden

hat man Steine prozwischen eigent

duziert, welche zwar licher künstlicher

klein waren und an Edelsteinfabrikation

Farbe und Brillanz und zwischen Edel

zu wünschen übrig stein - Nachahmun

lieben, die aber dem gen oder -Fälschun

natürlichen Stein gen. Im ersteren

nahekamen.*) Fall wird der Stein

Besser sind die nicht eigentlich ge

Resultate beim Spifälscht, sondern

nell, der aus Tonkünstlich auf che

erde und Magnesia mischem Wege her

besteht. Wenn man gestellt, unter UmM. J. GRADL, STUTTGART:

Borsäure, welche ständen auf demSILBERNE BROSCHEN MIT PERLEN UND STEINEN UND EMAIL,

beide Teile löst, selben Wege, auf ausgeführt von Fahrner, Pforzheim.

aber sich bei sehr dem die Natur ver

hohen Temperatufahren ist. Im letzteren Fall ist das substituierte Produktren verflüchtigt, hinzufügt, erhält man Spinellkristalle von chemisch und unter Umständen auch physikalisch von dem beträchtlicher Größe und einer Härte von 8. Wenn diese natürlichen Stein, den es vorstellen soll, verschieden; in Steine geschnitten und poliert werden, sind sie von natürlichen diesem Fall haben wir es mit Surrogaten zu tun, die gegen nicht zu unterscheiden. über dem Naturprodukt minderwertig sind. Bei der künst

Ein anderer Weg ist der, die Materien, aus denen ein lichen Edelsteinfabrikation wird alles darauf ankommen, ob Stein besteht, in dampfförmigem Zustande gegeneinander wir den Stein chemisch und physikalisch als dasselbe Produkt reagieren zu lassen. Durch die Reaktion von Fluoraluminium erzeugen können, das die Natur uns gibt. Je besser dies (Aluminiumflorid) und Borax bilden sich Fluoride von Boron gelingt, desto weniger ist gegen eine solche künstliche Edel- (Bor) und Tonerde, welche letztere zu farblosen Rhomboedren steinfabrikation einzuwenden, zumal wenn sie offen und ehr- weißen Saphirs kristallisiert oder, falls Chrom beigefügt wird, lich als solche bezeichnet wird.

die Farben des Rubins und blauen Saphirs annimmt. Ähnlich Wir wenden uns zunächst solchen künstlichen Edelstein- ergeben Fluoride von Aluminium und Beryllium Kristalle von fabrikationen zu.

Chrysoberyll. Wenn wir unter

Am glücklichsten großer Hitze reine

ist man, wie gesagt, Tonerde mit Spuren

beim Spinell gevon Chromoxyd zu

wesen. Außer auf die sammenschmelzen,

oben angegebene so erhalten wir Sa

Weise hat man phir oder Rubin in Glasform mit einer

*) Namentlich dem

Chemiker Frémiet ist Härte, welche hinter

es gelungen, Rubine in derjenigen der krisM. J. GRADL, STUTTGART: SILBERNE BROSCHEN MIT STEINEN,

Kristallformen herzutallinischen Formen ausgeführt von Fahrner, Pforzheim.

stellen.

[graphic]
[graphic]

Spinelle erzeugt, indem man den Dampf von Aluminium-Chlorid Unter dem Mikroskop zeigen sie Linien, Luftblasen, welche (Chloraluminium) über erhitzte Magnesia gehen ließ, oder in ihren Ursprung und ihre Natur als Gläser, nicht Kristalle, verdem man Magnesia und Tonerde zusammen stark erhitzte. raten. Durch die Linien und Luftblasen unterscheiden sich

Durch starke Hitze hat man auch aus Zirkonen Dia- selbst vorzügliche Edelsteinimitationen, wie die des Beryll des manten gemacht. Viele Zirkone nämlich verlieren ihre natür- Meisters Greville Williams in London und des blauen Spinell liche Farbe, wenn sie stark erhitzt werden, und werden des Monsieur Feil in Paris von den natürlichen Edelsteinen. farblos. Zugleich findet eine Zusammenziehung statt, infolge Aus folgenden Gründen aber ist es so schwer, den deren die Dichtigkeit vermehrt wird. So behandelte farblose Imitationen auf den Grund zu kommen. Anstatt daß man den Zirkone werden oft als Brillanten ausgegeben, zumal wenn ganzen Stein imitiert, verfährt man manchmal so, daß man sie in massiv vergoldete Ringe ge

ein Dublett oder ein Triplett hersetzt werden. Eine Feile vermag

stellt. Der Dublett-Saphir z. B. hat ihnen keine Schramme beizubringen,

Spiegel und Krone von farblosem so daß sie auf diese Weise nicht

oder mattblauem Saphir, die Unterals unecht erkannt werden können.

lage aber aus blauem Glas mit Mastix Aber es ginge noch an, wenn die

befestigt. Es ist klar, daß man, wenn Diamantenfalsifikationen sich noch

man den Stein an der oberen Seite der Zirkone bedienen würden. Es

auf seine Härte hin prüft, einen ist im höchsten Grade beklagens

echten Saphir vor sich zu haben wert, daß die Amerikaner (vide Tait)

glaubt. Prüft man dagegen die Unteres vermocht haben, das kunst

seite, so ist die Weichheit und Unverständige (sic!) und gelehrte deut

echtheit verraten. Um diese unsche Publikum zu düpieren und ge

erwünschte Enthüllung unmöglich zu meines Glas als Diamanten gefaßt

machen, hat man das Triplett konzum Preise von 6 Mk., dann 3 Mk.,

struiert. Hier wird für Krone und jetzt 2 Mk. und übermorgen vermut

Basis matter Saphir genommen, dalich 1 Mk. an den Mann zu bringen.

gegen eine dünne Einlage von tiefZunächst sei gesagt, wie man am

blauem Glas in den Kern getan, der einfachsten falsche Edelsteine von

gewöhnlich durch die Fassung verechten unterscheiden kann. Da letz

borgen wird. Um auch diese Fälschung tere kristallinisch, erstere aber glas

zu erkennen, genügt es indessen, artig sind, ist es die Härte, durch

den Stein in Wasser zu legen, wobei die sie sich unterscheiden. Nimmt

die drei verschiedenen Lagen sichtman die Feile, so zeigen sich die

bar werden. Läßt man gar ein Dubnatürlichen, nicht aber die künstlichen

lett oder Triplett im Wasser kochen, Steine widerstandsfähig, und vielen

oder in Chloroform tränken, so verderselben kann man mit einem Stück

rät sich der Betrug dadurch, daß gewöhnlichen Glases eine Schramme

der schöne Stein in Stücke fällt. beibringen, mit Ausnahme des Spi

In ähnlicher Weise werden alle nells, den es gelungen ist in großer

möglichen Edelsteinfälschungen ausHärte und in Kristallen künstlich

geführt und verraten. herzustellen. Es sei bei dieser Ge

Man hat auch dadurch unechte legenheit daran erinnert, daß die

Dubletten hergestellt, daß man in Edelsteine der Härte nach bekannt

den Stein von hinten eine Höhlung lich in folgender Reihenfolge kommen:

machte, die man auspolierte, mit Diamant (10), Saphir (9), Rubin (8,8),

farbiger Flüssigkeit füllte und mit Chrysoberyll (8,5), Spinell (8), Topas

einem Plättchen aus Bergkristall oder (8), Aquamarina (8), Smaragd (7,8),

Glas verschloß, wobei sich die Farbe Zirkon (7,8), Tourmalin (7,5), Ame

der Flüssigkeit dem ganzen Stein mitthyst (7); hierauf folgen die halb

teilte. Über die Herstellung des Glasharten Steine, welche gegen Quarz

flusses (Straß) möge man z. B. bei nicht mehr widerstandsfähig sind,

Max Bauer, Edelsteinkunde S. 679, und diejenigen mit einer Härte unter 5,

näheres nachlesen. Übrigens hat welche durch ein Messer eingekratzt

schon im Jahre 1708 Fontanien ein werden können.*)

kleines Buch über die Herstellung Die meisten Imitationen – etwa

von Glasflüssen (L'art de faire les ausgenommen die neueren des Herrn

cristaux colorés imitants les pierres Feil in Paris – bestehen aus Flint

précieuses) herausgegeben. Glas mit einem ungewöhnlich hohen WALTER ORTLIEB, BERLIN: ZIERVASE.

Auch eine türkisähnliche GlasProzentsatz von Blei, gefärbt durch

paste ist es gelungen herzustellen Beimischung gewisser Oxyde, wie

durch Zusatz von 3 Prozent KupferKobalt für Blau, Mangan für Violett, desgleichen Nickel, oxyd, 1'/, Prozent Braunstein und eine Spur Kobaltoxyd. Doch Kupfer, Eisen usw. Dazu kommt, daß diese Imitationen in verrät sich die Unechtheit auch hier durch die Luftbläschen. unreiner Luft verbleichen, indem das Blei einen Vitriolnieder • Die Unterscheidung echter und unechter Ste ne läßt sich schlag bildet und braun wird.

aber auch durch die verschiedene Lichtbrechung der verFerner ermangeln sie sämtlich des Pleochroismus.**) schiedenen Materien bewirken. Zu diesem Behufe legt man

die Dublette in eine stark lichtbrechende Flüssigkeit (z. B. *) Neuerdings empfiehlt man zur Unterscheidung von Glasflüssen Methylenjodid), die man so lange verdünnt, bis man den aus und echten Steinen den Aluminiumstift.

Bergkristall bestehenden Teil nicht mehr sieht (Bauer). Der **) Pleochroismus, Verschiedenfarbigkeit, d. h. die Eigenschaft, bei durchfallendem Lichte nach verschiedener Richtung hin verschiedene Farben

stärker lichtbrechende Diamant ist dann immer noch deutlich zu zeigen.

mit scharfem Umriß zu unterscheiden.

[graphic]
« PreviousContinue »