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Für Kobalt 1 Teil Kobaltoxyd auf 50 Teile Emailfluß: für Grün 1 Teil schwarzes Kupferoxyd auf 40 Teile Emailfluß; für Gelb 1 Teil Silberchlorür auf 12 Teile Emailfluß; für Rubinrot 1 Teil Cassiusscher Purpur auf 112 Teile Emailfluß; für Rubinrot 1 Teil Goldchlorür auf 200 Teile Emailfluß; für Orangerot 1 Teil Cassiusscher Purpur auf 20 Teile Emailfluß; für Weiß 2 Teile Silberchlorür auf 20 Teile Emailfluß oder 10 Teile Zinn- und Bleioxyd auf 16 Teile Emailfluß; für Opalescentgelb 6 Teile Silberchlorür und Arsenik auf 24 Teile Emailfluß; für Gelb 6 Teile Antimonoxyd auf 22 Teile Emailfluß.

Die hier gegebenen Farbenzusammensetzungen sind transparent, mit Ausnahme des Weiß, welches natürlich deckend sein muß. Um dies zu erreichen, wird Zinnoxyd (Zinnasche) dem farblosen Glasfluß beigemischt, dessen kleinste Teilchen unschmelzbar sind, und dadurch das Glas undurchsichtig und zugleich weiß machen. Dieses Zinnoxyd wird dadurch erhalten, daß man Zinn und Blei, zusammengeschmolzen, in geschmolzenem Zustande der Luft aussetzt, damit das Metall oxydiert. Dieses deckende Weiß bildet die Grundlage für alle opaken (deckenden) Emailfarben, das heißt man kann jede durchsichtige, farbige Emaille durch Zusatz von Weiß in opakes umwandeln. Umgekehrt kann man Weiß durch Zusatz einer entsprechenden Emailfarbe grau, bräunlich oder sonstwie tönen. In der Mitte zwischen der durchsichtigen und der deckenden Emaille steht das sogenannte Opalemail, welches, wie der Halbedelstein, von dem es den Namen hat, transparent milchig blau, mit gelblicher Reflexwirkung, aussieht.

Zum Aufschmelzen auf das Metall müssen die Emaillen fein gepulvert werden. Man legt zu diesem Zwecke das betreffende Stück Email in einen zur Hälfte mit Wasser gefüllten Mörser aus Achat, setzt einen ebenfalls aus Achat gefertigten Stößel senkrecht darauf und zersprengt es durch fortgesetzte Schläge mit einem hölzernen Schlägel auf den Stößel. Dann gießt man das Wasser soweit ab, daß die Emaille eben noch gesättigt ist und zerreibt diese mit dem Stößel zu dem feinsten, gleichmäßigen Pulver. Ist dieses noch durch wiederholtes, sorgfältiges Schlemmen durch reines Wasser vollständig gereinigt, so ist es zum Auftragen auf den Metallgrund fertig.

Die Zubereitung des Metallgrundes ist verschieden, je nach der angewendeten Emailtechnik. Es soll zunächst das Grubenemail hier beschrieben werden (Email champlevé); dann das Reliefemail (Email basse-taille), dann das Zellenemail (Email cloisonné) und zum Schluß das Emaillieren von plastischen Gegenständen und das Fensteremail (Email à jour).

Die Bezeichnung champlevé setzt sich zusammen aus den zwei Worten „champ“ das Feld, und „levé“ ausgehoben. Das Charakteristikum für diese Technik sind also die für die Farben aus dem Metall ausgehobenen Felder, zwischen denen die trennenden Metallstege stehen bleiben. Diese ausgehobenen Felder werden mit Email derart ausgefüllt, daß die Arbeit eine ebene Oberfläche erhält. Für die Bearbeitung des Metalles wird das Arbeitsstück aufgekittet mit dem bekannten Treibpech, einer Mischung von 2 Teilen Pech, 6 Teilen Gips und 1 Teil Talg. Für umfangreiche Arbeiten braucht man ein entsprechend großes Brett, für kleine Stücke trägt man den Kitt auf das Ende eines Holzstabes auf.

Die Felder können auf zweierlei Weise ausgehoben werden. Bei großen Stücken arbeitet man mit einem Treibhammer und langen Stahlmeißeln, bei kleinen Arbeiten hebt man das Metall mit dem in der rechten Hand gehaltenen Stichel aus. Auch die Atzung kann hierbei zu Hilfe genommen werden: Man überzieht den Metallgrund mit sogenannten schwarzem Wachs, trägt auf diesem die Zeichnung auf und hebt die zu emaillierenden Flächen mit einer Nadel oder dergleichen heraus. Durch Übergießen mit verdünntem Königswasser werden die Vertiefungen scharf und genau eingeätzt. - Die Zeichnung wird auf dem Metall entweder mittelst eines Bleistiftes hergestellt, oder aber vermittelst Pauspapier übertragen und mit dem Fadenstichel nachgezogen, wodurch man eine haarfeine,

äußerst exakte Vorzeichnung erhält. Diese Linien werden mit einem Flachstichel tiefer eingeschnitten, bis zu einem halben oder einem ganzen Millimeter Tiefe, je nach der Härte der verwendeten Farbe, und dann der Grund ausgehoben. Für transparente Farben auf Silber- oder Goldgrund muß das Metall um so tiefer ausgehoben werden, je satter die Farbe erscheinen soll. Im allgemeinen wird ein Drittel der Metallstärke ausgehoben werden, eine Tiefe von einem Millimeter jedenfalls nicht überschritten werden dürfen. Sonst würde die Emaille zu dick aufliegen und abspringen. Der ausgehobene Grund, dessen Oberfläche unbedingt gleichmäßig sein muß, wird nun, je nach der beabsichtigten Emaillierung noch guillochiert, resp. graviert oder glatt gelassen.

Ist das Arbeitsstück von der Kittunterlage entfernt und gereinigt, so wird es wiederholt geglüht und abgekocht; darauf wird es mäßig erwärmt, um das Metall vollständig zu entfetten, worauf man sofort, um ein Oxydieren zu verhindern, mit dem Auftragen der Emaille und dem Einbrennen beginnt. Das „Betragen“ des Arbeitsstückes mit Emaille geschieht vermittelst verschiedenartiger Emaillierstifte. - Das Einbrennen der Emaille, — das „Passieren“, wie der technische Ausdruck lautet, - erfolgt in einem, mit einer Muffel ausgestatteten Schmelzofen. Dieser steht zweckmäßig in einem Raume, welcher verdunkelt werden kann oder dunkel ist, da dieses für die Beobachtung des Schmelzprozesses wichtig ist.

Zum Schmelzen des Emails hat ein Gasofen große Vorzüge. Er ist reinlicher als ein anderer, gibt eine gleichmäßigere Hitze, beansprucht weniger Aufmerksamkeit und erspart einem in mancher Beziehung viel Zeit. Ist kein Gas zu haben, so ist auch ein Koks- oder Petroleumofen brauchbar. Außer dem Ofen braucht man noch Unterlagsplatten, um die zu emaillierende Arbeit darauf zu legen; diese können von Eisen sein, das mit Ockererde bestrichen wird, oder aus gebranntem Ton, der auf die gleiche Weise behandelt wird. Eine lange feste Zange ist noch nötig mit langen spitzigen Backen.

Sobald die Muffel in dem Ofen eine starke, rotgelbe Glut zeigt, wird die Platte mit der Emailarbeit vorsichtig aber schnell hineingeschoben, und nun sorgsam und unablässig beobachtet, bis das Email geschmolzen ist. Sobald dieses auf der Oberfläche überall gleichmäßig glänzt, zieht man die Arbeit sorgfältig heraus und legt sie oben auf den Ofen oder sonst auf einen warmen, in der Nähe befindlichen Platz. Da die Vertiefungen jetzt noch nicht gleichmäßig gefüllt sein werden, so wird wiederholt betragen und gebrannt, bis eine möglichst gleichmäßige Oberfläche erreicht ist. Wenn schließlich immer noch kleine Unebenheiten vorhanden sind, so feilt man die Platte, während man sie mit der linken Hand unter einen Wasserstrahl hält, mit einer Schmirgelfeile, wäscht sie wiederholt aus und bürstet sie ab mit einer harten Bürste. Dadurch erhält man eine ebene, unpolierte Oberfläche. Um diese glänzend zu erhalten, ist es notwendig, entweder noch einmal kurz die Ofenglut darauf einwirken zu lassen, was die rascheste und auch gebräuchlichste Manier ist, und schließlich noch einmal zu polieren, oder aber das Arbeitsstück glatt zu schleifen und dann zu polieren. Das Schleifen wird mit Tripel und Wasser vorgenommen, um alle Rauhigkeiten und Kratzer aus der Emailfläche zu entfernen; weiterhin wird mit Bimsstein und Wasser geglättet, dann mit Wasserstein und Wasser, wenn eine matte, glatte Oberfläche erhalten werden soll. Hochglanz wird durch Polieren mit Polierrot, entweder auf Leder vermittelst einer Drehbank, oder von Hand mit Polierrot und Chamoisleder, erzeugt. Das ist ein sehr mühsamer Prozeß, aber er verleiht ein Aussehen, mit dem kein durch Feuer erhaltener Glanz sich vergleichen läßt, und worauf einer der Hauptreize alter Emailarbeiten beruht.

Solche Grubenemailarbeiten werden vorwiegend auf Kupfer, aber auch auf Gold und Silber ausgeführt. Es ist vorteilhaft, ein Silber zu benutzen, welches etwas mehr als den üblichen

Cili.

Feingehalt hat, weil es dann biegsamer ist. Auch das Gold wird, ist das ganze Verfahren überhaupt das nämliche, wie sollte nicht unter 18 Karat sein.

das vorherbeschriebene. Zu bemerken ist noch, daß hierbei Ist Kupfer oder Silber zur Anwendung gekommen, so keine Trennungsstege notwendig sind. Man kann also hier werden die sichtbaren Metallteile meist nach Fertigstellung freier und rascher arbeiten, namentlich wenn man harte Farben der Arbeit vergoldet. Es ist

benutzt. Es wird aber besondere wünschenswert, daß ein Emailleur

Sorgfalt darauf zu richten sein, in der Lage sei, diese Arbeit

die Abgrenzungen der Farben klar selbst vorzunehmen oder doch

und rein herauszubringen. Das zu kontrollieren, da eine nicht

beste Mittel hierzu ist, wenn man mit der nötigen Vorsicht vor

jeder Farbe etwas Traganthgummi genommene Vergoldung, — wenn

mit Wasser zusetzt, und wenn z. B. bei den Bädern zu schroffe

man diese Mischung nach dem Temperaturunterschiede vorkom

Auftragen auf das Metall trocknen men, oder ein zu starker Strom

läßt. Auf diese Art entsteht eine angewendet wird, an der Email

scharfe Abgrenzung der Farbe, arbeit leicht vieles verderben kann.

bevor die nächste daneben gesetzt Die Zeichnung für Grubenemail

wird. Große Sorgfalt muß darauf sollte einfach gehalten sein, und

verwendet werden, daß die Emailso wenig als möglich Linien ent

partikel beim Handhaben des Arhalten, wie es sich eben mit der

beitsstückes und beim Einsetzen technischen Notwendigkeit, die

in den Ofen sich nicht verschieben, Farben zu trennen und festzu

weil sonst die Abgrenzung der halten, verträgt. Die Metallstege

Farben nach dem Schmelzen vermüssen so dick sein, daß sie

wischterscheint. Der Reliefschmelz deutlich sichtbar sind. Auch muß

in Tiefschnitt hat überhaupt beauf die verschiedene Dunkelheit

sondere Schwierigkeiten, und es der Farben geachtet werden:

ist von Wert, erst von jeder Farben von mittlerer Tonstärke

Farbe, welche man benutzen will, ertragen und verlangen die breite

eine kleine Probeschmelzung auf sten Stege, während solche Far

einem Stückchen Metall vorzuben, welche sehr viel heller oder

nehmen. Um nach Fertigstellung dunkler als das Metall sind, also

der Gravierung die Reliefwirkung stark gegen dieses abstechen,

für das Email zu prüfen, ist es durch möglichst feine Stege ge

gut, etwas Aquarellfarbe in enttrennt werden sollten. Auch eine

sprechendem Ton zu mischen und Abstufung in der Ausdehnung der

über das Metall zu gießen, soweit verschiedenen Farbenflächen muß

es für das Email ausgehoben ist. angestrebt werden; ebenso wirkt

Ist das Emaillieren einer Tiefes gut, wenn die Dekoration der

schnittarbeit schon schwierig, so Fläche einzelne Metallteile frei

erfordert das Bearbeiten des Mevon Email läßt. Durch solche

talles in diesem Falle eine fast Mittel ist eine gewisse Härte und

noch größere Geschicklichkeit und Dürftigkeit, die den modernen

jedenfalls die genaueste SachArbeiten leicht anhaftet, in den

kenntnis. Vor allem ist eine tadelguten alten Werken vermieden.

lose Zeichnung und alle MeisterWenn man sich eine in Metall

schaft des Graveurs erforderlich. blech ausgehobene Vertiefung, an

Es ist überhaupt schwer, die statt sie eben und glatt zu lassen,

Kunst des Emaillierens von derwie beim gewöhnlichen Gruben

jenigen der Metallbearbeitung zu email, plastisch modelliert und

trennen. Die Arbeit des Emaildann emailliert denkt, so kommt

leurs umfaßt einen so bedeutenman zu einer zweiten Art der

den Teil der Metalltechnik, daß Emailtechnik, dem sogenannten

es für ihn von größter WichtigTiefschnitt (Basse-taille). Die Be

keit ist, eine praktische Lehrzeit zeichnung basse-taille kommt her

durchgemacht zu haben im Gravon dem französischen ,,basse"

vieren, Treiben, Hartlöten von tief und „taille" Schnitt, es ist

Gold und Silber, in Hammerarbeit also ein in die Tiefe eingeschnit

und Montieren und jedenfalls tenes Relief, wie ein ägyptisches

auch das Polieren zu kennen. Er Basrelief. Die Darstellung wird

wird davon den größten Vorteil RENNPREIS FÜR DAS MANNHEIMER RENNEN bei dieser Technik in Flachrelief

haben. in die Metalloberfläche einge

VOM 1. MAI 1902.

Die Technik des Zellenemails schnitten. Nach dem Aufschmelzen Für Prinz Wilhelm zu Sachsen-Weimar entworfen und ausgeführt (email cloisonné) stellt ihre Muster des Emails ist die ganze Fläche von Hofjuwelier N. Trübner, Heidelberg.

nicht durch Eingraben von Verwieder eben und die Darstellung

tiefungen und Stehenlassen der ist durch das transparente Email hindurch zu sehen. Die Stege dar, sondern durch das Auflöten dieser, die einzelnen Werkzeuge sind die nämlichen, wie bei der Grubenemail- Emaillen trennenden Stege in Gestalt hochkant gestellter technik, nur je nach der Eigenart der Arbeit mannigfaltiger Drähte. — Um ein Muster in Zellenemail zu machen, verin der Form der Schneide. Abgesehen davon, daß eine fährt man wie folgt. Man zeichnet oder überträgt die reliefierte und nicht eine ebene Vertiefung eingeschnitten Zeichnung auf das Metall und kratzt sie mit einem scharfen

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Stichel ein, damit sie unverwischbar ist und die folgenden saft bei, gießt das Ganze ins Innere und verteilt es durch Prozeduren aushält. Nun muß für den flachen Draht für die Schleudern des Gefäßes gleichmäßig an den Wänden. Man Zellen gesorgt werden. Für Zellenemail auf Kupfer sollte kann auch einen der beiden genannten Klebstoffe hineindieser stets aus dem härtesten Kupfer bestehen. Silberdraht schütten, und, nachdem die Wände damit überzogen sind, wird für die Arbeit auf Silber benutzt. Die Dicke desselben den Überschuß wieder ausleeren. Dann wird das Emailpulver bestimmt sich nach den Absichten des Künstlers und dem trocken hineingeschüttet und durch Schleudern verteilt. ZuCharakter der Zeichnung. Eine

nächst wird noch nicht gebrannt, solche von einem Millimeter ge

sondern erst die Außenseite benügt jedenfalls auch für sehr derbe AUS DEM PREISAUSSCHREIBEN FÜR SCHMUCK

tragen. Man benutzt auch hierzu Arbeiten. Mit Rund- und FlachVOM DEZEMBER 1902 DES NORDBÖHMISCHEN

das Email mit Quittenkernsaft zangen wird der Draht nach der GEWERBEMUSEUMS ZU REICHENBERG 1. BÖHM.

gemischt, und emailliert möglichst Zeichnung gebogen und an pas

trocken, weil das überschüssige senden Punkten mit der Schneide

Wasser sich in störender Weise zange abgeschnitten. Die so ge

nach unten setzt. Hat man auf wonnenen Stücke werden sorg

diese Weise die Hauptfarben auffältig auf Kartonpapier aufgeklebt,

getragen, so brennt man alles auf so daß sie nicht beschädigt werden

dem Gefäß befindliche Email ein. oder verloren gehen können. Sind

Die einzelnen Farben müssen, je alle Drähte gebogen und ge

nach der gewünschten Sättigung schnitten, so werden sie mit

derselben, auch wiederholt aufHartlot auf den Metallgrund auf

getragen und gebrannt werden. gelötet. Das Arbeitsstück wird

Da die Farben durchsichtig sind zunächst mit Schwefelsäure und 11. Preis. Entw. und ausgef. von Rudolf Zitte in Gablonz.

und die Bearbeitung des Metalles Wasser gereinigt und dann noch

durch Treiben oder Gravieren mitmals mit Wasser gewaschen. Ein

spricht, muß auf dieselbe natürStück calcinierter Borax wird, mit Wasser

lich Rücksicht genommen werden. Die Einbefeuchtet, auf einer rauhen Schieferplatte

zelheiten der Darstellung auf dem Gefäße so lange gerieben, bis ein dicker Brei ent

werden nachträglich emailliert, wenn die steht. In diesen Brei taucht man die eine

Hauptfarben fertig sind. Geschliffen oder Kante des Drahtes und setzt ihn mit dieser

poliert wird hier nicht, weil das Email sich auf das Metall auf. Es werden nun klein

durch die Rundung der Form von selbst geschnittene Stückchen Hartlot auf jede Seite

glatt zieht. Übergänge zweier Farben mitdes Drahtes gelegt, je ein Stück etwa auf

einander werden hergestellt, entweder indem eine Strecke von 3 Millimetern. Dann legt

man die aufgetragene, aber noch nicht geman das Gefäß, oder um was es sich sonst

brannte Emailmasse an den Rändern mit handelt, auf einige Stücke Koks oder Holz

dem Betragstift ineinander verreibt, oder kohlen, und treibt mit dem Lötrohr die Löt

indem man einen Übergangston vor dem Aufflamme immer näher gegen den Draht. Diesen

tragen besonders mischt. Wenn das Gefäß läßt man rotglühend werden, damit das Lot

nur in einem Ton emailliert werden soll, gut fließt und den Draht auf seinem Muster

kann man dasselbe auch mit Quittenkernsaft befestigt. Das Arbeitsstück wird in einer

bestreichen und das Emailpulver trocken aufMischung von 20 Teilen Wasser und 1 Teil

stäuben. Schwefelsäure gereinigt uud dieser ganze

Bisher war stets von Email auf MetallProzeß bei jeder Zelle wiederholt. Das Be

unterlage die Rede. Man kann aber auch tragen mit Email findet genau so wie bei

ohne eine solche emaillieren (Email à jour, dem Grubenemail statt.

I. Preis. Entw. v. Edmund Bosch, Fensteremail), dergestalt, daß die fertig geEbensowohl, als man in den ausgef. von Carl Pugl in Gablonz.

brannte Emailmasse in die Durchbisher beschriebenen Techniken

brüche eines in Metall hergestelldas Email in Vertiefungen ein

ten Musters eingespannterschmilzt, kann man auch plastisch

scheint. Es wird sich hierbei hergestellte Formen und Reliefs,

stets um durchsichtige oder in Guß oder getriebener Arbeit,

durchscheinende, glänzend gemit durchsichtigen Glasflüssen

brannte oder matt gebeizte Emails überziehen. Man emailliert da

handeln. Das in Metall herbei sowohl die Vorder- als auch

gestellte Ornamentmuster ist entdie Rückseite des Metalls mit

weder in Filigrantechnik auseiner dünnen Emaillage, welche

geführt oder aus Metallblech man einbrennt. Daß auch die

ausgesägt. Die erstere Art ist Rückseite mit Email überzogen

die ältere und wird gegenwärtig wird, hat den Zweck, das Ver

hauptsächlich in Rußland geübt III. Preis. Entworfen und ausgeführt von A. Hammer in Gablonz. ziehen des Metalles zu verhüten;

für kleine Ziergefäße und Geräte. es wird dies beim Emaillieren

Es muß hier mit einem möglichst stets angewendet, wo nicht eine besondere Stärke des Metalls konsistenten Emailbrei gearbeitet werden, der so auf die zu es unnötig erscheinen läßt. Komplizierter ist die Emaillierung emaillierenden Drahtmaschen resp. Durchbrüche aufgetragen eines Gefäßes mit transparenten Glasflüssen. Es wird sich wird, daß er eine ausgespannte Haut bildet. Das Email darf dabei ja wohl ausschließlich um Silbergefäße handeln. Auch dabei weder zu naß noch zu trocken gehalten sein. Anfangs hierbei müssen beide Seiten des Metalles, also sowohl die wird ganz schwach gebrannt, daß das Email nur eben zuInnen- wie die Außenseite des Gefäßes, überzogen werden. Sammensintert. Es zieht sich anfangs in die Ecken des Um das Email ins Innere zu bringen, setzt man dem mit Durchbruchs zurück, und muß so oft aufgetragen werden, bis Wasser angemachten Pulver Gummitraganth oder Quittenkern- die Öffnung sich ganz geschlossen hat. Die fertige Emailhaut hat etwa die Form eines Konvexglases. Man kann auch erst einen farblosen Fondant einschmelzen und die Farbe dann nachträglich hier auftragen. Bei den wiederholten Bränden muß sehr darauf geachtet werden, daß die Hitze nie zu stark wird, weil die Emailhaut sich sonst leicht in der Mitte wieder öffnet. Auch springt diese leicht in der Nähe stärkerer Stäbe. Eine Politur ist hierbei nicht möglich.

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Die formale Eigenart solcher émail à jour-Arbeiten in Filigran ist natürlich an die technische Begrenztheit dieser Arbeitsweise gebunden. Eine sehr viel größere künstlerische

Freiheit wird erreicht, wenn man die zu emaillierenden Teile aus Metallblech mit der Säge ausschneidet. Man kann dabei nicht nur die trennenden Metallstege nach Belieben breiter oder schmäler halten und überhaupt viel feiner bewegte Linien gestalten, sondern man kann auch das Blech plastisch austiefen und dann aussägen, so daß man durch Zusammensetzungen bis zu vollendeten körperlichen Darstellungen in durchsichtigem Fensteremail gelangen kann. Diese letztere Technik wird neuerdings besonders viel an Schmuck angewendet. Lalique hat einige seiner bewundertsten Arbeiten in ihr ausgeführt.

Ein neues Verfahren für Kunstguss.

Von Hugo Elmquist. *) Beim Kunstguß in Metall hat man zu allen Zeiten dar zu befreien. Von diesem Modell aus Kernmasse wird rundnach gestrebt, das gegossene Kunstwerk so herzustellen, daß um eine Schicht abgetrennt, die der Dicke des künftig geeine Nacharbeit auf demselben so

wünschten Metalls gleichkommt, viel wie möglich vermieden wird.

dann werden nochmals die BindeUnd das aus zwei Gründen:

stücke auf ihre Plätze in den Erstens, weil bei solcher Nach

Mantel gelegt, um dort festgestiftet arbeit es weder mit der allergrößten

zu werden, oft mitten durch die Geschicklichkeit noch mit irgend

Oberfläche der negativen Form hinwelchen Werkzeugen möglich ist,

durch. Die Löcher, welche durch das spielende Leben auf der Ober

die Stifte entstehen, sind auszufläche des gegossenen Bildwerks

bessern, Form und Formenkern zu Stande zu bringen, das eine

werden an der Luft getrocknet, gefühlvoll modellierende, fein em

zusammengelegt, und das Metall pfindende Künstlerhand ohne Mühe,

wird eingegossen. sozusagen nebenbei, in einem

Selbst wenn diese Arbeit mit weichen, modellierbaren Material

der denkbar allergrößten Geschickerhält, und

lichkeit ausgeführt wird, bleibt zweitens: ist die Arbeit in Me

doch nach geschehenem Guß sehr tall weit zeitraubender als das

viel Arbeit auf dem Metall übrig: Modellieren in jenem.

das Zusammensetzen der verschieUm nun das Gewünschte zu

denen Teile des Kunstwerkes, erreichen, kann man zwei bestimmt

wenn dasselbe so beschaffen war, getrennten Prinzipien folgen

daß es für den Guß in Stücke zerentweder:

legt werden mußte, — das ÜberBindestückformen auf dem festen

ciselieren dieser Nähte und das Modell, oder:

Fortnehmen der Gußkanten nach Ganzformen auf dem Modell,

den Bindestücken, deren Überdas zum Ausschmelzen bestimmt ist.

ciselierung etc. Das Bindestückformen in Sand

Dasselbe gilt für den Guß in ist die bisher am meisten an

Metallstückformen, den man begewandte Art für Kunstguß in

sonders beim Guß von Kunstwerken Bronze, Silber und anderen schwer

in leichtschmelzbaren Legierungen schmelzenden Metallen, es ist eine GÜRTELSCHLIESSE IN SILBER, ALS RAHMEN verwendet, wie bei den sogenannArbeit, die viel Geschicklichkeit FÜR EINE BEIDERSEITIG EINZUSCHIEBENDE ten „Pariser“ und „Wiener Bronund eigenes Können des Arbeiters

BRONZEPLAKETTE VON D. DUPENIS (PARIS). zen, die aus einer Legierung beerfordert. Das zum Überführen in Entworfen und ausgeführt von J. Cetti, k. k. Fachlehrer

stehen, in denen Zink der HauptMetall bestimmte Modell zerlegt an der Fachschule für Edelsteinbearbeitung in Turnau.

teil ist, und die man dann mit man dafür gewöhnlich in passende

Kupfer galvanisiert, um ihnen das Stücke, die hernach, jedes für sich,

Aussehen von Bronzen zu geben. in aus feuchtem Sand bestehende Bindestücke geformt Das andere Prinzip oder das Ganzformen auf dem werden, die man über dem Modell, das eine neben dem Modell, das zum Ausschmelzen bestimmt ist, ist in der andern, herstellt, bis dieses rundum bedeckt ist, worauf Theorie unvergleichlich einfacher und hat außerdem den dann ein zweiteiliger Gipsmantel das Ganze umschließt. Als- großen Vorteil, daß es nach dieser Theorie zum Ziele führen dann nimmt man sowohl Mantel wie Bindestücke vom Modell kann. Aber Theorie und Praxis sind nun einmal nicht ein ab und die letzteren legt man auf ihre respektiven Plätze und dasselbe, so auch hier. Viele Künstler und Techniker im Mantel zurück. Nun muß die Kernmasse in die vom haben im Laufe der Zeit diese Theorie mit der Praxis in Modell befreite, negative Form gegossen oder gedrückt werden. Uebereinstimmung zu bringen versucht. Wechselnd ist das Mantel und Bindestücke werden wiederum zerlegt, um die Glück gewesen und viel ist gedacht und versucht worden, Kernmasse, welche jetzt Form und Volumen des Modells hat, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Indier, Chinesen und

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*) Der „Kunst für Alle“, Heft 13, 1903, entnommen, mit freundlicher Erlaubnis des Verlags F. Bruckmann, München.

Japaner, auch Griechen, Italiener und zuletzt Franzosen haben seit urdenklichen Zeiten an dem System geflickt, um dieses Prinzip durchzuführen, aber trotzdem ist man nicht weiter gekommen, als daß das Resultat der Arbeit gar zu sehr vom Zufall abhängt. Diesem ist es zuzuschreiben, wenn ab und an recht gute Resultate erlangt sind, aber es ist doch eine schlechte Hilfe, wenn es fraglich ist, ob man von vornherein auf ein gutes Resultat bei seinen Arbeiten rechnen kann.

Die Japaner sind bekannt dafür, daß sie es am weitesten in der Kunst des Metallgusses nach dem Ausschmelzverfahren gebracht haben. Auch die Italiener der Renaissance haben verschiedene schöne Proben von glücklichen Resultaten hinterlassen. In unserer Zeit haben die Franzosen und selbst die Deutschen verschiedene Beweise von der Gunst des Glücks bei solchen Güssen aufzuweisen und sowohl in Paris wie in Italien und Deutschland gibt es verschiedene größere und kleinere Kunstgießereien, die fast ausschließlich mit dem Ganzformsystem arbeiten. Im allgemeinen wird aber in diesen Gießereien an den gegossenen Kunstwerken nicht minder zusammengesetzt, geflickt, gemeißelt, gefeilt und ciseliert als in denen, in welchen man ausschließlich mit dem Bindestückformsystem arbeitet.

Da es sich beim Ausschmelzverfahren als zu schwierig erwiesen hat, durch Verbesserung des alten Systems zu exakten Resultaten zu gelangen, sind die nun durchgeführten Experimente zur Erreichung dieses Zieles so durchgreifend gewesen, daß daraus ein ganz neues System entstanden ist. Dieses vereinfacht nicht nur das ganze Verfahren, sondern gibt vor allem „regelmäßig die denkbar besten Resultate“.

Das für Ausschmelzmodelle bisher angewandte harte, zum Modellieren unhantierliche Material ist ersetzt durch ein neues, das nicht nur weich und im höchsten Grade angenehm zu modellieren ist, sondern auch leicht aus der zum Ausschmelzen bestimmten Gußform ausschmilzt.

Die Konsequenz hiervon ist eine ganze Reihe von Veränderungen und Vereinfachungen der Manipulationen beim Herstellen von Ausschmelzmodellen. So zum Beispiel kann der Künstler, auf Grund der Vereinigung dieser Eigenschaften in einem und demselben Material, bei kleinen Kunstgegen ständen, die beim Guß in Metall keinen Kern erfordern, wie auch bei Reliefs und dergleichen seine Arbeit direkt in der neuen Masse modellieren. Auf dieses vom Künstler modellierte Original gibt man dann ohne weitere Prozedur die Form, in welche Metall gegossen werden soll.

Der Vorteil hiervon ist leicht einzusehen. Außer Ersparnis der Arbeit für die Herstellung der verschiedenen Ausschmelzmodelle, die bisher beim Ganzformen immer nötig waren, wird bei einem so gegossenen Kunstwerke die ganze ursprüngliche Frische der künstlerischen Arbeit erhalten.

Bei größeren Kunstwerken, die beim Guß in Metall einen Formenkern, den man nicht vorher anfertigen kann, erfordern und bei denen deshalb die Extraanfertigung von Ausschmelzmodellen notwendig ist, kommt man nun unvergleichlich viel

einfacher davon, als es bisher der Fall war. Dazu kommt der Vorteil, daß der Künstler in des Wortes bester Bedeutung die letzte Hand an sein Werk legen kann, indem es ihm möglich ist, so viel es ihm gefällt, das aus weichem, modellierbarem Material bestehende Ausschmelzmodell zu retouchieren, das dann in Metall genau so wiedergegeben wird, wie es der Künstler abgeliefert hat.

Besondere Schwierigkeit bereitete auch die Formmasse, aus welcher die Gußformen für Metall angefertigt werden, sowie das Verfahren, dem die Gußformen zu unterziehen sind, ehe man Metall in dieselben gießen kann. Für eines dieser Verfahren, das dazu dient, mittels hohen Temperaturen die Masse der Gußformen so zu neutralisieren, daß sie beim Einguß des Metalls keine Gase entwickelt, was sonst immer die Qualität des Gusses zerstört, ist auch ein neuer Apparat zu dessen rationeller Durchführung konstruiert. Da dies ein für ein exaktes Resultat des Ganzen besonders wichtiger Punkt ist, ist darauf in den meisten Kulturländern ein Patent gesucht und gegeben worden, wie auch für das oben erwähnte Material für Ausschmelzmodelle.

Da die in Tiegeln mit Kohle geschmolzenen Metalle sich wegen ihrer starken Durchsetzung mit Gasen, die aus den Kohlen während des Schmelzens entweichen, unvorteilhaft für den Guß in der Ganzform gezeigt haben, und die bisher verwendeten sogenannten Flammenöfen sich als unpraktisch sowohl beim Schmelzen selbst, wie auch beim Eingießen des Metalls in die Gußformen erwiesen haben, wurde ebenfalls ein neuer Ofen zum Schmelzen von Metall konstruiert.

. Die ganze Bedeutung dieses neuen Ausschmelzverfahrens für Kunstguß in Metall liegt also in der Sicherheit, mit der man auf ein gutes Resultat rechnen kann.

Daneben bedeutet es wenig, daß man eine Reihe von Vereinfachungen der Manipulation erreicht hat, unter andern die vorher genannte, die Gußformen für Metall direkt auf dem Originalmodell zu machen. Gewiß würde nun aber kein Künstler so leichtsinnig sein, sein einziges Modell zu riskieren, wenn er nicht absolut sicher sein dürfte, das gleiche aus Metall an Stelle des von ihm modellierten, das nach dem Ausschmelzen nicht mehr existiert, zu erhalten.

Diese Sicherheit im Verein mit der vereinfachten Manipulation macht dieses Ausschmelzverfahren außerordentlich passend für die Reproduktion von Kunstwerken in Bronze, Silber etc.

Es ist unmöglich, sie auf eine andere Art besser herzustellen, und auch kaum billiger, was die Reproduktionskosten anbetrifft. Außerdem ist anzunehmen, daß alle, die es lieben, ihr Heim mit Kunstgegenständen in Metall zu schmücken, und die aus ökonomischen oder anderen Gründen nicht Originalwerke sich verschaffen können, solche auf die feinste Art hergestellten Reproduktionen, zum Beispiel in Bronze, lieber kaufen, als solche Stücke, die betrügerisch dieses Metall vorspiegeln, und die außerdem viel weniger fein hergestellt sind. Zumal wenn der Kunstfreund solche zu ungefähr dem gleichen Preis erhalten kann wie jene anderen.

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